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Beliebte Spiele-Apps: Harry Potter: Wizards Unite

Harry-Potter-Fans aufgepasst: Mit diesem Handyspiel landet ihr mitten in der Welt des jungen Zauberers und seiner Freunde.

Kurz gefasst:

  • Augmented Reality-Spiele-App, in der Spielewelt und echte Umgebung verschmelzen
  • kostenlos, aber In-App-Käufe vorhanden
  • verfügbar für Android und iOS
  • Altersempfehlung der USK: geeignet ab 6 Jahren, Altersempfehlung im Apple PlayStore: ab 9 Jahren

Was ist Harry Potter: Wizards Unite?

Wie der Name bereits verrät, begibt man sich mit der Spiele-App auf eine Reise in die Harry Potter-Welt. Durch einen Unfall befinden sich überall in der realen Welt magische Zauberwesen und verzauberte Gegenstände. Diese müssen die Spieler finden und von der menschlichen Muggel-Welt zurück in die Zauberwelt bringen. Wie bei der App Pokémon GO werden auch hier Spiel und Realität eins, wenn man den erweiterten Modus mit Augmented-Reality nutzt. Die verzauberten Personen und Gegenstände werden dabei virtuell in das Kamerabild eingefügt. Um Zaubertrankzutaten und andere magische Dinge zu finden, muss man sich also draußen auf Entdeckungstour begeben und mit anderen Spielern zusammentun. Es wird in sogenannten Arenen gegen- und miteinander gekämpft und gezaubert.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Für Harry-Potter-Fans ist es eine tolle Vorstellung, selbst in das Universum von Hogwarts und Co. einzutauchen. Die App macht das quasi möglich. Man entdeckt ständig bekannte Figuren und Gegenstände aus den Geschichten des Zauberers.

Das Augmented-Reality-Prinzip macht den Spaß noch größer. Das Spiel ist mit einer modernen, digitalen Schnitzeljagd vergleichbar. Alleine oder gemeinsam mit Freunden kann man bei einem Spaziergang oder auf dem Weg zu den Großeltern oder zum Sportverein das Handy jederzeit hervorholen und mit eingeschalteter Kamera vor sich halten, um die magischen Dinge zu finden. Außerdem kann man sich immer weiterentwickeln und seinen Zaubergrad erhöhen, so wie Harry Potter auch.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Die Atmosphäre im Spiel ist sehr düster. Die Spieler kämpfen zum Teil gegen gruselige magische Kreaturen wie Hexen und Vampire. Das kann vor allem jüngeren Kindern Angst machen.

Es kann vorkommen, dass beim Spielen der Straßenverkehr nicht richtig beachtet wird, da der Blick immer auf das Handydisplay gerichtet ist. Es könnten sich ja überall verzauberte Wesen verstecken! Das Spiel kann außerdem dazu verleiten, unbekannte Orte alleine aufzusuchen oder bei Nacht loszulaufen. Da das Spiel ständig um neue Inhalte weiterentwickelt wird, endet es quasi nie. Deshalb verleitet die App dazu, immer weiterspielen zu wollen.

Nach einiger Zeit wird die Versuchung groß, durch In-App-Käufe im Spiel schneller weiter zu kommen. Außerdem hat die App einen sehr hohen Datenverbrauch.

Was meint der Anbieter?

Auf der offiziellen Webseite des Herstellers finden sich lediglich Verlinkungen zum Datenschutz und den Hinweisen zur Nutzung. Man gelangt auf die jeweiligen Seiten von https://policies.warnerbros.com, auf denen die Informationen auf Englisch nachzulesen sind. Mit der Nutzung der App räumen Sie den Anbietern viele Rechte ein.

Was sollten Eltern beachten?

Ihr Kind ist mitten im Harry Potter-Fieber und möchte die App unbedingt spielen? Hier stehen Sie vor der Aufgabe, einzuschätzen, ob Ihr Kind sich der angesprochenen Risiken und Problematiken bewusst und alt genug ist, mit der düsteren Atmosphäre umzugehen. Neben Datenschutzfragen (insbesondere die ständige Standortbestimmung) gehört dazu, ob Ihr Kind das Prinzip der “Erweiterten Realität” (Augmented Reality) bereits versteht. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über all dies, bevor Sie das Spiel zusammen erkunden.

Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln für die Spieldauer, den erlaubten Spielradius und In-App-Käufe. Lassen Sie Ihr Kind nicht alleine losziehen. Vielleicht unternehmen Sie auch gemeinsam mit befreundeten Familien einen Spaziergang, um sich auf die Suche nach magischen Wesen zu machen?

Und zu guter Letzt: Laden Sie immer nur die Original-App (von Niantic) herunter. Apps von Drittanbietern sind oft mit Schadsoftware infiziert.

Medien selber machen: 360°-Medien und Virtual Reality

Wer denkt, 360°-Fotografie oder Virtual Reality (VR) ist nur etwas für Leute mit viel Geld und der nötigen Technik, der irrt. Man nehme ein bisschen Pappe und Kleber, das eigene Smartphone und schon kann man in ferne Welten und virtuelle Realitäten abtauchen. Wir erklären Ihnen, wie Sie gemeinsam mit Ihren Kindern kostengünstig mit VR & Co. experimentieren können.

Welche Hardware wird benötigt?

Es muss nicht gleich eine teure VR-Brille sein. Für viele Zwecke reicht schon ein Smartphone oder ein Tablet aus. Damit kann man sich nämlich 360°-Fotos anschauen, indem man auf solchen Bildern mit dem Finger über das Bild nach rechts oder links wischt.

Um wirklich in virtuelle Welten abzutauchen, wäre eine VR-Brille aber schon toll! Die lässt sich ganz einfach und für wenig Geld z. B. aus einem Pizzakarton basteln. So eine Brille nennt man Cardboard. Und das Basteln und Bemalen einer solchen, ganz eigenen VR-Brille macht auch noch Spaß! Wie genau das funktioniert, steht in dieser Anleitung. Auf dieser Seite kann man außerdem die für die VR-Brille nötigen optischen Linsen für ein paar Euro bestellen. In die Brille kommt dann das Smartphone und schon geht’s auf Entdeckungsreise!

Assembled Google Cardboard VR mount, CC by 2.0; Urheber: othree (https://www.flickr.com/people/12452841@N00)

Welche Apps und Anwendungen gibt es?

Gerade für das erste Ausprobieren sind die Anwendungen von Google eine tolle Sache! Gibt es einen Ort, zu dem Ihr Kind schon immer mal reisen wollte? Suchen Sie gemeinsam danach bei Google Maps, z. B. die Niagarafälle. Gehen Sie auf “Fotos”. Darunter gibt es auch Fotos in einer 360°-Ansicht, so dass man den Ort von allen Seiten betrachten kann. Wenn Sie Google Street View installiert haben, lassen sich solche Bilder auch in der VR-Ansicht mit einer VR-Brille aus Pappe anschauen. Dafür geht man im Foto auf das Symbol rechts oben, das eine kleine VR-Brille zeigt. Nun teilt sich das Bild und das Smartphone kann in die VR-Brille eingesetzt werden. Auf zu den Niagarafällen!

Mit Google Expeditions können Sie spannende Expeditionen unternehmen, z. B. zu den Dinosauriern oder auf eine Raumstation ins Weltall. Es gibt auch Erkundungstouren, in denen die virtuelle Umgebung mit Texttafeln und Bildern erweitert wurde, so dass man durch Klick auf ein Symbol Informationen bekommt. Man kann sich die Dinosaurier mit dem AR-Modus sogar ins eigene Kinderzimmer holen. AR heißt Augmented Reality, also Erweiterte Realität. Dafür braucht man keine VR-Brille, sondern nur das Smartphone mit eingebauter Kamera, die die Umgebung abfilmt. Auf dem Display erscheinen dann Dinosaurier im eigenen Kinderzimmer!

Bei YouTube gibt es eine große Anzahl an 360°-Videos. Wenn Sie die YouTube-App auf Ihrem Smartphone installiert haben, können Sie mit wenigen Klicks mit Ihrem Kind in den Weltraum reisen oder im karibischen Ozean mit Haien tauchen. Suchen Sie nach 360-Grad-Videos und aktivieren Sie über das Brillen-Symbol den VR-Modus.

360°-Fotos selber machen?!

Mit der App Street View kann man auch eigene 360°-Fotos machen, anschauen und sie mit anderen teilen, um z. B. dem Papa zu zeigen, wie schön es mit Oma im Zoo ist. Dafür tippt man in der App auf das Symbol mit der Fotokamera unten rechts. Dann tippt man noch einmal auf das Symbol und die Kamera öffnet sich. Nun folgt man dem orange-farbenen Punkt und macht so viele Fotos rechts, links, oben und unten, bis keine graue Stelle mehr auf dem Display zu sehen ist. Die App hilft dabei. Wenn man das Häkchen angetippt hat, wird das 360°-Foto fertiggestellt und es lässt sich mit oder ohne VR-Brille anschauen. Das Fotos muss nicht veröffentlicht werden, sondern kann auch privat geteilt werden.
Vielleicht schaffen Sie es ja auch die Realität auszutricksen und eine Person mehrmals auf einem 360°-Foto einzufangen!?

Was gibt es zu beachten?

Es dauert einen Moment, sich an den Blick durch die VR-Brille zu gewöhnen, weil das Gehirn die zwei Bilder, die ein Smartphone im VR-Modus anzeigt, erst übereinander legen muss. Manchmal hilft es, das Smartphone leicht nach links oder rechts zu schieben, damit es passt.

Manche Menschen werden auch “seekrank”, wenn sie eine VR-Brille aufsetzen. Darauf sollten Sie bei Ihrem Kind achten. Am besten wählen Sie für den Anfang solche Inhalte aus, die keine Bewegungen und Schwankungen enthalten. Bei anderen Inhalten kann es helfen, sich mit dem Bild oder Video mitzubewegen.

Gerade weil sich die virtuelle Umgebung mit einer VR-Brille so echt anfühlt, ist das Suchtpotential für Kinder größer als für Erwachsene. Generell wird das Eintauchen in virtuelle Welten mit einer VR-Brille erst ab ca. 13 Jahren empfohlen. Die VR-Erfahrungen Ihres Kindes sollten Sie immer begleiten und zeitlich begrenzen. Tasten Sie sich mit Ihrem Kind langsam an die Technologie heran. Schauen Sie sich zunächst Fotos an, bevor Videos abgespielt werden.

Es gibt viele Inhalte und Spiele für VR-Brillen, die nicht für jedes Alter geeignet sind. So finden sich in den App-Stores z. B. auch Ego-Shooter-Spiele. Wägen Sie ab, welche Apps und Spiele förderlich sind, welche Ihrem Kind aber vielleicht auch Angst machen können.

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