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Dark Social – die dunkle Seite des Internets?

Ein besonderer Vorteil des Internets ist die schnelle und einfache Kommunikation. Meistens nutzen wir dafür Soziale Netzwerke und Messenger-Dienste. Allerdings wissen normalerweise nur diejenigen, die miteinander schreiben und chatten, worum es geht. Nach außen bleiben die Inhalte verborgen. Das ist auch gut so, denn schließlich möchte man manche Dinge nur mit dem besten Freund oder mit Mama besprechen.

Was bedeutet Dark Social?

Allerdings nutzen auch Menschen diese Kommunikationswege, die andere Absichten haben, als persönliche Dinge für sich zu behalten. Sie wollen Falschmeldungen streuen und Meinungen manipulieren. Was wir als Fake News von Nachrichtenportalen oder Twitter kennen, findet vermehrt auch in versteckten also dunklen Netzwerken statt. Man spricht dabei von Dark Social, weil man keinen Einblick in die Kommunikation hat. Niemand kann kontrollieren, ob das Internet in dieser Weise missbraucht wird. Radikale oder Menschen mit extremen politischen Ansichten nutzen Chatgruppen, um Personen anzusprechen und Vertrauen aufzubauen. Sie schleichen sich über andere in solche Chats ein, verbreiten Nachrichten, die andere unbedacht weiterleiten.

Risiken von Dark Social

Nicht nur für Kinder und Jugendliche stellt das eine Gefahr dar, denn es fühlt sich an, als würde man mit Freunden oder der Familie über das Smartphone quatschen. Nachrichten, die man in einer eigentlich privaten Chatgruppe bekommt, wirken glaubwürdig, weil man die Person kennt, die sie geteilt hat. Man geht ganz unbedacht davon aus, dass die Meldung tatsächlich stimmt und hinterfragt sie nicht. So können sich Falschmeldungen schnell verbreiten und Meinungen manipuliert werden.

Darauf sollten Sie und Ihre Kinder achten

Egal woher man Informationen bekommt, sollte man sie kritisch hinterfragen und nicht alles glauben. Das ist sicherlich leicht gesagt. Ein Tipp: Gerade Meldungen, die Sie emotional besonders mitreißen oder aufregen, sollten Sie mit Vorsicht genießen und besser prüfen. Finden sich an anderer Stelle auch Hinweise darauf? Recherchieren Sie die Meldung im Internet und schauen Sie sich verschiedene Quellen an. Überlegen Sie, woher die Information kommt und wer sie verbreitet hat. Selbst wenn ein Freund, enger Vertrauter oder Verwandter schreibt, lohnt es sich in vielen Fällen, einfach mal nachzufragen. Besonders kritisch sollten Sie und Ihr Kind sein, wenn flüchtige Bekannte oder Kontakte Informationen verbreiten. Auch in Messenger-Gruppen sollte man sensibel für Fake News, Hate Speech und Beleidigungen einzelner Gruppen sein.

Wenn Ihr Kind erkennt, dass Sie als Eltern kritisch mit Informationen umgehen, fördern Sie ein solches Verhalten auch bei Ihrem Kind. Erklären Sie ihm, warum manche Menschen Informationen manipulieren und wie man mit Informationen umgehen sollte.

Gerade Jugendliche suchen permanent nach Vorbildern und möchten sich zugehörig fühlen. Sie bauen sich eigene Werte und Ideale auf, die durch Dritte negativ beeinflusst werden können.

Discord – Austausch unter Gamern

Discord ist die Kommunikationsplattform für Gamer. Sie können sich darüber in Foren, Chats, Sprachkanälen auf Servern (wie bei Teamspeak) usw. austauschen.

Kurz gefasst:

  • Kommunikationsplattform, um mit anderen Spielern zu sprechen oder zu schreiben
  • für alle Plattformen kostenlos verfügbar
  • Nutzung laut ABG ab 13 Jahren erlaubt (USK 12)
  • Keine Einstellungsmöglichkeiten für Eltern bzgl. Inhaltsfilterung.

Was ist Discord?

Discord ist sowohl für Computer (Mac, Windows, Linux) als auch für Mobilgeräte (Android, Apple etc.) kostenlos nutzbar. Die dort angelegten Accounts können allerdings zu „Premium-Accounts“ mit einem Abonnement aufgewertet werden.

Discord wird überwiegend von Gamern alternativ zu WhatsApp verwendet, um Freunde und Bekannte nicht aus den Augen zu verlieren und während des Spielens miteinander kommunizieren zu können. Das geschieht über Server, die kostenlos erstellt werden können. Theoretisch könnte auch eine Schulklasse einen Discord-Server eröffnen, um sich dort auszutauschen.

Um einem Server beitreten zu können, muss man eingeladen werden. Dies funktioniert über einen Link, den man vom Ersteller des Servers geschickt bekommt. Diese Links sind entweder nur begrenzte Zeit gültig oder permanent. Influencer der Gaming-Szene nutzen  permanente Links meist, um sich mit ihren Fans auf ihrem Server austauschen zu können. Man kann auch andere Nutzer als Freunde hinzufügen, die dann in einer Freundesliste landen. So kann man mit ihnen in einem privaten Chat schreiben oder sie sogar über einen Sprach- oder Videoanruf kontaktieren.

Die Software lässt sich auch mit Diensten wie Twitch oder Facebook verbinden, wodurch Freunde ganz einfach hinzugefügt werden können.  Die kostenpflichtige Premium-Variante (“Nitro”) bietet attraktive Features, z. B. können Mediendateien schneller verschickt werden und erhält Zugriff auf eine große Bibliothek von Spielen.

Was begeistert Kinder und Jugendliche an Discord?

Für computerspiel-begeisterte Jugendliche ist Discord eine spannende Plattform, da sich hier vor allem die Gaming-Community tummelt. Es ist ein sehr einfacher und günstiger Weg, mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben. Die Kommunikation ist quasi anonym, da andere Nutzer keine E-Mail-Adresse oder Handynummer angezeigt bekommen.

Außer zur Kommunikation während des Spielens nutzen sie Discord auch um ihren Stars aus der Gaming-Szene zu folgen und mit ihnen zu interagieren.

Welche Gefahren birgt Discord?

Wie in allen Social-Media-Plattformen werden die Inhalte der Plattform von den Nutzern geteilt – das betrifft auch Dinge, die nicht für Kinder und Jugendliche gedacht oder geeignet sind (Pornografie, gewalthaltige Bilder und Videos etc.). Discord hat in seinen Community-Richtlinien festgelegt, dass Kanäle mit solchen Inhalten gekennzeichnet werden müssen. Beim Nutzer taucht dann eine Altersabfrage auf. Allerdings wird nicht kontrolliert, ob sie wahrheitsgemäß beantwortet wird.

Zudem bietet Discord kaum Möglichkeiten für Eltern, zu beeinflussen, was ihrem Kind angezeigt wird. Im eigenen Account kann man einige wenige Einstellungen treffen, um das Erlebnis sicherer zu gestalten. Diese Einstellungen kann Ihr Kind theoretisch jederzeit selbst wieder ändern.

Was sagt der Anbieter?

Discord ist im Jahr 2015 von der gleichnamigen Firma veröffentlicht worden. Auf der Website gibt es eine Datenschutzerklärung auf Englisch und die Nutzungsbedingungen auf Deutsch. Außerdem findet man dort eine Anleitung zu Account-Einstellungen, mit denen man seinen Zugang und die Privatsphäre schützen kann. Der Elternleitfaden von Discord gibt es leider nur in englischer Sprache.

Worauf sollten Sie als Eltern achten?

Bei der Kommunikation über öffentliche Chaträume in Discord kann Ihr Kind mit Fremden in Kontakt kommen. Besprechen Sie mögliche Gefahren (wie z. B. Cybergrooming) und geben Sie Tipps, wie sich Ihr Kind verhalten soll, wenn ihm beim Chat etwas komisch vorkommt. Zum Beispiel kann man Nutzer blockieren oder sogar (anhand ihrer individuellen Nutzungs-ID) melden. Am sichersten ist es, wenn Ihr Kind nur privat mit den Personen chattet, die in die eigene Freundesliste aufgenommen wurden.

Auch wenn Discord theoretisch bereits mit 13 Jahren erlaubt ist, sollten Sie überlegen, ob Ihr Kind schon reif genug ist, die möglichen Risiken abzuschätzen und damit umzugehen. Bleiben Sie auch bei älteren Kindern immer ansprechbar für Ihr Kind und fragen Sie regelmäßig nach, wie es mit Discord läuft.

 

Eltern fragen – wir antworten: Welche Gefahren können meinem Sohn bei der Nutzung von Whatsapp & Co. begegnen?

Mark fragt sich, welche Herausforderungen es bei der Nutzung von Messengerdiensten gibt und worauf er und sein Sohn (16) achten sollten? Medienpädagoge Björn Schreiber gibt ein paar Hinweise und Antworten.

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