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Spieleseiten im Netz – Zwischen Spaß, Spiel und Werbung

Digitale Spiele sind eine beliebte Freizeitbeschäftigung bei Kindern und Jugendlichen. Dabei wird auch gern über das Internet gespielt. Es gibt verschiedene Spieleseiten im Netz, auf denen Kinder teils kostenlos, teils gegen Bezahlung spielen können. Beim Spiel allein oder im Team werden verschiedene Fähigkeiten gefördert, aber vor allem sogenannte Multiplayer-Spiele bergen auch Gefahren, wie z. B. Mobbing.

Kostenlose Seiten mit viel Werbung und fragwürdigem Datenschutz

Viele bei Kindern und Jugendlichen besonders beliebte Spieleportale, wie z. B. spielaffe.de, finanzieren sich über Werbung. Nur so können sie die Spiele kostenlos anbieten. Dafür werden Kinder mit vielen Werbeanzeigen und Links zu externen Partnern konfrontiert. Nicht jedes Kind kann Werbung von den eigentlichen Inhalten der Website unterscheiden und gelangt so vielleicht unbeabsichtigt auf andere Seiten. 

Spielaffe ist nicht konkret für Kinder gemacht. Nicht alle Spiele sind für jedes Kindesalter geeignet, aber trotzdem erreichbar. Ein Problem dabei ist, dass Spiele, die online angeboten werden, bisher nicht mit einer Alterskennzeichnung versehen werden müssen.

Vor allem jüngere Kinder dürften mit dem großen Angebot und den vielen bunten Bildern und Schaltflächen auf spielaffe.de überfordert sein. Der Chat mit anderen Nutzern ist erst nach vorheriger Registrierung möglich – spielen kann man aber auch ohne Anmeldung. Der Bereich mit Informationen für Eltern und Kinder zum sicheren Umgang mit der Seite ist schwer zu finden – ganz unten links.

Auch wenn Spielaffe nicht direkt Daten erhebt, werden über die eingebundenen externen Seiten, wie z. B. Facebook, Daten erhoben und weitergegeben. Ähnlich sieht es bei spielzwerg.de und spielkarussell.de aus. Bei der Registrierung wird nicht abgefragt, ob die Eltern damit einverstanden sind, dass ihre noch nicht volljährigen Kinder hier spielen.

Viele der auf solchen Portalen angebotenen Spiele arbeiten auch mit überholten Geschlechterklischees. Es gibt häufig eine Kategorie „Mädchenspiele“, in denen man Spiele zu Haushalt oder Beauty findet. Keine der drei Websites wird bei einer Suche mit der Kindersuchmaschine fragFINN direkt angezeigt. Über fragFINN lassen sich sonst für Kinder unbedenkliche Websites finden.

Worauf Sie als Eltern achten sollten

Trotz aller Risiken nutzen Kinder und Jugendliche diese Seiten gerne – sicherlich auch wegen der großen Auswahl an Spielen. Versuchen Sie die Faszination Ihres Kindes an diesen Seiten zu verstehen und zeigen Sie Interesse, ohne die Gefahren zu ignorieren.  Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Werbung zu erkennen und vereinbaren Sie Regeln für die Nutzung solcher Seiten. Installieren Sie Werbeblocker und informieren Sie sich über die Angebote und das Urteil von Pädagoginnen und Pädagogen. Online-Angebote wie die Initiative Gutes Aufwachsen mit Medien  oder die Seitenstark-Community bieten hier Hilfe. Pädagogisch wertvolle Angebote finden Sie u. a. über fragFINN und die Blinde Kuh.

Mediennutzungsregeln in den ersten Lebensjahren

Je jünger Kinder sind, desto weniger haben sie das Bedürfnis, Medien zu nutzen. In den ersten Lebensjahren spielen andere Dinge eine wichtigere Rolle: der Kontakt zu den Eltern, laufen und sprechen lernen und so weiter. Ihr Kind braucht in den ersten Monaten und Jahren ganz viel Aufmerksamkeit von Ihnen. Deshalb sollten Sie sich nicht von Geräten ablenken lassen. Vereinbaren Sie Regeln mit Ihrer ganzen Familie, wie Sie mit Medien im Beisein Ihres Kindes umgehen. Denn schon im Babyalter haben Sie eine wichtige Vorbildfunktion. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Kind schon viel mit Medien umgeht, sollten Sie das Smartphone oder Ähnliches vor Ihrem Kind wenig oder gar nicht nutzen. 

Je älter Ihr Kind wird, desto mehr wird es mit Medien konfrontiert. Es möchte das Gleiche tun wie ältere Geschwister, Mama oder Papa. Ihr Kind beginnt zu verstehen, was Medien sind und wie sie funktionieren. Es wird immer schwieriger, Ihr Kind komplett von Medien fernzuhalten. Regeln können helfen, den Medienumgang von Klein- und Vorschulkindern zu gestalten. 

Altersgerechte Inhalte und begrenzte Bildschirmzeiten 

Um Ihr Kind nicht zu überfordern, sollten Sie das genutzte Medienangebot langsam erweitern. Zu analogen Bilderbüchern können beispielsweise nach und nach Hörgeschichten und Musik hinzukommen. Auch kurze Videochats mit Familienmitgliedern sind möglich.  

Kleine Kinder können noch nicht einschätzen, wann es zu viel wird. Wenn Sie die Mediennutzung als eine feste Aktivität am Tag einplanen, z. B. eine Folge Sandmann vor dem Schlafengehen, nimmt das Ihr Kind als Ritual wahr, an dem es sich orientieren kann. Vermeiden Sie es, Medien als Babysitter zu nutzen.

Im Alter bis zu drei Jahren sollte nur sehr wenig Zeit am Tag vor einem Bildschirm verbracht werden. Kinder entdecken die Welt in dieser Phase am besten mit allen Sinnen – mit den Händen, Augen, Nase und Mund. Bildschirminhalte können sie schnell überfordern. 

Zwischen drei und fünf Jahren sollten es nicht mehr als 30 Minuten am Stück vor dem Bildschirm sein. Diese Zeitangaben sind nur eine Orientierung. Sie kennen Ihr Kind am besten und wissen, was es schon kann und versteht.  Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung begleiten und beobachten, wie es mit dem Gesehenen umgeht und Fragen beantworten können. Wirkt Ihr Sohn oder Ihre Tochter danach sehr aufgekratzt, sollte die Nutzungszeit verringert werden.  

Bei der Mediennutzung begleiten

Kleine Kinder nehmen Medien viel emotionaler wahr als Erwachsene. Manches können sie noch nicht verarbeiten oder verstehen. Daher ist eine enge Begleitung durch Sie als Eltern wichtig! Technische Lösungen können das Gespräch mit Ihnen nicht ersetzen. Bei der Auswahl der Inhalte sollten Sie unbedingt auf Altersfreigaben und gegebenenfalls auf pädagogische Beurteilungen achten. Erklären Sie Ihrem Kind, warum es bestimmte Serien, die vielleicht die ältere Schwester schon schaut, noch nicht sehen darf.

Wichtig ist es, die gesetzten Regeln auch wirklich einzuhalten. Ist Ihr Kind noch klein, sollten Sie Medien sowieso nur gemeinsam nutzen und Sie können auf die Zeit achten. Bei Kindern im Vorschulalter, die vielleicht auch schon eine Serie am Tablet allein anschauen können, hilft die Beschränkung auf eine Folge. Auch eine Eieruhr kann hilfreich sein, da Zeitangaben noch sehr abstrakt sind. 

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Gründe für feste Bildschirmzeiten, damit es die Regeln versteht. Lernen Kinder in jungen Jahren einen vernünftigen und kontrollierten Medienumgang, wird ihnen dieser auch später leichter fallen. 

„Nur noch diese eine Runde!“ – Games in der Familie

„Ich höre gleich auf – wirklich!“ Kennen Sie diesen Satz von Ihrem Kind? Dann ist es bestimmt ein großer Fan von Computer- oder Konsolenspielen. Digitale Spiele sind für viele Kinder und Jugendliche eine beliebte Freizeitbeschäftigung, bei der sie ihre spielerischen Fähigkeiten einsetzen und trainieren können. Aber sie führen auch zu Konflikten, wenn z. B. Spiele gespielt werden wollen, die nicht für das Alter geeignet sind oder länger gespielt wird als vereinbart.

Computerspiele können in den unterschiedlichen Lebensphasen bestimmte Kompetenzen fördern. So können zum Beispiel Spieleapps helfen, den Umgang mit Zahlen und Sprache im Vorschulalter zu erlernen. Ältere Kinder und Jugendliche können mit Games ihre Problemlösefähigkeiten verbessern. 

Tipps für den Umgang mit Computerspielen in der Familie

Wir haben die wichtigsten Empfehlungen, um Konflikte rund ums Gaming in der Familie zu vermeiden, für Sie zusammengefasst:

  1. Faszination verstehen und Interesse zeigen

Lassen Sie sich zeigen, wie ein Spiel funktioniert und was Ihr Kind daran so begeistert. Nicht immer werden Sie die Faszination nachempfinden können, nehmen Sie Ihr Kind mit seiner Begeisterung aber trotzdem ernst. Denken Sie daran, sich auch Spieleapps zeigen zu lassen, die auf dem Smartphone laufen.
Beobachten Sie Ihr Kind beim Spielen und fragen Sie nach. So können sie erkennen, ob es Realität und Fiktion auseinanderhalten kann und ob es die dargestellten Inhalte versteht.
Spielen Sie auch mal gemeinsam!

  1. Spiele ausprobieren und Beurteilungen lesen

Vertrauen Sie nicht zu sehr auf angebliche Kundenbewertungen auf Online-Portalen, da man nicht sicher sein kann, ob diese echt sind. Verlassen Sie sich besser auf seriöse pädagogische Beurteilungen und auf Ihr eigenes Urteilsvermögen. Testen Sie Spiele aus und entscheiden mit Hilfe der pädagogischen Bewertungen und USK-Einordnungen, ob ein Spiel für Ihr Kind geeignet ist.

Eine Linkliste mit pädagogischen Bewertungen von Computerspielen finden Sie beim Spieleratgeber NRW oder auf spielbar.de.

  1. Regeln vereinbaren

Legen Sie gemeinsam Zeiten fest, zu denen gespielt werden darf oder vereinbaren Sie, wie viel Zeit Ihr Kind in der Woche mit Computerspielen verbringen kann. Die Spieldauer sollte sich nach Ihren Erfahrungen mit dem eigenen Kind richten. Es gibt Empfehlungen für unterschiedliche Altersgruppen, die Sie hier nachlesen können.

Was beim Zocken gar nicht funktioniert, ist, zu einem bestimmten Zeitpunkt aufzuhören. Besser ist es, wenn Sie vereinbaren, dass mit dem Ende eines Levels aufgehört wird.
Alle Regeln sollten für Ihr Kind gut nachvollziehbar sein. 

Weitere praktische, übersichtliche Tipps gibt es auch bei Klicksafe.

  1. Alternativen zum Zocken

Jedes Kind braucht Zeiten, in denen es sich bewegen und unabhängig vom Bildschirm Dinge erleben kann – am schönsten ist das gemeinsam mit Ihnen!

  1. Spiele sind kein Druckmittel

Man sollte das Spielen nicht verbieten, weil das Kind Mist gebaut hat oder Spielen als Belohnung nutzen. Denn dadurch bekommt es nur einen höheren Stellenwert.

Spiele – egal ob am Computer oder anderswo – sind unterhaltsam und machen Kindern, Jugendlichen aber auch Erwachsenen Spaß. Mit unseren Empfehlungen finden Sie hoffentlich einen guten Umgang mit Computerspielen in der Familie.

Online-Games – ein Ort für Extremismus?

Rechtsextreme und Islamisten suchen verstärkt im Internet nach Anhängern – auch in der Gaming-Community. Ihr Ziel ist es, Spielende von ihren Ansichten zu überzeugen. Das passiert in den Spielen selbst, aber auch im Chat und in den Foren von Steam, Twitch oder Discord. Manche Jugendliche sind empfänglich für solche extremistischen Ansprachen und sollten dafür gewappnet sein.

Warum nutzen Extremisten Gaming-Plattformen?

Videospiele sind eine weit verbreitete Freizeitbeschäftigung. Gerade junge Menschen spielen gerne online. Jugendliche suchen nach Orientierung, probieren sich in verschiedenen Rollen aus. Das hilft ihnen, eine eigene Identität auszubilden. Die Eltern sind nicht mehr unbedingt die ersten Ansprechpartner. Manche Jugendliche sind einsam und suchen online nach Anschluss. Das macht einige von ihnen anfällig für extremistische Ansprachen. Vor allem Rechtsextreme und Islamisten versuchen in Games gezielt junge Anhänger für ihre menschenverachtenden Ideologien zu finden.

Die sehr direkte und harte Sprache, die in vielen Gaming-Chats und -Foren herrscht, enthält teilweise auch rassistische, homophobe und sexistische Elemente. Diese Kommunikation kann zur Verbreitung von Hassnachrichten und Cybermobbing führen. Manche rechtsextreme Gruppierungen, wie die “Identitäre Bewegung”, nutzen Gaming-Communities, um ihre Botschaften zu verbreiten.  

Wie sieht Extremismus in Online-Games aus?

Extremisten spielen meist unauffällig in beliebten Spielen mit, während sie im Chat einzelne rassistische oder ideologische Aussagen streuen. So testen sie, ob jemand darauf reagiert. Ist das der Fall, dann schicken sie diesen Links oder Einladungen über Gruppen in sozialen Netzwerken, Messenger-Apps oder Foren. In diesen meist geschlossenen Gruppen werden extremistische Inhalte geteilt und so neue Anhänger gewonnen. Teilweise versuchen Extremisten in privaten Chats in Spielen oder Foren direkt Kontakt mit Jugendlichen aufzunehmen. Das ist besonders gefährlich, wenn Jugendliche einsam und über den Kontakt, vor allem zu älteren und erfahrenen Spielern, dankbar sind.

Außerdem nutzen Extremisten neben dem direkten Zugang zu Gamern in Spielen oder Foren Elemente aus der Gaming-Community für ihre Propaganda. So wurde beispielsweise der beliebte Ego-Shooter Call of Duty, der Kriegshandlungen realistisch darstellt, von der Terrororganisation IS zur Rekrutierung von Gamern genutzt. Sie warben damit, dass Jugendliche beim IS das Spiel zur Realität machen könnten. So könnten Gamer nicht, wie nach dem Tod im Spiel, nur dort weiterspielen, sondern im Paradies. 

Was machen Plattformen wie Steam oder Discord dagegen?

Es ist wichtig zu wissen, dass viele extremistische Inhalte gegen geltende Gesetze verstoßen und jugendgefährdend oder sogar strafbar sind. Wie überall im Internet gilt auch im Zusammenhang mit Games, dass Plattformbetreiber oder Diensteanbieter oft erst reagieren, wenn ihnen solche Inhalte gemeldet werden. 

In den großen sozialen Netzwerken wie Facebook oder YouTube wird Propaganda von Extremisten meist direkt von den Betreibern gelöscht. Bei kleineren Diensten, wie Steam, Twitch oder Discord, die vielfach von der Gaming-Community genutzt werden, ist das oft nicht so einfach. Dadurch kommt es immer wieder zur Verbreitung extremistischer Inhalte. 

Es gibt zwar vereinzelt Mechanismen in Spielen, auf Gaming-Plattformen und -Foren, die es Extremisten schwer machen sollen, wie z. B. Wortfilter oder die Möglichkeit problematische Nutzende zu melden. Doch diese Mechanismen können leicht umgangen werden und führen selten zur Verhinderung extremistischer Ansprachen.

Was können Sie tun, um Ihr Kind zu schützen?

Das Wichtigste ist, dass Sie mit Ihrem Kind sprechen und sich für die Spielewelt interessieren, in der es sich bewegt. Fragen Sie Ihr Kind, was es in Online-Games erlebt und mit wem es sich austauscht. Seien Sie offen und hören Sie zu, wenn Ihr Kind Ihnen davon erzählt. Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, dass es auch in Spielen und auf Gaming-Plattformen Menschen gibt, die schlechte Absichten haben und sie zu schlimmen Dingen überreden wollen.

Sollten Sie bei Ihrem Kind Anzeichen für den Kontakt mit extremistischen Ansprachen sehen, sprechen Sie mit ihm und suchen Sie sich Hilfe. Eine Übersicht über Anlaufstellen gibt es von der Bundeszentrale für politische Bildung. In besonders schweren Fällen sollten Sie sich an die Polizei wenden. Das geht auch im Internet über die Onlinewachen.

Wenn Ihnen extremistische Inhalte mit volksverhetzenden oder kriegsverherrlichenden Aussagen in Foren oder sozialen Netzwerken auffallen, können Sie diese auch bei der Internetbeschwerdestelle melden.

Counter-Strike – der bekannteste Ego-Shooter

Counter-Strike ist ein strategisches Ego-Shooter-Spiel, bei dem Teams als Anti-Terror-Einheit oder Terroristen gegeneinander antreten. Als Multiplayer-Spiel ist es seit rund 20 Jahren auf der ganzen Welt beliebt – auch schon bei jungen Gamern.

Kurz gefasst:

  • Online-Spiel über PC, allein oder in Gruppen
  • ab 16 Jahren freigegeben (USK)
  • beinhaltet die Darstellung von Gewalt und realistischen Waffen
  • aktuelle Version Counter-Strike: Global Offensive gibt es kostenlos – allerdings mit In-Game-Käufen 

Was ist Counter-Strike?

Alle Versionen des Spiels funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Zwei Teams treten gegeneinander an und versuchen entweder die gegnerischen Teammitglieder mit ihren Waffen auszuschalten oder das jeweilige Ziel zu erfüllen. Dabei müssen Anti-Terror-Einheiten meist Geiseln retten und Terroristen Bomben zünden. Aktuell wird die Version CS: Global Offensive (CS:GO) gespielt.

Counter-Strike ist ein Egoshooter, wie z. B. auch Call of Duty. Das bedeutet, dass Spielende die Spielwelt aus der Ich-Perspektive sehen. Dabei ist meistens nur die eigene Waffe zu sehen, mit der man auf gegnerische Spielende zielt. 

Das Spiel wirkt auf den ersten Blick so, als ginge es nur um Gewalt. Dabei stehen Strategie und Taktik im Vordergrund. Spielende müssen sich mit Team-Mitgliedern ständig austauschen und durchdachte Pläne schmieden, um zu gewinnen. Die Gamer finden sich in Gemeinschaften, sogenannten Clans, weltweit zusammen und treten in Wettkämpfen gegeneinander an. 

Was fasziniert Jugendliche daran?

Counter-Strike erinnert an “Räuber und Gendarm”. Die Spielenden schlüpfen in verschiedene Rollen und müssen sich gegen andere beweisen. Das finden besonders Jugendliche reizvoll. Zum Wettkampf-Aspekt kommt die Möglichkeit der Gemeinschaftsbildung dazu. Sie kommen in Clans zusammen, trainieren gemeinsam und treten in professionellen Wettkämpfen gegen andere an. Es geht in der Regel darum, durch besondere Leistungen Anerkennung von anderen zu bekommen. Jugendliche wollen ihre Fähigkeiten austesten und miteinander vergleichen. Dabei spielen Altersbeschränkungen oder Verbote eher selten eine Rolle oder können ein Spiel sogar besonders attraktiv machen.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Auch wenn das Erschießen in Counter-Strike vergleichsweise wenig realistisch dargestellt wird, wirken Umgebungen, Spielende und Waffen sehr echt. Solche Gewaltdarstellungen können negative Folgen insbesondere für jüngere Spielende haben. Wenn sie diese noch nicht richtig einschätzen und verarbeiten können, können sie ihnen Angst machen. Deswegen ist es wichtig die Altersbeschränkung (USK: 16) ernst zu nehmen.

Während des Spielens wird oft über ein Headset oder im Chat miteinander kommuniziert. Dabei ist die Sprache oft sehr rau und beleidigend. Auch in Online-Foren, in denen sich Spielende außerhalb von Counter-Strike austauschen, gibt es oft Kommunikation, die nicht für Kinder und Jugendliche geeignet ist.

Dazu kommt der Drang, immer besser zu werden. Gerade der Einstieg ist bei Counter-Strike schwierig und kann schnell zu Frustration führen. Im schlimmsten Fall kann es zu Computerspielsucht kommen. Im Zusammenhang mit dem Wettbewerbscharakter spielen auch In-Game-Käufe eine Rolle. So können etwa Waffen dazu gekauft werden.

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter stellt klar, dass das Spiel extreme Gewalt und Blut enthält. Obwohl das Spiel insgesamt realistisch wirkt, wurde darauf geachtet, dass zumindest das Erschießen klar von der Realität abgegrenzt wurde. So lösen sich besiegte Gegner beispielsweise in Luft auf.

Was sollten Eltern beachten?

Jugendliche, die ein solches Spiel, das nicht für ihr Alter geeignet ist, unbedingt spielen wollen, finden meistens trotzdem einen Weg. Achten Sie als Eltern dennoch auf das USK-Alterskennzeichen und erklären Sie Ihrem Kind, warum dies zum Schutz von Kindern und Jugendlichen wichtig ist. Gleichzeitig ist es hilfreich, sich mit anderen Eltern auszutauschen. Gerade wenn das Spiel im Freundeskreis beliebt ist, kann dies dazu beitragen, dass verantwortungsvoll miteinander gespielt wird und gemeinsame Regeln für alle gelten.

Sollte Ihr Kind Counter-Strike spielen, weil es bereits 16 Jahre alt ist oder Sie es für reif genug halten, sollten Sie unbedingt mit ihm über seine Spielerfahrung sprechen. So kann Ihr Sohn oder Ihre Tochter das im Spiel Erlebte reflektieren und besser verarbeiten. Dabei ist auch die Kommunikation mit anderen Mitspielenden entscheidend. Fragen Sie Ihr Kind, über was im Chat gesprochen wird und wie es das findet.

JUUUPORT – Hilfe für Jugendliche mit Fragen zu Onlinethemen

Ob Cybermobbing, Computerspielsucht oder Datenschutz: Bei Problemen und Fragen rund um das Internet können sich Jugendliche schnell, einfach und kostenlos an die jugendlichen Scouts und Experten von JUUUPORT wenden. Auf der Internetseite findet man auch Informationen, Links und Online-Seminare.

Beratung von erfahrenen Jugendlichen auf Augenhöhe

Wenn Jugendliche Probleme oder Fragen haben, fällt es ihnen gerade bei sensiblen Themen wie beispielsweise Cybermobbing oder Sexting manchmal schwer, ihre Eltern oder andere Erwachsene anzusprechen. Bei JUUUPORT gibt es deshalb jugendliche Scouts, die etwas Ähnliches erlebt haben und andere Jugendlichen beraten können. Sie haben eine spezielle Ausbildung zu Internet-Themen und in den Bereichen Psychologie und Recht durchlaufen und können anonym angefragt werden. Wenn sie mal nicht weiterwissen, werden die Anliegen der Jugendlichen an erwachsene Experten weitergeleitet, die sich dann kümmern.

Verschiedene Kontakt- und Informationswege

Auf JUUUPORT findet die Beratung kostenlos, anonym und datenschutzkonform statt. Neben dem Kontaktformular auf der Webseite gibt es seit Mai 2020 auch die Möglichkeit sich im WhatsApp- oder Telegram-Chat beraten zu lassen. Die Messenger-Beratung ist von Montag bis Freitag zwischen 18 und 20 Uhr möglich. 

Die Webseite von JUUUPORT enthält auch vielfältige Informationen zu Internetthemen. Neben Tipps zum Umgang mit Cybermobbing gibt es ein Magazin zu verschiedenen Themen wie “Trends im Netz” oder “Games”. Außerdem bieten sie eine Linksammlung mit anderen Anlaufstellen für Jugendliche.

Auch Online-Seminare für Schulen, Jugendclubs und Vereine werden von JUUUPORT angeboten. Zu den Themen zählen hier “Hass im Netz” und “WhatsApp Stress”. Vielleicht gibt es an der Schule Ihres Kindes Bedarf für ein Seminar oder Sie möchten mit Infomaterial auf das Angebot aufmerksam machen.

Erzählen Sie Ihrem Kind doch mal von JUUUPORT – vielleicht gibt es Themen, die es nicht so gerne mit Ihnen besprechen möchte, sondern lieber anonym mit anderen Jugendlichen. Wenn Ihr Kind sich selbst bei JUUUPORT engagieren und Scout werden möchte, dann kann es sich hier für ein Training anmelden.

Unter uns: Elternabende zu Fragen der Medienerziehung

Als Eltern haben Sie eine besondere Verantwortung für die Medienerziehung Ihres Kindes. Aber Sie sind nicht allein damit. Der Austausch mit anderen Eltern kann eine wichtige Unterstützung sein. Doch nicht immer hat man spontan Zeit für ein ausführliches Gespräch. Es gibt daher konkrete Angebote und Formate, um sich mit anderen Eltern zu Erziehungsthemen auszutauschen und sich zu informieren. Einige davon möchten wir Ihnen hier vorstellen.

Der Elterntalk

Die Idee ist einfach: Eltern von Kindern bis 14 Jahren werden zu einem Gastgeber oder einer Gastgeberin nach Hause eingeladen und tauschen sich in kleiner Runde etwa zwei Stunden über festgelegte Themen aus. Die Moderation übernehmen engagierte Eltern. Neben Themen wie Ernährung oder Stress geht es oft um den Medienumgang der Kinder, Nutzungsregeln oder neue Trends. Es gibt keine Expertenvorträge, sondern nur den Austausch untereinander. Die Idee ist, dass Eltern schon viel Wissen mitbringen und dieses im Elterntalk teilen können. Dieses Format gibt es in Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Auf den verlinkten Webseiten können Sie sich informieren, ob in Ihrer Region eine Elterntalk-Runde organisiert wird. Oft kooperieren die aktiven Eltern mit Behörden oder Sozialarbeitern, sodass Sie auch dort fündig werden können. 

Medienpädagogische Elternabende

An vielen Schulen und anderen Bildungseinrichtungen finden regelmäßig medienpädagogische Elternabende statt. Darin geht es oft um einen Überblick zu Handy und Internet oder Themen wie Cybermobbing und Hate Speech, kindersichere Mediennutzung oder auch darum, wie man mit Medien lernen und Inhalte gestalten kann. In der Regel ist eine medienpädagogische Fachkraft vor Ort, die Ihnen das Thema nahe bringt und Fragen beantwortet. Sie erfahren dort auch, wo Sie sich weiter informieren und Ideen zur Medienerziehung sammeln können. Fragen Sie am besten in der Schule Ihres Kindes nach, ob ein solcher Elternabend organisiert werden kann.

Angebote und Ansprechpartner finden

Sie möchten selbst aktiv werden und ein Angebot für Eltern anfragen oder organisieren? Die Verteilung und Erreichbarkeit von medienpädagogischen Fachkräften in Deutschland ist sehr unterschiedlich. Gerade in ländlichen Regionen ist es manchmal schwierig, geeignete Personen zu kontaktieren. Jedes Bundesland organisiert diesen Aufgabenbereich anders. Wenden Sie sich am besten zuerst an die Kita oder die Schule Ihres Kindes. Meistens gibt es Sozialarbeiter, manchmal auch Lehrkräfte, die sich mit Fragen der Medienerziehung beschäftigen. Fragen Sie gezielt nach. Oft sind bereits Medienpädagogen aus der Umgebung bekannt, die weiterhelfen können.

Werden Sie selbst aktiv

Überall in Deutschland gibt es medienpädagogische Initiativen, Medienzentren und freiberufliche Akteure, die Seminare, Workshops und Vorträge für Eltern anbieten. Suchen Sie auch im Internet nach geeigneten Kontakten oder Angeboten in Ihrer Nähe.
Solche Elternabende werden auch immer öfter online angeboten – unter anderem vom Elternguide. Aufzeichnung dieser Online-Elternabende gibt es z. B. von klicksafe und dem Internet-ABC. Der Elterntalk NRW hat sich im Format Podcast ausprobiert. Zwei Medienpädagoginnen sprechen in ihrem Podcast Medially regelmäßig über Themen rund um Medienkompetenz.     

Klick, Wisch, Like – Gekauft? Werbung in den Medien erkennen und hinterfragen

Ob im Fernsehen, an der Bushaltestelle oder im Internet – Werbung gehört zu unserem Alltag dazu. Schon kleine Kinder sehen Werbespots im Fernsehen oder begegnen ihr im Supermarkt, wo es viele Produkte rund um kindliche Medienhelden wie Elsa, Sandmann & Co. zu kaufen gibt. Auf Websites und Videoplattformen kommen vor allem ältere Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Formen von Werbung in Berührung: Influencer tragen in ihren Videos die neuesten Turnschuhe, stellen ein Kosmetikprodukt ihrer Lieblingsmarke vor oder packen die eben gekaufte Spielekonsole in einem Unboxing-Video vor der Kamera aus. Auch in vielen Spiele-Apps gibt es Werbung, die man wegklicken muss, um weiterspielen zu können.

Welche Werbung ist erlaubt?

Medieninhalte für Kinder müssen so gestaltet sein, dass sie Werbung erkennen können und ihre kindliche Unerfahrenheit nicht ausgenutzt wird. Dazu gehört z. B. die klare Trennung von Inhalt und Werbung. Im Fernsehen gibt es einen optischen und akustischen Hinweis zu Beginn und am Ende der Werbung. Eine Kindersendung darf nicht von Werbung unterbrochen werden. Auf Kinderseiten im Netz müssen Werbebanner gekennzeichnet sein und dürfen die Inhalte nicht überlappen oder Kinder in der Nutzung der Seiten behindern. Es darf auch nicht für alle Produkte (wie z. B. für Alkohol) geworben werden, um Kinder zu schützen. 

Anregungen und Tipps

Unterstützen Sie Ihr Kind, Werbung zu erkennen und zu durchschauen. Mit dem Alter steigt auch das Verständnis von Werbung. Ab ungefähr 8 Jahren verstehen Kinder, dass Werbung nicht neutral informiert, sondern zum Kaufen anregen soll.

Vor allem bei Onlinewerbung müssen jüngere Kinder erst lernen, dass Werbung gleichzeitig neben den eigentlichen Inhalten auf einer Internetseite angezeigt wird. 

Werbung innerhalb von Spiele-Apps taucht oft überraschend auf, weshalb Kinder aus Versehen auf Werbeinhalte klicken können. Achten Sie beim Download von kostenfreien Kinderapps darauf, ob diese sogenannte In-Game-Werbung enthalten. Entscheiden Sie, ob das für Ihr Kind problematisch ist. Aufpassen sollten Sie besonders, wenn Werbeinhalte im Spiel dazu verleiten, schneller voranzukommen, wenn die Werbung nicht gekennzeichnet oder vom Spielinhalt getrennt ist oder wenn Kinder beim Spielen behindert werden.

Ältere Kinder und Jugendliche stehen vor der Herausforderung, zu erkennen, ob ihre Idole nur ein Produkt präsentieren oder ob es ihnen um echte Inhalte geht. Denn nicht immer sind Videos von Influencern als Werbung gekennzeichnet, obwohl das vorgeschrieben ist, wenn sie von Unternehmen Geld dafür bekommen. Schauen Sie sich gemeinsam Videos und Instagram-Stories an und achten Sie zusammen auf Hinweise für Werbung und Sponsoring in den geteilten Inhalten.

Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über die verschiedenen Formen von Werbung in Medien. Nur dann kann es einen bewussten und kritischen Umgang mit Werbung und den Kaufentscheidungen im Alltag lernen. Denken Sie dabei auch an Ihre Vorbildfunktion.

Werbung kindgerecht? Hier gibt es Informationen!

  • Ratgeber Kinder und Onlinewerbung: www.kinder-onlinewerbung.de
  • Media Smart, Bildungsinitiative für die Förderung von Werbekompetenz: www.mediasmart.de
  • Kindersuchmaschine www.fragfinn.de: kindgeeignete, von Medienpädagogen redaktionell geprüfte Internetseiten, viele davon sind werbefrei oder erfüllen strenge Kriterien, u. a. bezüglich Werbung und kommerziellen Inhalten

Egoshooter und Gewalt

Bei der Frage, ob Mediennutzung gewalttätig machen kann, wird oft über Computerspiele diskutiert, vor allem über die sogenannten Egoshooter. Eltern, Lehrkräfte und auch einige Wissenschaftler befürchten eine direkte und negative Wirkung auf Kinder und Jugendliche. Die größte Sorge: Die Inhalte könnten zu echten Gewalttaten inspirieren. Nachgewiesen werden konnte das bisher nicht. Ein Spiel allein macht nicht aggressiv oder gewalttätig.

Gewalthaltige Computerspiele aus der Ich-Perspektive

In Spielen, in denen es darum geht, andere Spielfiguren mit Gewalt auszuschalten, schauen Gamer aus der Perspektive ihrer Spielfigur auf die Spielwelt. Bei diesen Ego-Shootern sieht es also so aus, als würde man selbst mit einer Waffe durch eine 3D-Welt laufen und schießen. Berühmte Shooter sind Counter-Strike, Battlefield, Call of Duty oder Fortnite. Dieses Spielgenre ist enorm erfolgreich und aus der Szene nicht mehr weg zu denken. Fortnite gilt als besonders heikel, weil sich hier Elemente aus Ego-Shootern mit kindlichen und freundlichen Grafiken mischen und es deshalb schon junge Gamer anspricht.

Jugendliche sollen vor negativen Einflüssen geschützt werden

Man geht davon aus, dass gewalthaltige Spiele eine negative Wirkung auf Kinder und Jugendliche haben können. Deshalb prüft die USK als Teil des Jugendmedienschutzes alle Spiele legt und Altersgrenzen fest. Je älter ein Kind ist, desto besser kann es zwischen Spiel und Realität unterscheiden. 

Beim Thema Gewaltdarstellung prüft die USK unter anderem, ob das Spiel düster und bedrohlich oder eher hell und positiv wirkt, ob die Spielfiguren wie Menschen aussehen und man rotes Blut sieht, ob sich die Gamer mit der Figur identifizieren können und ob kriegerische Handlungen verherrlicht oder auch kritisiert werden. Je nachdem, wie viele Kriterien zusammenkommen, wird entschieden, ab welchem Alter Kindern und Jugendlichen das Spiel zugänglich gemacht werden darf. Allerdings sind Spiele mit einer höheren Alterseinstufung teilweise besonders reizvoll für Jugendliche, weil sie ihre Grenzen austesten möchten.

Computerspiele allein machen nicht gewalttätig

Computerspiele können, wie andere Medien auch, in Extremfällen negative Auswirkungen haben, wenn sie z. B. zu viel genutzt werden und es keinen Ausgleich zur Mediennutzung gibt. 

Die Kommunikation in Gamer-Foren und Chats ist teilweise ziemlich hart und gemein und kann Ihr Kind ängstigen. Das heißt aber nicht, dass das bei Ihrem Kind dazu kommen muss. Denn solche Wirkungen sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich, weil sich jeder Mensch anders in bestimmten Situationen verhält. Kinder und Jugendliche, die auch sonst zu Gewalt neigen, oft allein sind und keine anderen Interessen haben, sind gefährdeter als andere. Niemand wird wegen eines Spiels mit Gewaltinhalten aggressiv oder gewalttätig.

Was Eltern beachten sollten

Die Jugendfreigabe sollte eingehalten werden. Je älter Ihr Kind ist und je weniger Einblick Sie in seine Mediennutzung haben, desto schwieriger ist das für Sie. Deshalb sollten Sie mit Ihrem Kind im Gespräch bleiben. Fragen Sie nach, was faszinierend daran ist, und hinterfragen Sie Gewaltdarstellungen. Vielleicht erklärt Ihnen Ihr Kind, dass es in dem Spiel auch um Geschicklichkeit, sportliche Ziele, Rätsel oder gemeinsames Lösen von Problemen geht. Meistens geht es nicht nur um Gewalt allein, sonst würde es auch schnell langweilig werden. Lassen Sie sich das Spiel erzählen oder zeigen. Auch Sie sollten Ihrem Kind erklären, warum Sie darauf bestehen, dass es nur altersgemäße Spiele spielen darf.

Tauschen Sie sich mit anderen Eltern aus, wenn Ihr Kind vorgibt, dass die anderen ein Spiel trotz Altersbeschränkung schon spielen dürfen. Vielleicht können Sie gemeinsam Regeln vereinbaren, die auch für den besten Freund gelten.

Mehr Informationen gibt es beim Elternratgeber der USK.

Brett- und Gesellschaftsspiele online

Spielen mit Freunden oder der Familie macht Spaß. Online-Spiele sind gerade in Zeiten von Corona eine schöne Möglichkeit, gemeinsam etwas mit Freunden und anderen Familienmitgliedern zu unternehmen, ohne sich treffen zu müssen. Hier eine kleine Orientierung für Eltern und Großeltern, um sich in der Welt der Online-Spiele zurechtzufinden.

Kurz gefasst:

  • viele Online-Spiele sind kostenlos
  • über einen Einladungslink lassen sich andere Personen zum Spiel hinzufügen
  • teilweise Registrierung über E-Mail Adresse oder Herunterladen einer App notwendig
  • Risiken auf kostenlosen Online-Spieleseiten: nicht altersgerechte Werbung, Kontaktaufnahme durch Fremde möglich

Der Austausch mit Freunden und Familienmitgliedern ist für Kinder sehr wichtig. Nebenbei können Spiele das Allgemeinwissen verbessern, das strategische Denken, die Teamfähigkeit und die Kreativität fördern oder ganz einfach nur Spaß machen! Viele Online-Spiele sind kostenlos und sowohl auf dem Smartphone als auch auf dem Computer über den Browser spielbar.

Beliebte Online-Gesellschaftsspiele

Pen-and-Paper-Spiele: Eine Videoverbindung über Computer oder Smartphone als technische Voraussetzung für einen gemeinsamen Spieleabend reicht aus: Jeder Mitspieler nimmt sich Block und Stift und es können gemeinsam wie gewohnt sogenannte Pen-and-Paper-Spiele gespielt werden. Darunter zählen Spiele, für die man nur wenig Material braucht wie Stadt-Land-Fluss oder Schiffe versenken. Alternativ kann man sie auch bei stadtlandflussonline.net oder battleship-game.org spielen.

Spiele-Apps: Von Uno über Monopoly – viele bekannte Karten- und Brettspiele sind heutzutage auch als App im PlayStore oder AppStore für ein paar Euro zu erwerben. Die Wissensspiel-App Quizduell, bei der man gegen die eigenen Freunde antreten kann, erfreut sich seit einigen Jahren an großer Beliebtheit. Je nach App können Werbeclips den Spielprozess wenig bis erheblich unterbrechen. Probieren Sie eine App am besten vor dem geplanten Online-Spieleabend aus.

Brett- und Kartenspiele: Verschiedene Klassiker wie Dame, Backgammon und Memory bietet die englische Seite Playingcards.io kostenlos an. Ganz ohne Anmeldung ist es hier möglich, Mitspieler über einen Link einzuladen. Auf schach-spielen.eu kann man entweder gegen den Computer oder über einen Einladungs-Link mit einem Freund oder einer Freundin spielen. Brettspiele zum Ausdrucken gibt es auf Print & Play von Asmodee.

Zeichnen und Raten: Auf skribbl.io zeichnet eine Person auf dem Bildschirm ein Wort, das die Mitspieler live verfolgen und so schnell wie möglich erraten müssen. Beim Einrichten des Spiels die Sprache auf Deutsch (German) stellen, Freunde per Link einladen und los geht’s!

Strategiespiele wie Siedler von Catan oder Risiko gibt es ebenfalls als Gratis-App und lassen sich mit allen Freunden spielen, die sich mit ihrer E-Mail-Adresse registriert haben. Erweiterungen und Premium-Version müssen jedoch bezahlt werden. Die kostenlose Basis-Version von Siedler von Catan lässt sich auch über den Web-Browser auf catanuniverse.com spielen.

Risiken auf Spieleseiten

Besonders bei kostenlosen Online-Spielen kann es schnell zum Kontakt mit fremden Spielerinnen und Spielern kommen. Cybergrooming ist eine mögliche Gefahr. Eltern sollten daher vor allem jüngere Kinder bei ihren ersten Erfahrungen mit Online-Spielen begleiten. Dabei können Eltern gleichzeitig auf versteckte Kosten, z. B. durch In-App Käufe achten,Informationen zum Datenschutz und zum Betreiber der Seite checken und wenn möglich entsprechende Sicherheitseinstellungen vornehmen.

Auf vielen Spieleseiten ist mit Werbung und Pop-Up-Fenstern von externen Seiten zu rechnen, die mit dem Spiel nichts zu tun haben. Dies könnenauch Werbung für nicht altersgerechte Spiele oder Websites mit nicht kinderfreundlichen Inhalten sein. Auf dem an Kinder gerichtete Portal Spielaffe.de gibt es diese Gefahr zwar weniger, allerdings kann der große Anteil an Werbung für andere Spiele auch hier als sehr störend empfunden werden. Fragwürdig ist die Unterteilung in Kategorien wie z. B. ‘Mädchen-Spiele’, in der Spiele zum Thema Frisuren, Dekoration und Backen gelistet werden. Solche Geschlechterbilder in Medien können sich problematisch auf die Entwicklung von Kindern auswirken. Eine Auswahl an kindgerechten Online-Spielen gibt es auch bei Seitenstark.

Konflikte im Netz

Unter YouTube-Videos oder in sozialen Netzwerken findet man oft Kommentare von Leuten, die sich aufregen, beleidigen oder einfach nur rumpöbeln. Viele Nutzer haben schon Kontakt mit Mobbing gehabt – bei sich oder bei anderen. Nicht nur Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, werden von anderen Internetnutzern fertiggemacht. Gehört das einfach zum Leben dazu?

Hinter Konflikten stecken immer Menschen – auch online

Das Internet kann nichts dafür, dass Menschen aneinander geraten oder sich schaden wollen. Im Netz ist es aber für einige Menschen besonders verlockend, zu betrügen, zu beleidigen oder zu bedrohen. Es fällt ihnen leichter, Konflikte anzuzetteln, wenn sie nicht direkt merken, dass die andere Person leidet. Dabei sind Gemeinheiten nicht weniger schlimm, nur weil sie online stattfinden.

Das Internet ist keineswegs ein rechtsfreier Raum und niemand sollte Angst haben müssen, ins Netz zu gehen. Es gelten die gleichen Regeln und Gesetze wie sonst auch, und es ist wichtig, dass alle diese kennen und einhalten.

Konflikte gibt es überall

Zwischen Menschen kommt es immer mal zu Konflikten, auch Kinder und Jugendliche streiten sich. Das ist ganz normal und so lernen sie, mit Konflikten umzugehen – offline wie online. Allerdings ist es für sie oft schwieriger einzuschätzen, wie weit man gehen kann und ab wann Grenzen überschritten sind. Besonders bei Hassnachrichten und Mobbing sind Kinder und Jugendliche manchmal sehr gemein, ohne dass sie es selbst merken.

Je älter Ihr Kind wird, desto mehr ist es online unterwegs und kann dort auch mit Erwachsenen in Konflikte geraten. Im Teeniealter nutzen Kinder mehr und mehr Plattformen oder Apps, auf denen sie auf Nachrichten, Kommentare und Inhalte stoßen können, die Hass, Hetze und Unwahrheiten verbreiten. Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihr Kind dabei nicht allein lassen und rechtzeitig darauf vorbereiten, wie es damit umgehen kann.

Der Umgang mit Konflikten

Das Wichtigste ist, dass Ihr Kind weiß, dass Sie ansprechbar sind und bei Problemen und Konflikten unterstützen. Kinder und Jugendliche lernen erst nach und nach, Risiken und Gefahren gut einzuschätzen und mit Konflikten umzugehen. Dabei können verschiedene Strategien hilfreich sein:

  • Gewaltfrei kommunizieren. Auch wenn es manchmal schwer fällt, sollte man selbst stets höflich bleiben und den Konflikt damit nicht weiter anheizen.
  • Lieber face-to-face. Online kommt es schnell zu Missverständnissen. Außerdem ist die Hemmschwelle zu Gemeinheiten niedriger. Besser ist, man klärt einen Konflikt in einem direkten Gespräch.
  • Problem benennen.     Es ist wichtig, dass man ein Problem auch als solches bezeichnet, wenn man Beleidigungen, Bedrohungen oder Hass entdeckt.
  • Grenzen setzen. Man muss dem Gegenüber deutlich machen, wann eine Grenze erreicht ist. Manchmal hilft das schon, einen Konflikt einzudämmen.
  • Hilfe holen. Man muss nicht alles alleine schaffen. Man kann sich Freunde, Familie, Lehrkräfte oder auch andere Leute im Netz suchen, die einen unterstützen.
  • Unterstützen. Manchmal bekommt man einen Konflikt mit, ist aber selbst nicht beteiligt. Dann ist es wichtig, Hilfe anzubieten und die betroffene Person zu unterstützen.
  • Widersprechen. Wenn man sich traut, kann man auch diskutieren und widersprechen. Hier bietet sich an, erstmal nur klare Grenzen zu setzen und Probleme zu benennen.
  • Melden. Alle Plattformen im Netz bieten an, dass Inhalte gemeldet werden. Wenn man also Beleidigungen, Hassinhalte, Fake News oder ähnliches sieht, kümmern sich meistens auch die Plattformen darum, wenn man ihnen Bescheid gibt.

Mehr zum Thema “Konflikte im Netz” gibt es bei folgenden Anlaufstellen:
– Umgang mit Hass in Social Media bei der Amadeu-Antonio-Stiftung.
– Mobbing bei Juuuport.
– Umgang mit Betrug und Falschinformationen bei Mimikama.

Mediennutzungsvertrag

Wer darf was und wie lange mit Medien machen? Diese Fragen kommen in jeder Familie früher oder später vor und sorgen nicht selten für Stress und Streit. Regeln zur Mediennutzung können helfen, eine Struktur zu schaffen und Konflikte zu vermeiden. Diese können von Eltern und Kinder gemeinsam besprochen und in einem Vertrag festgehalten werden. Dafür eignet sich das hier vorgestellte Online-Tool für einen Mediennutzungsvertrag – ein Angebot von klicksafe und dem Internet-ABC.

Kurz gefasst:

  • Kostenloses Online-Tool, erreichbar über: www.mediennutzungsvertrag.de
  • Vertrag lässt sich individuell anpassen und personalisieren
  • Auswahl aus vielen Regelvorschlägen
  • Eigene Regeln sind integrierbar
  • Kreative Hintergründe
  • Direkt zum Ausdrucken

Wie funktioniert die Erstellung des Vertrags?

Das Tool führt Sie Schritt für Schritt bis zum fertigen Papier. Sie können aus zwei Altersgruppen wählen (6-12 Jahre und 12+) und sich ein Titeldesign, ein Maskottchen und einen Hintergrund aussuchen. Alle Regeln, die Sie auswählen, werden wie Bausteine automatisch eingefügt, sodass man den Überblick behält. Jeder Baustein kann einzeln bearbeitet werden. Natürlich können Sie auch eigene Regeln einfügen. Am Ende speichern Sie das Dokument, dann kann es zu einem anderen Zeitpunkt ergänzt werden. Sie können auch mehrere Verträge für verschiedene Kinder anlegen.

Tipps und Hintergründe

Nutzen Sie die Bausteine als Vorschlag, um in Ihrer Familie über den Medienumgang ins Gespräch zu kommen. Über einige mögliche Regeln haben Sie vielleicht noch gar nicht nachgedacht, andere sind bereits selbstverständlich. Setzen Sie Schwerpunkte, denn das Tool bietet sehr viele Ideen, die nicht alle umgesetzt werden müssen. Es gibt verschiedene Arten von Regeln:

  • Allgemeine Regeln (wie Umgang mit Konflikten, bedenkliche Inhalte, Umgang mit Geräten)
  • Zeitliche Regelung (Festlegung von Zeitkontingenten)
  • Handy (wie Umgang mit Apps und Daten, handyfreie Orte, Umgang mit Kosten)
  • Internet (wie Sicherheitseinstellungen, Nutzung von Webseiten)
  • Fernsehen (wie altersgerechte Angebote, gemeinsame Nutzung)
  • Spiele (wie gemeinsame Spiele, Fairness)

Ein Vertrag ist nichts anderes als aufgeschriebene Regeln, auf die man sich geeinigt hat. Der Vorteil ist, dass man immer wieder drauf schauen und sich daran erinnern kann.

Eine Besonderheit ist, dass auch Regeln für Eltern festgelegt werden können. Eltern können sich beispielsweise dazu verpflichten, das Handy auch nicht beim Abendessen zu nutzen, oder Medieninhalte für Erwachsene nur in Abwesenheit der Kinder zu nutzen. Denn für Kinder sind Regeln verständlicher, wenn sich alle daran halten müssen und Sie als gutes Beispiel voran gehen.

Regeln für die Mediennutzung in der Familie

„Nur noch eine Runde!“ oder „Leon darf viel länger fernsehen!“ Das kennen fast alle Eltern. Welche Medien sind für mein Kind okay? Wie viel Medienzeit ist nicht schädlich? Ab welchem Alter ist ein eigenes Smartphone sinnvoll? Für solche Fragen können feste Regeln eine große Hilfe für Eltern und Kinder sein. Aber sie führen auch immer wieder zu Konflikten in Familien. Wir haben einige Tipps und Hintergründe für Sie zusammengetragen.

Regeln müssen sinnvoll sein

Regeln sind nicht einfach dafür da, dass Erwachsene etwas bestimmen, sondern sie bringen Struktur in das Familienleben. Mit Mediennutzungsregeln lässt sich die Medienkompetenz von Kindern fördern. Als Eltern haben Sie eine besondere Verantwortung, Spaß und Nutzen in Verbindung mit Medien, aber auch Risiken und Gefahren im Blick zu haben. Beides können Sie eine ganze Zeit lang besser einschätzen als Ihr Kind. Wichtig ist, dass Ihr Kind die Regeln versteht. Deshalb sollten Sie für sich selbst und auch gegenüber Ihrem Kind begründen können, warum bestimmte Regeln gelten und warum es wichtig ist, diese einzuhalten. Wenn Regeln nicht klar formuliert sind oder unterschiedlich ausgelegt werden, wird es Ihrem Kind schwerfallen, sie einzuhalten. Dazu gehört aber, dass bestimmte Regeln für Sie als Eltern genauso gelten und Sie Ihre Vorbildfunktion wahrnehmen.

Regeln können unterschiedlich aussehen

Welche Regeln sinnvoll sind, hängt vom Alter Ihres Kindes ab und davon, wie Sie und Ihr Kind grundsätzlich mit Medien umgehen. Das ist nicht in jeder Familie gleich.

Je jünger Ihr Kind ist, desto mehr sollten Sie seine Mediennutzung im Blick behalten. Kleinkinder brauchen eine enge Begleitung und sollten nicht zu viel Zeit mit Medien verbringen. Entscheiden Sie als Eltern über altersgerechte Inhalte, Nutzungsdauer und geeignete Geräte. Ab dem Grundschulalter bekommt Ihr Kind viele neue Eindrücke und Einflüsse. Es braucht dabei noch viel Orientierung, deshalb sind klare Regeln sehr wichtig. Sie können mit Ihrem Kind nun besser über Inhalte sprechen und es mitbestimmen lassen. Spätestens ab der weiterführenden Schule und im Jugendalter sollten Sie Ihrem Kind dann mehr Selbstständigkeit zutrauen und zunehmend Kontrolle abgeben. Jugendliche gehen meist offen auf digitale Medien zu, aber sie können oft Sicherheitsrisiken noch nicht richtig einschätzen. Deshalb sind Sie als Orientierung und Ansprechpartner nach wie vor wichtig!

Regeln gemeinsam gestalten

Verabreden Sie Regeln zum Medienumgang, je nach Alter Ihres Kindes, gemeinsam – z. B. über einen sogenannten Mediennutzungsvertrag. Dann kann Ihr Kind sie besser verstehen und einhalten. Schreiben Sie Regeln auf und platzieren Sie diese sichtbar. Auch Ausnahmen können formuliert werden. Überprüfen Sie regelmäßig, ob die Regeln noch sinnvoll sind oder geändert werden können und müssen. Stellen Sie auch Regeln auf, die für alle gelten, z. B. dass bei einem Gespräch das Smartphone nicht herausgeholt wird.

Zeit mit und ohne Medien

Ein großer Streitpunkt ist die Frage danach, wie viel Zeit mit Medien gut ist. Das hängt neben dem Alter auch ganz individuell von Ihrem Kind und seinem Umgang mit Medien ab. Verliert es sich schnell in Serien oder Computerspielen oder kann es ohne Probleme, das Tablet am Ende einer Folge zur Seite legen? Es gilt die Faustregel: Je jünger, desto weniger! Mediengutscheine sind eine Möglichkeit für Kinder ab dem Grundschulalter, um z. B. ein Wochenbudget für ein Mediengerät festzulegen. Manchmal ist das einfacher und Ihr Kind kann sich die Zeit selbstständig einteilen.
Wichtig ist, dass Ihr Kind einen abwechslungsreichen Alltag hat, Medien auf unterschiedliche Weise nutzt, es aber auch medienfreie Erlebnisse hat.

Auswahl von Medieninhalten und Zugang zu Geräten

Haben Sie das gesamte Medienensemble im Blick? Auch Hörspiele und Bücher sind Teil des Medienkonsums und können im Regelwerk auftauchen.

Berücksichtigen Sie, dass die Inhalte der Mediennutzung sehr unterschiedlich sind, genauso wie die Motive und Bedürfnisse der Nutzung. Ein Spiel zur bloßen Zerstreuung oder Unterhaltung ist eventuell anders zu gewichten als das Lernen mit Medien. Machen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind qualitative Unterschiede. Achten Sie auch auf altersgerechte Inhalte.

Die Frage nach dem richtigen Alter für das erste Smartphone beschäftigt viele Eltern. Sprechen Sie sich eventuell mit den Eltern von Freunden Ihres Kindes ab und überlegen Sie, ob bestimmte Regeln für alle gelten können.

Sicherheitseinstellungen bei Geräten und Apps

Wenn es um das erste eigene Handy oder die Nutzung von Mamas Tablet geht, können auch Einstellungsmöglichkeiten den Zugriff auf verschiedene Inhalte und Apps beschränken. Diese sollten aber gemeinsam besprochen werden. Solche Einstellungen oder bestimmte Apps können helfen, Regeln durchzusetzen. Aber diese Tools ersetzen nicht die Begleitung durch Sie als Eltern. Erklärungen von Ihnen und Gespräche über Medien tragen wesentlich dazu bei, dass Ihr Kind einen kompetenten Umgang mit Medien erlernt.

Regeln dürfen je nach Alter und Entwicklungsstand des Kindes variieren. Bleiben Sie einerseits konsequent, denn sonst erfüllen sie nicht ihren Zweck. Gleichzeitig sollten Sie die Regeln möglichst nicht als Strafe oder Belohnung einsetzen.

Starke Helden und schöne Prinzessinnen? – Rollenbilder in Kindermedien

Ob in Büchern, Film oder Fernsehen –  Kinder erlernen Rollenbilder durch Medien. Das bedeutet, durch Bücher, Serien, Hörgeschichten usw. bekommen sie schon früh eine Vorstellung davon, wie Mädchen oder Jungen und Familien angeblich typischerweise sind. Oft werden dabei klassische Bilder von starken Helden und Prinzessinnen herangezogen. An diesen Rollenbildern orientieren sich Kinder, um eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln.

Kinder identifizieren sich mit Figuren, die ihnen gefallen. Ungefähr ab Ende des Grundschulalters gewinnt das Geschlecht für die Identität von Kindern immer mehr an Bedeutung. Doch schon beim Betreten einer Buchhandlung wird durch gesonderte Büchertische vermittelt, Jungen und Mädchen seien grundsätzlich verschieden.

Mädchenrollen in Kino und TV

Im deutschen Kinderfernsehen gibt es viel mehr männliche Figuren als weibliche. Vor allem Tierfiguren oder Fantasiewesen sind seltener weiblich. Besonders auffällig ist, dass weibliche Figuren oft unerreichbare Schönheitsideale zeigen. Die Körperproportionen von Barbie und Co. haben wenig mit menschlichen Mädchen- oder Frauenkörpern zu tun. Dieses früh vermittelte unrealistische Bild von weiblichen Rollen kann gerade bei Mädchen zu großen Unsicherheiten mit dem eigenen Körper führen. Auch Kindererziehung und Haushaltsarbeit wird im Fernsehen meistens den Frauenrollen zugeteilt. Männliche Figuren sieht man eher bei der Arbeit außerhalb der Familie.

Familien sehen unterschiedlich aus

In vielen Bilderbüchern besteht eine Familie aus einer Frau, einem Mann und einem Kind. Generell kommen Väter in ihnen oft nur als Nebenfigur oder auch gar nicht vor. Dabei ist das klassische Mutter-Vater-Kind-Modell, in dem die Mutter sich um die Kinder kümmert und der Vater zur Arbeit geht, heute nur ein Familientyp von vielen. Viele Kinder haben mehrere Bezugspersonen, die sich um sie kümmern. Dazu zählen zum Beispiel die neuen Partner und Partnerinnen der (getrennt-lebenden) Eltern. Auch gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern werden in Kindermedien oft nicht abgebildet. Und wo kommen eigentlich die Erwachsenen vor, die nicht in einer Partnerschaft leben, sich aber trotzdem gern um die Kinder ihrer Freunde oder Familienmitglieder kümmern?

Berufe – Krankenschwestern und Feuerwehrmänner

Berufe sind ein spannendes Thema für Kinder. Denn sie helfen ihnen dabei, sich ihre Zukunft vorzustellen und zu gestalten. Dabei orientieren sich Mädchen und Jungen an den Berufen, die Männer und Frauen in den Geschichten haben, die ihre Eltern ihnen vorlesen oder die sie im Fernsehen sehen. Traditionelle Geschlechterrollen in den Berufen werden auch in Kindermedien abgebildet. Arbeit, die mit Kindern und Fürsorge zu tun hat, wird häufiger Frauenrollen zugeordnet. Sie werden als Krankenschwester, Lehrerin oder Erzieherin gezeigt, während Männer die starken Feuerwehrmänner sind oder angesehene Berufe haben, wie Pilot oder Arzt. Dabei ist die Berufsfeld für Männer und Frauen heute viel bunter: Auch Papa kann sich als Hausmann eine Weile um die Kinder kümmern, während Mama als Wissenschaftlerin arbeitet. Durch den technischen Fortschritt gibt es viel mehr Berufe, als man sie in Kinderbüchern oder Serien sieht. In Kindermedien sollte auch erklärt werden, was Mama und Papa eigentlich den ganzen Tag im Büro oder am Computer im Homeoffice tun.

Tipps für vielfältige Medienangebote

Mädchen und Jungen brauchen unterschiedliche Vorbilder. Ein vielfältiges Kindermedienangebot bietet Kindern verschiedene Modelle zur Orientierung. Das kleine Mädchen in rosa muss nicht falsch sein, aber eben nicht immer und überall gleich. Geschichten, die typische Rollenbilder aufbrechen, helfen Ihrem Kind dabei, sich so zu akzeptieren, wie es ist und anderen gegenüber tolerant und respektvoll zu sein. Ordnen Sie eventuell fragwürdige Geschlechterdarstellungen ein, indem Sie diese ansprechen und hinterfragen.

Wir haben einige Medientipps für Sie zusammengestellt, die Vielfalt von Medienfiguren und keine Geschlechterklischees abbilden:

Wenn Sie mehr zum Thema Geschlecht in Kindermedien wissen möchten, empfehlen wir diese Elternbroschüre zum Umgang mit Geschlechterrollen.

Houseparty – Abhängen im digitalen Raum

Mit der App Houseparty kann man sich per Videochat mit Freunden treffen, sich unterhalten und gemeinsam Spiele spielen. Die App ist bei Jugendlichen in Zeiten von Corona besonders beliebt, wenn sie sich nicht wie gewohnt treffen können. Allerdings gibt es auch Kritik an der App.

Kurz gefasst:

  • Unter 13 Jahren offiziell nicht erlaubt
  • Datenschutz und Privatsphäre bedenklich
  • Kostenfrei, allerdings gibt es In-App-Käufe
  • Verfügbar für Android und iOS, sowie als Desktop- oder Web-App

Was kann man mit Houseparty machen?

Über Houseparty kann man sich online treffen. Der Name kommt daher, dass eine Party bei jemanden Zuhause simuliert wird. Dabei hat jeder einen eigenen Raum, dem bis zu acht Freunde beitreten können, die vorher zur Freundesliste hinzugefügt wurden. Freunden kann man Textnachrichten oder kurze Videoschnipsel (wie bei Snapchat) schicken und natürlich kann man miteinander videotelefonieren.

Dabei ist die App kein reines Videokonferenz-Tool, sondern ermöglicht es auch, Spiele miteinander zu spielen während man videotelefoniert. Es gibt kostenfreie und kostenpflichtige Spiele.

Was fasziniert Jugendliche daran?

Sich per Videochat treffen, sich virtuell sehen, miteinander quatschen, lustige Videos austauschen und Spiele spielen, ist besser als wenn man nur telefonieren könnte – gerade in Zeiten von Kontaktverboten.
Die Gestaltung der App ist jugendgerecht im Gegensatz zu anderen Apps mit Videokonferenz-Funktion wie Whatsapp oder Skype, die auch Erwachsene nutzen. Bei Houseparty sind Jugendliche unter sich. Dabei kann Houseparty auch mit der bei Jugendlichen beliebten App Snapchat kombiniert werden kann. Außerdem sind die Spiele bei Houseparty extra für Jugendliche entwickelt.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Es gibt Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre der Nutzenden. Im Prinzip kann jeder und jede den virtuellen Räumen betreten, sobald sie als Freund hinzugefügt wurden. Doch auch von Freunden hinzugefügte Person können einfach dazukommen, selbst wenn man sie selbst nicht in der App hinzugefügt hat. Es könnte also sein, dass Jugendliche bewusst getäuscht werden, um Zugang zu ihnen bekommen. Es ist auch möglich, über andere Apps den Bildschirm abfilmen zu lassen und als Video zu speichern.

Auch der Datenschutz von Houseparty ist problematisch. Das amerikanische Unternehmen Life on Air, Inc. gibt die Daten der Nutzenden an Facebook und andere Dienste weiter. Datenschutzregelungen, wie es sie in Europa gibt, spielen bei der App nur eine untergeordnete Rolle.

Houseparty bietet auch In-App-Käufe und damit Kostenfallen an. Nicht alle Spiele sind kostenlos verfügbar. Zwar sind die Spiele oft nicht teuer, doch wenn beispielsweise Freunde ein Spiel haben, dann entsteht schnell der Druck es sich auch zu kaufen, um beim gemeinsamen Spielen nicht ausgeschlossen zu werden.

Was meint der Anbieter?

Innerhalb der App gibt es mehrere Funktionen zum Schutz der Nutzenden: Mit der “Melden”-Funktion können Person gemeldet werden, die sich unangemessen verhalten. Mittels “Blockieren” kann man störende Nutzende auch sperren, sodass diese einen nicht mehr kontaktieren können. Über “Benachrichtigungen” lässt sich einstellen, wer sehen darf, dass man die App gerade nutzt. Der“Privat-Modus” verhindert, dass Gäste, die nicht eingeladen sind, den Raum betreten. Mit “Berechtigungen” kann man ausschalten, dass die App auf die internen Kontakte auf dem Handy zugreifen kann und sich mit Facebook verbindet.

In den Guidelines erklärt der Anbieter kurz und knapp – für Jugendliche ansprechend aufbereitet – die Regeln, die auf der Party gelten: So gibt es z. B. den knappen Hinweis, sich nicht auszuziehen oder andere zu mobben.

Was sollten Eltern beachten?

Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter über die Nutzung von Houseparty sprechen. Nehmen Sie Einstellungen gemeinsam vor und weisen Sie auf Funktionen hin. Dabei ist gerade der “Privat-Modus” wichtig, der es verhindert, dass unerwünschte Personen dem Raum beitreten. Sprechen Sie in diesem Zusammenhang auch das Thema Cybergrooming an. Es ist wichtig, dass Jugendliche wissen, dass es auch im digitalen Raum Erwachsene gibt, die schlechte Absichten haben. Außerdem sollte das Thema Datenschutz thematisiert werden. Dabei geht es einerseits darum, die “Berechtigungen” auszuschalten und andererseits darum, generell zu besprechen, dass nicht alles vor der Kamera gezeigt oder gesagt werden sollte, weil man nie weiß wer schließlich die Daten bekommt.

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