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Hoccer – der sichere Messenger

Vielleicht suchen Sie schon seit längerem nach einer Alternative zu WhatsApp & Co, weil Sie die Risiken dieser Apps vermeiden und Ihren Kindern eine sichere Kommunikationsmöglichkeit anbieten möchten? Dann könnte Hoccer etwas für Sie und Ihre Familie sein!

Kurz zusammengefasst:

  • kostenlose Instant-Messenger-App
  • hoher Datenschutz durch verschiedene Funktionen
  • entwickelt von der Hoccer Betriebs GmbH mit Sitz in Berlin
  • erhältlich seit 2009
  • Testsieger unter den Messengern im Jahr 2015 bei Stiftung Warentest
  • verfügbar für Smartphones und Tablets (Android und iOS)
  • keine Altersbeschränkung angegeben (laut iTunes App Store ab 4 Jahren, laut Google Play Store USK ab 0 Jahren)

Was ist Hoccer?

Hoccer ist ein typischer Messenger: Man kann mit anderen Nutzern, die die App ebenfalls auf ihrem Handy haben, über Textnachrichten kommunizieren. Es lassen sich Fotos, Videos, Standortdaten und Sprachnachrichten teilen.
Was Hoccer von den meisten anderen Messengern unterscheidet, ist der Datenschutz: die Angabe persönlicher Daten und die Freigabe des Adressbuchs sind für die Nutzung nicht nötig. Eine weitere Besonderheit ist die Nearby-Funktion der App. Darüber lassen sich Daten anonym, also ohne den Austausch von persönlichen Informationen, mit Leuten im Umkreis von ca. 100 Metern teilen. User können sich so an Gesprächen beteiligen, ohne mit den „In der Nähe“-Kontakten befreundet zu sein. Die Standortdaten werden sofort wieder von den Hoccer-Servern gelöscht, sobald man die Funktion nicht mehr nutzt. Außerdem lässt sich die App per PIN oder Fingerabdruck vor dem Zugriff Dritter schützen.

Was macht Hoccer so sicher?

Hoccer wirbt für hohe Datensparsamkeit und den Schutz der Privatsphäre. Anders als bei anderen Messengern kann man sich mit einem beliebigen Nutzernamen komplett anonym und ohne Angabe der E-Mail-Adresse oder einer Telefonnummer registrieren. Stattdessen wird bei der Anmeldung eine individuelle Hoccer-ID vergeben. Über einen Code oder eine SMS lassen sich Kontaktanfragen senden, die aktiv angenommen werden müssen. Nur über diesen Weg kann man sich mit einem anderen Nutzer verbinden. Hoccer greift nicht automatisch auf die eigenen Kontakte zu, sondern nur dann, wenn man es zulässt.

Nachrichten werden via Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versendet. Das bedeutet, dass allein Absender und Empfänger Zugriff auf den versendeten Inhalt haben. Wenn Sie über Hoccer eine Nachricht versenden, wird diese nach der Zustellung an den Empfänger sofort wieder von den Hoccer-Servern gelöscht.

Sollte man ängstigende oder beleidigende Nachrichten erhalten, kann man diese an Hoccer melden. Dann wird der Absender vorübergehend oder dauerhaft gesperrt.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Die Nearby-Funktion ermöglicht theoretisch eine Kontaktaufnahme durch Fremde, wodurch z. B. Cybergrooming denkbar ist.

Das letzte Update der App liegt schon länger zurück (2017). Es ist unklar, ob der Messenger noch aktiv weiterentwickelt wird. Außerdem ist der Entwicklungscode der App nicht öffentlich. Deshalb kann man nicht nachvollziehen, wie genau der Datenschutz funktioniert.

Was sagt der Anbieter?

Wegen dieser Besonderheiten nennen die Betreiber ihre App „Hoccer – der sichere Messenger“. Die Server befinden sich laut eigenen Angaben in Deutschland. Damit unterliegt die App dem deutschem Datenschutzrecht. Insgesamt bemühen sich die Betreiber durch ein umfassendes FAQ auf ihrer Website um viel Transparenz.

Was sollten Eltern beachten?

Diese Besonderheiten und die Tatsache, dass Hoccer eine deutsche App ist, macht sie zu einer denkbaren Alternative für andere Messenger.
Möchten Sie Hoccer in Ihrer Familie und mit Freunden nutzen, sollten Sie sich – gemeinsam mit Ihrem Kind – damit vertraut machen. Wenn Sie die App heruntergeladen haben, begleiten Sie Ihr Kind bei der Anmeldung. Entdecken Sie die Funktionen des Messengers zusammen, um Ihr Kind bei Unsicherheiten unterstützen zu können.

Trotz sicherer Funktionen gibt es über die Kommunikation auch mit diesem Messenger Risiken. Sprechen Sie darüber, was zu tun ist, wenn Ihr Kind z. B. unangenehme oder beleidigende Nachrichten erhält und mit Cybermobbing in Kontakt gerät. Es sollten nur Personen als Kontakte hinzugefügt werden, deren Identität klar ist.