Elternguide Logo

Faszination Profilbild

Bunte animierte Figuren, Haustiere, Blumen, Fußballflaggen oder ein ganz normales Urlaubsfoto. All dies landet als Profilbild auf Facebook, Instagram und Co. Eine Nachricht wie “… hat ihr Profilbild aktualisiert” hat sicherlich jeder in den Sozialen Netzwerken schon einmal gelesen.

Doch warum ist das Profilbild ein so wichtiger Teil des Internetauftritts für Jugendliche und für Erwachsene?

Profilbilder können die Online-Kommunikation erleichtern

Profilbilder können dabei helfen, andere im Internet zu identifizieren. Wenn Ihr Kind in der Schule zum Beispiel neue Freundschaften geschlossen hat, kann es überprüfen, ob der Name zum Bild passt und es sich um die richtige Person handelt. Profilbilder bieten aber auch Möglichkeiten, sich kreativ auszudrücken und zu zeigen, was man mag. Das wiederum hilft anderen, den richtigen Eindruck von der Identität einer Person zu bekommen. 

Ein Profilbild ist das Erste, was man sieht, wenn man eine Freundschaftsanfrage bekommt oder Instagram öffnet. Das Profilbild ist also vergleichbar mit dem ersten Eindruck im realen Leben. Doch bei der Online-Kommunikation fehlen Dinge wie Augenkontakt, Körperhaltung und Tonlage. Sie zeigen, wie der Gesprächspartner drauf ist. Das Profilbild kann das ein wenig auch online leisten – zum Beispiel, weil eine Person ganz nah und damit ihr Gesichtsausdruck, wie etwa ein Lächeln, zu sehen ist.  

Was Profilbilder für Jugendliche bedeuten

Mit dem Profilbild vermittelt jede Person eigenen Botschaften. Ob es nur die Nachricht ist: “Ich mag Katzen”, weil ein Selfie mit einer Katze zu sehen ist, ein gepostetes Bild mit Filtern überlagert oder der graue Umriss eines Menschens. All das sendet dem Betrachtenden verschiedene Nachrichten, nach denen beurteilt wird, ob jemand sympathisch rüberkommt oder nicht. Ähnlich funktionieren der Status bei WhatsApp oder die Storys bei Instagram.

Genau deshalb ist es für viele Jugendliche wichtig, ein “gutes” Profilbild zu haben. Dieses muss für sie bestimmte Funktionen erfüllen.: Es soll professionell wirken, aber trotzdem noch spontan oder es sollte möglichst nah am eigenen Schönheitsideal sein. Es kann vorkommen, dass Jugendliche ihr Profilbild alle paar Wochen wechseln, weil sie ein Bild gemacht haben, mit dem sie sich besser identifizieren können und das die richtige Botschaft an ihre Freundinnen und Freunde sendet. 

Worauf Sie als Eltern achten sollten

Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass ein Profilbild etwas ist, in dem viele Menschen unterschiedliche Dinge sehen können und es sehr stark davon abhängt, wer das Bild betrachtet. Nicht nur Freunde, sondern auch Lehrerinnen und Lehrer oder zukünftige Kollegen und Kolleginnen auf der Arbeit könnten das Bild sehen. Deshalb sollte vorher überlegt werden, wie ein Profilbild verstanden werden könnte, bevor es hochgeladen wird. 

Profilbilder können auch Dinge über eine Person verraten, die andere Personen nichts angehen. Gerade, wenn ein Profil nicht privat ist, das heißt auch Fremde die Person auf Instagram, Tik Tok usw. finden und anschauen können, sollten weder das Profilbild noch andere Informationen zu private Dinge wie zum Beispiel den Wohnort über die Person verraten. Besonders wenn Ihr Kind noch unerfahren mit sozialen Netzwerken ist, können Sie erst einmal gemeinsam ein Bild einstellen, das wenig preisgibt. Das kann sogar die Kreativität fördern. Ein Bild, das etwa nur die Schuhe oder einen Schattenumriss Ihres Kindes zeigt, kann trotzdem individuell und schön sein. Gleichzeitig ist es für Fremde nicht eindeutig erkennbar, so dass die Gefahr von Cybergrooming geringer ist. Am sichersten ist es, Profile von Kindern und Jugendliche immer auf “privat” umzustellen, so dass nur Freunde sie sehen können!

Snapchat

Snapchat ist ein kostenloser Messenger zum Versenden von Fotos und kurzen Videos. Die Besonderheit: Das lustige Selfie mit den Hasenohren oder ähnliches „verschwindet“ nach kurzer Zeit vom Smartphone des Empfängers.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Messenger-App für Android oder iOS
  • kreative Storys mit Freunden teilen: Bilder, Videos, witzige Emojis und Filter
  • Inhalte sind nur kurzzeitig sichtbar, es sei denn sie werden bewusst archiviert und gespeichert
  • laut Anbieter ab 13 Jahren erlaubt
  • diverse Kontaktrisiken und Ortungsfunktion ermöglicht Nachverfolgung des eigenen Aufenthaltsortes

Was ist Snapchat?

Mit Snapchat können Fotos und kurze Videos als Nachricht oder als Story an Kontakte versendet werden. Diese Snaps, also Schnappschüsse, sind nur für eine bestimmte Zeit sichtbar und „zerstören“ sich danach selbst. Snapchat ist eine der beliebtesten Apps bei Jugendlichen ab ca. 13 Jahren. Die Fotos und Videos können mit unzähligen Filtern bearbeitet werden. Mit der „Memorys-Funktion“ können Nutzerinnen und Nutzer bestimmte Inhalte auch abspeichern. Neben den privaten Storys von Freunden gibt es auch Inhalte von Stars, Marken und News. Über die Funktion “Spotlight” lassen sich außerdem kreative Kurzvideos im TikTok-Stil veröffentlichen. User können über die sogenannten „Snap Codes“ sowie über ihre Handynummer gefunden werden, wenn dies in den Einstellungen nicht deaktiviert wird. Das eigene Profil enthält nur Bilder und Videos, andere persönliche Angaben werden nicht gemacht. Mit der Kartenfunktion „Snap Map“ kann man sehen, wo sich die Kontakte gerade aufhalten.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an Snapchat?

Teenager nutzen Snapchat sehr gern, um sich mit ihren Freunden auszutauschen. Dazu werden statt Text einfach Bilder und Videos versendet. Die Nutzung der Spaßfilter, Videos, die mit Musik unterlegt werden können und, dass die Nachrichten nach kurzer Zeit wieder verschwinden, macht den Reiz der App aus. Snapchat wirkt jugendlicher und verspielter als z. B. Instagram. Die Kommunikation über Snapchat erscheint Jugendlichen privater, da hier nur mit einzelnen oder in Gruppen Inhalte ausgetauscht werden. Auf der „Snap Map“ erscheint jede Person und ihre Kontakte als Avatare, weshalb sie wie ein Spiel wirkt.

Was kann problematisch sein an Snapchat?

Alle Inhalte auf Snapchat zerstören sich nicht wirklich selbst, sondern sie lassen sich nach einer bestimmten Zeit nur nicht mehr aufrufen. Theoretisch sind sie mit etwas technischem Knowhow auf dem Gerät wieder herzustellen. Oder es wird einfach ein Screenshot gemacht – darüber wird der Versender des Bildes allerdings informiert. Trotzdem kann es problematisch werden, wenn Kinder und Jugendliche sehr persönliche – vielleicht sogar intime – Bilder und Videos von sich versenden und diese eventuell z. B. über Cybermobbing gegen sie verwendet werden. Durch die Vielzahl der versendeten Inhalte ist die Kontrolle dieser und der befreundeten Profile schwierig. Kinder und Jugendliche sollten daher genau wissen, wie sie die Melde- und Blockierfunktionen nutzen können. Das ist z. B. im Falle der unerwünschten Kontaktaufnahme besonders sinnvoll. Unter anderem deswegen kann es auch problematisch sein, die Funktion “Snap Map” frei zu geben.

Auch bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein. Das sind nicht nur Bilder und Videos, deren Inhalte für sie nicht geeignet sind, sondern z. B. auch Werbung oder die Snaps von Marken und Produkten.

Was meint der Anbieter?

Wie bei jedem Anbieter müssen sich Nutzende an die Regeln der Plattform halten. Die Nutzung von Snapchat ist dabei nur Jugendlichen ab 13 Jahren mit der Erlaubnis ihrer Eltern erlaubt. Es erfolgt aber keine Prüfung der Angaben.

Generell ist es verboten, nicht jugendfreie Inhalte wie pornografische Bilder zu verbreiten oder zu bewerben. Minderjährige dürfen keine Nacktbilder oder sexuell aufreizende Inhalte von sich posten oder versenden. Sicherheitsprobleme können innerhalb des Sicherheitscenters des Dienstes gemeldet werden. Außerdem ist es möglich andere Nutzer zu blockieren und zu melden.

Snapchat sammelt jede Menge Daten von seinen Nutzerinnen und Nutzern und erläutert das sehr offen in seinen Datenschutzbestimmungen – auch dass Daten teilweise an Dritte weitergegeben werden. Die Daten, die man über Snapchat versendet, werden bei der Übertragung verschlüsselt.

Was sollten Eltern beachten?

Eine gute Übersicht zum sicheren Umgang mit Snapchat findet sich hier. Bei Scoyo gibt es außerdem eine Anleitung, wie Eltern Sicherheitseinstellungen vornehmen können.

Wenn Ihr Kind gern Snapchat nutzen möchte, sollte Sie unbedingt besprechen, wer die geteilten Inhalte sehen kann und wer nicht. Gehen Sie gemeinsam die Einstellungen durch! Erklären Sie, dass Bilder vom Empfänger per Screenshot abgespeichert werden können. Es ist dringend zu empfehlen, dass Jugendliche nur Freunde zu ihrer Liste hinzufügen, die sie tatsächlich kennen.

Sprechen Sie auch über die Funktion “Snap Map”: Was bedeutet die Sichtbarmachung des eigenen Standorts, welche Folgen und Risiken gehen damit einher und wird die Funktion überhaupt gebraucht? Das Teilen des Standortes kann auch unbewusst passieren (beim Öffnen der App). Dies kann im sogenannten „Geistmodus“ (Ghost Mode) verhindert werden. Auch kann der App die Berechtigung entzogen werden, auf den Standort zuzugreifen.

Umgang mit Fotos von Schulkindern im Netz

Es ist aufregend und schön zu verfolgen, wie das eigene Kind wächst und sich entwickelt. Dank Smartphone lässt sich das Großwerden permanent dokumentieren und mit anderen teilen. Dabei sollten Sie aber im Sinne Ihres Kindes einiges beachten. Die Beantwortung der folgenden Fragen hilft Ihnen zu entscheiden, wie Sie mit Fotos von Ihrem Kind im Schulalter umgehen. 

Wie soll mein Kind in der Öffentlichkeit dargestellt werden?

Ihr Kind ist es wahrscheinlich von klein auf gewohnt, fotografiert zu werden. Vielleicht mag es das, vielleicht aber auch nicht immer und nicht in jeder Situation. Achten Sie darauf, wann und wie Sie Ihr Kind fotografieren, vor allem, wenn Sie das Foto mit anderen teilen möchten. Wenn es darum geht, ein Fotos weiterzuleiten, sollte auch Ihr Kind damit einverstanden sein. Überlegen Sie, ob Sie gewollt hätten, dass bestimmte Kinderfotos von Ihnen im Netz kursieren.

Kinder sollten auf Fotos immer bekleidet und nicht in einer lächerlichen oder gar peinlichen Situation zu sehen sein. Sind noch andere Kinder auf dem Foto zu erkennen, müssen Sie das Einverständnis der Eltern einholen. 

Überlegen Sie, ob es immer nötig ist, dass man das Gesicht Ihres Kindes sieht. Wir haben einige Tipps zusammengestellt, wie man kreative Kinderfotos machen kann, ohne dass das Kind ganz genau zu erkennen ist.

Darf ich allein entscheiden, wie mein Kind im Netz dargestellt wird?

Auch Kinder haben Rechte. Sie können und sollen mitentscheiden, wenn es um sie selbst und ihr Wohlergehen geht. Fotos im Netz können die Privatsphäre von Kindern verletzen. Als Schulkind ist Ihr Sohn oder Ihre Tochter alt genug zu verstehen, was es heißt, wenn Fotos im Internet verbreitet werden. Sprechen Sie mit ihm oder ihr darüber und entscheiden Sie nicht über seinen oder ihren Kopf hinweg. Ohne das Einverständnis Ihres Kindes sollten Sie kein Foto von ihm veröffentlichen!

Wenn Ihr Kind später Fotos über das eigene Smartphone macht und teilt, sollte es Bescheid wissen, welche Konsequenzen das haben kann. Klären Sie Ihr Kind rechtzeitig auf und gehen Sie als Vorbild selbst sensibel mit der Verbreitung von Fotos um.

Wie können Fotos meines Kindes verbreitet werden?

Es geht einerseits um die Frage des Kanals, über den Kinderfotos geteilt werden können und welche Berechtigungen andere Menschen haben, diese Fotos zu sehen. Es gibt Plattformen, auf denen Kinderfotos z. B. von Facebook-Profilen gesammelt und anderen zur Verfügung gestellt werden. Fremde Menschen können diese Fotos dann für ihre Zwecke nutzen – im schlimmsten Fall handelt es sich um Pädophile.

Je mehr Menschen die Fotos Ihres Kindes sehen können, z. B. über die Status-Funktion bei WhatsApp, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie einfach kopiert und weitergeleitet werden und so in falsche Hände geraten können. Nutzen Sie deshalb die Privatsphäre-Einstellungen auf dem Smartphone und in der jeweiligen App, so dass nur ein eingeschränkter Kreis die Fotos sehen kann.

Achten Sie andererseits unbedingt darauf, dass Kinderfotos nicht in Kombination mit weiteren Informationen wie dem vollen Namen, Wohnort usw. veröffentlicht werden. Mit dem ersten Foto im Netz bekommt Ihr Kind eine digitale Identität, die im Laufe der Jahre immer ausgeprägter wird. Ihr Kind kann das später nicht mehr rückgängig machen.

Wie möchte ich, dass andere mit Fotos meines Kindes umgehen?

Wenn Oma und Opa nicht in der Nähe wohnen, ist es schön, wenn sie trotzdem mitbekommen, wie ihr Enkelkind groß wird. Das geht per Foto über WhatsApp und Co. ganz einfach. Trotzdem sollten Sie Regeln mit Familie und Freunden vereinbaren, wenn Sie Fotos über das Smartphone teilen. Sie können überlegen, sich auf einen Messenger wie Signal zu einigen, bei dem Fotos nicht automatisch in der Fotogalerie des Empfänger-Handys gespeichert werden. Möglicherweise verständigen Sie sich auch darauf, Fotos, auf denen das Gesicht Ihres Kindes zu sehen ist, gar nicht zu teilen, sondern nur persönlich zu zeigen.

Tipps für die Verbreitung von Fotos von Babies und Kleinkindern im Netz

Als frischgebackene Eltern ist man besonders stolz auf das eigene Baby und möchte sein Glück am liebsten mit der ganzen Welt teilen. Doch verlieren Sie dabei nicht die Persönlichkeitsrechte Ihres Kindes aus dem Blick. Die Beantwortung der folgenden Fragen soll Ihnen helfen, zu entscheiden, wie Sie mit Fotos von Ihrem Kind umgehen.  

Wie soll mein Kind in der Öffentlichkeit dargestellt werden? 

Ihr Kind lernt erst mit der Zeit, was Fotos sind und was es bedeutet, wenn Bilder verbreitet werden. Deshalb müssen vorerst Sie die Entscheidung treffen, wie es auf Fotos aussehen soll und wer bestimmte Bilder sehen darf. Bevor Sie ein z. B. für Sie witziges Foto von Ihrem Kind weiterleiten, sollten Sie deshalb überlegen, ob Sie es gut gefunden hätten, wenn Ihre Eltern ein solches Bild von Ihnen geteilt hätten. 

Kinder sollten auf Fotos immer bekleidet und nicht in einer lächerlichen oder gar peinlichen Situation zu sehen sein. Sind noch andere Kinder auf dem Foto zu erkennen, müssen Sie das Einverständnis der Eltern einholen.

Ist es immer nötig, dass man das Gesicht meines Kindes erkennt?

Fotos von Kindern können auch schön sein, ohne dass man sie ganz genau erkennen kann, z. B. indem man sie von hinten fotografiert oder nur einen Ausschnitt zeigt. Mehr Tipps, wie Sie schöne Kinderfotos auf kreative Art machen und verbreiten können, ohne die Persönlichkeitsrechte zu verletzen, finden Sie in unserem Beitrag Kreative Kinderfotos.

Wie sollen Fotos meines Kindes verbreitet werden?

Denken Sie außerdem darüber nach, über welche Kanäle Fotos verbreitet werden. Wenn Sie ein Bild bei WhatsApp teilen, kann es leicht und unbemerkt weitergeleitet werden und möglicherweise auch in fremde Hände gelangen. Dann wissen Sie nicht, was damit passiert. 

Um das zu vermeiden, gibt es oft verschiedene Einstellungsmöglichkeiten in Apps oder auf Plattformen, die Sichtbarkeit bzw. den Empfängerkreis einschränken. Kontrollieren Sie auch regelmäßig die eigenen Privatsphäre- und Sicherheitseinstellungen!

Vermeiden Sie es unbedingt, ein Foto Ihres Kindes in Kombination mit genauen Daten wie Namen oder Wohnort zu posten.

Wie möchte ich, dass andere mit Fotos meines Kindes umgehen? 

Dass Sie schöne Augenblicke mit Ihrem Kind festhalten und mit anderen teilen möchten, ist ganz normal und macht Freude. Doch nicht jedes Foto muss deshalb über das Internet geteilt oder veröffentlicht werden. Es kann genauso schön sein, die Bilder beim Familienfest zu zeigen und sich gemeinsam daran zu erfreuen. Besprechen Sie mit Familie und Freunden, wie Sie möchten, dass mit Fotos Ihres Kindes umgegangen werden soll. (Anregungen dazu finden Sie z. B. beim Deutschen Kinderhilfswerk.) Denn sind Fotos einmal über WhatsApp oder andere Messenger geteilt, können sie leicht und unbemerkt weitergeleitet werden. Tipp: Bei Messenger-Apps wie Signal oder Telegram werden Fotos übrigens nicht automatisch in der Fotogalerie des Empfängers abgespeichert.

Darf ich allein entscheiden, wie mein Kind im Netz dargestellt wird?

Besprechen Sie sich mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin bzw. dem anderen Elternteil dazu. Aber auch Kinder haben ein Recht auf Mitbestimmung, Privatsphäre und darauf zu entscheiden, was mit Bilder von ihnen passiert. Deshalb sollten Sie Ihr Kind so früh wie möglich einbeziehen. Wenn es noch sehr jung ist, können Sie fragen, ob es sich auf dem Foto mag, bevor Sie es weiterleiten. Ab dem Kindergartenalter sollten Sie genauer nachfragen, z. B.  ob auch Oma und Opa ein Bild sehen und haben dürfen. Respektieren Sie die Entscheidung Ihres Kindes, auch wenn sie nicht Ihrer Meinung entspricht.

Kreative Kinderfotos

Jeden Tag erleben wir unvergessliche Momente mit unseren Kindern: die ersten Schritte, die Kostümparty mit den besten Freunden oder der erste Ausflug in den Zoo. Selbstverständlich wollen wir diese festhalten und mit anderen teilen.

Dabei sollten wir beachten, in welcher Art und Weise Fotos von unseren Kindern im Internet kursieren – egal ob bei WhatsApp, Instagram oder anderso im Netz. Denn auch Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre und sollten altersgemäß mitentscheiden können, was und wie viel von ihnen im Internet zu sehen ist.

Wer gerne Fotos von seinen Lieben posten möchte, sollte darauf achten, dass Gesicht, Umgebung und Namen nicht klar erkennbar sind. Wir haben ein paar kreative Ideen gesammelt, um trotzdem schöne und eindrucksvolle Fotos zu erhalten:

Den Blickwinkel ändern

Copyright: Thomas Trutschel/photothek.net

Seien Sie kreativ, was den Blickwinkel der Kamera angeht. Auch ein Kinderfoto von hinten, oben oder unten kann bezaubernd sein!

Wenn Sie die Perspektive wechseln, kann das die Bildwirkung unterstreichen. Oft reicht es schon aus, sich auf eine Treppenstufe oder einen Küchenstuhl zu stellen. Achten Sie aber darauf, dass das Gesicht Ihres Kindes nicht erkennbar ist.

Wenn man auf Augenhöhe des Kindes begibt, wirkt der Hintergrund viel spannender und der Betrachter bekommt das Gefühl, die Welt aus Sicht des Kindes zu sehen.

Detailaufnahmen oder Ausschnitte

Copyright: Ute Grabowsky/photothek.net

Manchmal sind wir so damit beschäftigt, alles auf einmal auf ein Bild zu bekommen, dass wir die kleinen Dinge ganz übersehen. Dabei können auch Details etwas erzählen und emotional wirken.

Besondere Blickwinkel

Copyright: Ute Grabowsky/photothek.net

Interessante und kreative Fotos können auch entstehen, wenn man durch andere Objekte hindurch fotografiert (z. B. Blätter, Stoffe usw.) oder mit Wasserspiegelung arbeitet, dabei können tolle Pfützenfotos entstehen und die Kleinen haben auch ihren Spaß!

Schattenspiel

Copyright: Thomas Koehler/photothek.net

Wenn man mit Licht und Schatten arbeitet, wirken manche Fotos rätselhaft und spannend und andere sehr kunstvoll. Ihr Vorteil ist, dass nur Silhouetten und keine Gesichter zu erkennen sind.

Gesicht verdecken

Bild: photothek.de

Vielleicht kennen Sie Fotos von Kindern, auf denen die Gesichter im Nachhinein mit Emojis verdeckt wurden. Wenn man schon beim Foto machen daran denkt, dass Kindergesichter nicht zu sehen sein sollen, kann man sie auch auf eine andere Art verdecken. Manchmal sind solche Fotos gar nicht beabsichtigt und wirken natürlich, wenn das Kind z. B. gerade die Hände oder einen Gegenstand vors Gesicht hält – wie in unserem Beispiel.

Gegenstände statt Personen

Copyright: Thomas Trutschel/photothek.net

Auch Dinge können Geschichten erzählen, vor allem wenn man erkennt, dass sie einen Bezug zu einem Menschen haben – wie die Schuhe auf unserem Beispielfoto.

Fotobearbeitung

Einige der genannten Effekte lassen sich auch durch eine nachträgliche Fotobearbeitung erreichen. Man kann z. B. mit hohen Kontrasten und starkem Gegenlicht arbeiten oder mit der Tiefenschärfe spielen. Bei der Erstellung einer Fotocollage werden Bilder manchmal so klein dargestellt, dass die Gesichter nicht mehr zu erkennen sind.

Immer Rücksprache mit dem Kind halten

Beziehen Sie Ihr Kind so früh wie möglich ein. Viele Kinder sind es gewohnt, fotografiert zu werden. Und das gemeinsame Fotos anschauen auf dem Smartphone gehört bei vielen zum Familienalltag. Es bietet sich also an, frühzeitig auch kindgerecht über die Veröffentlichung von Fotos im Netz zu sprechen. Bereits ab dem Grundschulalter kann mit Kindern besprechen, was das Internet ist und was es bedeutet, wenn Fotos im Netz veröffentlicht werden.

Ob und wie viel Sie oder Ihr Kind von sich im Internet preisgeben, ist Ihnen überlassen. Wichtig ist vor allem die Auseinandersetzung mit dem Thema. Sowohl Eltern als auch Kinder sollten sich bewusst sein, welche Konsequenzen es haben kann, Bilder von sich und anderen im Internet zu veröffentlichen. Als Anregung für ein gemeinsames Gespräch kann unser Beitrag Kinderfotos im Netz dienen.

Nacktbilder auf dem Smartphone meines Kindes (16) – was soll ich tun?

Wenn das eigene Kind erwachsen wird und Beziehung lebt, kommt es auch zu Sexting. Was das ist und was Ihr Kind dabei unbedingt beachten sollte, erklärt Medienpädagoge Björn Schreiber

 

 

 

Soll ich Fotos meines Kindes ins Netz stellen?

Viktoria fragt sich, ab wann ihre Tochter eigentlich eigene Fotos von sich und ihrem Alltag ins Netz stellen sollte und was es dabei zu beachten gibt. Lidia de Reese gibt wichtige Hinweise und Tipps.

 

 

Medien selber machen – Mit der Fotokamera unterwegs

Es gibt viele Möglichkeiten, kleine Medienprojekte mit Kindern zu realisieren. Besonders unkompliziert sind Projekte rund ums Thema Fotografie. Denn eine Kamera gibt es eigentlich in jeder Familie, ob im Smartphone oder als eigenes Gerät. Außerdem ist man beim Fotografieren weder vom Internet noch von einer Steckdose abhängig (wenn der Akku geladen ist). Einige Ideen können also auch ganz einfach draußen umgesetzt werden! Welche Art von Kamera Sie für ein kleines Fotoprojekt nutzen, ob Fotokamera, Smartphone oder Tablet spielt in den meisten Fällen keine Rolle. Sie können gemeinsam mit Ihrem Kind kreativ werden und ausprobieren, was man außer Selfies und Urlaubsschnappschüssen fotografieren kann.

Nah und fern

Wer selber fotografiert, weiß, dass der Blick durch die Kameralinse oft eine andere ist. Beim Fotografieren ändern sich Perspektiven und Größenverhältnisse vollkommen. Gehen Sie mit Ihrem Kind auf Entdeckungsreise. Besonders gut geeignet ist dafür z. B. die Makrofotografie. Das heißt, man geht ganz nah an Objekte heran. Wenn vorhanden, kann man auch den Zoom der Kamera zur Hilfe nehmen. Blumen, Insekten und andere Sachen wirken damit viel größer. So können Sie gemeinsam Dinge entdecken, die Sie vorher nicht beachtet haben. Nicht weniger spannend ist es, wenn man Fotos aus großer Entfernung oder Höhe macht. Man kann sich auf die Suche nach den besten Orten zum Fotografieren machen.

Perspektiven-WahnsinnDiese Fotoaktion kennen Sie vielleicht aus dem Urlaub in Paris oder Pisa. Dort entstehen Fotos, die so aussehen, als würde man den schiefen Turm stützen oder den Eiffelturm zwischen Zeigefinger und Daumen behutsam festhalten.
Die Technik nennt man erzwungene Perspektive. Damit kann man Objekte größer oder kleiner wirken lassen, als sie eigentlich sind, indem man sich dazu in bestimmter Entfernung positioniert. Dabei entstehen oft lustige Fotos, die nicht der Wirklichkeit entsprechen.
Solche Perspektiven-Fotos kann man ganz einfach auch zu Hause oder draußen umsetzen, denn jedes Gebäude oder jeder Gegenstand lässt sich in witzige und verrückte Perspektiven zwingen. Probieren Sie es einfach mal mit Ihren Kindern aus – „spielen“ Sie mit verschiedenen Perspektiven.

Ein witziges YouTube-Video, um sich inspirieren zu lassen, gibt’s hier:

_%_Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=kF3kp1g-jOg_%_

Fotostory

Kennen Sie noch die Fotolovestories aus der Bravo? Dahinter steckt das simple Comic-Prinzip, bei dem Bilder und kurze Texte miteinander kombiniert werden. Fotos erzählen immer Geschichten und Kinder lieben Geschichten. Denken Sie sich gemeinsam eine kleine Geschichte aus und verpacken Sie diese als Foto-Story. So können Kinder auch ihr Schauspieltalent ausprobieren. Noch einfacher ist es, Collagen zu einem bestimmten Thema wie „Tiere“ oder „Natur“ zu erstellen. Mit verschiedenen Apps kann man kinderleicht Bilder bearbeiten, anordnen und Texte hinzufügen. Unter anderem mit „Pic’s Art Foto und Collage“ und „Pic Collage-Foto bearbeiten“ lassen sich Bilder bearbeiten, Collagen erstellen und Sticker einfügen. „Snapseed“ dagegen setzt auf Filter und das Korrigieren von Schärfe und Kontrast.

Fotos veröffentlichen

Wenn Ihr Kind besonders gelungene Fotos gemacht hat, kann es diese in einer Kinder-Foto-Community wie Knipsclub oder Kamerakinder anderen Kindern präsentieren. Während auf Instagram und Co. meistens der strahlende Filter, ein virtueller Blumenkranz auf dem Kopf oder das rauschende Meer im Hintergrund zu vielen Likes führt, geht es beim Knipsclub oder den Kamerakindern um das Wesentliche: das Fotografieren. Viele Fotoaktionen und die Ernennung des „Foto des Monats“ regen zum Mitmachen und Ausprobieren an. In der digitalen Ausstellung können Bilder mit „Gefällt mir“ markiert und kommentiert werden. Kinder bis etwa 12 Jahren können sich untereinander austauschen. Eine Kinder-Foto-Community ist ein sicherer Ort, um die Möglichkeiten eines Sozialen Netzwerks in einem geschützten Raum auszuprobieren, bevor Ihr Kind ab dem Jugendalter auf Instagram und anderen Social Apps Fotos und anderes postet. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, welche Art von Fotos es mit anderen teilt und welche vielleicht auch niemanden etwas angehen.

Eine weitere tolle Idee, für fortgeschrittene Fotografinnen und Fotografen ist das Malen mit Licht, auch Lightpainting genannt. Eine Anleitung, wie man das mit Kindern umsetzen kann, gibt’s bei „Gutes Aufwachsen mit Medien„.

Noch mehr Ideen und Tipps für das Fotografieren mit Kindern gibt es ebenfalls beim Knipsclub und den Kamerakindern.

Projektpartner
Unterstützer