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Von Algorithmus über Cookie bis Filterblase

Solche Begriffe begegnen uns ständig, wenn es um digitale Medien und Internet geht. Doch was sind eigentlich Cookies und was bedeuten Algorithmus und Filterblase? Beeinflussen sie, was wir im Netz sehen und lesen?

Ich möchte keine Kekse!

Wenn Sie im Netz unterwegs sind, werden Sie gefühlt ständig aufgefordert, Cookies zu akzeptieren oder einzurichten. Vorher kommen Sie gar nicht auf die eigentlichen Inhalte, die Sie sich ansehen möchte. Das kann ziemlich nerven. Dabei dient diese Abfrage dem Schutz unserer Daten.

Cookie kommt aus dem Englischen und heißt übersetzt „Keks“ oder „Plätzchen“. Wenn im Internet von Cookies die Rede ist, sind damit kleine Datenmengen gemeint. Der Server speichert sie beim Lesen von Internetseiten dauerhaft oder für eine bestimmte Zeit. Es wird z. B. gespeichert, wie lange eine Person auf der Seite war oder ob etwas gekauft wurde. Wenn die Person erneut auf die Seite kommt, erkennt der Server, dass sie schon einmal da war. Seitenbetreiber können so das Verhalten aufzeichnen und ihre Seite danach gestalten. Cookies werden häufig genutzt, um Werbung gezielt einzusetzen. 

Wenn bei Cookies personenbezogene Daten gesammelt werden, müssen Nutzende dem erst zustimmen oder es eben ablehnen. Deshalb kommt beim Besuch einer Webseite die Abfrage. Auch wenn es ein wenig nervt, ist es sinnvoll, die Cookies individuell einzustellen bzw. nur “essentielle Cookies” zu akzeptieren, damit so wenig personenbezogene Daten wie möglich von Ihnen und Ihrem Kind gespeichert und eventuell an Dritte weitergegeben werden können.

Durch Algorithmen in der persönlichen Filterblase 

Durch Cookies, bestimmte Suchbegriffe und unser Klickverhalten können Algorithmen ein digitales Profil einer Person erstellen. 

Ein Algorithmus dient bei einer Computeranwendung dazu, ein bestimmtes Problem zu lösen. Dabei wird eine Folge von mathematischen Anweisungen ausgeführt. Zum Beispiel sucht sich ein Navi mit Hilfe eines Algorithmus‘ den schnellsten Weg zum Ziel. Ein anderes Beispiel ist der Page-Rank-Algorithmus von Google, der festlegt, welche Webseiten an erster Stelle der Trefferliste der Suchmaschine angezeigt werden.

Sobald im Netz nach einem bestimmten Thema recherchiert wird, greifen Algorithmen – auch auf Grundlage von Cookiedaten. Es erscheinen vorrangig Beiträge, die der eigenen Meinung und dem eigenen Interesse entsprechen. Das ist zwar praktisch, weil es im Netz so viele Informationen gibt, dass wir ohne solche Software gar nicht so schnell und einfach das Passende auswählen könnten. Durch die vielen über uns gesammelten Daten, können wir allerdings auch in eine sogenannte Filterbubble geraten. 

Mit Filterbubble oder Blase sind Inhalte und andere Personen gemeint, die unserer Meinung und unseren Interessen entsprechen. Im Internet bekommen wir aufgrund unseres Nutzungsverhalten vermehrt solche Inhalte angezeigt, die dem entsprechen.

Das kann dazu führen, dass wir uns nur noch einseitig informieren, ohne es zu wollen. Im Extremfall spricht man von einer sogenannten Echokammer: Beiträge und Aussagen, die unserer Meinung widersprechen, werden ausgeblendet und wir bekommen stattdessen immer wieder unsere Meinung bestätigt. Das kann dazu führen, dass nur die eigene Meinung und Weltsicht als richtig wahrgenommen werden. Personen extremer Meinungen können dadurch anfälliger für Fake News, Manipulation und bestimmte Ideologien werden. 

Tipps zum Umgang mit der Filterblase 

Dabei ist die Vielfalt an objektiven Informationen wichtig, um sich eine eigene Meinung bilden und diese an neue Erkenntnisse anpassen zu können. Leider lässt sich die Filterblase aufgrund der Algorithmen im Netz aber nicht komplett vermeiden. Doch es gibt einige Vorgehensweisen, diese so offen wie möglich zu halten:

  • Sie und Ihr Kind sollten wissen, dass Algorithmen und Filterblasen existieren. Wer sich seiner eigenen Filterblase bewusst ist, kann besser damit umgehen und sich zusätzlich durch andere Quellen und Medien informieren. 
  • In verschiedenen Internetbrowsern lässt sich der Inkognito-Modus aktivieren oder “privat” surfen, so dass keine Suchverläufe oder Daten gespeichert werden. Bestimmte Browser und Suchmaschinen, wie Onion Browser oder startpage.com, speichern von sich aus weniger Daten. Achten Sie bei der Verwendung einer Suchmaschine wie Google darauf, dass Sie, während Sie im Netz surfen, nicht automatisch dort angemeldet sind. Außerdem kann einer personalisierte Suche bei Google widersprochen werden. 
  • Löschen Sie regelmäßig die Browserdaten und Cookies auf PC und Smartphone. Auch eine Deaktivierung von bestimmten Ad-Trackings und Standortdiensten auf dem Smartphone, kann verhindern, dass unnötige Daten gespeichert werden. Der Standort verrät ebenso wie das Klickverhalten oder bestimmte Suchanfragen viel über die Gewohnheiten und Interessen einer Person. 
  • Um sich der eigenen Filterblase bewusst zu werden, können Sie außerdem Ihre Suchergebnisse, z. B. zu politischen Themen, mit denen von anderen Personen vergleichen. 

Bereits Kinder befinden sich in einer Filterblase, sobald sie im Netz aktiv sind. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Kind über solche Mechanismen im Netz und fördern Sie eine umfassende Informations- und Medienkompetenz. Dazu gehört auch das Wissen über und den Umgang mit Fake News.

TikTok – die angesagte Kurzvideo-App

TikTok gehört zu den beliebtesten Apps unter Jugendlichen. Sie ist eine Plattform für kreative Kurzvideos aller Art.

Kurz gefasst

  • kostenlose Social-Media-App
  • unter Teenagern eine der beliebtesten Apps weltweit
  • Mindestalter: 13 Jahre (mit Einverständnis der Eltern)
  • in der Kritik wegen unzureichendem Jugend- und Datenschutz sowie Einschränkung der Meinungsfreiheit

Was ist TikTok?

TikTok ist Social-Media-Plattform und Video-App in einem: User können bei TikTok aus einer bunten Sammlung von bekannten Popsongs, beliebten Audios und Zitaten, z. B. aus Filmen, wählen. Dazu „singen“ oder „sprechen“ sie Playback und filmen ihre Choreographie innerhalb der App mit dem Smartphone. Die meisten Videos sind nur 15 oder 60 Sekunden lang. Bestimmte Videos lösen einen richtigen Hype aus, werden nachgeahmt oder im Sinne eines Trends oder einer Challenge weitergeführt. 

Die Videos einiger TikToker, deren Account öffentlich ist, kann man anschauen und kommentieren, ohne dass man bei der App angemeldet sein muss. Um selbst Videos zu erstellen, braucht man aber einen Account. Im privaten Modus ist mehr Kontrolle möglich und man entscheidet selbst, wen man als Follower zulässt oder nicht.

TikTok bringt immer mehr Funktionen heraus, z. B. sich im Duett mit anderen Usern filmen, die Clips anderer weiterführen (Stitch) oder Livestreams. Diese kann man in Echtzeit kommentieren und Fragen an den jeweiligen TikToker stellen. Zunehmend nutzen auch Unternehmen die Plattform, um darüber zu werben.

Was begeistert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Wie andere Social-Media-Plattformen auch nutzen Jugendliche TikTok gern für den Austausch untereinander. Am wichtigsten ist ihnen aber, dass die damit Spaß haben können. ÜberTikTok lassen sich die jungen Nutzenden unterhalten, suchen nach Vorbildern, an denen sie sich orientieren können, stellen sich selbst dar und erhoffen sich positive Rückmeldung von anderen. 

TikTok ist außerdem eine tolle Plattform, um seine Kreativität auszuleben. Die Hürde, ein eigenes Video zu erstellen und zu teilen, ist niedrig: In der App gibt es viele Videoeffekte und eine Musikbibliothek mit beliebten Songs, die sofort verwendet werden können. 

Kinder und Jugendliche schätzen an TikTok, dass es darin weniger um Perfektion und Professionalität gehe, wie auf Instagram oder YouTube, sondern Kreativität und Spaß im Vordergrund stehen. Die Videos sind näher am Alltag und die TikToker werden als nahbarer empfunden. Vor allem Mädchen ab 10 oder 11 Jahren begeistern sich für TikTok. Wenn die Jugendlichen älter werden (ab 14 oder 15 Jahre), scheint die App nicht mehr so spannend zu sein. 

Was kann problematisch sein an TikTok?

Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie und Ihr Kind vor der Nutzung der App berücksichtigen sollten:

  • Kinder (ab 13 Jahren) brauchen für die Anmeldung das Einverständnis der Eltern. Das Alter wird bei der Registrierung aber nicht überprüft. Auch viele jüngere Kinder nutzen deshalb TikTok.
  • Eltern-TikToker zeigen ihre Kinder in den Videos und gefährden somit deren Privatsphäre.
  • Angezeigte Videos werden nicht gefiltert, wodurch Jugendliche mit Inhalten in Berührung kommen, die für sie ungeeignet sein können. 
  • Wenn Ihr Kind eigene Videos bei TikTok einstellt, muss es mit negativen Reaktionen rechnen. Sogenannter Hate ist unter Jugendlichen auf Social-Media-Plattformen weit verbreitet. 
  • Wenn die Kommentare nicht beschränkt werden, können kritische Inhalte auftreten und es gibt ein hohes Risiko für Cybermobbing.
  • Die Nutzenden haben keine Rechte an den Song- oder Filmausschnitten. Die erstellten Videos sollten deshalb nicht außerhalb der App geteilt werden, da sie sonst gegen die Bild- und Urheberrechte verstoßen. Sind andere Personen im Video zu sehen, muss man sie immer um Erlaubnis fragen. TikTok erhält außerdem die Rechte an den veröffentlichten Videos.
  • Der Anbieter Bytedance finanziert sich über Werbung. Die Anzeigen im Videoformat sind von den Kurzclips der User kaum zu unterscheiden. Mit einem virtuellen Münzsystem können TikToker zudem ihr Guthaben aufladen. Davon lassen sich z. B. Emojis für die eigenen oder fremde Videos kaufen.
  • Manche Challenges, die in sozialen Netzwerken kursieren, können gefährlich werden oder befördern problematische Verhaltensweisen wie etwa Essstörungen. TikTok blockiert solche Inhalte nicht.
  • Die Löschung eines Accounts ist derzeit nur über eine Anfrage beim Kundensupport möglich.

Was sagt der Anbieter?

Der chinesische Betreiber Bytedance ist sich der Gefahr von verstörenden und unerwünschten Inhalten bewusst und passt seine Sicherheitseinstellungen nach und nach an. So wurde zum Beispiel ein Mindestalter (16 Jahre) für das Versenden von Direktnachrichten eingeführt.

  • Konten von 13- bis 15-Jährigen werden automatisch auf “privat” gestellt. Die Videos dieser Nutzergruppe dürfen gar nicht oder höchstens von Freundinnen und Freunden kommentiert werden. Ihre Videos dürfen außerdem nicht heruntergeladen werden.
  • Duette und Stitches sind mit den Videos von unter 16-Jährigen nicht möglich. Bei den unter 18-Jährigen können sie nur von Freundinnen und Freunden gemacht werden. Die Downloadfunktion ihrer Videos ist ausgeschaltet, kann aber aktiviert werden.

Personen, die selbst TikToks erstellen und veröffentlichen, können seit einiger Zeit „Alle Kommentare filtern“ und einzeln freigeben. Wer die TikToks anderer kommentieren möchten, wird vorher gefragt, ob dieser Kommentar auch wirklich veröffentlicht werden soll. Außerdem gibt es einen Hinweis auf die Community-Richtlinien, die unangemessene Sprache und Hate Speech verbieten.

In der App wird nach der Registrierung durch einen roten Punkt auf die Einstellungen verwiesen. Im Sicherheitszentrum der TikTok-Website können Eltern Tipps nachlesen.

Der “Begleitete Modus” ermöglicht es Eltern, bestimmte Einstellungen für ein Familienmitglied vorzunehmen. Beispielsweise können Sie angeben, wer Ihrem Kind Nachrichten schicken und wie lange es Videos schauen darf. Generell lassen sich Userkonten melden und/oder blockieren und es gibt einen Filter für beleidigende Kommentare. Allerdings ist fraglich, ob der tatsächlich funktioniert. Algorithmen können den Kontext nicht richtig einordnen und filtern eventuell mehr heraus als nötig oder “übersehen” Kommentare.

TikTok steht wegen seiner Moderationsregeln in der Kritik, denn offenbar wird stark kontrolliert, welche Videos die Nutzenden sehen können.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind sich bei TikTok anmelden möchte, fragen Sie nach seiner Motivation. Sehen Sie sich vor dem Download gemeinsam die Nutzungsbedingungen an. Bei Handysektor finden Sie diese in einem kurzen Überblick. Um die App zu erkunden, ist es nicht notwendig, einen Account zu erstellen. Vielleicht ist das für den Anfang eine gute Option für Ihr Kind, um herauszufinden, ob ihm TikTok überhaupt gefällt.

Wenn es irgendwann einen Account geben soll, richten Sie diesen gemeinsam ein und probieren Sie zusammen die ersten Schritte aus. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die möglichen Gefahren. Besonders wichtig ist, auf die Privatsphäre zu achten und in den Videos nicht zu viel von sich preiszugeben. Am sichersten ist es, den eigenen Account auf privat zu schalten. So ist die Kommunikation nur mit Freundinnen und Freunden möglich und Ihr Kind behält den Überblick darüber, wer die Videos sehen kann.Versichern Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, sollte es Beleidigungen erhalten oder belästigt werden. Zeigen Sie ihm außerdem, wie man unangemessene Inhalte blockieren und melden kann. Um die eigene Privatsphäre und die von anderen besser zu schützen, muss bei einem Video nicht unbedingt immer das Gesicht zu sehen sein. Mit Hilfe von Emoji-Stickern oder anderen kreativen Lösungen ist das möglich.

Sicher ist sicher: Passwörter im Netz

Konten bei Instagram, TikTok oder Amazon werden mit Passwörtern gesichert. So sollen Fremde keinen Zugriff auf sensible Daten wie Adresse, Kontonummer usw. erhalten oder im Namen anderer etwas posten oder Sachen bestellen. Manche Passwörter sind allerdings so einfach, dass sie mit technischer Hilfe von Kriminellen einfach “geknackt” werden können. Kinder sollten lernen, wie sichere Passwörter aussehen, sobald sie digitale Geräte nutzen oder im Netz unterwegs sind.

Kriterien für ein sicheres Passwort  

Ein sicheres Passwort hat mindestens 12 Zeichen und besteht aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Vermeiden Sie persönliche Passwörter wie die Geburtsdaten Ihrer Kinder, denn sie sind mit etwas Recherche leicht herauszufinden. Zahlenfolgen (zum Beispiel „12345“), alphabetische Buchstabenfolgen (wie „abcdefg“) oder eine Folge benachbarter Tasten auf der Tastatur (wie „qwertz“) sind ebenfalls nicht sicher. Am besten eignen sich Wörter, die in keinem Wörterbuch stehen und nichts mit Ihnen oder dem Dienst, bei dem Sie sich anmelden möchten, zu tun haben.

Bauen Sie sich eine Eselsbrücke  

Ein sicheres Passwort zu erstellen und sich auf Dauer daran zu erinnern, ist gar nicht so einfach. Dabei hilft eine Eselsbrücke. Denken Sie sich einen Satz aus, den Sie sich gut merken können, beispielsweise „Elternguide.online informiert und unterstützt Eltern auch im Jahr 2020!“.  Wenn Sie nur die Anfangsbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen des Satzes herausnehmen, entsteht folgendes Passwort: „Eoi+uEaiJ2020!“ Diese Zeichenfolge ist sicher und Sie vergessen sie nicht so schnell. Wenn Ihnen kein eigener Satz einfällt, können Sie auch an ein Sprichwort denken, zum Beispiel: „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte!“. Oder Sie nutzen den Passwort-Generator von Data-Kids, der Ihnen und Ihrem Kind beim Erstellen von solchen sicheren Passwörtern hilft!

Mit Passwortmanagern den Überblick behalten

Ein Passwort sollte regelmäßig geändert werden. Es wird empfohlen, für verschiedene Plattformen jeweils ein eigenes Passwort zu verwenden, da es immer mal zu Datenlecks und dem Diebstahl von Nutzerdaten kommen kann. Hacker könnten auf alle Accounts zugreifen, wenn immer das gleiche Passwort verwendet wurde.  

Wenn Sie sich nicht so viele verschiedene Passwörter merken können oder wollen, nutzen Sie am besten einen Passwortmanager. Damit lassen sich Passwörter verwalten und verschlüsselt speichern. Sie müssen sich dann nur noch ein einziges Passwort für den Manager merken. Mit dem Passwort-Schlüssel-Automat können sich Eltern und Kinder Passwörter-Schlüssel ausdenken, die man nicht so schnell vergessen kann.

Auf der Internetseite des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik können Sie mehr zu sicheren Themen nachlesen und anschauen.

Betrug im Netz

“Sie haben gewonnen!” – Bestimmt haben Sie diesen Satz schon in einer E-Mail oder anderswo im Netz gelesen. Meistens verbirgt sich hinter einer solchen Nachricht kein Gewinn sondern ein Betrüger, der an Ihre persönlichen Daten oder Geld kommen will. 

Betrug ist im Netz mindestens genauso verbreitet wie anderswo. Oft haben es Betrüger auf Erwachsene abgesehen, aber auch Kinder und Jugendliche können zur Zielscheibe werden. Unsere Beispiele und Tipps sollen Ihnen helfen, Ihr Kind vor Betrügern zu schützen.

Fake-Gewinnspiele 

Mit gefälschten Gewinnspielen, z. B. bei Facebook, versuchen Betrüger an sensible Daten zu gelangen, die sie dann verkaufen. Datenhändler kaufen Daten, um beispielsweise Spam-Mails oder gezielte Werbung zu verschicken.

Fake-Gewinnspiele werden oft von einem anscheinend seriösen Unternehmen verbreitet. Der Fake-Account wirkt dabei sehr echt. Bei vermeintlichen Gewinnspielen von Ikea oder McDonalds kann man angeblich wertvolle Preise gewinnen. Manchmal geht es den Betrügern darum, persönliche Daten wie Adressen, Telefonnummern oder Bankverbindungen abzugreifen. In vielen Fällen wird auch der Gewinn eines Preises angekündigt, der gar nicht existiert. Dafür muss man sich auf einer Webseite registrieren und Daten eingeben, um den Preis zu erhalten. Vor der Teilnahme an einem Gewinnspiel ist es deshalb sinnvoll, z. B. über eine Suchmaschine zu recherchieren, wer dahinter steckt und ob das Gewinnspiel echt sein kann. Eine Liste mit Fake-Gewinnspielen gibt es bei mimikama. Mehr zu Gewinnspielen bei YouTube & Co. können Sie in unserem Beitrag nachlesen.

Phishing-Mails

Auch hinter E-Mails, in denen ein Gewinn versprochen wird, können Betrüger stecken. Man nennt das “Phishing”. Oft ist es gar nicht schwer, solche Betrügereien zu entlarven. Es genügt in der Regel, sich den Anbieter genauer anzuschauen: Ist es ein offizieller Anbieter mit einem Impressum? Handelt es sich um einen verifizierten Account (bei Facebook durch einen blauen Haken zu erkennen)? In jedem Fall ist es ratsam, auf verdächtige E-Mails gar nicht erst einzugehen oder etwas zu zahlen. Fragen Sie im Bekanntenkreis nach, ob auch andere eine solche Mail bekommen haben oder was sie davon halten und recherchieren Sie selbst im Internet.

Betrügerische Online-Shops

Gefälschte Online-Shops lassen sich auf den ersten Blick kaum von echten unterscheiden. Allerdings gibt es hier meistens besonders günstige Preise. Häufig existieren die Produkte gar nicht, die angeboten werden. Bestellt man etwas, wird entweder billige Ware verschickt oder aber gar nichts. Es werden Lieferschwierigkeiten vorgetäuscht oder man hört einfach nie wieder etwas von dem Anbieter, ist aber sein Geld los.

Um Fake-Shops zu enttarnen, hilft es, sich den Anbieter genauer anzuschauen: Ist die Internetadresse verdächtig? Muss man per Überweisung bezahlen, bevor man die Ware erhält oder gibt es mehr Zahlungsmöglichkeiten, z. B. auf Rechnung nach Warenlieferung? Wenn Ihnen oder Ihrem Kind etwas komisch vorkommt, seien Sie lieber vorsichtig und verzichten auf den Kauf über diesen Shop.

Abo-Fallen

Im Internet gibt es viele kostenlose Angebote: Beispielsweise werden Gutscheine, Vorlagen oder Apps frei zur Verfügung gestellt. Doch in manchen Fällen versuchen auch hier Betrüger ihr Glück. Bei anscheinend kostenlosen Leistungen wird man um die Angabe von persönlichen Daten gebeten und soll die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) akzeptieren. Im Kleingedruckten können Kostenfallen stecken. Setzt man hier vorschnell ein Häkchen, kann es es passieren, dass unbewusst ein kostenpflichtiges Abo abgeschlossen wird.

Um nicht in Abo-Fallen zu tappen, ist es sinnvoll, sich vorher zu fragen, warum bei einer kostenlosen Leistung Daten abgefragt werden. Ist es bereits zu spät, können bei der  Verbraucherzentrale Vordrucke für Rücktritt von Online-Käufen heruntergeladen werden. Browsererweiterungen, die Sie z. B. bei  Web of Trust herunterladen können, erkennen betrügerische Seiten und warnen Sie.

Was können Sie tun, um Ihr Kind zu schützen?

Machen Sie Ihr Kind auf die Gefahren des Online-Betrugs aufmerksam. Sprechen Sie darüber, dass im Netz, gerade wenn persönliche Daten eingegeben werden sollen, womöglich jemand diese Daten mit schlechten Absichten nutzen möchte. Weitere Informationen, wie Sie die Daten Ihres Kindes schützen können, finden Sie hier. Vereinbaren Sie, dass Ihr Kind Sie fragen muss, wenn es etwas im Internet herunterladen, kaufen oder bei einem Gewinnspiel mitmachen möchte. Ihr Kind sollte immer zu Ihnen kommen können, wenn es in eine Betrugsfalle getappt ist. Machen Sie ihm klar, dass es sich in einem solchen Fall nicht schämen muss und Sie eine Lösung finden. Zusätzlich können Sie sich beispielsweise bei der Verbraucherzentrale informieren und beraten lassen. Wenden Sie sich in schweren Betrugsfällen an die Polizei. Das geht auch im Internet über die Onlinewachen.

App-Berechtigungen überprüfen und einstellen

Manche Apps funktionieren nur, wenn sie auf bestimmte Funktionen und Daten auf dem Gerät zugreifen können: Google Maps braucht z. B. Zugriff auf den Standort, um navigieren zu können, Instagram möchte auf Kamera und Fotos zugreifen, weil sonst keine Bilder gepostet werden könnten und WhatsApp greift auf die gespeicherten Kontakte zu, um Nachrichten verschicken zu können. Doch bei einigen Apps ist auf den ersten Blick nicht klar, warum sie bei der Installation viele persönliche Daten und Berechtigungen anfordern. Um zu vermeiden, dass ungewollt Daten Ihres Kindes gespeichert und weitergegeben werden, ist es sinnvoll, gemeinsam einen Überblick über die App-Berechtigungen zu behalten und die richtigen Einstellungen vorzunehmen.

Was sind App-Berechtigungen?

Nach dem Herunterladen einer App werden beim ersten Öffnen häufig sogenannte Berechtigungen angefordert. Damit wird festgelegt, auf welche Funktionen und Daten die jeweilige App auf dem Gerät zugreifen darf. Doch einige Apps möchten auf Funktionen zugreifen, die gar nicht notwendig sind, und verlangen mehr Berechtigungen als nötig. Dahinter steht vor allem das Interesse, Daten für Analyse- oder Werbezwecke zu verwenden oder an Dritte weiterzugeben. Das ist besonders bei kostenfreien Apps und vielen Spiele-Apps der Fall, da sie über die Weitergabe von Nutzerdaten Geld verdienen. Deshalb sind sie mit Blick auf den Datenschutz leider oft bedenklich.  

Deshalb sollte bei jeder App am besten schon vor dem Herunterladen genau geprüft werden, welche Berechtigungen mit der Installation erteilt werden und ob diese wirklich für das Funktionieren der App notwendig sind. Im Google Play Store oder im App Store können Sie einsehen, worauf eine App zugreifen möchte. Die Informationen zu App-Berechtigungen finden Sie im Play Store unter „Über diese App“ oder „Über dieses Spiel“. Im App Store von Apple erfahren Sie mehr, wenn Sie  auf “Datenschutz” klicken, wo die Datenschutzrichtlinien und AGB der App (leider oft nur auf Englisch) zu finden sind.

Wie kann ich die Berechtigungen der Apps meiner Kinder einsehen und einstellen?

Lassen Sie sich die Berechtigungen einer App auf dem Smartphone anzeigen, um zu wissen, auf welche Funktionen und Informationen sie zugreift. Am besten schauen Sie sich diese gemeinsam mit Ihrem Kind an und besprechen, welche Einstellungen möglicherweise auch deaktiviert werden sollten. Sowohl für Android- (ab Version 6.0) als auch für Apple-Geräte (iPhone/iPad) gibt es dafür jeweils zwei Möglichkeiten. Dafür gehen Sie bei beiden Betriebssystem in die “Einstellungen”.

Möglichkeit 1 bei Android:

  1. Klicken Sie unter „Apps & Benachrichtigungen“ auf „App-Berechtigungen“, um die Liste zu öffnen.
  2. Tippen Sie auf eine Berechtigung und wählen Sie mit dem Schieberegler aus, ob eine App Zugriff haben soll oder nicht.

Möglichkeit 2 bei Android:

  1. Klicken Sie unter „Apps & Benachrichtigungen“ auf die gewünschte App.
  2. Tippen Sie dann auf „Berechtigungen“. Nun können Sie mit Hilfe der Schieberegler auswählen, welche Berechtigungen die App erhalten soll und welche nicht.

Möglichkeit 1 bei Apple:

  1. Wählen Sie unter “Einstellungen” in der Liste „Datenschutz“ aus.
  2. Wählen Sie eine Berechtigung aus, um die Liste der Apps anzuzeigen, die auf diese Funktion oder Information zugreifen möchten.
  3. Tippen Sie auf eine App und wählen Sie mit dem Häkchen aus, ob die App Zugriff haben soll oder nicht.

Möglichkeit 2 bei Apple:

  1. Scrollen Sie in “Einstellungen” zur Liste der Anwendungen nach unten.
  2. Wählen Sie eine App aus, um deren Berechtigungen zu überprüfen.
  3. Mithilfe der Schieberegler können Sie nun auswählen, welche Berechtigungen die App erhalten soll und welche nicht.

Worauf sollten Eltern beim Thema App-Berechtigungen achten?

Verabreden Sie mit Ihrem Kind, ob es selbständig Apps installieren darf oder nicht. Ist Ihr Kind schon erfahren mit der Smartphone-Nutzung ist und kann es einschätzen, welche App-Berechtigungen sinnvoll sind oder braucht es noch Unterstützung?

Sprechen Sie darüber, welche Berechtigungen für welche Apps sinnvoll sind und zeigen Sie Ihrem Kind, wie es Berechtigungen deaktivieren kann. Gerade mit Zugriffen auf Standortinformationen oder die gespeicherten Kontakte sollte vorsichtig umgegangen werden, um die eigenen Daten zu schützen. Überlegen Sie gemeinsam, was wichtiger ist, die Nutzung einer bestimmten App oder die Wahrung der Privatsphäre. Recherchieren Sie ggf. nach alternativen Apps, die datenschutzfreundlich sind.

Überprüfen Sie auch nach der Installation in regelmäßigen Abständen die Berechtigungen. Bei manchen Apps ändern sich bei Updates die Berechtigungen. 

Sind Sie unsicher, ob eine App vertrauenswürdig ist, lohnt es sich, nach Informationen zum Entwickler oder Anbieter im Netz zu suchen. Auf www.app-geprueft.de werden zahlreiche bei Kindern beliebte Apps mit Blick auf mögliche Risiken bewertet und vorgestellt. 

(Kostenlose) Videotelefonie-Tools – eine Übersicht

Besonders in Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche viel zu Hause sind und sich nicht wie sonst miteinander treffen können, werden gerne Videotelefonie-Tools genutzt, um mit Freundinnen und Freunden in Kontakt zu bleiben. Dabei gibt es ein riesiges Angebot der verschiedensten Anbieter.

Etablierte Anbieter

Vorteile: bekannt, stabil – Nachteile: mangelhafter Datenschutz

Einige der sehr bekannten und gern genutzten Tools sind Dienste großer amerikanische Firmen, wie z. B. Skype von Microsoft. Bei ihnen ist der Datenschutz weniger strikt, weil sie nicht an die europäische Datenschutz-Grundverordnung gebunden sind. Trotzdem sind diese Tools besonders stabil und es gibt wenige Probleme bei der Nutzung, weil die meisten sie schon kennen.

Am bekanntesten ist wahrscheinlich Skype, das es seit fast 20 Jahren gibt und kostenlos genutzt werden kann. Es fallen nur Kosten an, wenn Festnetz- und Handynummern angerufen werden. Um ein Gespräch zu starten, muss man sich registrieren. Möchte man nur teilnehmen, reicht es den zugeschickten Einladungslink anzuklicken.

Ein neuerer, aber sehr verbreiteter Dienst ist Zoom, der aufgrund von Sicherheitslücken stark in die Kritik geraten ist. Allerdings hat Zoom u.a. die Verschlüsselung bei Gesprächen verbessert. Mit Zoom kann man bis zu 40 Minuten lang kostenlos videotelefonieren. Das Tool macht selten Probleme, auch wenn man es mit größeren Gruppen nutzt. Ebenso wie bei Skype müssen nur diejenigen, die ein Meeting starten, registriert sein.

Auch über den beliebten Messengerdienst WhatsApp kann man in Gruppen mit bis zu acht Personen Videochats machen. Diese etablierten Tools sind leicht zu benutzen, aber es gibt viele Bedenken zum Umgang der Anbieter mit persönlichen Daten.

Open-Source-Lösungen

Vorteile: datenschutzkonform, einfache Bedienung – Nachteile: instabil bei größeren Gruppen

Wenn man Tools nutzen möchte, die mehr Datenschutz bieten, kann auf sogenannte Open-Source-Produkte zurückgegriffen werden. Open Source bedeutet, dass verschiedene Menschen diese Dienste  gemeinsam entwickeln und theoretisch jeder sehen kann, wie sie programmiert sind. So kann gut nachvollzogen werden, wie das Tool den Datenschutz handhabt. Tools wie Jitsi Meet speichern laut Fachleuten keine Daten von Nutzenden. Außerdem sind sie einfach zu nutzen: Man braucht weder ein Konto, wenn man ein Gespräch starten, noch wenn man nur teilnehmen möchte. Ein Nachteil dieser Tools ist, dass es manchmal Probleme gibt, wenn zu viele es gleichzeitig nutzen. Jitsi Meet ist noch einfacher zu benutzen als Skype und Zoom. Alternativen zu Jitsi Meet sind z. B. Palava oder Jami.

Beliebt bei Jugendlichen

Vorteil: junge Nutzerinnen und Nutzer – Nachteile: mangelhafter Datenschutz, komplizierte Bedienung

Tools wie Houseparty und Discord werden von Jugendlichen gern genutzt. Hier sind sie unter sich und können zusammen herumhängen, ohne dass Erwachsene sie dabei stören. Die Dienste sind für junge Menschen gemacht. Doch auch diese Tools sind meist in der Hand von großen amerikanischen Unternehmen und in den seltensten Fällen datenschutzkonform. Außerdem ist es für Erwachsene meistens schwierig, sich mit der Nutzung vertraut zu machen. Sie sind oft nicht so intuitiv handhabbar, wie die etablierten Dienste oder die Open-Source-Tools.

Houseparty bietet neben dem Videochat auch die Möglichkeit, miteinander zu spielen. Doch auch hier gibt es Risiken, die bei der Nutzung beachtet werden müssen. Insbesondere die eigene Privatsphäre muss reflektiert und mit bestimmten Funktionen abgesichert werden. Discord ist vor allem unter jugendlichen Gamern beliebt. Doch auch hier können Jugendliche in Kontakt mit ungeeigneten Inhalten kommen und sind anderen Kommunikationsrisiken, wie z. B. Cybergrooming ausgesetzt.

Was Sie als Eltern beachten sollten

Egal, welches Videotelefonie-Tool genutzt wird, ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind besprechen, welche Risiken mit der Nutzung verbunden sind. Kinder und Jugendliche müssen wissen, dass sie in Online-Gesprächen nicht alles von sich preisgeben sollten. Man kann sich nie sicher sein, wer persönliche Daten abgreift oder sonst noch zuschaut.

Open-Source-Tools sind besonders zu empfehlen, da sie nicht nur einfach zu bedienen sind, sondern auch den Datenschutz berücksichtigten. Gleichzeitig sollte aber auch die Lebenswelt Ihres Kindes eine Rolle spielen. Vielleicht können Sie sich mit Freunden oder den Eltern anderer Kinder besprechen, welches Tool alle nutzen können.

Houseparty – Abhängen im digitalen Raum

Mit der App Houseparty kann man sich per Videochat mit Freunden treffen, sich unterhalten und gemeinsam Spiele spielen. Die App ist bei Jugendlichen in Zeiten von Corona besonders beliebt, wenn sie sich nicht wie gewohnt treffen können. Allerdings gibt es auch Kritik an der App.

Kurz gefasst:

  • Unter 13 Jahren offiziell nicht erlaubt
  • Datenschutz und Privatsphäre bedenklich
  • Kostenfrei, allerdings gibt es In-App-Käufe
  • Verfügbar für Android und iOS, sowie als Desktop- oder Web-App

Was kann man mit Houseparty machen?

Über Houseparty kann man sich online treffen. Der Name kommt daher, dass eine Party bei jemanden Zuhause simuliert wird. Dabei hat jeder einen eigenen Raum, dem bis zu acht Freunde beitreten können, die vorher zur Freundesliste hinzugefügt wurden. Freunden kann man Textnachrichten oder kurze Videoschnipsel (wie bei Snapchat) schicken und natürlich kann man miteinander videotelefonieren.

Dabei ist die App kein reines Videokonferenz-Tool, sondern ermöglicht es auch, Spiele miteinander zu spielen während man videotelefoniert. Es gibt kostenfreie und kostenpflichtige Spiele.

Was fasziniert Jugendliche daran?

Sich per Videochat treffen, sich virtuell sehen, miteinander quatschen, lustige Videos austauschen und Spiele spielen, ist besser als wenn man nur telefonieren könnte – gerade in Zeiten von Kontaktverboten.
Die Gestaltung der App ist jugendgerecht im Gegensatz zu anderen Apps mit Videokonferenz-Funktion wie Whatsapp oder Skype, die auch Erwachsene nutzen. Bei Houseparty sind Jugendliche unter sich. Dabei kann Houseparty auch mit der bei Jugendlichen beliebten App Snapchat kombiniert werden kann. Außerdem sind die Spiele bei Houseparty extra für Jugendliche entwickelt.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Es gibt Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre der Nutzenden. Im Prinzip kann jeder und jede den virtuellen Räumen betreten, sobald sie als Freund hinzugefügt wurden. Doch auch von Freunden hinzugefügte Person können einfach dazukommen, selbst wenn man sie selbst nicht in der App hinzugefügt hat. Es könnte also sein, dass Jugendliche bewusst getäuscht werden, um Zugang zu ihnen bekommen. Es ist auch möglich, über andere Apps den Bildschirm abfilmen zu lassen und als Video zu speichern.

Auch der Datenschutz von Houseparty ist problematisch. Das amerikanische Unternehmen Life on Air, Inc. gibt die Daten der Nutzenden an Facebook und andere Dienste weiter. Datenschutzregelungen, wie es sie in Europa gibt, spielen bei der App nur eine untergeordnete Rolle.

Houseparty bietet auch In-App-Käufe und damit Kostenfallen an. Nicht alle Spiele sind kostenlos verfügbar. Zwar sind die Spiele oft nicht teuer, doch wenn beispielsweise Freunde ein Spiel haben, dann entsteht schnell der Druck es sich auch zu kaufen, um beim gemeinsamen Spielen nicht ausgeschlossen zu werden.

Was meint der Anbieter?

Innerhalb der App gibt es mehrere Funktionen zum Schutz der Nutzenden: Mit der “Melden”-Funktion können Person gemeldet werden, die sich unangemessen verhalten. Mittels “Blockieren” kann man störende Nutzende auch sperren, sodass diese einen nicht mehr kontaktieren können. Über “Benachrichtigungen” lässt sich einstellen, wer sehen darf, dass man die App gerade nutzt. Der“Privat-Modus” verhindert, dass Gäste, die nicht eingeladen sind, den Raum betreten. Mit “Berechtigungen” kann man ausschalten, dass die App auf die internen Kontakte auf dem Handy zugreifen kann und sich mit Facebook verbindet.

In den Guidelines erklärt der Anbieter kurz und knapp – für Jugendliche ansprechend aufbereitet – die Regeln, die auf der Party gelten: So gibt es z. B. den knappen Hinweis, sich nicht auszuziehen oder andere zu mobben.

Was sollten Eltern beachten?

Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter über die Nutzung von Houseparty sprechen. Nehmen Sie Einstellungen gemeinsam vor und weisen Sie auf Funktionen hin. Dabei ist gerade der “Privat-Modus” wichtig, der es verhindert, dass unerwünschte Personen dem Raum beitreten. Sprechen Sie in diesem Zusammenhang auch das Thema Cybergrooming an. Es ist wichtig, dass Jugendliche wissen, dass es auch im digitalen Raum Erwachsene gibt, die schlechte Absichten haben. Außerdem sollte das Thema Datenschutz thematisiert werden. Dabei geht es einerseits darum, die “Berechtigungen” auszuschalten und andererseits darum, generell zu besprechen, dass nicht alles vor der Kamera gezeigt oder gesagt werden sollte, weil man nie weiß wer schließlich die Daten bekommt.

Skills – Nützliche Zusatzfunktionen für Sprachassistenten

„Alexa, schalte das Licht an!“ Digitale Sprachassistenten helfen vielen Familien in der Organisation ihres Alltags. Sie tragen Namen wie Alexa, Echo, Siri oder Cortana und werden über sogenannte intelligente Lautsprecher oder Smartphones genutzt.

Um die Nutzung der Sprachassistenten an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, können sogenannte „Skills“ aktiviert werden. Skills sind, ähnlich wie Apps auf Smartphones, kleine Hilfsprogramme von Drittanbietern. Je nach Gerät werden sie auch als „Actions“ (Google) oder „Zusatzbefehle“ (Apple) bezeichnet. Genutzt werden Skills ebenfalls über Sprachbefehle.

Mit ihnen erhalten die Sprachassistenten zusätzliche Funktionen und können somit individuell genutzt werden. Smart-Home Skills sorgen z. B. dafür, dass man Lampen, Thermostate oder den Fernseher mithilfe der Sprachassistenten steuern kann. Mit Service-Skills können Dienstleistungen in Anspruch genommen werden. So kann man sich eine passende Zugverbindung suchen, eine Pizza beim Lieferdienst bestellen oder die Tagesnachrichten anhören. So ein Sprachbefehl lautet z. B.: „Alexa, frage Deutsche Bahn nach einer Verbindung von Berlin nach München morgen um 12 Uhr”

Inhalte für Kinder

Die Auswahl an Skills ist groß. Nicht nur für Erwachsene sind Skills praktische Unterstützer für den Alltag. Auch für Heranwachsende gibt es ein vielfältiges Angebot. Kinder können z. B. über Lern-Skills spielerisch etwas über die Länder der Erde lernen oder interaktive Hörgeschichten ihrer Lieblingscharaktere anhören. Viele Unternehmen, aber auch öffentlich-rechtliche Sender, stellen ihr Angebot in Form von Skills zur Verfügung, wie z. B. die Kindernachrichten von KiRaKa oder Mikado. Die Vielfalt an kindgerechten Skills eröffnet auch für Familien viele Anwendungsmöglichkeiten. Stundenplan-Skills informieren Eltern und Kinder schnell und unkompliziert. Mit dem Zähneputzen-Skill wird die tägliche Routine erleichtert. Auch gemeinsame Spiele über Skills mit digitalen Würfelbechern oder imaginären Memory-Karten können den Familienalltag bereichern. So besteht beispielsweise beim Memory ein Paar immer aus zwei gleichen Geräuschen und ist nummeriert, damit eine Zuordnung mündlich erfolgen kann.

Datenschutz, Privatsphäre und Kosten

Bei der Nutzung von Sprachassistenten und Skills sollte man sich bewusst sein, dass diese im eingeschalteten Zustand immer mithören. Somit werden sehr viele persönliche Daten und Informationen gesammelt. Wie diese gespeichert und verarbeitet werden, hängt vom jeweiligen Anbieter ab und wird nicht immer transparent kommuniziert. Bei einigen Anbietern können die Verläufe der Sprachaufnahmen gelöscht werden. Lesen Sie mehr in unserem Beitrag Smarter Familienalltag mit Alexa & Co.?.

Die Datenverarbeitung der einzelnen Skills sollte ebenfalls beim jeweiligen externen Anbieter vor der Installation geprüft werden. Denn mit Nutzung der Skills stimmt man der Übermittlung der Nutzungsdaten an den Drittanbieter zu. Bei der Auswahl sollte sich daher gut informiert werden.

Skills sind zum großen Teil kostenlos erhältlich. Inzwischen gibt es aber vereinzelt sogenannte In-Skill-Käufe. Das sind, ähnlich wie bei Apps, erweiterte Funktionen, die kostenpflichtig sind. Bei der Suche nach Skills für Kinder sollten Sie darauf achten.

Was Eltern beachten sollten

So hilfreich die digitalen Helfer auch sind, sollte man sich trotzdem vor jeder Aktivierung genau informieren. Es gibt eine große Auswahl an Erweiterungen. Manche Skills erscheinen auf den ersten Blick in Ordnung, mit ihnen können aber Inhalte abgerufen werden, die nicht für Heranwachsende geeignet sind. Deshalb empfiehlt sich auch eine Absicherung nicht-jugendfreier Inhalte und Bestellungen über einen Code. Weiterhin sollten die Sprachassistenten über Nacht ausgeschaltet werden, mindestens aber dann, wenn Sie oder Ihre Familie nicht zu Hause ist. Klären Sie Ihr Kind darüber auf, wie Sprachassistenten und Skills funktionieren und welche Nachteile sie mit sich bringen.

Kindersicherung auf Smartphone oder Tablet mit TimeLimit

Mit der App TimeLimit kann man den Zugriff auf bestimmte Apps auf dem Smartphone einschränken. Das Besondere: Sie können für verschiedene Apps unterschiedliche Nutzungseinstellungen anlegen. Außerdem speichert TimeLimit in der Basisversion keine Daten.

Kurz gefasst:

  • flexible Zeit- und Nutzungseinstellungen für verschiedene Apps auf dem Smartphone/Tablet
  • läuft nur unter Android
  • keine Alterseinschränkung
  • keine Datenspeicherung und keine Werbung
  • in der Basisversion kostenfrei (Vollversion für 1,- € pro Monat)

Was kann die App?

Möglicherweise kennen Sie die App unter dem Namen JoLo-Kindersicherung. In der weiterentwickelten Version heißt sie TimeLimit. Die App lässt sich auf Smartphones und Tablets mit Android installieren. Man installiert sie entweder auf dem Gerät des Kindes oder dem eigenen, wenn das Kind noch kein eigenes Smartphone nutzt. Außerdem ist es möglich, Einstellungen auf dem Gerät des Kindes über das eigene Smartphone zu steuern.

In der App können verschiedene Nutzerprofile angelegt werden, auf die mit einem Passwort zugegriffen werden kann. Man kann über TimeLimit Apps auswählen, die grundsätzlich zur Nutzung oder nur an bestimmten Wochentagen und zu einer bestimmten Zeit freigegeben sind. Wenn also die eingestellte Zeit für die jeweilige App oder das Gerät abgelaufen ist, kann sie oder es nicht mehr benutzt werden. Man kann also genau entscheiden, wann und wie viel etwas genutzt werden darf oder wer eine App verwenden darf, wenn mehrere Personen auf ein Gerät zugreifen.

Die kostenpflichtige Version ermöglicht es, Einstellungen über Gerätegrenzen hinweg vorzunehmen. Sie können entscheiden, ob Sie den lokalen oder vernetzten Modus verwenden, d. h. ob Sie Ihr Handy mit dem Ihres Kindes verbinden. Beim lokalen Modus bleiben alle Daten auf dem Gerät, auf dem die App installiert ist. Beim vernetzten Modus werden Daten über einen Server Ihrer Wahl übertragen. Sie können den Standardserver von TimeLimit verwenden oder – für mehr Kontrolle über Ihre Daten – die Serverkomponente auf einem eigenen Server installieren. Mit einer kostenpflichtigen Zusatzfunktion kann die Nutzungszeit für eine App über mehrere Geräte gezählt werden.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Ein Manko an der App ist, dass sie leider auf einigen Betriebssystemen und Geräten gar nicht oder nicht besonders gut läuft. Eine Installation auf Apple-Geräten ist nicht möglich. Auf Smartphones von Huawei und Wiko funktioniert die App nicht gut.

Zu beachten ist, dass die Energiesparfunktion einiger Smartphones im Hintergrund laufende Apps wie TimeLimit beenden oder deren Autostart verhindern. Auch vorinstallierte Task-Manager, System-Booster u. ä. sollten nicht aktiviert werden, da diese es teilweise ermöglichen, TimeLimit automatisch zu beenden. Im Nachhinein installierte Apps haben weniger Berechtigungen als vorinstallierte Apps und sind daher unproblematisch.

Was sagt der Anbieter?

Laut Aussage des deutschen Anbieters erstellt TimeLimit kein Protokoll über den Gebrauch der einzelnen Apps, so dass die Privatsphäre aller Nutzerinnen und Nutzer geschützt wird. Nach Angaben des Herstellers arbeitet TimeLimit außerdem mit einer Ende-zu-Ende Verschlüsselung, somit dass der Anbieter die Daten nicht lesen kann.

Was sollten Eltern beachten?

Die Kontrolle der Smartphonenutzung Ihres Kindes sollten Sie sich genau überlegen und davon abhängig machen, wie alt Ihr Kind ist. Mit einer App wie TimeLimit ist keine Überwachung sondern nur die Einschränkung von Nutzungszeiten möglich. Diese sollten Sie vorab gemeinsam mit Ihrem Kind vereinbaren. Sie können auch Teil eines Mediennutzungsvertrag mit der Familie sein. Bildschirmzeiten und andere Regelungen sollten entsprechend des Alters regelmäßig überprüft und angepasst werden.

Die Kindersicherungs-App Kids Zone

Um seine Kinder vor gefährlichen Inhalten oder Kostenfallen zu schützen, gibt es bereits einige Kindersicherungs-Apps. Eine dieser Apps nennt sich Kids Zone. Hier richten Sie ein Profil für Ihre Kinder auf dem Smartphone ein, mit kindersicheren Apps und einer eingeschränkten Bildschirmzeit.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Basisversion, Pro-Version kostenpflichtig
  • nur für Android-Geräte
  • ermöglicht eingeschränkte Nutzung von Apps und Funktionen
  • eher für jüngere Kinder geeignet

Wie funktioniert Kids Zone?

Kids Zone lässt sich auf dem Gerät Ihres Kindes installieren und soll eine sichere Handynutzung ermöglichen. Da man mehrere Profile anlegen kann, können Sie die App auch auf Ihrem Smartphone einrichten, wenn Ihr Kind kein eigenes Gerät nutzt.

Nach dem Erstellen des Profils wählen Sie die Apps aus, die Sie für Ihr Kind freigeben möchten, z. B. Musik-Apps oder Kinderspiele. Einige Apps oder bestimmte Einstellungen können gesperrt werden. In der kostenlosen Basisversion können Sie bis zu sechs Apps sperren. Im Anschluss erstellen Sie eine PIN für das Profil,  um es jeweils aktivieren (Lock Device) oder deaktivieren (Unlock Device) zu können.

Es ist außerdem möglich, eine maximale Nutzungszeit für das Smartphone einzustellen. Nach deren Ablauf sperrt sich das Gerät automatisch und kann nicht mehr benutzt werden.

Anders als bei anderen Kindersicherungs-Apps werden keine Daten über die Nutzungsdauer und verwendeten Apps gespeichert und können im Nachhinein auch nicht eingesehen werden. Zudem werden keine Daten an den Hersteller der App weitergeleitet.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Die Nutzbarkeit des Gerätes wird durch die App sehr stark eingeschränkt und die Zeitlimits müssen immer neu gestartet werden. Außerdem läuft die App etwas ruckelig und das Sperren des Gerätes passiert zeitverzögert.

Für Kinder, die die Funktionen des Smartphones näher kennenlernen wollen, ist die App nicht geeignet, da ein Zugriff auf die Einstellungen nicht möglich ist.

Was meint der Anbieter?

Der kanadische Entwickler der App, Ryan Park, möchte mit Kids Zone eine einfache, sichere und kontrollierte Nutzung des Smartphones ermöglichen. Ein Nutzungsalter ist nicht vorgegeben, die Altersfreigabe im App Store ist drei Jahre.

Dadurch, dass Kids Zone keine Überwachungsmöglichkeit bietet, werden auch keine Daten an den Hersteller weitergeleitet. Die App fordert den Zugriff auf Nutzungsdaten, wie jede App dieser Art, um sehen zu können, welche weiteren Apps genutzt werden. Die Datenschutzerklärung ist vollständig und gut verständlich – allerdings auf Englisch.

Was sollten Eltern beachten?

Kids Zone eignet sich vor allem, wenn Sie Ihrem jüngeren Kind gelegentlich das eigene Handy zum Spielen geben oder, wenn Ihr Kind schon früh ein eigenes Smartphone bekommt.

Kindersicherungs-Apps sind zum Schutz des Kindes gedacht, trotzdem sollten Sie prüfen, welche Apps (Spiele, Musik, usw.) auf dem Smartphone installiert werden. Achten Sie dabei auch auf die Altersangaben. Testen Sie die Apps, die Sie für Ihr Kind freischalten möchten und entscheiden Sie gemeinsam, welche Apps Ihr Kind nutzen kann. Beziehen Sie Ihr Kind auch mit ein, wenn es um die Dauer der Handynutzung geht. Wenn Sie gemeinsam Regeln zur Nutzung des Smartphones festlegen und Ihr Kind diese nachvollziehen kann, kann es sich besser daran halten. Je älter Ihr Kind wird, desto mehr möchte es selbständig ausprobieren. Passen Sie die Einstellungen mit der Zeit entsprechend an und geben Sie Ihrem Kind den nötigen Freiraum.

Smarter Familienalltag mit Alexa & Co.?

Das Hörspiel für das Kind anstellen, die Termine der Familienmitglieder koordinieren, während man das Abendessen zubereitet oder kurz die Lebensmittel für das Wochenende per Zuruf bestellen – all das ist mit dem Einzug von sogenannten Sprachassistenten für einige Familien schon Alltag geworden. Sie heißen Alexa, Siri oder einfach nur Google und werden über das Smartphone oder direkt per Lautsprecher genutzt. Immer mehr Kinder lernen den Umgang damit von klein auf. Am Beispiel von Alexa erklären wir, was dahinter steckt und worauf man achten sollte.

Funktionen und Anwendung

Die digitalen Sprachassistenten funktionieren wie intelligente Lautsprecher mit integriertem Mikrofon. Man spricht sie mit einem Schlüsselwort wie „Alexa“ oder „Echo“ an und sagt dann, was man gern möchte, z. B.: „Alexa, spiel meine Lieblingsmusik!“. Die Übertragung dieses Befehls erfolgt über das Internet. Dazu müssen die Sprachassistenten mit anderen Geräten oder Anwendungen, wie z. B. Musikstreamingdiensten, verbunden sein. Die gesprochenen Worte gelangen über WLAN oder Bluetooth zum Anbieter, um den Befehl umzusetzen. Alexa oder ein anderer Sprachassistent reagiert auch, indem „sie“ z. B. Fragen beantwortet.

Das Gerät hört mit: Privatsphäre und Datenschutz

Möglich ist das, weil mit den Sprachassistenten mehrere Lautsprecher mit Mikrofonen nach Hause kommen. Alexa hört Ihnen 24 Stunden zu, Tag und Nacht. Was passiert mit all den sehr persönlichen Daten und Informationen? Die Datenschutzbestimmungen von Alexa und Co. sind undurchsichtig. Es ist nicht klar, was genau mit vielen privaten Informationen passiert, die der Lautsprecher mithört. Drückt man aktiv „mute“ bzw. die „Mikrofon aus“-Taste am Gerät, zeichnet Alexa laut Amazon nichts auf. Das bedeutet aber, dass sich die Sprachsteuerung nicht mehr aktiv nutzen lässt. Gerade diese Funktion macht Alexa für viele so attraktiv. Möchte man Alexa der praktischen Einfachheit halber per Zuruf etwas fragen, muss man „sie“ immer mithören lassen. Seien Sie sich also bewusst, dass diese Geräte Ihre Privatsphäre und die Ihrer Familie und Gäste potenziell gefährdet. Alle Personen, die sich in Ihrem Zuhause befinden, sollten deshalb auf die Existenz des Geräts hingewiesen werden. Zudem lässt sich der Missbrauch Ihrer Daten durch Dritte wie z. B. Hacker nicht sicher ausschließen. Direkte Befehle an Alexa werden in Form von Audiodateien in einer sogenannten Cloud, also online, abgelegt und können individuell gelöscht werden. Ihre Daten können aber auch auf Servern in Ländern landen, die nicht den Datenschutz-Standards der EU entsprechen. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Alexa persönliche Daten der Nutzer wie Interessen und Lebensumstände sammelt, um personenbezogene Werbung ausspielen zu können.

Nutzung von Sprachassistenten durch Kinder

Für Kinder kann die Anwesenheit von Alexa in der Familie schnell zur Normalität werden, genau wie die Art mit “ihr” zu sprechen. Alexa kann für Ihr Kind durch die Frauenstimme einen lebendigen Charakter entwickeln. Gleichzeitig sollte Sie bedenken, dass Alexa auch ohne die gängigen Höflichkeitsformen wie eine Begrüßung oder ein „Bitte“ und „Danke“ reagiert. Dies könnte Ihr Kind als normalen sozialen Umgang abspeichern. Da Sprachassistenten meist eine weibliche Stimme haben, könnte Ihr Kind außerdem den Eindruck bekommen, dass es normal ist, Frauen Befehle zu erteilen. Ein weiteres Risiko bei aktiven Sprachassistenten besteht darin, dass Ihr Kind aus Versehen Online-Bestellungen macht.

Tipps für die Nutzung in der Familie

Sollten Sie sich für den Einsatz eines intelligenten Sprachassistenten wie Alexa interessieren, besprechen Sie Vor- und Nachteile einer solchen Software mit allen Familienmitgliedern. Jeder sollte mit der Anschaffung einverstanden sein. Trägt ein Familienmitglied oder Freund den Namen „Alexa“, wählen Sie ein anderes Aktivierungswort. Es könnten sonst unbeabsichtigte Anfragen gestartet und ungewollte Einkäufe getätigt werden. Deaktivieren Sie das WLAN am Gerät, wenn Sie es nicht benötigen oder stellen Sie die Mikrofone stumm. Überlegen Sie genau, welche Einstellungen Sie beim Gerät vornehmen und mit welchen anderen Diensten der Sprachassistent verbunden sein soll.

Was müssen wir beachten, wenn wir einen Sprachassistenten für die Familie anschaffen möchten?

Alexa, Google Assist oder Apple Home Pod halten immer mehr Einzug in Haushalte. Welche Vor- und Nachteile diese Geräte besonders für Familien mit sich bringen, erklärt unsere Medienpädagogin Lidia de Reese.

Smartphone-Inhalte mit der Familie teilen

Sie möchten in einem gemeinsamen Familien-Account auf verschiedenen Geräten Apps, Musik und Fotos miteinander teilen? Dafür können sie die Familienfreigabe von Apple oder die Familienmediathek von Google verwenden. So können Sie Kosten sparen und gleichzeitig mitbestimmen, welche Apps Ihre Kinder nutzen. Das klingt erst einmal praktisch, es gibt allerdings auch einiges zu bedenken.

Mit der Familienfreigabe oder Familienmediathek können Sie:

Medien und Apps gemeinsam nutzen: Alle von Ihnen gekaufte Apps sind für alle Familienmitglieder verfügbar. Auch Fotos, Musik, Videos, Bücher sowie Filme und Serien können miteinander geteilt werden. Es ist außerdem möglich, den eigenen Standort für andere freizugeben.

der App-Nutzung Ihres Kindes zustimmen: Sie können sowohl mit einem Familienaccount Genehmigungen von Erwachsenen aktivieren. Wenn Ihr Kind eine App herunterladen möchte, werden Sie oder andere Erziehungsberechtigte um eine Bestätigung gebeten.

Beschränkungen für App- und In-App Käufe einrichten: In der Google-Familiengruppe können Sie In-App-Käufe für unter 18-Jährige einschränken. Mit der Apple-Bildschirmzeit können Sie weitere Beschränkungen für Ihre Kinder einrichten. Sie sollten die Einstellungen erneuern, wenn eine App neu heruntergeladen wird. Vergessen Sie dabei nicht mit Ihrem Kind zu besprechen, was sie oder er schon selbst entscheiden kann und was noch nicht und stellen Sie gemeinsam Regeln für die Mediennutzung auf.

Eine Familie einrichten

Sowohl auf iOS-Geräten als auch auf Android-Geräten mit Google können sich Erziehungsberechtigte und ihre Kinder als Familie registrieren:

iOS: Auf dem iPhone, iPad oder MacBook können bis zu sechs Familienmitglieder hinzugefügt werden, wenn diese über eine Apple-ID verfügen. Das Mindestalter zur Erstellung einer eigenen Apple-ID ist 13 Jahre. Als Elternteil haben Sie aber die Möglichkeit, eine oder mehrere Kinder-IDs einzurichten. Außerdem können Sie als Organisator der Familiengruppe weitere Erziehungsberechtigte bestimmen.

Android: Auf Android-Geräten können Sie im Google Play Store unter “Konto” eine Familiengruppe mit bis zu fünf Mitgliedern erstellen und verwalten. Bei Kindern unter dem 13. Lebensjahr können nur Sie als Eltern ein Google-Konto für Ihr Kind anlegen. Alle Familienmitglieder müssen sich über den Play Store für die Familiengruppe registrieren. Sie können als Administrator Familienmitglieder einladen und diese verwalten.

Wie Sie die Familienfreigabe auf iOS und die Familienmediathek bei Android aktivieren und weitere Einstellungen vornehmen können, finden Sie auf DeinHandy-Magazin und auf den Hilfeseiten von Google und Apple.

Was ist zu beachten?

Die Familienmediathek von Google bzw. die Familienfreigabe von Apple ist kostenlos, Sie “zahlen” jedoch teilweise mit Ihren persönlichen Daten. Einige Daten sind sinnvoll und notwendig, um die Funktionen nutzen zu können, andere nicht. Nutzen Sie deshalb die möglichen Einstellungen zum Datenschutz. Laut Google werden die Daten der Kinder nicht für personalisierte Werbung genutzt oder an Dritte weitergegeben.

Wenn Sie z. B. Ihren Standort innerhalb der Familie freigeben, sollte Ihnen bewusst sein, dass damit auch das Unternehmen Ihren Alltag und den Ihrer Kinder auf Schritt und Tritt mitverfolgen kann. Überlegen Sie gemeinsam, wann es sinnvoll ist, bestimmte Funktionen wie die Standortfreigabe zu nutzen und wann sie deaktiviert bleiben sollte, falls Sie einen gemeinsamen Familienaccount nutzen möchten.

Ohne die Hinterlegung einer Zahlungsmethode ist die Funktion der Familienfreigabe oder der Familienmediathek nicht möglich. Seien Sie sich bewusst, dass Apple und Google damit Zugriff auf ggf. Ihre Kreditkarte, Ihr Kaufverhalten und das Onlineverhalten aller Familienmitglieder hat.

Wenn Sie in Ihrer Familie Geräte mit unterschiedlichen Betriebssystemen verwenden, ist das Verwenden die Familienfunktion schwieriger. Auf einem iPad und iPhone können Sie sich über den Internetbrowser in Ihrem Google Play-Konto einloggen und unter “Familiengruppe” Einstellungen vornehmen. Da Android-Geräte mit Google keine Apple-ID haben, kann die Apple Familienfreigabe mit dem Gerät nicht verbunden werden.

Die vorgestellten Funktionen können praktisch sein, greifen aber auch in die Privatsphäre von Ihnen und Ihren Kindern ein. Überlegen Sie genau, ob sie solche Hilfen benötigen, oder ob Sie über Gespräch und klare Regeln auch eine sichere Handynutzung Ihres Kindes erreichen können.

Soll ich den Wunsch meines Kindes nach einem sprechenden Teddybären erfüllen?

Leon (5 Jahre) wünscht sich einen sprechenden Teddy. Sein Vater Yannick fragt sich, ob so ein Teddy das richtige Spielzeug für seinen Sohn ist. Unsere Expertin Carolin Maier klärt über Smart Toys im Kinderzimmer auf.

Was ist heute eigentlich noch privat?

Die Digitalisierung hat unser Verhältnis zur Privatsphäre verändert. Was früher als Andenken in persönlichen Fotoalben verwahrt wurde, wird heute in sozialen Netzwerken der Öffentlichkeit präsentiert. Ob Bikini-Selfie, eine Instagram-Story der letzten Geburtstagsparty oder der aktuelle Standort – soziale Netzwerke fördern die bereitwillige Preisgabe privater oder sogar intimer Momente. Ihr Kind wächst in einer digitalen Gesellschaft auf. Jungen Menschen fällt es besonders schwer einzuschätzen, was sorglos mit der Netz-Community geteilt werden kann oder was besser in der privaten Fotogalerie auf dem eigenen Smartphone bleibt.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Privatsphäre im Netz

Viele Momente im Leben werden per Smartphone-Kamera festgehalten. Nicht nur Kinder und Jugendliche können das Gefühl dafür verlieren, welche Fotos man posten sollte und welche eher ins private Fotoalbum gehören. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass die Fotos, die es postet, andere Menschen, Freunde oder sogar alle User des Netzwerks, sehen, speichern oder weiterverbreiten können. Das Posten eines Bildes sollte immer gut überlegt sein. Möglicherweise bereut man in wenigen Wochen schon, dass private Ereignisse im Internet geteilt wurden. Sprechen Sie mit ihrem Kind darüber, ob es das Foto oder Video auch vor der gesamten Schulklasse präsentieren würde und verdeutlichen Sie so, wie real ein vermeintlich unsichtbares Publikum sein kann.

Wie Sie die Privatsphäre Ihres Kindes schützen können

Auf die eigenen Kinder ist man stolz und dieses Gefühl möchte man mit Freunden und Bekannten teilen. Das kann dazu verleiten, den eigenen Instagram-Kanal mit Fotos und Videos der Kinder als Baby, Bildern von der Einschulung, aus dem Urlaub oder von der Teilnahme an einem Sportturnier zu füttern. Doch auch Ihr Kind hat ein Recht auf Privatsphäre. Möglicherweise wird es später unter dem Post leiden, weil andere es mit den alten Fotos aufziehen. Spätestens ab dem Grundschulalter sollten Sie Ihr Kind nach und nach in die Entscheidung, ob ein Bild von ihm oder ihr ins Netz gestellt werden soll, aktiv mit einbeziehen. Vorher sollten Sie die Privatsphäre Ihres Kindes respektieren und von dem Posten absehen oder Ihr Kind auf den Bildern zumindest unkenntlich machen. Denken Sie auch daran, dass Sie ein Vorbild für die Mediennutzung Ihres Kindes sind!

Persönliche Daten als Schlüssel zur Privatsphäre

Vor allem die persönlichen Daten – wie z. B. Name, Geburtsdatum und Fotos – von Kindern und Jugendlichen sollten besonders geschützt werden. Bei vielen Apps gibt es ein Mindestalter für die Anmeldung. Wenn Ihr Kind noch jünger ist, sollten Sie gemeinsam genau überlegen, ob Ihr Kind schon verantwortungsbewusst damit umgehen kann. Stellen Sie sich auch folgende Fragen: Welche personenbezogenen Daten werden bei der Anmeldung abgefragt und werden diese wirklich vom Anbieter gebraucht? Wenn Sie sich dafür entscheiden, legen Sie gemeinsam einen Account an und nutzen dafür Ihre eigene E-Mail Adresse und Ihr Geburtsdatum. Generell gilt, geben Sie so wenig persönliche Daten wie möglich preis!

Privatsphäre-Einstellungen anpassen

Nach der Installation der meisten Apps ist oft eine Standardeinstellung für die Privatsphäre eingerichtet – egal ob bei WhatsApp, Facebook oder Instagram. Das bedeutet oft maximale Öffentlichkeit. Gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Einstellungen zur Privatsphäre durch. Mit wenigen Klicks können Sie zum Beispiel einstellen, dass Inhalte nur mit Freunden geteilt werden, das Profilbild bei Messengern nur Kontakte sehen können oder die App nicht auf den Standort zugreifen darf.

Respektieren Sie die Privatsphäre Ihres Kindes

Privatsphäre im Netz ist ein wichtiges Thema und vor allem Kinder können mögliche Folgen beim Posten von privaten Bildern im Netz noch nicht absehen. Um Ihr Kind vor möglichen Gefahren zu schützen, ist es wichtig, dass Sie mit ihm darüber sprechen, was personenbezogene Daten sind und was schützenswerte Inhalte sein können. Gleichzeitig müssen Sie auch selbst die Privatsphäre Ihres Kindes respektieren – das gilt für das Tagebuch ebenso wie für die Nutzung sozialer Netzwerken. Es ist ein schmaler Grad zwischen Schutz des Kindes und Einhaltung des Rechts auf Selbstbestimmung. Spätestens mit dem Eintritt in die Pubertät möchte Ihr Kind vielleicht nicht mehr, dass Sie ihm auf Snapchat folgen und Sie bekommen nicht mit, was es dort postet. Akzeptieren Sie dies, bleiben Sie aber mit ihm im Gespräch und weisen auf die Wichtigkeit hin, seine Privatsphäre auch im Netz zu schützen.

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