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Internetguide für Eltern
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Internetguide für Eltern

Wenn der Freundeskreis aus Avataren besteht – Kommunikation in Online-Games

Das Kind vor dem Bildschirm, die Spielkonsole in der Hand und auf dem Kopf das Headset … das ist Ihnen ein vertrauter Anblick? Dann ist Ihr Sprössling wohl „Gamer“ und gerne in digitalen Spielewelten unterwegs.

Bei vielen Kindern und Jugendlichen sind solche Spiele beliebt, bei denen man online mit anderen Spielern chatten kann. Auch das derzeit besonders beliebte Spiel Fortnite (USK 12) bietet diese Funktion an. Unabhängig davon, ob man sich im selben Raum befindet, kann man mit Freunden aber auch mit Fremden digitale Gemeinschaften und Teams bilden. Der eigene Avatar (so heißt die Spielfigur in einem Onlinespiel) kann sich mit anderen Avataren bzw. Spielenden live über Textnachrichten oder ein Headset austauschen. Man bespricht Spieltaktiken, gibt sich Tipps, holt sich Lob für eigenes geschicktes Handeln ab oder unterhält sich einfach. Dabei können „digitale“ Freundschaften entstehen. Oder es kommt zu einem Treffen in der Realität, um gemeinsam zu zocken.

Positive Effekte des Chatten in Games

Wenn man miteinander kommuniziert, können soziale Kompetenzen geschult werden. Das ist auch digital möglich – ähnlich wie beim gemeinsamen Abhängen auf dem Schulhof. Jeder hat dabei eine bestimmte Rolle: eine Person bestimmt das Gespräch, eine andere sorgt dafür, dass es keinen Streit gibt, wieder eine andere Person ist der Klassenclown. Egal ob digital oder analog müssen dabei Regeln eingehalten werden. Wenn man nur miteinander sprechen kann, ohn dass man sich dabei sieht, werden sprachliche und kommunikative Fähigkeiten auf besondere Weise geschult: Spielsituationen müssen verständlich erklärt werden, es müssen schnelle Anleitungen gegeben und Absprachen zu weiteren Taktiken getroffen werden.

Risiken bei der virtuellen Kommunikation

Da man nicht unbedingt weiß, wer gerade mit einem kommuniziert, besteht das Risiko von Cybermobbing und Cybergrooming. Da die Chats bei Spielen meist nicht moderiert sind, d. h. keine dritte Person darauf achtet, dass Kommunikationsregeln eingehalten werden und alle Kommentare zugelassen werden, verstärkt sich die Gefahr. Denn man kann nicht sicher sein, welcher Mensch sich wirklich hinter einem Avatar verbirgt. Für die Anmeldung muss man Namen und E-Mail angeben, das Alter wird jedoch nicht abgefragt.
Im „Spielrausch“ besteht auch die Gefahr, dass Ihr Kind unbemerkt private Informationen nach außen gibt. Außerdem kann der Reiz sehr hoch sein, immer weiter spielen zu wollen, um im Kontakt mit seinem Team zu bleiben und dort Anerkennung zu bekommen.

Was sollten Eltern beachten?

Gerade solche Risiken stellen Sie vor die Frage, ob Sie Ihren Kindern solche Spiele erlauben sollen. Verbote machen Dinge aber oft nur interessanter. Zusätzlich zu den Altersfreigaben der USK aufgrund der Spieleinhalte müssen Sie als Eltern einschätzen, ob Ihr Kind schon bereit ist, im Spiel verantwortungsvoll zu chatten bzw. die Risiken einschätzen kann. Dazu hilft es zu beobachten, wie es sich in anderen Gesprächen außerhalb des Internet verhält. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die möglichen Gefahren der Online-Kommunikation und spielen Sie auch mal gemeinsam, sodass auch Sie die Begeisterung dafür verstehen können. Das gemeinsame Erlebnis baut zusätzlich Vertrauen zwischen Ihnen und Ihrem Kind auf, sodass es sich an Sie wenden kann, wenn ihm etwas gruselig oder unangenehm vorkommt. Machen Sie sich außerdem über die Einstellungsmöglichkeiten des jeweiligen Spiels schlau. Wenn nicht unbedingt notwendig, lässt sich die Chatfunktion möglicherweise deaktivieren. Bei Fortnite kann beispielsweise u. a. der Voice Chat deaktiviert bzw. einzelne Spieler aus dem Team stummgeschaltet werden.

Mehr zu Risiken in Online-Games finden Sie bei den Kollegen von jugendschutz.net.