Ihr Kind verbringt viel Zeit auf TikTok? Es schaut ein kurzes Video nach dem anderen und aus „nur fünf Minuten“ wird schnell eine halbe Stunde? Damit ist Ihr Kind nicht allein. Die Social-Media-Plattform ist so aufgebaut, dass sie sofort unterhält und dabei die Aufmerksamkeit möglichst lange bindet.
TikTok bietet schnelle Unterhaltung: die Videos sind kurz, bunt, lustig, überraschend und oft emotional gestaltet. Die Themen sind vielfältig, es geht etwa um Tanz, Comedy, Musik, Tiere, Gaming, Beauty, Rezepte, Lifehacks oder den Alltag anderer Menschen. Für fast jedes Interesse gibt es passende Inhalte und die Abwechslung ist groß. Das kann schnell das Gefühl auslösen: „Nur noch ein Video!“.
Viele Videos auf TikTok wirken sehr nahbar. Sie sehen nicht immer perfekt produziert aus, sondern eher so, als könnten sie von Freund*innen oder Mitschüler*innen stammen. Das macht die Inhalte für Kinder und Jugendliche besonders interessant. Außerdem können sie selbst mitmachen: Trends nachstellen, Sounds benutzen, Videos liken und kommentieren. Mit Musik, Filtern, Effekten und einfachen Schnittfunktionen lassen sich leicht eigene Clips gestalten.
TikTok ist nicht nur Unterhaltung, sondern es geht auch um Zugehörigkeit. Viele Trends, Sounds, Challenges oder Memes werden im Freundeskreis, im Sportverein oder auf dem Schulhof aufgegriffen. Wer die App nutzt und beliebte TikToker*innen kennt, kann mitreden. Likes, Kommentare und Follower*innen geben schnell Anerkennung. Selbst Inhalte zu erstellen und zu teilen, kann aber auch Druck erzeugen: Bin ich lustig genug? Sehe ich gut genug aus? Kommt mein Video gut an?
Besonders fesselnd ist der „Für dich“-Feed oder auch For You Page genannt. Dort schlägt TikTok über einen Empfehlungsalgorithmus laufend neue Videos vor, die zu den Interessen der Nutzer*innen passen sollen. So entsteht schnell das Gefühl: „TikTok weiß genau, was ich mag.“ Gleichzeitig fällt das Aufhören schwerer, weil immer wieder ein neues Video erscheint. Außerdem können einseitige Inhalte entstehen – auch zu problematischen oder belastenden Themen.
Bleiben Sie mit Ihrem Kind im offenen Gespräch. Fragen Sie nach, was es gerne anschaut, welche Trends und Influencer*innen es spannend findet und ob es auch Videos gibt, die es verunsichern oder nerven. Wichtig ist: hören Sie Ihrem Kind erst einmal zu und bewerten Sie nicht sofort.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind auch über Algorithmen und Filterblasen und klären Sie es über relevante Themen wie zum Beispiel Kommunikationsrisiken, Werbung und Körperbilder auf. Machen Sie deutlich: Nicht alles, was oft angezeigt wird, ist automatisch gut, richtig und wichtig.
Richten Sie TikTok gemeinsam sicher ein. Prüfen Sie zum Beispiel Funktionen zur Privatsphäre, Kommentare, Nachrichten, Inhaltsfilter und Bildschirmzeiten. Nutzen Sie den „Begleiteten Modus“. Damit können Sie zum Beispiel die tägliche Nutzungszeit begrenzen, Ruhezeiten einstellen, Direktnachrichten einschränken und bestimmte Inhalte filtern. Das ersetzt kein Gespräch, kann aber helfen, ein Zuviel bei aller Faszination einzudämmen. Vereinbaren Sie gemeinsam klare Regeln: zum Beispiel handyfreie Zeiten beim Essen, vor dem Schlafengehen oder bei den Hausaufgaben. So helfen Sie Ihrem Kind, TikTok bewusst zu nutzen.
Mehr Infos zu TikTok finden Sie in diesem Artikel.
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.