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Die TikTok-Nutzung meines Kindes kontrollieren!?

Es gibt Kinder und Jugendliche, die viel Zeit auf TikTok verbringen. Sie schauen sich Kurzvideos von anderen an oder produzieren eigene TikToks. Was genau dort angesehen oder veröffentlicht wird, wissen viele Eltern nicht und machen sich Sorgen – auch darum, dass ihr Kind mit Fremden in Kontakt kommen kann.

Nachdem es viel Kritik an der App gab, hat TikTok den “Begleiteten Modus” für die elterliche Kontrolle eingeführt. Damit können Sie als Erziehungsberechtigte steuern, wie lange die Anwendung genutzt werden kann, ob private Nachrichten verschickt und empfangen werden können und welche Inhalte auf der „Für dich“-Seite angezeigt werden. Hier kommen Sie zur ausführlichen Vorstellung der App.

Vertrauen und Begleitung sind besser als Kontrolle

Es ist nachvollziehbar, dass Sie sich als Eltern Sorgen machen, wenn Ihr Kind auf Social Media-Plattformen unterwegs ist. Trotzdem sollten Sie sich genau überlegen, ob es nicht besser ist, vor der Nutzung solcher Apps in Ruhe mit Ihrem Kind darüber zu sprechen, was es daran interessiert. Erklären Sie ihm Ihre Sorgen und machen Sie verständlich, welche Risiken es bei der Nutzung gibt. Wenn es für Sie in Ordnung ist, dass Ihr Kind TikTok nutzt, fragen Sie regelmäßig nach und bleiben Sie interessiert. Lassen Sie sich zeigen, was Ihr Kind dort macht. Sie müssen der Nutzung zustimmen, wenn Ihr Kind noch nicht volljährig ist. 

Die App ist für Kinder unter 13 Jahren nicht geeignet – so steht es auch in den Nutzungsbedingungen von TikTok. Trotzdem gibt es schon jüngere Kinder, die die App nutzen. Wenn Sie Ihrem Kind das trotz der Altersbeschränkung erlauben, überlegen Sie, ob es vielleicht auch erst mal ohne eigenen Account TikTok-Videos anschaut. Denn das ist möglich! 

Begleiteten Modus aktivieren

Wenn Ihr Kind mit Ihrer Erlaubnis einen TikTok-Account anlegen darf und Sie sich für die Nutzung des Begleiteten Modus‘ entscheiden, richten Sie diesen wie folgt ein:

TikTok muss auf dem Smartphone Ihres Kindes und auf Ihrem eigenen Gerät installiert sein. Sie finden den Begleiteten Modus in den „Digital Wellbeing“-Einstellungen unter „Privatsphäre und Einstellungen“. Auf dem Gerät des Elternteils öffnet sich mit Klick darauf ein QR-Code, der mit dem Smartphone Ihres Kindes gescannt wird. Damit willigt Ihr Kind ein, dass Sie als Eltern die Nutzung steuern dürfen. WICHTIG: Sprechen Sie vorher mit Ihrem Kind über die Funktionen im Begleiteten Modus und überlegen Sie gemeinsam, was in welchem Umfang eingeschaltet werden soll:

  • Sie können eine tägliche Nutzungszeit von maximal 40 bis zu 120 Minuten einstellen. Nach Ablauf der Zeit muss ein Passwort eingegeben werden, um TikTok weiter nutzen zu können.
  • Wenn der eingeschränkte Modus aktiviert wird, sollen bestimmte Inhalte, die nicht für Kinder geeignet sind, herausgefiltert, d. h. nicht mehr auf der “For You-Page” angezeigt werden.
  • Sie können einstellen, dass nur Freundinnen und Freunde Ihrem Kind Nachrichten senden können. Es ist auch möglich, den Empfang von Nachrichten komplett zu deaktivieren.

Beachten Sie, dass es weitere Einstellungsmöglichkeiten bei TikTok außerhalb des Begleiteten Modus’ gibt, die unbedingt aktiviert werden sollten. Schalten Sie z. B. das Konto auf privat, so dass die Videos Ihres Kindes nicht von Fremden gesehen werden können.

Als Eltern können Sie nicht nachverfolgen, welche Inhalte angesehen werden. Sie können auch keine Nachrichten oder Kommentare lesen, so dass die Privatsphäre Ihres Kindes weitestgehend gewahrt bleibt. Wenn Sie Ihrem Kind vertrauen und es Medien bereits bewusst und sicher nutzen kann, ist es sicherlich schöner, auf diese Kontrollmöglichkeit verzichten zu können.

App-Berechtigungen überprüfen und einstellen

Manche Apps funktionieren nur, wenn sie auf bestimmte Funktionen und Daten auf dem Gerät zugreifen können: Google Maps braucht z. B. Zugriff auf den Standort, um navigieren zu können, Instagram möchte auf Kamera und Fotos zugreifen, weil sonst keine Bilder gepostet werden könnten und WhatsApp greift auf die gespeicherten Kontakte zu, um Nachrichten verschicken zu können. Doch bei einigen Apps ist auf den ersten Blick nicht klar, warum sie bei der Installation viele persönliche Daten und Berechtigungen anfordern. Um zu vermeiden, dass ungewollt Daten Ihres Kindes gespeichert und weitergegeben werden, ist es sinnvoll, gemeinsam einen Überblick über die App-Berechtigungen zu behalten und die richtigen Einstellungen vorzunehmen.

Was sind App-Berechtigungen?

Nach dem Herunterladen einer App werden beim ersten Öffnen häufig sogenannte Berechtigungen angefordert. Damit wird festgelegt, auf welche Funktionen und Daten die jeweilige App auf dem Gerät zugreifen darf. Doch einige Apps möchten auf Funktionen zugreifen, die gar nicht notwendig sind, und verlangen mehr Berechtigungen als nötig. Dahinter steht vor allem das Interesse, Daten für Analyse- oder Werbezwecke zu verwenden oder an Dritte weiterzugeben. Das ist besonders bei kostenfreien Apps und vielen Spiele-Apps der Fall, da sie über die Weitergabe von Nutzerdaten Geld verdienen. Deshalb sind sie mit Blick auf den Datenschutz leider oft bedenklich.  

Deshalb sollte bei jeder App am besten schon vor dem Herunterladen genau geprüft werden, welche Berechtigungen mit der Installation erteilt werden und ob diese wirklich für das Funktionieren der App notwendig sind. Im Google Play Store oder im App Store können Sie einsehen, worauf eine App zugreifen möchte. Die Informationen zu App-Berechtigungen finden Sie im Play Store unter „Über diese App“ oder „Über dieses Spiel“. Im App Store von Apple erfahren Sie mehr, wenn Sie  auf “Datenschutz” klicken, wo die Datenschutzrichtlinien und AGB der App (leider oft nur auf Englisch) zu finden sind.

Wie kann ich die Berechtigungen der Apps meiner Kinder einsehen und einstellen?

Lassen Sie sich die Berechtigungen einer App auf dem Smartphone anzeigen, um zu wissen, auf welche Funktionen und Informationen sie zugreift. Am besten schauen Sie sich diese gemeinsam mit Ihrem Kind an und besprechen, welche Einstellungen möglicherweise auch deaktiviert werden sollten. Sowohl für Android- (ab Version 6.0) als auch für Apple-Geräte (iPhone/iPad) gibt es dafür jeweils zwei Möglichkeiten. Dafür gehen Sie bei beiden Betriebssystem in die “Einstellungen”.

Möglichkeit 1 bei Android:

  1. Klicken Sie unter „Apps & Benachrichtigungen“ auf „App-Berechtigungen“, um die Liste zu öffnen.
  2. Tippen Sie auf eine Berechtigung und wählen Sie mit dem Schieberegler aus, ob eine App Zugriff haben soll oder nicht.

Möglichkeit 2 bei Android:

  1. Klicken Sie unter „Apps & Benachrichtigungen“ auf die gewünschte App.
  2. Tippen Sie dann auf „Berechtigungen“. Nun können Sie mit Hilfe der Schieberegler auswählen, welche Berechtigungen die App erhalten soll und welche nicht.

Möglichkeit 1 bei Apple:

  1. Wählen Sie unter “Einstellungen” in der Liste „Datenschutz“ aus.
  2. Wählen Sie eine Berechtigung aus, um die Liste der Apps anzuzeigen, die auf diese Funktion oder Information zugreifen möchten.
  3. Tippen Sie auf eine App und wählen Sie mit dem Häkchen aus, ob die App Zugriff haben soll oder nicht.

Möglichkeit 2 bei Apple:

  1. Scrollen Sie in “Einstellungen” zur Liste der Anwendungen nach unten.
  2. Wählen Sie eine App aus, um deren Berechtigungen zu überprüfen.
  3. Mithilfe der Schieberegler können Sie nun auswählen, welche Berechtigungen die App erhalten soll und welche nicht.

Worauf sollten Eltern beim Thema App-Berechtigungen achten?

Verabreden Sie mit Ihrem Kind, ob es selbständig Apps installieren darf oder nicht. Ist Ihr Kind schon erfahren mit der Smartphone-Nutzung ist und kann es einschätzen, welche App-Berechtigungen sinnvoll sind oder braucht es noch Unterstützung?

Sprechen Sie darüber, welche Berechtigungen für welche Apps sinnvoll sind und zeigen Sie Ihrem Kind, wie es Berechtigungen deaktivieren kann. Gerade mit Zugriffen auf Standortinformationen oder die gespeicherten Kontakte sollte vorsichtig umgegangen werden, um die eigenen Daten zu schützen. Überlegen Sie gemeinsam, was wichtiger ist, die Nutzung einer bestimmten App oder die Wahrung der Privatsphäre. Recherchieren Sie ggf. nach alternativen Apps, die datenschutzfreundlich sind.

Überprüfen Sie auch nach der Installation in regelmäßigen Abständen die Berechtigungen. Bei manchen Apps ändern sich bei Updates die Berechtigungen. 

Sind Sie unsicher, ob eine App vertrauenswürdig ist, lohnt es sich, nach Informationen zum Entwickler oder Anbieter im Netz zu suchen. Auf www.app-geprueft.de werden zahlreiche bei Kindern beliebte Apps mit Blick auf mögliche Risiken bewertet und vorgestellt. 

Smartphone-Inhalte mit der Familie teilen

Sie möchten in einem gemeinsamen Familien-Account auf verschiedenen Geräten Apps, Musik und Fotos miteinander teilen? Dafür können sie die Familienfreigabe von Apple oder die Familienmediathek von Google verwenden. So können Sie Kosten sparen und gleichzeitig mitbestimmen, welche Apps Ihre Kinder nutzen. Das klingt erst einmal praktisch, es gibt allerdings auch einiges zu bedenken.

Mit der Familienfreigabe oder Familienmediathek können Sie:

Medien und Apps gemeinsam nutzen: Alle von Ihnen gekaufte Apps sind für alle Familienmitglieder verfügbar. Auch Fotos, Musik, Videos, Bücher sowie Filme und Serien können miteinander geteilt werden. Es ist außerdem möglich, den eigenen Standort für andere freizugeben.

der App-Nutzung Ihres Kindes zustimmen: Sie können sowohl mit einem Familienaccount Genehmigungen von Erwachsenen aktivieren. Wenn Ihr Kind eine App herunterladen möchte, werden Sie oder andere Erziehungsberechtigte um eine Bestätigung gebeten.

Beschränkungen für App- und In-App Käufe einrichten: In der Google-Familiengruppe können Sie In-App-Käufe für unter 18-Jährige einschränken. Mit der Apple-Bildschirmzeit können Sie weitere Beschränkungen für Ihre Kinder einrichten. Sie sollten die Einstellungen erneuern, wenn eine App neu heruntergeladen wird. Vergessen Sie dabei nicht mit Ihrem Kind zu besprechen, was sie oder er schon selbst entscheiden kann und was noch nicht und stellen Sie gemeinsam Regeln für die Mediennutzung auf.

Eine Familie einrichten

Sowohl auf iOS-Geräten als auch auf Android-Geräten mit Google können sich Erziehungsberechtigte und ihre Kinder als Familie registrieren:

iOS: Auf dem iPhone, iPad oder MacBook können bis zu sechs Familienmitglieder hinzugefügt werden, wenn diese über eine Apple-ID verfügen. Das Mindestalter zur Erstellung einer eigenen Apple-ID ist 13 Jahre. Als Elternteil haben Sie aber die Möglichkeit, eine oder mehrere Kinder-IDs einzurichten. Außerdem können Sie als Organisator der Familiengruppe weitere Erziehungsberechtigte bestimmen.

Android: Auf Android-Geräten können Sie im Google Play Store unter “Konto” eine Familiengruppe mit bis zu fünf Mitgliedern erstellen und verwalten. Bei Kindern unter dem 13. Lebensjahr können nur Sie als Eltern ein Google-Konto für Ihr Kind anlegen. Alle Familienmitglieder müssen sich über den Play Store für die Familiengruppe registrieren. Sie können als Administrator Familienmitglieder einladen und diese verwalten.

Wie Sie die Familienfreigabe auf iOS und die Familienmediathek bei Android aktivieren und weitere Einstellungen vornehmen können, finden Sie auf DeinHandy-Magazin und auf den Hilfeseiten von Google und Apple.

Was ist zu beachten?

Die Familienmediathek von Google bzw. die Familienfreigabe von Apple ist kostenlos, Sie “zahlen” jedoch teilweise mit Ihren persönlichen Daten. Einige Daten sind sinnvoll und notwendig, um die Funktionen nutzen zu können, andere nicht. Nutzen Sie deshalb die möglichen Einstellungen zum Datenschutz. Laut Google werden die Daten der Kinder nicht für personalisierte Werbung genutzt oder an Dritte weitergegeben.

Wenn Sie z. B. Ihren Standort innerhalb der Familie freigeben, sollte Ihnen bewusst sein, dass damit auch das Unternehmen Ihren Alltag und den Ihrer Kinder auf Schritt und Tritt mitverfolgen kann. Überlegen Sie gemeinsam, wann es sinnvoll ist, bestimmte Funktionen wie die Standortfreigabe zu nutzen und wann sie deaktiviert bleiben sollte, falls Sie einen gemeinsamen Familienaccount nutzen möchten.

Ohne die Hinterlegung einer Zahlungsmethode ist die Funktion der Familienfreigabe oder der Familienmediathek nicht möglich. Seien Sie sich bewusst, dass Apple und Google damit Zugriff auf ggf. Ihre Kreditkarte, Ihr Kaufverhalten und das Onlineverhalten aller Familienmitglieder hat.

Wenn Sie in Ihrer Familie Geräte mit unterschiedlichen Betriebssystemen verwenden, ist das Verwenden die Familienfunktion schwieriger. Auf einem iPad und iPhone können Sie sich über den Internetbrowser in Ihrem Google Play-Konto einloggen und unter “Familiengruppe” Einstellungen vornehmen. Da Android-Geräte mit Google keine Apple-ID haben, kann die Apple Familienfreigabe mit dem Gerät nicht verbunden werden.

Die vorgestellten Funktionen können praktisch sein, greifen aber auch in die Privatsphäre von Ihnen und Ihren Kindern ein. Überlegen Sie genau, ob sie solche Hilfen benötigen, oder ob Sie über Gespräch und klare Regeln auch eine sichere Handynutzung Ihres Kindes erreichen können.

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