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Betrug im Netz

“Sie haben gewonnen!” – Bestimmt haben Sie diesen Satz schon in einer E-Mail oder anderswo im Netz gelesen. Meistens verbirgt sich hinter einer solchen Nachricht kein Gewinn sondern ein Betrüger, der an Ihre persönlichen Daten oder Geld kommen will. 

Betrug ist im Netz mindestens genauso verbreitet wie anderswo. Oft haben es Betrüger auf Erwachsene abgesehen, aber auch Kinder und Jugendliche können zur Zielscheibe werden. Unsere Beispiele und Tipps sollen Ihnen helfen, Ihr Kind vor Betrügern zu schützen.

Fake-Gewinnspiele 

Mit gefälschten Gewinnspielen, z. B. bei Facebook, versuchen Betrüger an sensible Daten zu gelangen, die sie dann verkaufen. Datenhändler kaufen Daten, um beispielsweise Spam-Mails oder gezielte Werbung zu verschicken.

Fake-Gewinnspiele werden oft von einem anscheinend seriösen Unternehmen verbreitet. Der Fake-Account wirkt dabei sehr echt. Bei vermeintlichen Gewinnspielen von Ikea oder McDonalds kann man angeblich wertvolle Preise gewinnen. Manchmal geht es den Betrügern darum, persönliche Daten wie Adressen, Telefonnummern oder Bankverbindungen abzugreifen. In vielen Fällen wird auch der Gewinn eines Preises angekündigt, der gar nicht existiert. Dafür muss man sich auf einer Webseite registrieren und Daten eingeben, um den Preis zu erhalten. Vor der Teilnahme an einem Gewinnspiel ist es deshalb sinnvoll, z. B. über eine Suchmaschine zu recherchieren, wer dahinter steckt und ob das Gewinnspiel echt sein kann. Eine Liste mit Fake-Gewinnspielen gibt es bei mimikama. Mehr zu Gewinnspielen bei YouTube & Co. können Sie in unserem Beitrag nachlesen.

Phishing-Mails

Auch hinter E-Mails, in denen ein Gewinn versprochen wird, können Betrüger stecken. Man nennt das “Phishing”. Oft ist es gar nicht schwer, solche Betrügereien zu entlarven. Es genügt in der Regel, sich den Anbieter genauer anzuschauen: Ist es ein offizieller Anbieter mit einem Impressum? Handelt es sich um einen verifizierten Account (bei Facebook durch einen blauen Haken zu erkennen)? In jedem Fall ist es ratsam, auf verdächtige E-Mails gar nicht erst einzugehen oder etwas zu zahlen. Fragen Sie im Bekanntenkreis nach, ob auch andere eine solche Mail bekommen haben oder was sie davon halten und recherchieren Sie selbst im Internet.

Betrügerische Online-Shops

Gefälschte Online-Shops lassen sich auf den ersten Blick kaum von echten unterscheiden. Allerdings gibt es hier meistens besonders günstige Preise. Häufig existieren die Produkte gar nicht, die angeboten werden. Bestellt man etwas, wird entweder billige Ware verschickt oder aber gar nichts. Es werden Lieferschwierigkeiten vorgetäuscht oder man hört einfach nie wieder etwas von dem Anbieter, ist aber sein Geld los.

Um Fake-Shops zu enttarnen, hilft es, sich den Anbieter genauer anzuschauen: Ist die Internetadresse verdächtig? Muss man per Überweisung bezahlen, bevor man die Ware erhält oder gibt es mehr Zahlungsmöglichkeiten, z. B. auf Rechnung nach Warenlieferung? Wenn Ihnen oder Ihrem Kind etwas komisch vorkommt, seien Sie lieber vorsichtig und verzichten auf den Kauf über diesen Shop.

Abo-Fallen

Im Internet gibt es viele kostenlose Angebote: Beispielsweise werden Gutscheine, Vorlagen oder Apps frei zur Verfügung gestellt. Doch in manchen Fällen versuchen auch hier Betrüger ihr Glück. Bei anscheinend kostenlosen Leistungen wird man um die Angabe von persönlichen Daten gebeten und soll die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) akzeptieren. Im Kleingedruckten können Kostenfallen stecken. Setzt man hier vorschnell ein Häkchen, kann es es passieren, dass unbewusst ein kostenpflichtiges Abo abgeschlossen wird.

Um nicht in Abo-Fallen zu tappen, ist es sinnvoll, sich vorher zu fragen, warum bei einer kostenlosen Leistung Daten abgefragt werden. Ist es bereits zu spät, können bei der  Verbraucherzentrale Vordrucke für Rücktritt von Online-Käufen heruntergeladen werden. Browsererweiterungen, die Sie z. B. bei  Web of Trust herunterladen können, erkennen betrügerische Seiten und warnen Sie.

Was können Sie tun, um Ihr Kind zu schützen?

Machen Sie Ihr Kind auf die Gefahren des Online-Betrugs aufmerksam. Sprechen Sie darüber, dass im Netz, gerade wenn persönliche Daten eingegeben werden sollen, womöglich jemand diese Daten mit schlechten Absichten nutzen möchte. Weitere Informationen, wie Sie die Daten Ihres Kindes schützen können, finden Sie hier. Vereinbaren Sie, dass Ihr Kind Sie fragen muss, wenn es etwas im Internet herunterladen, kaufen oder bei einem Gewinnspiel mitmachen möchte. Ihr Kind sollte immer zu Ihnen kommen können, wenn es in eine Betrugsfalle getappt ist. Machen Sie ihm klar, dass es sich in einem solchen Fall nicht schämen muss und Sie eine Lösung finden. Zusätzlich können Sie sich beispielsweise bei der Verbraucherzentrale informieren und beraten lassen. Wenden Sie sich in schweren Betrugsfällen an die Polizei. Das geht auch im Internet über die Onlinewachen.

Social Media, Influencer und das liebe Geld

In Zeiten von Social Media ist es einfach, Einblicke in das Leben bekannter Personen zu bekommen. Fans können per Livestream oder Direktnachricht mit Instagram– und YouTube-Stars kommunizieren. In der App TikTok können Follower Influencern sogar live Geschenke machen. Die kosten allerdings richtiges Geld. Ähnliches gibt es auf der Plattform Twitch.tv. Hier überweisen die Zuschauer Geldbeträge an Videospieler und -spielerinnen während sie live streamen. Doch was haben eigentlich die Fans davon? Und wie teuer kann die Zuneigung zu den Lieblingsinfluencern werden?

Kauft man virtuelle Geschenke nur mit Spielgeld?

Die witzigen, virtuellen Geschenke, z. B. ein Panda-Emoji, die man seinen Stars auf TikTok machen kann, kosten umgerechnet nur wenige Cents. Die Influencer versprechen den Spendern und Spenderinnen im Gegenzug einen Like, einen Kommentar oder sogar die private Handynummer. Das teuerste Geschenk gibt es für 1000 virtuelle Münzen, was ca. 17 Euro entspricht. Bis zu 6000 Münzen auf einmal können User für knapp 110 Euro kaufen. Die Influencer erhalten für das Geschenk von TikTok als Belohnung Diamanten, die sie gegen echtes Geld umtauschen können. Davon behält TikTok ungefähr die Hälfte selbst.

Auf Twitch.tv erhalten Personen, die live zeigen, wie sie ein bestimmtes Videospiel spielen, Geldspenden als Motivation oder als Belohnung für ihre Gaming-Tipps von den Zuschauern. Als Dank lesen die Streamer die Namen oder den Text des Spenders oder der Spenderin vor. Auf diesem Weg können schon weniger bekannte Spieler und Spielerinnen auf Twitch bis zu mehreren hundert Euro im Monat verdienen.

Das Geschäft mit Social Media

Gerade für sehr bekannte Influencer ist Social Media kein reines Hobby mehr, sondern sie verdienen damit ihr Geld. Berühmte Influencer haben sogar ein ganzes Team hinter sich. Ihr Job ist es, sich zu überlegen, wie sie die Follower weiter an sich binden und noch mehr Menschen erreichen können. Social Media-Apps wie Instagram, TikTok und YouTube sind wichtige Instrumente für die Werbeindustrie geworden. Viele Influencer verdienen Geld durch Unternehmen, die ihnen Geld geben, damit sie für ihre Produkte Werbung machen oder indem sie Werbeclips in ihre Beiträge einbinden.

Durch die Geschenke der Fans können Influencer Geld verdienen, ohne Werbung machen zu müssen. Deshalb fordern sie ihre Follower dazu auf, zu spenden:”‘Wenn ihr mögt, was ich hier mache, dann unterstützt mich finanziell. Dafür bekommt ihr mehr Infos über mich oder ich erwähne euren Namen.” Für Jugendliche sind Livestreams auch eine Form sozialer Interaktion und eine Möglichkeit ein Teil von etwas zu sein. Damit das so bleibt, möchten sie ihrem Influencer gern etwas Gutes tun und machen ihr oder ihm Geschenke.

Doch diese Art, Geld zu verdienen, nutzen nicht alle: Influencer ist nicht gleich Influencer. Viele von ihnen wollen die Geschenke und Spenden ihrer Fans nicht.

Bleiben Sie auf dem Laufenden!

Influencer spielen für Kinder und Jugendliche eine wichtige Rolle zur Orientierung. Haben Sie Verständnis dafür und zeigen Sie Interesse. Fragen Sie nach, wofür die Influencerin oder der Influencer, den Ihr Kind mag, bekannt ist? Was macht sie oder er für Videos und was gefällt Ihrem Kind daran?

Für Kinder und Jugendliche spielt es auch eine große Rolle, welche Apps Gleichaltrige nutzen. Sie möchten dazugehören und sich ein Stück weit von den Erwachsenen abgrenzen. Das ist ganz normal und wichtig für die Entwicklung. Sprechen Sie mit Ihrem Kind und helfen Sie ihm beim Installieren und Einrichten eines Social Media-Accounts. Achten Sie dabei auf die Privatsphäre-Einstellungen.

Gerade bei jüngeren Teenagern sind Plattformen wie TikTok und Twitch beliebt. Bleiben Sie informiert, achten Sie auf die Altersbeschränkungen und halten Sie diese ein. Bei TikTok kann man erst Münzen und somit Geschenke kaufen, wenn man älter als 18 ist. Auch über Twitch laufen die Geldspenden meist über das Paypal-Konto, für das man volljährig sein muss. Denn Minderjährige sind nur eingeschränkt geschäftsfähig. Der sogenannte Taschengeldparagraph regelt, dass Kinder nur Dinge ohne Zustimmung der Eltern kaufen dürfen, wenn sie preislich im Rahmen des zur Verfügung stehenden Taschengeldes liegen.

Damit es dennoch zu keinen bösen Überraschungen auf der Handyrechnung kommt, haben wir für Sie eine Checkliste erstellt, wie Sie In-App Käufe auf dem Gerät Ihres Kindes einschränken könnten.

Einkaufen per Mausklick – Schnäppchenangebote im Netz

In vielen Familien ist die Woche streng durchgeplant mit Kindergarten, Schule, Arbeit, Arztterminen, Sport und und und. Da bleibt manchmal kaum Zeit für anderes. Umso praktischer, wenn man Dinge von zu Hause aus erledigen kann, wie zum Beispiel Online-Shopping. Einkaufen über das Internet ist äußerst beliebt und gehört zum Alltag vieler Menschen. Klar, gemütlich von der Couch aus und ohne Menschengedränge lassen sich die Geschenke für Weihnachten viel entspannter besorgen als in überfüllten Einkaufszentren. Vor allem in den Wochen und Tagen vor Feiertagen locken Online-Händler mit Angeboten und Rabatten.

Ihr Kind wächst mit der Selbstverständlichkeit auf, dass Produkte mit einem Mausklick über das Internet bestellt werden können. Vor allem für Jugendliche ist es sehr verlockend und einfach, eigenständig Bestellungen abzusenden. Dabei haben sie aber nicht unbedingt ein Gefühl dafür, dass Geld ausgegeben wird, weil sie es nicht in der Hand haben. Das ist bei In-App-Käufen nicht anders als beim Online-Shopping. Als Eltern sollten Sie mit Ihrem Kind darüber sprechen, dass man auch übers Internet bewusst einkaufen und einige Dinge beachten sollte.

Geschäftsfähigkeit von Kindern

Nur wer volljährig ist, ist auch vollständig geschäftsfähig. Das bedeutet, dass Kinder unter 18 Jahren nur im Rahmen ihres Taschengeldes einkaufen und Verträge abschließen dürfen. Mehr Informationen darüber gibt die Verbraucherzentrale.
Um online einkaufen zu können, braucht man neben einem Konto beim jeweiligen Shop häufig eine Kreditkarte oder ein Paypal-Konto. Dazu muss man aber ebenfalls volljährig sein. Seiten wie Amazon u. ä. prüfen das Alter bei der Anmeldung aber nicht sicher nach. Sie sollten also darauf achten, dass Ihr Kind keinen Zugriff auf Ihre Kreditkartendaten hat. Auch wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter online auf Rechnung bestellt, ist die Bestellung – also der Kaufvertrag – nur rechtsverbindlich, wenn Sie sie vorher oder nachträglich genehmigt haben.

Informieren Sie Ihr Kind darüber. Am besten ist es, wenn Sie nur gemeinsam im Internet einkaufen.

Vermeintliche Schnäppchen-Angebote

Gerade vor Feiertagen wie Weihnachten oder an speziellen Aktionstagen wie dem Black Friday locken Online-Händler mit Sonderangeboten zu unterschiedlichen Produkten. Oft wird mit Tricks gearbeitet, z. B. wird dem Sonderpreis die unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) des Herstellers gegenübergestellt, die allerdings selten von einem Händler verlangt wird. Durch zeitlich begrenzte Sonderrabatte wird der Verbraucher unter Druck gesetzt, sofort kaufen zu müssen. Vor allem Kinder und Jugendliche könnten sich von diesen Angebotsfristen stark beeinflussen lassen.

Außerdem gibt es immer mehr unseriöse und betrügerische Online-Shops, die kaum von echten Shops zu unterscheiden sind. Nehmen Sie solche Anbieter genau unter die Lupe und recherchieren Sie Erfahrungen anderer Kunden. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, so dass es, sobald es alt genug ist, nicht auf Betrüger hereinfällt. Denn schnell kann ein Einkauf bei einem Fake-Shop zu einer Abzockfalle mit finanziellen Verlusten werden. Tipps, wie man Fake-Shops erkennt, gibt es ebenfalls bei der Verbraucherzentrale.

Bewusstsein schaffen

Nur weil Online-Shopping so einfach und schnell geht, heißt es nicht, dass alles über das Internet bestellt werden muss. So können die Batterien auch im Supermarkt oder das Buch in der Buchhandlung um die Ecke gekauft werden. Machen Sie Ihrem Kind bewusst, dass hinter jeder Bestellung ein langer Zustellprozess steht. Das bedeutet nicht nur viel Aufwand für viele Menschen, sondern ist bei vielen Bestellungen auch schlecht für die Umwelt. Bestellen Sie nur die Ware und die Menge, die Sie benötigen, um überflüssige Lieferungen und aufwendige Retouren zu vermeiden. Weiterhin ist es wichtig, dass Ihr Kind lernt, sich nicht von Rabatten und Schnäppchen-Angeboten locken zu lassen. Vor jedem Kauf sollte sich daher die Frage gestellt werden, ob die angebotenen Produkte wirklich gebraucht werden.

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