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26.06.2026

Food auf Social Media – Influencer*innen im Portrait

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3 Minuten Lesezeit
11-17 Jahre
Information
Kreativität
Unterhaltung
Social Media
Artikel
Pexels/Vitaly Gariev

Sie schnibbeln und zupfen, braten und backen, rühren und mixen – und lassen uns immer ganz genau reinschauen in ihre Töpfe, Pfannen und Tassen. Bei Foodfluencer*innen dreht sich alles ums Essen und Trinken.

Was genau sind Foodfluencer*innen?

Wo früher noch das dicke Koch- und Backbuch stand, hat sich längst das Smartphone oder Tablet breit gemacht: Statt uns durch 1.000 Seiten Rezepte zu blättern, reichen ein Suchbegriff und wenige Klicks und wir werden nett und kurzweilig durch die Essenszubereitung begleitet. Foodfluencer*innen laden uns auf Social Media in ihre Küchen ein und haben allerlei Ideen, Tipps und Angebote rund um Ernährung für uns. Da gibt es die traditionelle Küche neben neuen veganen Rezepten, exklusive Speisen und solche für den schlanken Geldbeutel. Auch Ernährungstipps zum Abnehmen, zum Muskelaufbau, für mehr Gesundheit, mehr Energie oder schönere Haut sind Teil des Contents. Dabei sind die Influencer*innen so verschieden wie ihre Ernährung: von jung bis älter, von ausgebildeten Köch*innen über erfahrene Freizeit-Gourmets bis zu Neueinsteiger*innen. Hier scheint für alle das richtige Food-Profil dabei zu sein.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an Foodfluencer*innen?

Essen ist nicht nur eine Notwendigkeit – es ist immer auch Teil der Identität. Kinder und Jugendliche, die gerade ihre eigene Identität entdecken, finden häufig auch in Foodfluencer*innen Vorbilder und Anregung. Sie möchten vielleicht Neues ausprobieren, sich von den Essgewohnheiten im Elternhaus abnabeln. Manche Jugendliche suchen nach gesunden Rezepten oder wollen einem Trend folgen. Andere wollen abnehmen oder Muskeln aufbauen. Oder sie interessieren sich für vegane oder nachhaltige Ernährung. Foodfluencer*innen machen das sonst manchmal etwas eingestaubte Thema Ernährung in ihren Videos attraktiv und leicht verständlich. Sie sprechen die Sprache ihres jungen Publikums, laden sie in ihr Alltagsleben ein und bieten neben Anleitungen zur Nahrungszubereitung oft auch Weltanschauungen und Lebensweisheiten, nach denen ihre Follower*innen suchen.

Was sollten Eltern beachten?

Für Eltern ist es oft erstmal eine gute Nachricht, wenn der Nachwuchs sich in der Küche betätigt. Gesundes Frühstück statt Schokoaufstrich – und am Wochenende zaubern die Kinder einen Kuchen auf den Tisch. Wer würde sich da beschweren? Bei aller Freude gilt aber auch bei Foodfluencer*innen: Informieren Sie sich, wer da über den Bildschirm flimmert, schauen Sie den scheinbaren Küchen-Expert*innen gemeinsam zu, tauschen Sie sich aus und behalten Sie die nötige Skepsis.

Manche Foodfluencer*innen sind echte Profis – doch es gibt auch Ernährungs- und Weltanschauungstipps, bei denen man vorsichtig sein sollte. Manche Sport- oder Diät-Pläne gehen viel zu weit oder sind ungesund. Gerade wenn Ernährung als Allheilmittel dargestellt wird, sollten die Alarmglocken läuten. Besonders kritisch ist es, wenn Rezeptideen mit scheinbar perfekten Körpern, Fitnessversprechen oder sehr schlanken Schönheitsidealen verknüpft sind. Zudem können bearbeitete oder KI-generierte Bilder unrealistische Vorstellungen davon verstärken, wie Körper angeblich aussehen sollten.

Zudem verdienen viele Foodfluencer*innen sehr viel Geld mit Werbung – entweder weil sie eigene Produkte verkaufen oder weil sie Kooperationen mit Lebensmittelherstellern eingehen. Für Kinder und Jugendliche ist oft nicht leicht zu erkennen, wo ein ehrlicher Tipp endet und Werbung beginnt. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Influencer*innen und Social-Media-Werbung das Online-Kaufverhalten junger Menschen deutlich beeinflussen können. Prüfen Sie gemeinsam, ob ein Produkt wirklich sinnvoll ist, ob es als Werbung gekennzeichnet ist und ob andere, unabhängige Quellen die Versprechen bestätigen.

Manche Foodfluencer*innen setzen außerdem bewusst auf besonders eklige oder absurde Rezepte und ernten bewusst Hasskommentare. Die Aufregung in den Kommentaren sorgt für Aufmerksamkeit und kann so ihre Reichweite erhöhen. Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch. Am schönsten ist es, wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Kind durch Food-Inhalte stöbern, sich austauschen, Inhalte vergleichen – und danach zusammen in der Küche etwas Neues ausprobieren. Das macht im besten Fall Spaß! Und wenn es ein Reinfall war, war es wenigstens lustig.

Wem schauen wir da eigentlich zu?

Die Welt der Foodfluencer*innen ist groß und unüberschaubar. Wer sich auf die Suche nach guten Inhalten macht, findet vieles – und muss gut prüfen, was davon wirklich funktioniert und schmeckt. Ein paar bekannte Beispiele sind diese:

  • Er belegt Burger oder gestaltet Schoko-Skulpturen, futtert sich durch Essen aus allen Ländern der Welt oder veranstaltet Koch-Challenges mit anderen YouTubern: Nick DiGiovanni ist ein amerikanischer Koch mit Vorliebe für Rekorde, außergewöhnliche Geschmäcker und schnelle Schnitte. Mit seiner YouTube-Küche erreicht er damit fast 6 Millionen Abonnent*innen.
  • In Aachen schwingt Hobbyköchin PiaundHalloumi den Kochlöffel. Der „Halloumi“ im Namen ist dabei nicht nur eine Lieblings-Zutat, sondern auch der Name ihres Hundes, der sie gern in der Küche begleitet. Ihren rund 1 Million Instagram-Follower*innen kocht sie Suppen und Salate, Auflauf und Nachspeise und vor allem sehr viel Halloumi vor und hat ihre Rezepte auch als Kochbuch veröffentlicht.
  • Die Brüder Fabi und Phil nehmen auf TikTok ca. 1,1 Mio Follower*innen mit in ihre Küche. Hier kochen sie deftige Gerichte und Süßspeisen, probieren und bewerten allerlei Gerichte und präsentieren alles kurz und knackig im TikTok-Stil.
  • Wer auf der Suche nach Backrezepten ist, kommt im deutschsprachigen Raum kaum an RenasDelights vorbei. Seit einigen Jahren bäckt und dekoriert Serena Agbor-Mbongoo alles von Macarons bis Torten. Sie nahm an einer Kochshow teil und verkauft ihre Kreationen mittlerweile auch als Backbuch sowie in einem eigenen Café.

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