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Internetguide für Eltern
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Internetguide für Eltern

Eltern als Vorbilder für die Mediennutzung

Kennen Sie das: Sie sitzen mit Ihren Kindern beim gemeinsamen Abendessen und unterhalten sich, als plötzlich Ihr Handy klingelt. Wie verhalten Sie sich? Lassen Sie sich bei der Familienzeit stören?
Solche Situationen gibt es wahrscheinlich in jeder Familie. Eigentlich wurde vereinbart, dass das Smartphone beim Essen keinen Platz hat. Aber wenn es bei Mama klingelt, meint sie vielleicht, dass es wichtig ist und geht trotzdem dran. Dabei sollten die Regeln doch für alle gelten!

Durch Beobachtung lernen

Seien Sie sich bewusst, dass Eltern und andere Erwachsene für Kinder eine wichtige Orientierungsfunktion haben. Kinder lernen von Ihnen, wie die Welt funktioniert und wie man sich in bestimmten Situationen verhält. Ihr Verhalten hat deshalb einen großen Einfluss darauf, wie Ihr Kind selbst Medien nutzt. Indem Sie aktiv vorleben, wie ein verantwortungsbewusster Umgang mit Medien aussehen kann, unterstützen Sie Ihr Kind dabei, zu lernen, selbstständig, sinnvoll und bewusst mit Smartphone und Co. umzugehen.
Wenn Jugendliche älter werden, orientieren sie sich in ihrer Mediennutzung auch immer mehr an Gleichaltrigen und Ihr Einfluss als Eltern nimmt ab.

Ein gutes Vorbild sein und gemeinsame Regeln aufstellen

Vielleicht kommt es auch in Ihrer Familie manchmal wegen der Mediennutzung zum Streit, z. B. wenn Ihr Kind aus Langeweile zum Smartphone greift. Sie fänden es besser, wenn es stattdessen ein Buch lesen oder mit Freunden spielen würde. Überlegen Sie doch einmal, wie Sie selbst Ihre freie Zeit nutzen. Schauen Sie Serien in der Mediathek oder daddeln manchmal einfach nur mit dem Handy? Dabei geht es nicht nur darum, welche Medien Sie nutzen, sondern auch welche Inhalte, in welchen Situationen und wie oft.

Um herauszufinden, wie viel Zeit jedes Familienmitglied mit verschiedenen Medien verbringt, ist die Erstellung eines Wochenplans hilfreich: Jeder schreibt auf, wann und wie lange er welches Gerät benutzt und ob es zur Unterhaltung dient, zur Ablenkung, zur Information oder zum Lernen. Das ist vielleicht auch für Sie interessant, um zu sehen, welche Art der Mediennutzung Sie Ihrem Kind gerade vorleben. Überlegen Sie gemeinsam, wie viel Medienzeit anderen Freizeitbeschäftigungen gegenübersteht und ob das Verhältnis für Sie in Ordnung ist. Es bietet sich an, bewusst bildschirmfreie Zeiten und Aktivitäten in den Familienalltag einzubauen, um die Medieninhalte verarbeiten zu können und dem Körper Bewegung zu gönnen. Gerade jüngere Kinder sollten mit Medien nicht allein gelassen werden. Sprechen Sie über das, was sie gesehen haben.

Vereinbaren Sie mit Ihrer Familie Regeln zur Medienzeit und handyfreien Zeiten. Dazu können Sie z. B. gemeinsam einen Mediennutzungsvertrag erstellen. Oder nutzen Sie eine App, mit der Sie die Bildschirmzeit im Blick behalten können.

Bleiben Sie immer im Austausch miteinander – auch wenn es um Medien geht. Durch Ihr Interesse am Medienkonsum Ihres Kindes wird Vertrauen aufgebaut, sodass Ihr Kind Sie auch dann ernstnimmt, wenn Sie Bedenken an bestimmten Apps oder Plattformen äußern oder es zu Ihnen kommt, wenn es unangenehmen Dingen bei der Mediennutzung begegnet. Reflektieren Sie Ihr eigenes Verhalten in den sozialen Netzwerken und halten sich an die Ratschläge, die Sie auch Ihrem Kind mitgeben, wie z. B. keine Fotos zu posten ohne die Einwilligung der darauf zu sehenden Personen.

Im Alltag geht es oft stressig zu und es ist manchmal schwierig, Abmachungen einzuhalten. Man ist dem Druck ausgesetzt, ständig erreichbar zu sein. Sprechen Sie auch darüber offen mit Ihrem Kind. Seien Sie ehrlich sich selbst gegenüber und zeigen Sie Verständnis gegenüber Ihrem Kind. Hilfreich kann auch schon sein, gemeinsam zu schauen, welche Abmachungen gut laufen und welche weniger gut!