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02.06.2026

KI-Influencer*innen – wenn hinter Profilen keine echten Menschen stecken

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Das neue Lieblingsprofil wirkt freundlich, antwortet auf Kommentare und teilt ständig neue Fotos aus dem Alltag. Für viele Kinder sieht der Account aus wie andere Influencer*innen auf Instagram oder TikTok. Doch hinter manchen Profilen steckt gar kein echter Mensch. Immer mehr Influencer*innen auf Social Media werden mit Künstlicher Intelligenz erstellt.

Was steckt hinter KI-Influencer*innen?

KI-Influencer*innen sind erfundene Figuren auf Social Media. Bilder, Videos, Stimmen und Texte werden mit Hilfe von KI erstellt oder bearbeitet. Hinter den Profilen stehen meist Unternehmen oder Agenturen. Die Figuren präsentieren sich als Mode-Influencer*innen, Gamer*innen, Musiker*innen oder Lifestyle-Stars und erzählen aus ihrem angeblichen Alltag.

Besonders bekannt ist Lil Miquela aus den USA. Die virtuelle Influencerin veröffentlicht Modefotos, Musik und politische Botschaften und hat Millionen Follower*innen. Auch die deutsche KI-Figur Noonoouri arbeitet mit großen Modemarken zusammen und setzt sich öffentlich für nachhaltige Mode ein.

Mit KI können heute sehr schnell Bilder, Videos oder Texte für Social Media erstellt werden. Trotzdem handeln diese Figuren nicht eigenständig. Inhalte, Texte und Kooperationen werden von Menschen geplant und gesteuert. Für Unternehmen sind solche Figuren attraktiv, weil sie die Inhalte vollständig kontrollieren können. Viele dieser Figuren werden so gestaltet, dass sie auf Social Media besonders viel Aufmerksamkeit bekommen.

Auch rechtspopulistische und extremistische Gruppierungen nutzen KI-Influencer*innen. Die Profile zeigen oft junge, attraktive Personen. Sie verbinden harmlose Lifestyle-Inhalte mit radikalen oder diskriminierenden Botschaften, sie zeigen zum Beispiel Deutschlandflaggen, klassische Familienbilder oder treffen Aussagen gegen Migration. Andere Accounts erfinden eigene Wirklichkeiten und zeigen skurrile Zukunftsbilder. So sollen rechte Weltbilder moderner wirken und sich schrittweise verbreiten.

Es gibt auch Projekte mit positiven Zielen. Manche virtuelle Figuren sollen auf gesellschaftliche Themen aufmerksam machen oder zeigen, was mit KI kreativ möglich ist. Der Account Itskamisworld wurde zum Beispiel entwickelt, um Menschen mit Down-Syndrom sichtbarer zu machen. Trotzdem bleibt wichtig, Inhalte aufmerksam einzuordnen und Werbung erkennen zu können.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Kinder und Jugendliche nutzen Social Media zum Abschalten, Austauschen und Dazugehören. Influencer*innen spielen dabei oft eine wichtige Rolle. Virtuelle Influencer*innen wirken oft besonders perfekt und professionell, reagieren schnell auf Trends und scheinen ständig erreichbar zu sein. Genau das macht sie für viele junge Nutzer*innen interessant.

Vor allem jüngere Kinder hinterfragen oft nicht, wer hinter einem Profil steckt. Wenn ein Account regelmäßig kommentiert, aus dem Alltag erzählt und freundlich auf Nachrichten reagiert, entsteht schnell das Gefühl von Nähe.

Viele Jugendliche merken zwar eher, dass Inhalte künstlich erstellt wurden, stehen dafür aber stärker unter Druck durch Schönheitsideale und Vergleiche auf Social Media. Hohe Follower*innenzahlen, Likes und positive Kommentare verstärken den Eindruck, dass die Figur beliebt und glaubwürdig ist.

Für manche Nutzer*innen ist dabei gar nicht entscheidend, ob eine Figur real ist. Wichtig ist vor allem, ob die Inhalte unterhaltsam, kreativ oder spannend wirken.

Was kann problematisch sein?

Besonders schwierig ist, dass KI-Influencer*innen oft kaum von echten Menschen zu unterscheiden sind.

Mögliche Probleme:

Außerdem sind KI-Inhalte bisher oft nicht eindeutig gekennzeichnet. Es bleibt für Nutzer*innen häufig unklar, ob Bilder, Videos oder Figuren künstlich erstellt wurden.

Was sollten Eltern beachten?

Begleiten Sie Ihr Kind bei der Nutzung von Social Media und interessieren Sie sich dafür, welchen Profilen es folgt. Schauen Sie sich gemeinsam Profile an und sprechen Sie darüber, wie Inhalte auf Social Media entstehen. Viele KI-generierte Bilder wirken auf den ersten Blick perfekt oder besonders professionell. Manche Inhalte zeigen jedoch kleine Auffälligkeiten:

  • Hände, Zähne oder Schmuck sehen merkwürdig aus
  • Hintergründe verändern sich plötzlich oder wirken „verschoben“
  • Gesichter wirken „zu perfekt“, ohne Poren oder Falten
  • Licht und Schatten passen nicht richtig zusammen
  • Spontane Fotos mit anderen Menschen fehlen oft

Kinder müssen nicht jede KI-Fälschung sofort erkennen. Wichtiger ist, nicht alles sofort zu glauben, was auf Social Media echt aussieht.

Sprechen Sie auch darüber, dass viele Influencer*innen mit ihren Inhalten Geld verdienen. Virtuelle Figuren wirken oft wie gute Freund*innen oder geben scheinbar ehrliche Empfehlungen. Dahinter stecken jedoch häufig Werbung und Unternehmen.

Hilfreich können Fragen sein wie:

  • Wer steckt hinter dem Profil?
  • Warum sieht dort alles so perfekt aus?
  • Was soll der Beitrag bei mir auslösen?
  • Wird hier vielleicht Werbung gemacht?

Gerade jüngere Kinder können virtuelle Figuren schnell für echte Freund*innen halten. Wichtig ist, dass Kinder mit Fragen oder Unsicherheiten offen zu ihren Eltern kommen können.

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