Fotografieren geht auch ohne Kamera! Beim Blaudruck, auch Cyanotypie genannt, entstehen Bilder auf einem „Zauberpapier“ mit Licht, Gegenständen und Wasser. Dabei hinterlassen Blätter, Federn, kleine Gegenstände oder ausgeschnittene Papiermotive helle Formen auf blauem Hintergrund. Für Kinder ist das fast ein bisschen magisch – und zugleich ein spannender Einstieg in die Welt der analogen Fotografie.
Die Cyanotypie ist eine sehr alte Fototechnik. Schon im 19. Jahrhundert wurde sie genutzt, um Pflanzen, Zeichnungen oder Baupläne abzubilden. Vielleicht kennen Sie den Begriff „Blaupause“ – er kommt genau aus diesem Zusammenhang. Beim Blaudruck wird ein Papier oder Stoff mit einer chemischen Lösung lichtempfindlich gemacht. Dort, wo Sonnenlicht auf das Material trifft, entsteht später die blaue Farbe. Stellen, die durch Gegenstände abgedeckt sind, bleiben hell.
Es gibt Cyanotypie-Sets, mit denen sich das „Zauberpapier“ selbst herstellen lässt. Für die lichtempfindliche Lösung mischen Sie zwei Chemikalien und tragen es in einem abgedunkelten Raum mit einem Pinsel auf Aquarellpapier oder Stoff auf. Das ist für Kinder spannend, sollte aber immer von einem Erwachsenen begleitet werden. Die Chemikalien sind nicht ungiftig und können Haut, Augen oder Atemwege reizen. Mit Gummihandschuhen, Schürze und ggf. Mundschutz kann Ihr Kind unter Anleitung einzelne Schritte übernehmen. Wichtig ist: Lesen Sie die Packungsanleitung, lüften Sie den Raum und achten Sie darauf, dass Ihr Kind sich nicht in die Augen fasst und sich danach gründlich die Hände wäscht.
Alternativ eignet sich für den einfachen Einstieg vorbehandeltes Cyanotypie-Papier. Das können Sie online bei Künstler- oder Foto-Shops bestellen. So ist das „Zauberpapier“ schon vorbereitet und Sie können direkt mit Ihrem Kind loslegen.
Legen Sie vor dem Start alle nötigen Gegenstände bereit:
Beim Blaudruck kann Ihr Kind ganz ohne Kamera eigene Bilder gestalten. Dabei versteht es spielerisch, dass Fotografie immer auch bedeutet, mit Licht und Gestaltung zu arbeiten. Überlegen Sie mit Ihrem Kind: Welche Formen sind spannend? Was passiert, wenn ein Motiv durchsichtig ist? Wie verändert sich das Bild bei mehr oder weniger Sonne? Wie entsteht ein 3-D-Effekt? So kommen Sie ganz nebenbei über kleine Forschungsfragen in den Austausch. Auch für Gespräche über Medien ist Blaudruck gut geeignet: Ein Bild entsteht nicht nur durch einen Klick. Für Fotografie braucht es eine bewusste Auswahl der Motive, Licht, Zeit und Kreativität.
Starten Sie mit fertigem Cyanotypie-Papier. Das ist unkompliziert und sicherer. Wenn Ihr Kind großen Spaß daran hat und schon älter ist, können Sie später gemeinsam ein Set mit Chemikalien ausprobieren. Planen Sie dafür genug Zeit ein und machen Sie daraus ein kleines Familienprojekt im Garten, auf dem Balkon oder beim nächsten Ausflug in die Natur. Eine kindgerechte Anleitung zum Blaudruck finden Sie bei knipsclub.