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07.02.2020

Facebook Messenger

6-10 Jahre
11-13 Jahre
14-17 Jahre
Kommunikation
Apps
Social Media
Toolbeschreibung
☕️
3 Minuten Lesezeit
Foto: flickr.com/Christoph Scholz

Mit der App Facebook Messenger, die mit dem eigenen Facebook-Konto verbunden ist, lassen sich Nachrichten, Bilder, Videos und Sprachnachrichten versenden.

Kurz gefasst:

  • kostenfreie Messenger-App
  • Nutzung über den persönlichen Facebook-Account (keine Handynummer erforderlich)
  • Altersfreigabe laut AGB ab 16 Jahren (ab 13 Jahren mit Genehmigung der Eltern)
  • Risiken: Weitergabe personenbezogener Daten, Gefahr von Cybermobbing und anderen Kommunikationsrisiken

Was kann der Facebook Messenger?

Wer ein Facebook-Profil hat, kann damit auch den Messenger verwenden. Das Versenden von Nachrichten, Sprachmitteilungen sowie Fotos und Videos sind in Einzel- und Gruppenchats möglich. Außerdem kann man über den Messenger Online-Games mit Freunden spielen oder eine Story teilen. So werden Facebook-Funktionen mit einem Chat kombiniert.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Obwohl die Altersbeschränkung wegen der EU-Datenschutzverordnung auf 16 Jahre festgelegt wurde, verwenden auch jüngere Menschen den Facebook-Messenger. Er ist besonders praktisch, da viele Menschen einen Facebook-Account haben und deshalb auch den Messenger nutzen. So kann man mit Leuten kommunizieren, ohne dabei die eigene Handynummer herausgeben zu müssen. Nicht immer kennen Klassenkameradinnen oder Freunde aus dem Sportverein die Nummer. Der Kontakt mit neuen oder nicht so engen Bekanntschaften kann dann über Facebook einfach hergestellt werden.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Theoretisch kann jede Person mit einem Facebook-Profil von allen anderen Facebook-Nutzerinnen und -Nutzern angeschrieben werden – allein über den (Facebook-)Namen der Person. In den Privatsphäre-Einstellungen kann man die Sichtbarkeit des eigenen Profils und die selbst geteilten Inhalte jedoch einschränken. Trotzdem besteht die Gefahr, von fremden Menschen angeschrieben und eventuell belästigt zu werden.

Spiele-Anfragen sprechen besonders Jüngere an, können aber auch als nervig empfunden werden und  problematisch sein. Oft handelt es sich außerdem um externe Angebote, für die Facebook nicht die Verantwortung hat. Mehr zu Spieleseiten und ihre Risiken können Sie hier nachlesen.

Der Facebook Messenger verlangt viele Zugriffsberechtigungen auf das eigene Handy, z. B. auf Kontakte, andere Apps, das Mikrofon oder die Kamera. Facebook steht in der Kritik, besonders viele Daten der Nutzer und Nutzerinnen abzugreifen und an Firmen weiterzugeben, die sie für Werbung nutzen. Dies gilt auch für WhatsApp und Instagram, die ebenfalls zu Facebook gehören. Mittlerweile gibt es einige alternative Messenger, die weniger Daten sammeln und als sicherer gelten, z. B. Threema, Signal und Hoccer.

Was meint der Anbieter?

Facebook hat einige Voreinstellungen vorgenommen: Anfragen von befreundeten Menschen landen im Posteingang, während die Nachrichten fremder Personen zunächst unter “Nachrichtenanfragen” abgelegt werden. Diese Nachrichten können angenommen oder abgelehnt werden. Außerdem filtert Facebook Nachrichten, die Spam sein könnten, heraus. Unter “Gefilterte Nachrichten” kann man diese finden. Die Gefahr von Cybergrooming ist dadurch jedoch nicht ausgeschlossen.

Facebook hat einen großen Hilfebereich mit Sonderseiten für Eltern, Jugendliche und Pädagogen eingerichtet. Dort finden Sie u. a. weitere Informationen und Unterstützung im Umgang mit unerwünschten Nachrichten.

Was sollten Eltern beachten?

Für jüngere Kinder unter 13 Jahren ist der Facebook Messenger aus Datenschutzgründen nicht geeignet, auch wenn er im App Store und Google Play Store mit der Altersstufe 12 gekennzeichnet ist. Ist Ihr Kind zwischen 13 und 16 Jahre alt, kann es den Messenger nutzen, wenn Sie als Elternteil zugestimmt haben.

Denken Sie daran, dass für Ihr Kind soziale Kontakte mit der Pubertät immer wichtiger werden und digitale Kommunikation genauso dazugehört wie die Gespräche auf dem Pausenhof oder Schulweg. Sie sollten gemeinsam entscheiden, ab wann es die App nutzen kann. Sprechen Sie über Risiken wie Cybergrooming und Cybermobbing und unterstützen Sie Ihr Kind im Umgang mit sozialen Netzwerken. Klären Sie Ihr Kind darüber auf, was es tun kann, wenn es sich im Chat unwohl oder belästigt fühlt und seien Sie immer ansprechbar. Niemals sollte Ihr Kind einer fremden Person Bilder schicken oder persönliche Daten mitteilen. Sollte ihrem Kind etwas Unangenehmes begegnen oder passieren, zeigen Sie Verständnis und schauen Sie gemeinsam, was Sie dagegen unternehmen können. Nutzen Sie außerdem die Privatsphäre-Einstellungen von Facebook.

Grundsätzlich sollten Sie Ihrem Kind bewusst machen: Auf den Servern von Facebook wird alles gespeichert, was es versendet. Menschen, die bei Facebook arbeiten, haben Zugriff auf die Nachrichten, etwa um gemeldete Nachrichten überprüfen. Dadurch sind die Nachrichten nie vollkommen privat. Sie können auch verschlüsselte Nachrichten auf Facebook austauschen: Hier erfahren Sie wie Sie eine geheime Konversation starten können. Die Geheimnachrichten können dann auch Personen nicht sehen, die an die Zugangsdaten Ihres Facebook-Kontos gelangt sind.

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