Ob Mode, Fitness, Gaming, Wissen oder Lifestyle – Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit auf Social Media und treffen dort auf digitale Vorbilder. Influencer*innen präsentieren Inhalte, die unterhalten, inspirieren oder informieren. Dieser Überblick zeigt Eltern, welche Arten von Influencer*innen es gibt, welche Themen sie bedienen, worauf Jugendliche besonders achten und welche Chancen und Risiken sich daraus ergeben.
Sie wissen, was auf den Laufstegen, bei den Modelabels und in den Läden gerade los ist: Fashion-Influencer*innen zeigen aktuelle Trends, geben Stylingtipps und kombinieren Kleidung oft mit Beauty-, Sport- oder Lifestyle-Themen. Viele Kinder und Jugendliche nutzen diese Profile als Inspiration für den eigenen Stil, Outfits und Selbstdarstellung.
Potenziell problematisch: unrealistische Schönheits- und Körperideale, hoher Konsumdruck, Werbung für Produkte.
Fitness-Influencer*innen zeigen Workouts, Ernährungstipps und Motivation für einen aktiven Lebensstil. Manche orientieren sich dabei bewusst am Alltag ihrer Follower*innen und geben Anregungen, wie sich Bewegung und gesunde Ernährung in den Tagesablauf integrieren lassen. Sie sprechen sowohl sportlich ambitionierte Jugendliche als auch Einsteiger*innen an.
Potenziell problematisch: übertriebene Körperideale, unrealistische Trainingsziele, Werbung für Produkte oder Nahrungsergänzung.
Vom Sparbuch zum Krypto-Depot: Finfluencer*innen erklären Sparen, Geldanlage, Trading und Kryptowährungen. Sie verbinden Tipps oft mit persönlichen Erfolgsgeschichten und glamourösen Lifestyle-Darstellungen. Ältere Jugendliche stoßen auf diese Kanäle, wenn Taschengeld, Nebenjobs oder erste größere Anschaffungen relevant werden.
Potenziell problematisch: fehlende Qualifikation, unrealistische Gewinnversprechen, Monetarisierung, mögliche finanzielle Verluste.
Politik, Naturwissenschaft, Psychologie oder Geschichte – Wissens-Influencer*innen vermitteln komplexe Themen anschaulich und verständlich. Sie erklären Inhalte kurzweilig, nahbar und oft mit einem Augenzwinkern. Viele Jugendliche nehmen sie nicht nur als Informationsquelle wahr, sondern auch als Vorbilder, die Sprache, Argumentationsweisen oder schulische Interessen beeinflussen.
Potenziell problematisch: begrenzte Tiefe, Fehleranfälligkeit, Monetarisierung, vereinfachte Darstellungen.
Chips und Popcorn raus – Let’s Player*innen spielen Videospiele und kommentieren Strategien, Tipps und Geschichten. Die Gaming-Szene ist männlich geprägt, doch weibliche und queere Let’s Player*innen gewinnen zunehmend an Bedeutung und dienen Kindern und Jugendlichen als Vorbilder.
Potenziell problematisch: Suchtpotenzial, übermäßige Bildschirmzeit, Monetarisierung, Interaktion mit Fremden.
Ob Basteln, Backen oder das eigene Zimmer gestalten – DIY-Influencer*innen zeigen Schritt-für-Schritt-Anleitungen für kreative Projekte. Kinder und Jugendliche können ihre eigenen Fähigkeiten ausprobieren und Ideen nachmachen.
Potenziell problematisch: Nachahmungsrisiko bei gefährlichen Arbeiten, Werbung für Produkte, Monetarisierung.
Sie lassen ihre Follower*innen am scheinbaren Alltag teilhaben: Frühstück zubereiten, shoppen, dekorieren oder Sport treiben – Lifestyle-Influencer*innen zeigen Alltagsinhalte und Unterhaltung. Jugendliche nehmen hier Vorbilder wahr, orientieren sich an Vorlieben und Alltagsritualen.
Potenziell problematisch: unrealistische Alltagserwartungen, Konsumdruck, Werbung, Privatsphäre.
Tanzen, Comedy, Pranks – Unterhaltungs-Influencer*innen bieten kurze, witzige Inhalte. Sie sind Stars auf Peer-Group-Ebene und liefern Unterhaltung, selten aber tiefere Informationen.
Potenziell problematisch: Gewalt- oder Scherzinhalte, Monetarisierung, unkontrollierte Kommentare.
Sie setzen sich für Umwelt, soziale Gerechtigkeit, Toleranz oder psychische Gesundheit ein. Sinnfluencer*innen motivieren Kinder und Jugendliche, sich gesellschaftlich zu engagieren.
Potenziell problematisch: einseitige Darstellungen, Ideologisierung, mögliche Werbung oder Sponsoring.
Sie filmen Beauty-Tutorials, stellen Produkte vor oder geben Tipps zur Hautpflege. Oft bewerben sie dabei auch eigene Produkte. Für Jugendliche können solche Inhalte hilfreich sein. Gleichzeitig können sie aber auch das Gefühl verstärken, am eigenen Körper ständig etwas verändern zu müssen.
Potenziell problematisch: unrealistische Schönheitsideale, problematische Körperbilder, Werbung, Produktplatzierungen.
Food-Influencer*innen zeigen Rezepte, Food-Trends und Tipps rund ums Essen. Ihre Inhalte sind oft kreativ, unterhaltsam und nah an der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Das macht Lust, Neues auszuprobieren und Essen auch als Teil von Lifestyle und Selbstausdruck zu erleben.
Potenziell problematisch: ungesunde Sport- und Ernährungspläne, falsche Gesundheitsversprechen, unrealistische Schönheitsideale, Werbung, Konsumdruck.
Queere Influencer*innen sind in allen Feldern der zuvor genannten Bereiche aktiv und geben Kindern und Jugendlichen Einblicke in unterschiedliche queere Lebensrealitäten. Sie eröffnen neue Perspektiven, können Mut machen, für Diskriminierung sensibilisieren und das Gefühl vermitteln, mit Fragen zu Identität, Liebe oder Zugehörigkeit nicht allein zu sein.
Potenziell problematisch: Werbung, fehlende Einordnung sensibler Themen, einseitige Orientierung an Vorbildern aus sozialen Medien.