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Musical.ly

Vor alle Mädchen im Teenie-Alter fahren drauf ab: Sie gucken aufs Smartphone, aus dem ein Popsong schallt. Dazu bewegen sie stumm die Lippen. Musical.ly ist der Hit.
Viel mehr war es das, denn seit August 2018 ist Musical.ly mit der App Tik Tok verschmolzen. Trotzdem informieren wir hier über das Phänomen Musical.ly und damit verbundene Risiken.

Kurz gefasst:

  • Videoplattform für kurze Musikvideos und Karaoke – die „Performance“ steht im Vordergrund
  • Eigene Videos können mit Musik unterlegt werden und anschließend in der Community geteilt werden
  • Mögliche Probleme: unangemessene Kommentare und Beleidigungen innerhalb der Community oder Kontaktaufnahme durch Fremde, urheberrechtliche Probleme

Was ist Musical.ly?

Mit der App Musical.ly können kurze Musikvideos erstellt und mit anderen geteilt werden. Die Nutzerinnen und Nutzern werden „Muser“ genannt. Bei der Aufnahme müssen nur die Lippen zum Playback des Songs bewegt werden. Die eigene Performance steht also im Fokus. Die 15-sekündigen Clips können anschließend mit der Musical.ly Community oder in anderen Netzwerken geteilt werden. Den Liedern fügt man Hashtags, wie zum Beispiel #duet oder #boy, hinzu. So ermöglicht man den anderen Musern das einfache Suchen nach bestimmten Liedern und Kategorien. Außerdem gibt es viele Effekten, um den eigenen Clip aufzupeppen. Musical.ly ist eine kostenfreie App und ist sowohl für Android als auch iOS verfügbar.

Was fasziniert Jugendliche an dem Angebot?

Jugendliche wollen sich ausprobieren, sich präsentieren und ihre Wirkung auf andere Personen testen. Mit Musical.ly können sie dies auf einfache Art und Weise tun. Hier ist nicht ihr musikalisches Talent wichtig, sondern die Kreativität während des Auftritts. Dabei kommt es nicht darauf an, dass alles perfekt ist, sondern eher authentisch wirkt und die eigene Freude an der Musik vermittelt.

Was ist problematisch an dem Angebot?

  • Das Angebot erfordert eine Anmeldung über Dienste wie Facebook, Twitter oder über eine eigene Mailadresse. Die User müssen mindestens 13 Jahre alt sein. Das Alter wird jedoch nicht überprüft.
    Wie bei jeder Community, können auch auf Musical.ly Nutzer beleidigt und gemobbt werden. Zudem bietet die App keine Möglichkeiten, nicht zulässige Inhalte beim Anbieter zu melden.
  • zahlreiche In-App-Käufe möglich, die auch zu einer Kostenfalle werden können
  • mögliche Urheberrechtsverletzungen
  • In den Einstellungen der App sind Profile standardmäßig für alle Nutzer öffentlich einsehbar. Damit erhöht sich das Risiko, dass Fremde unangemessenen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufnehmen.
  • Es gibt keine deutsche Datenschutzerklärung. Zusätzlich werden zahlreiche Daten im Hintergrund ausgelesen.

Was sollten Eltern beachten?

  • Besprechen Sie mit Ihrem Kind, was es im Falle von der unerwünschten Kontaktaufnahme durch Fremde oder bei beleidigenden Kommentaren tun kann und signalisieren Sie hier Verständnis und Unterstützung bei der Lösung von Problemen.
  • Bitte schauen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind die Datenschutzhinweise, Zugriffsrechte und sonstigen Bedingungen an, bevor Sie einer Installation zustimmen! Wichtig dabei ist, dass Sie vor allem die Zugriffsrechte auf anderen Apps oder Funktionen genau ansehen und den Funktionen der App zuordnen. Anschließend sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind diskutieren, was unbedingt für ein reibungsloses Funktionieren der App gebraucht wird.
  • Besprechen Sie zusätzlich mit Ihrem Kind mögliche Verletzungen des Urheberrechts und die damit verbundenen Konsequenzen.
  • Reden Sie auch über mögliche In-App-Käufe und die damit verbundenen Gefahren – z.B. der Kostenfallen. Alternativ können In-App-Käufe im Betriebssystem des Smartphones unterbunden werden.