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03.12.2019

Zu alt für Kinderseiten – zu jung für Erwachsenenangebote

11-13 Jahre
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Copyright: Ute Grabowsky/photothek.net

Zu alt für Die Sendung mit der Maus, aber noch zu jung für Galileo? Es gibt eine Zeit, in der Ihr Kind nicht richtig weiß, wo sein Platz ist. Es steckt irgendwo zwischen Kindheit und Jugend. Das betrifft viele der ungefähr 11- bis 13-Jährigen. Sie befinden sich in einer Übergangsphase, die sich auch in ihrer Mediennutzung widerspiegelt.

Während es ein maßgeschneidertes Angebot für Kinder gibt, das aus altersgerechten Büchern, Hör- und Fernsehsendungen besteht, werden die älteren Kinder, die sich dafür nicht mehr interessieren, direkt in die Erwachsenenwelt der Medien geschickt. Der Sprung ist ziemlich groß und das Angebot kann Ihr Kind teilweise noch überfordern.

Eine wichtige Entwicklungsphase für Ihr Kind

Zu Beginn der Pubertät befindet sich Ihr Kind an der Schwelle zum Jugendlichen. In einigen Dingen verhält es sich noch kindlich, in anderen möchte es sich bereits von Ihnen abgrenzen. Es orientiert sich immer mehr an Älteren und an Personen, Trends und Ideen außerhalb der Familie. Das führt dazu, dass es sich immer weniger für Kindermedien interessiert.

In dieser Phase bekommen die meisten Kinder außerdem ein Smartphone, so dass sie Medien zunehmend eigenständig und selbstbestimmt nutzen können. Sie beginnen ohne die Begleitung und Aufsicht der Eltern mit den Mitteln der Medien, eine eigene Welt aufzubauen. Jedoch kann Ihr Kind noch nicht besonders gut abschätzen, was es bedeutet, gewisse Daten ins Netz zu stellen und welche Risiken es im Netz erwartet. Daher ist Ihre Tochter oder Ihr Sohn auf den ständigen Austausch mit Ihnen angewiesen.

Worauf Sie als Eltern achten sollten

Ob Ihr Kind noch Kindersendungen schauen möchte, oder ob er oder sie eher zu den Frühreifen gehört und schon mit elf Jahren durch das Erwachsenenprogramm zappt – Sie sollten es in seinem Entwicklungsstand unterstützen und ihm die Zeit lassen, die es braucht.

Nach und nach sollten Sie die Kontrolle abgeben und Ihr Kind dabei unterstützen, Medien eigenständig, sicher und verantwortungsvoll nutzen zu können. Ihr Kind hat zwar schon einige Erfahrungen gesammelt, geht aber an viele Dinge noch unbedarft heran, so dass es über das Netz leicht mit jugendgefährdenden Inhalten in Kontakt kommen kann. Seine Neugier und der Wunsch, sich zunehmend von Erwachsenen abzugrenzen, lässt ihn oder sie außerdem nach provokanten Inhalten suchen. Trotzdem haben Sie als Eltern in der Übergangsphase noch eine wichtige Orientierungsfunktion. Suchen Sie immer wieder das Gespräch mit Ihrem Kind und fragen Sie nach seine Medienerlebnissen.

Angebote für die Übergangsphase

Nach für diese Altersgruppe passenden Angeboten muss man ein wenig suchen und nicht jedes Kind wird daran interessiert sein. Auf klassischen Medien wie Büchern oder Hörspielen helfen Altersangaben. Bei Computerspielen und Filmen gibt es oft nur die Jugendschutzangaben der Freiwilligen Selbstkontrollen, die Ihnen “nur” sagen, ob die Inhalte ab einem gewissen Alter unproblematisch für die Entwicklung sind.

Medienangebote, die für Kinder in der Übergangsphase zugeschnitten sind, gibt es beim genauen Hinsehen sowohl im Fernsehen als auch im Netz. Hier ein paar Empfehlungen:

  • Flimmo, die Programmberatung für Eltern, ordnet Sendungen altersgemäß ein und zeigt passende Sendungen für die 11- bis 13-Jährigen.
  • Die öffentlich-rechtlichen Sender haben mit funk ein Online-Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene geschaffen. Die Sendungen finden sich auch auf den bei Jugendlichen beliebten Plattformen wie YouTube und Instagram.
  • Handysektor befasst sich mit den Medienthemen Jugendlicher und spricht sie direkt an. Auf der Website, dem Instagram-Kanal usw. gibt es jugendgerechte Clips und Artikel.
  • Der Spieleratgeber NRW hat jede Menge Computerspiele und Spiele-Apps unter die Lupe genommen und pädagogisch bewertet. Hier können Sie nach geeigneten Angeboten für Ihr Kind suchen.

Sie sollten Ihrem Kind auch zugestehen, Angebote, die nicht speziell für Kinder gedacht sind, zu nutzen. Informieren Sie sich vorab über Sendungen und Inhalte. Wenn Sie gemeinsam mit der Familie einen Film anschauen oder ein Spiel spielen, hat Ihr Kind die Möglichkeit, nachzufragen und Sie erkennen, wie es mit bestimmten Inhalten klarkommt.

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