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25.06.2019

Was ist heute eigentlich noch privat?

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© photothek.net

Die Digitalisierung hat unser Verhältnis zur Privatsphäre verändert. Was früher als Andenken in persönlichen Fotoalben verwahrt wurde, wird heute in sozialen Netzwerken der Öffentlichkeit präsentiert. Ob Bikini-Selfie, eine Instagram-Story der letzten Geburtstagsparty oder der aktuelle Standort – soziale Netzwerke fördern die bereitwillige Preisgabe privater oder sogar intimer Momente. Ihr Kind wächst in einer digitalen Gesellschaft auf. Jungen Menschen fällt es besonders schwer einzuschätzen, was sorglos mit der Netz-Community geteilt werden kann oder was besser in der privaten Fotogalerie auf dem eigenen Smartphone bleibt.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Privatsphäre im Netz

Viele Momente im Leben werden per Smartphone-Kamera festgehalten. Nicht nur Kinder und Jugendliche können das Gefühl dafür verlieren, welche Fotos man posten sollte und welche eher ins private Fotoalbum gehören. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass die Fotos, die es postet, andere Menschen, Freunde oder sogar alle User des Netzwerks, sehen, speichern oder weiterverbreiten können. Das Posten eines Bildes sollte immer gut überlegt sein. Möglicherweise bereut man in wenigen Wochen schon, dass private Ereignisse im Internet geteilt wurden. Sprechen Sie mit ihrem Kind darüber, ob es das Foto oder Video auch vor der gesamten Schulklasse präsentieren würde und verdeutlichen Sie so, wie real ein vermeintlich unsichtbares Publikum sein kann.

Wie Sie die Privatsphäre Ihres Kindes schützen können

Auf die eigenen Kinder ist man stolz und dieses Gefühl möchte man mit Freunden und Bekannten teilen. Das kann dazu verleiten, den eigenen Instagram-Kanal mit Fotos und Videos der Kinder als Baby, Bildern von der Einschulung, aus dem Urlaub oder von der Teilnahme an einem Sportturnier zu füttern. Doch auch Ihr Kind hat ein Recht auf Privatsphäre. Möglicherweise wird es später unter dem Post leiden, weil andere es mit den alten Fotos aufziehen. Spätestens ab dem Grundschulalter sollten Sie Ihr Kind nach und nach in die Entscheidung, ob ein Bild von ihm oder ihr ins Netz gestellt werden soll, aktiv mit einbeziehen. Vorher sollten Sie die Privatsphäre Ihres Kindes respektieren und von dem Posten absehen oder Ihr Kind auf den Bildern zumindest unkenntlich machen. Denken Sie auch daran, dass Sie ein Vorbild für die Mediennutzung Ihres Kindes sind!

Persönliche Daten als Schlüssel zur Privatsphäre

Vor allem die persönlichen Daten – wie z. B. Name, Geburtsdatum und Fotos – von Kindern und Jugendlichen sollten besonders geschützt werden. Bei vielen Apps gibt es ein Mindestalter für die Anmeldung. Wenn Ihr Kind noch jünger ist, sollten Sie gemeinsam genau überlegen, ob Ihr Kind schon verantwortungsbewusst damit umgehen kann. Stellen Sie sich auch folgende Fragen: Welche personenbezogenen Daten werden bei der Anmeldung abgefragt und werden diese wirklich vom Anbieter gebraucht? Wenn Sie sich dafür entscheiden, legen Sie gemeinsam einen Account an und nutzen dafür Ihre eigene E-Mail Adresse und Ihr Geburtsdatum. Generell gilt, geben Sie so wenig persönliche Daten wie möglich preis!

Privatsphäre-Einstellungen anpassen

Nach der Installation der meisten Apps ist oft eine Standardeinstellung für die Privatsphäre eingerichtet – egal ob bei WhatsApp, Facebook oder Instagram. Das bedeutet oft maximale Öffentlichkeit. Gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Einstellungen zur Privatsphäre durch. Mit wenigen Klicks können Sie zum Beispiel einstellen, dass Inhalte nur mit Freunden geteilt werden, das Profilbild bei Messengern nur Kontakte sehen können oder die App nicht auf den Standort zugreifen darf.

Respektieren Sie die Privatsphäre Ihres Kindes

Privatsphäre im Netz ist ein wichtiges Thema und vor allem Kinder können mögliche Folgen beim Posten von privaten Bildern im Netz noch nicht absehen. Um Ihr Kind vor möglichen Gefahren zu schützen, ist es wichtig, dass Sie mit ihm darüber sprechen, was personenbezogene Daten sind und was schützenswerte Inhalte sein können. Gleichzeitig müssen Sie auch selbst die Privatsphäre Ihres Kindes respektieren – das gilt für das Tagebuch ebenso wie für die Nutzung sozialer Netzwerken. Es ist ein schmaler Grad zwischen Schutz des Kindes und Einhaltung des Rechts auf Selbstbestimmung. Spätestens mit dem Eintritt in die Pubertät möchte Ihr Kind vielleicht nicht mehr, dass Sie ihm auf Snapchat folgen und Sie bekommen nicht mit, was es dort postet. Akzeptieren Sie dies, bleiben Sie aber mit ihm im Gespräch und weisen auf die Wichtigkeit hin, seine Privatsphäre auch im Netz zu schützen.

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