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20.03.2026

Extreme Rollenbilder auf Social Media

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3 Minuten Lesezeit
6-17 Jahre
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Kommunikation
Sicherheit
Unterhaltung
Social Media
Video
Artikel
Pexels/Shvets Production

„Ein echter Mann zeigt keine Gefühle“ oder „Frauen wollen nur erfolgreiche Männer“ – beim Scrollen durch TikTok, YouTube oder Instagram stoßen Jugendliche auf viele Vorstellungen davon, wie Männer oder Frauen angeblich sein sollten. Manche Videos wirken wie harmlose Dating-Tipps, Fitness-Motivation oder Lifestyle-Content. Dahinter können jedoch extreme oder stark vereinfachte Rollenbilder stehen.

Worum geht’s?

Auf Social Media verbreiten sich viele Inhalte über Beziehungen, Dating oder „echte Männlichkeit“. Einige Creator*innen vermitteln klare Regeln dafür, wie Männer oder Frauen angeblich sein oder sich verhalten sollten. Häufig geht es dabei um Erfolg, Dominanz, Attraktivität oder traditionelle Rollen in Beziehungen. Manche dieser Rollenbilder werden auch von extremistischen Gruppen genutzt, um Jugendliche online anzusprechen.

In diesem Zusammenhang taucht immer wieder der Begriff „Manosphere“ auf. Damit wird ein loses Netzwerk von Online-Communitys bezeichnet, die sich mit Männlichkeit, Beziehungen und Geschlechterrollen beschäftigen. Die Inhalte finden sich auf Plattformen wie TikTok, YouTube, Instagram, Reddit oder in Podcasts.

Viele Beiträge wirken zunächst wie Ratgeber für junge Männer: Sie sollen selbstbewusster und muskulöser werden, mehr Geld verdienen oder im Dating erfolgreicher sein. In manchen Communitys werden jedoch auch stark vereinfachte oder frauenfeindliche Vorstellungen verbreitet. Dort wird etwa behauptet, Männer würden durch Gleichberechtigung benachteiligt oder müssten in Beziehungen dominant sein.

Neben solchen Inhalten gibt es auch Trends, die sehr traditionelle Frauenrollen zeigen. Beim sogenannten Tradwife-Trend präsentieren Influencer*innen ein Leben als „traditionelle Ehefrau“, die sich hauptsächlich um Haushalt, Familie und ihren Partner kümmert. Die Videos wirken oft ästhetisch und bewusst inszeniert.

Viele dieser Inhalte sind nicht offen extremistisch. Problematische Botschaften über Geschlechterrollen werden häufig indirekt vermittelt oder mit Humor, Lifestyle oder Motivation verbunden.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Jugendliche beschäftigen sich intensiv mit Fragen nach Identität, Beziehungen und ihrem Platz in der Welt. Inhalte über Rollenbilder können deshalb eine große Wirkung haben.

Einige Aspekte können Jugendliche besonders ansprechen:

  • Einfache Antworten auf komplexe Fragen: Videos vermitteln klare Regeln dafür, wie Männer oder Frauen angeblich erfolgreich oder attraktiv sein können.
  • Versprechen von Erfolg und Anerkennung: Influencer*innen zeigen Reichtum, Selbstbewusstsein, körperliche Fitness oder Statussymbole und stellen sie als erreichbare Ziele dar.
  • Gefühl von Zugehörigkeit: Online-Communitys vermitteln Gemeinschaft, besonders für Jugendliche, die sich unsicher oder ausgeschlossen fühlen.
  • Unterhaltsame Darstellung: Provokante Aussagen, Memes oder kurze Motivationsvideos verbreiten sich besonders gut auf Social Media.

Auch der Tradwife-Trend kann Jugendliche ansprechen, weil er ein scheinbar harmonisches Lebensmodell zeigt. Konflikte oder Ungleichheiten bleiben in solchen Videos meist unsichtbar. Zudem schlagen soziale Plattformen häufig weitere ähnliche Inhalte vor. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass viele Menschen so denken.

Was kann problematisch sein?

Einige dieser Videos oder Beiträge können problematische Botschaften enthalten oder extreme Rollenbilder verstärken.

  • Frauenfeindliche Aussagen: Frauen werden abgewertet oder für persönliche Probleme von Jungen und Männern verantwortlich gemacht.
  • Starre Rollenbilder: Jungen sollen dominant, erfolgreich und emotional hart sein, während Frauen auf traditionelle Rollen reduziert werden.
  • Einseitige Sicht auf Beziehungen: Videos können unrealistische Erwartungen an Partnerschaften oder Familienleben vermitteln.
  • Radikalisierung: Einige Inhalte überschneiden sich mit antifeministischen oder extremistischen Ideologien und können als Einstieg in entsprechende Online-Communitys dienen.

Algorithmen sozialer Netzwerke können zusätzlich dazu beitragen, dass Jugendliche immer häufiger ähnliche Inhalte sehen und dadurch ein einseitiges Weltbild entsteht.

Wie können Eltern damit umgehen?

Jugendliche stoßen oft zufällig auf solche Inhalte. Umso wichtiger ist es, ihre Mediennutzung zu begleiten.

  • Interesse zeigen: Fragen Sie Ihr Kind, welche Videos oder Influencer*innen es auf Social Media verfolgt. So erkennen Sie früh, welche Inhalte eine Rolle spielen.
  • Über Rollenbilder sprechen: Sprechen Sie darüber, welche Vorstellungen von Männern und Frauen in den Videos vermittelt werden. Fragen Sie Ihr Kind, wie es diese Aussagen selbst bewertet.
  • Inszenierung erklären: Viele Inhalte auf Social Media sind stark inszeniert. Creator*innen zeigen häufig ein bestimmtes Image oder Lebensmodell, das nicht unbedingt der Realität entspricht.
  • Algorithmen verständlich machen: Plattformen schlagen häufig ähnliche Inhalte vor. Dadurch kann schnell der Eindruck entstehen, eine bestimmte Meinung sei besonders verbreitet.
  • Vielfältige Vorbilder zeigen: Kinder und Jugendliche profitieren davon, unterschiedliche Lebensentwürfe kennenzulernen, beispielsweise verschiedene Familienformen oder Rollenverteilungen.

Ein offenes Gespräch über Beziehungen, Gleichberechtigung und das, was Jugendliche auf Social Media sehen, kann helfen, extreme Botschaften kritisch einzuordnen.

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