Kaum ein Satz bringt Eltern beim Thema Medienerziehung schneller ins Schwitzen. Ob es um ein eigenes Smartphone, TikTok, Games oder Bildschirmzeit geht: Kinder und Jugendliche vergleichen sich stark mit Gleichaltrigen. Eltern können dabei schnell unter Druck geraten und fragen sich vielleicht: Bin ich zu streng?
Wichtig ist: „Alle anderen“ stimmt fast nie wörtlich. Kinder und Jugendliche meinen damit meist ein Gefühl. Sie wollen dazugehören. Medien spielen oft eine große Rolle im Freundeskreis. Vor allem in der Pubertät ist es sehr wichtig, mitreden zu können und nicht ausgeschlossen zu sein. Bleiben Sie gelassen und fragen Sie nach:
Oft zeigt sich: Es sind ein oder zwei Kinder aus der Klasse – nicht wirklich „alle“. Dieses kurze Nachfragen nimmt Druck aus der Situation und öffnet die Tür für ein Gespräch.
Hinter dem Satz „Alle anderen dürfen das“ steckt meist mehr als nur ein Wunsch nach Medien. Häufig geht es darum, dazuzugehören, selbstständig zu sein oder mit Ihnen in Verhandlung zu treten. Versuchen Sie zu erkennen, was bei Ihrem Kind dahintersteckt. Dann wird das Gespräch ruhiger und Sie können gemeinsam Lösungen finden.
Sprechen Sie Regeln nicht nur aus, sondern erklären Sie sie. Ein einfaches „Nein“ führt oft zu Widerstand. Eine Begründung wirkt anders:
Wenn Ihr Kind versteht, warum es bestimmte Regeln gibt, kann es sie besser akzeptieren.
Gehen Sie mit anderen Eltern in den Austausch! Denn viele Eltern stehen vor denselben Fragen. Oft stellt sich heraus: Niemand weiß genau, was „alle“ machen. Vielleicht finden Sie mit Eltern in Ihrem Umfeld gemeinsame Linien.
Gleichzeitig dürfen Sie bei Ihren Entscheidungen bleiben. Denn Medienerziehung ist in jeder Familie anders. Jede Familie hat eigene Werte, Gewohnheiten und Grenzen. Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell – das sollten Sie bei Entscheidungen berücksichtigen. Andere Familien dürfen es anders machen.
Wenn Sie merken, dass das Thema nicht verschwindet – probieren Sie gestufte Lösungen aus und beachten Sie dabei unbedingt technische Jugendschutzeinstellungen. Hilfreich können kleine Schritte sein:
So fühlt sich Ihr Kind ernst genommen, ohne dass alle Regeln aufgehoben werden. Am besten treffen Sie Medienregeln gemeinsam. Dabei helfen kann zum Beispiel ein Mediennutzungsvertrag.
Ihr Kind soll lernen, mit Medien selbstständig und sicher umzugehen. Dafür braucht Ihr Kind klare Regeln – und Eltern, die zuhören. Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch, treffen Sie gemeinsam nachvollziehbare Entscheidungen und zeigen Sie echtes Interesse am Medienalltag und den medialen Vorbildern Ihres Kindes. Damit schaffen Sie Vertrauen. Und Vertrauen ist die beste Grundlage für eine bewusste Mediennutzung.
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