Elternguide Logo

Jugendschutzeinstellungen mit der FRITZ!Box

Eigentlich sollte Leon schon längst schlafen, um morgen fit zu sein für die Klassenarbeit. Stattdessen chattet er wahrscheinlich schon wieder die ganze Nacht mit seinen Kumpels oder die eingehenden Nachrichten in der Klassengruppe halten ihn wach. Doch den WLAN-Anschluss ausschalten wollen Sie nicht, denn Sie müssen noch eine wichtige E-Mail schreiben. Praktisch, dass es Router gibt, bei denen man Nutzerprofile zuweisen kann, so dass Leon nach einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr auf das WLAN zugreifen und ruhig schlafen kann.

Was ist die FRITZ!Box?

Einen Internetanschluss gibt es in fast jeder Familie. Meistens sorgt ein WLAN-Router im Flur für stabiles Internet. Diesen bekommt man in der Regel von seinem Internetanbieter ausgeliehen. Oder man kauft sich eine FRITZ!Box. Mit den Einstellungsmöglichkeiten dieses Routers kann die Internetnutzung einzelner Geräte beschränkt und angepasst werden. Diese Kinderschutz-Einstellungen sind eine Möglichkeit, um das Surfen für Ihr Kind sicherer zu gestalten.

Bei der FRITZ!Box können Sie im Browser unter http://fritz.box auf alle im Netzwerk angemeldeten Geräte zugreifen und Einstellungen vornehmen. Neben Einstellungen zum Konto, zur Telefonie und zur Software, können Sie hier auch die Internetnutzung einzelner Geräte begrenzen und anpassen.

Kindersicherheitseinstellungen bei der FRITZ!Box

Um Kindersicherheitseinstellungen vorzunehmen, gehen Sie in der linken Spalte über „Internet“ auf „Filter“. Dort können Sie für alle Geräte, die in Ihrem Heimnetz angemeldet sind, den Internetzugang regeln. Unter „Kindersicherung“ weisen Sie einzelnen Geräten Zugangsprofile zu. Diese können Sie selber unter „Zugangsprofile“ festlegen und individuell anpassen. Sie legen damit fest, wie die Netzwerkgeräte, ob Smartphone oder Computer, das Internet nutzen dürfen. Für jedes Profil können Sie die Online-Zeit begrenzen, Netzwerkanwendungen freigeben oder beschränken und bestimmte Internetseiten sperren. Es gibt außerdem die Möglichkeit, jugendgefährdende Internetseiten zu blockieren, sowie eine Black- und Whitelist, also erlaubte und unerlaubte Internetseiten, zu hinterlegen. Diese lassen sich unter „Listen“ bearbeiten.

Ist das sinnvoll?

Leider denken Jugendliche in der Pubertät nicht immer an die Folgen ihres Handelns. Leon macht sich also wahrscheinlich keine Gedanken darüber, dass er morgen vielleicht übermüdet eine Klassenarbeit schreiben muss. Deshalb können technische Lösungen wie Einstellungen beim WLAN-Router die Medienerziehung zu Hause unterstützen. Sie können Ihr Kind teilweise vor jugendgefährdenden Inhalten schützen und die Online-Zeit begrenzen, wenn es nicht selbst daran denkt und Sie es nicht überprüfen können. Besprechen Sie solche Einstellungen vorher mit Ihrem Kind und lassen Sie ihm trotzdem den notwendigen Freiraum, über seine Mediennutzung selbst zu entscheiden. Technische Einstellungen ersetzen nicht das gemeinsame Aushandeln und Aufstellen von klar verständlichen Medienregeln für alle.

Snapchat

Snapchat ist ein kostenloser Instant-Messaging-Dienst zum Versenden von Fotos und kurzen Videos. Die Besonderheit: Das lustige Selfie mit den Hasenohren „verschwindet“ nach kurzer Zeit vom Smartphone des Empfängers.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Messenger-App für Android oder iOS
  • kreative Storys mit Freunden teilen: Bilder, Videos, witzige Emoticons und Filter
  • Inhalte sind nur kurzzeitig sichtbar, es sei denn sie werden bewusst archiviert und gespeichert
  • laut Anbieter ab 13 Jahren erlaubt
  • Risiken: Screenshots von Inhalten möglich, Ortungsfunktion ermöglicht Nachverfolgung

Was ist Snapchat?

Mit Snapchat kann man Fotos und kurze Videos als Nachricht oder als Story an seine Kontakte versenden. Diese Snaps, also Schnappschüsse, sind nur für eine bestimmte Zeit sichtbar und „zerstören“ sich danach selbst. Snapchat ist eine der beliebtesten Apps bei Jugendlichen ab ca. 13 Jahren. Die Fotos und Videos können mit unzähligen Filtern bearbeitet werden. Mit der „Memorys-Funktion“ können Nutzer bestimmte Inhalte auch abspeichern.

Neben den privaten Storys von Freunden findet man auch Inhalte von Stars, Marken und News. Nutzer können über die sogenannten „Snap-Codes“ sowie auch über ihre Handynummer gefunden werden, wenn dies in den Einstellungen nicht deaktiviert wird.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an Snapchat?

Teenager nutzen Snapchat sehr gern, um sich mit ihren Freunden auszutauschen. Dazu werden statt Text einfach Bilder und Videos versendet. Die Nutzung der Spaßfilter und dass die Nachrichten nach kurzer Zeit wieder verschwinden, macht den Reiz der App aus.

Die Kommunikation über Snapchat erscheint Jugendlichen privater, da hier – im Gegensatz zu Instagram – nur mit Einzelnen oder in Gruppen Inhalte  ausgetauscht werden. Das eigene Profil beinhaltet nur Bilder und Videos, keine sonstigen Angaben.

Mit der Kartenfunktion „Snap Map“ kann man sehen, wo sich die Kontakte gerade aufhalten. Da man selbst und die Kontakte als Avatare erscheinen, wirkt die “Snap Map” wie ein Spiel.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Alle Inhalte auf Snapchat zerstören sich nicht wirklich selbst, sondern man kann sie nach einer bestimmten Zeit nur nicht mehr anschauen. Theoretisch sind sie mit etwas technischem Knowhow auf dem Gerät wieder herzustellen. Man kann auch einfach einen Screenshot eines Bildes machen – darüber wird der Versender des Bildes allerdings informiert. Trotzdem kann es dann problematisch werden, wenn Kinder und Jugendliche sehr persönliche – vielleicht sogar intime – Bilder und Videos von sich versenden und diese eventuell z. B. über Cybermobbing gegen sie verwendet werden.

Durch die Vielzahl der versendeten Inhalte ist die Kontrolle dieser  und der befreundeten Profile schwierig. Kinder und Jugendliche sollten daher genau wissen, wie sie die Melde- und Blockierfunktionen nutzen können. Das ist z. B. im Falle der unerwünschten Kontaktaufnahme besonders sinnvoll. Unter anderem deswegen kann es auch problematisch sein, die Funktion “Snap Map” frei zu geben.

Auch bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein. Das sind nicht nur Bilder und Videos, deren Inhalte für sie nicht geeignet sind, sondern z. B. auch Werbung oder die Snaps von Marken und Produkten.

Was meint der Anbieter?

Wie bei jedem Anbieter müssen sich Nutzende an die Regeln der Plattform halten. Die Nutzung von Snapchat ist dabei nur Jugendlichen ab 13 Jahren erlaubt. Es erfolgt aber keine Prüfung der Angaben.

Generell ist es verboten, nicht jugendfreie Inhalte wie pornografische Bilder zu verbreiten oder zu bewerben. Minderjährige dürfen keine Nacktbilder oder sexuell aufreizende Inhalte von sich posten oder versenden. Sicherheitsprobleme können innerhalb des Sicherheitscenters des Dienstes gemeldet werden. Außerdem ist es möglich andere Nutzer zu blockieren und zu melden.

Snapchat sammelt jede Menge Daten von seinen Nutzern und erläutert das sehr offen in seinen Datenschutzbestimmungen – auch dass Daten teilweise an Dritte weitergegeben werden. Die Daten, die man über Snapchat versendet, werden bei der Übertragung verschlüsselt.

Was sollten Eltern beachten?

Eine gute Übersicht zum sicheren Umgang mit Snapchat findet sich hier.

Wenn Kinder und Jugendliche Snapchat nutzen, sollten Eltern unbedingt besprechen, wer die geteilten Inhalte sehen kann und wer nicht. Gehen Sie gemeinsam die Einstellungen durch! Erklären Sie, dass Bilder vom Empfänger per Screenshot abgespeichert werden können. Es ist dringend zu empfehlen, dass Jugendliche nur Freunde zu ihrer Liste hinzufügen, die sie tatsächlich kennen.

Sprechen Sie auch über die Funktion “Snap Map”: Was bedeutet die Sichtbarmachung des eigenen Standorts, welche Folgen und Risiken gehen damit einher und wird die Funktion überhaupt gebraucht? Das Teilen des Standortes kann auch unbewusst passieren (beim Öffnen der App). Dies kann im sogenannten „Geistmodus“ (Ghost Mode) verhindert werden. Auch kann der App die Berechtigung entzogen werden, auf den Standort zuzugreifen.

MSQRD

Die meisten Jugendlichen machen gern Selfies. Mit der App MSQRD können sie diese mit Filtern hinterlegen und sich somit verkleiden oder maskieren.

Kurz gefasst:

  • Foto- und Video-App für Echtzeit-Gesichtsfilter und Effekte
  • kostenlos, für Android und iOS erhältlich
  • freigegeben ab 6 Jahren
  • Die entstandenen Fotos und Videos können direkt mit Sozialen Netzwerken geteilt werden.
  • Eltern sollten kritisch bei der Veröffentlichung von Fotos, Vidoes oder Livestreams der eigenen Kinder sein und diese zumindest begleiten.

Was ist MSQRD?

MSQRD (Abkürzung steht für Masquerade) ist eine App, mit der sich Filter (Masken) direkt auf das eigene Gesicht übetragen lassen. Man öffnet die App, aktiviert die Selfie-Kamera und sucht sich den passenden Filter aus. Es gibt z. B. 3D-Motive, künstliches Make-up und animierte Filter. Diese reagieren auf verschiedene Bewegungen wie etwa ein Augenzwinkern.

Die entstandenen Fotos können gespeichert oder direkt auf unterschiedlichen Sozialen Netwerken geteilt werden. Hierfür ist keine Anmeldung in der App erforderlich.

Zusätzlich lässt sich in der App ein Facebook-Livestream starten. Hierfür müssen sich Nutzer via Facebook anmelden.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an der App?

Diese Effekte sind spannend und lustig für Kinder. Schon beim Fotografieren können sie sehen, wie die Maske auf ihrem Gesicht aussieht. Da es Filter zu vielen verschiedenen Themen (z. B. Halloween, Tiere, Weihnachten, Filme), wird die App nicht so schnell langweilig.

Das schnelle Teilen über Soziale Netzwerke wie z. B. Instagram ermöglicht den direkten Austausch mit Freunden.

Was ist problematisch an der der App?

Durch die Verknüpfung unterschiedlicher Netzwerke mit der App werden darüber auch personenbezogene Daten unbemerkt weitergegeben. Die Verbreitung von Fotos und Videos kann kaum nachvollzogen werden. Ihnen sollte bewusst sein, dass die Anbieter kostenloser Apps in der Regel mit der Sammlung und Weitergabe von Daten Geld verdienen.

Was sagt der Anbieter?

Der Anbieter schreibt in seinen Datenschutzrichtlinien ganz offen, dass er Informationen, die seine Nutzer bereitsstellen – dazu gehören auch Fotos und Videos – sammelt. Diese werden z. B. für Werbung und Marketing verwendet. Masquerade gehört dem Facebook-Konzern.

Was sollten Eltern beachten?

Mit der App kann man sehen, welche Möglichkeiten es gibt, Fotos zu verändern. Ihr Kind kann sich ausprobieren und Spaß dabei haben. Als Eltern sollten jedoch mehr als kritisch sein, wenn es um die Veröffentlichung der Fotos und Videos auf Sozialen Netzwerken geht. Gerade Kinder sollten hier so wenig wie möglich von sich preisgeben und auch Sie als Eltern sollten im Vorfeld mehrmals überlegen, ob Sie selbst ein Bild Ihres Kindes einstellen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und überlegen Sie gemeinsam, wo und zu welchem Zweck solche Fotos und Videos in anderen Netzwerken geteilt werden sollten und wer sie dann sehen kann und darf. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, keine persönlichen Daten wie Adresse, vollständiger Name oder Telefonnummer weiterzugeben. Schalten Sie Funktionen wie die Standorterkennung aus, wenn Sie oder Ihr Kind MSQRD nutzt.

Aus diesem Grund ist auch die Teilen- und Live-Video-Funktion nicht für Kinder geeignet. Aber auch Jugendliche sollten genau überlegen, wofür der Livestream genutzt werden soll.

Instagram

Instagram gehört zu den beliebtesten Apps unter Jugendlichen. Hier werden Erlebnisse als Story geteilt oder man verfolgt den Alltag seines Lieblingsinfluencers.

_%_Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=zvLSkQ-yMCo_%_

Kurz gefasst:

  • Soziales Netzwerk, das über die kostenlose App genutzt wird
  • Veröffentlichen und Anschauen von Fotos, kurzen Videos und sogenannten Storys
  • Mindestalter: 13 Jahre
  • Gehört zu Facebook
  • Vorsicht: Inhalte können teilweise für Kinder und Jugendliche ungeeignet sein. Account-Informationen und geteilte Inhalte sind standardmäßig für alle sichtbar

Was ist Instagram?

Instagram ist eine Social-Media-Plattform zur Veröffentlichung von Fotos und kurzen Videos. Mit Filtern, Emoticons, Schriftarten usw. lassen sich Fotos und Videos bearbeiten. In Bildunterschriften werden die eigenen Fotos mit einem Hashtag Themen zugeordnet.

Benutzer finden hier eine große Vielfalt an Inhalten. Von Profilen von Stars und Sternchen, über Marken und Produkte bis zu persönlichen Profilen von Freunden.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an dem Angebot?

Die Beliebtheit von Instagram liegt unter anderem in der Beschränkung auf Fotos und Videos. Eigene Bilder lassen sich mit den vielen Filtern kinderleicht verändern. Überbelichtete Aufnahmen, Polaroid-Optik, quadratisches Format und viele andere Tools helfen dabei, das Beste aus dem eigenen Bild herauszuholen. Gerade Jugendliche wollen sich ins beste Licht rücken. Es gilt für sie oft, ihre Wirkung auf andere zu testen.

Außerdem finden Kinder und Jugendliche auf Instagram immer neue Inhalte zu ihren Idolen. Sie können quasi rund um die Uhr verfolgen, was diese gerade tun, Bilder kommentieren und liken. Mit Insta – wie Jugendliche sagen – lässt sich schnell mal die Wartezeit auf den Bus vertreiben oder man kann unbeobachtet verfolgen, was der Schwarm aus der Nachbarklasse in seiner Freizeit macht.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Wenn man sich bei Instagram mit einer E-Mail-Adresse registriert hat, sind erstmal alle Informationen für jeden öffentlich sichtbar. Das betrifft z. B. Name, Profilbild und Beschreibung sowie alle geteilten Fotos und Videos. Stellt man seinen Account auf privat, können Bilder nur noch von den eigenen Followern gesehen werden.

Die App ermöglicht sogenanntes Crossposting. Das bedeutet, dass man ein Foto auch auf anderen Netzwerken wie Facebook via Instagram teilen kann. Das kann schnell auch unbeabsichtigt passieren.

Über die geposteten Beiträge kann Instagram den Standort von Nutzern bestimmen. Privat eingestellte Konten verhindern dies, zu jedem geposteten Bild kann jedoch manuell nachträglich ein Standort hinzugefügt werden.

Auch bestimte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein. Das sind nicht nur Bilder, deren Inahlte für sie nicht geeignet sind, sondern z. B. auch Werbung. Hier spielen Influencer eine besondere Rolle, die Jugendliche nicht immer erkennen.

Was meint der Anbieter?

Das offizielle Mindestalter für die Nutzung von Instagram liegt bei 13 Jahren, es findet jedoch keine wirksame Alterskontrolle statt. Es finden sich umfangreiche Nutzungs- und Einstellungshinweise.

Die gemeinsame Datenschutzerklärung von Facebook und Instagram, der jeder Nutzer bei der Registrierung zustimmt, erlaubt das Teilen von Nutzerdaten mit anderen Unternehmen der Facebook-Gruppe und mit Dritten.

Was sollten Eltern beachten?

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ab welchem Alter und nach welchen Regeln es Instagram nutzen sollte. Nicht alle Fotos müssen mit jedem oder auch nur mit Freunden über das Internet geteilt werden!

Erwägen Sie, das Profil Ihres Kindes gleich nach der Registrierung auf privat umzustellen. Dann können nur vorab bestätigte Follower das Profil Ihres Kindes einsehen. Wenn Ihr Kind die Fotos von Instagram auch auf anderen Netzwerken teilen möchte, dann sollten dort auch die Privatssphäreeinstellungen angepasst werden.

Zeigen Sie mit Ihrem Kind die Möglichkeit, andere Nutzer zu blockieren oder zu melden. Es sollte wissen, wann es diese Funktionen einsetzen kann und sollte, z. B. wenn Fremde es via Instagram anschreiben oder jemand Ihr Kind in den Kommentaren beleidigt.

Instagram kann über die geposteten Beiträge den Standort herausfinden. Ihr Kind sollte wissen, dass dies Risiken mit sich bringt, z. B. dass man von Fremden aufgefunden werden kann.

Projektpartner
Unterstützer