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Unter die Lupe genommen: Der Messenger SIMSme

SIMSme ist ein kostenloser Smartphone-Messenger, der besonderen Wert auf sichere Kommunikation legt. Mit verschiedenen Sicherheitsoptionen will die Deutsche Post AG dies möglich machen.

Kurz gefasst

  • kostenlose, werbefreie Messenger-App der Deutschen Post AG
  • Anbieter wirbt mit hoher Datensicherheit und Ende-zu-Ende Verschlüsselung
  • Nutzung ohne Altersbeschränkung, laut Google Play Store ab 0 Jahren, laut iTunes App Store ab 4 Jahren geeignet (warum diese Einstufungen problematisch sein können, lesen Sie am Ende des Artikels unter „Was sollten Eltern beachten?”)
  • geeignet für Smartphones mit den Betriebssystemen Android und iOS

Was ist das?

SIMSme wird von der Deutschen Post AG angeboten und funktioniert wie ein klassischer Messenger. Es können Textnachrichten Bilder, Videos und Audioaufnahmen versendet werden. Die Möglichkeit zu telefonieren ist aktuell noch nicht gegeben, ist aber für die Zukunft vorgesehen. Die App ist gratis und enthält keine Werbung. Sie finanziert sich über die erweiterte, kostenpflichtige Version „SIMSme Business“ für Firmenkunden.

Was macht die App so sicher?

SIMSme unterscheidet sich von anderen Messengern durch verschiedene Sicherheitseinstellungen. So lässt sich die App durch ein Passwort schützen. Außerdem wird jede Nachricht Ende-zu-Ende verschlüsselt und nach 90 Tagen, in welchen sie auf den eigenen Servern des Anbieters in Deutschland liegt, gelöscht. Mit der sogenannten Selbstzerstörungsfunktion kann für Nachrichten ein Zeitraum festgelegt werden nach dem sie gelöscht wird. Kontakte können zudem nach einem persönlichen Treffen durch einen QR-Code verifiziert werden und erhalten dadurch eine „Grüne Sicherheitsstufe”. Bei einem Kontakt mit „Gelber Sicherheitsstufe” ist sichergestellt, dass das Gegenüber bestätigt hat, die Person zu kennen und es bereits einen Nachrichtenaustausch gegeben hat. Die „Rote Sicherheitsstufe” zeigt an, dass durch das Adressbuch festgestellt wurde, dass die Kontaktperson SIMSme nutzt, jedoch noch keine Kommunikation stattgefunden hat.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Trotz der hohen Sicherheitsvorkehrungen benötigt SIMSme für die Nutzung der App eine Telefonnummer. Über diese ist es auch möglich, dass Dritte Kontakt mit ihrem Kind aufnehmen (was Sie dann tun können, lesen Sie im Abschnitt “Was sollten Eltern beachten?”). Bei Installation der App wird auch danach gefragt, das Adressbuch für die Synchronisation der Kontakte freizugeben. Laut Anbieter werden jedoch keinerlei Daten gespeichert und es gibt zudem die Option, den Zugriff auf das Adressbuch zu verweigern. Auch wenn der App-Anbieter die Funktionen auf der Webseite sehr transparent erklärt, ist der Messenger nicht quelloffen, was die Aussagen des Anbieters nicht in aller Gänze überprüfbar macht.

Was sollten Eltern beachten?

Aufgrund der vielseitigen Sicherheitseinstellungen könnte SIMSme eine Alternative zu anderen Messengern sein. Entdecken Sie die App gemeinsam mit Ihrem Kind und nehmen Sie die Sicherheitseinstellungen vor. Nichtsdestotrotz sollten Sie gemeinsam mit der Familie auch darüber reden, wie man sich verhält, wenn man mit beleidigenden oder unangenehmen Nachrichten und Cybermobbing in Kontakt kommt. Wie bei den meisten Messengern lassen sich unerwünschte Kontakte blockieren. In schwerwiegenden Fällen kann es auch sinnvoll sein, problematische Inhalte direkt beim Anbieter zu melden oder sogar die zuständige Polizeibehörde zu informieren. Gerade bei Kindern ist es wichtig, darauf zu achten, dass sie nur Kontakte hinzufügen, deren Identität sie eindeutig zuordnen können. Dabei geht es nicht darum, zu kontrollieren, mit wem Ihr Kind Kontakt hat. Stattdessen geht es darum, gemeinsam darüber zu reden, warum es wichtig ist, keine unbekannten Kontakte hinzuzufügen.