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12.03.2018

YouNow

11-13 Jahre
14-17 Jahre
Kommunikation
Kreativität
Unterhaltung
Apps
Social Media
Video
Toolbeschreibung
☕️
2 Minuten Lesezeit

Kurz gefasst:

  • kostenloses Videoportal für Live-Streaming
  • ermöglicht den Austausch mit anderen
  • laut Anbieter ab 13 Jahren erlaub
  • Zuschauen auch ohne Anmeldung möglich
  • Achtung: birgt verschiedene Risiken (u. a. durch die Preisgabe persönlicher Daten)

Was ist YouNow?

YouNow ist ein Streamingdienst, mit dem Videos ohne großen Aufwand in Echtzeit ins Internet übertragen werden können. Nutzer benötigen lediglich einen Rechner mit Internetzugang und Webcam oder ein Smartphone mit Kamera und die YouNow-App. In einem Chatfenster können Zuschauer Kommentare oder Fragen eingeben. Auf diese kann direkt geantwortet werden. Um selbst ein Livevideo bei YouNow zu streamen, muss man sich vorher anmelden. Öffentliche Streams von anderen kann man ohne Anmeldung ansehen und kommentieren.

Was fasziniert Jugendliche besonders an dem Angebot?

Jugendliche fasziniert besonders die Einfachheit von YouNow. Überall dort, wo auch ihr Smartphone ist, können sie einen Livestream starten oder ansehen. Damit haben sie ein einfaches Mittel, sich anderen mitzuteilen und ihre Wirkung zu testen. Außerdem ist YouNow eine Plattform, auf der sich vor allem Jugendliche rumtreiben.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Vor allem die Liveübertragung bei YouNow kann problematisch sein. Kinder und Jugendliche können dabei unter Umständen unbedacht Inhalte preisgeben, die nicht ins Internet gehören. Vor allem persönliche Daten wie Adresse, Namen, Telefonnummer oder der Name der Schule können dabei von – in diesem Falle anonymen – Zuschauenden missbraucht werden. Aber auch Beleidigungen oder Mobbing sind durch die Kommentare und im Chat bei YouNow möglich. Auch die Persönlichkeitsrechte Dritter können betroffen sein, wenn z. B. im Hintergrund gezeigte Personen nicht um Erlaubnis gefragt wurden.

Wenn beim Streaming Musik im Hintergrund läuft, ist die meistens urheberrechtlich geschützt und darf ohne das Zahlen von Lizenzgebühren nicht im Video zu hören sein.

Auch In-App-Käufe können ein Problem darstellen: YouNow bietet den Kauf von sogenannten „bars“ (Goldbarren) an, mit denen Geschenke („premium gifts“) an Streamer und User vergeben werden können.

Da keine Anmeldung erforderlich ist, um Streams zu verfolgen, und Zuschauer nicht sichtbar sind, besteht die Gefahr der ungewollten Kontaktaufnahme durch Unbekannte. Die Folge könnte Cybergrooming sein.

Jeder kann bei YouNow Videos einstellen, deshalb besteht die Gefahr von jugendgefährdenden Inhalten, auch wenn der Anbieter versucht, Darstellungen von Gewalt, Selbstverletzungen usw. zu verhindern.

Was meint der Anbieter?

Wie bei jedem Anbieter müssen sich Nutzende an plattforminterne Regelungen halten. Die Nutzung von YouNow ist dabei nur Jugendlichen ab 13 Jahren gestattet. Minderjährigen ist es verboten, sich vor der Kamera zu entblößen. Generell verboten ist eine vulgäre oder verletzende Sprache. Durch ein Melde- und Blockiersystem soll sichergestellt werden, dass problematische Vorfälle auf YouNow geahndet werden. Jedoch ist die Kontrolle durch die Vielzahl der Livestreams und die Echtzeit des Angebotes äußerst schwierig. Auch das Alter der Nutzenden ist kaum kontrollierbar.

Was sollten Eltern beachten?

Da es einige Risiken bei der Nutzung von YouNow gibt, sollten Sie mit Ihrem Kind immer im Gespräch bleiben, um zu wissen, welche Apps es nutzt und Internetseiten besucht. Lassen Sie sich zeigen, was es ab bestimmten Medien interessiert, aber machen Sie Ihr Kind auch auf mögliche Gefahren und Probleme aufmerksam. Machen Sie sich gemeinsam vertraut mit den Sicherheitseinstellungen von YouNow und nutzen Sie diese. Einen Leitfaden bietet klicksafe. Die Möglichkeit von In-App-Käufen können Sie durch entsprechenden Einstellungen im Betriebssystem des Smartphones ausschalten.

Für jüngere Kinder ist die Nutzung von YouNow nicht ratsam. Erklären Sie das Ihrem Kind, wenn es Interesse an der Plattform zeigt. Zusätzlich können technische Mittel sicherstellen, dass die Seite nicht aufgerufen werden kann. Nutzen Sie Schutzmaßnahmen wie z. B. Einstellungen im Betriebssystem und die Installation eines Jugendschutzprogrammes. Zeigen Sie Ihrem Kind kindgerechte Alternativen wie z. B. kindersache.de.

 

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