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Internetguide für Eltern
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Tik Tok: Mit der Musik-App zum Star werden?

Die Zwillinge Lisa und Lena (16 Jahre) sind durch die Video-App Tik Tok (früher musical.ly) zu Social Media-Stars geworden. Sie haben sich mit ihren Tanz- und Singvideos ein riesiges Publikum an zumeist gleichaltrigen Fans aufgebaut, die dem Account der beiden Schwestern folgen. Der Erfolg steckt an, so dass viele junge Menschen versuchen, es den Zwillingen gleichzutun. Andere haben einfach Spaß daran, mit der App eigene Videos zu erstellen, bei denen sie sich eine Choreographie inklusive Playbackgesang zu bekannten Liedern ausdenken. Anschließend wird das Video hochgeladen, um es mit anderen zu teilen. Wenn auch Ihr Kind sich bei der App registrieren möchte, sollten Sie die folgenden Aspekte beachten.

Kurz gefasst

  • kostenloses, globales Videoportal
  • unter Teenagern beliebteste Video-App in Asien
  • entstanden im Jahr 2016 und seit August 2018 der Nachfolger von musical.ly
  • Mindestalter 13 Jahre (wird jedoch nicht überprüft)
  • Verfügbar für Smartphones und Tablets (Android und iOS)

Was ist TikTok?

Registrierte Nutzer können bei TikTok aus einem riesigen, bunten Potpourri aus bekannten Popsongs wählen. Dazu singen sie meistens Playback und filmen ihre Choreographie innerhalb der App mit dem Smartphone. Die Videos anderer Nutzer kann man anschauen, auch ohne bei der App angemeldet zu sein. Um Clips zu erstellen und mit Spezialeffekten, Filtern und Hashtags zur besseren Auffindbarkeit zu unterlegen sowie zur Interaktion mit anderen Nutzern muss man jedoch registriert sein. Aktuell können Videos bis zu fünf Minuten lang sein und sind in verschiedene Kategorien einteilbar (zum Beispiel: Beauty, Reisen, Tanzen, Singen, und Sport). Schaltet man den eigenen Account auf „öffentlich”, hat jeder Zugriff darauf und kann Videos anschauen und kommentieren. Im privaten Modus ist mehr Kontrolle über den Account möglich und man entscheidet selbst, wen man als „Follower“ zulässt oder nicht.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Laut Anbieter können sich Kinder ab 13 Jahren bei der App anmelden, das Alter wird jedoch nicht überprüft. Da die Beiträge nicht moderiert werden, können kritische Inhalte in den Kommentaren auftreten und es ist ein hohes Risiko von Cybergrooming und Cybermobbing vorhanden. Will Ihr Kind das Video-Netzwerk nutzen, sollten Sie ihm daher unbedingt empfehlen, den eigenen Account auf privat zu schalten. So ist die Kommunikation nur mit Freunden möglich und Ihr Kind behält den Überblick darüber, wer seine Videos sehen kann.

Zudem wird oft übersehen, dass Nutzer keine Rechte an den Song- oder Filmausschnitten haben. Die erstellten Videos sollten nicht außerhalb der App geteilt werden, da die Veröffentlichung gegen die Bild- und Urheberrechte verstößt. Sind andere Personen im Video zu sehen, sollte man diese auch immer um Erlaubnis fragen.

Auch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass der Anbieter Zugriff auf die persönlichen Daten hat bzw. diese auch an Dritte gelangen können.

Was sagt der Anbieter?

Tik Tok ist sich der Gefahr von verstörenden und unerwünschten Inhalten bewusst. Es gibt allerdings nur wenige Sicherheitseinstellungen. Tipps für Eltern gibt es beim “Safety Center” der Webseite. So lassen sich z.B. Userkonten, Videos, Chats oder Kommentare melden und/oder blockieren, wenn man unangemessene Kommentare oder Nachrichten erhält.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind sich bei Tik Tok anmelden möchte, fragen Sie nach, was die Motivation dafür ist. Lernen Sie die App zusammen kennen und richten Sie gemeinsam einen Account ein. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die möglichen Gefahren. Insbesondere bei dieser App ist es wichtig, auf die Privatsphäre zu achten und in den Videos nicht zu viel von sich preiszugeben. Versichern Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, sollte es Beleidigungen erhalten oder belästigt werden.