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Der Reiz der Sprachnachricht — ersetzt sie Textnachrichten und Anrufe?

Wenn Jugendliche auf der Straße ihr Handy ähnlich wie ein Butterbrot in der Hand halten oder mit Kopfhörern aufgeregt in die Luft sprechen, wundert einen das kaum noch: sie nehmen wohl gerade eine Sprachnachricht auf. Auch für Familien ist dies eine beliebte Möglichkeit, im oft vollgepackten Alltag oder über die Ferne miteinander in Kontakt zu bleiben.

Wie funktionieren Sprachnachrichten?

Bei fast jedem Messenger gibt es die Funktion, Sprachnachrichten aufzunehmen. Oft sind die Kinder zwar noch zu jung, um einen der vielen Messenger (z.B. WhatsApp, Signal, Telegram uvm.) offiziell zu nutzen. Jedoch werden viele Familienangelegenheiten mittlerweile im Chat und dort immer öfter auch per Sprachnachricht geregelt. So lassen sich nicht nur organisatorische Fragen meist schnell und unkompliziert klären, sondern auch persönliche Geburtstagsgrüße versenden. Während man innerhalb eines Chats zu zweit oder auch in einem Gruppenchat das Mikrofon rechts neben dem Textfeld gedrückt hält, spricht man in das Smartphone. Nach Loslassen des Mikrofons wird die Sprachnachricht automatisch an die ausgewählte Person geschickt. Diese kann sich die Nachricht beliebig oft anhören und auch zwischendurch pausieren. Mit der Stimme lässt sich besser ausdrücken, wie eine Nachricht gemeint ist. Klingt die Stimme vielleicht verärgert? Oder macht jemand einen Witz? Die gesprochene Stimme kann so die Emojis einer Textnachricht ersetzen und die Nachricht authentischer machen. Mit einer Sprachnachricht haben Sie auch mehr Spielraum, um Gedanken und Gefühle in kürzerer Zeit als beim Tippen auszudrücken und anderen mitzuteilen.

Warum nutzen Kinder, Jugendliche und auch Familien Sprachnachrichten so gerne?

Vorteile dieser Art der Kommunikation sind der geringe Aufwand und die Zeitersparnis, den Sprachnachrichten mit sich bringen. Sie können unterwegs, z. B. im Supermarkt mit Einkaufstasche in der Hand noch schnell im Familienchat fragen, was für das Abendessen benötigt wird. Ewiges Tippen oder die Planung von Telefonaten, für die beide Gesprächspartner gleichzeitig Zeit haben müssen, fallen weg.

Sprachnachrichten können auch helfen, mit Freunden oder Familienmitgliedern, die weiter weg wohnen, den Kontakt zu halten. Mit der eigenen Stimme lässt sich schnell und unkompliziert zeigen, dass man aneinander denkt.

Worauf sollte man achten?

Beim Aufnehmen und Anhören von Sprachnachrichten sollte darauf geachtet werden, dass sich die Menschen in der Umgebung nicht gestört fühlen. Eine Textnachricht kann lautlos gelesen und eingetippt werden – für Sprachnachrichten gilt das nicht. Deshalb sollte auch darauf geachtet werden, dass beim Abspielen einer Sprachnachricht nicht einfach jeder mithören kann. Um das Mithören zu vermeiden, spielen viele Jugendliche die Nachrichten sehr leise ab und halten sich den Lautsprecher ihres Smartphones ganz nah an ihr Ohr. Was auf den ersten Blick etwas merkwürdig aussehen kann, ist eine Möglichkeit, um Sprachnachrichten auch in der Öffentlichkeit zu nutzen.

Beim Aufnehmen von Sprachnachrichten können laute Geräusche wie Straßenlärm oder Wind einen Strich durch die Rechnung machen. Manchmal passiert es auch, dass man aus Versehen beim das Mikrofon zuhält, wodurch der andere das Aufgenommene nicht hören kann. Außerdem sollten Sie sich immer bewusst sein, dass Sprachnachrichten wie auch jede andere Kommunikation über das Smartphone eine praktische Option darstellen, jedoch nie den persönlichen Austausch ersetzen können. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihrem Kind die ständige Erreichbarkeit nicht gut tut, sollten Sie mit ihm sprechen. Vermitteln Sie ihm, dass es sich keinen Druck machen muss, sofort auf Nachrichten reagieren und antworten zu müssen.