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Alles unter Kontrolle? Wie Parental Control Apps für mehr Sicherheit sorgen wollen

Als Eltern wollen Sie Ihre Kinder vor allen möglichen Gefahren und Risiken schützen – ob auf dem Weg zur Schule, im Straßenverkehr oder im Internet. Sogenannte Parental Control Apps möchten Sie dabei unterstützen: Mit unterschiedlichen Funktionen wollen sie für höhere Sicherheit für Ihr Kind sorgen. Aber: Was ist dran an den Versprechen dieser Apps, welche Funktionen sind sinnvoll und welche Risiken bergen die Apps selbst?

Was können solche Apps?

Einige dieser Apps setzen vor allem darauf, den Standort Ihres Kindes über GPS-Tracking ermitteln zu können. Diese müssen  auf dem Elterngerät und auf dem Smartphone des Kindes installiert, GPS und “Mobile Daten” aktiviert sein. Einige Apps bieten auch die Möglichkeit, virtuelle Grenzen und Zonen festzulegen: Verlässt Ihr Kind eine dieser Zonen, wie z. B. den Schulhof, ertönt bei Ihrem Smartphone ein Signal.

Mit anderen Apps kann man zusätzlich die eingehenden und ausgehenden Telefonate, SMS sowie Bild-, Video und Tonmaterial einsehen. Auch die Social-Media-Aktivitäten und den kompletten Browserverlauf kann man bei bestimmten Anwendungen kontrollieren. Bestimmte Funktionen können außerdem aus der Ferne gesperrt und Inhalte blockiert werden.

Andere Apps, wie z. B. JoLo Kindersicherung, setzen auf den Schutz Ihres Kindes anstatt auf Überwachung. Diese werden auf dem Smartphone des Kindes installiert. Mit dem Setzen eines Passworts können Sie diejenigen Apps auswählen, die Ihr Kind gar nicht nutzen darf oder nur für eine bestimmte Zeit an bestimmten Wochentagen. Auch Inhalte können durch Filter gesperrt werden. Dafür eignet sich z. B. die iPhone-App JusProg. Auch Google Family Link bringt viele dieser Funktionen mit. Die App haben wir in diesem Beitrag genauer unter die Lupe genommen.

Was kann problematisch sein an diesen Apps?

Solche Apps versprechen Ihnen als Eltern mehr Sicherheit für Ihr Kind. Doch die vermeintliche Sicherheit hat teilweise ihren Preis und die Kontroll-Apps geraten nicht umsonst immer wieder in die Kritik. In einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts wurden viele Apps getestet. Das Institut hat vor allem hinsichtlich der Datensicherheit große Bedenken. Die Daten Ihres Kindes werden meist unverschlüsselt auf unbekannten Servern gespeichert – Standort, Tonaufnahmen, aber auch Bilder und Videos können so schnell in die falschen Hände geraten.

Außerdem bedeuten viele dieser Apps einen massiven Eingriff in die Privatsphäre Ihres Kindes. Auch Ihr Kind hat ein Recht darauf und braucht seine Freiheiten und Geheimnisse. Das gehört zu einer kindgerechten Entwicklung dazu. Hätten Sie gewollt, dass Ihre Eltern alles wissen, was Sie mit Ihren Freundinnen oder Freunden austauschen?

Die App vermittelt für Sie vielleicht ein Sicherheitsgefühl, für Ihr Kind kann die ständige Kontrolle aber sehr unangenehm sein. Es sollte nicht das Gefühl bekommen, Überwachung sei etwas Normales. Zudem ist die Frage, ob die Tatsache, dass Sie einsehen können, was Ihr Kind mit dem Smartphone macht, wirklich zu mehr Sicherheit führt.

Was können Sie als Eltern für den Schutz Ihres Kindes tun?

Suchen Sie deshalb regelmäßig das Gespräch mit Ihrem Kind und sensibilisieren es für mögliche Risiken. Fragen Sie nach und lassen Sie sich zeigen, welche sozialen Netzwerke Ihr Kind nutzt und welche Fotos es zum Beispiel teilt.

Seien Sie dabei offen und lassen Sie sich die Begeisterung für bestimmte Netzwerke und Apps erklären. Geben Sie Ihrem Kind aber auch die Freiheit, Dinge für sich zu behalten.

Wenn Sie solche Apps ausprobieren wollen, sehen Sie sich den Funktionsumfang genau an. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und entscheiden Sie, welche App auch ihm oder ihr ein sicheres Gefühl geben würde.

Möchten Sie Ihr Kind vor gefährlichen Inhalten schützen oder die Zeit am Smartphone begrenzen, bringen oft Smartphones selbst Einstellungsmöglichkeiten wie Filter oder Bildschirmzeit mit. Oder nutzen Sie ausgewiesene Kinder- und Jugendschutzprogramme.

Den Live-Standort Ihres Kindes sehen Sie mit diesen Apps nicht. Statt Überwachung sollten Sie Ihrem Kind Vertrauen entgegenbringen. Besprechen Sie morgens, wann es wo ist. Ihr Kind kann Sie benachrichtigen, wenn sich die Pläne für den Nachmittag kurzfristig ändern – schließlich ist es auch ohne GPS-Tracking über das eigene Smartphone fast immer erreichbar. Ein langer Schulweg kann vielleicht gemeinsam mit einem Nachbarskind bestritten werden. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass Sie sich Sorgen machen, wenn Sie nicht wissen, wo es sich aufhält.

Google Family Link – die Smartphonenutzung von Kindern kontrollieren?

Haben Sie Sorge, dass Ihr Kind, sobald es ein eigenes Smartphone hat, zu viel Zeit damit verbringt und auf Inhalte zugreift, die nicht altersgemäß sind? Die App Google Family Link für Eltern möchte Abhilfe schaffen und bietet einige Möglichkeiten, die Handynutzung Ihres Kindes zu regulieren.

Kurz gefasst:

  • Kinderkontos für Google-Dienste erstellen und verwalten
  • Die App ist kostenlos für iOS und Android
  • Zielgruppe der App sind Eltern
  • Einrichtung verschiedener Accounts je nach Alter, aber auch Kontrolle und “Überwachung” der kindlichen Handynutzung

Was ist Google Family Link für Eltern?

Mit Google Family Link können Eltern für Kinder unter 16 Jahren einen eingeschränkten Google-Account einrichten und die Smartphone-Nutzung Ihres Kindes im Blick behalten, wenn es sich um ein Android-Gerät handelt.

Über die App lassen sich unter anderem Nutzungszeiten für das Smartphone festlegen, der Zugriff auf bestimmte Apps beschränken oder In-App-Käufe sperren. Man kann damit nachvollziehen, welche Apps das Kind wie oft verwendet. Auch die Nutzung des Handys selbst lässt sich einschränken und das Handy des Kindes kann mit der App geortet werden. Die Einstellungen lassen sich auch online – ohne Smartphone – über ein Google-Konto der Eltern vornehmen.

Seit dem Update im September 2019 hat die App noch weitere Funktionen: Nun können Eltern die maximale Nutzungsdauer für jede App einzeln bestimmen. Außerdem ist es möglich, nach Ablauf der festgelegten maximalen Nutzungsdauer eine Bonuszeit draufzulegen (in Schritten von 5 Minuten).

Was kann problematisch an Google Family Link sein?

Aus Elternsicht sind die angebotenen Funktionen sinnvoll, weil verhindert werden kann, dass Kinder zu viel Zeit mit ihrem Smartphone verbringen oder dass ungeeignete Apps genutzt werden. Kritisch zu sehen ist die App, wenn sie nicht zum Schutz der Kinder eingesetzt wird, sondern um sie zu kontrollieren oder gar zu überwachen. Deshalb sollte die Nutzung der App vorher unbedingt mit dem Kind besprochen werden!

Da es eine Google-App ist, kann sie vorrangig für Google-Dienste und Android-Geräte genutzt werden. Andere Apps lassen sich darüber nicht steuern. Hinzu kommt, dass Google Family Link selbst keine unangemessenen oder jugendgefährdenden Inhalte blockiert, sondern ganze Angebote zulässt oder freigibt – je nach Einstellung, die Sie als Eltern getroffen haben. Es kann z. B. sein, dass Ihr Kind trotz App bei YouTube Videos vorgeschlagen bekommt, die Gewalt beinhalten. Um Inhalte bei YouTube einzuschränken, müssen Sie in der YouTube-App selbst Filtereinstellungen vornehmen. Auch Werbung innerhalb der Google-Apps kann mit der Google Family Link nicht ausgeschaltet werden.

Google ist dafür bekannt, dass es viele Daten seiner Nutzerinnen und Nutzer sammelt. Mit der Einrichtung eines Kinderkontos werden also auch ihre Nutzungsdaten gesammelt. Verschiedene Google-Konten und Smartphones müssen bei der Nutzung der App miteinander verbunden werden. Was genau mit den gesammelten Daten passiert, ist unklar.

Was sagt der Anbieter?

Für Google stellt Family Link eine Unterstützung der Medienerziehung in der Familie dar, da gemeinsame Nutzungsregeln vereinbart und über die App kontrolliert werden können. Es soll ermöglicht werden, Kinder bei der Handynutzung zu beaufsichtigen.

Auch wenn keine unangemessenen Inhalte mit der App gefiltert werden können, werden Eltern gezielt auf Filtermöglichkeiten bestimmter Dienste, wie die SafeSearch-Funktion in der Google-Suche, den Jugendschutzfilter im Google-Browser Chrome oder den eingeschränkten Modus von YouTube, hingewiesen. Mehr dazu in der Hilfe von Google.

Was sollten Eltern beachten?

Überlegen Sie genau, ob die Nutzung einer solchen App für Ihre Familie das Richtige ist. Bei jüngeren Kindern kann es sinnvoll sein, ein gewisses Maß an Kontrolle auszuüben. Egal, wofür Sie sich entscheiden, ist dies ein guter Anlass, sich gemeinsam Nutzungsregeln für Smartphone & Co. zu überlegen.

Die Verwendung von Google Family Link erfordert immer, dass das Handy Ihres Kindes Internetzugang hat. Möglicherweise ist das nicht gegeben oder Ihr Kind soll nicht ständig online sein.
Wenn Sie sich für die Nutzung entscheiden, sollten Sie die App zusammen mit Ihrem Kind installieren und einrichten. Sprechen Sie  darüber, welche Funktionen sinnvoll sind, um die Nutzungsregeln einzuhalten. Welche Einstellungen sind nicht notwendig, weil Ihr Kind schon reif genug ist, selbst darauf zu achten? Besprechen Sie sich in regelmäßigen Abständen, ob die App und ihre Einstellungen noch sinnvoll sind oder sie deaktiviert werden können. Wenn Sie die App für mehrere Handys nutzen wollen, können Sie verschiedene Unterkonten je nach Alter des Kindes einrichten.

Auch was die Datennutzung durch Google angeht, sollten Sie die Einstellungen genau prüfen. Bei der Datenspeicherung sind automatisch bestimmte Funktionen aktiviert, die Sie ausschalten können. Lesen Sie mehr zu Installation und Einrichtung der App bei mobilsicher.de.

TikTok

Die Social-Media-Stars und Zwillinge Lisa und Lena wären heute nicht so berühmt, wenn sie nicht über die App musical.ly mit ihren Playback-Videos so viele Menschen erreicht hätten. Der Nachfolger TikTok (seit 2018) bietet neben kurzen Playback- oder Lipsynch-Videos noch mehr: kreative Kurzvideos aller Art.

Kurz gefasst:

  • kostenloses Social-Media-Videoportal
  • unter Teenagern eine der beliebtesten Apps weltweit
  • Mindestalter 13 Jahre (mit Einverständnis der Eltern)
  • Verfügbar für Smartphones und Tablets (Android und iOS)
  • in der Kritik wegen unzureichendem Jugend- und Datenschutz sowie Einschränkung der Meinungsfreiheit

Was ist TikTok?

TikTok ist Social-Media-Plattform und Video-App in einem: User können bei TikTok aus einer bunten Sammlung von bekannten Popsongs, beliebten Audios und Zitaten, z. B. aus Filmen, wählen. Dazu „singen“ oder „sprechen“ sie Playback und filmen ihre Choreographie innerhalb der App mit dem Smartphone. Die meisten Videos sind nur 15 oder 60 Sekunden lang. Bestimmte Videos lösen einen richtigen Hype aus, werden nachgeahmt oder im Sinne einer Challenge weitergeführt.

Die Videos einiger TikToker, deren Account öffentlich ist, kann man anschauen und kommentieren, ohne dass man bei der App angemeldet sein muss. Um selbst Videos zu erstellen, braucht man aber einen Account. Im privaten Modus ist mehr Kontrolle möglich und man entscheidet selbst, wen man als Follower zulässt oder nicht.

Was begeistert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Wie andere Social-Media-Plattformen auch nutzen Jugendliche TikTok gern für den Austausch untereinander. Sie lassen sich unterhalten, suchen nach Vorbildern, an denen sie sich orientieren können, stellen sich selbst dar und erhoffen sich positive Rückmeldung von anderen. Die App ist außerdem eine tolle Plattform, um seine Kreativität auszuleben. Aus der einstigen Playback-App ist eine bunte Videoplattform geworden, auf der sich Jugendliche ausprobieren, miteinander messen, vergleichen und darstellen können – mit Challenges, Video-Memes und vielem mehr.

Vor allem Mädchen ab 10 oder 11 Jahren begeistern sich für TikTok. Wenn die Jugendlichen älter werden, scheint die App nicht mehr so spannend zu sein.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Es gibt eine Reihe von Problemen, die Sie und Ihr Kind vor der Nutzung der App berücksichtigen sollten:

  • Kinder ab 13 Jahren brauchen für die Anmeldung das Einverständnis der Eltern. Das Alter wird bei der Registrierung aber nicht überprüft.
  • Die Voreinstellungen der App sind gerade für Heranwachsende unsicher: Die Profile und ihre Inhalte sind öffentlich einsehbar, über die Suchfunktion ist das Profil auffindbar und man kann von Fremden angeschrieben werden, solange man die Privatsphäre-Einstellungen nicht entsprechend angepasst hat.
  • Angezeigte Videos werden nicht gefiltert, wodurch Jugendliche mit für sie ungeeigneten Inhalten in Berührung kommen können. Da die Beiträge nicht moderiert werden, können kritische Inhalte in den Kommentaren auftreten und es ist ein hohes Risiko von Cybergrooming und Cybermobbing vorhanden.
  • Die Nutzer haben keine Rechte an den Song- oder Filmausschnitten. Die erstellten Videos sollten deshalb nicht außerhalb der App geteilt werden, da sie sonst gegen die Bild- und Urheberrechte verstoßen. Sind andere Personen im Video zu sehen, sollte man diese auch immer um Erlaubnis fragen. TikTok erhält außerdem die Rechte an den veröffentlichten Videos.
  • Der Anbieter Bytedance finanziert sich über Werbung. Die Anzeigen im Videoformat sind von den Kurzclips der User kaum zu unterscheiden. Mit einem virtuellen Münzsystem können TikToker zudem ihr Guthaben aufladen. Davon lassen sich Emojis für die eigenen oder fremde Videos kaufen.
  • Manche Challenges, die in sozialen Netzwerken kursieren, können gefährlich werden. TikTok blockiert solche Inhalte nicht.
  • Die Löschung eines Accounts ist derzeit nur über eine Anfrage beim Kundensupport möglich.

Was sagt der Anbieter?

TikTok ist sich der Gefahr von verstörenden und unerwünschten Inhalten bewusst. Es gibt allerdings nur wenige Sicherheitseinstellungen, obwohl die App laut Anbieter für Kinder ab 13 Jahren geeignet ist. TikTok verweist nach der Registrierung mittels eines roten Punktes auf die Einstellungen. Eine Erklärung dazu liefert der Dienst aber nicht. Immerhin gibt es Tipps für Eltern im “Safety Center” der Webseite. So lassen sich z. B. Userkonten melden und/oder blockieren.

TikTok steht wegen seiner Moderationsregeln stark in der Kritik, denn offenbar wird stark kontrolliert, welche Videos die Nutzer sehen können.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind sich bei TikTok anmelden möchte, fragen Sie nach seiner Motivation. Richten Sie gemeinsam einen Account ein und probieren Sie gemeinsam die ersten Schritte aus. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die möglichen Gefahren. Besonders wichtig ist, auf die Privatsphäre zu achten und in den Videos nicht zu viel von sich preiszugeben. Am sichersten ist es, den eigenen Account auf privat zu schalten. So ist die Kommunikation nur mit Freundinnen und Freunden möglich und Ihr Kind behält den Überblick darüber, wer die Videos sehen kann.

Versichern Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, sollte es Beleidigungen erhalten oder belästigt werden. Zeigen Sie ihm außerdem, wie man unangemessene Inhalte blockieren und melden kann. Um die eigene Privatsphäre und die von anderen besser zu schützen, muss bei einem Video nicht unbedingt immer das Gesicht zu sehen sein. Mit Hilfe von Emoji-Stickern oder anderen kreativen Lösungen ist das möglich.

Beliebte Spiele-Apps: Clash Royale und Clash of Clans

Das Online-Strategiespiel Clash of Clans gibt es schon seit einigen Jahren. Die Weiterentwicklung Clash Royale (seit 2016) ist ebenfalls sehr beliebt bei Kindern und Jugendlichen. Grund dafür ist sicherlich auch, dass die App nichts kostet und dass man gegeneinander spielen kann.

Kurz gefasst

  • beliebte Spiele-Apps von Supercell
  • sogenanntes Echtzeit-Mehrspieler-Strategiespiel
  • kostenlos für Android und iOS, aber dauerhafte Internetverbindung erforderlich
  • enthält In-App-Käufe
  • USK ab 6 Jahren, Mindestalter des Anbieters: 13 Jahre

Was ist Clash of Clans? Was ist Clash Royale?

Clash of Clans und Clash Royale sind sogenannte Echtzeit-Mehrspieler-Strategiespiele. Ihr Kind kann also gleichzeitig mit anderen Spielern mobil und online über die App spielen.

Bei Clash of Clans arbeiten die Spieler in Clans. Das sind Gruppen, in denen sich einzelne Spieler zusammentun und gemeinsam gegen andere Gruppen kämpfen. Die Clans müssen ein eigenes Dorf aufbauen, Truppen trainieren und sich schließlich mit anderen Clans konkurrieren, um „Ressourcen“ zu erbeuten. Das sind zum Beispiel Gold, Juwelen und Elexier. Durch diese Ressourcen kann der eigene Clan besser ausgestattet und geschützt werden. Diese Ressourcen können auch kostenpflichtig erworben werden.

Clash Royale ist die Weiterentwicklung von Clash of Clans und seit 2016 auf dem Markt. Hier sind die Prinzipien Strategie und Sammelkarten miteinander verbunden. Vor jeder Runde werden aus einem Kartendeck acht Karten ausgewählt, die im Spiel geschickt eingesetzt werden müssen. Die Karten beinhalten u.a. Zaubersprüche gegen den Gegner. Gewonnen hat, wer mit den eigenen Einheiten die meisten gegnerischen Haupttürme zerstört hat. Eine Runde dauert nur drei Minuten. Für gewonnene Runden erhält man Gold und Truhen, wodurch man Juwelen oder neue Karten bekommt.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an Clash Royale?

Das Spielprinzip ist einfach und schon am Anfang hat man gute Chancen gegen “den Computer” zu gewinnen. Diese Gewinne und Belohnungen schaffen Anreize und motivieren, weiterzuspielen. Clash Royale sorgt außerdem für eine ausgewogene Mischung aus Glück und Taktik.

Auch ohne Einsatz von echtem Geld kann man viel Spaß an Clash Royale und dem Vorgänger Clash of Clans haben. Natürlich ist auch der direkte Vergleich beim Spiel mit “echten” Gegnern spannend.

Vor allem bei Jungs sind die Spiele sehr beliebt.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Auch wenn die einzelnen Spielrunden kurz sind, werden durch Juwelen und Truhen immer wieder Anreize geschaffen, weiterzuspielen. Da es ein Echtzeit-Spiel ist, entwickelt sich das Spiel auch weiter, wenn man gerade nicht spielt. Auch das kann bei einigen Kindern und Jugendlichen dazu führen, dass sie immer weiterspielen wollen.

Gerade ungeduldige Spieler können durch In-App-Käufe im Spiel schneller vorankommen. Das sollten Sie als Eltern im Blick haben bzw. In-App-Käufe in den Smartphone-Einstellungen deaktivieren.

Die Möglichkeit, innerhalb des Spiels mit Mitspielern zu chatten, führt zu Risiken wie Cybermobbing und Cybergrooming.

Kämpferische Elemente sind wichtiger Bestandteil der Spiele, indem z. B. andere Clans und deren Türme zerstört werden. Aufgrund der comicartigen Darstellung ist das für Kinder aber nicht sehr realistisch.

Stiftung Warentest hat 2019 die beiden Spiele darauf getestet, wie kindgerecht sie sind und mit „inakzeptabel“ bewertet.  Es wurden nicht kindgerechte Inhalte gefunden worden: Rechtsextreme Clan-Pseudonyme und Verweise auf Porno-Seiten. Verstöße können aber auch nicht direkt gemeldet werden. Auch in Bezug auf In-App-Käufe und Datenschutz schneiden die Spiele schlecht ab. In dem Spiel gibt es jedoch keine Werbung.

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter stellt einen allgemeinen Eltern-Leitfaden auf Deutsch für seine Spiele-Apps bereit. In diesem wird erläutert, wie man Einstellungen vornehmen kann, um z. B. In-App-Käufe zu deaktivieren. Außerdem gibt es Erläuterungen zur Chatsicherheit und Privatsphäre. Gerade was die Chatsicherheit betrifft, gibt es  jedoch keine Blockierungsfunktion. Der Anbieter reagiert lediglich auf anstößige Inhalte.

Was sollten Eltern beachten?

Lassen Sie sich das Spiel und die Faszination daran von Ihrem Kind erklären. Sprechen Sie mit ihm darüber, was Gewalt im Spiel und in der Realität bedeutet.

Vereinbaren Sie Regeln zu Spieldauer und -zeiten. Nutzen Sie Einstellungsmöglichkeiten, um unbeabsichtigte In-App-Käufe zu verhindern und um gegebenenfalls die Nutzungsdauer der App zu beschränken. Denken Sie aber daran, vorher darüber mit Ihrem Kind zu sprechen. Überlegen Sie außerdem, ob es sinnvoll, Push-Mitteilungen für das Spiel zu deaktivieren, so dass Ihr Kind nicht ständig informiert wird, was im Spiel passiert, während es nicht spielt.

Die Chatfunktion im Spiel ist jeweils öffentlich, d. h. alle Spieler können miteinander chatten. Deshalb sollten Sie unbedingt im Vorfeld Gesprächsregeln für den Chat vereinbaren. Klären Sie vor allem, dass über den Chat keine privaten Daten wie Klarnamen, Handynummer usw. rausgegeben werden sollen.
Fragen Sie nach Spieleerlebnissen und seien Sie da, falls Ihr Kind einmal unangenehme Erfahrungen macht.

Weitere Informationen zu den Spielen finden Sie hier: http://www.klicksafe.de/service/aktuelles/news/detail/was-eltern-ueber-beliebte-online-strategiespiele-wie-clash-royale-wissen-sollten/

Pokémon GO – auf der Jagd nach den Monstern

Auch wenn der Hype um Pokémon GO aus dem Sommer 2016 inzwischen abgeklungen ist, gibt es noch immer viele begeisterte Spieler und immer neue dieser kleinen Monster, genannt Pokémon. Vielleicht kennen Sie Pikachu, Glumanda und Shiggi aus Ihrer eigenen Kindheit – von Sammelkarten oder dem Videospiel.

Kurz gefasst

  • kostenlose Spiele-App, aber In-App-Käufe möglich
  • in vielen Sprachen spielbar; in Deutschland seit Juli 2016
  • verfügbar für die Betriebssysteme iOS und Android
  • Altersempfehlung laut USK ab 6 Jahren, laut iTunes App Store ab 9 Jahren, laut Spieleratgeber NRW ab 12 Jahren

Was ist Pokémon GO?

Bei Pokémon GO wird der Spieler zum Trainer. Er oder sie sammelt Pokémon überall in der Umgebung. Diese werden weiterentwickelt, trainiert und können im Kampf gegeneinander antreten.

Pokemon GO ist eine sogenannte ortsbasierte Spiele-App, die nur mit einer Internetverbindung, eingeschaltetem GPS und Kamerazugriff funktioniert. Auf dem Handydisplay wird die Umgebung als virtuelle Karte angezeigt. Auf dieser erscheinen die kleinen Monster, wenn man sich mit seinem Smartphone (im Freien) bewegt. Außerdem gibt es an manchen Orten sogenannte Pokéstopps, wo man die zum Fangen der Pokémons wichtigen Pokébälle und anderes Zubehör einsammeln kann oder Arenen, in denen Pokémons verschiedener Spieler gegeneinander antreten.

Um bestimmte Pokémons zu finden, muss der Spieler an bestimmte Orte gehen. Denn die zahlreichen und unterschiedlichen Monster sind je nach Stärke und Eigenschaften an verschiedenen Orten anzutreffen.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an Pokémon GO?

Die Verschmelzung von Realität und Spiel begeistert sicherlich nicht nur Kinder und Jugendliche. Computerspielen ist mit Pokémon GO ganz einfach mit dem Smartphone auch draußen und gemeinsam möglich. Man kann das Smartphone jederzeit aus der Tasche holen und nach neuen Monstern in der unmittelbaren Umgebung suchen. Es ist wie eine spannende Schatzsuche oder vertreibt die Langeweile z. B. beim Warten auf den Bus.

Auch die verschiedene Ebenen des Spiels machen es kurzweilig und für Kinder attraktiv: das Sammeln und Weiterentwickeln von Monstern, das Gegeneinander-Kämpfen,  das Miteinander-Messen durch Levelaufstieg, und die ständige Weiterentwicklung des Spiels mit neuen Gadgets und neuen Pokémons.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Da unterwegs theoretisch überall Pokémon auftauchen könnten, neigen Nutzer der App dazu, den Blick immer auf das Handydisplay gerichtet zu haben und der Straßenverkehr nicht richtig beachtet wird.

Die App kann auch dazu verleiten, unbekannte Orte alleine aufzusuchen oder bei Nacht loszulaufen, um bestimmte Pokémon zu fangen. Machen Sie hier feste Spielregeln aus. Ihr Kind sollte immer in Begleitung eines befreundeten Spielers auf die Suche gehen und ein Erziehungsberechtigter sollte stets über die besuchten Orte Bescheid wissen.

Da es immer neue Pokémon gibt, endet das Spiel quasi nie. Je mehr und stärkere Pokémon man hat, desto höher ist das eigene Spielerlevel. Spieler, vor allem Kinder und Jugendlichen, vergleichen sich miteinander und wollen besser sein als der andere. Deshalb verleitet die App, immer weiterspielen zu wollen. In den Spielregeln sollten Sie deshalb gemeinsam mit Ihrem Kind festlegen, wie lange und wie oft es die App aufrufen darf.

In Bezug auf den Datenschutz ist Pokémon GO einiger Kritik ausgesetzt. Damit Ihr Kind die App nutzen und auf Pokémon-Suche gehen kann, muss der GPS-Empfang auf dem Smartphone ständig aktiviert sein. Man muss der App viele weitere Berechtigungen erteilen, u. a. den Zugriff auf die SD-Karte und die Kamera. Es ist nicht klar, inwiefern der Hersteller all diese Daten nutzt oder in Zukunft nutzen könnte.

Das Spiel finanziert sich über In-App-Käufe. Man erwirbt virtuelle Poké-Münzen für echtes Geld und kann dafür mehr oder weniger wichtige Gegenstände erhalten. Um Ihr Kind nicht in Versuchung zu bringen, lassen sich In-App-Käufe jedoch durch Sie als Erziehungsberechtigte bei iOS deaktivieren oder bei Android per Passwort schützen. Denn auch ohne diese In-App-Käufe macht das Spiel Spaß!

Das Spiel wurde 2019 von Stiftung Warentest unter die Lupe genommen und als einziges der getesteten Spiele mit der zweitbesten Kategorie „Bedenklich“ bewertet, wohingegen alle anderen ein „Inakzeptabel“ erhielten. Das einzige Problem ist der Datenschutz: Der Name des Mobilfunkanbieters sowie Nutzungsstatistiken werden an Dritte weitergegeben und die Datenschutzerklärung ist für Kinder nicht verständlich.

Was meint der Anbieter?

Auf der offiziellen Webseite des Herstellers und beim Starten der App wird u. a. auf die oben genannten Problematiken hingewiesen und es werden Tipps gegeben (“Sicherheitshinweise zu Pokémon GO”). Außerdem wird Erziehungsberechtigten empfohlen, die Kindersicherung in den Einstellungen von Handys zu nutzen. Hiermit lassen sich Spielzeit und In-App-Käufe einschränken.

Was sollten Eltern beachten?

Ihr Kind möchte unbedingt auf die Jagd nach Pokémon gehen? Hier stehen Sie vor der Aufgabe, einzuschätzen, ob Ihr Kind sich der angesprochenen Risiken bewusst ist. Neben Datenschutzfragen (insbesondere die ständige Standortbestimmung) gehört dazu, ob Ihr Kind das Prinzip der “Erweiterten Realität” (Augmented Reality) – also die Verschmelzung von Realität und Spiel – bereits versteht.

Laden Sie immer nur die Original-App (von Niantic) herunter. Apps von Drittanbietern sind oft mit Schadsoftware infiziert.

Sie als Erziehungsberechtigte müssen für Kinder unter 13 Jahren ein eigenes Kinder-Konto einrichten. Es ist empfehlenswert, einen neuen Account anzulegen und kein vorhandenes Google-Konto zu nutzen.

Entdecken Sie am besten gemeinsam mit Ihrem Kind das Spiel und vereinbaren Sie Regeln für die Spieldauer, den erlaubten Spielradius und In-App-Käufe. Tun Sie sich mit befreundeten Familien zusammen und lassen Sie Ihr Kind nicht alleine losziehen. Vielleicht ist das Spiel eine gute Gelegenheit für einen gemeinsamen Pokémon-Spaziergang an der frischen Luft!

Medien selber machen – Erklärvideos

In vielen Familien ist es normal, sich Unbekanntes mit Hilfe von Videos erklären zu lassen: Wie deaktiviere ich nochmal die Ortung bei meinem Smartphone? Wie schreibe ich eine Erörterung oder wie koche ich die besten Spaghetti Bolognese? YouTube ist voll mit sogenannten Erklärvideos. Wie solche Videos beim Lernen helfen, erfahren Sie in unserem Beitrag “Wenn Videos im Internet das Lexikon ersetzen”.

Dank Smartphone ist es gar nicht schwer, mit der ganzen Familie selbst ein solches Erklärvideo zu drehen. Erstmal muss natürlich das Thema stehen. Vielleicht gibt es gerade etwas Interessantes aus dem Schulunterricht Ihres Kindes, das man kurz, knapp und spannend in einem Video erklären möchte. Wenn in Ihrer Familie gern gekocht wird, lassen sich auch Rezepte in einem Erklärvideo beschreiben. Oder man möchte die besten Fotos aus dem letzten Urlaub zu einem Film machen.

Ein Erklärvideo kann unterschiedlich aussehen. Wir stellen zwei Möglichkeiten vor, die sich zu Hause leicht umsetzen lassen:

  1. In einer Fotoshow werden ausgewählte Fotos nacheinander zusammengefügt, mit Ton und Musik hinterlegt, mit Texten und Stickern ergänzt. Das lässt sich sehr einfach zum Beispiel mit Adobe Spark Video machen. Das Programm gibt es als kostenlose App oder man kann sein Adobe-Video direkt am Computer online erstellen. Voraussetzung ist allerdings, dass man sich bei Adobe registriert.
  2. Wenn Ihr Kind gerne malt, ist das vielleicht das geeignete Format! Man kann die Erklärungen zeichnen und dabei filmen oder man malt einzelne Elemente auf, schneidet sie aus und schiebt sie dann nacheinander ins Bild. Diese Technik wird auch Legetrick genannt. Zuvor ausgeschnittene Figuren, Symbole und Wörter werden dabei auf einem Hintergrund bewegt und von oben gefilmt. Der Film kann dabei entweder am Stück aufgenommen werden (so dass zu sehen ist wie eine Person oder ihre Hand die einzelnen Elemente ins Bild schiebt) oder durch Einzelbildanimation. Dabei wird nach jeder Veränderung am Bild ein neues Foto gemacht. Die vielen Einzelfotos werden am Ende aneinandergereiht (das geht mittlerweile ganz einfach per App), so dass ein bewegter Film entsteht. Bei solchen Filmen spricht man auch von Stop Motion.

Wenn Sie gemeinsam überlegt haben, wie das Thema in welcher Art von Erklärfilm erzählt werden soll, kann es losgehen! Die Handykamera (oder auch eine andere Digitalkamera) kann in der Hand gehalten oder auf ein Stativ gesetzt werden, je nachdem, ob man von oben oder von der Seite filmt. Man kann einzelne Clips drehen oder die Kamera die ganze Zeit laufen lassen. In jedem Fall müssen die Clips hinterher “geschnitten” und zusammengefügt werden. Dafür gibt es bestimmte Apps, in denen sich auch Texte, Geräusche usw. ergänzen lassen. Für iOS-Geräte empfehlen wir iMovie, für Android-Geräte PowerDirector. Man muss nicht unbedingt während des Filmdrehs sprechen, sondern kann das hinterher ebenfalls über die App mit dem Smartphone machen.

Videos selber machen, ist immer Teamarbeit. Jemand muss filmen, jemand anderes ist dafür zuständig, zu malen oder Gegenstände zu bewegen. Vielleicht gibt es auch Personen, die Dinge erklären sollen. Hier kann also die ganze Familie mitmachen!

Geocaching – die moderne Schnitzeljagd

Die Schnitzeljagd ist ein Klassiker unter den Geburtstagsspielen und kommt bei Kindern unterschiedlichen Alters gut an. Gemeinsam gehen eine oder mehrere Gruppen im Freien versteckten Hinweisen nach, um am Ende zum Beispiel einen Schatz zu finden. Neben Kindergeburtstagen kann mit einer Schnitzeljagd aber auch der Herbstspaziergang am Sonntag oder die Erkundung der Geschichte eines Stadtviertels zum spannenden Abenteuer werden. Mithilfe eines Smartphones oder Tablets lässt sich die Schnitzeljagd zudem moderner gestalten, so dass sie auch für Jugendliche und Erwachsene interessant bleibt. Eine solche Schnitzeljagd wird auch „Geochaching“ genannt. Probieren Sie es aus und gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind auf eine ganz besondere Schatzsuche.

Beim Geocaching werden mithilfe eines GPS-Empfängers kleine Schätze (diese werden in sogenannten „Caches“ aufbewahrt) gesucht, die andere Spieler und Spielerinnen an unterschiedlichen Orten versteckt haben. Der GPS-Standort wird in einer Liste registriert, die zum Beispiel über geocaching.com oder opencaching.de abzurufen ist. Wer einen Cache findet, trägt sich in ein sogenanntes Logbuch ein, das beim Cache zu finden ist. Geocaching ist mittlerweile bei Erwachsenen, sowie bei Kindern und Jugendlichen ein beliebtes Hobby.

Für Kinder und Jugendliche ist nicht nur die Suche nach einem Cache ein großer Spaß. Es ist ebenfalls möglich, eine eigene Geocaching-Schnitzeljagd mit ihrem Kind oder einer Gruppe zu entwickeln und sich Rätsel und Hinweise auszudenken. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt, es benötigt nicht viel Material und sowohl die Schatzsuche, als auch die Entwicklung einer eigenen Schnitzeljagd ist für alle Altersklassen ab ca. acht Jahren geeignet. Je nach Alter und Interesse Ihres Kindes lässt sich das Caching mit Bildungs- und Lerninhalten verknüpfen – auch Educaching genannt. So kann sich ihr Kind Wissen erlebnisorientiert und spielerisch aneignen. Die GPS-Koordinaten führen dann nicht zu einem Schatz oder einer Überraschung, sondern zum Beispiel zu einem Rätsel, einer Aufgabe oder einem Hinweis.

Geocaching selbst gemacht

Möchten Sie selber eine Schatzsuche mit Ihrem Kind entwickeln, ist der erste Schritt die Suche nach einem Thema. Vor allem Inhalte mit lokalem Bezug – zum Beispiel die Geschichte der eigenen Stadt – bieten sich dafür an. Es können aber auch Themen wie Umwelt und Wald oder historische Ereignisse behandelt werden. Wichtig ist, dass es den Interessen und dem Alter Ihres Kindes entspricht. Vielleicht hat Ihr Kind auch eigene Ideen, die es umsetzen möchte.

Nach der Themenfindung wird das Gebiet abgesteckt und erforscht. Die Kinder können dabei einen Fotoapparat oder ein Smartphone mit integrierter Kamera mitnehmen, um mögliche Verstecke zu fotografieren. Dann geht es ans Rätsel und Aufgaben ausdenken. Schließlich müssen die Caches in eine Reihenfolge gebracht werden und an den Standorten versteckt werden. Notieren Sie sich die GPS-Koordinaten der Verstecke. Wer die Schnitzeljagd spielen möchte, erhält zum Starten nur die ersten Koordinaten. Bei der Suche enthält dann jeder neu entdeckte Cache die Koordinaten für die nächste Spur. Beim Geocaching wird eine solche Suche „Multi-Caching“ genannt.

Um eine eigene Geo-Caching Suche zu entwickeln, wird folgendes Material benötigt:

  • Ein Cache: Das sind Dosen oder Behälter, die genutzt werden um die versteckten Gegenstände, Hinweise oder Rätsel zu verwahren
  • GPS-Gerät oder Smartphone mit GPS-App
  • Fotoapparat, um ggf. Verstecke zu fotografieren
  • Papier und Stift
  • Ein Notizbuch (Log-Buch)
  • Kärtchen für Hinweise und Tipps
  • Eventuell ein kleiner Preis für den letzten Cache

Beim Geo- sowie Educaching ist es möglich analoge sowie digitale Medien einzusetzen. So können zum Beispiel Audioaufnahmen aufgenommen und versteckt werden. Caches können auch QR-Codes enthalten, die zu einer informativen Internetseite führen. Auch Fotos können Hinweise geben oder Rätsel enthalten. Der Prozess kann außerdem durch Kinder und Jugendliche fotografisch begleitet und festgehalten werden. Wer selbst eine digitale Schnitzeljagd für Smartphone und Tablet erstellen will, kann dafür zum Beispiel die kostenlose App Actionbound verwenden.

Die Digitalisierung des Familienlebens – Apps zur Alltagsorganisation

Der eigene Terminkalender ist oft voll genug, aber die Termine aller Familienmitglieder aufeinander abzustimmen, macht Mütter und Väter zu echten Familienmanagern. Wer bringt die Kinder wann zu Kita und Schule und holt sie wieder ab?  Der Sohn hat regelmäßig Gitarrenunterricht, die Tochter mehrmals pro Woche Fußballtraining und am Wochenende ein Spiel, dazwischen ist Omas Geburtstag und der Kühlschrank muss auch gefüllt werden. Eine Hilfe, den Familienalltag besser zu organisieren, können extra dafür programmierte Apps sein.

Einige dieser Apps funktionieren wie ein Kalender, auf den jedes Familienmitglied mit dem eigenen Smartphone Zugriff hat und Termine hinzufügen bzw. verändern kann. Dadurch können anstehende Termine und Aufgaben koordiniert werden, ohne sich am selben Ort zu befinden. Zum Teil bieten die Apps auch Zusatzfunktionen wie das Versenden von Fotos oder Sprachnachrichten an.

Es gibt außerdem digitale Einkaufsplaner, die alle Familienmitglieder einsehen und verändern können. Wenn man spontan früher Feierabend hat, kann man einfach in der App nachsehen, was noch eingekauft werden muss. Oder man kann sich die gewünschten Lebensmittel via App direkt nach Hause bestellen, was den Gang in den Supermarkt überflüssig macht und Zeit für anderes lässt.

Mit der App Wunderlist können z. B. gemeinsame To-Do- und Einkaufslisten erstellt werden. Es gibt die Möglichkeit, sich an bestimmte Aufgaben automatisch erinnern zu lassen und die Listen gemeinsam zu kommentieren. Für die längerfristige Planung von Mahlzeiten und den Einkauf der nötigen Lebensmittel gibt es die App Our Groceries. Beide Apps gibt es sowohl für Apple als auch für Android-Geräte. Außerdem gibt es spezielle Familienplaner, die verschiedene Funktionen wie Kalender, gemeinsame Listen und Chatfunktionen vereinen. Zu den bekanntesten gehören Famanice und Cozi Family Organizer.

Worauf sollte man achten?

Überlegen Sie gemeinsam in der Familie, ob die Nutzung solcher Apps für Sie sinnvoll ist. Sehen Sie sich die Möglichkeiten der jeweiligen App an und entscheiden Sie, wie und wofür sie genutzt werden soll.

Bei einigen Anwendungen werden zur Installation viele persönliche Daten und Berechtigungen benötigt, bei denen oft nicht klar ist, weshalb sie gebraucht werden. Sie wollen die App trotzdem benutzen? Machen Sie sich schlau, ob die Berechtigungen tatsächlich zum Funktionieren der App notwendig sind und ob sich diese möglicherweise in den Einstellungen deaktivieren lassen. Machen Sie sich zudem bewusst, dass Sie mit den Zugriffsrechten den App-Anbietern sowie ggf. auch Dritten Einblick in persönliche Daten verschaffen. Bringen Sie auch in Erfahrung, ob es versteckte Kosten für Erweiterungen innerhalb der App gibt oder ob zu einem späteren Zeitpunkt Kosten anfallen können.

Um Ihnen die Auswahl und Einschätzung der verschiedenen Apps zu erleichtern, wird der Internetguide für Eltern in Zukunft eine Reihe von Anwendungen mit Antworten zu u. a. folgenden Fragen vorstellen: Welche Funktionen bieten sie? Welche möglichen Risiken können auftreten?

Quiver – mit der Kreativ-App ausgemalte Bilder zum Leben erwecken

Digitale Medien und analoge Freizeitbeschäftigung lassen sich mit Quiver wunderbar kombinieren. Wenn Ihr Kind gerne ausmalt und Sie ihm gleichzeitig die Möglichkeiten digitaler Medien zeigen möchten, macht diese App viel Spaß.

Was ist Quiver?

Quiver beruht auf dem Prinzip Augmented Reality. Das heißt erweiterte Realität. Sie kennen das vielleicht vom Spiel Pokémon Go. Man betrachtet etwas durch die Smartphone-Kamera und auf dem Bildschirm erscheinen Figuren und Gegenstände vor dem echten, abgefilmten Hintergrund. Bei Quiver werden Figuren zum Leben erweckt, die man vorher auf einem Blatt Papier ausgemalt hat. Es gibt tanzende Bären, rasende Autos und einiges mehr.

Quiver wird für Kinder zwischen 6 und 8 Jahren empfohlen.

Wie funktioniert das?

Wer das einmal ausprobieren möchte, benötigt die Quiver-Malvorlagen (Coloring Packs). Diese kann man sich kostenlos oder kostenpflichtig auf der Seite quivervision.com herunterladen und ausdrucken. Außerdem muss die “Quiver – 3D Coloring App” auf dem Smartphone oder Tablet installiert werden. Es gibt die App kostenlos für Android- und Apple-Geräte. Für spezielle Malvorlagen gibt es mit “Quiver Fashion” und “Quiver Masks” zusätzliche kostenlose Apps. Die App “Quiver Education” kostet Geld und ist zum Lernen und für die Schule gedacht.

Zuerst sollte Ihr Kind die ausgedruckten Malvorlagen bunt ausmalen. Anschließend öffnet man die App und erlaubt den Kamerazugriff. Außerdem muss man in der App auswählen, welches Coloring Pack man spielen möchte. Diese können ausgewählt werden und laden sich dann automatisch in die App. Dann geht’s los, indem man auf das Schmetterling-Symbol unten in der Mitte tippt. Das Bild erscheint im Display des Tablets oder Handys und die Figur erwacht zum Leben. Bestimmte Symbole im Bild lassen die Figur Dinge tun, wie z. B. ein Tor schießen, wenn man den Fußball antippt.

Was gibt es zu beachten?

Quiver ist eine App aus Neuseeland, die auf Deutsch erhältlich ist. Die App ist einfach und verständlich aufgebaut. Die Website ist nur auf Englisch, aber trotzdem gut zu verstehen.

Die Anbieter der App arbeiten ganz offen mit verschiedenen Unternehmen zusammen. Deshalb gibt es Malvorlagen von Autoherstellern, einer Cafèkette und anderen Firmen. Wenn Sie diese Vorlagen gern für Ihr Kind ausdrucken möchten, können Sie das zum Anlass nehmen, mit ihm über Werbung zu sprechen.

Es gibt aber auch viele werbefreie Vorlagen. Sehen Sie sich diese vorher an und treffen eine Vorauswahl für Ihr Kind. Achten Sie bei der Auswahl auf das Symbol rechts oben bei jedem Vorlagenpaket. Das zeigt an, ob man sie kostenlos (FREE) herunterladen kann oder nicht ($). Die Bezahlung erfolgt über den jeweiligen App-Store. Bestimmte Vorlagen (Fashion und Masks) können nur mit den speziellen Quiver-Apps gespielt werden.

Die App macht viel Spaß und ist gerade für jüngere Kinder ein toller Einstieg in virtuelle Welten. Mit Ihrer Hilfe können sie lernen, dass nicht alles, was man auf dem Bildschirm sieht, echt sein muss.

Hoccer – der sichere Messenger

Vielleicht suchen Sie schon seit längerem nach einer Alternative zu WhatsApp & Co, weil Sie die Risiken dieser Apps vermeiden und Ihren Kindern eine sichere Kommunikationsmöglichkeit anbieten möchten? Dann könnte Hoccer etwas für Sie und Ihre Familie sein!

Kurz zusammengefasst:

  • kostenlose Instant-Messenger-App
  • hoher Datenschutz durch verschiedene Funktionen
  • entwickelt von der Hoccer Betriebs GmbH mit Sitz in Berlin
  • Testsieger unter den Messengern im Jahr 2015 bei Stiftung Warentest
  • verfügbar für Smartphones und Tablets (Android und iOS)
  • keine Altersbeschränkung angegeben (laut iTunes App Store ab 4 Jahren, laut Google Play Store USK ab 0 Jahren)

Was ist Hoccer?

Hoccer ist ein typischer Messenger: Man kann mit anderen Nutzern, die die App ebenfalls auf ihrem Handy haben, über Textnachrichten kommunizieren. Es lassen sich Fotos, Videos, Standortdaten und Sprachnachrichten teilen.
Was Hoccer von den meisten anderen Messengern unterscheidet, ist der Datenschutz: die Angabe persönlicher Daten und die Freigabe des Adressbuchs sind für die Nutzung nicht nötig. Eine weitere Besonderheit ist die Nearby-Funktion der App. Darüber lassen sich Daten anonym, also ohne den Austausch von persönlichen Informationen, mit Leuten im Umkreis von ca. 100 Metern teilen. User können sich so an Gesprächen beteiligen, ohne mit den „In der Nähe“-Kontakten befreundet zu sein. Die Standortdaten werden sofort wieder von den Hoccer-Servern gelöscht, sobald man die Funktion nicht mehr nutzt. Außerdem lässt sich die App per PIN oder Fingerabdruck vor dem Zugriff Dritter schützen.

Was macht Hoccer so sicher?

Hoccer wirbt für hohe Datensparsamkeit und den Schutz der Privatsphäre. Anders als bei anderen Messengern kann man sich mit einem beliebigen Nutzernamen komplett anonym und ohne Angabe der E-Mail-Adresse oder einer Telefonnummer registrieren. Stattdessen wird bei der Anmeldung eine individuelle Hoccer-ID vergeben. Über einen Code oder eine SMS lassen sich Kontaktanfragen senden, die aktiv angenommen werden müssen. Nur über diesen Weg kann man sich mit einem anderen Nutzer verbinden. Hoccer greift nicht automatisch auf die eigenen Kontakte zu, sondern nur dann, wenn man es zulässt.

Nachrichten werden via Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versendet. Das bedeutet, dass allein Absender und Empfänger Zugriff auf den versendeten Inhalt haben. Wenn Sie über Hoccer eine Nachricht versenden, wird diese nach der Zustellung an den Empfänger sofort wieder von den Hoccer-Servern gelöscht.

Sollte man ängstigende oder beleidigende Nachrichten erhalten, kann man diese an Hoccer melden. Dann wird der Absender vorübergehend oder dauerhaft gesperrt.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Die Nearby-Funktion ermöglicht theoretisch eine Kontaktaufnahme durch Fremde, wodurch z. B. Cybergrooming denkbar ist.

Das letzte Update der App liegt schon länger zurück (2017). Es ist unklar, ob der Messenger noch aktiv weiterentwickelt wird. Außerdem ist der Entwicklungscode der App nicht öffentlich. Deshalb kann man nicht nachvollziehen, wie genau der Datenschutz funktioniert.

Was sagt der Anbieter?

Wegen dieser Besonderheiten nennen die Betreiber ihre App „Hoccer – der sichere Messenger“. Die Server befinden sich laut eigenen Angaben in Deutschland. Damit unterliegt die App dem deutschem Datenschutzrecht. Insgesamt bemühen sich die Betreiber durch ein umfassendes FAQ auf ihrer Website um viel Transparenz.

Was sollten Eltern beachten?

Diese Besonderheiten und die Tatsache, dass Hoccer eine deutsche App ist, macht sie zu einer denkbaren Alternative für andere Messenger.
Möchten Sie Hoccer in Ihrer Familie und mit Freunden nutzen, sollten Sie sich – gemeinsam mit Ihrem Kind – damit vertraut machen. Wenn Sie die App heruntergeladen haben, begleiten Sie Ihr Kind bei der Anmeldung. Entdecken Sie die Funktionen des Messengers zusammen, um Ihr Kind bei Unsicherheiten unterstützen zu können.

Trotz sicherer Funktionen gibt es über die Kommunikation auch mit diesem Messenger Risiken. Sprechen Sie darüber, was zu tun ist, wenn Ihr Kind z. B. unangenehme oder beleidigende Nachrichten erhält und mit Cybermobbing in Kontakt gerät. Es sollten nur Personen als Kontakte hinzugefügt werden, deren Identität klar ist.

Eltern fragen – wir antworten: Welche Apps sind gut für mein Kind?

Es gibt Millionen Apps. Da ist es für Sie als Eltern nicht immer einfach, den Durchblick zu behalten. Welche Angebote sind denn sinnvoll für Kinder und wie finde ich sie? Unsere Medienpädagogin Lidia de Reese wagt sich an eine Antwort.

 

 

Kik

Kik… Kann man da nicht Klamotten kaufen? Kik ist in diesem Fall ein Messenger-Dienst, der Menschen miteinander verbinden möchte. Wer sich nach Alternativen zu WhatsApp und dem Facebook Messenger umgesehen hat, ist vielleicht auch auf dieses beliebte Angebot gestoßen.

Kurz gefasst

  • kostenloser Messenger-Dienst
  • als App für Smartphone und Tablet (iOS und Android) verfügbar
  • über 200 Millionen Nutzer (eigene Angaben des Anbieters)
  • Registrierung lediglich mit Benutzernamen (Telefonnummer ist optional)
  • Anmeldung laut Anbieter ab 13 Jahren, jedoch im Google Playstore mit USK 18 versehen und auf iTunes ab 17 Jahre gekennzeichnet
  • aufgrund der Anonymität der User sehr hohes Risiko von Cybermobbing, Sexting und Cybergrooming vorhanden

Was ist das?

Kik ist ein Messenger-Dienst, über den registrierte User öffentlich und privat miteinander chatten können. Wie bei anderen Angeboten dieser Art stehen verschiedene Funktionen zur Verfügung – wie das Teilen von Fotos, Bildern, Videos und GIFs und die Möglichkeit eines Videochats. Besonders an Kik ist, dass die Registrierung lediglich mit Benutzernamen möglich ist. Man muss seine Telefonnummer nicht angeben, aber es wird empfohlen. Der volle Name, eine E-Mail-Adresse sowie das Geburtsdatum werden zwar abgefragt, es findet aber keine Überprüfung statt, ob man die richtigen Daten angegeben hat. Damit kann man sehr leicht einen anonymen bzw. falschen Account erstellen. Man kann also nie sicher sein, welcher Mensch wirklich hinter einem Profil steckt.
Eine weitere Besonderheit des Messenger ist es, dass man öffentliche oder private Gruppenchats mit bis zu 50 Personen erstellen kann. Öffentliches Chatten funktioniert über die Eingabe von Hashtags. Auch dies kann problematisch sein, da es dadurch leicht ist, mit Fremden in Kontakt zu kommen.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Die Plattform macht es durch die anonyme Anmeldung und der Möglichkeit des zufälligen Suchens nach Benutzernamen sehr einfach, dass Kinder und Jugendliche in Kontakt mit fremden Usern kommen und unerwünschte Nachrichten oder Fotos erhalten mit z. B. ängstigenden und/oder sexualisierten Inhalten. Das Risiko von Cybermobbing, Sexting und Cybergrooming kann hier sehr hoch sein.
Überfliegt man die Bewertungen des Angebots in den App-Stores, erhält man den Eindruck, dass viele Nutzer mit sexuellen Anspielungen den Kontakt vor allem zu jüngeren Usern suchen.

Zudem ist unklar, wo genau die Daten, die man über den Messenger versendet, landen. Jugendliche können persönliche Informationen, Bilder und Videos mit anderen Usern teilen, die dann ohne ihr Wissen weiterverbreitet werden können.

Die Anmeldung auf der Plattform ist laut Anbieter ab 13 Jahren möglich. Durch die Angabe eines falschen Geburtsdatums kann man das leicht umgehen.

Was meint der Anbieter?

Mit einigen Sicherheitseinstellungen versucht Kik, die Nutzung des Messenger-Dienstes sicherer zu machen. Auf der Webseite von Kik findet man ein „Safety Center“, über das man Tipps erhält, wie man z. B. das eigene Profil so privat wie möglich halten kann. Man erfährt außerdem, wie andere Nutzer gelöscht, blockiert oder gemeldet werden können. Die Sicherheitshinweise gibt es allerdings nur auf Englisch.

Was sollten Eltern beachten?

Ihr Kind möchte unbedingt Kik verwenden, weil Freunde die App auch nutzen? Überlegen Sie, ob es für Ihr Kind und dessen Freundeskreis Alternativen gibt, die sicherer sind. Führt der Weg nicht an Kik vorbei, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Kind über mögliche Risiken und das Kommunizieren via Messenger sprechen. Recherchieren und überlegen Sie gemeinsam, wie man sich am sichersten auf Messenger-Diensten verhält. Installieren Sie mit Ihrem Kind die App und lernen sie sie zusammen kennen. Besprechen Sie außerdem, was zu tun ist, wenn Ihr Kind mit unangenehmen Nachrichten und Cybermobbing oder ähnlichem in Berührung kommt.

„Was denken andere wohl wirklich über mich?“ – Die App Tellonym soll Antworten geben

Gerade Teenager messen der Meinung von Gleichaltrigen große Bedeutung bei. Das erklärt wahrscheinlich die Beliebtheit einer App wie Tellonym. Doch neben wertschätzenden und netten Kommentaren können deren Nutzerinnen und Nutzer von anderen anonym beleidigt und beschimpft werden. Nutzt Ihr Kind diese App, sollten Sie sich über deren Handhabung und damit verbundenen Risiken wie z. B. Cybermobbing informieren.

Kurz gefasst

  • Soziales Netzwerk mit Firmensitz in Berlin
  • anonyme Bewertungs- und Frageplattform
  • laut USK ab 12 Jahren
  • kostenlos, enthält jedoch Werbung
  • hohes Potential für Cybermobbing vorhanden
  • verfügbar als App für die Betriebssysteme iOS und Android sowie als Webbrowser
  • Angaben zu Nutzerzahlen variieren von 2 bis 8 Millionen

Was ist das?

„Tellonym ist der ehrlichste Ort im Internet. Finde heraus, was deine Freunde von dir halten, beantworte anonyme Fragen und frage andere Dinge, die du dich zuvor nie getraut hast!“

Mit diesem Slogan wirbt die App Tellonym in den App-Stores um neue Nutzer. Bei Tellonym holt man sich von Freunden und Fremden anonym Feedback und Bewertungen ab. Gerade für Teenager ist die App attraktiv.

Die Anmeldung erfolgt über die eigene Telefonnummer oder E-Mail-Adresse, woraufhin man einen Link zum Weiterversenden an Freunden und Bekannte erhält. Diese könnten dann – auch anonym – einen Kommentar auf dem eigenen Profil hinterlassen, ohne sich extra registrieren zu müssen. Kommentare sind vorerst nur für denjenigen sichtbar, der sie erhält. Antwortet dieser darauf, so erscheint der Kommentar öffentlich im eigenen Profil. Neben positiven Kommentaren wie Komplimenten kommt es auch zu negativen, sogenannten „Tells“, in denen Nutzer andere Nutzer beleidigen oder sexuell bedrängen.

Um auf einfache Weise zu sehen, was auf den Profilen anderer Tellonymer passiert, kann man anderen Nutzern folgen. Das geht auch anonym, indem man nach dem Klick auf „Folgen“ innerhalb von drei Sekunden nochmal auf den Button „anonym“ klickt. Die Followerzahl passt sich trotzdem sichtbar an. Es gibt auch die Möglichkeit, das eigene Konto mit Instagram, Twitter oder Snapchat zu verbinden oder sein Konto mit den eigenen Telefonkontakten zu synchronisieren. Damit wird jedoch sehr in die Privatsphäre eingegriffen, weshalb aus Datenschutzgründen von der Aktivierung dieser Funktion abzuraten ist.

Was ist problematisch?

Zur Altersempfehlung der App gibt es je nach Anbieter unterschiedliche Angaben (USK: 12 Jahre, iTunes Play Store: 17+ Jahre). Laut den AGB bei Tellonym selbst benötigt man bei Minderjährigkeit zur Anmeldung die elterliche Erlaubnis und muss mindestens 13 Jahre alt sein. Registriert man sich bei der App, muss man jedoch lediglich zwischen „Ich bin 16 oder älter“ bzw. „Ich bin jünger als 16“ wählen. Gibt man an, unter 16 Jahre alt zu sein, wird das elterliche Einverständnis eingefordert, aber nicht überprüft. Als Eltern können Sie am besten einschätzen, ob Ihr Kind der Umgang und die Risiken der App bereits zuzutrauen ist.

Am bedenklichsten ist die Gefahr des Cybermobbings über die App. Da man Tells anonym verfassen kann, also unter dem Schutz, nicht erkannt zu werden, sinkt bei einigen Nutzerinnen und Nutzern die Hemmschwelle, andere anzugreifen, zu beleidigen oder mit sexuellen Kommentaren zu belästigen.

Was sagt der Anbieter?

Die Anbieter von Tellonym sind sich der Problematik des Cybermobbings bewusst und geben Eltern auf ihrer Webseite Tipps zum Schutz vor Angriffen. So kann der Empfang von komplett anonymen Nachrichten von nicht-registrierten Usern deaktiviert werden. Bestimmte Wörter sowie Absender bestimmter Nachrichten lassen sich blockieren. Dies ist jedoch nicht zu 100% möglich, wenn der Absender oder die Absenderin nicht bei Tellonym registriert ist. Deshalb empfiehlt es sich, den Empfang von anonymen Nachrichten nicht-registrierter User komplett zu deaktivieren. Nachrichten kann man auch melden, wenn sie gegen die AGB von Tellomym verstoßen. Laut eigener Aussage werden gemeldete Beiträge geprüft und gegebenenfalls gelöscht.

Allgemein soll jede verschickte Nachricht einen Filter durchlaufen – wie genau dieser arbeitet, bleibt jedoch unklar. Tellonym weist auf die Schwierigkeit einer guten Balance zwischen Zensur und Schutz hin.

Was sollten Eltern beachten?

Ihr Kind möchte die App nutzen oder ist bereits begeisterter Tellonymer? Horchen Sie bei ihm nach, aus welchen Gründen es die App nutzen möchte und ob es sich der möglichen Risiken bewusst ist. Gerade wenn Ihr Kind jünger als 16 Jahre ist, sollten Sie die App gemeinsam mit kennenlernen, sich die Sicherheitseinstellungen ansehen und anpassen. Gute und bildliche Anweisungen dazu finden Sie bei Klicksafe.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es tun kann, wenn es mit Cybermobbing oder ähnlichem in Kontakt gerät und unangenehme oder beleidigende Nachrichten erhält.

Musical.ly heißt jetzt Tik Tok

„Musical.ly gibt es nicht mehr!“ Diese Meldung dürfte viele vor allem weibliche Teenies, bei denen die App besonders beliebt ist, schockiert haben. Aber so richtig stimmt das gar nicht.

Die chinesische Firma Bytedance hat Musical.ly im Dezember 2017 aufgekauft. Anfang August 2018 wurde sie mit dem chinesischen Pendant TikTok zusammengelegt. Musical.ly ist also nicht Geschichte, sondern lediglich sein Name ist es. Wer ein Update durchgeführt hat, findet nun statt dem pinken Musical.ly-Logo die App „TikTok inklusive Musical.ly“ auf seinem Smartphone.

Bei Musical.ly drehte sich fast alles um Musik – diese grundlegende Funktion bleibt auch erhalten. Mit der Namensänderung sollen aber weitere Nutzungsmöglichkeiten geschaffen werden. Längere Videos, andere Themen: Beauty, Reise und Sport sollen stärker berücksichtigt werden. Damit will die App weg von dem reinen Sing- und Tanzimage.

Musical.ly stand immer wieder stark in der Kritik. Die einfache Kontaktaufnahme durch Fremde und das Erstellen von Fake-Accounts bereitete vielen Eltern Sorgen. Bytedance will die App in dieser Hinsicht sicherer machen: Anstößige Inhalte und Kommentare sollen durch Algorithmen schneller erkannt und gesperrt werden können. Das „Safety Center“, das in der App aufgerufen werden kann, soll in Zukunft auch Tipps für Eltern bereithalten und Einstellungsmöglichkeiten zur Privatsphäre vereinfachen.

Ob die Sicherheit für die User so tatsächlich erhöht wird, lässt sich noch stark bezweifeln. Unabhängig von der Kontaktaufnahme durch Fremde bleiben weitere Risiken bestehen.

Insgesamt ändert sich für Sie als Eltern durch die Zusammenlegung der Apps wohl kaum etwas. Sprechen Sie weiterhin mit Ihrem Kind über die Risiken, die nun TikTok bereithält.

Medien selber machen?!

Bilder malen, kneten oder aus Kastanien lustige Figuren basteln… Das sind typische Dinge, die Sie wahrscheinlich auch schon mit Ihren Kindern zu Hause gemacht haben. Aber Medien selber machen?! Typischerweise guckt man die doch nur oder spielt vielleicht mal ein Computerspiel! Dabei ist es gar nicht so schwer, kreativ zu werden und gemeinsam etwas zu produzieren. Und Spaß macht es auch!

Heute gibt es in jedem Haushalt mindestens ein Smartphone. Auch Tablets sind in vielen Familien vorhanden. Diese Geräte bieten unzählige Möglichkeiten zur Medienproduktion, die man einfach mal ausprobieren kann, weil sie meist gar nicht kompliziert sind. Smartphone und Tablet besitzen mindestens eine Kamera und ein eingebautes Mikrofon. In den App-Stores gibt es außerdem jede Menge Apps zur kreativen Gestaltung – für die Bildbearbeitung und zur Erstellung von Fotocollagen, um Trickfilme zu produzieren und Videos zu schneiden, zum Malen und Hörspiele machen und vieles mehr.

Indem man Medien selbst produziert, kann man eine Menge lernen und viel Spaß haben – und zwar Kinder und Erwachsene! Man lernt die technische Handhabung der Geräte und wie bestimmte Medien gemacht sind. Man erfährt, dass es ein bisschen Zeit braucht, bis ein Produkt so aussieht, wie man es sich vorstellt. Dabei ist Medienmachen nicht nur etwas für die Älteren. Schon Kindergartenkinder können einfache Trickfilme drehen oder Fotos bearbeiten. Vielleicht entdecken Sie dabei auch bisher verborgene Talente bei Ihrem Kind.

In den Beiträgen unterhalb dieses Artikels finden Sie unsere Anleitungen zum Medienmachen, um das gemeinsam mit Ihren Kindern auszuprobieren.

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