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(Kostenlose) Videotelefonie-Tools – eine Übersicht

Besonders in Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche viel zu Hause sind und sich nicht wie sonst miteinander treffen können, werden gerne Videotelefonie-Tools genutzt, um mit Freundinnen und Freunden in Kontakt zu bleiben. Dabei gibt es ein riesiges Angebot der verschiedensten Anbieter.

Etablierte Anbieter

Vorteile: bekannt, stabil – Nachteile: mangelhafter Datenschutz

Einige der sehr bekannten und gern genutzten Tools sind Dienste großer amerikanische Firmen, wie z. B. Skype von Microsoft. Bei ihnen ist der Datenschutz weniger strikt, weil sie nicht an die europäische Datenschutz-Grundverordnung gebunden sind. Trotzdem sind diese Tools besonders stabil und es gibt wenige Probleme bei der Nutzung, weil die meisten sie schon kennen.

Am bekanntesten ist wahrscheinlich Skype, das es seit fast 20 Jahren gibt und kostenlos genutzt werden kann. Es fallen nur Kosten an, wenn Festnetz- und Handynummern angerufen werden. Um ein Gespräch zu starten, muss man sich registrieren. Möchte man nur teilnehmen, reicht es den zugeschickten Einladungslink anzuklicken.

Ein neuerer, aber sehr verbreiteter Dienst ist Zoom, der aufgrund von Sicherheitslücken stark in die Kritik geraten ist. Allerdings hat Zoom u.a. die Verschlüsselung bei Gesprächen verbessert. Mit Zoom kann man bis zu 40 Minuten lang kostenlos videotelefonieren. Das Tool macht selten Probleme, auch wenn man es mit größeren Gruppen nutzt. Ebenso wie bei Skype müssen nur diejenigen, die ein Meeting starten, registriert sein.

Auch über den beliebten Messengerdienst WhatsApp kann man in Gruppen mit bis zu acht Personen Videochats machen. Diese etablierten Tools sind leicht zu benutzen, aber es gibt viele Bedenken zum Umgang der Anbieter mit persönlichen Daten.

Open-Source-Lösungen

Vorteile: datenschutzkonform, einfache Bedienung – Nachteile: instabil bei größeren Gruppen

Wenn man Tools nutzen möchte, die mehr Datenschutz bieten, kann auf sogenannte Open-Source-Produkte zurückgegriffen werden. Open Source bedeutet, dass verschiedene Menschen diese Dienste  gemeinsam entwickeln und theoretisch jeder sehen kann, wie sie programmiert sind. So kann gut nachvollzogen werden, wie das Tool den Datenschutz handhabt. Tools wie Jitsi Meet speichern laut Fachleuten keine Daten von Nutzenden. Außerdem sind sie einfach zu nutzen: Man braucht weder ein Konto, wenn man ein Gespräch starten, noch wenn man nur teilnehmen möchte. Ein Nachteil dieser Tools ist, dass es manchmal Probleme gibt, wenn zu viele es gleichzeitig nutzen. Jitsi Meet ist noch einfacher zu benutzen, als Skype und Zoom. Alternativen zu Jitsi Meet sind z. B. Palava oder Jami.

Beliebt bei Jugendlichen

Vorteil: junge Nutzerinnen und Nutzer – Nachteile: mangelhafter Datenschutz, komplizierte Bedienung

Tools wie Houseparty und Discord werden von Jugendlichen gern genutzt. Hier sind sie unter sich und können zusammen herumhängen, ohne dass Erwachsene sie dabei stören. Die Dienste sind für junge Menschen gemacht. Doch auch diese Tools sind meist in der Hand von großen amerikanischen Unternehmen und in den seltensten Fällen datenschutzkonform. Außerdem ist es für Erwachsene meistens schwierig, sich mit der Nutzung vertraut zu machen. Sie sind oft nicht so intuitiv handhabbar, wie die etablierten Dienste oder die Open-Source-Tools.

Houseparty bietet neben dem Videochat auch die Möglichkeit, miteinander zu spielen. Doch auch hier gibt es Risiken, die bei der Nutzung beachtet werden müssen. Insbesondere die eigene Privatsphäre muss reflektiert und mit bestimmten Funktionen abgesichert werden. Discord ist vor allem unter jugendlichen Gamern beliebt. Doch auch hier können Jugendliche in Kontakt mit ungeeigneten Inhalten kommen und sind anderen Kommunikationsrisiken, wie z. B. Cybergrooming ausgesetzt.

Was Sie als Eltern beachten sollten

Egal, welches Videotelefonie-Tool genutzt wird, ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind besprechen, welche Risiken mit der Nutzung verbunden sind. Kinder und Jugendliche müssen wissen, dass sie in Online-Gesprächen nicht alles von sich preisgeben sollten. Man kann sich nie sicher sein, wer persönliche Daten abgreift oder sonst noch zuschaut.

Open-Source-Tools sind besonders zu empfehlen, da sie nicht nur einfach zu bedienen sind, sondern auch den Datenschutz berücksichtigten. Gleichzeitig sollte aber auch die Lebenswelt Ihres Kindes eine Rolle spielen. Vielleicht können Sie sich mit Freunden oder den Eltern anderer Kinder besprechen, welches Tool alle nutzen können.

Houseparty – Abhängen im digitalen Raum

Mit der App Houseparty kann man sich per Videochat mit Freunden treffen, sich unterhalten und gemeinsam Spiele spielen. Die App ist bei Jugendlichen in Zeiten von Corona besonders beliebt, wenn sie sich nicht wie gewohnt treffen können. Allerdings gibt es auch Kritik an der App.

Kurz gefasst:

  • Unter 13 Jahren offiziell nicht erlaubt
  • Datenschutz und Privatsphäre bedenklich
  • Kostenfrei, allerdings gibt es In-App-Käufe
  • Verfügbar für Android und iOS, sowie als Desktop- oder Web-App

Was kann man mit Houseparty machen?

Über Houseparty kann man sich online treffen. Der Name kommt daher, dass eine Party bei jemanden Zuhause simuliert wird. Dabei hat jeder einen eigenen Raum, dem bis zu acht Freunde beitreten können, die vorher zur Freundesliste hinzugefügt wurden. Freunden kann man Textnachrichten oder kurze Videoschnipsel (wie bei Snapchat) schicken und natürlich kann man miteinander videotelefonieren.

Dabei ist die App kein reines Videokonferenz-Tool, sondern ermöglicht es auch, Spiele miteinander zu spielen während man videotelefoniert. Es gibt kostenfreie und kostenpflichtige Spiele.

Was fasziniert Jugendliche daran?

Sich per Videochat treffen, sich virtuell sehen, miteinander quatschen, lustige Videos austauschen und Spiele spielen, ist besser als wenn man nur telefonieren könnte – gerade in Zeiten von Kontaktverboten.
Die Gestaltung der App ist jugendgerecht im Gegensatz zu anderen Apps mit Videokonferenz-Funktion wie Whatsapp oder Skype, die auch Erwachsene nutzen. Bei Houseparty sind Jugendliche unter sich. Dabei kann Houseparty auch mit der bei Jugendlichen beliebten App Snapchat kombiniert werden kann. Außerdem sind die Spiele bei Houseparty extra für Jugendliche entwickelt.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Es gibt Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre der Nutzenden. Im Prinzip kann jeder und jede den virtuellen Räumen betreten, sobald sie als Freund hinzugefügt wurden. Doch auch von Freunden hinzugefügte Person können einfach dazukommen, selbst wenn man sie selbst nicht in der App hinzugefügt hat. Es könnte also sein, dass Jugendliche bewusst getäuscht werden, um Zugang zu ihnen bekommen. Es ist auch möglich, über andere Apps den Bildschirm abfilmen zu lassen und als Video zu speichern.

Auch der Datenschutz von Houseparty ist problematisch. Das amerikanische Unternehmen Life on Air, Inc. gibt die Daten der Nutzenden an Facebook und andere Dienste weiter. Datenschutzregelungen, wie es sie in Europa gibt, spielen bei der App nur eine untergeordnete Rolle.

Houseparty bietet auch In-App-Käufe und damit Kostenfallen an. Nicht alle Spiele sind kostenlos verfügbar. Zwar sind die Spiele oft nicht teuer, doch wenn beispielsweise Freunde ein Spiel haben, dann entsteht schnell der Druck es sich auch zu kaufen, um beim gemeinsamen Spielen nicht ausgeschlossen zu werden.

Was meint der Anbieter?

Innerhalb der App gibt es mehrere Funktionen zum Schutz der Nutzenden: Mit der “Melden”-Funktion können Person gemeldet werden, die sich unangemessen verhalten. Mittels “Blockieren” kann man störende Nutzende auch sperren, sodass diese einen nicht mehr kontaktieren können. Über “Benachrichtigungen” lässt sich einstellen, wer sehen darf, dass man die App gerade nutzt. Der“Privat-Modus” verhindert, dass Gäste, die nicht eingeladen sind, den Raum betreten. Mit “Berechtigungen” kann man ausschalten, dass die App auf die internen Kontakte auf dem Handy zugreifen kann und sich mit Facebook verbindet.

In den Guidelines erklärt der Anbieter kurz und knapp – für Jugendliche ansprechend aufbereitet – die Regeln, die auf der Party gelten: So gibt es z. B. den knappen Hinweis, sich nicht auszuziehen oder andere zu mobben.

Was sollten Eltern beachten?

Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter über die Nutzung von Houseparty sprechen. Nehmen Sie Einstellungen gemeinsam vor und weisen Sie auf Funktionen hin. Dabei ist gerade der “Privat-Modus” wichtig, der es verhindert, dass unerwünschte Personen dem Raum beitreten. Sprechen Sie in diesem Zusammenhang auch das Thema Cybergrooming an. Es ist wichtig, dass Jugendliche wissen, dass es auch im digitalen Raum Erwachsene gibt, die schlechte Absichten haben. Außerdem sollte das Thema Datenschutz thematisiert werden. Dabei geht es einerseits darum, die “Berechtigungen” auszuschalten und andererseits darum, generell zu besprechen, dass nicht alles vor der Kamera gezeigt oder gesagt werden sollte, weil man nie weiß wer schließlich die Daten bekommt.

Skills – Nützliche Zusatzfunktionen für Sprachassistenten

„Alexa, schalte das Licht an!“ Digitale Sprachassistenten helfen vielen Familien in der Organisation ihres Alltags. Sie tragen Namen wie Alexa, Echo, Siri oder Cortana und werden über sogenannte intelligente Lautsprecher oder Smartphones genutzt.

Um die Nutzung der Sprachassistenten an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, können sogenannte „Skills“ aktiviert werden. Skills sind, ähnlich wie Apps auf Smartphones, kleine Hilfsprogramme von Drittanbietern. Je nach Gerät werden sie auch als „Actions“ (Google) oder „Zusatzbefehle“ (Apple) bezeichnet. Genutzt werden Skills ebenfalls über Sprachbefehle.

Mit ihnen erhalten die Sprachassistenten zusätzliche Funktionen und können somit individuell genutzt werden. Smart-Home Skills sorgen z. B. dafür, dass man Lampen, Thermostate oder den Fernseher mithilfe der Sprachassistenten steuern kann. Mit Service-Skills können Dienstleistungen in Anspruch genommen werden. So kann man sich eine passende Zugverbindung suchen, eine Pizza beim Lieferdienst bestellen oder die Tagesnachrichten anhören. So ein Sprachbefehl lautet z. B.: „Alexa, frage Deutsche Bahn nach einer Verbindung von Berlin nach München morgen um 12 Uhr”

Inhalte für Kinder

Die Auswahl an Skills ist groß. Nicht nur für Erwachsene sind Skills praktische Unterstützer für den Alltag. Auch für Heranwachsende gibt es ein vielfältiges Angebot. Kinder können z. B. über Lern-Skills spielerisch etwas über die Länder der Erde lernen oder interaktive Hörgeschichten ihrer Lieblingscharaktere anhören. Viele Unternehmen, aber auch öffentlich-rechtliche Sender, stellen ihr Angebot in Form von Skills zur Verfügung, wie z. B. die Kindernachrichten von KiRaKa oder Mikado. Die Vielfalt an kindgerechten Skills eröffnet auch für Familien viele Anwendungsmöglichkeiten. Stundenplan-Skills informieren Eltern und Kinder schnell und unkompliziert. Mit dem Zähneputzen-Skill wird die tägliche Routine erleichtert. Auch gemeinsame Spiele über Skills mit digitalen Würfelbechern oder imaginären Memory-Karten können den Familienalltag bereichern. So besteht beispielsweise beim Memory ein Paar immer aus zwei gleichen Geräuschen und ist nummeriert, damit eine Zuordnung mündlich erfolgen kann.

Datenschutz, Privatsphäre und Kosten

Bei der Nutzung von Sprachassistenten und Skills sollte man sich bewusst sein, dass diese im eingeschalteten Zustand immer mithören. Somit werden sehr viele persönliche Daten und Informationen gesammelt. Wie diese gespeichert und verarbeitet werden, hängt vom jeweiligen Anbieter ab und wird nicht immer transparent kommuniziert. Bei einigen Anbietern können die Verläufe der Sprachaufnahmen gelöscht werden. Lesen Sie mehr in unserem Beitrag Smarter Familienalltag mit Alexa & Co.?.

Die Datenverarbeitung der einzelnen Skills sollte ebenfalls beim jeweiligen externen Anbieter vor der Installation geprüft werden. Denn mit Nutzung der Skills stimmt man der Übermittlung der Nutzungsdaten an den Drittanbieter zu. Bei der Auswahl sollte sich daher gut informiert werden.

Skills sind zum großen Teil kostenlos erhältlich. Inzwischen gibt es aber vereinzelt sogenannte In-Skill-Käufe. Das sind, ähnlich wie bei Apps, erweiterte Funktionen, die kostenpflichtig sind. Bei der Suche nach Skills für Kinder sollten Sie darauf achten.

Was Eltern beachten sollten

So hilfreich die digitalen Helfer auch sind, sollte man sich trotzdem vor jeder Aktivierung genau informieren. Es gibt eine große Auswahl an Erweiterungen. Manche Skills erscheinen auf den ersten Blick in Ordnung, mit ihnen können aber Inhalte abgerufen werden, die nicht für Heranwachsende geeignet sind. Deshalb empfiehlt sich auch eine Absicherung nicht-jugendfreier Inhalte und Bestellungen über einen Code. Weiterhin sollten die Sprachassistenten über Nacht ausgeschaltet werden, mindestens aber dann, wenn Sie oder Ihre Familie nicht zu Hause ist. Klären Sie Ihr Kind darüber auf, wie Sprachassistenten und Skills funktionieren und welche Nachteile sie mit sich bringen.

Kindersicherung auf Smartphone oder Tablet mit TimeLimit

Mit der App TimeLimit kann man den Zugriff auf bestimmte Apps auf dem Smartphone einschränken. Das Besondere: Sie können für verschiedene Apps unterschiedliche Nutzungseinstellungen anlegen. Außerdem speichert TimeLimit in der Basisversion keine Daten.

Kurz gefasst:

  • flexible Zeit- und Nutzungseinstellungen für verschiedene Apps auf dem Smartphone/Tablet
  • läuft nur unter Android
  • keine Alterseinschränkung
  • keine Datenspeicherung und keine Werbung
  • in der Basisversion kostenfrei (Vollversion für 1,- € pro Monat)

Was kann die App?

Möglicherweise kennen Sie die App unter dem Namen JoLo-Kindersicherung. In der weiterentwickelten Version heißt sie TimeLimit. Die App lässt sich auf Smartphones und Tablets mit Android installieren. Man installiert sie entweder auf dem Gerät des Kindes oder dem eigenen, wenn das Kind noch kein eigenes Smartphone nutzt. Außerdem ist es möglich, Einstellungen auf dem Gerät des Kindes über das eigene Smartphone zu steuern.

In der App können verschiedene Nutzerprofile angelegt werden, auf die mit einem Passwort zugegriffen werden kann. Man kann über TimeLimit Apps auswählen, die grundsätzlich zur Nutzung oder nur an bestimmten Wochentagen und zu einer bestimmten Zeit freigegeben sind. Wenn also die eingestellte Zeit für die jeweilige App oder das Gerät abgelaufen ist, kann sie oder es nicht mehr benutzt werden. Man kann also genau entscheiden, wann und wie viel etwas genutzt werden darf oder wer eine App verwenden darf, wenn mehrere Personen auf ein Gerät zugreifen.

Die kostenpflichtige Version ermöglicht es, Einstellungen über Gerätegrenzen hinweg vorzunehmen. Sie können entscheiden, ob Sie den lokalen oder vernetzten Modus verwenden, d. h. ob Sie Ihr Handy mit dem Ihres Kindes verbinden. Beim lokalen Modus bleiben alle Daten auf dem Gerät, auf dem die App installiert ist. Beim vernetzten Modus werden Daten über einen Server Ihrer Wahl übertragen. Sie können den Standardserver von TimeLimit verwenden oder – für mehr Kontrolle über Ihre Daten – die Serverkomponente auf einem eigenen Server installieren. Mit einer kostenpflichtigen Zusatzfunktion kann die Nutzungszeit für eine App über mehrere Geräte gezählt werden.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Ein Manko an der App ist, dass sie leider auf einigen Betriebssystemen und Geräten gar nicht oder nicht besonders gut läuft. Eine Installation auf Apple-Geräten ist nicht möglich. Auf Smartphones von Huawei und Wiko funktioniert die App nicht gut.

Zu beachten ist, dass die Energiesparfunktion einiger Smartphones im Hintergrund laufende Apps wie TimeLimit beenden oder deren Autostart verhindern. Auch vorinstallierte Task-Manager, System-Booster u. ä. sollten nicht aktiviert werden, da diese es teilweise ermöglichen, TimeLimit automatisch zu beenden. Im Nachhinein installierte Apps haben weniger Berechtigungen als vorinstallierte Apps und sind daher unproblematisch.

Was sagt der Anbieter?

Laut Aussage des deutschen Anbieters erstellt TimeLimit kein Protokoll über den Gebrauch der einzelnen Apps, so dass die Privatsphäre aller Nutzerinnen und Nutzer geschützt wird. Nach Angaben des Herstellers arbeitet TimeLimit außerdem mit einer Ende-zu-Ende Verschlüsselung, somit dass der Anbieter die Daten nicht lesen kann.

Was sollten Eltern beachten?

Die Kontrolle der Smartphonenutzung Ihres Kindes sollten Sie sich genau überlegen und davon abhängig machen, wie alt Ihr Kind ist. Mit einer App wie TimeLimit ist keine Überwachung sondern nur die Einschränkung von Nutzungszeiten möglich. Diese sollten Sie vorab gemeinsam mit Ihrem Kind vereinbaren. Sie können auch Teil eines Mediennutzungsvertrag mit der Familie sein. Bildschirmzeiten und andere Regelungen sollten entsprechend des Alters regelmäßig überprüft und angepasst werden.

Die Kindersicherungs-App Kids Zone

Um seine Kinder vor gefährlichen Inhalten oder Kostenfallen zu schützen, gibt es bereits einige Kindersicherungs-Apps. Eine dieser Apps nennt sich Kids Zone. Hier richten Sie ein Profil für Ihre Kinder auf dem Smartphone ein, mit kindersicheren Apps und einer eingeschränkten Bildschirmzeit.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Basisversion, Pro-Version kostenpflichtig
  • nur für Android-Geräte
  • ermöglicht eingeschränkte Nutzung von Apps und Funktionen
  • eher für jüngere Kinder geeignet

Wie funktioniert Kids Zone?

Kids Zone lässt sich auf dem Gerät Ihres Kindes installieren und soll eine sichere Handynutzung ermöglichen. Da man mehrere Profile anlegen kann, können Sie die App auch auf Ihrem Smartphone einrichten, wenn Ihr Kind kein eigenes Gerät nutzt.

Nach dem Erstellen des Profils wählen Sie die Apps aus, die Sie für Ihr Kind freigeben möchten, z. B. Musik-Apps oder Kinderspiele. Einige Apps oder bestimmte Einstellungen können gesperrt werden. In der kostenlosen Basisversion können Sie bis zu sechs Apps sperren. Im Anschluss erstellen Sie eine PIN für das Profil,  um es jeweils aktivieren (Lock Device) oder deaktivieren (Unlock Device) zu können.

Es ist außerdem möglich, eine maximale Nutzungszeit für das Smartphone einzustellen. Nach deren Ablauf sperrt sich das Gerät automatisch und kann nicht mehr benutzt werden.

Anders als bei anderen Kindersicherungs-Apps werden keine Daten über die Nutzungsdauer und verwendeten Apps gespeichert und können im Nachhinein auch nicht eingesehen werden. Zudem werden keine Daten an den Hersteller der App weitergeleitet.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Die Nutzbarkeit des Gerätes wird durch die App sehr stark eingeschränkt und die Zeitlimits müssen immer neu gestartet werden. Außerdem läuft die App etwas ruckelig und das Sperren des Gerätes passiert zeitverzögert.

Für Kinder, die die Funktionen des Smartphones näher kennenlernen wollen, ist die App nicht geeignet, da ein Zugriff auf die Einstellungen nicht möglich ist.

Was meint der Anbieter?

Der kanadische Entwickler der App, Ryan Park, möchte mit Kids Zone eine einfache, sichere und kontrollierte Nutzung des Smartphones ermöglichen. Ein Nutzungsalter ist nicht vorgegeben, die Altersfreigabe im App Store ist drei Jahre.

Dadurch, dass Kids Zone keine Überwachungsmöglichkeit bietet, werden auch keine Daten an den Hersteller weitergeleitet. Die App fordert den Zugriff auf Nutzungsdaten, wie jede App dieser Art, um sehen zu können, welche weiteren Apps genutzt werden. Die Datenschutzerklärung ist vollständig und gut verständlich – allerdings auf Englisch.

Was sollten Eltern beachten?

Kids Zone eignet sich vor allem, wenn Sie Ihrem jüngeren Kind gelegentlich das eigene Handy zum Spielen geben oder, wenn Ihr Kind schon früh ein eigenes Smartphone bekommt.

Kindersicherungs-Apps sind zum Schutz des Kindes gedacht, trotzdem sollten Sie prüfen, welche Apps (Spiele, Musik, usw.) auf dem Smartphone installiert werden. Achten Sie dabei auch auf die Altersangaben. Testen Sie die Apps, die Sie für Ihr Kind freischalten möchten und entscheiden Sie gemeinsam, welche Apps Ihr Kind nutzen kann. Beziehen Sie Ihr Kind auch mit ein, wenn es um die Dauer der Handynutzung geht. Wenn Sie gemeinsam Regeln zur Nutzung des Smartphones festlegen und Ihr Kind diese nachvollziehen kann, kann es sich besser daran halten. Je älter Ihr Kind wird, desto mehr möchte es selbständig ausprobieren. Passen Sie die Einstellungen mit der Zeit entsprechend an und geben Sie Ihrem Kind den nötigen Freiraum.

Smarter Familienalltag mit Alexa & Co.?

Das Hörspiel für das Kind anstellen, die Termine der Familienmitglieder koordinieren, während man das Abendessen zubereitet oder kurz die Lebensmittel für das Wochenende per Zuruf bestellen – all das ist mit dem Einzug von sogenannten Sprachassistenten für einige Familien schon Alltag geworden. Sie heißen Alexa, Siri oder einfach nur Google und werden über das Smartphone oder direkt per Lautsprecher genutzt. Immer mehr Kinder lernen den Umgang damit von klein auf. Am Beispiel von Alexa erklären wir, was dahinter steckt und worauf man achten sollte.

Funktionen und Anwendung

Die digitalen Sprachassistenten funktionieren wie intelligente Lautsprecher mit integriertem Mikrofon. Man spricht sie mit einem Schlüsselwort wie „Alexa“ oder „Echo“ an und sagt dann, was man gern möchte, z. B.: „Alexa, spiel meine Lieblingsmusik!“. Die Übertragung dieses Befehls erfolgt über das Internet. Dazu müssen die Sprachassistenten mit anderen Geräten oder Anwendungen, wie z. B. Musikstreamingdiensten, verbunden sein. Die gesprochenen Worte gelangen über WLAN oder Bluetooth zum Anbieter, um den Befehl umzusetzen. Alexa oder ein anderer Sprachassistent reagiert auch, indem „sie“ z. B. Fragen beantwortet.

Das Gerät hört mit: Privatsphäre und Datenschutz

Möglich ist das, weil mit den Sprachassistenten mehrere Lautsprecher mit Mikrofonen nach Hause kommen. Alexa hört Ihnen 24 Stunden zu, Tag und Nacht. Was passiert mit all den sehr persönlichen Daten und Informationen? Die Datenschutzbestimmungen von Alexa und Co. sind undurchsichtig. Es ist nicht klar, was genau mit vielen privaten Informationen passiert, die der Lautsprecher mithört. Drückt man aktiv „mute“ bzw. die „Mikrofon aus“-Taste am Gerät, zeichnet Alexa laut Amazon nichts auf. Das bedeutet aber, dass sich die Sprachsteuerung nicht mehr aktiv nutzen lässt. Gerade diese Funktion macht Alexa für viele so attraktiv. Möchte man Alexa der praktischen Einfachheit halber per Zuruf etwas fragen, muss man „sie“ immer mithören lassen. Seien Sie sich also bewusst, dass diese Geräte Ihre Privatsphäre und die Ihrer Familie und Gäste potenziell gefährdet. Alle Personen, die sich in Ihrem Zuhause befinden, sollten deshalb auf die Existenz des Geräts hingewiesen werden. Zudem lässt sich der Missbrauch Ihrer Daten durch Dritte wie z. B. Hacker nicht sicher ausschließen. Direkte Befehle an Alexa werden in Form von Audiodateien in einer sogenannten Cloud, also online, abgelegt und können individuell gelöscht werden. Ihre Daten können aber auch auf Servern in Ländern landen, die nicht den Datenschutz-Standards der EU entsprechen. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Alexa persönliche Daten der Nutzer wie Interessen und Lebensumstände sammelt, um personenbezogene Werbung ausspielen zu können.

Nutzung von Sprachassistenten durch Kinder

Für Kinder kann die Anwesenheit von Alexa in der Familie schnell zur Normalität werden, genau wie die Art mit “ihr” zu sprechen. Alexa kann für Ihr Kind durch die Frauenstimme einen lebendigen Charakter entwickeln. Gleichzeitig sollte Sie bedenken, dass Alexa auch ohne die gängigen Höflichkeitsformen wie eine Begrüßung oder ein „Bitte“ und „Danke“ reagiert. Dies könnte Ihr Kind als normalen sozialen Umgang abspeichern. Da Sprachassistenten meist eine weibliche Stimme haben, könnte Ihr Kind außerdem den Eindruck bekommen, dass es normal ist, Frauen Befehle zu erteilen. Ein weiteres Risiko bei aktiven Sprachassistenten besteht darin, dass Ihr Kind aus Versehen Online-Bestellungen macht.

Tipps für die Nutzung in der Familie

Sollten Sie sich für den Einsatz eines intelligenten Sprachassistenten wie Alexa interessieren, besprechen Sie Vor- und Nachteile einer solchen Software mit allen Familienmitgliedern. Jeder sollte mit der Anschaffung einverstanden sein. Trägt ein Familienmitglied oder Freund den Namen „Alexa“, wählen Sie ein anderes Aktivierungswort. Es könnten sonst unbeabsichtigte Anfragen gestartet und ungewollte Einkäufe getätigt werden. Deaktivieren Sie das WLAN am Gerät, wenn Sie es nicht benötigen oder stellen Sie die Mikrofone stumm. Überlegen Sie genau, welche Einstellungen Sie beim Gerät vornehmen und mit welchen anderen Diensten der Sprachassistent verbunden sein soll.

Was müssen wir beachten, wenn wir einen Sprachassistenten für die Familie anschaffen möchten?

Alexa, Google Assist oder Apple Home Pod halten immer mehr Einzug in Haushalte. Welche Vor- und Nachteile diese Geräte besonders für Familien mit sich bringen, erklärt unsere Medienpädagogin Lidia de Reese.

Smartphone-Inhalte mit der Familie teilen

Sie möchten in einem gemeinsamen Familien-Account auf verschiedenen Geräten Apps, Musik und Fotos miteinander teilen? Dafür können sie die Familienfreigabe von Apple oder die Familienmediathek von Google verwenden. So können Sie Kosten sparen und gleichzeitig mitbestimmen, welche Apps Ihre Kinder nutzen. Das klingt erst einmal praktisch, es gibt allerdings auch einiges zu bedenken.

Mit der Familienfreigabe oder Familienmediathek können Sie:

Medien und Apps gemeinsam nutzen: Alle von Ihnen gekaufte Apps sind für alle Familienmitglieder verfügbar. Auch Fotos, Musik, Videos, Bücher sowie Filme und Serien können miteinander geteilt werden. Es ist außerdem möglich, den eigenen Standort für andere freizugeben.

der App-Nutzung Ihres Kindes zustimmen: Sie können sowohl mit einem Familienaccount Genehmigungen von Erwachsenen aktivieren. Wenn Ihr Kind eine App herunterladen möchte, werden Sie oder andere Erziehungsberechtigte um eine Bestätigung gebeten.

Beschränkungen für App- und In-App Käufe einrichten: In der Google-Familiengruppe können Sie In-App-Käufe für unter 18-Jährige einschränken. Mit der Apple-Bildschirmzeit können Sie weitere Beschränkungen für Ihre Kinder einrichten. Sie sollten die Einstellungen erneuern, wenn eine App neu heruntergeladen wird. Vergessen Sie dabei nicht mit Ihrem Kind zu besprechen, was sie oder er schon selbst entscheiden kann und was noch nicht und stellen Sie gemeinsam Regeln für die Mediennutzung auf.

Eine Familie einrichten

Sowohl auf iOS-Geräten als auch auf Android-Geräten mit Google können sich Erziehungsberechtigte und ihre Kinder als Familie registrieren:

iOS: Auf dem iPhone, iPad oder MacBook können bis zu sechs Familienmitglieder hinzugefügt werden, wenn diese über eine Apple-ID verfügen. Das Mindestalter zur Erstellung einer eigenen Apple-ID ist 13 Jahre. Als Elternteil haben Sie aber die Möglichkeit, eine oder mehrere Kinder-IDs einzurichten. Außerdem können Sie als Organisator der Familiengruppe weitere Erziehungsberechtigte bestimmen.

Android: Auf Android-Geräten können Sie im Google Play Store unter “Konto” eine Familiengruppe mit bis zu fünf Mitgliedern erstellen und verwalten. Bei Kindern unter dem 13. Lebensjahr können nur Sie als Eltern ein Google-Konto für Ihr Kind anlegen. Alle Familienmitglieder müssen sich über den Play Store für die Familiengruppe registrieren. Sie können als Administrator Familienmitglieder einladen und diese verwalten.

Wie Sie die Familienfreigabe auf iOS und die Familienmediathek bei Android aktivieren und weitere Einstellungen vornehmen können, finden Sie auf DeinHandy-Magazin und auf den Hilfeseiten von Google und Apple.

Was ist zu beachten?

Die Familienmediathek von Google bzw. die Familienfreigabe von Apple ist kostenlos, Sie “zahlen” jedoch teilweise mit Ihren persönlichen Daten. Einige Daten sind sinnvoll und notwendig, um die Funktionen nutzen zu können, andere nicht. Nutzen Sie deshalb die möglichen Einstellungen zum Datenschutz. Laut Google werden die Daten der Kinder nicht für personalisierte Werbung genutzt oder an Dritte weitergegeben.

Wenn Sie z. B. Ihren Standort innerhalb der Familie freigeben, sollte Ihnen bewusst sein, dass damit auch das Unternehmen Ihren Alltag und den Ihrer Kinder auf Schritt und Tritt mitverfolgen kann. Überlegen Sie gemeinsam, wann es sinnvoll ist, bestimmte Funktionen wie die Standortfreigabe zu nutzen und wann sie deaktiviert bleiben sollte, falls Sie einen gemeinsamen Familienaccount nutzen möchten.

Ohne die Hinterlegung einer Zahlungsmethode ist die Funktion der Familienfreigabe oder der Familienmediathek nicht möglich. Seien Sie sich bewusst, dass Apple und Google damit Zugriff auf ggf. Ihre Kreditkarte, Ihr Kaufverhalten und das Onlineverhalten aller Familienmitglieder hat.

Wenn Sie in Ihrer Familie Geräte mit unterschiedlichen Betriebssystemen verwenden, ist das Verwenden die Familienfunktion schwieriger. Auf einem iPad und iPhone können Sie sich über den Internetbrowser in Ihrem Google Play-Konto einloggen und unter “Familiengruppe” Einstellungen vornehmen. Da Android-Geräte mit Google keine Apple-ID haben, kann die Apple Familienfreigabe mit dem Gerät nicht verbunden werden.

Die vorgestellten Funktionen können praktisch sein, greifen aber auch in die Privatsphäre von Ihnen und Ihren Kindern ein. Überlegen Sie genau, ob sie solche Hilfen benötigen, oder ob Sie über Gespräch und klare Regeln auch eine sichere Handynutzung Ihres Kindes erreichen können.

Eltern fragen – wir antworten: Soll ich den Wunsch meines Kindes nach einem sprechenden Teddybären erfüllen?

Leon (5 Jahre) wünscht sich einen sprechenden Teddy. Sein Vater Yannick fragt sich, ob so ein Teddy das richtige Spielzeug für seinen Sohn ist. Unsere Expertin Carolin Maier klärt über Smart Toys im Kinderzimmer auf.

Was ist heute eigentlich noch privat?

Die Digitalisierung hat unser Verhältnis zur Privatsphäre verändert. Was früher als Andenken in persönlichen Fotoalben verwahrt wurde, wird heute in sozialen Netzwerken der Öffentlichkeit präsentiert. Ob Bikini-Selfie, eine Instagram-Story der letzten Geburtstagsparty oder der aktuelle Standort – soziale Netzwerke fördern die bereitwillige Preisgabe privater oder sogar intimer Momente. Ihr Kind wächst in einer digitalen Gesellschaft auf. Jungen Menschen fällt es besonders schwer einzuschätzen, was sorglos mit der Netz-Community geteilt werden kann oder was besser in der privaten Fotogalerie auf dem eigenen Smartphone bleibt.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Privatsphäre im Netz

Viele Momente im Leben werden per Smartphone-Kamera festgehalten. Nicht nur Kinder und Jugendliche können das Gefühl dafür verlieren, welche Fotos man posten sollte und welche eher ins private Fotoalbum gehören. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass die Fotos, die es postet, andere Menschen, Freunde oder sogar alle User des Netzwerks, sehen, speichern oder weiterverbreiten können. Das Posten eines Bildes sollte immer gut überlegt sein. Möglicherweise bereut man in wenigen Wochen schon, dass private Ereignisse im Internet geteilt wurden. Sprechen Sie mit ihrem Kind darüber, ob es das Foto oder Video auch vor der gesamten Schulklasse präsentieren würde und verdeutlichen Sie so, wie real ein vermeintlich unsichtbares Publikum sein kann.

Wie Sie die Privatsphäre Ihres Kindes schützen können

Auf die eigenen Kinder ist man stolz und dieses Gefühl möchte man mit Freunden und Bekannten teilen. Das kann dazu verleiten, den eigenen Instagram-Kanal mit Fotos und Videos der Kinder als Baby, Bildern von der Einschulung, aus dem Urlaub oder von der Teilnahme an einem Sportturnier zu füttern. Doch auch Ihr Kind hat ein Recht auf Privatsphäre. Möglicherweise wird es später unter dem Post leiden, weil andere es mit den alten Fotos aufziehen. Spätestens ab dem Grundschulalter sollten Sie Ihr Kind nach und nach in die Entscheidung, ob ein Bild von ihm oder ihr ins Netz gestellt werden soll, aktiv mit einbeziehen. Vorher sollten Sie die Privatsphäre Ihres Kindes respektieren und von dem Posten absehen oder Ihr Kind auf den Bildern zumindest unkenntlich machen. Denken Sie auch daran, dass Sie ein Vorbild für die Mediennutzung Ihres Kindes sind!

Persönliche Daten als Schlüssel zur Privatsphäre

Vor allem die persönlichen Daten – wie z. B. Name, Geburtsdatum und Fotos – von Kindern und Jugendlichen sollten besonders geschützt werden. Bei vielen Apps gibt es ein Mindestalter für die Anmeldung. Wenn Ihr Kind noch jünger ist, sollten Sie gemeinsam genau überlegen, ob Ihr Kind schon verantwortungsbewusst damit umgehen kann. Stellen Sie sich auch folgende Fragen: Welche personenbezogenen Daten werden bei der Anmeldung abgefragt und werden diese wirklich vom Anbieter gebraucht? Wenn Sie sich dafür entscheiden, legen Sie gemeinsam einen Account an und nutzen dafür Ihre eigene E-Mail Adresse und Ihr Geburtsdatum. Generell gilt, geben Sie so wenig persönliche Daten wie möglich preis!

Privatsphäre-Einstellungen anpassen

Nach der Installation der meisten Apps ist oft eine Standardeinstellung für die Privatsphäre eingerichtet – egal ob bei WhatsApp, Facebook oder Instagram. Das bedeutet oft maximale Öffentlichkeit. Gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Einstellungen zur Privatsphäre durch. Mit wenigen Klicks können Sie zum Beispiel einstellen, dass Inhalte nur mit Freunden geteilt werden, das Profilbild bei Messengern nur Kontakte sehen können oder die App nicht auf den Standort zugreifen darf.

Respektieren Sie die Privatsphäre Ihres Kindes

Privatsphäre im Netz ist ein wichtiges Thema und vor allem Kinder können mögliche Folgen beim Posten von privaten Bildern im Netz noch nicht absehen. Um Ihr Kind vor möglichen Gefahren zu schützen, ist es wichtig, dass Sie mit ihm darüber sprechen, was personenbezogene Daten sind und was schützenswerte Inhalte sein können. Gleichzeitig müssen Sie auch selbst die Privatsphäre Ihres Kindes respektieren – das gilt für das Tagebuch ebenso wie für die Nutzung sozialer Netzwerken. Es ist ein schmaler Grad zwischen Schutz des Kindes und Einhaltung des Rechts auf Selbstbestimmung. Spätestens mit dem Eintritt in die Pubertät möchte Ihr Kind vielleicht nicht mehr, dass Sie ihm auf Snapchat folgen und Sie bekommen nicht mit, was es dort postet. Akzeptieren Sie dies, bleiben Sie aber mit ihm im Gespräch und weisen auf die Wichtigkeit hin, seine Privatsphäre auch im Netz zu schützen.

Alles unter Kontrolle? Wie Parental Control Apps für mehr Sicherheit sorgen wollen

Als Eltern wollen Sie Ihre Kinder vor allen möglichen Gefahren und Risiken schützen – ob auf dem Weg zur Schule, im Straßenverkehr oder im Internet. Sogenannte Parental Control Apps möchten Sie dabei unterstützen: Mit unterschiedlichen Funktionen wollen sie für höhere Sicherheit für Ihr Kind sorgen. Aber: Was ist dran an den Versprechen dieser Apps, welche Funktionen sind sinnvoll und welche Risiken bergen die Apps selbst?

Was können solche Apps?

Einige dieser Apps setzen vor allem darauf, den Standort Ihres Kindes über GPS-Tracking ermitteln zu können. Diese müssen  auf dem Elterngerät und auf dem Smartphone des Kindes installiert, GPS und “Mobile Daten” aktiviert sein. Einige Apps bieten auch die Möglichkeit, virtuelle Grenzen und Zonen festzulegen: Verlässt Ihr Kind eine dieser Zonen, wie z. B. den Schulhof, ertönt bei Ihrem Smartphone ein Signal.

Mit anderen Apps kann man zusätzlich die eingehenden und ausgehenden Telefonate, SMS sowie Bild-, Video und Tonmaterial einsehen. Auch die Social-Media-Aktivitäten und den kompletten Browserverlauf kann man bei bestimmten Anwendungen kontrollieren. Bestimmte Funktionen können außerdem aus der Ferne gesperrt und Inhalte blockiert werden.

Andere Apps, wie z. B. JoLo Kindersicherung, setzen auf den Schutz Ihres Kindes anstatt auf Überwachung. Diese werden auf dem Smartphone des Kindes installiert. Mit dem Setzen eines Passworts können Sie diejenigen Apps auswählen, die Ihr Kind gar nicht nutzen darf oder nur für eine bestimmte Zeit an bestimmten Wochentagen. Auch Inhalte können durch Filter gesperrt werden. Dafür eignet sich z. B. die iPhone-App JusProg. Auch Google Family Link bringt viele dieser Funktionen mit. Die App haben wir in diesem Beitrag genauer unter die Lupe genommen.

Was kann problematisch sein an diesen Apps?

Solche Apps versprechen Ihnen als Eltern mehr Sicherheit für Ihr Kind. Doch die vermeintliche Sicherheit hat teilweise ihren Preis und die Kontroll-Apps geraten nicht umsonst immer wieder in die Kritik. In einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts wurden viele Apps getestet. Das Institut hat vor allem hinsichtlich der Datensicherheit große Bedenken. Die Daten Ihres Kindes werden meist unverschlüsselt auf unbekannten Servern gespeichert – Standort, Tonaufnahmen, aber auch Bilder und Videos können so schnell in die falschen Hände geraten.

Außerdem bedeuten viele dieser Apps einen massiven Eingriff in die Privatsphäre Ihres Kindes. Auch Ihr Kind hat ein Recht darauf und braucht seine Freiheiten und Geheimnisse. Das gehört zu einer kindgerechten Entwicklung dazu. Hätten Sie gewollt, dass Ihre Eltern alles wissen, was Sie mit Ihren Freundinnen oder Freunden austauschen?

Die App vermittelt für Sie vielleicht ein Sicherheitsgefühl, für Ihr Kind kann die ständige Kontrolle aber sehr unangenehm sein. Es sollte nicht das Gefühl bekommen, Überwachung sei etwas Normales. Zudem ist die Frage, ob die Tatsache, dass Sie einsehen können, was Ihr Kind mit dem Smartphone macht, wirklich zu mehr Sicherheit führt.

Was können Sie als Eltern für den Schutz Ihres Kindes tun?

Suchen Sie deshalb regelmäßig das Gespräch mit Ihrem Kind und sensibilisieren es für mögliche Risiken. Fragen Sie nach und lassen Sie sich zeigen, welche sozialen Netzwerke Ihr Kind nutzt und welche Fotos es zum Beispiel teilt.

Seien Sie dabei offen und lassen Sie sich die Begeisterung für bestimmte Netzwerke und Apps erklären. Geben Sie Ihrem Kind aber auch die Freiheit, Dinge für sich zu behalten.

Wenn Sie solche Apps ausprobieren wollen, sehen Sie sich den Funktionsumfang genau an. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und entscheiden Sie, welche App auch ihm oder ihr ein sicheres Gefühl geben würde.

Möchten Sie Ihr Kind vor gefährlichen Inhalten schützen oder die Zeit am Smartphone begrenzen, bringen oft Smartphones selbst Einstellungsmöglichkeiten wie Filter oder Bildschirmzeit mit. Oder nutzen Sie ausgewiesene Kinder- und Jugendschutzprogramme.

Den Live-Standort Ihres Kindes sehen Sie mit diesen Apps nicht. Statt Überwachung sollten Sie Ihrem Kind Vertrauen entgegenbringen. Besprechen Sie morgens, wann es wo ist. Ihr Kind kann Sie benachrichtigen, wenn sich die Pläne für den Nachmittag kurzfristig ändern – schließlich ist es auch ohne GPS-Tracking über das eigene Smartphone fast immer erreichbar. Ein langer Schulweg kann vielleicht gemeinsam mit einem Nachbarskind bestritten werden. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass Sie sich Sorgen machen, wenn Sie nicht wissen, wo es sich aufhält.

TikTok

Die Social-Media-Stars und Zwillinge Lisa und Lena wären heute nicht so berühmt, wenn sie nicht über die App musical.ly mit ihren Playback-Videos so viele Menschen erreicht hätten. Der Nachfolger TikTok (seit 2018) bietet neben kurzen Playback- oder Lipsynch-Videos noch mehr: kreative Kurzvideos aller Art.

Kurz gefasst:

  • kostenloses Social-Media-Videoportal
  • unter Teenagern eine der beliebtesten Apps weltweit
  • Mindestalter: 13 Jahre (mit Einverständnis der Eltern)
  • verfügbar für Smartphones und Tablets (Android und iOS)
  • in der Kritik wegen unzureichendem Jugend- und Datenschutz sowie Einschränkung der Meinungsfreiheit

Was ist TikTok?

TikTok ist Social-Media-Plattform und Video-App in einem: User können bei TikTok aus einer bunten Sammlung von bekannten Popsongs, beliebten Audios und Zitaten, z. B. aus Filmen, wählen. Dazu „singen“ oder „sprechen“ sie Playback und filmen ihre Choreographie innerhalb der App mit dem Smartphone. Die meisten Videos sind nur 15 oder 60 Sekunden lang. Bestimmte Videos lösen einen richtigen Hype aus, werden nachgeahmt oder im Sinne einer Challenge weitergeführt.

Die Videos einiger TikToker, deren Account öffentlich ist, kann man anschauen und kommentieren, ohne dass man bei der App angemeldet sein muss. Um selbst Videos zu erstellen, braucht man aber einen Account. Im privaten Modus ist mehr Kontrolle möglich und man entscheidet selbst, wen man als Follower zulässt oder nicht.

Was begeistert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Wie andere Social-Media-Plattformen auch nutzen Jugendliche TikTok gern für den Austausch untereinander. Sie lassen sich unterhalten, suchen nach Vorbildern, an denen sie sich orientieren können, stellen sich selbst dar und erhoffen sich positive Rückmeldung von anderen. Die App ist außerdem eine tolle Plattform, um seine Kreativität auszuleben. Aus der einstigen Playback-App ist eine bunte Videoplattform geworden, auf der sich Jugendliche ausprobieren, miteinander messen, vergleichen und darstellen können – mit Challenges, Video-Memes und vielem mehr.

Vor allem Mädchen ab 10 oder 11 Jahren begeistern sich für TikTok. Wenn die Jugendlichen älter werden, scheint die App nicht mehr so spannend zu sein.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie und Ihr Kind vor der Nutzung der App berücksichtigen sollten:

  • Kinder ab 13 Jahren brauchen für die Anmeldung das Einverständnis der Eltern. Das Alter wird bei der Registrierung aber nicht überprüft.
  • Die Voreinstellungen der App sind gerade für Heranwachsende unsicher: Die Profile und ihre Inhalte sind öffentlich einsehbar, über die Suchfunktion ist das Profil auffindbar und man kann von Fremden angeschrieben werden, solange man die Privatsphäre-Einstellungen nicht entsprechend angepasst hat.
  • Angezeigte Videos werden nicht gefiltert, wodurch Jugendliche mit für sie ungeeigneten Inhalten in Berührung kommen können. Da die Beiträge nicht moderiert werden, können kritische Inhalte in den Kommentaren auftreten und es ist ein hohes Risiko von Cybergrooming und Cybermobbing vorhanden.
  • Die Nutzer haben keine Rechte an den Song- oder Filmausschnitten. Die erstellten Videos sollten deshalb nicht außerhalb der App geteilt werden, da sie sonst gegen die Bild- und Urheberrechte verstoßen. Sind andere Personen im Video zu sehen, muss man sie immer um Erlaubnis fragen. TikTok erhält außerdem die Rechte an den veröffentlichten Videos.
  • Der Anbieter Bytedance finanziert sich über Werbung. Die Anzeigen im Videoformat sind von den Kurzclips der User kaum zu unterscheiden. Mit einem virtuellen Münzsystem können TikToker zudem ihr Guthaben aufladen. Davon lassen sich Emojis für die eigenen oder fremde Videos kaufen.
  • Manche Challenges, die in sozialen Netzwerken kursieren, können gefährlich werden oder befördern problematische Verhaltensweisen, z. B. Essstörungen. TikTok blockiert solche Inhalte nicht.
  • Die Löschung eines Accounts ist derzeit nur über eine Anfrage beim Kundensupport möglich.

Was sagt der Anbieter?

TikTok ist sich der Gefahr von verstörenden und unerwünschten Inhalten bewusst. Es gibt allerdings nur wenige Sicherheitseinstellungen, obwohl die App laut Anbieter für Kinder ab 13 Jahren geeignet ist. TikTok verweist nach der Registrierung mittels eines roten Punktes auf die Einstellungen. Eine Erklärung dazu liefert der Dienst aber nicht. Immerhin gibt es Tipps für Eltern im “Safety Center” der Webseite. So lassen sich z. B. Userkonten melden und/oder blockieren.

TikTok steht wegen seiner Moderationsregeln stark in der Kritik, denn offenbar wird stark kontrolliert, welche Videos die Nutzer sehen können.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind sich bei TikTok anmelden möchte, fragen Sie nach seiner Motivation. Richten Sie gemeinsam einen Account ein und probieren Sie gemeinsam die ersten Schritte aus. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die möglichen Gefahren. Besonders wichtig ist, auf die Privatsphäre zu achten und in den Videos nicht zu viel von sich preiszugeben. Am sichersten ist es, den eigenen Account auf privat zu schalten. So ist die Kommunikation nur mit Freundinnen und Freunden möglich und Ihr Kind behält den Überblick darüber, wer die Videos sehen kann.

Versichern Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, sollte es Beleidigungen erhalten oder belästigt werden. Zeigen Sie ihm außerdem, wie man unangemessene Inhalte blockieren und melden kann. Um die eigene Privatsphäre und die von anderen besser zu schützen, muss bei einem Video nicht unbedingt immer das Gesicht zu sehen sein. Mit Hilfe von Emoji-Stickern oder anderen kreativen Lösungen ist das möglich.

Groß und Klein sollten sicher sein im Netz

Egal ob groß oder klein, jung oder alt – jeder sollte sich sicher im Netz bewegen können. Auch wenn es Gesetze wie z. B. die Datenschutzgrundverordnung gibt, muss man auch selbst auf die Sicherheit seiner persönlichen Daten und von sich selbst achten.

Um mit einem besseren Gefühl im Netz unterwegs zu sein, haben wir eine Menge Tipps für Sie zusammengestellt:

Wie viel Medienzeit ist gut für mich und wie kann ich besser darauf achten? Die Frage beantwortet dieser Artikel.

Welche Gefahren es in der Medienwelt gibt, können Sie hier nachlesen.

Geklaute Daten aus dem Netz sind gerade wieder ein großes Thema. Wie Sie Ihre und die Daten Ihres Kindes im Netz besser schützen können, erläutert dieser Beitrag.

Es gibt Maßnahmen, die Kinder und Jugendliche bei der Mediennutzung schützen möchten. Dazu zählt z. B. die Altersfreigabe von Filmen und Computerspielen. Alles Wichtige dazu können Sie hier nachlesen.

Die ersten Erfahrungen im Netz sind für Kinder sicherer, wenn man Jugendschutzprogramme nutzt. Schauen Sie sich hier an, wie das funktioniert.

Das eigene Smartphone oder das Ihres Kinder können Sie durch bestimmte Einstellungen ebenfalls sicherer machen. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Gute Internetseiten für Kinder erkennen, ist gar nicht so schwer. Lesen Sie dazu unsere Tipps. Kindgerecht im Netz recherchieren kann man über fragFINN.

Wenn Kinder ihr erstes Smartphone bekommen, schicken sie sich viele Nachrichten. Darunter können lustige aber auch angsteinflößende Kettenbriefe sein.

Nicht jeder meint es gut, der im Internet unterwegs ist. Es gibt z. B. Leute, die extreme Meinungen vertreten und gerade Kinder und Jugendliche beeinflussen möchten. In diesem Beitrag geht es um Extremismus im Netz und hier um Falschmeldungen.

Andere möchten Menschen fertig machen, durch Hate Speech oder durch Cybermobbing.

Oder sie versuchen, Kontakt zu Kindern aufzunehmen, beim sogenannten Cybergrooming.

Bei Jugendlichen untereinander kann auch Sexting zum Problem werden. Worauf man dabei achten sollte, erfahren Sie hier. Unerwartet auf Gewalt oder pornografische Inhalte zu stoßen, kann für Kinder sehr unangenehm sein. In unserem Beitrag dazu erfahren Sie mehr.

Wenn Ihr Kind schon etwas älter ist, kann es sich auch selbst über Sicherheit im Netz informieren, auf der Seite Jugend Support.

Falls Sie mehr Unterstützung brauchen, können Sie sich an verschiedene Einrichtungen des Jugendmedienschutzes wenden.

Gesichtserkennung im Internet – Praktischer Nutzen vs. Privatsphäre

Man kennt es in Deutschland vor allem aus Kriminalfilmen im Fernsehen: Der Zeuge eines Verbrechens schaut sich eine Kartei mit Fotos möglicher Täter durch, um eine Person anhand ihres Gesichts zu identifizieren. In einer solchen Kartei sind die Gesichter von Menschen gespeichert, die schon einmal straffällig wurden. In den USA ist das bereits Realität: Das Gesicht jedes zweiten Erwachsenen ist in staatlichen Datenbanken gespeichert. Und auch in Deutschland breitet sich die Technik immer mehr auf den Alltag vieler Menschen aus. Um in Zukunft Gefährder und Terroristen im öffentlichen Raum identifizieren zu können, wurden z. B. am Berliner Bahnhof Südkreuz zu Testzwecken für einen festgelegten Zeitraum Kameras mit Gesichtserkennungssoftware installiert.

Doch nicht nur staatliche Stellen oder Behörden nutzen die Möglichkeiten der Gesichtserkennung. In immer mehr Bereichen des Alltags findet die Technologie Einzug. So wirbt das Technologieunternehmen Apple bei den neuesten iPhones mit dem Slogan: “Face ID – Dein Gesicht ist dein Passwort”. Per Gesichtsscan können Sie Ihr iPhone entsperren und auch beim Herunterladen von Apps reicht es, sein Gesicht vor das Smartphone zu halten. Dies soll technisch auch funktionieren, wenn man z. B. einen Hut oder eine Sonnenbrille trägt. Das ist praktisch und klingt erstmal auch sehr sicher. Kein lästiges Eintippen von Passcodes oder -mustern mehr. Außerdem ist das eigene Gesicht einzigartig, wie soll also eine fremde Person das Smartphone entsperren können? Es hat sich allerdings gezeigt, dass die Technologie durchaus noch verbesserungswürdig ist. Teilweise konnten andere Familienmitglieder das iPhone aufgrund ähnlicher Merkmale ihrer Gesichter problemlos entsperren.

Auch bei der Google Fotos App kann man theoretisch Bilder nach Personen durchsuchen lassen. Diese Option ist jedoch nicht in allen Ländern möglich. Die Google Bildersuche ermöglicht es zudem, ein Foto dort hochzuladen und die Datenbank nach ähnlichen Fotos zu durchsuchen. Wer die Personen auf den Bildern sind, erfährt man von Google nicht. Diese Informationen kann man aber u. a. auf den Seiten finden, auf denen das Bild eingebunden ist.

Auch beim sozialen Netzwerk Facebook gibt es ein solches Feature, das bei der Veröffentlichung heiß diskutiert wurde. Vielleicht haben Sie einmal die Meldung erhalten, dass Sie auf dem Foto eines anderen Nutzers erkannt wurden? Dann ist die Gesichtserkennung der Plattform bei Ihnen aktiv. Beim Hochladen eines Fotos scannt Facebook das Bild und möchte vom Nutzer wissen, ob es sich um die richtige Person handelt. Auf diese Weise kann man leichter auf Bildern erkannt und markiert werden. Das ist praktisch, jedoch müssen sie für die Nutzung der Funktion auch der Verarbeitung der notwendigen Daten zustimmen. Falls Sie nicht möchten, dass ihre Fotos und Videos zu diesen Zwecken automatisch analysiert und ausgewertet werden, können sie die Gesichtserkennung deaktivieren.

Die Gesichtserkennung kann einen großen Eingriff in die Privatsphäre darstellen. Auf Bildern im Internet erkannt werden zu können bedeutet, dass z. B. auch völlig fremde Personen Ihre Kontaktdaten erhalten, weil Sie unter Umständen im Hintergrund eines fremden Fotos zu sehen sind. Sie sollten sich bewusst sein, dass Sie durch das Nutzen dieses Features ähnlich wie durch Fingerabdrücke Informationen von sich preisgeben, die für jeden Menschen einzigartig sind. Sie können auch nicht verändert werden.

Überlegen Sie sich deshalb gut, an welchen Stellen Sie die Gesichtserkennung verwenden wollen und welche Daten Sie lieber für sich behalten.

Was ist eigentlich… GPS-Tracking?

Das englische Wort “tracking” bedeutet im Deutschen so viel wie “verfolgen”. Durch GPS-Tracking ist es möglich, nachzuverfolgen, wo sich ein Gerät gerade befindet. Mit der GPS-Technik kann die Position, an der sich ein Objekt befindet, durch Satellitentechnik bestimmt werden. GPS steht für „Global Positioning System“. Auch die Position, an der sich eine Person befindet, kann auf diese Weise ermittelt werden, da die meisten Smartphones mit dieser Technik ausgestattet sind und über Apps wie z. B. Google Maps GPS-Daten gesammelt werden. So kann nachverfolgt werden, wo sich die Person gerade befindet, aber auch wo sie sich in der Vergangenheit aufgehalten hat.

Die GPS-Funktion in Smartphones ist praktisch, weil man sich so z. B. Supermärkte in der Nähe anzeigen lassen und das Handy als Navigationssystemen nutzen kann. Dabei werden aber auch immer die Standortdaten an den Anbieter der jeweiligen App weitergegeben. Was mit diesen Daten passiert, ist jedoch schwer nachzuvollziehen. Sie können dem Anbieter Aufschluss darüber geben, wo jemand wohnt und arbeitet. Auch in der Kriminaltechnik werden GPS-Daten verwendet.

Zum Schutz der Daten: Standort deaktivieren

Die GPS-Dienste lassen sich meistens in den Einstellungen des Geräts deaktivieren. Wenn ein Handy ausgeschaltet ist, kann der Standort nicht mehr über GPS ermittelt werden. Um sicher zu sehen, dass keine unnötigen Daten über Sie und Ihre Familie gesammelt werden, sollten Sie die Standortdaten für diejenigen Apps deaktivieren, die auch ohne GPS funktionieren. Sie können das GPS auch standardmäßig ausschalten und nur aktivieren, wenn sie Sie z. B. Google Maps nutzen.

Der Standort kann übrigens auch über die Handydaten ermittelt werden. Apps können erkennen, in welche Zelle des mobilen Netzes man sich mit seinem Gerät “eingewählt” hat.

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