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Private Kommunikation mit Instagram Threads?

Für viele Jugendliche ist es normal, andere durch Bilder und Videos in sozialen Netzwerken in ihren Alltag blicken zu lassen. Manche Momente sind allerdings so persönlich, dass man sie nicht mit allen Instagram-Freunden und -Followern teilen möchte, sondern nur mit ausgewählten Menschen. Dafür hat Instagram die Filterfunktion für “enge Freunde” und mit Instagram Threads eine dazu passende Messenger-App entwickelt.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Messenger-App für iOS und Android
  • Verbindung mit dem eigenen Instagram-Konto
  • funktioniert auf dem Smartphone auch ohne Installation von Instagram
  • Fotos, Stories und Direktnachrichten werden nur mit ausgewählten Personen geteilt
  • Mindestalter laut AGB: 13 Jahre

Was kann Instagram Threads?

Mit Instagram Threads wird die Kommunikation auf den selbst bestimmten engen Freundeskreis beschränkt. Beim Aufrufen der App wird direkt die Kamera geöffnet. Die App erinnert so stark an Snapchat. Mit ausgewählten Freunden lassen sich Fotos, Stories sowie der eigene Status teilen und Nachrichten austauschen. Beste Freunde können sich per Kurzwahl mit nur einem Klick Fotos senden. Ein besonderes Feature ist der Auto-Status, den die App aus den eigenen Standort- und Bewegungsdaten automatisch erstellen kann. Dadurch wird Freunden angezeigt, ob man z. B. gerade zu Hause, im Urlaub oder in der Innenstadt am Pizza essen ist.

Ein Vorteil von Threads ist, dass man es auch ohne die originale Instagram-App auf dem Smartphone nutzen kann, wenn man nur ab und zu in seine Instagram-Nachrichten schauen möchte.

Was fasziniert Jugendliche daran?

Die App ist auf das Verschicken von Nachrichten und Fotos mit Freunden reduziert. Es lassen sich eben kurz Nachrichten checken, ohne dass man von den neuesten Bildern und Stories all seiner abonnierten Instagram-Profilen abgelenkt wird. Es geht eher um das Teilen von Fotos und Nachrichten mit engeren Kontakten.

Instagram wird nicht nur von jungen Menschen genutzt, sondern auch von vielen Erwachsenen und allen möglichen Stars und Unternehmen. Dadurch sind Jugendliche nicht wirklich “unter sich” – mit Threads aber schon.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Obwohl die App mehr Privatsphäre verspricht, weil man darüber nur mit “engen Freunden” kommuniziert, verzichtet man gleichzeitig darauf, wenn man den Auto-Status aktiviert. Entscheidet sich Ihr Kind dazu, sammelt die App permanent Daten darüber, wo sich Ihr Kind aufhält, wie schnell es sich bewegt und wie sein Akkustand aktuell ist. Dann wissen nicht nur die App-Anbieter, sondern auch alle in der Freundesliste, wo man gerade ist.

Viele Influencer und Influencerinnen haben die “enge Freunde”-Funktion als Möglichkeit des Geldverdienens entdeckt. Leute können dafür bezahlen, in ihre Liste aufgenommen zu werden und erhalten dann exklusive und/oder private Inhalte ihrer Instagram-Lieblinge. Mit Freundschaft und Privatsphäre hat das nichts zu tun, sondern es geht nur ums Geldverdienen.

Was meint der Anbieter?

Mit dem Einverständnis der Eltern dürfen Kinder ein Instagram-Konto einrichten, wenn sie 13 Jahre alt sind. Die Standort- und Bewegungsdaten, die es für den Auto-Status braucht, werden laut Instagram nicht für Werbezwecke verwendet. Sie werden aber die ganze Zeit über erhoben, selbst wenn die App gerade nicht genutzt wird.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Sie sich dazu entscheiden, der Nutzung von Instagram Threads zuzustimmen, sollten Sie das Konto zusammen mit Ihrem Kind und die Einstellungen gemeinsam durchgehen. Sprechen Sie darüber, welche Folgen das Teilen des eigenen Standorts in Stories oder im Status haben kann und legen Sie in den Einstellungen fest, auf welche Daten die App Zugriff haben darf und auf welche nicht.

Die App bringt nur dann einen Mehrwert, wenn man über sie wirklich nur mit guten Freunden kommuniziert. Ihr Kind sollte unbedingt nur Menschen in die Liste der “engen Freunde” aufnehmen, die es auch kennt. Legen Sie gemeinsam Regeln fest, welche Inhalte Ihr Kind teilen sollte und welche nicht. Sie können sich an unseren “Rechtlichen Hinweisen für die Social-Media-Nutzung” orientieren.

Versuchen Sie nachzuvollziehen, warum es Ihrem Kind wichtig ist, einen Status oder bestimmte persönliche Informationen zu teilen. Besprechen Sie die Gefahren und Risiken, damit Ihr Kind diese auch verstehen kann. Das offene Gespräch darüber ist wichtig, damit Ihr Kind weiß, dass es sich Ihnen anvertrauen kann, falls es zu Belästigung, verstörenden Inhalten und Cybermobbing kommt.

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