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29.10.2019

Medien als Babysitter

0-2 Jahre
3-5 Jahre
6-10 Jahre
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© photothek.net

Samstag 7 Uhr morgens: Die Kinder sind schon munter, während Sie gerne noch ein bisschen schlafen würden? Da kann doch das Tablet kurz einspringen und die Kinder beschäftigen, oder?

Kinder bei der Mediennutzung begleiten

Es ist zunächst einmal sehr praktisch, im Alltag ein paar kostbare Minuten zu gewinnen, indem die Kinder sich eine Weile z. B mit dem Tablet oder dem Handy beschäftigen. Sie freuen sich darüber und ihre Aufmerksamkeit gilt ganz den flimmernden Bildschirmen und spannenden Hörgeschichten. Im Ausnahmefall ist das sicher kein Problem, aber es kann schwierig werden, wenn es zur Gewohnheit wird.

Denn: Kinder sollten von Ihnen als Eltern bei ihrer Mediennutzung begleitet werden. Wie das aussieht, hängt vom Alter und Ihrem Kind selbst ab. Kleinkinder sollten nicht allein gelassen werden, wenn sie sich etwas auf dem Tablet und im Fernsehen anschauen. So können Sie mitbekommen, was es sich ansieht und wie es damit klarkommt. Außerdem kann Ihr Kind seine Medienerlebnisse mit Ihnen teilen und nachfragen, wenn es etwas nicht versteht. Das ist wichtig, damit es die Inhalte verarbeiten kann. Es wird empfohlen, die Zeit mit Medien bei kleinen Kindern gering zu halten. Wählen Sie die Inhalte außerdem immer dem Alter entsprechend aus.

Ältere Kinder haben schon mehr Medienerfahrung und Sie können bereits einschätzen, wie Ihr Kind mit bestimmten Inhalten umgeht. Achten Sie aber auch hier auf altersgerechte Angebote und seien Sie in der Nähe, wenn es Medien nutzt. Wenn Sie bei der Mediennutzung nicht dabei sind, sorgen Sie gegebenenfalls durch Einstellungen am Gerät und in der App dafür, dass  Ihr Kind nicht auf Inhalte zugreifen kann, die es überfordern oder sogar ängstigen kann.

Am besten ist es, wenn Medien gemeinsam in der Familie genutzt werden, wie beispielsweise bei einem Filmabend. So integrieren Sie die Medien in den Familienalltag, schaffen Familienrituale und zweckentfremden sie nicht als Aufpasser. Denn aufpassen können nur Sie!

Medien als Babysitter – nur im Ausnahmefall

Grundsätzlich sollten Sie anerkennen, dass Medien keine Babysitter sind. Sehen Sie vor allem bei Kleinkindern davon ab, Ihr Kind alleine vor dem Bildschirm zu parken. Bei älteren Kindern lässt sich möglicherweise ein Kompromiss finden. Wenn Sie feststellen, dass Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt, z. B. wenn Sie mit den Kindern von der Schule nach Hause kommen, eine halbe Stunde Zeit benötigen, um das Essen zuzubereiten, ist es in Ordnung und mit den richtigen Inhalten auch unbedenklich, wenn Ihr Kind in dieser Zeit Medien nutzt. Behalten Sie aber immer im Blick, dass Ihr Kind nur so viel Zeit mit Medien verbringt, wie ihm gut tut. Sorgen Sie für einen Ausgleich mit sportlichen oder kreativen Aktivitäten und bieten Sie statt einer Folge der Lieblingsserie auch mal ein Buch an. Vielleicht kann es Ihr Kind ja auch für einige Zeit beschäftigen, während Sie den Alltag bewältigen!

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