Ob Chatbots wie ChatGPT und My AI oder digitale Assistenten wie Alexa – Künstliche Intelligenz läuft im Familienalltag längst ganz nebenbei mir und wird wie selbstverständlich genutzt. Genau das macht neugierig und regt zum selbst Ausprobieren an. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen Möglichkeiten, wie Kinder und Jugendliche KI-Tools kreativ nutzen können.
Draußen regnet es und alle Aktivitäten für zuhause scheinen ausgeschöpft zu sein? Wie wäre es mit einer besonderen Malaktion? Viele KI-Tools zur Bilderstellung können im Handumdrehen Malvorlagen ganz nach den Wünschen Ihres Kindes erstellen. Dazu gibt Ihr Kind den Befehl, wie das Bild aussehen soll, in das Chatfenster ein und erhält von dem Chatbot ein generiertes Bild. Hierfür eignet sich zum Beispiel das kinderfreundliche KI-Tool KinderGPT. Die App arbeitet ohne Werbung und ist im Gegensatz zu vielen anderen Anwendungen nicht darauf optimiert, Kinder möglichst lange in der App zu halten. Ein möglicher Prompt könnte sein: „Erstelle ein Ausmalbild in Schwarz-Weiß mit einem freundlichen Drachen, der auf einem Skateboard durch einen Zauberwald fährt.“. Ist das Ergebnis noch nicht so, wie Ihr Kind es sich vorgestellt hat, kann es den Auftrag weiter verändern und neue Details ergänzen. So erfährt Ihr Kind spielerisch, wie wichtig genaue Anweisungen bei der Nutzung von KI-Tools sind. Die fertige Vorlage können Sie ausdrucken und Ihr Kind anschließend ausmalen. KinderGPT bereitet Inhalte nach Angaben des deutschen Anbieters HillcrownAI altersgerecht auf und filtert sie.
Link zum Tool: https://www.kindergpt.com/
KI-Bildgeneratoren ermöglichen Ihrem Kind, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen und spannende Kunstwerke zu erschaffen. Es kann zum Beispiel Bilder im Stil verschiedener Kunstrichtungen wie Impressionismus oder Romantik gestalten oder sich von berühmten Künstler*innen inspirieren lassen. Eine Möglichkeit der Umsetzung bietet Leonardo.AI. Pro Tag stehen in der kostenfreien Version 150 Tokens (eine Art digitale Währung) zur Verfügung, womit sich mindestens 10 Bilder generieren lassen. Ein möglicher Prompt wäre zum Beispiel: „Gestalte ein Gemälde im Pop-Art-Stil, das zwei Katzen in einem Raumschiff zeigt.“. Alle KI-generierten Bilder und Videos stehen in Leonardo.AI anderen Nutzer*innen zur Verfügung. Inhalte können mit Likes versehen und weiterbearbeitet werden. Nur in der Bezahlversion lassen sich eigene Inhalte privat speichern.
Link zum Tool: https://leonardo.ai/
Mit dem niedrigschwelligen Designprogramm Canva kann Ihr Kind mit vielfältigen KI-Tools und Bearbeitungsfunktionen selbst kreativ werden. Canva eignet sich zum Beispiel hervorragend dafür, eigene Comics oder Fotostorys zu gestalten. Das geht so: Ihr Kind überlegt sich eine kurze Geschichte, die mit wenigen Bildern umsetzbar ist und hält sie auf einem Notizzettel fest. Auf der Startseite klickt Ihr Kind links oben auf das „+“-Symbol „Erstellen“. Im Suchfeld gibt es den Begriff „Comics“ ein und wählt „Comicstrip“ aus. Aus den Vorschlägen sucht sich Ihr Kind nach seinem Geschmack eine Vorlage aus. Um die Seiten zu befüllen, benötigt es Bildmaterial. Dazu kann Ihr Kind Fotos aus der Canva-Datenbank auswählen oder mithilfe von KI-Tools Bildmaterial generieren. Unter „Magic Media“ lassen sich schnell und einfach KI-Bilder erstellen. Mehr Auswahl gibt es unter „Apps“à „KI-Generierung“ à „KI-Bilder“. Auch bei der Bildbearbeitung können KI-Funktion unterstützen und zum Beispiel den Hintergrund von Fotos entfernen. Mit einem Klick auf „Text“ kann Ihr Kind Schrift hinzufügen und unter „Elemente“ das Comic mit Sprechblasen, Grafiken oder Stickern vervollständigen. Eine Anleitung zur Comic-Erstellung finden Sie auf canva.com. In Canva kann Ihr Kind auch andere KI-gestützte Apps ausprobieren, z. B. zur Generierung von Text, Musik und Videos.
Link zum Tool: https://canva.com
Wenn Ihr Kind kreative KI-Tools nutzen möchte, sollten Sie als Eltern auf folgende Punkte achten:
Bei allen Angeboten bleibt aber vor allem wichtig: Lassen Sie jüngere Kinder nicht allein mit KI-Tools experimentieren, sondern erforschen Sie sie gemeinsam. Testen Sie die Möglichkeiten, sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Grenzen und Risiken – denn der beste Schutz vor den Stolperfallen der KI-Angebote bleibt natürlich eine kompetente Nutzung.