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Internetguide für Eltern
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Internetguide für Eltern

Cybergrooming

Ganz klar – Sie kennen die Freunde und Freundinnen Ihres Kindes aus der Schule oder dem Sportverein, persönlich oder zumindest der Namen nach. Doch wie sieht es mit Bekannten aus, mit denen Ihr Kind nur über das Internet in Kontakt steht?

Wissen Sie über diese Personen nichts, sollten Sie unbedingt Ihr Kind danach fragen und sich darüber austauschen. Denn überall dort, wo Kinder und Jugendliche miteinander kommunizieren, können sie mit Personen in Kontakt kommen, die negative Absichten haben. Das Internet bietet einen anonymen Raum und Platz für falsche Profile. Beschimpfungen, Bedrohungen und Beleidigungen kommen nicht selten vor. Die scheinbare Anonymität nutzen manche Menschen aus. Wenn das wiederholt gegen einzelne Personen gerichtet passiert, kann das zu Cybermobbing führen. Mehr Informationen darüber finden Sie hier.

Was ist Cybergrooming?

Gerade Portale für Kinder und Jugendliche ziehen Nutzer mit pädokriminellen Neigungen an, das heißt kriminelles Verhalten, das sich gegen Kinder richtet. Das macht vielen Eltern große Sorgen. Insbesondere Soziale Netzwerke und Online-Spiele-Communities (z. B. Facebook, Instagram oder YouNow) werden von Erwachsenen bzw. den Täter*innen genutzt. Hier können Kinder und Jugendliche mit dem Ziel angesprochen werden, sie sexuell zu belästigen und/oder zu missbrauchen. Diese gezielte Ansprache nennt man Cybergrooming.

Die Täter gehen dabei unterschiedlich vor: sie fragen z. B. ganz konkret nach sexuellen Erfahrungen des Kindes und Jugendlichen oder erstellen Beiträge mit Beschreibungen sexueller Vorlieben. Oder sie erschleichen sich Schritt für Schritt das Vertrauen der Kinder und Jugendliche, indem sie sich z. B. als jünger ausgeben oder in die Rolle eines Talentsuchers oder Modelagenten schlüpfen. Danach verlagert sich das Schreiben von Nachrichten oder gar der Austausch von Bildern zumeist in private Räume – also z. B. Einzelnachrichten in Skype oderInstant  Messenger wie WhatsApp. Das ist besonders problematisch, da diese nicht für andere einsehbar sind. Einmal in privaten Nachrichten angekommen, wird zunächst eine Art Vertrauen aufgebaut, das später ausgenutzt wird, z. B. durch das Einfordern von Nacktbildern. Diese werden in der Folge oftmals zu Zwecken der Erpressung genutzt. Es wird z. B. damit gedroht, die Bilder zu veröffentlichen, wenn nicht noch mehr Fotos geschickt werden. Oder das Vertrauen wird zur Anbahnung eines persönlichen Treffen genutzt.

Wie schütze ich mein Kind vor Cybergrooming?

  • Machen Sie die ersten Schritte in Sozialen Netzwerken oder Online-Chats gemeinsam mit Ihrem Kind. Das schweißt zusammen und das Kind lernt auf diese Weise die verschiedenen Funktionen und Verhaltensregeln. Außerdem wissen Sie nun, wo sich Ihr Kind im Internet aufhält.
  • Damit Ihr Kind früh über die Gefahren Bescheid weiß und sie rechtzeitig erkennen kann, sprechen Sie mögliche Gefahren ganz offen und sachlich an. Das fördert auch das Vertrauen des Kindes, sodass es sich im Falle eines Problems stets ohne Scham an Sie wenden kann. 
  • Weisen Sie auf folgendes hin: Gesundes Misstrauen im Internet ist unbedingt notwendig. Der Chat-Partner ist nicht immer der, für den er sich ausgibt!
  • Kontaktanfragen von Fremden sollten nicht bestätigt werden. Unbekannte Nutzer*innen können außerdem blockiert oder gemeldet werden.
  • Private Informationen wie der volle Name, Geburtsdatum, Adresse oder gar private Bilder sollte Ihr Kind nie öffentlich stellen oder unbekannten Personen anvertrauen. Was einmal im Internet steht oder versendet wurde, kann nie oder nur sehr schwer gelöscht werden!
  • Gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind und regelmäßig die Privatsphäre-Einstellungen der Sozialen Netzwerke, die es nutzt durch und besprechen Sie diese.
  • Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es seinem Bauchgefühl vertrauen kann. Kommen Ihrem Kind Chat-Inhalte oder Aufforderungen komisch oder beängstigend vor, sollte es den Kontakt abbrechen und sich sogleich an Sie oder einen anderen Erwachsenen wenden.
  • Ältere Jugendliche können auf Flirt-und Dating-Apps aktiv sein. Hier gilt besondere Vorsicht vor sexueller Belästigung, da es keine Moderation des Anbieters gibt und die Sicherheitseinstellungen oft unzureichend sind. Durch Ortungsfunktionen lässt sich zudem der Radius eingrenzen, indem sich Ihr Kind befindet.
  • Trotz allen Warnungen kommt es vor, dass Kinder und Jugendliche (und auch Erwachsene) dem Reiz des Mediums erliegen. Machen Sie Ihrem Kind unbedingt klar, dass auch in solchen Fällen die Schuld ausschließlich beim Täter liegt.
  • Sollte Ihr Kind sexuell belästigt werden, seien Sie für Ihr Kind da und machen Sie ihm keine Vorwürfe. Melden Sie den Täter oder die Täterin auf der jeweiligen Plattform, sichern Sie Beweise z. B. durch Screenshots und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.   

Hilfe, Beratung und Informationen finden Sie auch hier:

Für Kinder und Jugendliche:

www.save-me-online.de

www.juuuport.de

www.trau-dich.de

www.nummergegenkummer.de

www.chatten-ohnerisiko.net/

www.jugend.support/sexuelle-belaestigung/sexuelle-belaestigung

Für Eltern:

• https://www.nummergegenkummer.de/elterntelefon.html

www.hilfeportal-missbrauch.de

www.profamilia.de