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Internetguide für Eltern
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Internetguide für Eltern

Spieleseiten im Netz – Zwischen Spaß, Spiel und Werbung

Digitale Spiele sind eine beliebte Freizeitbeschäftigung bei Kindern und Jugendlichen. Bereits viele 10- bis 12-Jährige benutzen das Internet insbesondere als Quelle für Online-Spiele. Die verschiedenen Spieleseiten im Netz, auf denen Kinder teils kostenlos, teils kostenpflichtig spielen können, stellen dabei ein zweischneidiges Schwert dar: Auf der einen Seite können räumliches Denken, Erinnerungsbildung, feinmotorische Fähigkeiten und strategische Planung erhöht und beim gemeinsamen Spiel die Teamfähigkeit gefördert werden. Andererseits bergen Multiplayer-Spiele aber auch die Gefahr von Mobbing.

Außerdem verstoßen viele Kinderspielportale gegen Richtlinien des Jugendschutzes. Häufig wird die Unerfahrenheit der Kinder ausgenutzt: Sie werden mit Werbung konfrontiert, die in das Layout der Websites eingebettet oder anderweitig getarnt ist. Auch durch Verlinkungen zu Partnerwebsites, gewalthaltige Spiele und fehlende Filterfunktionen oder Chatmoderationen kann es zu ungewollten Konfrontationen kommen.

Die Website Spielaffe.de, betrieben von der Ströer Media Brands GmbH, die sich selbst als die meistbesuchte Online-Spieleseite Deutschlands bezeichnet, schaltet zum Beispiel großflächige Werbung, die in das Layout der Website eingebunden ist. Direkt unter den Spielbeschreibungen finden sich Buttons, mit denen die Spielerfahrung mit einem Klick auf Google +, Facebook, Twitter, LinkedIn oder Pinterest geteilt werden kann. Spielaffe arbeitet mit über 110 Werbedienstleistern entweder selbst zusammen, oder hat Kunden, die mit diesen Firmen zusammenarbeiten. Laut eigener Aussage finanziert sich die Website „ausschließlich über Werbeeinnahmen“. Auch kostenpflichtige Downloadangebote finden sich auf der Plattform.

Der Chat mit anderen Nutzern ist erst nach vorheriger Registrierung möglich, die einerseits durch Abfrage einer E-Mail-Adresse und eines Spitznamens möglich ist, andererseits aber auch durch die Verknüpfung mit einem Facebook-Konto. Auch hier lauern datenschutzrechtliche Gefahren.

Auf der Website Spielzwerg findet sich zwar auf den ersten Blick keine Werbung, allerdings ebenso wenig ein Impressum oder Informationen für Eltern. Einzig ein Verweis auf den Betreiber führt zu der Famobi GmbH, die selbst angibt, den Dienst GoogleAds zu benutzen, d. h. auch hier werden Daten gesammelt.

Die dritte beliebte Website Spielkarussel wird von der niederländischen Jaludo Holding BV betrieben. Auch hier ist die Werbung großflächig ins Layout eingebettet. Die Registrierung kann durch eine Verknüpfung mit einem Facebook-Konto erfolgen. Alternativ müssen außer dem Namen auch das Geschlecht und das Geburtsdatum angegeben werden.

Keine der drei Websites klärt vor einer Registrierung das Einverständnis der Eltern ab.
Viele der angebotenen Spiele arbeiten auch mit Geschlechtsstereotypen – besitzen häufig auch eine Kategorie „Mädchenspiele“, die sich meistens mit Haushalt- oder Beauty-Themen auseinandersetzt. Keine der drei Websites wird bei einer Suche mit der Kindersuchmaschine fragFINN.de direkt angezeigt. Mit der Suchmaschine fragFINN lassen sich sonst für Kinder unbedenkliche Websites finden.

Trotz aller Risiken werden die genannten Seiten von Kindern und Jugendlichen gerne genutzt – wohl nicht zuletzt wegen der großen Auswahl an Spielen. Die fragwürdigen Werbe- und Datenpraktiken sind für Kinder nicht offensichtlich und werden daher wohl nicht wahrgenommen.

Als Eltern sollten Sie dennoch versuchen, die Faszination Ihrer Kinder an diesen Seiten zu verstehen und Interesse zeigen, ohne die Gefahren zu ignorieren. Vereinbaren Sie Regeln für die Nutzung, installieren sie Werbeblocker und informieren Sie sich über die Angebote und das Urteil von Pädagoginnen und Pädagogen. Online-Angebote wie die Initiative Gutes Aufwachsen mit Medien  oder die Seitenstark-Community bieten hier Hilfe. Pädagogisch wertvolle Angebote finden Sie u.a. über fragFINN und die Blinde Kuh.