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Medien – voll unsozial?

“Bloß kein Smartphone in der Schule! Sonst gucken die Kinder in den Pausen nur auf ihre Displays, statt miteinander zu spielen und zu sprechen.” Obwohl man von sozialen Medien spricht, gibt es die Angst, dass Kinder und Jugendliche aber auch Erwachsene immer weniger direkt miteinander sprechen, weil sie die ganze Zeit mit ihren Smartphones beschäftigt sind.

Machen Medien wirklich unsozial?

Für viele ist es bereits normal, beim gemeinsamen Treffen mit Freunden ab und zu auf das Smartphone zu linsen. Gleichzeitig haben vielleicht auch Sie Ihr Kind schon einmal ermahnt, nicht so lange am Handy oder der Spielkonsole zu daddeln, statt bei dem schönen Wetter draußen mit Freunden zu spielen.

Das Problem ist aber nicht das Gerät selbst, sondern unser Umgang damit! Es bietet so viele Möglichkeiten, dass wir gelegentlich unser direktes Umfeld vergessen, wenn wir das Smartphone in der Hand haben. Gleichzeitig nutzen wir soziale Medien, um uns mit Menschen, die uns gerade nicht gegenüberstehen, auszutauschen und in Kontakt zu bleiben. Also machen Medien eigentlich gar nicht unsozial. Wir sollten Kindern und Jugendlichen nur einen besseren Umgang damit vorleben.

Man kann beobachten, dass in Jugendgruppen scheinbar jeder für sich auf dem Smartphone rumdaddelt. Wenn man genau hinschaut, kann man aber feststellen, dass sie dabei durchaus miteinander sprechen. Es ist für uns Erwachsene nur ungewohnt. Vielleicht sollten wir akzeptieren, dass Jugendliche heute anders miteinander umgehen. In unserer Kindheit gab es schließlich keine Smartphones! Auch die Kommunikation über Messenger wie WhatsApp ist für Jugendliche sehr wichtig, denn sie brauchen den sozialen Austausch für ihre Entwicklung.

Ein anderer Aspekt ist der soziale Umgang im Netz. Wenn man sich beim “Sprechen” nicht gegenüber steht, gehen manche Dinge verloren oder man geht einfach anders miteinander um. Erfahren Sie mehr dazu in unseren Beiträgen zu Hetze im Netz und Kommunikation mit Emojis. Auch Cybermobbing kann eine unangenehme Folge des Umgangs miteinander über Social Media sein.

Auf die Nutzung kommt es an

Wir sollten besser darauf achten, was uns im Kontakt miteinander wichtig ist. Vielleicht stört es die Freundin nicht, wenn ich zwischendurch im Gespräch mit ihr auf mein Smartphone gucke. Wenn doch, sollte man das ansprechen und Regeln vereinbaren. Das gilt auch für den Medienumgang in der Familie. Eine Möglichkeit ist die gemeinsame Erstellung eines Mediennutzungsvertrags, der nicht nur Regeln zu Zeiten, sondern auch zum sozialen Miteinander in Bezug auf Medien enthält.

Wenn Sie sich als Eltern wünschen, dass Ihr Kind im Gespräch mit Ihnen und anderen, das Handy in der Tasche lässt, sollten Sie als gutes Beispiel vorangehen.

Das Sozialverhalten innerhalb der Medien sollte sich nicht grundsätzlich von dem außerhalb unterscheiden. Was man sich im persönlichen Miteinander wünscht, kann auch auf das Netz übertragen werden. Es ist toll, dass man über Social Media mit Menschen so einfach in Kontakt bleiben kann, aber das erfordert auch ein bisschen Mühe. Auch in der WhatsApp-Gruppe sollte es Regeln geben, damit die Kommunikation nicht in Stress ausartet.

Wenn Kinder und Jugendliche sich online via Messenger oder sozialen Plattformen vernetzen, können sie dort lernen, sich auszutauschen, auszudrücken und darzustellen. Auch die digitale Kommunikation ist eine Form von Interaktion.

Da Unternehmen hinter den verschiedenen Social-Media-Plattformen stehen und diese mit unserer Kommunikation Geld verdienen möchten, darf man den eigenen Schutz der Privatsphäre bei der Nutzung dieser Apps nicht aus den Augen verlieren.

Wann ist viel zu viel? Zwischen Sucht und extremer Mediennutzung

Nicht selten führt die Nutzung von Handy, Tablet und Co. zum Streit in der Familie. Bestimmt kennen auch Sie die Diskussionen darüber, wie lange Ihr Kind noch am Tablet spielen darf. Viele Eltern machen sich Sorgen, dass es ungesund ist, wenn ihr Kind zu viel Zeit mit digitalen Medien verbringt. Doch ab wann ist viel zu viel und ständige Mediennutzung schon Sucht?

Warum verbringen Kinder und Jugendliche oft so viel Zeit im Internet?

Abgesehen vom Spaßfaktor gibt es einige psychologische Aspekte, die es uns schwer machen, das Tablet oder die Spielekonsole wieder beiseite zu legen. Ein Beispiel: Viele Computerspiele, ob über das Smartphone oder an der Konsole, haben kein festgelegtes Ende. Die Dinge, die wir im Alltag machen, haben meist ein Anfang und Ende und wir wenden uns danach etwas anderem zu. Bei Games ist das meistens nicht so. Ihr Kind könnte theoretisch endlos von Level zu Level weiterspielen. Jedes Level wird anspruchsvoller und Ihr Kind bekommt den Ehrgeiz, auch das nächste Level zu schaffen.

Ähnlich ist es bei Messenger-Diensten und sozialen Netzwerken. Über WhatsApp, Instagram usw. sind wir immer erreichbar und können jederzeit schnell und einfach mit anderen kommunizieren. Die sozialen Medien sind extra darauf angelegt, uns lange auf der Plattform zu halten, indem man durch das Scrollen immer wieder (neue) Informationen bekommt. Durch das Anzeigen von bestimmten Beiträgen wird versucht, die eigene Stimmung zu beeinflussen. Und wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter ein Bild auf Instagram postet und darauf Likes und positive Kommentare erhält, wirkt dies wie eine soziale Belohnung. Es aktiviert die gleichen Areale im Gehirn wie das Essen von Süßigkeiten oder Drogenkonsum.

Worauf sollten Eltern achten?

Gleich vorweg gesagt: Eine “Internet-Sucht” gibt es nicht! Doch bestimmte Dinge und Aktivitäten im Internet können abhängig machen. Von Sucht zu sprechen ist aber oft gar nicht richtig, weil dazu mehr gehört als viel  Zeit mit einer Sache zu verbringen. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, lesen Sie diesen Beitrag von Quarks.

Sie als Elternteil sollten sich bewusst sein, dass bei Kindern und Jugendlichen phasenweise eine exzessive Nutzung von bestimmten Medien nicht ungewöhnlich ist. Wenn Ihnen das Verhalten von Ihrem Kind im Umgang mit bestimmten Medien jedoch über einen längeren Zeitraum auffällig vorkommt und Ihnen Sorgen bereitet, sollten Sie Ihr Kind gut beobachten und gegebenenfalls handeln.

Der wichtigste Tipp zum Umgang mit Medien ist: Reden Sie mit Ihrem Kind darüber, welche Medien es nutzt und warum. Zeigen Sie Interesse und bleiben Sie im Gespräch, welches Lieblingsspiel Ihr Kind aktuell hat, welche Videos es gerne guckt, auf welchen Plattformen es unterwegs ist und was daran so toll ist. Der gemeinsame Austausch kann problematischem Verhalten vorbeugen. Erklären Sie Ihrem Kind, mit welchen Mitteln Plattformen wie Instagram arbeiten, um Nutzer so lange wie möglich aktiv bei sich zu halten.

Wenn Ihnen die Mediennutzung Ihres Kindes unkontrolliert und zu viel vorkommt, Ihr Sohn lieber vor dem Bildschirm sitzt als sich mit Freunden zu treffen, sollten Sie gemeinsam feste Medienzeiten vereinbaren. Auch extreme Stimmungsschwankungen vor, während und nach der Nutzung bestimmter Medien oder das Vernachlässigen von Schule und Freunden sind ein Hinweis auf eine problematische Nutzung. Es kann auch bedeuten, dass Ihr Kind noch nicht soweit ist, Medien ganz eigenständig zu nutzen. Was nicht bedeutet, dass Medien tabu sein sollten. Begleiten Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung und vereinbaren Sie Regeln, wann es welche Medien nutzen kann.

Sollten Sie gar nicht mehr weiterwissen und das problematische Verhalten Ihres Kindes anhalten, haben Sie und Ihr Kind auch jederzeit die Möglichkeit, Suchtberatungsstellen aufzusuchen.

Sie sollten außerdem beobachten und nachforschen, ob hinter einer ständigen Mediennutzung möglicherweise andere Gründe stecken. Vielleicht möchte sich Ihr Kind z. B. mit Computerspielen von anderen Problemen ablenken. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Kind und lassen Sie sich wenn nötig von außen helfen!

TikTok

Die Social-Media-Stars und Zwillinge Lisa und Lena wären heute nicht so berühmt, wenn sie nicht über die App musical.ly mit ihren Playback-Videos so viele Menschen erreicht hätten. Der Nachfolger TikTok (seit 2018) bietet neben kurzen Playback- oder Lipsynch-Videos noch mehr: kreative Kurzvideos aller Art.

Kurz gefasst:

  • kostenloses Social-Media-Videoportal
  • unter Teenagern eine der beliebtesten Apps weltweit
  • Mindestalter 13 Jahre (mit Einverständnis der Eltern)
  • Verfügbar für Smartphones und Tablets (Android und iOS)
  • in der Kritik wegen unzureichendem Jugend- und Datenschutz sowie Einschränkung der Meinungsfreiheit

Was ist TikTok?

TikTok ist Social-Media-Plattform und Video-App in einem: User können bei TikTok aus einer bunten Sammlung von bekannten Popsongs, beliebten Audios und Zitaten, z. B. aus Filmen, wählen. Dazu „singen“ oder „sprechen“ sie Playback und filmen ihre Choreographie innerhalb der App mit dem Smartphone. Die meisten Videos sind nur 15 oder 60 Sekunden lang. Bestimmte Videos lösen einen richtigen Hype aus, werden nachgeahmt oder im Sinne einer Challenge weitergeführt.

Die Videos einiger TikToker, deren Account öffentlich ist, kann man anschauen und kommentieren, ohne dass man bei der App angemeldet sein muss. Um selbst Videos zu erstellen, braucht man aber einen Account. Im privaten Modus ist mehr Kontrolle möglich und man entscheidet selbst, wen man als Follower zulässt oder nicht.

Was begeistert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Wie andere Social-Media-Plattformen auch nutzen Jugendliche TikTok gern für den Austausch untereinander. Sie lassen sich unterhalten, suchen nach Vorbildern, an denen sie sich orientieren können, stellen sich selbst dar und erhoffen sich positive Rückmeldung von anderen. Die App ist außerdem eine tolle Plattform, um seine Kreativität auszuleben. Aus der einstigen Playback-App ist eine bunte Videoplattform geworden, auf der sich Jugendliche ausprobieren, miteinander messen, vergleichen und darstellen können – mit Challenges, Video-Memes und vielem mehr.

Vor allem Mädchen ab 10 oder 11 Jahren begeistern sich für TikTok. Wenn die Jugendlichen älter werden, scheint die App nicht mehr so spannend zu sein.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Es gibt eine Reihe von Problemen, die Sie und Ihr Kind vor der Nutzung der App berücksichtigen sollten:

  • Kinder ab 13 Jahren brauchen für die Anmeldung das Einverständnis der Eltern. Das Alter wird bei der Registrierung aber nicht überprüft.
  • Die Voreinstellungen der App sind gerade für Heranwachsende unsicher: Die Profile und ihre Inhalte sind öffentlich einsehbar, über die Suchfunktion ist das Profil auffindbar und man kann von Fremden angeschrieben werden, solange man die Privatsphäre-Einstellungen nicht entsprechend angepasst hat.
  • Angezeigte Videos werden nicht gefiltert, wodurch Jugendliche mit für sie ungeeigneten Inhalten in Berührung kommen können. Da die Beiträge nicht moderiert werden, können kritische Inhalte in den Kommentaren auftreten und es ist ein hohes Risiko von Cybergrooming und Cybermobbing vorhanden.
  • Die Nutzer haben keine Rechte an den Song- oder Filmausschnitten. Die erstellten Videos sollten deshalb nicht außerhalb der App geteilt werden, da sie sonst gegen die Bild- und Urheberrechte verstoßen. Sind andere Personen im Video zu sehen, sollte man diese auch immer um Erlaubnis fragen. TikTok erhält außerdem die Rechte an den veröffentlichten Videos.
  • Der Anbieter Bytedance finanziert sich über Werbung. Die Anzeigen im Videoformat sind von den Kurzclips der User kaum zu unterscheiden. Mit einem virtuellen Münzsystem können TikToker zudem ihr Guthaben aufladen. Davon lassen sich Emojis für die eigenen oder fremde Videos kaufen.
  • Manche Challenges, die in sozialen Netzwerken kursieren, können gefährlich werden. TikTok blockiert solche Inhalte nicht.
  • Die Löschung eines Accounts ist derzeit nur über eine Anfrage beim Kundensupport möglich.

Was sagt der Anbieter?

TikTok ist sich der Gefahr von verstörenden und unerwünschten Inhalten bewusst. Es gibt allerdings nur wenige Sicherheitseinstellungen, obwohl die App laut Anbieter für Kinder ab 13 Jahren geeignet ist. TikTok verweist nach der Registrierung mittels eines roten Punktes auf die Einstellungen. Eine Erklärung dazu liefert der Dienst aber nicht. Immerhin gibt es Tipps für Eltern im “Safety Center” der Webseite. So lassen sich z. B. Userkonten melden und/oder blockieren.

TikTok steht wegen seiner Moderationsregeln stark in der Kritik, denn offenbar wird stark kontrolliert, welche Videos die Nutzer sehen können.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind sich bei TikTok anmelden möchte, fragen Sie nach seiner Motivation. Richten Sie gemeinsam einen Account ein und probieren Sie gemeinsam die ersten Schritte aus. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die möglichen Gefahren. Besonders wichtig ist, auf die Privatsphäre zu achten und in den Videos nicht zu viel von sich preiszugeben. Am sichersten ist es, den eigenen Account auf privat zu schalten. So ist die Kommunikation nur mit Freundinnen und Freunden möglich und Ihr Kind behält den Überblick darüber, wer die Videos sehen kann.

Versichern Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, sollte es Beleidigungen erhalten oder belästigt werden. Zeigen Sie ihm außerdem, wie man unangemessene Inhalte blockieren und melden kann. Um die eigene Privatsphäre und die von anderen besser zu schützen, muss bei einem Video nicht unbedingt immer das Gesicht zu sehen sein. Mit Hilfe von Emoji-Stickern oder anderen kreativen Lösungen ist das möglich.

Flirten und Dating im Netz

Freundschaften im Leben Ihres Kindes sind wichtig und werden mit der Zeit immer enger. Irgendwann kommt das Verliebtsein dazu und erste Beziehungen werden geführt. Welche Rolle das Smartphone und bestimmte Apps für das Kennenlernen und den regelmäßigen Kontakt spielen, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Welche Apps werden zum Flirten und Kontakthalten genutzt?

Beim Thema Flirten denkt man zuerst an spezielle Dating-Apps. Um Kontakt mit Gleichaltrigen zu halten, nutzen viele Jugendliche aber vor allem die vertrauten Plattformen wie WhatsApp oder Instagram: Man kennt sich aus der Schule oder vom Sportverein. Außerhalb von Schule und Training werden Messenger oder Social-Media-Dienste genutzt, um sich näher kennenzulernen. Man kann z. B. ganz unauffällig verfolgen, was der neue Schwarm bei Instagram postet. Man fühlt sich der ersten Freundin näher, wenn sie abends vor dem Schlafen noch einen lieben Gruß per WhatsApp verschickt.

Dating-Apps oder Online-Singlebörsen werden für Jugendliche nach und nach interessant – etwa ab 14 Jahren. Es gibt allerdings nur wenige Kontaktportale, die sich an Jugendliche richten oder für sie geeignet sind, da sich hier vor allem Personen ab Ende 20 tummeln. Die meisten Communities erlauben die Teilnahme auch erst ab 18 Jahren. Nur wenige Flirtseiten – wie Jappy oder Kwick – bieten ihren Service schon für jüngere Jugendliche an.

Mit Apps wie Tinder, Lovoo usw. soll man Menschen in der Nähe oder mit ähnlichen Interessen kennenlernen. Da sie oft spielerisch aufgemacht sind, sind sie auch für Jugendliche spannend: Man bekommt ein Bild von einer anderen bei der App registrierten Person angezeigt und entscheidet durch einen Wisch nach links oder rechts, ob man sie attraktiv findet. Bei Tinder darf man sich erst anmelden, wenn man mindestens 18 Jahre alt ist. Lovoo ist schon für 16-Jährige erlaubt. Eine Kontrolle, ob man wirklich so alt ist, findet bei diesen Apps allerdings nicht statt.

Welche Risiken gibt es?

Gerade beim Flirten über das Internet ist Vorsicht geboten, weil man sein Gegenüber nicht sieht. Man weiß nicht, ob stimmt, was eine Person über sich schreibt und welche Interessen wirklich dahinterstecken. Jede und jeder kann sich bei einem Portal oder einer Social-Media-Plattform anmelden – ob volljährig oder nicht. Wenn man Kontakt mit Fremden aufnimmt, besteht die Gefahr des Cybergroomings, also das Anbahnen von sexuellen Beziehungen mit Minderjährigen. Lesen Sie dazu mehr in unserem Beitrag.

Wenn Jugendliche anfangen, sich zu verlieben und erste Beziehungen führen (wollen), besteht auch die Gefahr von Sexting und Cybermobbing: Einige Jugendliche lassen sich schnell dazu überreden, freizügige Bilder von sich zu verschicken, ohne sich den Konsequenzen und Gefahren bewusst zu sein.

Worauf sollten Sie und Ihre Kinder achten?

Auch wenn man die Person kennt, mit der man über einen solchen Dienst chattet, sollte man darauf achten, was man schreibt und welche Fotos man von sich verschickt. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass Inhalte im Netz auch ungewollt schnell weiterverbreitet werden können.

Egal, welche App Ihr Kind für die Kommunikation nutzt, weisen Sie es auf die Privatsphäre-Einstellungen hin. Am besten gehen Sie diese gemeinsam durch und überlegen, welche Einstellungen sinnvoll sind. Wenn Ihr Kind z. B. Instagram nutzt, sollte es ein privates Profil erstellen, so dass Inhalte nur von Bekannten gesehen werden und Fremde keine Nachrichten schreiben können.

Nutzt Ihr Kind Snapchat? Hier gibt es die spannende Funktion, Fotos zu verschicken, die nach dem Lesen anscheinend automatisch gelöscht und nicht lokal auf dem Gerät des Empfängers oder der Empfängerin gespeichert werden. Aber Vorsicht, denn z. B. ein leichtsinnig verschicktes Bild mit unvorteilhaften oder sexuellen Inhalten könnte vom Gegenüber per Screenshot abfotografiert und später missbraucht werden. Mehr dazu in unserem Beitrag zu Sexting. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über dieses Thema, bevor es eine solche App verwendet.

Achten Sie außerdem darauf, dass die Standort-Funktion von Kommunikations- und Dating-Apps ausgeschaltet ist. Diese ist besonders gefährlich, da fremde (oder unerwünschte) Personen einen aufspüren können.

Bevor sich Ihr Kind mit einer noch unbekannten Person trifft, kann man sich bei einem Telefonat kennenlernen. Um sicherzugehen, dass niemand Böses hinter einem Online-Flirtversuch steckt, sollte man sicherheitshalber mit unterdrückter Nummer anrufen.

Wenn es zu einem Treffen kommen soll, sollte immer eine erwachsene Person Bescheid wissen. Diese kann dann z. B. mit zu dem Treffen kommen und sich im Hintergrund aufhalten. Als Treffpunkt wählt man zur Sicherheit einen öffentlichen Ort, wo sich viele andere Personen aufhalten. Außerdem sollte das Treffen tagsüber stattfinden, wenn es draußen noch hell ist.

Sprechen Sie vor der Nutzung mit Ihren Kindern über die Gefahren und erfragen Sie regelmäßig, welche Portale und Apps Ihr Kind nutzt, was es dort macht oder mit wem es spricht. Generell gilt: Think before you post – Denk nach, bevor du postest! Denn was einmal im Netz ist, bleibt im Netz. Achten Sie als Eltern darauf, was Ihr Kind im Netz veröffentlicht.

Und wenn Ihr Kind nicht mit Ihnen über solche Dinge sprechen möchte, gefällt ihr oder ihm vielleicht die Seite handysektor.de, die viele Themen rund um digitale Medien jugendgerecht behandelt.

 

Discord und Teamspeak – was ist das eigentlich?

Sie selbst nutzen wahrscheinlich WhatsApp oder einen anderen Messenger, um mit Ihrer Familie und Freunden zu schreiben, Emojis und Fotos zu verschicken. Gamer nutzen noch ganz andere Programme, über die sie am Laptop oder mit dem Smartphone während des Spielens mit anderen in Kontakt stehen. Sie heißen Discord oder Teamspeak.

Kurz gefasst:

  • Messenger-Dienste, die vor allem im Gaming-Bereich verwendet werden
  • USK-Altersfreigabe: ab 12 Jahren
  • Teamspeak ist kostenpflichtig, Discord ist in der Basisvariante kostenlos
  • als App oder Browseranwendung nutzbar

Was ist Teamspeak?

Die Plattform gibt es seit dem Jahr 2001. Schon damals wurde sie bei Online-Rollenspielen genutzt. Teamspeak bietet verschiedene Funktionen. Um über Teamspeak zu kommunizieren, verbindet sich jeder Benutzer mit einem Server. Dafür muss man im Regelfall eine monatliche Gebühr zahlen. Spieler können über diese Chat-Software parallel zum Gaming miteinander schreiben und telefonieren. Man kann mit nur einer Person kommunizieren, aber auch in Gruppen miteinander chatten und Dateien austauschen.

Die Teamspeak-App ist kostenpflichtig. Die Nutzung des Webclients kostet nichts. Wenn man ein Spiel auf einem eigenen Server spielen und Teamspeak nutzen möchte, kauft man sich virtuellen Teamspeak-Server.

Was ist Discord?

Discord ist seit dem Jahr 2015 kostenlos für alle Plattformen verfügbar. Das Angebot steht in Konkurrenz zu Teamspeak sowie anderen Betreibern von Kommunikationstools, da sich die Funktionen ähneln. Gerade gaming-interessierte Jugendliche nutzen Discord alternativ zu WhatsApp.

Auch bei Discord steht die parallele Nutzung während des Online-Spielens im Vordergrund. Sie können mit anderen Personen privat und in Gruppen telefonieren und chatten. Auch Videoanrufe und das Verschicken von Emojis sind möglich. Es gibt eine kostenpflichtige Premium-Variante (“Nitro”), die weitere Features bietet und Mediendateien schneller verschickt.

Was fasziniert Jugendliche an dem Angebot?

Das Spielen von Online-Games ist für Kinder besonders reizvoll, wenn es gemeinsam mit Freunden oder anderen Mitspielenden stattfindet. Es macht ihnen Spaß, sich mit anderen zu messen. Da das Spielen meistens alleine vor einem Bildschirm stattfindet, kann der Wunsch entstehen, sich mit anderen austauschen zu wollen. Dafür sind Teamspeak und Discord zwei gute Optionen. Durch die Möglichkeit Kanäle öffentlich oder privat anzulegen, ist Kommunikation auf unterschiedlicher Ebene möglich – zum privaten Austausch ebenso wie zur Information.

Was sollte man bei den Angeboten beachten?

Wenn Ihr Kind Gamer ist und eines der Programme nutzen möchte, sollten Sie gemeinsam entscheiden, welches geeignet ist. Recherchieren Sie zu den beiden Angeboten und probieren Sie diese, wenn möglich, vorher aus. Da beide Angebote persönliche Daten erheben, sollten Sie sich auch über die aktuellen Datenschutzregelungen schlau machen.

Von Discord nimmt man an, dass sich darüber Menschen mit rechtsextremer Gesinnung austauschen. Diese Gefahr sollten Sie im Blick haben, falls Ihr Sohn oder Ihre Tochter das Tool nutzen möchte. Wobei nicht auszuschließen ist, dass auch andere Internetprogramme zu solchen Zwecken genutzt werden.

Was meint der Anbieter?

Discord gibt an, keine Daten an Dritte zu verkaufen. Eine langfristige Datenspeicherung findet nach eigener Aussage nicht statt.

Was sollten Eltern beachten?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die verantwortungsvolle Nutzung solcher Programme und welche Gefahren damit verbunden sind. Persönliche Daten sollten im Chat nicht an fremde Personen weitergegeben werden. Es ist zudem möglich, mit unbekannten Personen in Kontakt zu kommen. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, wenn es dabei mit unangenehmen oder ängstigenden Inhalten in Kontakt kommt.

Aufgepasst! – Tauschbörsen im Internet

Die Nachbarin hat neulich davon erzählt: In ihrem Briefkasten fand sie eine Abmahnung, in der steht, dass sie 3.000,- € Schadensersatz zahlen soll. Angeblich wurde über den Internetanschluss der Familie illegal ein Spiel heruntergeladen, das es normalerweise nur in Online-Shops zu kaufen gibt.

Erwachsene, Jugendliche und bereits Kinder nutzen das Internet, um an Musik, Spiele oder Filme zu gelangen. Es gibt viele Streaming-Plattformen und Online-Shops, bei denen man gegen Bezahlung Zugriff auf ein großes Medienangebot hat. Doch auch denjenigen, die nicht dafür zahlen möchten, bietet das Internet Möglichkeiten. Sie tauschen ohne Geld Dateien mit anderen Nutzern über ein Netzwerk aus.

Was sind Tauschbörsen und wie erkennt man sie?

Tauschbörsen (auch bekannt als „Filesharing“- oder „Peer-to-Peer“-Systeme) sind Computerprogramme, mit denen man online digitale Inhalte wie Spiele oder Musik mit anderen Nutzern teilen kann. Dafür installiert man sich ein kostenloses Programm auf dem Computer. Das ist erstmal nicht verboten. Aber sich Spiele, Musik oder Ähnliches herunterzuladen, die urheberrechtlich geschützt sind, ist nicht erlaubt!

Die meisten kreativen Werke sind urheberrechtlich geschützt. Das heißt, wer das Werk geschaffen hat, darf entscheiden, was damit gemacht wird. Wenn man nicht die Erlaubnis vom Urheber (oder anderen Rechteinhabern) hat, ein Werk zu nutzen, ist es nicht erlaubt, diese Inhalte zu vervielfältigen oder herunterzuladen.

Es gibt Tauschbörsen, bei denen nicht deutlich wird, woher die einzelnen Inhalte stammen und wer die Rechte daran hat. Bevor man also von Tauschbörsen Inhalte herunterlädt, sollte man sich diese nach folgenden Punkten genau angucken. Treffen einige davon zu, lässt man besser die Finger davon.

  • Das Angebot ist kostenlos, obwohl man es anderswo kaufen müsste.
  • Die technische Qualität ist schlecht.
  • Der Betreiber des Angebots ist unklar oder es ist eine unseriöse Adresse angegeben.
  • Man soll eine spezielle Download-Software herunterladen.
  • Es gibt aggressive Werbung auf der Seite.
  • Es werden Inhalte angeboten, die noch nicht offiziell veröffentlicht wurden, z. B. ein Film wird noch nicht im Kino gezeigt.

Umgang mit Tauschbörsen und Abmahnungen

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Kind (heimlich) Musik, Spiele oder andere Inhalte über eine illegale Tauschbörse bezieht oder anbietet. Dann sollten Sie unbedingt mit ihm darüber reden und erklären, dass dies verboten ist. Es kann sogar strafrechtliche Konsequenzen haben, wie eine Abmahnung mit (teils hohen) Gebühren.

Sollten Sie bereits einen solchen Brief erhalten haben, gehen Sie nicht einfach darauf ein, aber ignorieren sie ihn auch nicht. Wenden Sie sich an einen Anwalt oder die Verbraucherzentrale in Ihrer Nähe und lassen Sie sich beraten. Nicht immer sind die Forderungen angemessen.

Dateien illegaler Tauschbörsen können auch Schadsoftware oder Viren verbreiten. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind nach legalen Streaming-Angeboten im Netz recherchieren und diese nutzen. Sie können auch nach Angeboten suchen, die unter eine „Creative Commons“-Lizenz fallen. Das sind sogenannte „freie Inhalte“, bei denen der Urheber selbst seinem Werk erweiterte Verwendungsrechte einräumt. Nähere Informationen hierzu finden Sie z. B. bei iRights info  und Klicksafe.

Fotoveröffentlichungen in der Schule

Erster Schultag nach den Ferien: Gleich zu Beginn werden Klassenfotos gemacht, die am Tag danach auf der Webseite und der Facebook-Seite der Schule zu sehen sind. Ist das erlaubt? Das hängt davon ab, ob Sie mit der Anmeldung Ihres Kindes an der Schule eine sogenannte Fotofreigabe oder Einwilligungserklärung unterschrieben haben.

Grundsätzlich haben alle Menschen in Deutschland das „Recht am eigenen Bild“. Das ist ein Persönlichkeitsrecht, das vom Grundgesetz geschützt ist. Es bedeutet, dass niemand Fotos oder Videos von Ihnen oder Ihrem Kind machen und diese einfach – z. B. im Internet – veröffentlichen darf – außer Sie wurden vorher um Erlaubnis gefragt. Die Datenschutzgrundverordnung der EU (DSGVO) hat dieses Recht sogar verstärkt.

Wie muss eine Einwilligungserklärung für Fotos und Videos aussehen?

Gerade für Kinder und Jugendliche gelten spezielle Regeln, die durch die DSGVO geschützt sind. Ist Ihr Kind jünger als 12 Jahre, entscheiden Sie als Sorgeberechtigte/r mit Ihrer Unterschrift, ob Bilder von Ihrem Kind veröffentlicht werden dürfen. Ist Ihre Tochter oder Ihr Sohn mindestens 12 Jahre alt, sollte Ihr Kind auch selbst gefragt werden, ob es mit einer Veröffentlichung einverstanden ist und ebenfalls unterschreiben. Man geht davon aus, dass Kinder etwa ab diesem Alter dazu in der Lage sind, einzuschätzen, was es bedeutet, wenn ein Foto von ihnen im Internet steht. Trotzdem sollten Sie Ihr Kind auch schon früher mit einbeziehen und ihm erklären, welche Konsequenzen die Veröffentlichung von Fotos oder Videos haben kann.

Gerade wenn es um Bilder von Kindern und Jugendlichen im Internet geht, sollten Einverständniserklärungen so transparent und verständlich wie möglich sein. Man muss wissen, wo genau die Fotos oder Daten veröffentlicht und für welchen Zweck sie genutzt werden. Es sollte auch klar aus der Einwilligung hervorgehen, welche Daten genau oder welches Motiv benutzt wird, also was genau fotografiert wird. Es ist meistens nicht notwendig, dass auch der vollständige Name Ihres Kindes mit dem Foto veröffentlicht wird.

Solche Einwilligungen sind immer freiwillig und Sie dürfen sie jederzeit zurückziehen. Eine Ausnahme von Einverständniserklärungen bilden Fotos, auf denen man selbst zwar zu sehen ist, jedoch nicht im Fokus steht, sondern nur zufällig auf z. B. einem Schulfest mitfotografiert wurde.

Was ist mit privaten Fotos in der Schule?

Wenn Sie als Elternteil z. B. auf einer Schulveranstaltung Fotos oder Videos von Ihrem Kind und seinen Freunden für rein private Zwecke machen, ist das in Ordnung. Wenn es aber darum geht, diese Bilder oder Videos z. B. über WhatsApp oder Facebook zu teilen, brauchen auch Sie die Einwilligung der Person, die auf dem Bild zu sehen ist und solange sie noch nicht 18 Jahre alt ist auch die der Eltern. Es reicht in diesem Fall allerdings, wenn Sie mündlich nachfragen.

WhatsApp-Gruppen sind bei Jugendlichen und ihren Eltern beliebt. Schülerinnen und Schüler richten Klassenchats ein. Eltern tauschen sich in Gruppen über organisatorische Fragen zur Schule aus. Es werden nicht nur Textnachrichten geschrieben, sondern auch Fotos und Videos verschickt. Sie sollten untereinander verabreden, dass Fotos nicht ohne das Einverständnis der abgebildeten Personen in die Gruppe gestellt werden und diese nicht an Personen außerhalb der Gruppe weitergeleitet werden dürfen. Damit wird das Persönlichkeitsrecht geschützt und das Risiko, dass Fremde Zugriff auf Fotos Ihres Kindes haben, wird reduziert.

Kik

Kik… Kann man da nicht Klamotten kaufen? Kik ist in diesem Fall ein Messenger-Dienst, der Menschen miteinander verbinden möchte. Wer sich nach Alternativen zu WhatsApp und dem Facebook Messenger umgesehen hat, ist vielleicht auch auf dieses beliebte Angebot gestoßen.

Kurz gefasst

  • kostenloser Messenger-Dienst
  • als App für Smartphone und Tablet (iOS und Android) verfügbar
  • über 200 Millionen Nutzer (eigene Angaben des Anbieters)
  • Registrierung lediglich mit Benutzernamen (Telefonnummer ist optional)
  • Anmeldung laut Anbieter ab 13 Jahren, jedoch im Google Playstore mit USK 18 versehen und auf iTunes ab 17 Jahre gekennzeichnet
  • aufgrund der Anonymität der User sehr hohes Risiko von Cybermobbing, Sexting und Cybergrooming vorhanden

Was ist das?

Kik ist ein Messenger-Dienst, über den registrierte User öffentlich und privat miteinander chatten können. Wie bei anderen Angeboten dieser Art stehen verschiedene Funktionen zur Verfügung – wie das Teilen von Fotos, Bildern, Videos und GIFs und die Möglichkeit eines Videochats. Besonders an Kik ist, dass die Registrierung lediglich mit Benutzernamen möglich ist. Man muss seine Telefonnummer nicht angeben, aber es wird empfohlen. Der volle Name, eine E-Mail-Adresse sowie das Geburtsdatum werden zwar abgefragt, es findet aber keine Überprüfung statt, ob man die richtigen Daten angegeben hat. Damit kann man sehr leicht einen anonymen bzw. falschen Account erstellen. Man kann also nie sicher sein, welcher Mensch wirklich hinter einem Profil steckt.
Eine weitere Besonderheit des Messenger ist es, dass man öffentliche oder private Gruppenchats mit bis zu 50 Personen erstellen kann. Öffentliches Chatten funktioniert über die Eingabe von Hashtags. Auch dies kann problematisch sein, da es dadurch leicht ist, mit Fremden in Kontakt zu kommen.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Die Plattform macht es durch die anonyme Anmeldung und der Möglichkeit des zufälligen Suchens nach Benutzernamen sehr einfach, dass Kinder und Jugendliche in Kontakt mit fremden Usern kommen und unerwünschte Nachrichten oder Fotos erhalten mit z. B. ängstigenden und/oder sexualisierten Inhalten. Das Risiko von Cybermobbing, Sexting und Cybergrooming kann hier sehr hoch sein.
Überfliegt man die Bewertungen des Angebots in den App-Stores, erhält man den Eindruck, dass viele Nutzer mit sexuellen Anspielungen den Kontakt vor allem zu jüngeren Usern suchen.

Zudem ist unklar, wo genau die Daten, die man über den Messenger versendet, landen. Jugendliche können persönliche Informationen, Bilder und Videos mit anderen Usern teilen, die dann ohne ihr Wissen weiterverbreitet werden können.

Die Anmeldung auf der Plattform ist laut Anbieter ab 13 Jahren möglich. Durch die Angabe eines falschen Geburtsdatums kann man das leicht umgehen.

Was meint der Anbieter?

Mit einigen Sicherheitseinstellungen versucht Kik, die Nutzung des Messenger-Dienstes sicherer zu machen. Auf der Webseite von Kik findet man ein „Safety Center“, über das man Tipps erhält, wie man z. B. das eigene Profil so privat wie möglich halten kann. Man erfährt außerdem, wie andere Nutzer gelöscht, blockiert oder gemeldet werden können. Die Sicherheitshinweise gibt es allerdings nur auf Englisch.

Was sollten Eltern beachten?

Ihr Kind möchte unbedingt Kik verwenden, weil Freunde die App auch nutzen? Überlegen Sie, ob es für Ihr Kind und dessen Freundeskreis Alternativen gibt, die sicherer sind. Führt der Weg nicht an Kik vorbei, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Kind über mögliche Risiken und das Kommunizieren via Messenger sprechen. Recherchieren und überlegen Sie gemeinsam, wie man sich am sichersten auf Messenger-Diensten verhält. Installieren Sie mit Ihrem Kind die App und lernen sie sie zusammen kennen. Besprechen Sie außerdem, was zu tun ist, wenn Ihr Kind mit unangenehmen Nachrichten und Cybermobbing oder ähnlichem in Berührung kommt.

„Nur noch diese eine Runde!“ – Games in der Familie

„Ich höre gleich auf – wirklich!“ Kommt Ihnen diese Aussage von Ihrem Kind bekannt vor? Dann ist er oder sie bestimmt ein großer Fan von Computer- oder Konsolenspielen. Digitale Spiele sind für viele Kinder und Jugendliche eine beliebte Freizeitbeschäftigung, bei der sie ihre spielerischen Fähigkeiten einsetzen und trainieren können. Aber sie führen auch zu Konflikten, wenn z. B. Spiele gespielt werden wollen, die nicht für das Alter geeignet sind oder länger gespielt wird als vereinbart.

Computerspiele können in den unterschiedlichen Lebensphasen bestimmte Kompetenzen fördern. So können Spieleapps zum Beispiel helfen, den Umgang mit Zahlen und Sprache im Vorschulalter zu erlernen. Ältere Kinder und Jugendliche können mit Games ihre Problemlösefähigkeiten verbessern. Spiele, ob am Computer, Handy oder am Küchentisch sind außerdem unterhaltsam und machen Kindern, Jugendlichen aber auch Erwachsenen Spaß.

Tipps für den Umgang mit Computerspielen in der Familie

Um Konflikte rund um Gaming in der Familie zu vermeiden, haben wir die wichtigsten Empfehlungen zusammengefasst:

Faszination verstehen und Interesse zeigen

Lassen Sie sich zeigen, wie ein Spiel funktioniert und was Ihr Kind daran so begeistert. Nicht immer werden Sie die Faszination nachempfinden können, nehmen Sie Ihr Kind mit seiner Begeisterung dennoch ernst. Denken Sie daran, sich auch Spieleapps zeigen zu lassen, die auf dem Smartphone laufen. Sehen Sie sich gemeinsam die Einstellungen (z. B. zu In-App-Käufen) an.
Beobachten Sie Ihr Kind beim Spielen und fragen Sie nach. So können sie erkennen, ob es Realität und Fiktion auseinanderhalten kann und ob es die dargestellten Inhalte versteht. Spielen Sie auch mal gemeinsam!

Spiele ausprobieren und Beurteilungen lesen

Vertrauen Sie nicht zu sehr auf Kundenbewertungen auf Online-Portalen, da man nicht sicher sein kann, ob sie echt sind. Verlassen Sie sich besser auf seriöse pädagogische Beurteilungen und auf Ihr eigenes Urteilsvermögen. Testen Sie Spiele aus und entscheiden Sie mit Hilfe der pädagogischen Bewertungen und USK-Einordnungen, ob ein Spiel für Ihr Kind geeignet ist.

Linkliste mit pädagogischen Bewertungen von Computerspielen: https://www.spieleratgeber-nrw.de/Gute-und-unbedenkliche-Computerspiele.3032.de.1.html

Mehr hilfreiche Beurteilungen gibt es bei https://www.spielbar.de/spiele/

Regeln vereinbaren

Legen Sie gemeinsam feste Zeiten fest, zu denen gespielt werden darf. Auch die Spieledauer sollte festgehalten werden und sich nach Ihren Erfahrungen mit dem eigenen Kind richten. Es gibt Empfehlungen für unterschiedliche Altersgruppen, die Sie hier nachlesen können.

Was beim Zocken gar nicht funktioniert, ist, zu einem bestimmten Zeitpunkt aufzuhören. Besser ist es, wenn Sie vereinbaren, dass mit dem Ende eines Levels aufgehört wird. Alle Regeln sollten für Ihr Kind gut nachvollziehbar sein.

Weitere praktische und übersichtliche Tipps gibt es auch bei Klicksafe.

Alternativen zum Zocken

Jedes Kind braucht Zeiten, in denen es sich bewegen und unabhängig vom Bildschirm Dinge erleben kann – am schönsten ist das gemeinsam mit Freundinnen und Freunden und natürlich mit Ihnen!

Spiele sind kein Druckmittel

Man sollte das Spielen nicht verbieten, weil das Kind Mist gebaut hat oder Computerspielen als Belohnung nutzen. Denn dadurch bekommt es nur einen höheren Stellenwert.

„Was denken andere wohl wirklich über mich?“ – Die App Tellonym soll Antworten geben

Gerade Teenager messen der Meinung von Gleichaltrigen große Bedeutung bei. Das erklärt wahrscheinlich die Beliebtheit einer App wie Tellonym. Doch neben wertschätzenden und netten Kommentaren können deren Nutzerinnen und Nutzer von anderen anonym beleidigt und beschimpft werden. Nutzt Ihr Kind diese App, sollten Sie sich über deren Handhabung und damit verbundenen Risiken wie z. B. Cybermobbing informieren.

Kurz gefasst

  • Soziales Netzwerk mit Firmensitz in Berlin
  • anonyme Bewertungs- und Frageplattform
  • laut USK ab 12 Jahren
  • kostenlos, enthält jedoch Werbung
  • hohes Potential für Cybermobbing vorhanden
  • verfügbar als App für die Betriebssysteme iOS und Android sowie als Webbrowser
  • Angaben zu Nutzerzahlen variieren von 2 bis 8 Millionen

Was ist das?

„Tellonym ist der ehrlichste Ort im Internet. Finde heraus, was deine Freunde von dir halten, beantworte anonyme Fragen und frage andere Dinge, die du dich zuvor nie getraut hast!“

Mit diesem Slogan wirbt die App Tellonym in den App-Stores um neue Nutzer. Bei Tellonym holt man sich von Freunden und Fremden anonym Feedback und Bewertungen ab. Gerade für Teenager ist die App attraktiv.

Die Anmeldung erfolgt über die eigene Telefonnummer oder E-Mail-Adresse, woraufhin man einen Link zum Weiterversenden an Freunden und Bekannte erhält. Diese könnten dann – auch anonym – einen Kommentar auf dem eigenen Profil hinterlassen, ohne sich extra registrieren zu müssen. Kommentare sind vorerst nur für denjenigen sichtbar, der sie erhält. Antwortet dieser darauf, so erscheint der Kommentar öffentlich im eigenen Profil. Neben positiven Kommentaren wie Komplimenten kommt es auch zu negativen, sogenannten „Tells“, in denen Nutzer andere Nutzer beleidigen oder sexuell bedrängen.

Um auf einfache Weise zu sehen, was auf den Profilen anderer Tellonymer passiert, kann man anderen Nutzern folgen. Das geht auch anonym, indem man nach dem Klick auf „Folgen“ innerhalb von drei Sekunden nochmal auf den Button „anonym“ klickt. Die Followerzahl passt sich trotzdem sichtbar an. Es gibt auch die Möglichkeit, das eigene Konto mit Instagram, Twitter oder Snapchat zu verbinden oder sein Konto mit den eigenen Telefonkontakten zu synchronisieren. Damit wird jedoch sehr in die Privatsphäre eingegriffen, weshalb aus Datenschutzgründen von der Aktivierung dieser Funktion abzuraten ist.

Was ist problematisch?

Zur Altersempfehlung der App gibt es je nach Anbieter unterschiedliche Angaben (USK: 12 Jahre, iTunes Play Store: 17+ Jahre). Laut den AGB bei Tellonym selbst benötigt man bei Minderjährigkeit zur Anmeldung die elterliche Erlaubnis und muss mindestens 13 Jahre alt sein. Registriert man sich bei der App, muss man jedoch lediglich zwischen „Ich bin 16 oder älter“ bzw. „Ich bin jünger als 16“ wählen. Gibt man an, unter 16 Jahre alt zu sein, wird das elterliche Einverständnis eingefordert, aber nicht überprüft. Als Eltern können Sie am besten einschätzen, ob Ihr Kind der Umgang und die Risiken der App bereits zuzutrauen ist.

Am bedenklichsten ist die Gefahr des Cybermobbings über die App. Da man Tells anonym verfassen kann, also unter dem Schutz, nicht erkannt zu werden, sinkt bei einigen Nutzerinnen und Nutzern die Hemmschwelle, andere anzugreifen, zu beleidigen oder mit sexuellen Kommentaren zu belästigen.

Was sagt der Anbieter?

Die Anbieter von Tellonym sind sich der Problematik des Cybermobbings bewusst und geben Eltern auf ihrer Webseite Tipps zum Schutz vor Angriffen. So kann der Empfang von komplett anonymen Nachrichten von nicht-registrierten Usern deaktiviert werden. Bestimmte Wörter sowie Absender bestimmter Nachrichten lassen sich blockieren. Dies ist jedoch nicht zu 100% möglich, wenn der Absender oder die Absenderin nicht bei Tellonym registriert ist. Deshalb empfiehlt es sich, den Empfang von anonymen Nachrichten nicht-registrierter User komplett zu deaktivieren. Nachrichten kann man auch melden, wenn sie gegen die AGB von Tellomym verstoßen. Laut eigener Aussage werden gemeldete Beiträge geprüft und gegebenenfalls gelöscht.

Allgemein soll jede verschickte Nachricht einen Filter durchlaufen – wie genau dieser arbeitet, bleibt jedoch unklar. Tellonym weist auf die Schwierigkeit einer guten Balance zwischen Zensur und Schutz hin.

Was sollten Eltern beachten?

Ihr Kind möchte die App nutzen oder ist bereits begeisterter Tellonymer? Horchen Sie bei ihm nach, aus welchen Gründen es die App nutzen möchte und ob es sich der möglichen Risiken bewusst ist. Gerade wenn Ihr Kind jünger als 16 Jahre ist, sollten Sie die App gemeinsam mit kennenlernen, sich die Sicherheitseinstellungen ansehen und anpassen. Gute und bildliche Anweisungen dazu finden Sie bei Klicksafe.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es tun kann, wenn es mit Cybermobbing oder ähnlichem in Kontakt gerät und unangenehme oder beleidigende Nachrichten erhält.

Musical.ly heißt jetzt Tik Tok

„Musical.ly gibt es nicht mehr!“ Diese Meldung dürfte viele vor allem weibliche Teenies, bei denen die App besonders beliebt ist, schockiert haben. Aber so richtig stimmt das gar nicht.

Die chinesische Firma Bytedance hat Musical.ly im Dezember 2017 aufgekauft. Anfang August 2018 wurde sie mit dem chinesischen Pendant TikTok zusammengelegt. Musical.ly ist also nicht Geschichte, sondern lediglich sein Name ist es. Wer ein Update durchgeführt hat, findet nun statt dem pinken Musical.ly-Logo die App „TikTok inklusive Musical.ly“ auf seinem Smartphone.

Bei Musical.ly drehte sich fast alles um Musik – diese grundlegende Funktion bleibt auch erhalten. Mit der Namensänderung sollen aber weitere Nutzungsmöglichkeiten geschaffen werden. Längere Videos, andere Themen: Beauty, Reise und Sport sollen stärker berücksichtigt werden. Damit will die App weg von dem reinen Sing- und Tanzimage.

Musical.ly stand immer wieder stark in der Kritik. Die einfache Kontaktaufnahme durch Fremde und das Erstellen von Fake-Accounts bereitete vielen Eltern Sorgen. Bytedance will die App in dieser Hinsicht sicherer machen: Anstößige Inhalte und Kommentare sollen durch Algorithmen schneller erkannt und gesperrt werden können. Das „Safety Center“, das in der App aufgerufen werden kann, soll in Zukunft auch Tipps für Eltern bereithalten und Einstellungsmöglichkeiten zur Privatsphäre vereinfachen.

Ob die Sicherheit für die User so tatsächlich erhöht wird, lässt sich noch stark bezweifeln. Unabhängig von der Kontaktaufnahme durch Fremde bleiben weitere Risiken bestehen.

Insgesamt ändert sich für Sie als Eltern durch die Zusammenlegung der Apps wohl kaum etwas. Sprechen Sie weiterhin mit Ihrem Kind über die Risiken, die nun TikTok bereithält.

Das erste Smartphone

Wann ist mein Kind eigentlich alt genug für ein eigenes Smartphone? Eine pauschale Antwort auf die Frage nach dem geeigneten Alter zu geben, ist nicht einfach. Neben dem Nutzen des Smartphones spielt bei der Entscheidung dafür oder dagegen auch der Entwicklungsstand Ihres Kindes eine Rolle. Sie kennen es am besten und können seine Medienerfahrung und sein allgemeines Verantwortungsbewusstsein einschätzen. 

Über folgende Dinge sollten Sie sich anfangs Gedanken machen:

  • Hat Ihr Kind schon Erfahrung mit einem Smartphone eines Familienmitglieds? 
  • Weiß Ihr Kind, was persönliche Daten sind? 
  • Kann Ihr Kind die Kosten, welche z. B. bei In-App-Käufen entstehen, abschätzen? 
  • Weiß es, welche Regeln bei Chats im Netz gelten? 
  • Hat es ein Verständnis für Sicherheitseinstellungen und App-Berechtigungen? 

Klicksafe hat eine Checkliste erstellt, die Ihnen helfen soll einzuschätzen, ob Ihr Kind schon bereit für ein eigenes Smartphone ist. Wenn Sie unsicher sind, kann auch vorerst ein ganz einfaches Handy ohne Internetanschluss die nötige Sicherheit schaffen. Früher oder später sollten Sie Ihrem Kind das eigene Smartphone zugestehen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Für viele Eltern ist der Wechsel von der Grund- zu einer weiterführenden Schule ein geeigneter Zeitpunkt, ein Smartphone anzuschaffen, weil ihr Kind ab dann wahrscheinlich einen längeren Schulweg hat, den es allein zurücklegt. Sie können mit einem Handy schnell miteinander kommunizieren, wenn nötig.

Die ständige Erreichbarkeit zwischen Ihnen und Ihrem Kind sollte nicht der Hauptgrund für ein Smartphone sein. Gerade für ältere Kinder und Jugendliche ist der wahrscheinlich wichtigste Grund für das eigene Smartphone der Kontakt mit ihren Freunden und mitreden zu können, wenn es z. B. um angesagte Apps geht. Der Einfluss der Gleichaltrigen spielt mit zunehmenden Alter immer mehr eine Rolle.

Worauf sollten Sie beim ersten Smartphone achten?

Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es wichtig ist, behutsam mit den eigenen Daten umzugehen und welche ernsten Probleme sich andernfalls daraus ergeben könnten. Informieren Sie sich selbst oder gemeinsam mit Ihrem Kind zum Thema Datenschutz und Sicherheit im Netz. Besprechen zusammen, welche Apps Ihre Tochter oder Ihr Sohn nutzen darf und welche erst einmal nicht. Achten Sie auf Altersfreigaben von Apps und aktivieren Sie die Sicherheitseinstellungen am Gerät.

Auch Konflikte, z. B. Streit, kann über die Kommunikation im Internet manchmal viel schneller ausarten und falsche Informationen lassen sich einfacher verbreiten – darüber sollte sich Ihr Kind bewusst sein. Probleme wie Kettenbriefe, Sexting und Cybermobbing sollten Sie ausführlich besprechen.

Durch Flatrates, die monatlich neu gebucht werden müssen oder Kostenbegrenzungen enthalten, lässt sich das Nutzungsverhalten eingrenzen. Es ist darüber hinaus möglich, ab einem gewissen Datenverbrauch eine Warnung anzeigen zu lassen. So steigt das Bewusstsein dafür, wie viel das Handy eigentlich in Gebrauch ist. Finden In unserem Elternguide.online finden Sie weitere Tipps, mit welchen Apps Sie die Handynutzung Ihres Kindes sicherer gestalten können.

Hilfreich kann es auch sein, sich mit anderen Eltern abzusprechen. Denn meistens stehen diese vor den gleichen Fragen. Am Wichtigsten ist es, dass Sie Ihr Kind stets begleiten und es gründlich über mögliche Herausforderungen und Risiken aufklären. Deshalb sollten Sie die Entscheidung in Absprache mit Ihrem Kind treffen. 

Versuchen Sie mit gutem Beispiel voranzugehen. Erklären Sie Ihrem Kind auch, wenn Sie Bedenken haben und verabreden Sie Regeln zum Umgang mit dem Gerät. Sie können mit Ihrem Kind auch gemeinsam Regeln vereinbaren und diese schriftlich festhalten. Eine Möglichkeit ist es, gemeinsam einen Mediennutzungsvertrag zu schließen. 

Begleiten Sie Ihr Kind nicht nur in der Anfangszeit, sondern fortwährend bei der Smartphone-Nutzung. Wichtig ist es, im Gespräch zu bleiben und Entscheidungen für oder gegen bestimmte Apps zu überdenken und auszuhandeln. Missbrauchen Sie jedoch nicht das Vertrauen des Kindes, indem Sie das Handy heimlich kontrollieren – ein offenes Gespräch ist der bessere Weg.

Faszination YouTube-Stars

Bestimmt erinnern Sie sich noch an die Lieblingsstars Ihrer Kindheit. Haben Sie noch all die Bravo-Poster der vergötterten Bands in Kinderzimmern vor Augen? Vielleicht waren Sie sogar in einem Fanclub?

YouTube – Videos rund um die Uhr

Gemeinsam schwärmt es sich besser für einen Star als alleine – das hat sich bis heute nicht geändert. Die Videoplattform YouTube kreiert ganz andere Arten von Stars, als wir sie von früher kennen. Und bei Jungen und Mädchen ab etwa zehn Jahren steht YouTube hoch im Kurs: Sie gehört zu den beliebtesten Internetangeboten bei Kindern und Jugendlichen und mit ihr die Macher der dort zu findenden Videos.

Mit dem Smartphone haben sie die Videos ihrer Stars immer dabei. YouTube macht es möglich, dass sich Ihr Kind sein gewünschtes Programm nach Lust und Laune zusammenstellen kann. Die Person hinter dem Star scheint längst nicht mehr unerreichbar. YouTuber bzw. Inflluencer sind oft Vorbilder für Kinder und gelten als „cool“. Da sie teilweise kaum älter sind und ähnliche Interessen verfolgen, sind sie wie eine digitale Erweiterung des eigenen Freundeskreises. Im Gegensatz zu klassischen Vorbildern und Stars vermitteln YouTuber den Eindruck, sich in ihren Videos ganz normal und authentisch zu verhalten und sich genauso zu geben, wie sie sind. Das kommt bei vielen Kindern gut an und manchmal wünschen sie sich selbst, in die Rolle eines YouTubers oder einer YouTuberin zu schlüpfen.

Der direkte Draht zu den Stars

Die Möglichkeit, direkt unter einem Video Kommentare zu hinterlassen, auf die der YouTuber vielleicht im nächsten Video Bezug nimmt, stellt noch mehr gefühlte Nähe zwischen Star und Fan her. Das versuchen viele YouTuber auch, indem sie in ihren Videos an das Alltagswissen der jungen Zuschauer anknüpfen. Mit verschiedenen Formaten wie Vlogs, einer Art öffentliches Tagebuch in Videoform oder „Follow me around“, bei denen die Zuschauer gefühlt einen ganzen Tag des Stars miterleben, kommt man den YouTube-Stars in ihrer Freizeit anscheinend ganz nah. In sogenannten Let’s Plays können sie ihre Stars beim Computerspielen beobachten und sich Tipps holen.

Nutzer haben oft auch die Möglichkeit, über neue Videos und Themen zu entscheiden, sie können regelmäßig etwas gewinnen und werden auf diversen Social-Media-Kanälen mit Neuigkeiten versorgt, auch wenn gerade kein neues Video veröffentlicht wird.

Auch Ihr Kind bewundert einen oder mehrere YouTube-Stars und würde am liebsten die ganze Zeit Videos schauen? Wir haben ein paar mögliche Regeln zur YouTube-Nutzung in der Familie zusammengestellt.

Es ist gar nicht so einfach zu verstehen, was Kinder und Jugendliche an YouTube und ihren Stars fasziniert. Im Projekt ACT ON! wurden die bei 10- bis 14-Jährigen beliebtesten YouTube-Stars genauer unter die Lupe genommen. Mehr zu den einzelnen YouTubern gibt es auf dem Projektblog von ACT ON! nachzulesen.

FLIMMO – Fernsehen mit Kinderaugen

„Ich will aber länger fernsehen, nur noch ein bisschen!“ – dieser Kindersatz dürfte den meisten Eltern vertraut sein. Fernsehen ist ein beliebtes Streitthema in Familien und führt oft zu Diskussionen. Die Wünsche der Kinder mit den Vorstellungen der Erwachsenen zu vereinbaren, ist nicht immer einfach. Wie lange kann ich mein Kind ohne schlechtes Gewissen fernsehen lassen? Wie wähle ich geeignete Sendungen aus? Auf welchen Geräten und Kanälen wird geschaut? Genau um Fragen solcher Art zu beantworten, wurde FLIMMO ins Leben gerufen.

Was ist FLIMMO?

FLIMMO ist ein Projekt des Vereins Programmberatung für Eltern e.V. und bietet Eltern und Erziehenden eine konkrete Orientierungshilfe bei der Medienerziehung ihrer Kinder. Er hilft bei der Auswahl geeigneter Sendungen sowohl im Fernsehen als auch im Netz und gibt Tipps zur Medienerziehung. FLIMMO ist wissenschaftlich und pädagogisch fundiert. Mit der Durchführung ist das JFF – Institut für Medienpädagogik betraut.

FLIMMO–Broschüre

Die FLIMMO-Broschüre erscheint dreimal im Jahr. Es gibt sie kostenlos in vielen Schulen, Kindergärten, Arztpraxen, Apotheken, Bibliotheken und anderen Einrichtungen. Hier werden alle kinderrelevanten Sendungen besprochen, die von Das Erste, ZDF, SAT.1, ProSieben, kabel eins, RTL, RTL II, SuperRTL, Nickelodeon, KiKA und Disney Channel montags bis sonntags zwischen 06.00 und 22.00 Uhr regelmäßig ausgestrahlt werden. Es wird aber auch auf Highlights oder Programmstarts hingewiesen, die jenseits des klassischen Fernsehprogramms über Apps, Video-on-Demand-Dienste oder Mediatheken abrufbar sind. Zudem erfahren die Leser, worauf zu achten ist, wenn sie nicht-lineare Angebote mit Kindern nutzen. In weiteren redaktionellen Texten werden Tipps zur Medienerziehung gegeben und erklärt, wie Kinder in unterschiedlichem Alter Medieninhalte verarbeiten.

FLIMMO-online

Noch mehr Informationen bietet das Internet-Angebot unter www.flimmo.tv. Hier wird das gesamte Programm der elf Sender berücksichtigt und auch einmalige Sendungen, Spielfilme oder Dokumentationen werden besprochen. Zudem wählt die Redaktion jede Woche Sendungen aus, die als Highlights der Woche angezeigt werden. Im großen Sendungsarchiv können Besprechungen zu allen Sendungen gesucht werden, die von FLIMMO seit 1997 erstellt wurden. Auch allgemeine Informationen und Programm-Tipps zu Angeboten jenseits des klassischen Fernsehens kommen nicht zu kurz. Texte zu medienpädagogischen Themen runden das Angebot ab.

FLIMMO–App

FLIMMO gibt es auch als kostenlose App für iOS und Android.  Dort können Nutzer sich schnell über das aktuelle TV- Programm informieren und sehen auf den ersten Blick, was gerade auf den unterschiedlichen Sendern läuft. Es kann nach Sendungen gesucht oder das Programm nach bestimmten Kriterien (Alter des Kindes, Wochentag, Uhrzeit etc.) gefiltert werden. Auch über die App lässt sich das umfangreiche Sendungsarchiv durchsuchen – Besprechungen zu mehr als 12.000 Sendungen sind dort zu finden.

Wo finde ich FLIMMO?

Internetseite: www.flimmo.tv
App: www.flimmo.tv/app

Die FLIMMO-Broschüren können kostenlos von Institutionen (Kindergärten, Arztpraxen, Bibliotheken etc.) bestellt werden: www.flimmo.tv/bestellung

Wo liegen die FLIMMO-Broschüren kostenlos aus?  Eine Suche nach Postleitzahlen steht unter folgendem Link zur Verfügung: www.flimmo.tv/bezugsstellen

Nachrichten für Kinder und Jugendliche

Ein schlimmes Ereignis, wie z. B. das Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016, bestimmt meist tagelang die Berichterstattung in den Medien oder die Gespräche auf der Straße. Kinder bekommen mit, was Erwachsene beschäftigt und werden so mit erschreckenden, tagesaktuellen Geschehnissen konfrontiert. Es ist kaum möglich und wenig sinnvoll, diese komplett von ihnen abzuschirmen. Viele Eltern fragen sich zurecht, wie man Kindern solche Ereignisse erklären kann, ohne sie zu verängstigen. Nachrichten für Erwachsene überfordern Kinder aufgrund ihrer Komplexität und den Darstellungen von z. B. Katastrophen, Terror und Gewalt. Gerade Bilder oder Videos sind für sie oft noch ungeeignet, da sie nur schwer eingeordnet und verarbeitet werden können. In Zeiten von Fake News und vielen schwer einschätzbaren Nachrichtenquellen sollten Kindern und Jugendliche altersgemäß darin gestärkt werden, Nachrichten verstehen, analysieren und bewerten zu können.

Kindgerechte Angebote nutzen

Dafür stehen eine Vielzahl sicherer und kindgeeigneter Nachrichtenangeboten zur Verfügung. Sie bieten ein breites Themenspektrum und decken kindliche Interessen ab. Ihr Kind findet hier Nachrichten altersgerecht vermittelt, in verständlicher Sprache, mit einfachen und klaren Sätzen. Die Zusammenhänge der Geschehnisse werden erklärt und in einen größeren Rahmen gestellt. Außerdem wird auf dramatische und beängstigende Bilder und Videos verzichtet. Manchmal werden Kinder sogar selbst zu Reportern und berichten über Ereignisse aus der eigenen Perspektive.

Auch hier gilt: Je nach individuellem Entwicklungsstand des Kindes sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Nachrichten speziell für die jeweilige Altersgruppe ansehen und das Gesehene mit Ihrem Kind besprechen. Insbesondere jüngere Kinder nehmen Nachrichten distanzlos wahr und können nur schwer einschätzen, inwieweit die Inhalte konkret sie selbst betreffen und ihr Leben verändern. Gerade bei schlimmen Ereignissen ist es wichtig, Ihrem Kind zu erklären, dass auf der Welt auch schlechte Dinge passieren, sie aber nichts zu befürchten haben.

Beispiele für Nachrichten für Kinder und Jugendliche im Internet sind logo!News4Kidsneun 1/2- Deine Reporterkindersache.de, Duda.news oder mitmischen.de.

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