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Beliebte Spiele: League of Legends

League of Legends ist eines der beliebtesten digitalen Spiele. Weltweit wird es von vielen Millionen Menschen gespielt, darunter auch Kinder und Jugendliche. Darin geht es um Taktik, Wettbewerb und Teamarbeit. 

Kurz gefasst:

  • Elemente aus Strategie- und Online-Rollenspielen
  • kostenloser Download für PC/Mac
  • verschiedene Spielmodi, z. B. als Einzelspieler oder im Team 
  • Altersfreigabe nach USK: ab 12 Jahren
  • enthält In-Game-Käufe

Was ist League of Legends?

Bei dem Spiel geht es darum, sich mit einer heldenhaften, mit speziellen Fähigkeiten ausgestatteten Spielfigur, dem sogenannten Champion, gegen andere Spielende zu behaupten. Es kann in verschiedenen Modi gespielt werden: als Einzelspieler gegen den Computer oder in einem Team, das aus fünf Kampfgefährten besteht, die sich entweder kennen oder zufällig bestimmt werden. In einem Match spielen zwei Teams gegeneinander. Das Ziel ist es, die gegnerische Basis zu zerstören. 

Was fasziniert Kinder/Jugendliche daran?

In dem Spiel geht es hauptsächlich um den Wettbewerb untereinander. Gefragt sind Fähigkeiten wie Teamwork, Geschicklichkeit und taktisches Denken. Auch Auswendiglernen spielt eine Rolle: Es ist wichtig, die verschiedenen Spielfiguren zu kennen, um die beste Taktik entwickeln zu können. League of Legends ist für Kinder und Jugendliche deshalb herausfordernd. 

Neben einem spannenden Zeitvertreib bietet League of Legends den Spielenden auch Erfolgserlebnisse, indem sie ihren Champion weiterentwickeln und sich erfolgreich gegen andere behaupten können. Kinder und Jugendliche können im Spiel Anerkennung bekommen und Zusammenhalt erleben. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Nach dem kostenlosen Download können im Spiel In-Game-Käufe getätigt werden, z. B. um neue Spielfiguren freizuschalten oder Ausrüstung zu erwerben. Besonders kritisch sind Lootboxen, also Kisten mit zufälligem Inhalt zu sehen, da diese nach dem Glücksspiel-Prinzip funktionieren. Als Eltern sollten Sie Ihr Kind über die Funktionsweisen und Risiken von Glücksspiel-Elementen aufklären. Wenn Sie Ihrem Kind In-App-Käufe erlauben, kann die Vereinbarung eines monatlichen Budgets sinnvoll sein.

Andere Spielende können als Freunde hinzugefügt und im Chat angeschrieben werden. Dabei besteht das Risiko, dass Kinder und Jugendliche mit fremden Erwachsenen in unangemessenen Kontakt kommen. Worauf Sie als Eltern achten sollten, lesen Sie in unserem Artikel über Cybergrooming.

Wie in anderen Online-Angeboten gibt es auch bei League of Legends teilweise beleidigende Kommentare und Hate Speech. Das Spiel gilt in dieser Hinsicht als eines der problematischsten Spiele überhaupt. 

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter Riot Games hat ein Ehrungs-System eingeführt, um gegen Beleidigung und Diskriminierung im Spiel vorzugehen. Die Spielenden können sich untereinander für faires Verhalten bewerten und so Punkte sammeln, die gegen Belohnungen eingetauscht werden können. Außerdem besteht die Möglichkeit negatives Verhalten von Mitspielenden zu melden, was zu deren Blockierung führen kann.

Gemäß der EU-Datenschutzverordnung DSGVO müssen Eltern der Nutzung des Spiels und dem Anlegen eines Kontos durch ihr Kind zustimmen.

Was sollten Eltern außerdem beachten?

Wird im Onlinemodus mit echtem Team und Gegenspielern gespielt, kann League of Legends sehr aktivierend wirken. Durch das enorm hohe Spieltempo und den sozialen Druck innerhalb des Teams kann eine Spielpartie sehr anstrengend für Körper und Psyche sein. Als Eltern sollten Sie darauf achten, dass sich Ihr Kind beim Spielen nicht überanstrengt. Der Offlinemodus, in welchem gegen den Computer gespielt wird, kann beispielsweise nach einem stressigen Schultag eine gute Alternative sein. Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind fest, wann, wie lange und in welchem Modus es spielen darf.

Die Plattform Steam, über die League of Legends gespielt wird, verfügt über eine Option, in der Spielzeit und Spieldauer nachvollzogen und Jugendschutzeinstellungen vorgenommen werden können. Sie sollten Ihr Kind aber nicht willkürlich kontrollieren, da das dem Vertrauen schaden könnte. Treffen Sie mit Ihrem Kind Vereinbarungen, wann und ob Sie kontrollieren (müssen).

Unterschätzen Sie nicht die Gruppendynamik von League of Legends. Eine Spielpartie kann bis zu 60 Minuten dauern und nicht spontan unterbrochen werden. Eine Störung durch Sie kann für Ihr Kind sehr unangenehm sein: Scheidet ein Teammitglied während des Spiels aus, kommt das oft einem Verrat an der Gruppe gleich und kann von Kindern und Jugendlichen als äußerst schlimm empfunden werden. Um Konflikte zu vermeiden, besprechen Sie mit Ihrem Kind, ob und wie Sie miteinander sprechen, wenn es gerade in einer Spielpartie steckt. 

Wenn Sie mehr zum Spiel erfahren möchten, können Sie beim Spieleratgeber NRW nachlesen.

Counter-Strike – der bekannteste Ego-Shooter

Counter-Strike ist ein strategisches Ego-Shooter-Spiel, bei dem Teams als Anti-Terror-Einheit oder Terroristen gegeneinander antreten. Als Multiplayer-Spiel ist es seit rund 20 Jahren auf der ganzen Welt beliebt – auch schon bei jungen Gamern.

Kurz gefasst:

  • Online-Spiel über PC, allein oder in Gruppen
  • ab 16 Jahren freigegeben (USK)
  • beinhaltet die Darstellung von Gewalt und realistischen Waffen
  • aktuelle Version Counter-Strike: Global Offensive gibt es kostenlos – allerdings mit In-Game-Käufen 

Was ist Counter-Strike?

Alle Versionen des Spiels funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Zwei Teams treten gegeneinander an und versuchen entweder die gegnerischen Teammitglieder mit ihren Waffen auszuschalten oder das jeweilige Ziel zu erfüllen. Dabei müssen Anti-Terror-Einheiten meist Geiseln retten und Terroristen Bomben zünden. Aktuell wird die Version CS: Global Offensive (CS:GO) gespielt.

Counter-Strike ist ein Egoshooter, wie z. B. auch Call of Duty. Das bedeutet, dass Spielende die Spielwelt aus der Ich-Perspektive sehen. Dabei ist meistens nur die eigene Waffe zu sehen, mit der man auf gegnerische Spielende zielt. 

Das Spiel wirkt auf den ersten Blick so, als ginge es nur um Gewalt. Dabei stehen Strategie und Taktik im Vordergrund. Spielende müssen sich mit Team-Mitgliedern ständig austauschen und durchdachte Pläne schmieden, um zu gewinnen. Die Gamer finden sich in Gemeinschaften, sogenannten Clans, weltweit zusammen und treten in Wettkämpfen gegeneinander an. 

Was fasziniert Jugendliche daran?

Counter-Strike erinnert an “Räuber und Gendarm”. Die Spielenden schlüpfen in verschiedene Rollen und müssen sich gegen andere beweisen. Das finden besonders Jugendliche reizvoll. Zum Wettkampf-Aspekt kommt die Möglichkeit der Gemeinschaftsbildung dazu. Sie kommen in Clans zusammen, trainieren gemeinsam und treten in professionellen Wettkämpfen gegen andere an. Es geht in der Regel darum, durch besondere Leistungen Anerkennung von anderen zu bekommen. Jugendliche wollen ihre Fähigkeiten austesten und miteinander vergleichen. Dabei spielen Altersbeschränkungen oder Verbote eher selten eine Rolle oder können ein Spiel sogar besonders attraktiv machen.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Auch wenn das Erschießen in Counter-Strike vergleichsweise wenig realistisch dargestellt wird, wirken Umgebungen, Spielende und Waffen sehr echt. Solche Gewaltdarstellungen können negative Folgen insbesondere für jüngere Spielende haben. Wenn sie diese noch nicht richtig einschätzen und verarbeiten können, können sie ihnen Angst machen. Deswegen ist es wichtig die Altersbeschränkung (USK: 16) ernst zu nehmen.

Während des Spielens wird oft über ein Headset oder im Chat miteinander kommuniziert. Dabei ist die Sprache oft sehr rau und beleidigend. Auch in Online-Foren, in denen sich Spielende außerhalb von Counter-Strike austauschen, gibt es oft Kommunikation, die nicht für Kinder und Jugendliche geeignet ist.

Dazu kommt der Drang, immer besser zu werden. Gerade der Einstieg ist bei Counter-Strike schwierig und kann schnell zu Frustration führen. Im schlimmsten Fall kann es zu Computerspielsucht kommen. Im Zusammenhang mit dem Wettbewerbscharakter spielen auch In-Game-Käufe eine Rolle. So können etwa Waffen dazu gekauft werden.

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter stellt klar, dass das Spiel extreme Gewalt und Blut enthält. Obwohl das Spiel insgesamt realistisch wirkt, wurde darauf geachtet, dass zumindest das Erschießen klar von der Realität abgegrenzt wurde. So lösen sich besiegte Gegner beispielsweise in Luft auf.

Was sollten Eltern beachten?

Jugendliche, die ein solches Spiel, das nicht für ihr Alter geeignet ist, unbedingt spielen wollen, finden meistens trotzdem einen Weg. Achten Sie als Eltern dennoch auf das USK-Alterskennzeichen und erklären Sie Ihrem Kind, warum dies zum Schutz von Kindern und Jugendlichen wichtig ist. Gleichzeitig ist es hilfreich, sich mit anderen Eltern auszutauschen. Gerade wenn das Spiel im Freundeskreis beliebt ist, kann dies dazu beitragen, dass verantwortungsvoll miteinander gespielt wird und gemeinsame Regeln für alle gelten.

Sollte Ihr Kind Counter-Strike spielen, weil es bereits 16 Jahre alt ist oder Sie es für reif genug halten, sollten Sie unbedingt mit ihm über seine Spielerfahrung sprechen. So kann Ihr Sohn oder Ihre Tochter das im Spiel Erlebte reflektieren und besser verarbeiten. Dabei ist auch die Kommunikation mit anderen Mitspielenden entscheidend. Fragen Sie Ihr Kind, über was im Chat gesprochen wird und wie es das findet.

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