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17.07.2026

Medien selber machen: Blaudruck

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3 Minuten Lesezeit
6-17 Jahre
Kreativität
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Anleitung
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JFF

Fotografieren geht auch ohne Kamera! Beim Blaudruck, auch Cyanotypie genannt, entstehen Bilder auf einem „Zauberpapier“ mit Licht, Gegenständen und Wasser. Dabei hinterlassen Blätter, Federn, kleine Gegenstände oder ausgeschnittene Papiermotive helle Formen auf blauem Hintergrund. Für Kinder ist das fast ein bisschen magisch – und zugleich ein spannender Einstieg in die Welt der analogen Fotografie.

Was ist Blaudruck?

Die Cyanotypie ist eine sehr alte Fototechnik. Schon im 19. Jahrhundert wurde sie genutzt, um Pflanzen, Zeichnungen oder Baupläne abzubilden. Vielleicht kennen Sie den Begriff „Blaupause“ – er kommt genau aus diesem Zusammenhang. Beim Blaudruck wird ein Papier oder Stoff mit einer chemischen Lösung lichtempfindlich gemacht. Dort, wo Sonnenlicht auf das Material trifft, entsteht später die blaue Farbe. Stellen, die durch Gegenstände abgedeckt sind, bleiben hell.

„Zauberpapier“ herstellen

Es gibt Cyanotypie-Sets, mit denen sich das „Zauberpapier“ selbst herstellen lässt. Für die lichtempfindliche Lösung mischen Sie zwei Chemikalien und tragen es in einem abgedunkelten Raum mit einem Pinsel auf Aquarellpapier oder Stoff auf. Das ist für Kinder spannend, sollte aber immer von einem Erwachsenen begleitet werden. Die Chemikalien sind nicht ungiftig und können Haut, Augen oder Atemwege reizen. Mit Gummihandschuhen, Schürze und ggf. Mundschutz kann Ihr Kind unter Anleitung einzelne Schritte übernehmen. Wichtig ist: Lesen Sie die Packungsanleitung, lüften Sie den Raum und achten Sie darauf, dass Ihr Kind sich nicht in die Augen fasst und sich danach gründlich die Hände wäscht.

Alternativ eignet sich für den einfachen Einstieg vorbehandeltes Cyanotypie-Papier. Das können Sie online bei Künstler- oder Foto-Shops bestellen. So ist das „Zauberpapier“ schon vorbereitet und Sie können direkt mit Ihrem Kind loslegen.

Das brauchen Sie

Legen Sie vor dem Start alle nötigen Gegenstände bereit:

  • Cyanotypie-Papier – das „Zauberpapier“
  • Blätter, Blüten, Gräser, Federn, Schnüre, kleine Gegenstände oder ausgeschnittene Formen
  • eine Unterlage, z. B. ein Holzbrett oder die Rückseite eines Bilderrahmens
  • eine Glasplatte oder einen Bilderrahmen ohne Rahmen, damit nichts verrutscht
  • eine Schüssel oder Wanne mit Wasser
  • Küchenpapier oder Zeitung zum Trocknen
  • Sonnenlicht oder eine UV-Lampe

So geht’s

  1. Motive sammeln: Bereiten Sie zuerst die Motive vor. Gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind nach draußen und sammeln Sie Blätter, Gräser oder Blüten. Für den besten Effekt empfiehlt es sich, die Pflanzen vorher zu pressen. Auch kleine Gegenstände wie Muscheln, Steine, Schlüssel, Spielfiguren oder Knöpfe sowie ausgeschnittene Papierformen eignen sich gut.
  2. Gegenstände anordnen: Legen Sie das Cyanotypie-Papier in einem abgedunkelten Raum ohne direkte Sonneneinstrahlung auf der Unterlage bereit. Dann kann Ihr Kind kreativ werden und die Gegenstände auf dem Papier anordnen. Flache Motive decken Sie mit der Glasplatte ab, dreidimensionale Gegenstände platzieren Sie oben auf das Glas.
  3. Belichten: Tragen Sie das Ganze vorsichtig nach draußen oder legen Sie es auf die Fensterbank. Sobald das Zauberpapier in die Sonne kommt, beginnt die Belichtung. Je nach Wetter kann das unterschiedlich lange dauern. Bei starker Sonne reichen wenige Minuten, bei Wolken braucht es mehr Geduld. Beobachten Sie mit Ihrem Kind, wie sich die Farbe des Papiers verändert und probieren Sie die Belichtungszeit gemeinsam aus. Liegt das Papier zu kurz in der Sonne, sind kaum Kontraste zu erkennen. Ist die Belichtung zu lang, so können die Konturen verlorengehen.
  4. Ausspülen und Trocknen: Spülen Sie nach dem Belichten das Papier in Wasser aus. Sie können es in die Wanne legen oder unter fließendem Wasser ausspülen. Die nicht belichteten Farbreste verschwinden und das blaue Bild mit den weißen Formen wird nach und nach sichtbar. Legen Sie das Bild auf Zeitungs- oder Küchenpapier zum Trocknen in den Schatten.

Was lernen Kinder dabei?

Beim Blaudruck kann Ihr Kind ganz ohne Kamera eigene Bilder gestalten. Dabei versteht es spielerisch, dass Fotografie immer auch bedeutet, mit Licht und Gestaltung zu arbeiten. Überlegen Sie mit Ihrem Kind: Welche Formen sind spannend? Was passiert, wenn ein Motiv durchsichtig ist? Wie verändert sich das Bild bei mehr oder weniger Sonne? Wie entsteht ein 3-D-Effekt? So kommen Sie ganz nebenbei über kleine Forschungsfragen in den Austausch. Auch für Gespräche über Medien ist Blaudruck gut geeignet: Ein Bild entsteht nicht nur durch einen Klick. Für Fotografie braucht es eine bewusste Auswahl der Motive, Licht, Zeit und Kreativität.

Tipps

Starten Sie mit fertigem Cyanotypie-Papier. Das ist unkompliziert und sicherer. Wenn Ihr Kind großen Spaß daran hat und schon älter ist, können Sie später gemeinsam ein Set mit Chemikalien ausprobieren. Planen Sie dafür genug Zeit ein und machen Sie daraus ein kleines Familienprojekt im Garten, auf dem Balkon oder beim nächsten Ausflug in die Natur. Eine kindgerechte Anleitung zum Blaudruck finden Sie bei knipsclub.

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