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05.12.2025

Der Streamingdienst Joyn

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3 Minuten Lesezeit
3-17 Jahre
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Sicherheit
Unterhaltung
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Toolbeschreibung
Joyn

Schnell eine Kinderserie, einen Spielfilm für den Abend oder das wichtige Fußballspiel? Läuft alles bei Joyn. Joyn ist eine Streaming-Plattform wie Netflix und Co., aber ein deutscher Anbieter mit kostenfreiem Basis-Angebot. Doch was kann die Plattform wirklich – und worauf sollten Eltern achten?

Kurz gefasst:

  • Deutscher Streamingdienst der ProSiebenSat.1 Media SE
  • Inhalte: über 70 Live-TV-Sender, Serien, Shows, Sport und exklusive Produktionen
  • Registrierung mit E-Mail-Adresse, für Inhalte ab 16 oder 18 Jahren sowie für die Premiumversion ist eine Altersverifikation per Ausweis erforderlich
  • Alle Videos sind nach deutschem Jugendmedienschutzrecht bewertet und mit einer Altersstufe gekennzeichnet
  • Kostenmodell: kostenlos mit Werbung, Premiumversion Joyn PLUS+ ab 6,99 €/Monat
  • Jugendschutz: Zugriff auf Inhalte ab 16 oder 18 Jahren zusätzlich durch eine vierstellige Jugendschutz-PIN abgesichert

Worum geht’s?

Joyn ist der deutsche Mittelweg zwischen klassischem Fernsehen und großen Streamingdiensten. Das Angebot lässt sich über Smartphone, Tablet, PC oder Smart-TV abrufen, per App oder im Browser. Kinder und Jugendliche finden hier aktuelle Fernsehshows, ihre liebsten Serien aus der deutschen Fernsehlandschaft und internationale Filme für den Kinoabend zu Hause. Die Plattform vereint klassische TV-Inhalte mit modernen Streaming-Funktionen, sodass sowohl Live-Sport als auch exklusive Serien jederzeit abrufbar sind.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Für Kinder und Jugendliche ist Joyn vor allem attraktiv, weil die Basisversion kostenfrei und teils sogar ohne Login nutzbar ist. Viele frei verfügbare Live-TV-Inhalte lassen sich im Browser direkt abrufen. Für weitere Funktionen – etwa personalisierte Empfehlungen oder das Speichern von Watchlists – ist eine Registrierung mit E-Mail-Adresse erforderlich.

Wenn Eltern keinen eigenen Streamingdienst abonnieren möchten oder können, bleibt Joyn dennoch gut zugänglich. Die Plattform bietet viele Shows und Serien, über die auf dem Schulhof gerade gesprochen wird, darunter Big Brother, The Masked Singer oder Germany’s Next Topmodel.

Besonders reizvoll für junge Fans der Sendungen: Joyn bietet in der App Möglichkeiten, aktiv mitzuwirken. Zuschauer*innen können beispielsweise abstimmen, wer in einer Show eine Runde weiterkommt, an Quiz-Formaten teilnehmen oder bei Gewinnspielen mitmachen. Das stärkt das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein, und motiviert zum regelmäßigen Einschalten.

Wie funktioniert der Jugendschutz bei Joyn?

Wer Joyn nutzt, bekommt zunächst nur Inhalte angezeigt, die unter 16 Jahren freigegeben sind. Für alles, was ab 16 oder 18 freigegeben ist, muss der Account mit einer Ausweisnummer verifiziert werden. Diese Altersüberprüfung bietet aber keinen vollständigen Schutz. Eltern können ein Profil erstellen und es mit einer Jugendschutz-PIN sichern, so dass Kinder nur Inhalte abspielen können, die ab 0, 6 oder 12 Jahren freigegeben wurden.

Wichtig zu wissen: Nicht abspielbare Inhalte bleiben weiterhin sichtbar. Vorschaubilder, Titel oder kurze Beschreibungen können Kinder neugierig machen oder auf Themen hinweisen, die für ihr Alter nicht geeignet sind. Der Jugendschutz-PIN schützt also nur das Abspielen, nicht die Sichtbarkeit oder Wirkung der Inhalte.

Was kann problematisch sein?

  • Jugendschutz: Inhalte ab 16 oder 18 Jahren müssen mittels Altersverifikation freigeschaltet werden und können durch eine PIN abgesichert werden, alles darunter ist frei zugänglich, sodass Kinder auf alle Inhalte ab 0, 6 und 12 Jahren zugreifen können.
  • Unangemessene Inhalte: Auch wenn Inhalte ab 16 oder 18 Jahren nicht abspielbar sind, bleiben sie durch Vorschaubilder und Beschreibungen sichtbar. Dies kann Kinder neugierig machen und auf Themen hinweisen, die für ihr Alter nicht geeignet sind.
  • Werbung: In der kostenfreien Version werden Anzeigen eingeblendet, die Kinder beeinflussen oder zum Kauf anregen können.
  • Datenschutz: Die Altersverifikation erfordert sensible Ausweisdaten, deren Nutzung Eltern bewusst begleiten sollten.

Was sagt der Anbieter?

Joyn betont, dass Jugendschutz ein wesentlicher Bestandteil der Plattform ist und alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Die Jugendschutz-PIN kann nicht einfach deaktiviert werden, und der Anbieter stellt ausführliche Anleitungen zum Einrichten von Profilen für Kinder bereit. Die Altersverifikation erfolgt datenschutzkonform, die Daten werden nur temporär gespeichert

Was Eltern beachten sollten

Treffen Sie mit ihrem Kind klare Absprachen, was geschaut werden darf und was nicht. Nutzen Sie das Angebot – besonders bei jüngeren Kindern – möglichst gemeinsam. Begleiten Sie Ihr Kind aktiv, sprechen Sie über Inhalte und darüber, ob etwas vielleicht Angst macht oder unangenehme Gefühle auslöst. Stellen Sie ein Profil mit Jugendschutz-PIN ein, wenn Ihr Kind zu jung ist, um Inhalte ab 16 oder 18 Jahren zu sehen. Achten Sie darauf, dass Inhalte die nach Jugendschutz-Bewertung ab 0, 6 und 12 Jahren freigegeben sind, für alle zugänglich bleiben. Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Kind darüber, welche Inhalte in Ordnung sind und wie lange geschaut werden darf. Achten Sie darauf, wie Ihr Kind Werbung wahrnimmt, vor allem wenn es häufig Inhalte aus dem kostenfreien Bereich nutzt. Erklären Sie, dass Werbung Interessen beeinflussen kann und nicht alles, was beworben wird, geeignet oder notwendig ist. Überprüfen Sie gelegentlich die vorgeschlagenen Inhalte, da Vorschaubilder trotz Sperre sichtbar bleiben.

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