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Vielfalt und Rollenbilder in sozialen Medien

Bei TikTok, Instagram und Co. darf jeder mitreden, Fotos, Videos oder anderes mit der Welt teilen und so Social Media mitgestalten. Verschiedenste Menschen und Gruppen können dadurch sichtbar werden und sich für ihre Anliegen stark machen. 

Diskriminierung gibt es auch online

Leider werden Gruppen, die in der realen Welt oft diskriminiert werden, auch im Netz beleidigt und runtergemacht. Das kann bis zu Hate Speech oder Cybermobbing gehen. Einige Plattformen können das – manchmal auch unbeabsichtigt – noch verstärken, etwa weil sie nicht barrierefrei gestaltet sind. Barrierefreie Angebote können auch Menschen nutzen, die z. B.  nicht gut lesen oder nicht sehen können, weil es eine Vorlesefunktion für Texte oder Bildbeschreibungen gibt. 

Wenn Anbieter bestimmte Inhalte automatisch herausfiltern, kann nicht jeder Nutzer sie sehen – auch das kann diskriminierend sein. So eine Filterung gab es in der Vergangenheit u. a. bei TikTok – wurde aber nach Protesten zurückgenommen. 

Andererseits haben viele Menschen durch Social Media erst die Möglichkeit, auf sich und ihre Belange aufmerksam zu machen: Aktivisten setzen sich online für die Rechte von behinderten Menschen ein oder machen deutlich, dass sie gegen Rassismus sind. So haben z. B. viele Menschen ihre Social-Media-Profilbilder geschwärzt, um ein Zeichen gegen Polizeigewalt gegenüber farbigen Menschen in den USA und gegen Rassenhass auf der ganzen Welt zu setzen.

Einseitige Schönheits- und Rollenbilder in Social Media  

In Medien, egal ob in Social Media, Fernsehen oder Zeitschriften, herrscht ein klassisches Bild von Geschlechtern, Familien usw. vor. Das beginnt schon bei der Themenwahl: Die Accounts von Mädchen und Frauen drehen sich in erster Linie um Mode und Beauty, Deko oder Ernährung. Männliche Influencer beschäftigen sich hingegen mit mehr Themen und Genres aus den Bereichen Gesellschaft, Comedy, Games oder Politik. Nur wenn man gezielt nach Hashtags wie Diversity oder Bodypositivity sucht, findet man auch andere Bilder. Jugendliche, die Social Media täglich nutzen, haben traditionellere Rollenbilder von Männern und Frauen bzw. Mädchen und Jungen im Kopf als Jugendliche, die Instagram, YouTube usw. weniger nutzen. 

Influencer*innen als Vorbilder  

Dazu tragen Influencer mit ihrer eher stereotypen Selbstdarstellung bei. Die meisten erfolgreichen Influencerinnen auf Instagram sind schlank und langhaarig. Sie haben eine wichtige Vorbildfunktion für Jugendliche, weshalb sie das Aussehen, die Gestik, Mimik und Posen ihrer Idole nachahmen. Häufig sieht man z. B. Selfies, auf denen die Hand wie beiläufig im Haar liegt. Mädchen, die Influencerinnen folgen, bearbeiten ihre eigenen Bilder stärker als andere und legen größeren Wert darauf, schlank zu sein. Um die eigenen Bilder an die Posts ihrer Vorbilder anzugleichen, greifen Jugendliche auf Filter und Tricks zurück und orientieren sich dabei an traditionellen Schönheitsstandards wie großen Brüsten bei den Mädchen und breiten Schultern bei den Jungen. 

Tipps für mehr Vielfalt in Social Media

Um zu verhindern, dass Ihr Kind glaubt, sich an diese normierten Schönheits- und Rollenbilder anpassen zu müssen, sollten Sie gemeinsam Alternativen besprechen. Achten Sie darauf, die Lieblingsinfluencer Ihres Kindes nicht abzuwerten, denn sie bedeuten ihm wahrscheinlich viel. Versuchen Sie stattdessen, neutral zu bleiben. Sie können sich gemeinsam die Accounts von Influencerinnen und Influencern anschauen, die auf Vielfalt statt stereotype Muster setzen und über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu anderen Profilen sprechen.  

In Social Media gibt es etliche Inhalte, die die Vielfalt der Gesellschaft aufzeigen – allerdings stößt man meist nur darauf, wenn man gezielt danach sucht: Auf dem Instagram-Kanal whatsmakes_them_beautiful machen sich Jugendliche gegenseitig Komplimente und fordern sich zu Selbstliebe auf. Bei lebensmutigblog tauschen junge Menschen Erfahrungen zum Thema Inklusion und Anderssein aus. Unter Hashtags wie #bodypositivity und #diversity finden man viele Inhalte rund um die Vielfältigkeit von Menschen. Wenn Sie und Ihr Kind solchen Accounts folgen und diese Hashtags verwenden, können Sie zu mehr Vielfalt in Social Media beitragen.

Eltern fragen – wir antworten: Wie kann ich mein Kind vor Hate Speech im Netz schützen?

Saskia macht sich Sorgen, weil ihre Tochter (14 Jahre) im Netz schon mehrmals ohne Grund beleidigt wurde. Wie kann Saskia ihre Tochter davor schützen? Fabian Wörz von Elternguide.online erklärt, was hinter Hate Speech steckt und wie man damit umgehen sollte.

 

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