Elternguide Logo

Beliebte Spiele-Apps: Coin Master

Niedliche Tiere und eine bunte Abenteuerwelt machen das Spiel für Kinder interessant, allerdings kommt es auch als virtueller Glückspielautomat daher und ist deshalb nicht für Kinder geeignet.

Kurz gefasst:

  • Spiele-App, in der man Dörfer bauen und diese gegen andere verteidigen muss
  • kostenlos für Android und iOS, aber enthält In-App-Käufe
  • Altersfreigabe nach USK: ab 16 Jahre
  • birgt die Gefahr, Kinder an Glücksspiel heranzuführen

Was ist Coin Master?

In diesem interaktiven Spiel werden für virtuelles Spielgeld (Coins) eigene Dörfer aufgebaut, andere Dörfer geplündert und erobert. Außerdem geht es darum, einen Coin Master, also den Meister der Münzen, anzugreifen und selbst zum Coin Master zu werden. Coins kann man durch die Betätigung eines virtuellen Glücksrads sammeln. Das Glücksrad kann aber nur einige Male pro Stunde gedreht werden. Über In-App-Käufe kann man mehr Coins kaufen. Generell erscheinen in der App ständig Fenster mit Angeboten zum Kauf von Spielelementen. Je weiter man kommt, desto schwieriger wird es ohne In-App-Käufe ins nächste Level aufzusteigen.

Man kann die App mit dem eigenen Facebook-Konto und seinen Facebook-Kontakten verknüpfen, um mit bzw. gegen die eigenen Freunde zu spielen.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an Coin Master?

Die Spiele-App ist bei Kindern und Jugendlichen vor allem bekannt, weil einige der bekanntesten Youtuber Deutschlands Werbung dafür gemacht haben. Das Spielprinzip, sein Dorf gegen Freunde zu schützen und selbst fremde Dörfer zu erobern, stellt einen großen Spielanreiz dar. Obwohl die Altersempfehlung laut USK bei über 16 Jahren liegt, ist die bunte Welt mit niedlichen Tieren und bunten Grafiken für Jüngere sehr ansprechend. Kinder spielen gerne und das Drehen an einem Glücksrad fasziniert Kinder besonders.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Gerade Jüngere, für die das Spiel nicht geeignet ist, lassen sich schneller von der Werbung beeinflussen und sich zu In-App-Käufen verleiten. Obwohl alle Funktionen des Spiels nur durch die Betätigung eines virtuellen Spielautomaten zu erreichen sind, deklariert der Anbieter die App nicht als Glücksspiel. Er wird deshalb dafür kritisiert, Kinder an Glücksspiel heranzuführen, ohne dies offensichtlich zu machen. Die Verleitung zu In-App-Käufen ist groß, da ständig Fenster mit Angeboten auf dem Bildschirm erscheinen.

Der Zugang zu Glücksspiel ist laut Jugendschutzgesetz erst ab 18 Jahren erlaubt, da damit eine Suchtgefahr verbunden ist. Weil bei Coin Master kein echtes Geld gewonnen werden kann, fallen Onlinespiele dieser Art derzeit nicht in die Zuständigkeit des Jugendschutzgesetzes. Trotzdem kann es nicht nur Minderjährige an Glücksspiel heranführen. Nachdem die App in die Kritik geraten ist, hat Apple die Altersfreigabe in seinem App Store auf 17+ geändert und mit dem Hinweis “Stark ausgeprägt: simuliertes Glücksspiel” versehen.

Problematisch ist auch der Datenschutz in der App. Man kann seinen Spiel-Account und die damit verbundenen personenbezogenen Daten beim Anbieter nicht ohne weiteres löschen. Man muss erst den Anbieter direkt kontaktieren.

Was sagt der Anbieter?

Der Anbieter Moon Active weist in seinen allgemeinen Geschäftsbedingungen darauf hin, ist das Spiel nicht für Personen unter 16 Jahren erhältlich ist. Allerdings gibt es keine Altersprüfung. Der Anbieter steht dafür in der Kritik von Glücksspiel-Betreibern finanziert zu werden und somit Minderjährige heranführen zu wollen.

Was sollten Eltern beachten?

Es handelt sich bei der App um simuliertes Glücksspiel, dass für Minderjährige ungeeignet ist. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es darum geht, echtes Geld zu bezahlen, ohne dafür echtes Geld gewinnen zu können.

Seien Sie sich bewusst, dass eine Altersbeschränkung im App Store bzw. im Google Play Store den Zugang für jüngere Kinder nicht verhindert. Mit einem Klick kann das Spiel ohne Altersprüfung frei heruntergeladen werden. Das lässt sich nur auf dem Smartphone selbst bzw. über entsprechende Kindersicherungseinstellungen verhindern. Achten Sie gerade bei jüngeren Kindern darauf, die Möglichkeit von In-App-Käufen für dieses Spiel auf dem Smartphone zu deaktivieren.

Beliebte Spiele-Apps: Brawl Stars

Handyspiele sind bei Kindern ab ca. 10 Jahren besonders beliebt. Eines der derzeit angesagten Spiele heißt Brawl Stars und kommt aus dem gleichen Haus wie Clash of Clans und Clash Royale.

Kurz gefasst:

  • kostenloses Echtzeit-Strategiespiel für Mobilgeräte
  • verfügbar für iOS und Android
  • beinhaltet In-App-Käufe
  • Altersangaben: freigegeben ab 6 Jahren (USK), empfohlen ab ca. 10 Jahren (Spieleratgeber NRW)

Was ist Brawl Stars?

Bei diesem Echtzeit-Strategiespiel kann man gleichzeitig mit anderen Spielern mobil über die App spielen. Man kann in verschiedenen Modi gegen andere Spieler online antreten, z. B. bei der Juwelenjagd oder dem Tresorraub. Dabei kämpft man entweder alleine oder in Zweier- bzw. Dreierteams gegeneinander. Eine Spielrunde dauert nur wenige Minuten. Nach und nach werden dann weitere Modi freigeschaltet.

Zum Spielen braucht der Spieler sogenannte Brawler, also Spielfiguren. Diese gibt es in verschiedenen Kategorien bzw. Seltenheitsstufen. Um sie zu bekommen, muss eine bestimmte Anzahl an Marken gesammelt werden, die man durch Siege erhält. Den ersten Brawler gibt es automatisch, alle weiteren muss man sich verdienen. Mit diesen Marken kann man auch Lootboxen, sogenannte „Brawlboxen“, kaufen. Diese virtuelle Wundertüte enthält eine zufällige Anzahl an Münzen, seltene Brawler oder andere Verstärkungen für Charaktere. Lootboxen können auch mit echtem Geld gekauft werden.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Spiele und Apps, die nichts kosten, sind für die meisten Kinder interessant, da sie kostenlosen Spaß erlauben. Außerdem kann man mit anderen in einem Team oder gegeneinander spielen. Die Runden sind kurz und man kommt zu schnellen Erfolgen. Die Spielmodi kennen die jungen Spieler schon aus anderen Games.

Auch die Optik des Spiels begeistert: In Cartoon-Grafik ist alles bunt gestaltet und die Brawler sehen witzig aus. Gewinnt man eine Runde, erhält der Spieler Belohnungen. Den Überraschungseffekt von Lootboxen finden Kinder spannend. Da eine Spielrunde relativ kurz ist, ist die Verlockung groß, ganz nebenbei immer wieder weiterzuspielen, um weitere Boxen öffnen zu können und immer „mächtiger” für Duelle zu werden.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Die kurzen Spielrunden und ständigen Belohnungen machen das Spiel attraktiv und verlocken dazu, ständig weiterspielen zu wollen. Sollten Sie sich unsicher sein, ob das Spielverhalten Ihres Kindes den normalen Rahmen überschreitet, finden Sie dazu hier Informationen.

Bei Brawl Stars spielt man im Team oder kann Clubs erstellen und beitreten. Ihr Kind kann so in Kontakt mit fremden Personen kommen, die im schlechtesten Fall nicht die Personen sind, für die sie sich ausgeben. Hier besteht die Gefahr von Cybermobbing und Cybergrooming.

Brawl Stars kann Ihr Kind dazu verleiten, viel Geld für Spielgegenstände und Lootboxen ausgeben zu wollen, um die Chance auf besonders seltene Brawler oder neue Münzen zu bekommen oder neue Spielrunden schneller freizuschalten. So verdient der Anbieter Geld mit dem Spiel.

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter Supercell gibt an, dass das Spiel erst ab 13 Jahren geeignet ist. Das weist darauf hin, dass es Inhalte oder Funktionen gibt, die nicht für Kinder geeignet sind. Auf der offiziellen Webseite des Anbieters Supercell gibt es einen Leitfaden für Eltern. Hier wird u. a. auf vorhandene In-App-Käufe im Spiel hingewiesen sowie auf die Möglichkeit, wie Eltern diese verwalten und ggf. ausschalten können. Supercell gibt an, persönliche Daten nicht für gewerbliche Zwecke oder anderweitig an Dritte weiterzugeben. Zum sicheren Chatten hat der Anbieter eine “schwarze Liste” erstellt, mithilfe derer bestimmte Begriffe schnell entfernt werden können. Chatnachrichten können auch stumm geschaltet und somit nicht angezeigt werden.

Was sollten Eltern beachten?

Am besten entdecken Sie zu Beginn gemeinsam das Spiel. Besprechen Sie, ob Ihr Kind In-App-Käufe tätigen darf und wenn ja, in welcher Höhe. Da das Spiel dazu verleitet, immer weiterzuspielen oder öfter nebenher eine Runde zu zocken, sollten Sie auch dafür Regeln vereinbaren: Wie lange darf am Tag oder in der Woche gespielt werden?

Nutzen Sie die Einstellungsmöglichkeiten, etwa um Kontakt mit Fremden über die Chatfunktion auszuschließen. Machen Sie Ihrem Kind bewusst, keine persönlichen Dinge wie Name, Wohnort etc. preiszugeben. Man kann nie sicher sein, wer am anderen Ende wirklich sitzt.

Außerdem soll man bei Drittanbietern vorsichtig sein, die Verbesserungen bei Brawl Stars versprechen und Produkte dafür anbieten, wie z. B. kostenlose Juwelen. Hier werden oft persönliche Informationen und/oder Geld gefordert, ohne das versprochene Produkt zu liefern.

Projektpartner
Unterstützer