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11.09.2026

Kreativ werden mit KI – Tools für Kinder und Jugendliche

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3 Minuten Lesezeit
6-17 Jahre
Kreativität
Apps
Artikel
Toolbeschreibung
Leonardo.AI

Ob Chatbots wie ChatGPT und My AI oder digitale Assistenten wie Alexa – Künstliche Intelligenz läuft im Familienalltag längst ganz nebenbei mir und wird wie selbstverständlich genutzt. Genau das macht neugierig und regt zum selbst Ausprobieren an. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen Möglichkeiten, wie Kinder und Jugendliche KI-Tools kreativ nutzen können.

Malvorlagen erstellen mit KinderGPT

Draußen regnet es und alle Aktivitäten für zuhause scheinen ausgeschöpft zu sein? Wie wäre es mit einer besonderen Malaktion? Viele KI-Tools zur Bilderstellung können im Handumdrehen Malvorlagen ganz nach den Wünschen Ihres Kindes erstellen. Dazu gibt Ihr Kind den Befehl, wie das Bild aussehen soll, in das Chatfenster ein und erhält von dem Chatbot ein generiertes Bild. Hierfür eignet sich zum Beispiel das kinderfreundliche KI-Tool KinderGPT. Die App arbeitet ohne Werbung und ist im Gegensatz zu vielen anderen Anwendungen nicht darauf optimiert, Kinder möglichst lange in der App zu halten. Ein möglicher Prompt könnte sein: „Erstelle ein Ausmalbild in Schwarz-Weiß mit einem freundlichen Drachen, der auf einem Skateboard durch einen Zauberwald fährt.“. Ist das Ergebnis noch nicht so, wie Ihr Kind es sich vorgestellt hat, kann es den Auftrag weiter verändern und neue Details ergänzen. So erfährt Ihr Kind spielerisch, wie wichtig genaue Anweisungen bei der Nutzung von KI-Tools sind. Die fertige Vorlage können Sie ausdrucken und Ihr Kind anschließend ausmalen. KinderGPT bereitet Inhalte nach Angaben des deutschen Anbieters HillcrownAI altersgerecht auf und filtert sie.

  • Systeme: Android, iOS, Browser
  • Alterskennzeichen: USK ab 0 Jahren (Google Play Store) | Hinweise zur Nutzung: In-App-Käufe
  • Kosten: kostenfrei, Premium-Abo

Link zum Tool: https://www.kindergpt.com/

Kunstwerke generieren mit Leonardo.AI

KI-Bildgeneratoren ermöglichen Ihrem Kind, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen und spannende Kunstwerke zu erschaffen. Es kann zum Beispiel Bilder im Stil verschiedener Kunstrichtungen wie Impressionismus oder Romantik gestalten oder sich von berühmten Künstler*innen inspirieren lassen. Eine Möglichkeit der Umsetzung bietet Leonardo.AI. Pro Tag stehen in der kostenfreien Version 150 Tokens (eine Art digitale Währung) zur Verfügung, womit sich mindestens 10 Bilder generieren lassen. Ein möglicher Prompt wäre zum Beispiel: „Gestalte ein Gemälde im Pop-Art-Stil, das zwei Katzen in einem Raumschiff zeigt.“. Alle KI-generierten Bilder und Videos stehen in Leonardo.AI anderen Nutzer*innen zur Verfügung. Inhalte können mit Likes versehen und weiterbearbeitet werden. Nur in der Bezahlversion lassen sich eigene Inhalte privat speichern.

  • Systeme: Android, iOS, Browser
  • Alterskennzeichen: USK ab 12 Jahren (Google Play Store) | Hinweise zur Nutzung: Nutzerinteraktion
  • Kosten: kostenfrei, verschiedene Abo-Modelle

Link zum Tool: https://leonardo.ai/

Comics gestalten mit Canva

Mit dem niedrigschwelligen Designprogramm Canva kann Ihr Kind mit vielfältigen KI-Tools und Bearbeitungsfunktionen selbst kreativ werden. Canva eignet sich zum Beispiel hervorragend dafür, eigene Comics oder Fotostorys zu gestalten. Das geht so: Ihr Kind überlegt sich eine kurze Geschichte, die mit wenigen Bildern umsetzbar ist und hält sie auf einem Notizzettel fest. Auf der Startseite klickt Ihr Kind links oben auf das „+“-Symbol „Erstellen“. Im Suchfeld gibt es den Begriff „Comics“ ein und wählt „Comicstrip“ aus. Aus den Vorschlägen sucht sich Ihr Kind nach seinem Geschmack eine Vorlage aus. Um die Seiten zu befüllen, benötigt es Bildmaterial. Dazu kann Ihr Kind Fotos aus der Canva-Datenbank auswählen oder mithilfe von KI-Tools Bildmaterial generieren. Unter „Magic Media“ lassen sich schnell und einfach KI-Bilder erstellen. Mehr Auswahl gibt es unter „Apps“à „KI-Generierung“ à „KI-Bilder“. Auch bei der Bildbearbeitung können KI-Funktion unterstützen und zum Beispiel den Hintergrund von Fotos entfernen. Mit einem Klick auf „Text“ kann Ihr Kind Schrift hinzufügen und unter „Elemente“ das Comic mit Sprechblasen, Grafiken oder Stickern vervollständigen. Eine Anleitung zur Comic-Erstellung finden Sie auf canva.com. In Canva kann Ihr Kind auch andere KI-gestützte Apps ausprobieren, z. B. zur Generierung von Text, Musik und Videos.

  • Systeme: Android, iOS, Browser
  • Alterskennzeichen: USK ab 0 Jahren (Google Play Store) | Hinweise zur Nutzung: Chats und In-App-Käufe
  • Kosten: kostenfrei, verschiedene Abo-Modelle

Link zum Tool: https://canva.com

Das sollten Eltern beachten

Wenn Ihr Kind kreative KI-Tools nutzen möchte, sollten Sie als Eltern auf folgende Punkte achten:

  • Gefährdende Inhalte im Netz: Erklären Sie Ihrem Kind, dass KI-Tools auch mit Inhalten trainiert wurde, die möglicherweise nicht altersgerecht sind. Ist Ihr Kind noch jünger, nutzen Sie KI-Tools vorerst gemeinsam und legen Sie dann gemeinsam klare Regeln und Grenzen für die Nutzung fest.
  • Schutz der Privatsphäre: Ihr Kind sollte keine persönlichen Daten oder private Fotos in KI-Tools eingeben oder hochladen. Klären Sie es darüber auf, wie es seine Privatsphäre im Netz schützen kann.
  • Nachhaltigkeit: Weisen Sie auf den hohen Energieverbrauch von KI-Programmen hin, verwenden Sie Prompts gezielt und sparsam und fördern Sie damit einen bewussten Umgang.
  • Fehler und Ungenauigkeiten: Ungewöhnliche Schatten, seltsame Perspektiven – kreative KI-Tools werden stetig genauer, können jedoch trotz großer Datenmengen noch immer Fehler machen. Ein guter Anlass, mit Ihrem Kind darüber zu sprechen, warum der Ausmal-Dino nicht irgendwie nicht ganz richtig aussieht.
  • Diversität und Stereotype: KI-Systeme werden von Menschen erstellt und reproduzieren Stereotype. Thematisieren Sie, dass KI-Systeme klischeehafte oder diskriminierende Darstellungen erzeugen können und fördern Sie Vielfalt bei der Mediennutzung Ihres Kindes.
  • Kostenfalle: Viele KI-Tools sind vorerst kostenfrei, locken aber mit erweiterten, kostenpflichtigen Angeboten. Machen Sie Ihr Kind auf versteckte Gebühren oder In-App-Käufe aufmerksam und hinterlegen Sie kein Zahlungsmittel in den App-Stores und im Programm selbst.

Bei allen Angeboten bleibt aber vor allem wichtig: Lassen Sie jüngere Kinder nicht allein mit KI-Tools experimentieren, sondern erforschen Sie sie gemeinsam. Testen Sie die Möglichkeiten, sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Grenzen und Risiken – denn der beste Schutz vor den Stolperfallen der KI-Angebote bleibt natürlich eine kompetente Nutzung.

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