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21.01.2020

Kommunikation über Medien – was Jugendlichen wichtig ist

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3 Minuten Lesezeit
11-17 Jahre
Kommunikation
Apps
Social Media
Artikel
Copyright: Ute Grabowsky/photothek.net

Die verschiedensten Formen der Kommunikation gehören zum alltäglichen Leben: mit dem Gegenüber sprechen, miteinander telefonieren, schreiben oder sich ansehen und anlächeln  Auch für Jugendliche ist der Austausch untereinander wichtig, um sich mitzuteilen. Mit Gleichaltrigen werden Erfahrungen und Erlebnisse geteilt und verarbeitet. Man spricht über Situationen aus dem Alltag, wie eine schlechte Schulnote, Stress im Elternhaus oder den gemeinsamen Schwarm. Das trägt dazu bei, Konflikte ohne elterliche Unterstützung lösen zu können, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch zu vertreten. Eine neue Form der Eigenständigkeit wird auch in digitalen Medien gelebt. Vor allem mobile Medien spielen bei der Kommunikation eine große Rolle. Freundschaften werden gepflegt, indem man ständig Nachrichten miteinander austauscht. Auch wenn weniger telefoniert wird als früher, ist die Kommunikation nicht auf Textnachrichten beschränkt Sprachnachrichten, Emojis, Bilder und Videos sind ein wichtiger Teil davon.

Kommunikation über Messenger

Am beliebtesten bei der Kommunikation sind Messenger-Apps auf dem Smartphone. Am häufigsten wird WhatsApp genutzt, aber auch Alternativen wie den Facebook Messenger, Telegram, Signal oder Threema haben viele installiert.

Die Kommunikation über Smartphones ist für Jugendliche selbstverständlich und nimmt einen großen Teil ihres Alltags ein. Das Smartphone ist immer griffbereit und stellt eine Art sozialen Treffpunkt dar. Sowohl im Zweierchat als auch in Gruppenchats werden Meinungen, Bilder und Videos ausgetauscht, Konflikte ausgetragen und Späße gemacht.

Über Messenger wird scheinbar privat kommuniziert; einzelne Nutzer können blockiert werden. Oft sind die Gruppen allerdings so groß, dass von Privatsphäre keine Rede mehr sein kann. Je anonymer die Gruppenchats werden, desto größer ist die Gefahr, dass diese missbraucht werden, um Falschmeldungen zu streuen und Meinungen zu manipulieren. Eine weitere Gefahr: Fotos können unbemerkt auf fremden Geräten abgespeichert und versendet werden. So praktisch Messenger sind, bergen sie auch Risiken – vor allem weil Jugendliche täglich sehr viele Nachrichten verschicken. Es kann zu Stress führen, wenn Ihr Kind das Gefühl hat, sofort auf Nachrichten reagieren zu müssen oder etwas zu verpassen, wenn es nicht aufs Handy schaut. Die Kommunikation über Messenger und z. B. Mitglied eines Klassenchats zu sein, schafft bei Jugendlichen ein Gefühl der Zugehörigkeit.

Jugendliche handeln aber nicht immer sozial, wenn sie in Messenger-Gruppen miteinander kommunizieren. Da man die Reaktion seines Gegenübers nicht direkt sieht und teilweise nach Anerkennung gesucht wird, sind Beleidigungen keine Seltenheit. Das kann unter Umständen zu Cybermobbing führen.

Kommunikation über Instagram & Co.

Auch über Social-Media-Apps wie Instagram, Snapchat oder TikTok wird kommuniziert. Häufig beschränkt sich diese Art des Austauschs auf Bilder und Videos und das Liken oder Kommentieren. Diese Kommunikation ist aber besonders wichtig, wenn es um Anerkennung geht. Selfies werden verschickt und man erwartet von seinen Followern, die meistens Freunde und Bekannte sind, eine positive Reaktion darauf.

Auch unter Gamern ist es üblich, dass man sich beim Zocken untereinander austauscht – etwa über Kanäle wie Discord und Teamspeak.

Gerade bei der Kommunikation über Plattformen besteht das Risiko, dass auch Fremde Jugendliche anschreiben, um näheren Kontakt zu ihnen zu bekommen. Das kann harmlos sein, aber es können auch kriminelle, z. B. sexuelle Absichten, dahinterstecken.

Worauf Sie als Eltern achten sollten

Bei der Kommunikation über das Internet bestehen unterschiedliche Risiken. Deshalb sollten Sie Ihr Kind fragen, welche Kanäle es nutzt und mit wem es chattet. Achten Sie dennoch auf die Privatsphäre Ihres Kindes und lassen Sie ihm den Freiraum, den es braucht. Vereinbaren Sie Sicherheitsregeln, z. B. welche Bilder und Videos verschickt werden dürfen. Sprechen Sie über die Gefahren, die bestehen und seien Sie bei Unsicherheiten und Problemen ansprechbar.

Wenn Sie sich über die Sicherheit der Daten Ihres Kindes Gedanken machen, vergleichen Sie einfach mal die Bedingungen einzelner Messenger. Was passiert dort mit den Daten? Ist die Kommunikation verschlüsselt? Welche Messenger gelten als sicher? In den Nutzungsbedingungen vieler dieser Apps ist ein Alter von 13 oder sogar 16 Jahren Voraussetzung für die Anmeldung. Wenn Ihr Kind jünger ist, müssen Sie der Nutzung zustimmen. Vielleicht besprechen Sie sich mit anderen Eltern und überlegen, ob Sie gemeinsam eine datenschutzfreundliche Alternative zu WhatsApp installieren können.

Mit jüngeren Kindern können Sie gemeinsam die Einstellungen des Messengers durchgehen. Das Deaktivieren der Lesebestätigung zum Beispiel entlastet, so dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter nicht das Gefühl haben muss, gleich auf eine Nachrichten reagieren zu müssen. Achten Sie darauf, mit wem Ihr Kind chatten kann und zeigen Sie ihm die Funktion, Kontakte zu blockieren.

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