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Making – kreatives digitales Gestalten mit Kindern

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von Kristin Narr.

Gestalten, basteln, tüfteln, werkeln und etwas herstellen: Wenn Kinder etwas selbst machen können, sind sie schnell zu begeistern. Genau um dieses Bedürfnis geht es beim sogenannten „Making“.

Was versteht man unter Making?

Der Begriff „Making“ kommt aus dem Englischen von to make = machen. Making bezeichnet dementsprechend das Selbermachen mit Hilfe üblicher und oft digitaler Werkzeuge. Making kann als kreatives digitales Gestalten bezeichnet werden. Ziel von Making-Aktivitäten ist es, ein eigenes (digitales) Produkt aus vielfältigen Materialien selbst zu erstellen.

Wie kann Making aussehen?

Making kann ganz unterschiedlich aussehen. Beim Making kann mit dem Smartphone, LEDs, Mikrocontrollern, Sensoren, Motoren oder 3D-Druckern gearbeitet werden. Außerdem kann bestimmte Hardware beim Ausprobieren und Tüfteln im Fokus stehen, wie dem Raspberry Pi oder einem Makey Makey. Es gibt aber auch spezielle Software, die eingesetzt und erprobt werden kann, wie z.B. Scratch. Scratch ist eine kostenlose Programmierumgebung für Kinder. Hier können sich Kinder an das Programmieren herantasten, indem sie z.B. Animationen, Spiele oder Geschichten mit kindgerecht gestalteten „Bausteinen“ programmieren.

Foto „Maker-Werkzeuge“ von Sandra Schön, CC BY 3.0, https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/legalcode

Was passiert beim Making genau?

Beim Making geht es nicht nur um das Machen an sich, vielmehr steht das Verstehen, indem man etwas selbst macht, im Fokus. Die Kinder und Jugendlichen werden dabei selbst aktiv. Sie entwickeln eigene Ideen, sie erfinden, sie suchen Lösungen, entfalten mit anderen gemeinsam ihre Kreativität – und lernen dabei.
Wir erschließen uns die Dinge unterschiedlich, verstehen und lernen auf verschiedenen Wegen. Stellen Sie sich selbst einmal die Frage: Lesen Sie lieber einen zweiseitigen Text dazu, wie ein Stromkreislauf aufgebaut ist und funktioniert, oder geht Ihnen schneller ein Licht an – nein, auf, wenn sie ihn selbst aufbauen und herausfinden, wie er funktioniert?
Wie sich ein Mensch neues Wissen aneignet, ist sehr unterschiedlich. Besonders Kinder erschließen sich Dinge oft sehr gerne, indem sie sie machen.

Was beinhaltet und fördert Making?

Kinder und Jugendliche stellen sich „Problemen“ oder Aufgaben und finden selbst und gemeinsam ihre eigene, kreative Lösung, die für sie funktioniert.
Neben der Förderung verschiedener Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien, unterstützt Making die Kreativitätsentwicklung und den Aufbau von Wissen. Hier geht es um das Wecken von Interesse im naturwissenschaftlichen und mathematischen Bereich sowie um handwerkliche Fähigkeiten und das Arbeiten und Lernen mit anderen zusammen.
Beim Making sollen Kinder und Jugendliche ihre Welt aktiv (mit)gestalten und sie damit ein bisschen besser machen. Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden deswegen auch beim Making groß geschrieben. Getüftelt wird oft auch mit günstigen und wiederverwertbaren Materialien wie Pappbechern, kleinen LEDs oder Knete.

Foto „Maker-Days“ von Sandra Schön, CC BY 3.0, https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/legalcode

Wo finde ich Making-Aktivitäten?

Making-Aktivitäten für Kinder und Jugendliche sind meistens durch Erwachsene angeleitet und finden an vielen verschiedenen Orten statt. Es gibt Projekte an Schulen oder Freizeiteinrichtungen, Medienkompetenzzentren u. v. m. Oft findet Making auch in sogenannten Makerspaces oder offenen Werkstätten statt, die offen für alle sind und in denen die geeignete Umgebungen sowie Materialien und große Geräte schon vorhanden sind. Diese Orte bieten oft auch extra Kurse für Kinder und Jugendliche an. Mitbringen muss man nur die Freude am Selbermachen, Basteln und Ausprobieren mit und von digitaler Technik.

Wo bekomme ich weitere Informationen?

Wie kann ich Making selbst machen?

Eine tolle LED-Neujahrskarte als kleines Making Projekt samt Anleitung zum Nachmachen und Individualisieren, idealerweise mit Ihren Kindern zusammen, finden Sie hier.

Zur Autorin:
Kristin Narr ist freiberufliche Medienpädagogin. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen des offenen, kreativen und partizipativen Einsatzes digitaler Medien, der digitalen Kinder- und Jugendbeteiligung sowie im Lernen in digitalen Umgebungen.