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Netflix: Ein gutes Familienangebot?

Netflix gehört zu einem der beliebtesten Streamingportale in deutschen Familien. Was genau hinter dem Angebot steckt und was es Wichtiges zu wissen gibt, wenn Ihr Kind Filme oder Serien bei Netflix ansehen möchte, erfahren Sie hier.

Kurz gefasst

  • große Videoplattform eines US-amerikanischen Unternehmens (Netflix, Inc.)
  • in Deutschland verfügbar seit Dezember 2014
  • kostet zwischen 7,99 € und 15,99 € im Monat (jeweils für mehrere Profile verfügbar)
  • Jugendschutzoptionen verfügbar

Was ist Netflix?

Netflix ist ein Videostreaming-Dienst, bei dem man mit einem eigenen Benutzeraccount uneingeschränkten Zugriff auf eine riesige Auswahl von Filmen und Serien hat. Netflix hat die Nutzungsrechte dafür und produziert teilweise sogar selbst Filme und Serien. Wer sich diese ansehen möchte, muss monatlich zwischen 7,99 € und 15,99 € zahlen. Wer mehr bezahlt, kann die Filme und Videos auf verschiedenen Geräten mit dem gleichen Account ansehen. Wenn man angemeldet ist, erhält man Vorschläge für Serien und Filme, die den eigenen Geschmack treffen sollen. Der dafür zuständige Algorithmus errechnet das aus dem Sehverhalten der einzelnen Nutzerinnen und Nutzer.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Netflix bietet Inhalte für jedes Alter. Für die Filme und Serien übernimmt der Streaming-Dienst die vorhandene FSK-Freigabe. Gibt es für Filme oder Serienfolgen keine FSK-Bewertung, werden die Altersbewertungen selbst vorgenommen,  dabei muss sich Netflix an deutsches Recht halten.
Aufgrund des großen Angebots  gibt es auch unzählige Inhalte für ältere Jugendliche (ab 16 Jahren) und Erwachsene (ab 18 Jahren), die für Kinder und Jugendliche verängstigend und problematisch sein können. Kindersicherungen lassen sich mittels Eingabe eines PINs  für ausgewählte Alterseinstufungen oder bestimmte Film-/Serientitel einrichten. Zusätzlich können Profile mit einer PIN geschützt und spezielle Kinderprofile eingerichtet werden.
Anders als beim analogen, linearen Fernsehen kann man theoretisch unbegrenzt  immer weiterschauen. Der Reiz, sehr viel Zeit auf  Netflix zu verbringen, ist daher hoch. Bei Serien wird automatisch eine Folge nach der nächsten gezeigt. Hier ist Eigenverantwortung gefragt, die eigene Sehzeit zu begrenzen. Was manchem Erwachsenen schon schwer fällt, ist für Kinder und auch Jugendliche noch schwieriger zu kontrollieren. Deshalb kann in Kinderprofilen das automatische Abspielen von Folgen ausgeschaltet werden.

Was meint der Anbieter?

Netflix zeigt die jeweilige Altersfreigabe für Filme/Serien an verschiedenen Stellen an, auf der Überblicksseite zum Film, bei den Detailinformationen oder als Einblendung zu Beginn beim Abspielen. Netflix hat erst vor kurzem seine Einstellungsmöglichkeiten zum Kinder- und Jugendschutz überarbeitet. Beispielsweise können einzelne Serien oder Filme für bestimmte Profile gesperrt werden. Diese tauchen dann auch nicht in der Suche oder in der Vorschlagsliste auf. Zusätzlich können einzelne Profile – die beispielsweise für Erwachsene oder ältere Kinder gedacht sind – mit einer PIN versehen werden, so dass jüngere Kinder keinen Zugriff haben. Auch ist das Anlegen von Kinderprofilen möglich.  Sie als Eltern haben damit die Möglichkeit, dem Alter ihres Kindes entsprechende Einstellungen vorzunehmen. So können Sie beispielsweise auch nachvollziehen, welche Inhalte Ihr Kind in den letzten Tagen gesehen hat oder Sie können das automatische Abspielen der nächsten Folge einer Serien verhindern.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Sie Netflix mit Ihrer Familie nutzen möchten, sollten Sie auf die Altersfreigaben der Filme und Serien achten, die Kinder- bzw. Jugendschutz-Optionen verwenden und entsprechende Profile und PIN-Einstellungen anlegen. Als Eltern können Sie direkt sogenannte Kinder-Profile erstellen für kleine und für ältere Kinder. Hier werden automatisch nur Inhalte des Kids-Bereich (Altersstufen 0, 6 und nur einige ab 12 Jahren) angezeigt. Das Design des Kids-Bereich ist kindgerecht und erlaubt keine Suche nach oder das Anschauen von Filmen/Serien ab 16 oder 18 Jahren.

Legen Sie bestimmte Zeitfenster fest, in denen Netflix geschaut werden darf. Die Medienzeit sollte immer nur eine von vielen anderen, nicht-medienbezogenen Aktivitäten sein. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie viel Zeit Ihr Kind vor dem Fernseher oder Laptop verbringen sollte, schauen Sie sich unser Video „Wie viel Medienzeit ist zu viel?“ an.

Fragen Sie Ihr Kind nach seinen Lieblingsserien oder Filmen und schauen Sie sich diese gemeinsam an. Je nach Alter Ihres Kindes sollten Sie zusammen Filme und Videos schauen, sodass Ihr Kind für den Fall, dass sich doch etwas Gruseliges oder Bedenkliches in Filmen auffindet, nicht damit allein gelassen ist.

Aufgepasst! – Tauschbörsen im Internet

Die Nachbarin hat neulich davon erzählt: In ihrem Briefkasten fand sie eine Abmahnung, in der steht, dass sie 3.000,- € Schadensersatz zahlen soll. Angeblich wurde über den Internetanschluss der Familie illegal ein Spiel heruntergeladen, das es normalerweise nur in Online-Shops zu kaufen gibt.

Erwachsene, Jugendliche und bereits Kinder nutzen das Internet, um an Musik, Spiele oder Filme zu gelangen. Es gibt viele Streaming-Plattformen und Online-Shops, bei denen man gegen Bezahlung Zugriff auf ein großes Medienangebot hat. Doch auch denjenigen, die nicht dafür zahlen möchten, bietet das Internet Möglichkeiten. Sie tauschen ohne Geld Dateien mit anderen Nutzern über ein Netzwerk aus.

Was sind Tauschbörsen und wie erkennt man sie?

Tauschbörsen (auch bekannt als „Filesharing“- oder „Peer-to-Peer“-Systeme) sind Computerprogramme, mit denen man online digitale Inhalte wie Spiele oder Musik mit anderen Nutzern teilen kann. Dafür installiert man sich ein kostenloses Programm auf dem Computer. Das ist erstmal nicht verboten. Aber sich Spiele, Musik oder Ähnliches herunterzuladen, die urheberrechtlich geschützt sind, ist nicht erlaubt!

Die meisten kreativen Werke sind urheberrechtlich geschützt. Das heißt, wer das Werk geschaffen hat, darf entscheiden, was damit gemacht wird. Wenn man nicht die Erlaubnis vom Urheber (oder anderen Rechteinhabern) hat, ein Werk zu nutzen, ist es nicht erlaubt, diese Inhalte zu vervielfältigen oder herunterzuladen.

Es gibt Tauschbörsen, bei denen nicht deutlich wird, woher die einzelnen Inhalte stammen und wer die Rechte daran hat. Bevor man also von Tauschbörsen Inhalte herunterlädt, sollte man sich diese nach folgenden Punkten genau angucken. Treffen einige davon zu, lässt man besser die Finger davon.

  • Das Angebot ist kostenlos, obwohl man es anderswo kaufen müsste.
  • Die technische Qualität ist schlecht.
  • Der Betreiber des Angebots ist unklar oder es ist eine unseriöse Adresse angegeben.
  • Man soll eine spezielle Download-Software herunterladen.
  • Es gibt aggressive Werbung auf der Seite.
  • Es werden Inhalte angeboten, die noch nicht offiziell veröffentlicht wurden, z. B. ein Film wird noch nicht im Kino gezeigt.

Umgang mit Tauschbörsen und Abmahnungen

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Kind (heimlich) Musik, Spiele oder andere Inhalte über eine illegale Tauschbörse bezieht oder anbietet. Dann sollten Sie unbedingt mit ihm darüber reden und erklären, dass dies verboten ist. Es kann sogar strafrechtliche Konsequenzen haben, wie eine Abmahnung mit (teils hohen) Gebühren.

Sollten Sie bereits einen solchen Brief erhalten haben, gehen Sie nicht einfach darauf ein, aber ignorieren sie ihn auch nicht. Wenden Sie sich an einen Anwalt oder die Verbraucherzentrale in Ihrer Nähe und lassen Sie sich beraten. Nicht immer sind die Forderungen angemessen.

Dateien illegaler Tauschbörsen können auch Schadsoftware oder Viren verbreiten. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind nach legalen Streaming-Angeboten im Netz recherchieren und diese nutzen. Sie können auch nach Angeboten suchen, die unter eine „Creative Commons“-Lizenz fallen. Das sind sogenannte „freie Inhalte“, bei denen der Urheber selbst seinem Werk erweiterte Verwendungsrechte einräumt. Nähere Informationen hierzu finden Sie z. B. bei iRights info  und Klicksafe.

Wenn der Freundeskreis aus Avataren besteht – Kommunikation in Online-Games

Das Kind vor dem Bildschirm, die Spielkonsole in der Hand und auf dem Kopf das Headset … das ist Ihnen ein vertrauter Anblick? Dann ist Ihr Sprössling wohl „Gamer“ und gerne in digitalen Spielewelten unterwegs.

Bei vielen Kindern und Jugendlichen sind solche Spiele beliebt, bei denen man online mit anderen Spielern chatten kann. Auch das derzeit besonders beliebte Spiel Fortnite (USK 12) bietet diese Funktion an. Unabhängig davon, ob man sich im selben Raum befindet, kann man mit Freunden aber auch mit Fremden digitale Gemeinschaften und Teams bilden. Der eigene Avatar (so heißt die Spielfigur in einem Onlinespiel) kann sich mit anderen Avataren bzw. Spielenden live über Textnachrichten oder ein Headset austauschen. Man bespricht Spieltaktiken, gibt sich Tipps, holt sich Lob für eigenes geschicktes Handeln ab oder unterhält sich einfach. Dabei können „digitale“ Freundschaften entstehen. Oder es kommt zu einem Treffen in der Realität, um gemeinsam zu zocken.

Positive Effekte des Chatten in Games

Wenn man miteinander kommuniziert, können soziale Kompetenzen geschult werden. Das ist auch digital möglich – ähnlich wie beim gemeinsamen Abhängen auf dem Schulhof. Jeder hat dabei eine bestimmte Rolle: eine Person bestimmt das Gespräch, eine andere sorgt dafür, dass es keinen Streit gibt, wieder eine andere Person ist der Klassenclown. Egal ob digital oder analog müssen dabei Regeln eingehalten werden. Wenn man nur miteinander sprechen kann, ohne dass man sich dabei sieht, werden sprachliche und kommunikative Fähigkeiten auf besondere Weise geschult: Spielsituationen müssen verständlich erklärt werden, es müssen schnelle Anleitungen gegeben und Absprachen zu weiteren Taktiken getroffen werden.

Risiken bei der virtuellen Kommunikation

Da man nicht unbedingt weiß, wer gerade mit einem kommuniziert, besteht das Risiko von Cybermobbing und Cybergrooming. Da die Chats bei Spielen meist nicht moderiert sind, d. h. keine dritte Person darauf achtet, dass Kommunikationsregeln eingehalten werden und alle Kommentare zugelassen werden, verstärkt sich die Gefahr. Denn man kann nicht sicher sein, welcher Mensch sich wirklich hinter einem Avatar verbirgt. Für die Anmeldung muss man Namen und E-Mail angeben, das Alter wird jedoch nicht abgefragt.
Im „Spielrausch“ besteht auch die Gefahr, dass Ihr Kind unbemerkt private Informationen nach außen gibt. Außerdem kann der Reiz sehr hoch sein, immer weiter spielen zu wollen, um im Kontakt mit seinem Team zu bleiben und dort Anerkennung zu bekommen.

Was sollten Eltern beachten?

Gerade solche Risiken stellen Sie vor die Frage, ob Sie Ihren Kindern solche Spiele erlauben sollen. Verbote machen Dinge aber oft nur interessanter. Zusätzlich zu den Altersfreigaben der USK aufgrund der Spieleinhalte müssen Sie als Eltern einschätzen, ob Ihr Kind schon bereit ist, im Spiel verantwortungsvoll zu chatten bzw. die Risiken einschätzen kann. Dazu hilft es zu beobachten, wie es sich in anderen Gesprächen außerhalb des Internets verhält. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die möglichen Gefahren der Online-Kommunikation und spielen Sie auch mal gemeinsam, sodass auch Sie die Begeisterung dafür verstehen können. Das gemeinsame Erlebnis baut zusätzlich Vertrauen zwischen Ihnen und Ihrem Kind auf, sodass es sich an Sie wenden kann, wenn ihm etwas gruselig oder unangenehm vorkommt. Machen Sie sich außerdem über die Einstellungsmöglichkeiten des jeweiligen Spiels schlau. Wenn nicht unbedingt notwendig, lässt sich die Chatfunktion möglicherweise deaktivieren. Bei Fortnite kann beispielsweise u. a. der Voice Chat deaktiviert bzw. einzelne Spieler aus dem Team stummgeschaltet werden.

Mehr zu Risiken in Online-Games finden Sie bei den Kollegen von jugendschutz.net.

„Aber Mama, das Spiel ist überhaupt nicht schlimm!“ – Altersbeschränkungen bei Games

Digitale Spiele sind für viele Kinder und Jugendliche eine beliebte Freizeitbeschäftigung, bei der sie ihre spielerischen Fähigkeiten einsetzen und trainieren können. Je älter sie werden, desto anspruchsvoller sollen auch die Spiele sein. Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Vierzehnjährige gern mal ein Spiel ausprobieren möchte, das eine sogenannte USK 16-Angabe hat.

Das Angebot an Spielen auf dem Markt ist riesig, weshalb man schnell den Überblick verlieren kann. Von Abenteuer- über Actionspielen, Lern- und Strategiespielen bis hin zu Simulationen, Rollenspielen und vielen mehr ist alles dabei. Als Eltern haben Sie vielleicht ein ungutes Gefühl, Ihrem Kind Computerspiele zu erlauben. Schließlich hört man immer wieder, dass sie süchtig machen können oder andere negative Auswirkungen haben. Dabei gilt auch hier, wie meistens, wenn es um die Mediennutzung geht, dass das Maß und die Auswahl der Inhalte entscheidend ist. Alterseinschätzungen bieten eine erste Hilfe.

Welches Spiel ist für welches Alter geeignet?

Weltweit gibt es in Deutschland die verbindlichsten gesetzlichen Regeln für die Prüfung und den Verkauf von Computerspielen. Der Jugendschutz spielt hierbei eine große Rolle. Denn wie bei den meisten Unterhaltungsangeboten sollten Eltern auch bei Computerspielen darauf achten, dass das Produkt für das jeweilige Alter des Kindes unbedenklich ist. Orientierung geben hierbei die Alterskennzeichnungen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, kurz USK.

Für Sie als Eltern ist es wichtig zu wissen, dass die USK-Angaben nicht darüber informieren, ob ein Spiel für Kinder schon beherrschbar oder verständlich ist. Sie stellen auch keine pädagogischen Empfehlungen dar. Die USK-Alterskennzeichen geben Auskunft darüber, ob das Spiel aus Sicht des Jugendschutzes unbedenklich ist, also keine beeinträchtigenden Inhalte für das jeweilige Alter aufweist.

Diese USK-Kennzeichen finden sich auf jeder Spieleverpackung, jedem Datenträger und in der Regel bei jedem seriösen Online-Shop. Folgende Alterseinstufungen gibt es:

  • USK 0 (Freigegeben ohne Altersbeschränkung): Hierunter fallen  familienfreundliche Spiele ohne jegliches Beeinträchtigungspotential. Sie können sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen richten.
  • USK 6 (Freigegeben ab 6 Jahren): Hierbei handelt es sich vor allem um familienfreundliche Spiele, die schon spannender und wettkampfbetonter ausfallen und für Vorschulkinder problematisch und beängstigend sein können.
  • USK 12 (Freigegeben ab 12 Jahren): Spiele dieser Art sind deutlich gewaltvoller. Gerade jüngere Kinder können hier verstörende, beängstigende und gruselige Momente erleben durch Gewalt, Schockmomente oder sexuelle Inhalte. Durch den fiktiven Kontext sind jedoch Distanzierungsmöglichkeiten vorhanden.
  • USK 16 (Freigegeben ab 16 Jahren): Bei Produkten ab 16 Jahren gibt es Gewalthandlungen und Schock- und Horrordarstellungen realistischer Art. Oft werden diese Spiele von einer Geschichte umrandet und beinhalten militärische Missionen. Auch Inhalte mit sexuellem oder erotischen Fokus zählen zu dieser Alterskategorie.
  • USK 18 (keine Jugendfreigabe): Diese Spiele sind ausschließlich für Erwachsene, da sie fast ausschließlich in einer düsteren und bedrohlichen Atmosphäre deutliche, realistische und sehr brutale Gewaltdarstellungen beinhalten. Auch kann es zu unreflektierten Darstellungen von Drogenkonsum kommen. Beispiele hierfür sind z. B. Ego-Shooter oder Open-World-Games.

Ausführlichere Informationen zu den Kriterien der USK-Altersfreigabe finden Sie hier. Auf dieser Webseite  sowie beim Spieleratgeber NRW können Sie die USK-Einschätzung für das jeweilige Spiel herausfinden.

Weitere Altersempfehlungen

Europaweit gibt es noch weitere Kennzeichnungen auf Spielepackungen und -beschreibungen. Die Alterskennzeichnung von PEGI (Pan European Games Information) hat etwas andere Altersstufen (3, 7, 12, 16, 18 Jahre). Zusatzangaben geben Hinweise darauf, ob bestimmte Spiele angsteinflößende, gewalthaltige oder sexuelle Inhalte thematisieren und ähnliches. Mehr dazu finden Sie beim Spieleratgeber NRW.

IARC (International Age Rating Coalition) ist ein weltweit einheitliches System zur Alterskennzeichnung von Spielen, die online verkauft werden. Daran ist in Deutschland ebenfalls die USK beteiligt, die bis vor einigen Jahren nur für Spiele zuständig war, die auf Trägermedien wie CDs oder DVDs verkauft werden. Da Online-Spiele immer mehr Bedeutung haben, ob als App oder als Browsergame, und das Internet keine Ländergrenzen kennt, haben sich die für Alterskennzeichnungen zuständigen Einrichtungen aus verschiedenen Ländern zusammengeschlossen und ein weltweites System zur Alterskennzeichnung entwickelt. Dieser umfasst einen Fragebogen, mit dessen Hilfe Spieleentwickler von Online-Games und Spieleapps die Inhalte ihrer Produkte selbstständig einstufen können. Neben den Kennzeichen soll es zusätzliche Angaben zu jugendschutzrelevanten Inhalten geben, wie es sie auch bei PEGI gibt.

Das IARC-System ist bisher nur auf Vertriebsplattformen verfügbar, die sich dem Einstufungsprozess angeschlossen haben. Dazu gehört u. a. der Google Play Store. Das System funktioniert über die Selbsteinschätzung durch die Spieleentwickler, die nur stichprobenartig oder auf Beschwerde hin von der USK überprüft wird. Sie sollten sich also nicht allein darauf verlassen, sondern zusätzlich Spielebeurteilungen von pädagogischen Plattformen nutzen. Wenn Sie auf der Suche nach geeigneten Computerspielen für Ihr Kind sind, helfen Ihnen z. B. die Datenbanken www.spielbar.de und der Spielerratgeber NRW weiter. Hier gibt es pädagogische Beurteilungen und weitere Informationen rund um das Hobby Games.

Amazon Prime Video

Für viele ist der Online-Versandhändler Amazon aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Immer mehr Menschen nutzen auch seinen digitalen Videostreaming-Dienst Prime Video, umgangssprachlich auch Amazon Prime genannt (wobei hierunter mehrere Angebote fallen).

Kurz gefasst:

  • Videostreaming-Dienst im Internet
  • Vielzahl an Filmen und Serien abrufbar
  • Voraussetzung zur Nutzung ist ein Amazon-Konto und Internet-kompatibles Gerät
  • Angebot für 7,99 € monatlich oder 69,00 € jährlich erhältlich
  • integrierte Jugendschutz-Optionen

Was ist Prime Video?

Wie auch bei anderen Videostreaming-Diensten bietet Prime Video die Möglichkeit, eine Vielzahl an Filmen und Serien zeitlich und örtlich ungebunden zu kaufen, auszuleihen und anzuschauen. Dafür meldet man sich kostenpflichtig bei amazon.de mit einem eigenen Benutzerkonto an. Das Teilen einer Mitgliedschaft ist bei Prime Video nicht möglich.
Die Filme und Serien lassen sich über einen Webbrowser oder andere internetfähige Geräte (wie z. B. ein Smart-TV Gerät, Spielekonsole oder Smartphone) und der Prime-Video-App ansehen. Dass man für einige Filme und Serien nochmals extra zahlt, liegt daran, dass viele neue Titel erst einmal nicht umsonst erhältlich sind.

Die meisten Videos sind mit den gesetzlichen Alterseinstufungen der FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) gekennzeichnet. Es gibt einen eigenen Bereich für Kinderinhalte. Die dort zu findenden Serien und Filme sind neben anderen Kategorisierungen in die Altersgruppen 2-5 Jahre, 6-8 Jahre und 9-11 Jahre unterteilt. Um Videoinhalte mit FSK18-Einstufungen anschauen zu können, muss man die eigene Volljährigkeit mithilfe des Ausweises oder Reisepasses und einer Bankverbindung nachweisen.

Prime Video bietet darüber hinaus einige Sicherheitseinstellungen für Ihr Kind. Dafür legt man eine fünfstellige Prime Video-PIN für das eigene Benutzerkonto an.
Mittels der Prime Video-Kindersicherung lassen sich Beschränkungen für Videoinhalte festlegen, die auf dem verbundenen Gerät gekauft oder abgespielt werden können. Außerdem kann man die Option Kaufbeschränkungen durch einen PIN für Einkäufe nutzen, sodass das Kind nicht eigenständig den Kauf von Prime Video-Filmen und Serien vornehmen kann. Darüber hinaus gibt es Wiedergabebeschränkungen, mit denen man das Abspielen von Videos aus bestimmten Alterskategorien blockieren kann.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Ganz egal, wie alt man ist – bei Prime Video finden sich angesagte Serien und Filme für jeden. Stellt man keine Kindersicherung ein, so haben Minderjährige unbegrenzten Zugriff auf Inhalte, die nicht für ihr Alter geeignet sind und sie ängstigen und überfordern können. Viele Serien und Filme haben ein FSK-Alterskennzeichen, aber nicht alle. Diese können Kinder und Jugendliche ungehindert ansehen, da die Kindersicherung bei diesen nicht greift.
Wie bei vielen Streaming-Angeboten ist der Reiz des ständigen Weiterschauens auch bei Prime Video sehr hoch. Darauf sollten Sie Ihr Kind aufmerksam machen und mit gutem Beispiel vorangehen.

Was sagt der Anbieter?

Nach eigenen Angaben verwendet Prime Video die Einstufungen der FSK als Grundlage für die Kindersicherungseinstellungen. Liegen für z. B. sehr neue Filme oder Serienfolgen keine FSK-Einschätzungen vor, so gibt es auf der Webseite keine Angaben darüber, ob und nach welchen Kriterien die Alterseinstufungen selbst oder von Drittanbietern vorgenommen werden.

Was sollten Eltern beachten?

Sie möchten Prime Video in Ihren Familienalltag integrieren? Dann sollten Sie auf die Altersfreigaben der Filme und Serien achten, die Kinder-bzw. Jugendschutzoptionen entsprechend einstellen und PIN-Codes verwenden. Um sicher zu gehen, dass die Inhalte wirklich für Ihr Kind geeignet sind, schauen Sie die Filme oder Serien, die Ihr Kind sehen möchte, vorab an.
Sich zusammen einen Film ansehen, kann ein schönes Familienerlebnis sein. Gerade bei jüngeren Kindern (mind. bis zehn Jahren) ist das grundsätzlich zu empfehlen, sodass sich Ihr Kind bei gruseligen oder bedenklichen Inhalten nicht allein gelassen fühlt.
Achten Sie außerdem darauf, dass Prime Video und die Mediennutzung überhaupt nur eine Aktivität von vielen anderen Freizeitbeschäftigungen für Ihr Kind sein sollte.
In  unserer Videoreihe „Sie fragen – wir antworten“ erklärt unsere Medienpädagogin Melanie Endler, warum man Kinder beim Serienschauen nicht alleine lassen sollte:

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https://www.youtube.com/watch?time_continue=1&v=kLyG6-nQXAk_%_

Mehr Videos finden Sie hier.

Videostreaming: Das neue Fernsehen?!

Erinnern Sie sich noch an das Gefühl, wenn der Tag, an dem eine neue Folge Ihrer Lieblingsserie im Fernsehen lief, näher rückte und Sie alles so geplant haben, um pünktlich vor dem gemeinsamen Familienfernseher im Wohnzimmer zu sitzen? Dieses Szenario gehört dank Mediatheken, Netflix und Co. größtenteils der Vergangenheit an.

Was ist Videostreaming?

Immer mehr Kinder und Jugendliche sehen heute Videos, Filme und Serien online über legale Streaming-Dienste. Dieses nicht-lineare Fernsehen macht es möglich, dann zu schauen, wenn man gerade möchte mit dem Gerät seiner Wahl – ob Smartphone, Computer oder einem internetfähigen Smart-TV.

Das Angebot dafür ist riesengroß: Es gibt kostenpflichtige Online-Videotheken wie Netflix oder Amazon Prime und kostenlose Videostreaming-Plattformen wie YouTube mit von Nutzern selbst produzierten Inhalten. Auch viele Fernsehsender stellen ihre Sendungen kostenlos oder teilweise kostenpflichtig über eigene Mediatheken bereit. Einige Sender bieten außerdem einen Livestream an, so dass man sich – wie beim traditionellen analogen Fernsehen – das aktuell laufende Programm online anschauen kann.

Diese große Auswahl steht natürlich auch Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Wenn sie ein eigenes Smartphone, einen Tablet oder Computer mit Internetzugang oder sogar einen Smart-TV (Fernseher mit Internetanschluss) haben, lässt sich kaum kontrollieren, was und wie viel sie sehen.

Streaming bedeutet, sich Inhalte anschauen zu können, ohne diese auf das eigene Gerät herunterladen und abspeichern zu müssen. Teilweise ist es auch möglich, sich einzelne Filme oder Serien herunterzuladen und sie offline abzuspielen.

Was begeistert Kinder und Jugendliche daran ?

Attraktiv ist die große Vielfalt an aktuellen und ausgewählten Serien, Filmen und Dokumentationen, die theoretisch zu jeder Tages- und Nachtzeit angeschaut werden können. Für Kinder und Jugendliche ist es inzwischen normal, sich die Lieblingssendung nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt ansehen zu müssen, wie es beim „normalen“ Fernsehen der Fall ist. Außerdem kann man  sich einfach eine neue Folge der Lieblingsserie anschauen, während man z. B. im Bus oder in der Bahn sitzt.

Was sollte man beachten?

Wie auch beim Fernsehprogramm gibt es auf Streaming-Portalen Filme und Videos mit Inhalten, die nicht für Kinder geeignet sind und sie verängstigen können. Aber auch Streaming-Dienste unterliegen dem „Jugendmedienschutz-Staatsvertrag“ und müssen die gesetzlichen Freigaben der FSK (Freiwillige Selbstkontrolle) übernehmen. Gibt es für Filme oder Serienfolgen keine FSK-Bewertung, müssen sie die Altersbewertungen selbst vornehmen und sich dabei auch an deutsches Recht halten.

Die Kriterien für selbst vorgenomme Altersfreigaben sind nicht unbedingt ersichtlich. Machen Sie sich deshalb unbedingt über die Möglichkeiten des Kinder-bzw. Jugendschutzes des jeweiligen Streaminganbieters schlau und nutzen Sie die angebotenen Funktionen und Einstellungen wie Passwörter und PINs. Mehr dazu erfahren Sie in unseren Beschreibungen der Dienste Netflix und Amazon Prime Video.

Legen Sie bestimmte Zeitfenster fest, in denen geschaut werden darf. Die Medienzeit sollte immer nur eine von vielen anderen, nicht-medienbezogenen Aktivitäten sein. Wenn Sie nicht sicher sind, wie viel Zeit Ihr Kind vor dem Fernseher oder Laptop verbringen sollte, finden Sie hier auf der Website mehr Informationen.

Fragen Sie Ihr Kind nach seinen Lieblingsserien oder Filmen und schauen Sie sich diese gemeinsam an. Je nach Alter Ihres Kindes sollten Sie Filme und Videos zusammen anschauen, sodass Ihr Kind für den Fall, dass es doch etwas Gruseliges oder Bedenkliches darin gibt, nicht damit allein gelassen ist.

Der Filmabend mit der ganzen Familie kann auch ein schönes gemeinsames Erlebnis und Ritual sein. Hier können Sie gemeinsam Spaß haben und bekommen mit, wie Ihr Kind auf bestimmte Inhalte reagiert.

BibisBeautyPalace – warum Jugendliche auf sie abfahren

Wer ist eigentlich diese Bibi, von der Ihre Tochter die ganze Zeit redet? Gibt es sie wirklich? Viele Mädchen warten gespannt, dass YouTuberin Bianca Heinicke alias Bibi von BibisBeautyPalace eine neue Folge von „Instagram bestimmt meinen Tag“ auf YouTube hochlädt. So ein Video erreicht innerhalb von wenigen Tagen Aufrufe in Millionenhöhe. Bibis Fans entscheiden eifrig mit, was Bibi als nächstes tun soll. Wie kommt es, dass YouTuberin Bibi eine so hohe Anzahl von Jugendlichen erreicht und begeistert?

Wer ist diese Bibi?

Die 25-jährige Bibi Heinicke gilt mit aktuell 5.141.532 Abonnenten als eine der erfolgreichsten YouTuber Deutschlands (Stand: 08.06.2018). Sie ist seit Ende des Jahres 2012 auf YouTube aktiv und startete mit „BibisBeautyPalace“ als Kosmetik- und Mode-Ratgeber. Mittlerweile entwickelte sich ihr Kanal zu einer Art Lifestyle-Kanal mit ganz verschiedenen, alltäglichen Themen. Bibi erklärt in Schmink-und Haartutorials die neusten Trends, gibt Tipps zu typisch pubertären Problemen rund um Liebe und Freundschaft und lässt die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer in sogenannten Vlogs (Videotagebuch) in ihr angebliches Privatleben blicken. Man sieht sie mit ihrem Freund – ebenfalls ein YouTuber – herumalbern, beim Einkaufen und im Urlaub. Sogar die Nachricht ihrer Schwangerschaft verkündet Bibi publikumswirksam in einem eigens gefertigten Spezial-Video auf YouTube.

Bibi gibt sich scheinbar authentisch, ist immer gut gelaunt und lebensfroh. Sie spricht zu ihren Abonnenten wie mit guten Freunden oder Familienmitgliedern. Durch vertraut wirkende Anreden wie „Hallihallo ihr Lieben“ und Verabschiedungssätze wie „Ich hab euch lieb“ wird der Anschein erweckt, dass zwischen Bibi und ihren Fans Nähe und Vertrautheit herrscht. Einen besonderen Eindruck macht das vor allem auf die vielen weiblichen Fans zwischen 10-18 Jahren, die in ihr eine Art große Schwester sehen. Als „Bibinator“ bezeichnen sich die besonders treuen Anhänger. Im Internet existiert sogar ein Selbsttest, mit dem sich herausfinden lässt, ob das eigene Wissen über Bibi schon für die Zuordnung zum Kreis der „Bibinatoren“ reicht.

Von Beruf Influencer

Die gut gelaunte Bibi und der freundschaftliche Umgang mit ihrem Publikum sind gewollt. Dahinter steckt ein Marketingkonzept und es fließt viel Geld. Das Dasein als YouTube-Star Bibi ist Bianca Heinickes Beruf und Geld verdient sie durch Werbung. Man nennt das Influencer-Marketing. Dieses Geschäftsmodell hat sich durch Soziale Netzwerke wie YouTube oder Instagram entwickelt. Dabei wird der große Einfluss (= (engl.) influence) des YouTube-Stars auf Heranwachsende genutzt, um Produkte von bezahlten Kooperationen (wie z. B. Kosmetikfirmen) durch die gezielte Platzierung in Videos zu erwähnen, zu bewerten oder anzupreisen, oft auch ohne Werbekennzeichnung. Wenn Influencer wie Bibi nicht nur auf einem Kanal wie YouTube, sondern ebenso auf Instagram, Snapchat usw. aktiv sind, werden mit dieser verschleierten Werbung noch mehr Menschen erreicht. Auch das ist Teil des Marketingkonzepts. Ebenso wie Bibis Schwangerschaft. Das Thema dominiert die Inhalte all ihrer Kanäle. Es werden sich auch in Zukunft wahrscheinlich viele weitere Anlässe ergeben, ihre Fan-Community an den intimsten Momenten des Lebens teilhaben zu lassen und damit gleichzeitig ganz neue Geschäfts- und Vermarktungsfelder zu erschließen.

Werbung verstehen lernen

Interaktionen mit Zuschauenden sind eine beliebte Werbestrategie. Mit Sätzen wie „Schreibt doch mal eure Meinung in die Kommentare“ werden die Follower zur Interaktion aufgefordert. Auf diese Weise wird der Beitrag der Influencerin bekannter und umso mehr Geld kann sie verdienen. Kinder sollten lernen, dass Werbung nicht immer eindeutig zu erkennen ist. Machen Sie Ihr Kind auf diese versteckte Werbung aufmerksam, damit es einordnen kann, was hinter vielen Videos von YouTubern steckt. Nur so kann es einen reflektierten und medienkompetenten Umgang mit Videoformaten derartiger Form lernen.
Kommen Sie mit Ihrem Kind ins Gespräch und zeigen Sie Interesse an seinem YouTube-Star. Fragen Sie nach, aus welchen Gründen Ihr Kind Bibi oder andere YouTuber toll findet und schauen Sie sich gemeinsam deren Videos an. Nehmen Sie das zum Anlass, um auch andere Dinge anzusprechen: Welche Werte werden in den Videos von BibisBeautyPalace vermittelt? Oft steht der Konsum im Vordergrund und ein leichtfertiger Umgang mit Geld.
Auch die Darstellung von klischeehaften Geschlechterrollen kann in YT-Videos ein Problem sein. Es werden angeblich typische Verhaltensweisen von Mädchen und Jungs aufgezeigt.

Mehr zur Faszination YouTube-Stars bei Kindern und Jugendlichen, können Sie hier nachlesen.

Mein Kind will YouTuber werden – was nun?

„Weißt du schon was du mal werden willst?“ ist eine beliebte Frage an Kinder. Was aber, wenn die Antwort: „Ich will YouTuber werden!“ ist? Spätestens wenn Kinder in die weiterführende Schule kommen, also ab etwa zehn Jahren, wächst bei einigen der Wunsch, einen eigenen YouTube-Channel mit echten Followern zu haben.

Wie wird man YouTuber?

Dank mobiler Medien und WLAN ist es nicht schwer, YouTube mit selbstgedrehten Videos mitzugestalten. Man braucht nicht viel mehr als ein Smartphone und einen YouTube-Kanal. So könnte theoretisch auch Ihr Kind mit den eigenen Videos ein Millionenpublikum erreichen.

Das Erstellen von solchen Videos ist ein kreativer Prozess. Er kann das Selbstbewusstsein und die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen fördern, wenn sie dabei begleitet werden. Begleitung durch Erwachsene ist wichtig, weil Kinder nicht unbedingt alle Risiken, die mit einer Veröffentlichung im Internet verbunden sind, abschätzen können. Es ist für sie kaum vorstellbar, wie viele Menschen sich so ein Video ansehen könnten und auf welchen Wegen es weiterverbreitet werden kann. Kinder können auch noch nicht abschätzen, dass es Stress bedeuten kann, ständig im Mittelpunkt zu stehen. Außerdem muss man sich mit Kritik zu den eigenen Videos auseinandersetzen. Vor allem als erfolgreicher YouTuber steht man unter Druck, immer wieder neue Videos für seine Follower produzieren zu müssen, um im Gespräch zu bleiben. Die meisten Kinder und Jugendliche, die auf YouTube aktiv sind, also dort eigene Videos veröffentlichen, sind in der Regel nur im direkten Umfeld bekannt. Ihre Follower sind vor allem Freunde und Mitschüler.

Was sollten Eltern beachten?

Möchte Ihr Kind, sein Glück als YouTuber oder YouTuberin versuchen, besprechen Sie gemeinsam, was dafür und dagegen spricht. Fragen Sie nach, was eigentlich hinter dem Wunsch steckt und welches Ziel mit einem eigenen YouTube-Kanal verfolgt wird. Worum soll es gehen? Welche Themen und Inhalte sollen vorkommen? Wie sollen die Videos aussehen?

Beachten Sie außerdem folgende Aspekte:

  • Legen Sie gemeinsam fest, in welchen Abständen Ihr Kind ein neues Video hochlädt und besprechen Sie vorab, welche Themen und Inhalte in den Videos vorkommen sollen.
  • Vor dem Hochladen eines neuen Videos sollte sich Ihr Kind gemeinsam mit Ihnen die Frage stellen: Möchte ich mich mit diesem Video der Welt zeigen?
  • Man muss registriert sein, um Videos auf den eigenen YouTube-Channel hochladen zu können. Beachten Sie die AGB des Anbieters und die DSGVO. Für einen eigenen Account müssen Nutzer in Deutschland mindestens 13 Jahre sein, davor benötigen sie die Einverständniserklärung der Eltern.
  • Die Veröffentlichung eines Videos bei YouTube ist nicht mit einem Klick gemacht, da verschiedene Angaben gemacht werden müssen. Machen Sie das, zumindest beim ersten Video, gemeinsam mit Ihrem Kind. Videos können auch auf „privat“ gestellt werden, so dass sie nicht für alle sichtbar sind.
  • Denken Sie an die Privatsphäre! Keine Angaben, wie der Benutzername, oder Aufnahmen, wie das Filmen im eigenen Zuhause, sollten Rückschlüsse auf persönliche Daten (wie Wohnort, Alter oder Schule des Kindes) zulassen. Das betrifft auch, ob und wie viele persönliche Informationen anderer Nutzer dadurch veröffentlicht werden könnten.
  • Videos, in denen andere Personen zu sehen sind, dürfen nicht ohne deren Einverständnis veröffentlicht werden.
  • Die Urheberrechte müssen eingehalten werden. Veröffentlicht werden dürfen nur selbst erstellte Bilder und Musik oder man muss Nutzungsrechte für die Verwendung fremder Musik, Fotos u.ä. einholen und eventuell Lizenzgebühren bezahlen.
  • Machen Sie sich mit den Datenschutzeinstellungen auf YouTube vertraut. Videos könnten beispielsweise privat gestellt und nur ausgewählten Nutzern zugänglich gemacht werden.
  • Bereiten Sie Ihr Kind darauf vor, dass es auch unschöne Kritik zum Video geben kann. Auf YouTube herrscht teilweise eine raue und nicht sehr freundliche Sprache. Es gibt immer wieder Menschen, denen es nicht um Inhalte geht, sondern die die scheinbare Anonymität im Netz nutzen, um andere zu beleidigen. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen (unter 14 Jahren) empfiehlt es sich, die Kommentarfunktion einfach zu deaktivieren.

Generell sollten Sie mit Ihrem Kind darüber sprechen, dass der Erfolg als YouTuber auch vom Glück abhängt. Vielleicht läuft es nicht so, wie zu Beginn erhofft oder die Videos entsprechen nicht den eigenen Erwartungen. Gerade die Möglichkeit, die eigenen Videos nicht jedem öffentlich zugänglich zu machen, ist gut geeignet, um das YouTuber-Dasein auszuprobieren und das filmische Können in einem geschützteren Raum verbessern. Trotzdem kann Ihr Kind sein neuestes Werk den Freunden auf dem Schulhof oder der Oma vorführen.

Woran erkenne ich eine gute Kinderseite?

Ihr Kind ist ungefähr zwischen 6 und 12 Jahre alt und schon im Internet unterwegs? Kinder in diesem Alter sollten beim Surfen von Erwachsenen begleitet werden. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind nur zu Internetseiten gelangt, die unbedenklich und für Kinder geeignet sind. In Deutschland gibt es eine vergleichsweise einzigartig große und vielfältige Kinderseitenlandschaft. Kennen und nutzen Sie und Ihre Kinder diese? Recht bekannt sind sogenannte Kindersuchmaschinen. Gibt man einen Suchbegriff ein, wird in der Regel auf Webseiten verwiesen, die sich speziell an Kinder richten. Die bekanntesten deutschen Kindersuchmaschinen sind blindekuh und fragFINN. Es gibt viele weitere Webangebote für Kinder. Woran Sie eine gute Kinderseite erkennen und wie kindgerecht die Lieblingsseite Ihres Kindes ist, können Sie herausfinden. Wir haben Ihnen die wichtigsten Kriterien für gute Kinderseiten zusammengestellt:

Inhalte

  • Die Inhalte und Funktionen der Webseite animieren Kinder dazu, ihre Neugierde auszuleben, ihre Fantasie anzuregen und spielerisch Neues zu lernen. Kreative, unterhaltsame sowie interaktive Elemente sollten eingebunden sein.
  • Auf der Webseite sind keine Inhalte wie Texte, Bilder oder Videos vorhanden, die Angst machen oder gruselig sind.

Ansprache/Gestaltung

  • Die Webseite ist für Kinder attraktiv und freundlich gestaltet und einfach zu bedienen.
  • Die Seite richtet sich sprachlich speziell an Kinder, indem z. B. verständliche und ansprechende Texte vorhanden sind sowie eine „Du“-Ansprache.

Chats oder Communities

  • Es gibt einen sicheren Kommunikationsraum, den man auf der Seite gut findet. Sicher heißt, es gibt eine Moderation oder/und den Einsatz technischer Funktionen.
  • Moderatoren reagieren schnell auf Fragen oder bedenkliche Einträge der Kinder.

Impressum

  • Es gibt ein Impressum, das klar macht, wer oder welche Firma für die Inhalte der Webseite verantwortlich ist.
  • Die Seitenbetreiber sind schnell über die angegebenen Kontaktdaten zu erreichen.

Datenschutz

  • Für das Betreten der Webseite sowie auf der Seite selbst sollten keine persönlichen Daten des Kindes – wie eine E-Mail-Adresse – abgefragt werden. Falls doch Daten abgefragt werden, sollte dies nur sehr sparsam gehalten und eine Erklärung vorhanden sein, wozu das notwendig ist. In so einem Falle gibt es einen Hinweis, dass das Kind einen Erwachsenen fragen soll, wenn es Daten eingeben muss.
  • Es ist eine verständliche Datenschutzerklärung vorhanden, die man leicht findet und im besten Falle in kindgerechter Sprache.

Werbung

  • Die Kinderseite ist werbefrei. Falls Werbeanzeigen eingebunden sind, sind diese für Kinder eindeutig als solche zu erkennen und vom redaktionellen Bereich abgetrennt. Es gibt keine Kaufaufforderungen sowie verlockende, irreführende Werbeformulierungen oder gar problematische Werbeinhalte.

Externe Links

  • Das Internet lebt durch Vernetzung. Gerade auf Kinderseiten sollten Verlinkungen auf andere Webseites jedoch kenntlich gemacht werden, z. B. durch einen Hinweis auf einer Zwischenseite. Es wird nur auf unbedenkliche Internetseiten verwiesen.

Elternbereich

  • Es gibt einen Elternbereich, der Erwachsene über die Webseite informiert (z. B. zum Inhalt und zur Zielgruppe) und einen Hinweis zur Einhaltung des Jugendmedienschutzes und (Link-) Tipps rund um sicheres Surfen für Kinder enthält.

Surft Ihr Kind auf guten Kinderseiten, kann es lernen, woran man seriöse Internetseiten erkennt. Möchte Ihr Kind spielerisch herausfinden, wie fit und sicher es bereits im Internet unterwegs ist, kann es den „Führerschein fürs Internet“ beim Internet-ABC ablegen: Zum Surfschein-Quiz

Faszination YouTube-Stars

Bestimmt erinnern Sie sich noch an die Lieblingsstars Ihrer Kindheit. Haben Sie noch all die Bravo-Poster der vergötterten Bands in Kinderzimmern vor Augen? Vielleicht waren Sie sogar in einem Fanclub?

YouTube – Videos rund um die Uhr

Gemeinsam schwärmt es sich besser für einen Star als alleine – das hat sich bis heute nicht geändert. Die Videoplattform YouTube kreiert ganz andere Arten von Stars, als wir sie von früher kennen. Und bei Jungen und Mädchen ab etwa zehn Jahren steht YouTube hoch im Kurs: Sie gehört zu den beliebtesten Internetangeboten bei Kindern und Jugendlichen und mit ihr die Macher der dort zu findenden Videos.

Mit dem Smartphone haben sie die Videos ihrer Stars immer dabei. YouTube macht es möglich, dass sich Ihr Kind sein gewünschtes Programm nach Lust und Laune zusammenstellen kann. Die Person hinter dem Star scheint längst nicht mehr unerreichbar. YouTuber bzw. Inflluencer sind oft Vorbilder für Kinder und gelten als „cool“. Da sie teilweise kaum älter sind und ähnliche Interessen verfolgen, sind sie wie eine digitale Erweiterung des eigenen Freundeskreises. Im Gegensatz zu klassischen Vorbildern und Stars vermitteln YouTuber den Eindruck, sich in ihren Videos ganz normal und authentisch zu verhalten und sich genauso zu geben, wie sie sind. Das kommt bei vielen Kindern gut an und manchmal wünschen sie sich selbst, in die Rolle eines YouTubers oder einer YouTuberin zu schlüpfen.

Der direkte Draht zu den Stars

Die Möglichkeit, direkt unter einem Video Kommentare zu hinterlassen, auf die der YouTuber vielleicht im nächsten Video Bezug nimmt, stellt noch mehr gefühlte Nähe zwischen Star und Fan her. Das versuchen viele YouTuber auch, indem sie in ihren Videos an das Alltagswissen der jungen Zuschauer anknüpfen. Mit verschiedenen Formaten wie Vlogs, einer Art öffentliches Tagebuch in Videoform oder „Follow me around“, bei denen die Zuschauer gefühlt einen ganzen Tag des Stars miterleben, kommt man den YouTube-Stars in ihrer Freizeit anscheinend ganz nah. In sogenannten Let’s Plays können sie ihre Stars beim Computerspielen beobachten und sich Tipps holen.

Nutzer haben oft auch die Möglichkeit, über neue Videos und Themen zu entscheiden, sie können regelmäßig etwas gewinnen und werden auf diversen Social-Media-Kanälen mit Neuigkeiten versorgt, auch wenn gerade kein neues Video veröffentlicht wird.

Auch Ihr Kind bewundert einen oder mehrere YouTube-Stars und würde am liebsten die ganze Zeit Videos schauen? Wir haben ein paar mögliche Regeln zur YouTube-Nutzung in der Familie zusammengestellt.

Es ist gar nicht so einfach zu verstehen, was Kinder und Jugendliche an YouTube und ihren Stars fasziniert. Im Projekt ACT ON! wurden die bei 10- bis 14-Jährigen beliebtesten YouTube-Stars genauer unter die Lupe genommen. Mehr zu den einzelnen YouTubern gibt es auf dem Projektblog von ACT ON! nachzulesen.

Ask.fm

Fragen über Fragen – die Plattform Ask.fm möchte Antworten auf die vielen Fragen des Alltags stellen.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Frage-und Antwort-Online-Plattform
  • erlaubt ab 13 Jahren
  • das soziale Netzwerk enthält Werbung 
  • Registrierung über die Portale Facebook, Twitter, Instagram oder vk.com (soziales Netzwerk aus Russland)
  • Zugriff über Browser-Version oder mobile iOS & Android-App
  • Plattform bietet hohes Risiko für Cybermobbing und sexuelle Belästigung

Was ist ask.fm?

ask.fm ist ein soziales Netzwerk, bei dem sich Nutzer gegenseitig ganz beliebige und individuelle Fragen stellen können. Es ist eine weltweite Community und in 49 Sprachen abrufbar. Die Fragen und Antworten sind auf dem jeweiligen Profil öffentlich für jeden einsehbar, das heißt für registrierte, aber auch für nicht-registrierte Mitglieder. Antworten können in Form von Text, Fotos und Videos gegeben werden. Fragen können entweder anonym ohne Mitgliedskonto verfasst werden oder mit Benutzer-bzw. Klarnamen gestellt werden. Auch dann lässt sich ein Häckchen bei „anonym fragen“ setzen. Durch das öffentliche Frage-Antwort-Spiel ist es möglich, auch mit Fremden zu kommunizieren.

Nutzer können sich untereinander folgen und bekommen so die neuen Post der anderen Person auf dem eigenen Feed angezeigt.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an dem Angebot?

Soziale Netzwerke bieten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich auszuprobieren, sich zu präsentieren und ihre Wirkung auf andere Personen zu testen. Insbesondere die Plattform ask.fm lässt sich auch mit einer Art digitalem „Freundesbuch“ vergleichen – das Prinzip des Frage-Antwort-Spiels ist in vielen Generationen schon sehr beliebt gewesen und hat sich nun auch ins Netz verlagert. Das Interesse und die Aufmerksamkeit an der eigenen Person kann für Kinder und Jugendliche reizvoll sein. Auch die Möglichkeit, anderen Nutzern anonym Fragen stellen zu können, erweckt den Eindruck, scheinbar mutiger und ehrlicher Fragen stellen zu können.

Was ist problematisch an dem Angebot?

ask.fm steht in Verbindung mit Cybermobbing und darauf folgenden Selbstmorden von Jugendlichen. Durch die Möglichkeit des anonymen Postings, also Schreiben und Kommentieren von Beiträgen ohne Nennung eines Namens oder Profils, sinkt die Hemmschwelle für Cybermobbing und es wird Tätern leicht gemacht, unerkannt andere Nutzer zu beleidigen, zu belästigen, zu nötigen oder sexuell zu bedrängen.

Die Erstellung eines Profils und gerade die Beantwortung von Fragen können dazu verleiten, persönliche Daten von sich preiszugeben, die daraufhin für jeden sichtbar sind. Nutzer müssen sich darüber bewusst sein, dass ihr Profil sowie ihre Posts auch über das Netzwerk ask.fm hinaus für die Öffentlichkeit zugänglich sind und das mögliche Publikum nicht überschaubar ist. Suchmaschinen wie Google, Partner von ask.fm sowie andere Dritte können außerdem Daten von ask.fm übermittelt bekommen. Die Verknüpfung des Profils mit Facebook, Instagram, Twitter oder vk.com bergen auch Datenschutzrisiken.

Zudem lassen sich die Sicherheits-und Nutzungseinstellungen leicht umgehen. ask.fm dürfen Jugendliche offiziell erst ab einem Alter von 13 Jahren nutzen und bei Minderjährigkeit nur mit Einverständnis der Eltern. Dies wird jedoch in keiner Weise überprüft.

Likes und Follower machen das eigene Profil attraktiver. Zudem haben sich in der Vergangenheit zu diesem Zweck Geschenke sammeln lassen, die im Profil angezeigt wurden. Diese Geschenke waren jedoch kostenpflichtig! Zudem wurden sie teilweise im Tausch für ein sexuell behaftetes Bild oder einer Videoantwort angeboten.

Was meint der Anbieter?

Nach eigener Aussage des Anbieters sollen Nutzer die Plattform nach folgender Goldenen Regel benutzen: Behandele andere Nutzer so, wie du selbst behandelt werden möchtest.

ask.fm weist mittels eines extra eingerichteten „Sicherheitscenters“ (https://safety.ask.fm/?lang=de auf Gefahren und Risiken hin.

Es gibt einige Funktionen, mit denen ask.fm Schutzmaßnahmen und Hilfemöglichkeiten für Nutzer anbietet:

  • Melde- und Blockierfunktion von unangebrachten Aktivitäten, Inhalten oder Profilen
  • die Option „anonyme Fragen zulassen“ deaktivieren
  • Anleitungen zum sicheren Umgang mit eigenen Inhalten auf ask.fm, zur Privatsphäre oder Löschung des Kontos

Nicht-registrierte Nutzer müssen zudem beim Stellen einer Frage ein Häkchen bei „Ich stimme ASKfm Nutzungbedingungen zu und bin mindestens 13 Jahre alt. Ich verspreche höflich zu sein :)“ bestätigen.

Was sollten Eltern beachten?

Sollte Ihr Kind ask.fm nutzen wollen, sollten Sie vorab mit ihm besprechen, was genau es auf dort sucht. Dadurch schaffen und fördern Sie das Vertrauen Ihres Kindes, sodass es sich an Sie wendet, wenn es etwas Unangenehmes erlebt.

Gehen Sie außerdem gemeinsam die Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen durch. Weisen Sie Ihr Kind auf die Risiken der Plattform hin und erklären Sie Ihrem Kind, warum es keine persönlichen Daten auf dem sozialen Netzwerk angeben sollte. Wie in jedem sozialen Netzwerk gilt auch hier: Erst denken, dann posten! Überlegen Sie sich zusammen einen Spitznamen für Ihr Kind, der keine Rückschlüsse auf die Identität Ihres Kindes zulässt. Ihr Kind sollte auch über folgende Funktionen Bescheid wissen:

  • das Zulassen von anonymen Fragen lässt sich deaktivieren
  • unangenehmes, unangemessenes oder problematisches Verhalten von Nutzern kann (auch anonym) gemeldet werden
  • Nutzer können blockiert werden
  • das Anzeigen von Antworten im Stream lässt sich deaktivieren (so erhält man weniger Aufmerksamkeit von beliebigen Nutzern)
  • Allgemein gilt: Fragen können auch unbeantwortet bleiben!

Was ist eigentlich… Open Source?

Kinder sind wissbegierig und möchten Dinge verstehen. Vielleicht hat Sie auch Ihr Kind schon einmal gefragt, wie das Internet eigentlich funktioniert, welche Strukturen und Prozesse dahinterstecken. Erwachsene und Kinder kommen tagtäglich mit dem Internet in Berührung und sind im Netz unterwegs. Für einen aufgeklärten Umgang damit steht immer öfter auch in Schulen Informatikunterricht auf dem Programm. Kinder lernen z. B. anhand kleiner Mini-Computer namens CALLIOPE, wie man eigene Programme, sogenannte Software, konstruiert und damit Roboter baut oder Nachrichten übertragen kann.

Calliope-mini|Quelle: https://pixabay.com/de/calliope-mini-calliope-computer-2755554/

Aber was ist Software überhaupt? Um am Computer oder Tablet arbeiten zu können, ist die Installation von verschiedenen Programmen bzw. Software notwendig. Auf mobilen Geräten heißen diese Apps. Es gibt z. B. Schreibprogramme wie Microsoft Word oder Internetbrowser wie Google Chrome. Viele von uns benutzen sogenannte „Freie Software“ wie etwa Firefox, Chrome, OpenOffice oder den VLC-Media Player. Auch auf vielen Schulrechnern sind solche Programme installiert, da freie Software zumeist kostenlos verfügbar ist und ein hohes Maß an Qualität aufweist. „Frei“ bedeutet, dass das Programm meistens kostenlos verwendbar ist und man beliebig viele Kopien weitergeben kann. Jeder kann also diese Software nutzen. Die Software des Mini-Computers CALLIOPE zählt auch dazu, so dass alle Schüler*innen Zugriff darauf haben können.
Oft spricht man in diesem Zusammenhang auch von „Open Source“. Dies meint dasselbe wie Freie Software, stellt jedoch einen anderen Aspekt in den Vordergrund. Übersetzt bedeutet Open Source „freie Quelle“. Das heißt, dass offen gelegt wird, wie die Software programmiert oder auch die Hardware (also die Bauteile eines Computers) zusammengesetzt ist.  Jede*r kann auf die Quelle zugreifen und sie weiterentwickeln, verändern oder auf Fehler in der Software oder Hardware aufmerksam machen. Schüler*innen können u. a. mit  Computern wie dem CALLIOPE erfahren, wie bekannte Open Source-Programme wie Firefox funktionieren. Sehr viele Menschen arbeiten am selben Programm, wodurch es sich immerzu weiterentwickeln und verbessern kann. Trotz der zumeist kostenlosen Nutzung gibt es verschiedene Lizenzbedingungen, die zu beachten sind (oft bezogen auf die Bearbeitung des Quellcodes). Ein Gegenmodell zu Open Source stellt „Proprietäre Software“ dar, wie z. B. Microsoft Office. Bei diesen Bezahlprogrammen weiß man nicht, welche Programmierung dahinter steckt. Außerdem kann man sie oft nur auf einem Rechner installieren – je nachdem welche Lizenz man gekauft hat.

 

 

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