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Sicher ist sicher: Passwörter im Netz

Konten bei Instagram, TikTok oder Amazon werden mit Passwörtern gesichert. So sollen Fremde keinen Zugriff auf sensible Daten wie Adresse, Kontonummer usw. erhalten oder im Namen anderer etwas posten oder Sachen bestellen. Manche Passwörter sind allerdings so einfach, dass sie mit technischer Hilfe von Kriminellen einfach “geknackt” werden können. Kinder sollten lernen, wie sichere Passwörter aussehen, sobald sie digitale Geräte nutzen oder im Netz unterwegs sind.

Kriterien für ein sicheres Passwort  

Ein sicheres Passwort hat mindestens 12 Zeichen und besteht aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Vermeiden Sie persönliche Passwörter wie die Geburtsdaten Ihrer Kinder, denn sie sind mit etwas Recherche leicht herauszufinden. Zahlenfolgen (zum Beispiel „12345“), alphabetische Buchstabenfolgen (wie „abcdefg“) oder eine Folge benachbarter Tasten auf der Tastatur (wie „qwertz“) sind ebenfalls nicht sicher. Am besten eignen sich Wörter, die in keinem Wörterbuch stehen und nichts mit Ihnen oder dem Dienst, bei dem Sie sich anmelden möchten, zu tun haben.

Bauen Sie sich eine Eselsbrücke  

Ein sicheres Passwort zu erstellen und sich auf Dauer daran zu erinnern, ist gar nicht so einfach. Dabei hilft eine Eselsbrücke. Denken Sie sich einen Satz aus, den Sie sich gut merken können, beispielsweise „Elternguide.online informiert und unterstützt Eltern auch im Jahr 2020!“.  Wenn Sie nur die Anfangsbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen des Satzes herausnehmen, entsteht folgendes Passwort: „Eoi+uEaiJ2020!“ Diese Zeichenfolge ist sicher und Sie vergessen sie nicht so schnell. Wenn Ihnen kein eigener Satz einfällt, können Sie auch an ein Sprichwort denken, zum Beispiel: „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte!“. Oder Sie nutzen den Passwort-Generator von Data-Kids, der Ihnen und Ihrem Kind beim Erstellen von solchen sicheren Passwörtern hilft!

Mit Passwortmanagern den Überblick behalten

Ein Passwort sollte regelmäßig geändert werden. Es wird empfohlen, für verschiedene Plattformen jeweils ein eigenes Passwort zu verwenden, da es immer mal zu Datenlecks und dem Diebstahl von Nutzerdaten kommen kann. Hacker könnten auf alle Accounts zugreifen, wenn immer das gleiche Passwort verwendet wurde.  

Wenn Sie sich nicht so viele verschiedene Passwörter merken können oder wollen, nutzen Sie am besten einen Passwortmanager. Damit lassen sich Passwörter verwalten und verschlüsselt speichern. Sie müssen sich dann nur noch ein einziges Passwort für den Manager merken. Mit dem Passwort-Schlüssel-Automat können sich Eltern und Kinder Passwörter-Schlüssel ausdenken, die man nicht so schnell vergessen kann.

Auf der Internetseite des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik können Sie mehr zu sicheren Themen nachlesen und anschauen.

YouTube Premium – Konkurrenz für Streaminganbieter?

YouTube ist die mit Abstand beliebteste Online-Plattform für Videos. Sie ist kostenlos und wird vor allem über Werbung finanziert, die vor oder während der Clips abgespielt wird. Mit YouTube Premium kann man YouTube-Inhalte gegen Gebühr ohne Werbeunterbrechung und mit weiteren Vorteilen nutzen. Die Premium-Variante sieht ganz ähnlich aus wie das kostenlose YouTube, aber kann jedoch einiges mehr. 

Kurz gefasst:

  • monatliches Abo (ca. 12,- €) als Einzelperson oder als Familie (ab 13 Jahre)
  • umfassendes Angebot an Videos, Musik und exklusiven Inhalten
  • Kinderschutz über das integrierte YouTube Kids möglich
  • als App und über einen Browser nutzbar

Was kann YouTube Premium?

Um das Angebot nutzen zu können, müssen Sie sich registrieren und entscheiden, ob Sie den Dienst allein oder gemeinsam mit Ihrer Familie nutzen möchten. Inhalte können heruntergeladen und offline abgespielt werden – allerdings nur in der App. Man kann Musikinhalte auch im Hintergrund anhören, während man gleichzeitig eine andere App nutzt. Das Ausschalten von Werbeanzeigen muss in den Einstellungen aktiviert werden.

Zu YouTube Premium gehört die werbefreie Variante des Musik-Streamingdiensts YouTube Music. (Diesen gibt es auch als kostenlose App mit Werbung.) Außerdem gehören noch die YouTube Gaming App dazu und man erhält Zugriff auf YouTube Original – exklusive Inhalte, die nur auf YouTube zu sehen sind. 

Für wen kann das Angebot interessant sein?

Kinder und Jugendliche nutzen YouTube für verschiedene Dinge im Alltag. Sie folgen YouTubern, informieren sich und lassen sich unterhalten. Für diejenigen, die viel Musik, Filme und Videos nutzen, könnte ein Premium-Account attraktiv sein. Vor allem weil man sich Videos ohne Werbeunterbrechung anschauen kann. 

Wenn Sie als Familie gern YouTube nutzen, ist das Angebot im Vergleich zu anderen Streamingangeboten etwas günstiger. YouTube ist ein Allrounder mit einem sehr breiten Angebot. Wenn Sie ganz gezielt nur Serien oder nur Musik nutzen möchten, sind andere Angebote besser geeignet. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Hinter allen Angeboten von YouTube steckt Google. Das amerikanische Unternehmen verdient sein Geld unter anderem mit der Sammlung und Auswertung von Nutzerdaten. Auch wenn die vielen zusammenhängenden Dienste einige Vorteile haben, sind Bedenken bezüglich des Datenschutzes angebracht. 

YouTube weist darauf hin, dass nur von ihnen eingestellte Werbung ausgeschaltet werden kann. Wenn in Videos der Nutzer Werbung auftaucht (z. B. als Produktplatzierung), sieht man diese auch in Videos über YouTube Premium.

Was sollten Sie als Eltern beachten?

Achten Sie darauf, welche Daten Sie von sich bei der Registrierung angeben und ob alle Angaben notwendig sind. Lesen Sie die Datenschutzbestimmungen und machen Sie sich mit den Möglichkeiten der App z. B. bei mobilsicher.de vertraut.

Das große Angebot von YouTube kann dazu verführen, dass man immer weiterschaut und die Zeit vergisst. Gemeinsam vereinbarte Regeln helfen, dass das nicht so schnell passiert.  Bei jüngeren Kindern empfiehlt sich außerdem die App YouTube Kids, damit Ihr Kind nur altersgerechte Inhalte angezeigt bekommt. Mit einem Familien-Account von YouTube Premium können Sie je nach Altersgruppe verschiedene Funktionen aktivieren oder ausblenden. Beachten Sie aber, dass trotzdem unangemessene Inhalte auftauchen können, da diese teilweise gut versteckt sind. Wenn Sie Ihr Kind bei der Nutzung von YouTube und anderen Medien begleiten, können Sie sich darüber austauschen und für Fragen da sein.

Einkaufen per Mausklick – Schnäppchenangebote im Netz

In vielen Familien ist die Woche streng durchgeplant mit Kindergarten, Schule, Arbeit, Arztterminen, Sport und und und. Da bleibt manchmal kaum Zeit für anderes. Umso praktischer, wenn man Dinge von zu Hause aus erledigen kann, wie zum Beispiel Online-Shopping. Einkaufen über das Internet ist äußerst beliebt und gehört zum Alltag vieler Menschen. Klar, gemütlich von der Couch aus und ohne Menschengedränge lassen sich die Geschenke für Weihnachten viel entspannter besorgen als in überfüllten Einkaufszentren. Vor allem in den Wochen und Tagen vor Feiertagen locken Online-Händler mit Angeboten und Rabatten.

Ihr Kind wächst mit der Selbstverständlichkeit auf, dass Produkte mit einem Mausklick über das Internet bestellt werden können. Vor allem für Jugendliche ist es sehr verlockend und einfach, eigenständig Bestellungen abzusenden. Dabei haben sie aber nicht unbedingt ein Gefühl dafür, dass Geld ausgegeben wird, weil sie es nicht in der Hand haben. Das ist bei In-App-Käufen nicht anders als beim Online-Shopping. Als Eltern sollten Sie mit Ihrem Kind darüber sprechen, dass man auch übers Internet bewusst einkaufen und einige Dinge beachten sollte.

Geschäftsfähigkeit von Kindern

Nur wer volljährig ist, ist auch vollständig geschäftsfähig. Das bedeutet, dass Kinder unter 18 Jahren nur im Rahmen ihres Taschengeldes einkaufen und Verträge abschließen dürfen. Mehr Informationen darüber gibt die Verbraucherzentrale.
Um online einkaufen zu können, braucht man neben einem Konto beim jeweiligen Shop häufig eine Kreditkarte oder ein Paypal-Konto. Dazu muss man aber ebenfalls volljährig sein. Seiten wie Amazon u. ä. prüfen das Alter bei der Anmeldung aber nicht sicher nach. Sie sollten also darauf achten, dass Ihr Kind keinen Zugriff auf Ihre Kreditkartendaten hat. Auch wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter online auf Rechnung bestellt, ist die Bestellung – also der Kaufvertrag – nur rechtsverbindlich, wenn Sie sie vorher oder nachträglich genehmigt haben.

Informieren Sie Ihr Kind darüber. Am besten ist es, wenn Sie nur gemeinsam im Internet einkaufen.

Vermeintliche Schnäppchen-Angebote

Gerade vor Feiertagen wie Weihnachten oder an speziellen Aktionstagen wie dem Black Friday locken Online-Händler mit Sonderangeboten zu unterschiedlichen Produkten. Oft wird mit Tricks gearbeitet, z. B. wird dem Sonderpreis die unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) des Herstellers gegenübergestellt, die allerdings selten von einem Händler verlangt wird. Durch zeitlich begrenzte Sonderrabatte wird der Verbraucher unter Druck gesetzt, sofort kaufen zu müssen. Vor allem Kinder und Jugendliche könnten sich von diesen Angebotsfristen stark beeinflussen lassen.

Außerdem gibt es immer mehr unseriöse und betrügerische Online-Shops, die kaum von echten Shops zu unterscheiden sind. Nehmen Sie solche Anbieter genau unter die Lupe und recherchieren Sie Erfahrungen anderer Kunden. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, so dass es, sobald es alt genug ist, nicht auf Betrüger hereinfällt. Denn schnell kann ein Einkauf bei einem Fake-Shop zu einer Abzockfalle mit finanziellen Verlusten werden. Tipps, wie man Fake-Shops erkennt, gibt es ebenfalls bei der Verbraucherzentrale.

Bewusstsein schaffen

Nur weil Online-Shopping so einfach und schnell geht, heißt es nicht, dass alles über das Internet bestellt werden muss. So können die Batterien auch im Supermarkt oder das Buch in der Buchhandlung um die Ecke gekauft werden. Machen Sie Ihrem Kind bewusst, dass hinter jeder Bestellung ein langer Zustellprozess steht. Das bedeutet nicht nur viel Aufwand für viele Menschen, sondern ist bei vielen Bestellungen auch schlecht für die Umwelt. Bestellen Sie nur die Ware und die Menge, die Sie benötigen, um überflüssige Lieferungen und aufwendige Retouren zu vermeiden. Weiterhin ist es wichtig, dass Ihr Kind lernt, sich nicht von Rabatten und Schnäppchen-Angeboten locken zu lassen. Vor jedem Kauf sollte sich daher die Frage gestellt werden, ob die angebotenen Produkte wirklich gebraucht werden.

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