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KI-Influencer*innen – wenn hinter Profilen keine echten Menschen stecken

Das neue Lieblingsprofil wirkt freundlich, antwortet auf Kommentare und teilt ständig neue Fotos aus dem Alltag. Für viele Kinder sieht der Account aus wie andere Influencer*innen auf Instagram oder TikTok. Doch hinter manchen Profilen steckt gar kein echter Mensch. Immer mehr Influencer*innen auf Social Media werden mit Künstlicher Intelligenz erstellt.

Was steckt hinter KI-Influencer*innen?

KI-Influencer*innen sind erfundene Figuren auf Social Media. Bilder, Videos, Stimmen und Texte werden mit Hilfe von KI erstellt oder bearbeitet. Hinter den Profilen stehen meist Unternehmen oder Agenturen. Die Figuren präsentieren sich als Mode-Influencer*innen, Gamer*innen, Musiker*innen oder Lifestyle-Stars und erzählen aus ihrem angeblichen Alltag.

Besonders bekannt ist Lil Miquela aus den USA. Die virtuelle Influencerin veröffentlicht Modefotos, Musik und politische Botschaften und hat Millionen Follower*innen. Auch die deutsche KI-Figur Noonoouri arbeitet mit großen Modemarken zusammen und setzt sich öffentlich für nachhaltige Mode ein.

Mit KI können heute sehr schnell Bilder, Videos oder Texte für Social Media erstellt werden. Trotzdem handeln diese Figuren nicht eigenständig. Inhalte, Texte und Kooperationen werden von Menschen geplant und gesteuert. Für Unternehmen sind solche Figuren attraktiv, weil sie die Inhalte vollständig kontrollieren können. Viele dieser Figuren werden so gestaltet, dass sie auf Social Media besonders viel Aufmerksamkeit bekommen.

Auch rechtspopulistische und extremistische Gruppierungen nutzen KI-Influencer*innen. Die Profile zeigen oft junge, attraktive Personen. Sie verbinden harmlose Lifestyle-Inhalte mit radikalen oder diskriminierenden Botschaften, sie zeigen zum Beispiel Deutschlandflaggen, klassische Familienbilder oder treffen Aussagen gegen Migration. Andere Accounts erfinden eigene Wirklichkeiten und zeigen skurrile Zukunftsbilder. So sollen rechte Weltbilder moderner wirken und sich schrittweise verbreiten.

Es gibt auch Projekte mit positiven Zielen. Manche virtuelle Figuren sollen auf gesellschaftliche Themen aufmerksam machen oder zeigen, was mit KI kreativ möglich ist. Der Account Itskamisworld wurde zum Beispiel entwickelt, um Menschen mit Down-Syndrom sichtbarer zu machen. Trotzdem bleibt wichtig, Inhalte aufmerksam einzuordnen und Werbung erkennen zu können.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Kinder und Jugendliche nutzen Social Media zum Abschalten, Austauschen und Dazugehören. Influencer*innen spielen dabei oft eine wichtige Rolle. Virtuelle Influencer*innen wirken oft besonders perfekt und professionell, reagieren schnell auf Trends und scheinen ständig erreichbar zu sein. Genau das macht sie für viele junge Nutzer*innen interessant.

Vor allem jüngere Kinder hinterfragen oft nicht, wer hinter einem Profil steckt. Wenn ein Account regelmäßig kommentiert, aus dem Alltag erzählt und freundlich auf Nachrichten reagiert, entsteht schnell das Gefühl von Nähe.

Viele Jugendliche merken zwar eher, dass Inhalte künstlich erstellt wurden, stehen dafür aber stärker unter Druck durch Schönheitsideale und Vergleiche auf Social Media. Hohe Follower*innenzahlen, Likes und positive Kommentare verstärken den Eindruck, dass die Figur beliebt und glaubwürdig ist.

Für manche Nutzer*innen ist dabei gar nicht entscheidend, ob eine Figur real ist. Wichtig ist vor allem, ob die Inhalte unterhaltsam, kreativ oder spannend wirken.

Was kann problematisch sein?

Besonders schwierig ist, dass KI-Influencer*innen oft kaum von echten Menschen zu unterscheiden sind.

Mögliche Probleme:

Außerdem sind KI-Inhalte bisher oft nicht eindeutig gekennzeichnet. Es bleibt für Nutzer*innen häufig unklar, ob Bilder, Videos oder Figuren künstlich erstellt wurden.

Was sollten Eltern beachten?

Begleiten Sie Ihr Kind bei der Nutzung von Social Media und interessieren Sie sich dafür, welchen Profilen es folgt. Schauen Sie sich gemeinsam Profile an und sprechen Sie darüber, wie Inhalte auf Social Media entstehen. Viele KI-generierte Bilder wirken auf den ersten Blick perfekt oder besonders professionell. Manche Inhalte zeigen jedoch kleine Auffälligkeiten:

  • Hände, Zähne oder Schmuck sehen merkwürdig aus
  • Hintergründe verändern sich plötzlich oder wirken „verschoben“
  • Gesichter wirken „zu perfekt“, ohne Poren oder Falten
  • Licht und Schatten passen nicht richtig zusammen
  • Spontane Fotos mit anderen Menschen fehlen oft

Kinder müssen nicht jede KI-Fälschung sofort erkennen. Wichtiger ist, nicht alles sofort zu glauben, was auf Social Media echt aussieht.

Sprechen Sie auch darüber, dass viele Influencer*innen mit ihren Inhalten Geld verdienen. Virtuelle Figuren wirken oft wie gute Freund*innen oder geben scheinbar ehrliche Empfehlungen. Dahinter stecken jedoch häufig Werbung und Unternehmen.

Hilfreich können Fragen sein wie:

  • Wer steckt hinter dem Profil?
  • Warum sieht dort alles so perfekt aus?
  • Was soll der Beitrag bei mir auslösen?
  • Wird hier vielleicht Werbung gemacht?

Gerade jüngere Kinder können virtuelle Figuren schnell für echte Freund*innen halten. Wichtig ist, dass Kinder mit Fragen oder Unsicherheiten offen zu ihren Eltern kommen können.

Meta – der Konzern hinter WhatsApp, Instagram und Facebook

Der Klassenchat läuft über WhatsApp, Reels werden auf Instagram geteilt und im Sportverein organisiert man sich über Facebook-Gruppen. Viele Kinder und Jugendliche nutzen täglich mehrere Dienste von Meta, oft ohne zu wissen, dass sie alle zum selben Unternehmen gehören. Für Eltern ist es hilfreich zu verstehen, wie diese Angebote zusammenhängen.

Was ist Meta?

Meta Platforms hieß ursprünglich Facebook Inc. und wurde 2004 gegründet. 2021 benannte sich das Unternehmen in Meta um. Damit wollte der Konzern zeigen, dass er längst mehr als nur Facebook anbietet und verstärkt auf virtuelle Welten und Künstliche Intelligenz setzt.

Zum Unternehmen gehören unter anderem:

Die Apps können kostenlos genutzt werden, finanziert werden sie vor allem über Werbung. Dafür sammelt Meta zahlreiche Informationen darüber, welche Inhalte Nutzer*innen ansehen, liken, kommentieren oder teilen und wie lange sie aktiv sind. Auch Standortdaten, Geräteinformationen oder Interessen fließen dabei ein.

Die verschiedenen Dienste von Meta sind eng miteinander verbunden. Wer WhatsApp, Instagram und Facebook gleichzeitig nutzt, hinterlässt besonders viele Informationen über das eigene Nutzungsverhalten. Daraus erstellt Meta Interessenprofile für personalisierte Werbung und Empfehlungen.

Neben Social Media investiert Meta stark in digitale und virtuelle Welten. Über die VR-Brillen Meta Quest können Nutzer*innen in digitale Spiele- oder Freizeitwelten eintauchen. Meta integriert außerdem KI-Funktionen (Meta AI) direkt in WhatsApp, Instagram und Facebook. Sie können Fragen beantworten, Texte formulieren, Bilder erzeugen oder Inhalte zusammenfassen. Dabei sind auch falsche oder irreführende Antworten möglich.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Die Meta-Dienste erfüllen viele Bedürfnisse gleichzeitig. WhatsApp ist für Jugendliche oft der wichtigste Kommunikationskanal. Klassenchats, Verabredungen oder Freizeitgruppen laufen meist direkt über den Messenger. Wer dort nicht erreichbar ist, verpasst schnell wichtige Informationen oder fühlt sich ausgeschlossen. Instagram bietet Unterhaltung und Möglichkeiten zur Selbstdarstellung. Likes, Kommentare und Follower*innen-Zahlen vermitteln vielen Jugendlichen Aufmerksamkeit und Zugehörigkeit. Viele Inhalte werden automatisch vorgeschlagen. Reels, Memes, Influencer*innen-Inhalte oder KI-Chatbots sorgen für ständigen Nachschub. Dadurch verbringen Kinder und Jugendliche oft deutlich mehr Zeit in den Apps als geplant.

Was kann problematisch sein?

Meta-Dienste sind darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit möglichst lange zu binden. Besonders Kindern und Jugendlichen fällt es dadurch oft schwer abschalten. Mögliche Risiken sind unter anderem:

Gerade jüngere Kinder verstehen oft noch nicht, wie Plattformen Inhalte auswählen oder warum bestimmte Beiträge immer wieder angezeigt werden. Auch Werbung oder KI-generierte Inhalte sind für sie häufig schwer zu erkennen.

Was meint der Anbieter?

Meta verweist auf verschiedene Sicherheits- und Jugendschutzfunktionen innerhalb der Apps. Dazu gehören Privatsphäre-Einstellungen, Melde- und Blockierfunktionen sowie Elternaufsicht für einzelne Angebote wie Instagram. Der Konzern betont außerdem, dass KI-Funktionen verantwortungsvoll entwickelt werden sollen. Kritiker*innen bemängeln jedoch weiterhin die umfangreiche Datensammlung und die schwer verständlichen Datenschutz-Einstellungen.

Was sollten Eltern beachten?

Zusammenhänge sichtbar machen: Erklären Sie Ihrem Kind, dass WhatsApp, Instagram, Facebook und Threads zu demselben Konzern gehören. Viele Funktionen, Werbeanzeigen und Datensammlungen greifen ineinander.

Datenschutz gemeinsam einstellen: Gehen Sie regelmäßig gemeinsam die Privatsphäre-Einstellungen durch. Prüfen Sie unter anderem, wer Inhalte sehen oder Nachrichten senden kann, ob der Standort sichtbar ist und welche Daten für Werbung genutzt werden. Auch öffentliche Profile, Gruppen oder KI-Funktionen sollten regelmäßig überprüft werden.

Über Algorithmen sprechen: Kinder und Jugendliche sollten verstehen, dass Plattformen nicht die wichtigsten Inhalte anzeigen, sondern oft das, was besonders lange Aufmerksamkeit erzeugt. Das können lustige, aber auch provokante oder emotional belastende Inhalte sein.

Werbung und Influencer*innen hinterfragen: Besprechen Sie gemeinsam, wie Influencer*innen Geld verdienen und warum bestimmte Produkte ständig auftauchen. Viele Werbeinhalte wirken persönlich oder spontan, sind aber Teil gezielter Marketingstrategien.

KI-Funktionen kritisch begleiten: Erklären Sie Ihrem Kind, dass KI-Systeme keine echten Freund*innen und keine neutralen Wissensquellen sind. Antworten können falsch sein oder Vorurteile enthalten. Persönliche Informationen sollten nicht in KI-Chats eingegeben werden.

Bildschirmzeiten bewusst gestalten: Endlos-Feeds und Push-Benachrichtigungen erschweren bewusste Medienpausen. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Offline-Zeiten einzuplanen und Benachrichtigungen zu reduzieren.

Gesprächsbereit bleiben: Verbote allein helfen meist wenig. Wichtig ist, dass Ihr Kind bei unangenehmen Erfahrungen Unterstützung bekommt und offen über problematische Inhalte, Konflikte oder Kontakte sprechen kann.

Problematische Körperbilder in den Medien

Sie schminken, stylen, trainieren und optimieren sich. Sie tauchen in Kinderserien auf, posieren auf TikTok und Instagram, laufen über rote Teppiche oder präsentieren sich in Dating- und Reality-Shows – und sehen dabei scheinbar immer perfekt aus. Medienfiguren, Influencer*innen, Stars und TV-Gesichter zeigen täglich, wie der „ideale“ Körper angeblich aussehen soll. Das kann bei Kindern und Jugendlichen großen Druck auslösen.

Ideale Körper begegnen Kindern schon früh

Große Augen, seidige Haare, definierte Muskeln und scheinbar makellose Proportionen: Schon früh begegnen Kindern und Jugendlichen auf Bildschirmen Körperbilder, die mit der Realität wenig zu tun haben. Das beginnt schon im Kinderfernsehen: Disney-Figuren wie Elsa und Tarzan, die Feen aus dem Winx-Club oder Superhelden wie Spiderman sind oft extrem schlank oder sehr sportlich und muskulös gezeichnet.

Kinder lieben solche Filme und Serien meist nicht wegen der Stereotype, sondern weil sie spannend, lustig, emotional oder besonders schön inszeniert sind. Die stark idealisierten Körperbilder nehmen sie dabei eher nebenbei auf. Diese Bilder können sich aber trotzdem einprägen und beeinflussen, was Kinder als „normal“ oder „schön“ empfinden.

Wenn Aussehen für Jugendliche zum Maßstab wird

Für ältere Kinder und Jugendliche zeigen Formate wie „Germany’s Next Topmodel“ oder Dating-Shows wie „Love Island“ sehr deutlich, worauf es dort ankommt: auf das perfekte Aussehen. Wer den Erwartungen an Körper, Maße und Styling nicht entspricht, hat es schwerer. Erfolg auf dem Laufsteg oder bei der Suche nach Nähe und Beziehung wirkt in solchen Formaten häufig davon abhängig, ob der eigene Körper den gängigen Schönheitsidealen entspricht. Wer nicht dazu passt, wird mitunter öffentlich abgewertet oder scheidet aus. Auf Social Media wird diese Geschichte weitergeführt: Beauty-, Fashion- und Fitness-Influencer*innen zeigen, wie man sich pflegt, schminkt, kleidet, trainiert und ernährt. Manche sprechen auch über Schönheitsoperationen, Abnehmspritzen oder andere Eingriffe. Oft entsteht dabei der Eindruck: Der eigene Körper ist ein Projekt, an dem ständig gearbeitet werden muss, um einem vermeintlichen Ideal möglichst nahe zu kommen.

Jugendliche mögen solche Formate oft, weil sie unterhalten, emotional erzählen und Einblicke in Themen geben, die in ihrem Alltag wichtig sind: Aussehen, Anerkennung, Flirten, Zugehörigkeit und Selbstinszenierung. Außerdem laden sie zum Mitreden ein – in der Schule, im Freundeskreis oder auf Social Media – und werden so schnell Teil gemeinsamer Gespräche und Trends.

Wenn Körperbilder Druck machen

Gerade für Kinder und Jugendliche können diese Körperdarstellungen sehr prägend sein. Junge Menschen suchen in ihren Medien nach Vorbildern und Ideen, wie sie selbst sein möchten und wie ihr Leben aussehen kann. Wenn sie dabei ständig von einem bestimmten Körperideal umgeben sind, kann bei ihnen ebenfalls der Wunsch entstehen, so auszusehen. Eventuell gehen sie sogar davon aus, dass persönlicher Wert von perfektem Aussehen abhängt – schließlich ist das die Botschaft, die in vielen TV-Formaten und auf Social-Media-Profilen mitschwingt.

Kinder und Jugendliche können dabei nicht unbedingt erkennen, dass Körperdarstellungen in den Medien auf Perfektion getrimmt sind – durch inszenierte Darstellung und Ausleuchtung, durch Nachbearbeitung und Effekte entsteht eine Illusion, die nichts mehr mit der Realität zu tun hat. Hinzu kommt: Viele Inhalte auf Social Media werden inzwischen auch mit KI verändert, ergänzt oder sogar vollständig künstlich erzeugt – und sind dadurch noch schwerer als bearbeitet oder gefälscht zu erkennen.

Einem solchen Ideal nachzueifern kann zu viel Frust und Enttäuschung, zu hohen Ausgaben für scheinbar hilfreiche Beauty-, Trainings- oder Ernährungsprodukte bis hin zu handfesten Problemen wie einer gestörten Körperwahrnehmung, psychischen Problemen oder Essstörungen führen.

Häufig sind die Angebote auch stark geschlechtsspezifisch ausgerichtet – so werden jungen Mädchen vor allem Schmink- und Stylingtipps angezeigt, Jungs dagegen bekommen Muskeln und starke Helden präsentiert. Das verstärkt neben dem generellen Druck auch klischeehafte Vorstellungen von Geschlechterrollen.

Was sollten Eltern beachten?

Machen Sie sich bewusst, mit welchen Körperdarstellungen Ihr Kind über seine Mediennutzung konfrontiert ist, zum Beispiel über den Elternratgeber für TV-, Streaming- und Social-Media-Angebote FLIMMO. Lassen Sie sich von Ihrem Kind die liebsten Sendungen oder Social-Media-Profile zeigen und schauen Sie gemeinsam, was da vermittelt und gezeigt wird. Sprechen Sie darüber, wie mediale Körperbilder entstehen und warum sie häufig nicht realistisch sind.

Sie können auch gemeinsam Videos ansehen, in denen gezeigt wird, wie „perfekte“ Bilder entstehen. Wenn Ihr Kind versteht, wie Medien funktionieren und warum die Bilder auf den Geräten nicht realistisch sind, ist das ein erster Schritt, um den Druck rauszunehmen. Hilfreich können dabei Aufklärungsangebote wie dieses Video von Funk sein. Mehr dazu, wie Sie mit Schönheitsidealen im Netz umgehen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Schaffen Sie ein Gegengewicht: Nutzen Sie gemeinsame Medienzeit und schauen Sie mit Ihrem Kind bewusst Filme und Serien, die vielfältige Körperbilder zeigen und nicht nur gängige Stereotype bedienen. Auch auf Social Media können Sie gemeinsam Profile entdecken, die andere Perspektiven sichtbar machen – und Ihrem Kind zeigen, dass Körper sehr unterschiedlich aussehen dürfen.

Ganz wichtig ist: Seien Sie sich Ihrer Vorbildrolle bewusst! Gesundes Essverhalten, ein freundlicher Umgang mit dem eigenen Körper und eine Einschätzung des eigenen Wertes, die mehr als Äußerlichkeiten einbezieht, werden auch zuhause geprägt.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind durch bestimmte Körperideale bereits psychisch belastet ist, dass sich sein Essverhalten verändert oder Sie sich unsicher sind – suchen Sie Hilfe. Sprechen Sie mit (Schul-)Psycholog*innen, Kinderärzt*innen oder melden Sie sich bei einer anonymen Beratungsstelle wie der Nummer gegen Kummer.

Instagram sicher nutzen

Die Social-Media-Plattform Instagram ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. So stellt sich die Frage, wie junge Nutzer*innen auf dem sozialen Netzwerk gut begleitet und geschützt werden können. Instagram bietet deshalb verschiedene Einstellungen für Jugendliche, die mehr Sicherheit ermöglichen sollen. Wir stellen die wichtigsten Funktionen vor.

Warum sind die Sicherheitseinstellungen notwendig? 

Auf sozialen Netzwerken wie Instagram können Jugendliche ungeeigneten Inhalten wie erotische Bilder, gefährliche Challenges, Desinformation, extremistische Inhalte oder Werbung begegnen. Der Umgang mit Themen wie Cybermobbing, problematische Kontakte oder die ungewollte Verbreitung eigener Daten und Beiträge kann herausfordernd sein. Weil Jugendliche den Umgang mit solchen Risiken oft erst lernen, brauchen sie besonderen Schutz. Deshalb sind Plattformen seit der Anpassung des Jugendschutzgesetzes gesetzlich verpflichtet, Schutzmaßnahmen für Minderjährige sowie Begleitungs- und Einstellungsmöglichkeiten für Eltern bereitzustellen.

Einstellungsmöglichkeiten im Teen-Konto

Für Jugendliche von 13 bis 17 Jahren wird bei der Anmeldung bei Instagram standardmäßig ein Teen-Konto erstellt. Ein solches Konto zeichnet sich unter anderem durch folgende Punkte aus:

  • Privates Konto: Teen-Konten sind automatisch auf „privat“ gestellt, so dass nur bestätigte Follwer*innen Beiträge, Stories oder Reels sehen können.
  • Strenge Inhaltsfilter: Wenn ein Teen-Konto aktiviert ist, werden sensible oder für Kinder und Jugendliche ungeeignete Inhalte auf Instagram stärker eingeschränkt und seltener empfohlen. Dabei orientiert sich Instagram auch an der US-amerikanischen Einstufung „ab 13 Jahre“, da Meta seinen Sitz in den USA hat. Kinder und Jugendliche können unangemessene Inhalte melden und blockieren.
  • Nachrichteneinschränkungen: Teenager können Nachrichten nur von Personen empfangen, denen sie folgen. Sowohl Chats als auch Markierungen und Erwähnungen können eingeschränkt werden. Konten und Personen lassen sich blockieren.
  • Zeitlimit: Nach 60 Minuten Nutzungsdauer erhalten die Nutzer*innen einen Hinweis. Nachts aktiviert sich der Schlafmodus und schaltet Mitteilungen stumm.

Über die Elternaufsicht können Eltern die Konten ihrer Kinder mit den eigenen verknüpfen und dort die Nutzung begleiten und einschränken, z. B. Zeitlimits setzen oder Sicherheitseinstellungen vornehmen. Eltern werden hier über die Aktivitäten ihrer Kinder informiert – etwa wie lange sie im Netzwerk aktiv waren, welche Kontakte stattgefunden haben oder ob Inhalte gemeldet oder blockiert wurden. Wenn Sie die Elternaufsicht nicht nutzen, Nutzen Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren Instagram ohne Elternaufsicht, gelten für ihr Teen-Konto automatisch die strengsten Sicherheitseinstellungen. Jugendliche ab 16 Jahren können ohne Elternaufsicht die Sicherheitseinstellungen des Teen-Kontos selbst lockern.

Weitere Sicherheitseinstellungen bei Instagram

Die Einstellungen in den Teen-Konten beziehen sich ausschließlich darauf, wie das Konto selbst auf der Plattform angelegt ist. Darüber hinaus gibt es allgemeine Sicherheitsmaßnahmen, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kind vornehmen sollten:

  • Passen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die App-Berechtigungen auf dem Smartphone an. Für junge Nutzer*innen ist es beispielsweise sinnvoll, den Zugriff auf Standort, Kontakte und Kamera einzuschränken.
  • Meta integriert KI-Funktionen in Facebook, WhatsApp und Instagram und möchte Nutzungsdaten zum Training dieser KI nutzen. Dem können Sie widersprechen, um die Daten Ihres Kindes zu schützen.
  • Hat Ihr Kind bereits ein Facebook-Konto, bietet Instagram „Cross-Posting“ an – also das Posten von Inhalten auf beiden Plattformen. Das können Sie in der App ausschalten, um eine unerwünschte Verbreitung der Inhalte zu verhindern.
  • Ab dem 08.05.2026 bietet Instagram nicht mehr die Möglichkeit, Chats mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu schützen. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, private Nachrichten eher über verschlüsselte Messenger wie WhatsApp oder Signal zu teilen.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kindersicherung auf Instagram finden Sie auf medien-kindersicher.de. Instagram bietet einen Leitfaden für Eltern mit Gesprächsanregungen und einem Glossar wichtiger Begriffe.

Was müssen Eltern weiterhin beachten? 

Sicherheitseinstellungen, Teen-Konto und Elternaufsicht schaffen eine wichtige Grundlage für mehr Schutz auf Instagram. Um Ihr Kind bei der sicheren Nutzung unterstützen zu können, sind außerdem folgende Punkte wichtig:

  • Konto gemeinsam einrichten: Wenn Ihr Kind sich bei der Anmeldung älter macht, greifen die Sicherheitseinstellungen nicht. Nehmen Sie die Anmeldung am besten gemeinsam vor.
  • Vertrauen und Dialog: Kontrolle fühlt sich für Jugendliche nicht gut an. Besser ist es, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es bei Instagram macht. Seien Sie offen und interessiert! Bei klicksafe finden Sie Ideen für den Gesprächseinstieg. Wenn Sie als Eltern Einblick in die Instagram-Nutzung Ihres Kindes bekommen, achten Sie darauf, die Privatsphäre Ihres Kindes nicht zu verletzen – denn auch Jugendliche haben ein Recht darauf. Wenn Ihr Kind das eigene Konto auf privat stellt und Sie nicht als Follower*in akzeptiert, können Sie die Beiträge nicht mehr sehen.
  • Sich nicht auf Filter verlassen: Instagram nutzt KI-Systeme, um Inhalte als problematisch einzustufen. Diese Filter funktionieren aber nie zu 100 Prozent – und User*innen finden immer wieder Wege, die Filter zu umgehen. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, problematische Inhalte zu erkennen und damit umzugehen. Zeigen Sie Ihrem Kind, welche Einstellungen die Nutzung der Plattform sicherer machen.
  • Aufklärung über Risiken: Klären Sie Ihr Kind über mögliche Gefahren auf und sprechen Sie mit ihm über Themen wie gefährdende Inhalte, Hate Speech, Desinformation, manipulative Inhalte zur politischen Meinungsmache, Kriegs-Videos oder Fake-Videos. Auch Kommunikationsrisiken von Cybermobbing bis zu Cybergrooming sollten Sie besprechen.
  • Begleitung: Die Elternaufsicht kann eine gute Möglichkeit sein, Ihr Kind in der ersten Zeit mit der App zu begleiten. Passen Sie die Einstellungen an den Entwicklungsstand Ihres Kindes an.
  • Medienzeit: Achten Sie auf eine angemessene Nutzungsdauer und behalten Sie die Bildschirmzeit Ihres Kindes im Blick.

Instagram bietet Familien Unterstützung bei der sicheren Nutzung. Entscheidend bleibt aber, dass Sie mit Ihrem Kind regelmäßig über Sicherheit, Wohlbefinden und mögliche Risiken in sozialen Medien sprechen und für Fragen und Probleme ansprechbar sind. So kann Ihr Kind Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit Medien entwickeln.

Instagram

Instagram bleibt eine der beliebtesten Social-Media-Plattformen, insbesondere unter Jugendlichen. Die App ermöglicht es, Fotos und Videos zu teilen, Stories zu erstellen und mit Freund*innen sowie Influencer*innen zu interagieren.

Kurz gefasst:

  • beliebtes Soziales Netzwerk für Android, iOs und Web, nutzbar über Smartphones, Tablets und PCs
  • kostenfreies Angebot, enthält Werbung und Verkaufs-Links
  • laut AGB ab 13 Jahren erlaubt, es gibt aber keine wirksame Altersprüfung
  • Teen-Konten mit automatischen Sicherheitseinstellungen bis 18 Jahre, Funktion „Elternaufsicht“ für Eltern und Erziehungsberechtigte
  • Funktionen: Veröffentlichen und Anschauen von Fotos, kurzen Videos (Reels), Live-Streams und sogenannten Stories
  • Anbieter: Instagram ist wie WhatsApp und Facebook ein Dienst des US-Internetkonzerns Meta

Was ist Instagram?

Instagram, kurz Insta, ist neben Facebook und TikTok eines der größten Sozialen Netzwerke. Es bietet Nutzer*innen die Möglichkeit, ein eigenes Profil zu erstellen und sich miteinander zu verknüpfen.

Über das Profil lassen sich Bilder und Videos teilen. Nutzer*innen können Inhalte entweder als dauerhafte Beiträge veröffentlichen oder als Story oder Live-Video posten. Stories und Live-Streams verschwinden nach 24 Stunden, können jedoch als Highlight gespeichert werden. Im Feed werden die Fotos und Videos abonnierter Kanäle und Personen angezeigt.

User*innen finden auf Insta eine große Vielfalt an Inhalten: Postings von Stars, Marken und Challenges bis hin zu persönlichen Profilen von Freund*innen. Sie können mit Likes und Kommentaren darauf reagieren, Inhalte abspeichern und über Direct Messages („DMs“) miteinander chatten. In Profilen und Beiträgen lassen sich Links einfügen, die zu anderen Webseiten führen.

Eigene Postings können Nutzer*innen mit Filtern, Emojis und Schriftarten direkt in der App erstellen und bearbeiten. Inhalte werden über Hashtags thematisch sortiert. Reels (kurze Videos im TikTok-Stil) sind über das Videosymbol abrufbar.

Ende 2023 hat Meta auch in Deutschland die Social-Media-App Threads veröffentlicht. Diese ist mit Instagram verknüpft.

Seit etwa 2025 setzt Instagram vermehrt auf KI-Angebote, bietet etwa Bildbearbeitung, aber auch Texterstellung für Postings und Hashtags via KI an. Auch die Verknüpfung untereinander wird noch stärker möglich über „Friends-Tabs“ und Standort-Funktionen.

Jugendliche bis 18 Jahre haben automatisch sogenannte Teen-Konten mit zusätzlichen Schutzfunktionen wie eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten und strengeren Inhaltsfiltern. Die Konten sind etwa standardmäßig auf privat gestellt und haben ein integriertes Zeitlimit – nach 60 Minuten Nutzung werden die Jugendlichen aufgefordert, die App zu beenden. Ab 16 Jahren können Jugendliche die Einschränkungen selbst lockern. Die Funktion „Elternaufsicht“ ermöglicht Eltern, die Nutzung Ihres Kindes zu beobachten und einzuschränken. Der Aktivierung muss von Elternteil und Jugendlichem zugestimmt werden.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an Instagram?

  • Kreative Selbstdarstellung: Jugendliche können ihre besten Momente teilen und sich in Szene setzen.
  • Idole und Trends: Sie können Influencer*innen, Stars und Trends folgen.
  • Information und Gesellschaft: Jugendliche nutzen Instagram, um sich über Nachrichten, aktuelle Debatten und gesellschaftliche Entwicklungen zu informieren.
  • Einfache Nutzung: Schnell Fotos und Videos aufnehmen, bearbeiten und teilen.
  • Community-Feeling: Inhalte liken, kommentieren und mit Freund*innen interagieren.
  • Broadcast-Channels: Dort können Influencer*innen und Creator*innen exklusive Inhalte teilen, die nur für eingeladene Mitglieder sichtbar sind.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Datenschutz: Instagram ist beim Thema Datenschutz aus mehreren Gründen mit Vorsicht zu genießen.

  • Zum einen möchte die App Zugriff auf Standort, Kamera und Kontakte – dies sollte man in den Smartphone-Einstellungen einschränken.
  • Für andere Nutzer*innen im Netzwerk können, je nach Einstellungen, der eigene Standort und Aktivitätsstatus freigegeben sein – zudem ermöglicht der Meta-Konzern Crossposting aus Instagram und Facebook. Auch hier sollte man genau darauf achten, die Einstellungen in der App richtig zu wählen und die Privatsphäre-Einstellungen des Smartphones zu überprüfen. Um eigene Inhalte nur für Freund*innen zugänglich zu machen, bietet es sich an, ein privates Profil anzulegen.
  • Ab dem 08.05.2026 sind Chats und Nachrichten nicht mehr Ende-zu-Ende-verschlüsselt.
  • Und schließlich möchte Instagram Nutzer*innen-Daten für KI-Training benutzen, was ebenfalls nur per Widerspruch vermieden werden kann. Wer Instagram nutzt, sollte daher genau überlegen, welche Daten geschützt bleiben sollen und die Einstellungen sowohl am Smartphone als auch in der App gut wählen.

Kosten: Instagram ist grundsätzlich kostenlos. Auf vielen Profilen werden aber Produkte beworben, die mit wenigen Klicks auch gekauft werden können. Auch Werbeanzeigen mit entsprechenden Links tauchen häufig in den Feeds auf und sind schwer von echten Inhalten zu unterscheiden. Zudem können Creator*innen wie Influencer*innen exklusive Inhalte anbieten, die über ein kostenpflichtiges Abo abgerufen werden können. Seit 2024 bietet Meta zudem ein Abomodell für Facebook und Instagram an: Für mindestens 5,99 € im Monat verspricht der Anbieter, keine personalisierte Werbung zu schalten. Allgemeine Werbung gibt es natürlich trotzdem – und auch Daten sammelt Meta trotzdem weiter.

Ungeeignete Inhalte: Bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein, wie erotische Bilder, gefährliche Challenges, Desinformationen oder Werbung. Hier spielen Geschäftsmodelle von Influencer*innen eine besondere Rolle, die Jugendliche nicht immer erkennen. Gerade Inhalte, die mit künstlicher Intelligenz erstellt werden, können dabei sehr problematische Inhalte enthalten und sind für Jugendliche schwer von echten Inhalten zu unterscheiden. Das gilt etwa für Deepnudes oder Deepfakes, aber auch für politische Kampagnen.

Kommunikationsrisiken: Funktionen wie Chats und Kommentare bergen Kommunikationsrisiken wie die Kontaktaufnahme von Fremden, Hate Speech oder Cybermobbing.

Künstliche Intelligenz: Immer stärker ist auch die KI ein Thema in Sozialen Netzwerken. Diese spielt an mehreren Stellen eine Rolle:

  • Zum einen tauchen KI-generierte Inhalte häufig im Instagram-Feed auf. Diese können lustig und unterhaltsam sein, sind aber auch oft problematisch, weil sie Falschinformationen verbreiten, die Privatsphäre anderer verletzen und zum Beispiel für Cybermobbing genutzt werden, um andere bloßzustellen.
  • Auch nutzt Meta die KI, um den eigenen Algorithmus zu verbessern. Das führt dazu, dass Jugendlichen immer stärker einseitige und polarisierende Inhalte ausgespielt werden, die auch politisch extrem sein können.
  • Mit Meta AI haben WhatsApp, Facebook und Instagram außerdem eine eigene KI installiert, die direkt in der Suche der jeweiligen App genutzt werden kann. Auch hier ist es schwierig, die Inhalte zu überprüfen und echte Informationen von falschen oder problematischen Inhalten zu unterscheiden.

Was Eltern beachten sollten

Trotz des offiziellen Mindestalters von 13 Jahren findet keine wirksame Alterskontrolle statt. Es gibt umfangreiche Nutzungs- und Einstellungsmöglichkeiten für Minderjährige und ihre Eltern. Bei Handysektor können Sie die Nutzungsbedingungen in Kurzfassung nachlesen und bei klicksafe einen Flyer mit den wichtigsten Sicherheits-Informationen über Instagram für Jugendliche herunterladen.

In der Elternaufsicht können Eltern ihr Konto mit dem ihres Kindes verknüpfen. Alle Einstellungsmöglichkeiten finden Sie auf der Webseite von medien-kindersicher.de. Wie Instagram die App für Jugendliche sicherer machen möchte, erfahren Sie direkt auf der Webseite von Instagram.

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ab welchem Alter und nach welchen Regeln es Instagram nutzen darf. Überprüfen Sie die Einstellungen der App gemeinsam, damit Ihr Kind Instagram möglichst sicher nutzen kann. Nicht alle Fotos müssen oder dürfen mit allen oder auch nur mit Freund*innen geteilt werden. Neben den eigenen Grenzen ist es auch wichtig, dass Ihr Kind Urheberrechte und Persönlichkeitsrechte anderer kennt und beachtet.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Kommunikationsrisiken. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es andere Nutzer*innen blockieren oder melden kann und erklären Sie ihm, wann diese Funktionen sinnvoll sind – beispielsweise wenn jemand Ihr Kind in den Kommentaren beleidigt. Ihr Kind sollte keine Anfragen von Fremden annehmen und sparsam mit den eigenen Daten wie dem Standort umgehen.

Klären Sie Ihr Kind über Risiken wie gefährdende Inhalte, Hate Speech, Desinformation und politische Meinungsmache auf. Sprechen Sie auch über kritische Verhaltensweisen von Influencer*innen und bleiben Sie mit Ihrem Kind über einseitige Rollenbilder und Klischees im Gespräch. Bleiben Sie interessiert und fragen Sie regelmäßig nach, wem Ihr Kind auf Instagram folgt und wer ihm folgt. Es ist wichtig, dass ihr Kind weiß, dass es Sie immer ansprechen kann, falls es unangenehme Erfahrungen auf der Plattform macht.

Wissen auf Social Media – Influencer*innen im Portrait

Fragen wie „Was ist Glyphosat?“, „Was geht in People Pleasern vor?“, „Welche Regeln gibt es zu Atomwaffen?“ oder „Wie heißt eigentlich Max Mustermann in anderen Ländern?“ müssen heute nicht mehr stundenlang in der Bibliothek recherchiert werden. Wissens-Influencer*innen erklären uns diese Themen auf YouTube oder Instagram schnell, verständlich und oft unterhaltsam.

Was machen eigentlich Wissens-Influencer*innen?

Wissens-Influencer*innen sind das kleine Hosentaschen-Lexikon des 21. Jahrhunderts. Meist sind es Expert*innen auf einem Gebiet – Menschen also, die sich in Politik, Geschichte, Psychologie, Mathe, Chemie oder anderen Bereichen sehr gut auskennen. In kurzen, anschaulichen Videos vermitteln sie Wissen, das sonst komplex oder schwer verständlich wäre. Im Idealfall bleibt die Darstellung sachlich und informativ, ohne die Zuschauer*innen in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen oder zu sehr zu werten.

Wer erklärt uns da eigentlich die Welt?

Mathe, Deutsch, Politik, Psychologie – die Welt ist voll mit spannenden Themen und das Internet ist voll mit Menschen, die sie uns erklären.

  • Eine der frühen und bekanntesten Online-Welt-Erklärerinnen ist Mai Thi Nguyen-Kim: Die Chemikerin startete 2015 zunächst mit dem privaten YouTube-Kanal „The Secret Life of Scientists“. Heute ist sie mit ihrer Show „MaiThink X“ auf YouTube und im ZDF aktiv. Sie erklärt naturwissenschaftliche Phänomene für ein jüngeres und älteres Publikum, beantwortet aber auch Fragen aus Politik, Psychologie oder Gesundheit anschaulich und wissenschaftlich korrekt. Zusätzlich hat sie mehrere Bücher für Erwachsene und Kinder veröffentlicht.
  • Mirko Drotschmann alias MrWissen2Go stellt aktuelle Themen aus Politik und Zeitgeschehen in den Mittelpunkt. Der Journalist erklärt Hintergründe zu Themen, die auch die aktuellen Nachrichten beherrschen, wie Wahlkampf, Nahost-Konflikt oder das AfD-Verbot. Sein YouTube-Kanal mit über 2,3 Millionen Abonnent*innen ist ein Angebot von ARD und ZDF.
  • Leon Windscheid wurde schlagartig berühmt, als er 2015 in der Fernsehshow „Wer wird Millionär“ eine Million Euro gewann – und anschließend seinen Traum wahr machte, Wissen aus seinem Psychologie-Studium in Vorträgen, Podcasts und Videos zu verbreiten. In seinem Podcast „Betreutes Fühlen“ bespricht er Themen von Verliebtheit und dem Gefühl, nicht gut genug zu sein (Imposter-Syndrom) bis hin zu Stressabbau und Depression.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Politik, Klima oder Max Mustermann – klingt langweilig, wird aber auf Instagram und YouTube plötzlich spannend! Wissens-Influencer*innen schaffen den Spagat, komplexes Wissen kurzweilig und verständlich zu vermitteln. Sie sind oft jung, nah an der Lebenswelt ihrer Zielgruppe und treten humorvoll, locker und nahbar auf.

Kinder und Jugendliche sind von Natur aus neugierig, wollen verstehen, sich eigene Meinungen bilden und mitreden. Wer ihnen das Wissen interessant und anschaulich präsentiert, wird schnell zum Vorbild. Manche Wissens-Influencer*innen werden sogar zu Stars auf dem Schulhof. Besonders spannend: Sie greifen tagesaktuelle Themen oder sogar Schulstoff auf. So finden Jugendliche Antworten auf Fragen, die sie ohnehin beschäftigen. Dabei orientieren sie sich nicht nur inhaltlich, sondern übernehmen auch Sprache, Argumentationsweisen oder entwickeln neues Interesse an bestimmten Schulfächern und möglichen Studienrichtungen.

Was kann problematisch sein?

  • Fehleranfälligkeit: Auch Wissens-Influencer*innen können sich irren; nicht alle, die vorgeben, sich auszukennen, sind auch echte Expert*innen.
  • Begrenzte Tiefe: Komplexe Themen lassen sich selten vollständig in zehn Minuten erklären.
  • Altersangemessenheit: Nicht jeder Inhalt auf Social Media ist für junge Menschen geeignet – auch wenn er „Wissen“ vermittelt. Manche Themen können überfordern, Angst machen oder einseitig dargestellt sein.
  • Monetarisierung: Viele Kanäle verdienen an Werbung, gesponserten Inhalten oder Daten. Produkte im Video können Werbezwecke haben.

Was Eltern beachten sollten

  • Sehen Sie die Videos gemeinsam mit Ihrem Kind und sprechen Sie über die Inhalte. Dabei erhalten Sie auch ein Gefühl dafür, ob Inhalte dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes entsprechen.
  • Besprechen Sie kritisch, welche Quellen vertrauenswürdig sind, und warum Mehrfachquellen wichtig sind.
  • Erklären Sie, dass nicht alles vollständig dargestellt werden kann und manche Details ausgeklammert bleiben.
  • Thematisieren Sie die Monetarisierung (Geldverdienen) von Inhalten, Werbung und mögliche Interessenkonflikte. Produkte im Video können Werbezwecke haben, und die Kanäle verdienen teilweise Geld damit.

Finanzen auf Social Media – Influencer*innen im Portrait

Ein Sparbuch anlegen oder lieber ein Aktien-Depot eröffnen? Wie kann ich Geld am besten nutzen und vermehren? Und was hat es eigentlich mit Krypto oder Trading auf sich? Wenn es ums liebe Geld geht, sind viele Menschen ratlos – und dankbar für Tipps, die auf Social Media schnell und verständlich daherkommen. Genau hier setzen sogenannte Finfluencer*innen an.

Was machen eigentlich Finfluencer*innen?

Sie heißen „Finanztipp“, „Professor Finanzen“ oder „Immo Tommy“. Auf ihren Profilen posieren sie mit teuren Uhren, schicken Autos oder luxuriösen Reisen – und erzählen, wie sie all das durch kluge Geldanlagen geschafft haben wollen. Der Mix aus Glamour und Ratgeber macht sie für viele attraktiv.

Finfluencer*innen – auch Finanzfluencer*innen genannt – erklären, wie man investiert, spart oder tradet, und geben Einblicke in Kryptowährungen oder Aktienmärkte. Oft ist die Erzählung persönlich gefärbt – vom „Tellerwäscher zum Millionär“. Die Geschichten wecken Vertrauen und wirken nahbar.

Wer berät uns da eigentlich?

Finanzberatung im Netz boomt – und nicht alle Angebote sind gleich. Ein Blick auf einige seriöse deutsche Finfluencer*innen zeigt die Vielfalt der Ansätze:

  • Finanzfluss: Seit 2016 erklären Thomas Kehl und Arno Krieger vor allem auf YouTube, wie man Geld anlegt und investiert. Mittlerweile folgen ihnen rund 1,5 Millionen Menschen. Neben den Videos auf YouTube bieten sie ihre Tipps mit etwa 30 Mitarbeiter*innen auch über andere soziale Medien, ihre Webseite und ein eigenes Buch an. Gründer Thomas Kehl ist Investmentbanker und bringt viel Erfahrung mit, sodass das Angebot als seriös gilt.
  • Verständliches Wissen, vor allem für Frauen, ist das Ziel der Finanzheldinnen. Hinter dem Angebot steckt ein Team des Commerzbank-Konzerns, das über Finanzen, Anlagen, Gehalt oder Unternehmensgründung informiert. Die Inhalte erscheinen vor allem in einem Podcast, in dem unterschiedliche Personen zu Finanzthemen interviewt werden, aber auch auf der Website, in Apps, Büchern und Trainingsplänen.
  • Lisa Osada beschäftigt sich auf Aktiengramm speziell mit dem Thema Aktien. Seit 2020 erklärt sie auf ihrem Blog und Instagram-Kanal, wie Aktienmärkte funktionieren, gibt konkrete Anlagetipps und teilt ihre eigenen Erfahrungen.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Ältere Kinder und Jugendliche haben meist noch wenig Erfahrung mit eigenem Geld. Mit zunehmendem Alter wächst aber die Bedeutung von Taschengeld, Nebenjobs oder den ersten größeren Anschaffungen.

Jugendliche, die auf der Suche nach Tipps und Strategien sind, stoßen häufig online auf Finfluencer*innen. Diese sind mit einem Klick erreichbar, präsentieren sich häufig sehr nahbar und ansprechend und scheinen direkt aus ihrem eigenen Leben zu sprechen. Das macht sie für Jugendliche oft greifbarer und ansprechender als etwa Bankberater*innen, die schwieriger zu erreichen und oft auch förmlicher sind.

Die Tipps der Influencer*innen klingen einfach und das Ergebnis scheint leicht zu erreichen. Die versprochenen Ergebnisse – eigene Millionen, Urlaube, Luxus – wirken besonders verlockend. Gleichzeitig dienen Finfluencer*innen oft auch als Vorbilder: Jugendliche orientieren sich an ihren finanziellen Entscheidungen, Strategien und Erfolgen und lernen dadurch, wie man mit Geld umgehen könnte – bewusst oder unbewusst.

Was kann problematisch sein?

Doch auch hier ist – im wahrsten Sinne – nicht alles Gold, was glänzt.

  • Fehlende Qualifikation: Finanzexpert*in ist kein geschützter Begriff. Jede*r kann sich so nennen, und online nutzen das viele Personen.
  • Unrealistische Versprechen: Viele Tipps klingen zu gut, um wahr zu sein. Es werden scheinbar einfache und schnelle Tipps gegeben, die praktisch nicht funktionieren.
  • Interessenlagen: Manche Influencer*innen verdienen an eigenen Produkten und Werbeverträgen während ihre Follower*innen für diese Angebote bezahlen, ohne selbst finanziell zu profitieren.
  • Verlustgefahr: Schnell reich werden funktioniert selten – im schlimmsten Fall verlieren Jugendliche Geld.

Was Eltern beachten sollten

Jugendliche stoßen im Netz leicht auf Finfluencer*innen. Damit sie Angebote besser einordnen können, hilft es, gemeinsam hinzuschauen:

  • Kritisch prüfen: Achten Sie auf Quellen und Hintergründe statt nur auf Follower*innenzahlen. Hat die Person eine Ausbildung oder Erfahrung vorzuweisen? Gibt es seriöse Kritiken über sie?
  • Skepsis stärken: Besprechen Sie, dass Versprechen von schnellem Reichtum meist unrealistisch sind.
  • Vergleiche ziehen: Wird die beworbene Anlagestrategie auch von anderen Anbietern (z. B. Verbraucherzentrale) empfohlen?
  • Transparenz ansprechen: Machen die Influencer*innen klar, wenn es sich um Werbung handelt?
  • Offen bleiben: Fragen Sie nach, welche Tipps Ihr Kind spannend findet, und ordnen Sie diese gemeinsam ein.

Lesen in Zeiten von Social Media

Bücher und TikTok – wie passt das zusammen? Junge Menschen zeigen, dass es geht. TikTok ist längst mehr als eine Plattform für Tanzvideos: Viele nutzen sie, um sich über aktuelle Trends zu informieren – darunter auch angesagte Bücher. Auch auf YouTube und Instagram gibt es eine aktive Buch-Community, die sich über Lektüre austauscht.

Von Bookfluencer*innen und Booktoker*innen

Das Lesen von Büchern scheint in Zeiten von Social Media an Bedeutung zu verlieren. Doch der Trend von Booktok beweist das Gegenteil: Digitale und analoge Medien schließen sich nicht aus!

Der Begriff Booktok setzt sich aus „Book“ (engl. für Buch) und „TikTok“ zusammen. Unter dem Hashtag #booktok teilen Nutzer*innen Buchtipps in kreativen Kurzvideos – fernab trockener Literaturbesprechungen. Die Inhalte sind unterhaltsam und visuell ansprechend, wodurch junge Menschen zum Lesen inspiriert werden. Besonders beliebt sind Genres wie Romance, Fantasy, Krimi/Thriller, Young Adult und Dark Romance.

Dark Romance ist eine besonders beliebte Richtung in der Romance-Literatur. Die Geschichten sind oft intensiv, dramatisch und thematisieren nicht selten düstere oder tabuisierte Inhalte. Eltern sollten aufmerksam sein: Oft geht es um Machtungleichgewichte, toxische Abhängigkeiten oder psychologische Manipulation in Beziehungen. Ein offenes Gespräch hilft Jugendlichen, problematische Darstellungen kritisch zu hinterfragen.

Auch Verlage und Buchhandlungen haben den Trend erkannt. Sie präsentieren in Buchläden oft eigene „BookTok“-Tische mit den beliebtesten Titeln. Bestseller entstehen nicht mehr nur durch klassische Rezensionen, sondern durch virale TikTok-Trends.

Bookstagram und BookTube: Lesen auf Instagram und YouTube

Neben TikTok gibt es auf Instagram die Buch-Community „Bookstagram“. Dort teilen Leser*innen ästhetische Bilder ihrer aktuellen Lektüre, schreiben Rezensionen und veranstalten Leserunden. Im Vergleich zu TikTok wird hier intensiver über Bücher diskutiert. In den Kommentaren entstehen echte Buchempfehlungen und neue Lesekreise.

Auch YouTube hat mit „BookTube“ eine feste Anlaufstelle für Leseratten. Dort gibt es ausführliche Buchbesprechungen, Lesemonate und sogenannte TBR-Listen (To Be Read), in denen Nutzer*innen ihre geplante Lektüre vorstellen.

Apps als Lesemotivation

Bestimmte Apps machen das Lesen spannender – und manchmal sogar zur Challenge. Sie helfen dabei, das eigene Leseverhalten zu tracken und Leseziele zu setzen. Dazu gehören:

  • GoodReads: Eine weltweit genutzte Plattform für Buchbewertungen und Empfehlungen.
  • Read-O: Gamifiziert das Lesen und belohnt Nutzer*innen für abgeschlossene Bücher.
  • Bookstats: Bietet detaillierte Statistiken über das eigene Leseverhalten.
  • Booksup: Ermöglicht den Austausch mit anderen Leser*innen in einer Social-Media-Umgebung.

Viele dieser Apps bieten die Möglichkeit, Rezensionen zu schreiben und sich mit anderen zu vernetzen. Vor der Nutzung sollten jedoch die Datenschutzrichtlinien geprüft werden, um zu sehen, welche Daten gesammelt und weitergegeben werden.

Was Eltern beachten sollten

Auch wenn Social Media das Lesen fördert, sollten Eltern ein paar Dinge im Blick behalten:

  • Werbung versus ehrliche Empfehlungen: Viele Influencer*innen erhalten Bücher kostenfrei oder werden dafür bezahlt, bestimmte Titel zu bewerben. Nicht alle Rezensionen sind objektiv. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, wie es Werbung von echten Empfehlungen unterscheiden kann.
  • Kostenfalle Buchkäufe: Ein Hype kann schnell zu spontanen Buchkäufen führen. Klären Sie mit Ihrem Kind, welche Bücher wirklich gewünscht sind und welche ausgeliehen werden können.
  • Datenschutz und Privatsphäre: Viele Lese-Apps und Social-Media-Plattformen sammeln persönliche Daten. Prüfen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Datenschutzeinstellungen und überlegen Sie, welche Informationen wirklich preisgegeben werden müssen. Kinder haben ein Recht auf Schutz ihrer Daten!
  • Kritischer Umgang mit Inhalten: Besonders bei Genres wie Dark Romance ist es wichtig, mit Jugendlichen über problematische Beziehungsmuster zu sprechen und einen reflektierten Blick auf die Geschichten zu entwickeln. Bleiben Sie offen und wertschätzend: Fragen Sie Ihr Kind, „Was fasziniert dich an der Geschichte?“ oder „Wie findest du das Verhalten der Figuren?“. So fördern Sie einen reflektierten Blick, helfen dabei, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden, und unterstützen Ihr Kind, problematische Darstellungen kritisch zu hinterfragen – ohne seine Leseleidenschaft zu bremsen.

Schauen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, welche Bücher wirklich spannend sind. Bibliotheken oder digitale Angebote wie Onleihe bieten viele Möglichkeiten – ganz ohne teure Buchkäufe.

Face-Filter – von lustigen Hasenohren bis zu verzerrter Selbstwahrnehmung

Ob Urlaub am Meer, eine Geburtstagsfeier mit Freund*innen oder der Kakao am Morgen – Selfies zu machen und sie bei Instagram, WhatsApp oder Snapchat hochzuladen, ist für viele von uns selbstverständlich. Auch Kinder und Jugendliche möchten Bilder von sich und ihren Erlebnissen mit anderen teilen – und das möglichst im besten Licht. Früher konnten nur Profis Fotos bearbeiten, um ein Gesicht „perfekt“ aussehen zu lassen. Heute gelingt das ganz einfach mit Apps und deren Möglichkeiten zur Bildbearbeitung, wie Face-Filter.

Was sind Face-Filter?

Auf Instagram, TikTok und Snapchat können User*innen Fotos direkt in der App machen und vorher einen Filter auswählen. Filter werden virtuell über das gemachte Foto oder Video gelegt. So lassen sich schnell und einfach lustige Elemente wie Elfenohren, Bärte oder Schmetterlinge in das Foto oder Video integrieren. Neben Spaß-Filtern sind sogenannte Gender-Swap-Filter und Beauty-Filter sehr beliebt.

Gender-Swap-Filter ermöglichen es, weibliche in männliche und männliche in weibliche Personen umzuwandeln. Beauty-Filter, wie die App YouCam Makeup, verändern das Gesicht der Person und passen es bestimmten Vorgaben an. So können Merkmale wie Hautbild, Haar- und Augenfarbe oder Gesichtszüge verändert werden. Auch KI-unterstützte Bildgeneratoren sind beliebt, die Personen zum Beispiel im Stil berühmter Gemälde umgestalten.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran? 

Die Auswahl an Filtern ist unbegrenzt und wird immer größer. Kinder und Jugendliche finden das witzig und unterhaltsam. Außerdem können sie mit Filtern in andere Rollen schlüpfen und sich ausprobieren. Manchmal sorgen Filter sogar für mehr Anonymität, da das Gesicht nicht immer erkennbar ist.

Mit Beauty-Filtern wird das eigene Gesicht schnell „aufgehübscht” und einem bestimmten Schönheitsideal angepasst. Manche Jugendliche fühlen sich mit gefilterten Selfies wohler als ihr wahres Selbst in der Öffentlichkeit zu präsentieren. 

Mit Apps wie Spark AR Studio lassen sich eigene Filter gestalten und auf Instagram nutzen. Junge Menschen können so die Filter ihrer Vorbilder nachahmen. Es entwickeln sich sogar kleine Trends und Challenges mit Face-Filtern wie die Yearbook Challenge mit Retro-Filtern. Vor allem Challenges mit Familie und Freund*innen wie die #funnyfilterchallenge auf TikTok machen viel Spaß.

Welche Risiken gibt es?

Große Augen, schmale Nase, Schmollmund und perfekter Teint – durch Face-Filter kann ein sehr einseitiges Bild von Schönheit und Geschlechterbildern vermittelt werden. Sehen junge Menschen häufig solche Bilder ihrer Idole auf Social Media kann dadurch der Eindruck entstehen, dass ihr eigener Körper nicht normal und schön sei und sie ebenso perfekt aussehen müssten. In der Folge greifen sie dann zu Filtern, die das eigene Ich verfälschen.

Da bei jungen Menschen das Selbstbewusstsein noch nicht gefestigt ist, vergleichen sie sich stark mit anderen Personen und mit verbreiteten Schönheitsidealen. Bilder von sich ohne Filter bzw. wie sie wirklich aussehen mögen sie möglicherweise nicht. Dabei entsprechen die wenigstens Menschen den gängigen Schönheitserwartungen. Gender-Swap-Filter können ein falsches Geschlechterbild vermitteln. Sie sind meist stereotyp angelegt und unterschieden nur zwischen männlich und weiblich. Auch sind einige von Ihnen mit Kosten verbunden oder sammeln bzw. speichern persönliche Daten.

Eine Gegenbewegung in Social Media heißt „Body Positivity“ oder #nofilter bzw. #nofilterneeded. Bilder, die unter diesen Hashtags veröffentlicht werden, wollen echte Menschen zeigen, ohne dass Filter genutzt werden. Eine Garantie, dass die Fotos filterfrei sind, gibt es jedoch nicht.

Was können Sie als Eltern tun?

Haben Sie Verständnis für die Begeisterung Ihres Kindes für Face-Filter, wenn es vor allem um Spaß und Kreativität geht. Lassen Sie sich zeigen, welche Filter Ihr Kind benutzt. Sprechen Sie mit ihm über Filter, die vermeintlich schöner machen sollen, und darüber, was wirklich dahintersteckt. Machen Sie deutlich, dass gefilterte Bilder wenig mit der Realität zu tun haben, und ermuntern Sie es, auch einmal auf Filter zu verzichten. Außerdem können Sie Ihrem Kind in den App-Einstellungen von Social-Media-Plattformen zeigen, wie es „Gefällt-mir“-Angaben auf z. B. Instagram verbergen kann. Dadurch kann der Druck, möglichst viele Likes zu bekommen, verringert werden. Stöbern Sie gemeinsam nach Fotos im Netz, die mit den Hashtags #nofilter oder #facepositivity versehen sind. Sprechen Sie über das eigene Selbstbild und bestärken Sie Ihr Kind darin, sich selbst zu akzeptieren und als schön zu empfinden.

Süchtig nach Social Media? 

Stundenlang Tiktok-Videos schauen, ständig etwas auf Instagram posten oder nur noch per Snapchat mit Freund*innen verbunden sein – haben Sie manchmal den Eindruck, das Leben Ihres Kindes spielt sich fast ausschließlich in Social Media ab?  

Vielleicht drängt sich dabei die Frage auf, ob das noch eine „normale“ Nutzung ist und ab wann das eigene Kind schon süchtig ist. In diesem Artikel schauen wir genauer hin. 

Jugendliche und Social Media – nicht auseinander zu denken? 

Jugendliche pflegen eine enge Beziehung zu ihrem Smartphone. Sie nutzen es zur Recherche, für Schulaufgaben, aber vor allem natürlich zur Kommunikation. Über das Smartphone halten sie Kontakt zu Familie und Freund*innen, bleiben up-to-date und positionieren sich in ihrer Peer-Group. Zu einem großen Teil passiert das über Social Media. Denn hier können sie sich selbst zeigen und darstellen, aufeinander reagieren und Gleichgesinnte finden.  

Doch neben all der Faszination haben Social-Media-Angebote auch Haken. Die Erfolge, die Jugendliche dort in Form von Likes und Kommentaren erleben, aktivieren das Belohnungssystem. Psychologische Tricks der Plattformen fesseln unsere Aufmerksamkeit und sind darauf ausgelegt, dass wir immer mehr Zeit online verbringen. Kurz: Soziale Medien machen es uns denkbar schwer, das Handy auch mal wieder wegzulegen. Gerade Jugendliche verbringen deshalb häufig viel Zeit mit Social Media. So viel, dass bei Eltern die Sorge wächst, das könnte schon eine Sucht sein. 

Viel, mehr, zu viel – wann beginnt die Sucht? 

„2,6 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren in Deutschland“ erfüllen nach aktuellen Zahlen die Kriterien von Sucht-Verhalten in ihrem Umgang mit Social Media. Das veröffentlichte die Krankenkasse DAK auf ihrer Website im Sommer 2024. Auch das Risiko für Depressionen sei gestiegen und stehe im Zusammenhang mit einer Abhängigkeit von sozialen Medien. Doch was bedeutet das? 

Wichtig ist: Social-Media-Sucht ist bislang keine eingetragene Krankheit oder Störung. Wir können also nur Verhalten beobachten, das anderen Süchten wie der Computerspielsucht ähnelt. Und wie immer ist dieses Verhalten komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Es geht nicht nur darum, wie viel Zeit Kinder und Jugendliche mit Social Media verbringen, sondern wie es ihnen dabei geht. Eine Sucht im klassischen Sinn ist erst dann vorhanden, wenn Menschen über einen langen Zeitraum mehrere Kriterien von Sucht-Verhalten zeigen. Diese Kriterien können etwa sein: 

  • Sehr starkes Verlangen nach Social Media 
  • Nutzung von Social Media, um negativen Stimmungen entgegenzuwirken 
  • Kontrollverlust 
  • Entzugserscheinungen 
  • Unfähigkeit zur Abgewöhnung von Social Media 
  • Rückzug aus dem Sozialleben 

Meist entstehen Süchte nicht allein deshalb, weil ein Suchtmittel wie Social Media vorhanden ist. Vielmehr stehen sie im Zusammenhang mit anderen Ursachen, zum Beispiel mit Problemen in der Familie, sozial schwierigen Situationen, persönlichen Rückschlägen oder psychischen Problemen.  

Was können Eltern (vorher) tun? 

Wer an seinem Kind über Monate hinweg Suchtverhalten feststellt und es zu einem immer stärkeren Leidensdruck kommt, sollte sich dringend Hilfe holen. Für Sie als Eltern beginnen die Sorgen aber häufig schon viel früher – und es ist auch sinnvoll, schon früh und am besten präventiv zu diesem Thema aktiv zu werden: 

  • Bleiben Sie von Anfang an mit Ihrem Kind in engem Kontakt. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Themen und Sorgen – seien sie medienbezogen oder nicht – bevor sie sich zu richtigen Problemen auswachsen.  
  • Seien Sie aufmerksam, beobachten Sie das Verhalten Ihres Kindes und reagieren Sie mit Verständnis und Interesse auf seine Anliegen – so erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit für offene und ehrliche Gespräche. 
  • Zeigen Sie Interesse und Verständnis, dass Social Media wichtig ist für Ihr Kind – und äußern Sie auch Ihre Bedenken offen und sachlich.  
  • Etablieren Sie gemeinsame Medienregeln für die ganze Familie und setzen Sie Grenzen bei der Mediennutzung.  

Suchen Sie sich Hilfe, wenn Ihnen das Verhalten Ihres Kindes große Sorgen macht. Wenden Sie sich an Ihre Kinder- oder Hausarztpraxis, an die Schulsozialarbeit, an Beratungsstellen wie der Nummer gegen Kummer oder an Suchtberatungsstellen.  

Online vernetzt – beliebte Social-Media-Plattformen von Kindern und Jugendlichen

Mit Freund*innen chatten, Inhalte posten, Stars folgen – Social-Media-Angebote sind bei vielen Kindern und Jugendlichen hoch im Kurs und wichtiger Teil ihres Alltags. In diesem Artikel stellen wir einige beliebte Plattformen und Apps vor und erklären, warum sie so faszinieren.

TikTok

Tanz-Challenges, LipSyncs und Comedy – die chinesische Plattform TikTok bietet eine endlose Vielfalt an unterhaltsamen Kurzvideos und gehört zu den beliebtesten Social-Media-Apps bei Kindern und Jugendlichen. User*innen gestalten ihre Clips mit trendiger Musik, lustigen Effekten und kreativen Filtern. Ein besonderes Merkmal ist der Algorithmus, der im „Für-dich“-Feed personalisierte Inhalte passend zu den Vorlieben der Nutzer*innen anzeigt. Viralen Trends und Influencer*innen zu folgen, neue Funktionen und Videoformate zu entdecken und sich per Chat und Hashtags miteinander zu vernetzen, fasziniert Kinder und Jugendliche. TikTok birgt Risiken wie Datenschutzprobleme, ungeeignete Inhalte wie Kriegs-VideosPornografie oder Drogen und bringt Kommunikationsrisiken mit sich. Endloses Scrollen kann zur extremer Mediennutzung führen und digitalen Stress begünstigen. Für jüngere Kinder können Eltern die Kontrollfunktion Begleiteter Modus nutzen.

Instagram

Instagram ist ein beliebtes soziales Netzwerk, auf dem Nutzer*innen Fotos und Videos teilen. Die App bietet Funktionen wie Stories, Reels und Livestreams und baut vor allem auf Ästhetik. Eine Vielzahl von Tools zur Bild- und Videobearbeitung wie Filter geben Nutzer*innen die Möglichkeit, sich kreativ auszudrücken. Die Plattform fördert Interaktion durch Likes, Kommentare und Direktnachrichten. Kinder und Jugendliche nutzen Instagram, um sich zu vernetzen, Vorbildern und Trends zu folgen und sich online darzustellen. Für junge Nutzer*innen ist es reizvoll, Selfies zu posten, ihre Wirkung auszutesten und schöne Momente mit Freund*innen und Familie zu teilen. Die Plattformgehört zum großen US-Internetkonzern Meta. Herausforderungen sind unter anderem die Scheinwelt der perfekten Selbstdarstellung und die Werbung durch Influencer*innen. Mit der Elternaufsicht lässt sich Instagram sicher einstellen und Nutzungszeiten kontrollieren.

Threads

Threads ist eine textbasierte App von Instagram, die speziell für den engen Freundeskreis entwickelt wurde. Die Funktionen von Threads sind der Plattform X ähnlich. Nutzer*innen können Fotos, Videos und Nachrichten mit ausgewählten Kontakten teilen sowie Echtzeit-Updates über ihren Standort, ihre Aktivitäten oder Stimmung anzeigen. Diese Intimität und die Verknüpfung mit Instagram machen Threads für Jugendliche attraktiv. Wie auf allen Social-Media-Plattformen bestehen Risiken in der Online-Kommunikation und in der Konfrontation mit gefährdenden Inhalten.

Snapchat

Snapchat ist eine Social-Media-App zum Teilen von Fotos und Videos. Die sogenannten „Snaps“ verschwinden nach 24 Stunden automatisch wieder. Die lockere, spontane Kommunikation und die lustigen Filter und Effekte machen die App bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Besonders für die Verbindung mit ihren Freund*innen nutzen junge Menschen die App. Snapchat belohnt mit der Funktion Snapstreaks den täglichen Austausch zwischen Freund*innen und vergibt Flammen-Symbole. Ist die Standortfunktion aktiviert, können User*innen auf der Snapmap sehen, wo sich die eigenen Kontakte gerade befinden. Snapchat-Nutzer*innen sind automatisch mit dem KI-Chatbot My AI befreundet, der Fragen beantwortet und wie ein „echter“ Freund chattet. Snapchat ist in Sachen Privatsphäre und Datenschutz herausfordernd und kann den Druck verstärken, ständig online sein zu müssen. Das Snapchat Family Center bietet Eltern Einstellungsmöglichkeiten wie den Aktivitätsüberblick und Inhaltskontrollen.

BeReal

BeReal ist eine werbefreie Social-Media-App, in der Nutzer*innen spontane Schnappschüsse teilen. Einmal täglich erhalten alle Nutzer*innen gleichzeitig eine Benachrichtigung, um innerhalb von zwei Minuten ein Foto mit der Front- und Rückkamera aufzunehmen. Wer möchte, kann dabei seinen Standort teilen. Die Spontaneität und Echtheit machen die App bei Jugendlichen besonders beliebt. Per Kommentarfunktion und in BeReal-Gruppen können sich User*innen miteinander austauschen und vernetzen. Die Aufforderung, pünktlich ein Foto zu posten kann bei User*innen digitalen Stress auslösen und dazu verleiten, zu private Informationen preiszugeben.

Knipsclub und Co – Alternativen für Kinder

Knipsclub ist eine sichere Fotocommunity, die Kinder kreativ und in geschütztem Rahmen an soziale Netzwerke heranführt. Kinder können hier unter pädagogischer Aufsicht Fotos teilen, bearbeiten und kommentieren. In Knipsclub teilen User*innen keine persönlichen Daten und alle Inhalte werden moderiert. Dies macht die Plattform zu einer guten Alternative für Eltern, die ihren Kindern einen sicheren Einstieg in soziale Medien ermöglichen möchten. Weitere geschützte Möglichkeiten sind Plattformen wie kindersache des DKHW oder das Kinderforum von Seitenstark. Diese Kinderwebseiten bieten altersgerechte Inhalte, regen zur Kreativität an und bieten moderierte Foren zu bestimmten Themen.

Worauf sollten Eltern achten?

TikTok, Instagram, Snapchat, BeReal und Threads dürfen laut AGB ab 13 Jahren mit Zustimmung der Eltern genutzt werden. Achten Sie bei der Auswahl von Social-Media-Angeboten auf altersgerechte Medien für Ihr Kind. Wenn Ihr Kind noch jünger ist, bieten Sie ihm Alternativen wie den Knipsclub an, um den Einstieg in die Welt der Online-Vernetzung zu erleichtern. Begleiten Sie Ihr Kind aktiv beim Start mit dem eigenen Smartphone oder auf einer der beliebten Social-Media-Plattformen. Stellen Sie Smartphone und Apps kindersicher ein und sprechen Sie schon frühzeitig über Risiken bei der Social-Media-Nutzung. Klären Sie Ihr Kind über Themen wie Datenschutz, Kommunikationsrisiken und Community-Regeln auf. Bleiben Sie im Gespräch über Lieblingskanäle und Influencer*innen, um das Medienverhalten Ihres Kindes besser zu verstehen und zu unterstützen.

Threads – die neue textbasierte App von Instagram

Instagram hat kürzlich Threads eingeführt, eine neue textbasierte App, die die private Kommunikation unter engen Freund*innen erleichtern soll. Mit dieser App können Nutzer*innen Fotos, Videos, Nachrichten und Stories mit einer ausgewählten Gruppe von Personen teilen. Wir erklären, was hinter der neuen textbasierten App von Instagram steckt.

Kurz gesagt

  • Kostenfreie Messaging-App für iOS und Android
  • Verbindung mit dem eigenen Instagram-Konto
  • Fotos, Stories und Direktnachrichten werden nur mit ausgewählten Personen geteilt
  • Mindestalter laut AGB 13 Jahre, in den App-Stores ab 12 Jahre
  • Seit Dezember 2023 in Deutschland verfügbar

Was steckt hinter dem Angebot?

Threads wurde entwickelt, um das Bedürfnis nach privater und personalisierter Kommunikation mit engen Freund*innen zu erfüllen. Die Funktionen von Threads weisen Ähnlichkeiten mit der Plattform X auf.Nutzer*innen können unter anderem Fotos, Videos und Nachrichten nahtlos mit ausgewählten Kontakten teilen sowie Echtzeit-Updates, die die eigene Aktivität oder Stimmung anzeigen. Die kostenfreie Messaging-App von Meta zielt darauf ab, das Gefühl der Verbundenheit unter Freund*innen zu verstärken und die sozialen Bedürfnisse und Vorlieben junger Menschen im heutigen digitalen Zeitalter zu erfüllen.

Was fasziniert Jugendliche daran?

Die Funktionen von Threads entsprechen dem Bedürfnis von Jugendlichen nach Selbstdarstellung und sozialen Kontakten. Sie ermöglicht es Nutzer*innen zu kontrollieren, wer ihre Inhalte sehen kann, und bietet einen intimeren Raum für Interaktion. So ist es beispielsweise möglich, mal kurz die Nachrichten zu checken, ohne von den neuesten Bildern und Stories aller abonnierten Instagram-Profile abgelenkt zu werden. Außerdem wird Instagram auch von vielen Erwachsenen und allen möglichen Stars und Unternehmen genutzt. Dadurch sind Jugendliche nicht wirklich ‚unter sich‘ – mit Threads schon.

Was kann problematisch sein?

Ähnlich wie bei anderen sozialen Netzwerken gibt es auch bei Threads potenzielle Risiken. Da dort alle Nutzer*innen Inhalte veröffentlichen können, können Jugendliche auf Inhalte stoßen, die nicht altersgerecht oder sogar problematisch sein können wie gefährdende Inhalte, Hate Speech, Desinformation und manipulative Inhalte zur politischen Meinungsmache, Kriegs-Videos und Propaganda oder Verschwörungsmythen und Fake-Videos. Auch wenn die Inhalte gegen die Richtlinien von Threads verstoßen, können sie auf der Plattform sichtbar sein, bis sie entdeckt und gelöscht werden. Auch Kommunikationsrisiken von Cybermobbing bis zu Cybergrooming können Thema werden.

Was meint der Anbieter?

Instagram bietet verschiedene Tools und Einstellungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die Threads nutzen. Dazu gehören Datenschutzkontrollen, Meldefunktionen und Hinweise zu sicherem Online-Verhalten. Zusätzlich aktualisiert die Plattform regelmäßig ihre Datenschutz- und Sicherheitsfunktionen, um neuen Bedenken Rechnung zu tragen.

Das sollten Eltern beachten

Um Threads vollständig nutzen zu können, ist ein Instagram-Account erforderlich. Es ist nicht möglich, ausschließlich einen Threads-Account anzulegen. Ihr Kind wird daher wahrscheinlich beide Plattformen nutzen. Gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Einstellungen durch und bestimmen Sie, auf welche Daten die App zugreifen darf.

Bei der Erstanmeldung wird das Profil auf Threads für Personen unter 18 Jahre automatisch auf „privat“ eingestellt. Diese Voreinstellung ist allerdings mit einem Klick auf „öffentlich“ kinderleicht zu umgehen. Dann können alle Threads-Nutzer*innen Ihrem Kind folgen, dessen Inhalte reposten, private Nachrichten senden etc. Das erhöht das Risiko auf unerwünschte Kontakte enorm.

Als Eltern können Sie Ihren Instagram-Account mit dem Account Ihres Kindes verknüpfen. Die Elternaufsicht erstreckt sich über die Aktivitäten Ihres Kindes sowohl auf Instagram als auch auf Threads. So können Sie sich beispielsweise Follower*innen, Accounts, denen gefolgt wird, oder Einstellungen zur Privatsphäre sehen.

Versuchen Sie zu verstehen, warum es für Ihr Kind wichtig ist, einen Status oder bestimmte persönliche Informationen zu teilen. Sprechen Sie über Privatsphäre und Kommunikationsrisiken im Netz. Begleiten Sie ihr Kind altersgerecht und erkundigen Sie sich immer wieder nach den Online-Erfahrungen Ihres Kindes. Ein offenes Gespräch darüber ist wichtig, damit Ihr Kind weiß, dass es sich Ihnen anvertrauen kann, sollte es zu Belästigung, verstörenden Inhalten, Cybermobbing oder Cybergrooming kommen.

Nutzen Sie die Möglichkeit, Inhalte zu löschen oder zu melden. Accounts, mit denen man nicht mehr interagieren möchte, können außerdem blockiert werden.

Die App bietet nur dann einen Mehrwert, wenn sie wirklich nur für die Kommunikation mit guten Freund*innen genutzt wird. Ihr Kind sollte nur Menschen in die Liste der „engen Freunde“ aufnehmen, die es tatsächlich kennt. Setzen Sie gemeinsam Regeln fest, welche Inhalte Ihr Kind teilen sollte und welche nicht. Orientieren Sie sich dabei gerne an unseren Rechtlichen Hinweisen für die Social-Media-Nutzung.

Das Internetphänomen Pranks: Von witzig und harmlos bis übermütig und riskant

Jemandem einen Streich spielen, zum Beispiel an der Haustür klingeln und dann einfach weglaufen, das hat wahrscheinlich jeder als Kind gemacht und Spaß daran gehabt. Ähnlich wie das Phänomen Challenges, in dem es darum geht, sich dabei zu filmen, wie man eine Herausforderung meistert und den Clip ins Netz zu stellen, sind Pranks die moderne Variante des Kinderstreichs: Videos von Streichen, die anderen gespielt werden, kann man in großer Anzahl bei YouTube & Co. anschauen. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Text.

Was begeistert Jugendliche an Pranks?

Wenn Kinder älter werden und sie anfangen vorausschauend zu denken, das heißt, sich vorstellen können, was als nächstes geschieht, begeistern sie sich für Streiche und Filme, in denen Menschen Missgeschicke passieren.

“Prank” ist der englische Begriff für Streich. Viele Influencer*innen filmen ihre Streiche, die sie Freund*innen, anderen Influencer*innen aus sozialen Netzwerken oder auch unbeteiligten Passanten spielen. Personen, die anderen auf diese Weise Streiche spielen, nennt man “Prankster”. Viele davon sind meist harmlos und witzig, wie zum Beispiel Telefonstreiche oder das Erschrecken der Freundin oder des Freundes im Schlaf. Wenn einer Person ein Streich gespielt wurde, spricht man davon, dass diese “geprankt” wurde.

Besonders die bei Kindern und Jugendlichen beliebten sozialen Netzwerke wie YouTube und TikTok sind beliebte Plattformen für Pranks aller Art.

Was kann an Pranks problematisch sein?

Um eine hohe Aufmerksamkeit bei der Community zu erzielen und möglichst viele Klicks zu bekommen, werden manche Pranks aber immer problematischer. Der YouTuber ApoRed ließ bei seinem „Bomben Prank“ eine Tasche in einer Sparkasse fallen und hat gerufen „30 Sekunden habt ihr alle Zeit, lauft lieber, wenn euch euer Leben etwas wert ist!“. Einige Passant*innen hatten große Angst und nachträglich noch Schlafstörungen. ApoRed wurde zu einer Bewährungsstrafe und zu 200 Sozialstunden verurteilt. Der Prozess sollte deutlich machen, dass auch Straftaten in sozialen Netzwerken vom Staat zur Kenntnis genommen und nicht geduldet werden.

Bei diesem Beispiel handelt es sich natürlich um einen extremen Einzelfall, der nicht die Regel darstellt. YouTube hat mittlerweile seine Nutzungsbedingungen verschärft, da immer mehr solcher Videos schwerwiegende Folgen hatten. Es ist nun verboten, Pranks und Challenges, die „das Risiko echter Gefahren oder des Todes“ beinhalten, bei YouTube einzustellen.

Fragwürdige Familien-Pranks

Egal ob auf TikTok, YouTube oder Instagram – problematische Pranks betreffen jede Altersgruppe. Hier geht es oft darum, den „Geprankten“ mit vermeintlich gefährlichen Situationen zu erschrecken, manchmal auch Ekel oder Verzweiflung hervorzurufen. Teilweise werden sogar schon Kleinkinder von Bezugspersonen wie älteren Geschwistern oder Eltern auf diese Weise vorgeführt, die aufgrund ihres unbeholfenen Verhaltens oft besonders gut bei der Community ankommen. Ein Bespiel dafür ist der “Egg Cracking Prank”, bei dem Eltern so tun, als würden sie ein Back-Video aufnehmen und dann plötzlich ein Ei auf der Stirn des Kindes aufschlagen. Andere Pranks nutzen auch Gesichts-Filter oder ähnliches, um Kinder zu erschrecken. Dass solche Pranks bei den betroffenen Kindern jedoch zu emotionalen Schäden und einem Vertrauensverlust in wichtige Bezugspersonen führen können, muss Konsument*innen solcher Videos bewusst sein.

Mehr zu fragwürdigen Familien-Pranks erfahren Sie hier bei Webhelm.

Worauf Eltern achten sollten

Tatsächlich ist es so, dass sich Jugendliche eher Prank-Videos anschauen, als sie selbst zu drehen. Influencer*innen animieren aber gerne dazu, die Inhalte nachzumachen, ob mit Kamera oder nicht, ob harmlos oder nicht. Jugendliche sind sich der Konsequenzen oft gar nicht bewusst. Andere können zu Schaden kommen oder finden es vielleicht gar nicht lustig, dass sie in einem Video vorgeführt werden. Das Recht am eigenen Bild ist Teil des Persönlichkeitsrechts, das jedem zusteht – auch minderjährigen Kindern. Erklären Sie Ihrem Kind, dass das Hochladen von Fotos oder Videos ohne Einwilligung der aufgenommenen Personen verboten ist. Eine Missachtung von Persönlichkeitsrechten kann in Deutschland strafrechtlich verfolgt werden.

Wenn Ihr Kind sich gern solche Videos im Netz anschaut, lassen Sie sich zeigen und erzählen, was sie oder ihn daran begeistert. Machen Sie aber auch deutlich, dass vor allem gefährliche Pranks nicht zum Nachahmen geeignet sind und viele Inhalte in sozialen Netzwerken inszeniert sind, auch wenn sie authentisch wirken. Bleiben Sie offen für lustige und ganz harmlose Challenges oder Pranks der Influencer*innen Ihres Kindes.

Mehr zum Phänomen Challenges erfahren Sie in diesem Artikel.

Beauty-Kanäle – Influencer*innen im Portrait

Strahlende Haut und glänzende Haare, perfekte Nägel und umwerfendes Makeup – in der Welt der Beauty-Influencer*innen dreht sich alles um Schönheit. Da wird gecremt und gepudert, gezupft und gepinselt. Und ganz viel geshoppt.

Von Kopf bis Fuß schön? Was machen Beauty-Influencer*innen da eigentlich?

Wer sich fragt, was an so einem Körper alles gestaltet, gepflegt und „verbessert“ werden kann, ist hier genau richtig. Die Beauty-Influencer*innen kennen sich in den Gängen eines Drogerie-Marktes besser aus als in der eigenen Westentasche. Sie wissen, was vor dem Sonnenbrand schützt und was danach hilft. Sie wissen, was beim Thema Augenbrauen dieses Jahr im Trend ist und welcher Zopfgummi gerade angesagt ist. Sie kennen den Unterschied zwischen Foundation und Primer. Und sie erklären es uns gerne.

Auf den Profilen der Schönheits-Erklärbären wird der Körper zur großen Leinwand – und auf der bleibt nichts dem Zufall überlassen. Dabei gehen die Themen von grundlegender Körperpflege über den Umgang mit kleineren und größeren „Problemen“ bis hin zu aufwendigen Schmink- und Haar-Tutorials oder der Auseinandersetzung mit Schönheits-Eingriffen.

Wer sind die Beauty-Influencer*innen?

Schon seit 2012 ist Dagmar Kazakov alias Dagi Bee auf Social-Media-Kanälen aktiv und erreicht mit ihrem YouTube-Kanal fast 4 Millionen Zuschauer*innen. Die Düsseldorferin veröffentlicht einen Mix aus Spaß-Videos, Vlogs und Beauty- und Makeup-Tutorials. Ihre Videos erwecken immer den Eindruck, sie würde Tipps an die beste Freundin weitergeben, sie nimmt ihre Follower*innen scheinbar mittenrein in ihr Privatleben, lädt sie etwa auch ein, sie in ihrer „Reise der Schwangerschaft“ zu begleiten oder macht Video-Touren durch ihr zu Hause, was vor allem für jüngere Zuschauer*innen sehr nahbar und ansprechend ist. Daneben verkauft Dagi Bee nicht nur Kosmetik-Produkte sondern auch Hafermilch.

Etwas konkreter wird es im Profil xskincare. Biologiestudent Leon beschäftigt sich hier umfassend mit dem Thema Hautpflege. Etwa 2019 war Leon laut eigener Aussage auf der Suche nach Produkten gegen seine Akne – und wurde, weil ihm niemand helfen konnte, kurzerhand selbst zum Experten. Mittlerweile folgen ihm fast 1 Million Menschen und lernen von ihm, was bei großen Poren, geröteter Haut oder Herbstwetter zu tun ist. Leon testet dabei vor allem gerne Produkte und „entlarvt“ weniger gute Angebote, während er gleichzeitig seine eigene Produktlinie bewirbt.

Jede Menge Farbe im Gesicht gibt es bei Paula Wolf. Seit 2018 veröffentlicht die „Make-up-Artistin“ auf Social Media Videos, in denen sie ihr Gesicht aufwendig gestaltet – und zwar teilweise mit „normalem“ Makeup, teilweise verwandelt sie sich aber auch vor der Kamera in den Grinch, eine Disney-Figur oder ein Tier. 6,5 Millionen Follower*innen sehen ihr dabei allein auf YouTube zu – und bekommen nebenbei natürlich auch immer ihre umfassende Produktpalette angeboten.

Sehr klassisch dagegen präsentiert Maxim Giacomo auf seinen Profilen Makeup-Tutorials: Der Berliner schminkt die Looks von Stars nach, erklärt, wie die perfekte Augenbraue zu ziehen ist und testet die Drogerie durch, um den perfekten Lidschatten zu finden. Auch hier natürlich nie, ohne die eigenen Produkte wärmstens zu empfehlen.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an der geballten Schönheit?

Gerade für Kinder und Jugendliche steckt da vieles drin: Auf dem Weg zum Erwachsenwerden verändert sich nicht nur der Körper, sondern auch der Blick darauf. Jugendliche sind häufig auf der Suche nach einer eigenen Identität, auch was das Aussehen betrifft. Sie nehmen Schönheitsideale aus den Medien und der Peer-Group stärker wahr und suchen nach ihrem eigenen Weg bei den Themen Körperpflege und -gestaltung. Wie kann die sich verändernde Haut gepflegt werden? Wie erreiche ich ein bestimmtes Aussehen? Was finde ich schön, was nicht? Diese Fragen stellen sich unweigerlich – und Beauty-Influencer*innen bieten darauf Antworten an.

Kinder und Jugendliche bekommen hier aber nicht nur Anleitungen, Erklärungen und Angebote auf dem Weg zum eigenen Körper- und Selbstbild, sondern die passende Einkaufsliste wird gleich mitgeliefert.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn das Sortiment an Tuben und Tigelchen im Bad plötzlich explodiert und neben dem Spiegel ein fester Platz für das auf dem Smartphone laufende Tutorial eingerichtet werden muss, kann das für Eltern manchmal etwas befremdlich wirken. Je nach eigener Leidenschaft für Körperpflege sind die oft sehr bunten und teilweise auch etwas schrillen Videos vielleicht nicht immer ansprechend für Erwachsene.

Grundsätzlich ist trotzdem erst einmal Verständnis angesagt: Ihr Kind ist im eigenen Großwerden auf der Suche nach Orientierung und Unterstützung und die findet es auch auf solchen Kanälen. Zeigen Sie Interesse und schauen Sie sich die favorisierten Beauty-Vorbilder Ihres Kindes gemeinsam an. Vielleicht lernen Sie dabei selbst noch etwas über Haut- und Haarpflege und Co.!

Gleichzeitig ist hier aber auch eine gewisse Skepsis angebracht. Beauty-Influencer*innen vermitteln sehr stark die Botschaft, Schönheit wäre das wichtigste Thema – gerade für Mädchen und junge Frauen können hier unrealistische Schönheits-Ideale entstehen, die weder erreichbar noch förderlich für ein gesundes Selbstbild sind. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, wie Fotos und Empfehlungen von Influencer*innen entstehen. Fördern Sie die Medienkompetenz Ihres Kindes, indem Sie ihm erläutern, wie es solche Angebote kritisch betrachten und bewusst nutzen kann. Helfen Sie Ihrem Kind, sich von unrealistischen Idealen abzugrenzen – und die wertvollen Tipps für sich auszuwählen.

Zudem zielen viele der Inhalte auf den Profilen darauf ab, Produkte anzupreisen – sei es, weil eine Werbepartnerschaft mit einem Kosmetik-Unternehmen im Hintergrund steht oder sei es die eigene Produktlinie. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass diese Produkte nicht zwingend wirklich gut sind, sondern in erster Linie das Einkommen der Influencer*innen sichern sollen.

Yearbook Challenge

Wie hätte es ausgesehen, vor dreißig Jahren eine US-amerikanische Highschool besucht zu haben? Diese Frage beschäftigt gerade viele im Netz. Unter dem Hashtag #yearbookchallenge kursieren auf TikTok und Instagram zahlreiche Fotos im Stil von Jahrbuchportraits aus den 1990er-Jahren. Hinter dem viralen Trend steckt eine kostenpflichtige KI-App.

Was ist die Yearbook-Challenge?

Bei der Yearbook-Challenge erstellen Userinnen und User mithilfe der App Epik – AI Photo Editor Fotos von sich selbst im Stil eines amerikanischen Jahrbuchs aus den 90er-Jahren. Die App nutzt künstliche Intelligenz, um das Gesicht zu verjüngen und verschiedene Frisuren, Kleidung und Accessoires hinzuzufügen. Eine Challenge wird daraus, wer sein echtes Jahrbuchfoto unter die neuen Bilder mischt und die Followerinnen und Follower fragt, welches das Original ist. Sowohl Prominente als auch viele Influencerinnen und Influencer haben bereits bei dem Trend mitgemacht.

Virtueller Zeitsprung begeistert Jugendliche

„Habe gerade für 6,99€ meinen Schulabschluss nachgeholt! Wie findet ihr die Fotos?“. Der Reiz, sich selbst in einen amerikanischen Highschool-Teenager zu verwandeln ist verbunden mit all den Mythen und Träumen rund um eine Schulzeit in den USA. Jugendlichen macht es Spaß, die eigenen Selfies per KI-App so zu bearbeiten, dass sie aussehen wie aus einer Highschool-Serie. Außerdem ist es für sie spannend, Fotos zu erhalten, die ähnlich aussehen wie die Bilder aus der Jugendzeit ihrer Eltern. Viele Jugendliche eifern außerdem ihren Vorbildern auf Social Media nach und möchten auch bei dem aktuellen Trend mitmachen.

Was kann problematisch sein?

Für die Fotobearbeitung werden mehrere Selfies benötigt. Hinter der App Epik steckt der südkoreanische App-Entwickler SNOW. Wer Fotos hochlädt, stimmt dabei zu, dass diese von der App gespeichert und weiterverarbeitet werden. Außerdem müssen in der App persönliche Daten angegeben werden. Die KI-generierten Fotos sind stark an Geschlechterstereotype wie Posen und Kleidung und Schönheitsideale wie glatte Haut und symmetrische Gesichter angelehnt. Unregelmäßigkeiten der Ursprungsbilder radiert die KI-App ganz weg. Besonders Ganzkörperfotos werden stark verändert, indem sie schlanker gemacht werden. Ähnlich wie beim Gebrauch von Face-Filtern kann die Teilnahme an der Yearbook-Challenge zu einer verzerrten Selbstwahrnehmung und einem ungesunden Vergleich mit vermeintlich perfekten Körpern anderer führen.

Wie können Eltern damit umgehen?

Wenn Ihr Kind bei der Yearbook-Challenge mitmachen möchte, sollten Sie folgende Dinge beachten:

  • Die App Epik – KI Photo Editor ist beim Download kostenfrei, die Fotos sind jedoch kostenpflichtig. Je nachdem, wie schnell die Bilder generiert werden sollen, entstehen Kosten zwischen 3,99€ und 6,99€. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über In-App-Käufe, legen Sie gemeinsam fest, wie viel Geld es im Google Play Store oder Apple App Store ausgeben darf und vermeiden Sie es, in den Stores eine Zahlungsmöglichkeit zu hinterlegen, um ungewollte Käufe zu verhindern.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über das Recht am eigenen Bild. Erklären Sie ihm, dass alle Fotos, die einmal im Internet landen, schwer wieder zu löschen sind. Auch kann nicht kontrolliert werden, wer die Bilder speichert oder weiterleitet.
  • Die App benötigt Zugriff auf Funktionen wie die Kamera und die Fotos des Handys und sammelt persönliche Daten.
  • Ermuntern Sie Ihr Kind, sparsam mit den eigenen Daten umzugehen und überlegen Sie gemeinsam genau, ob die Fotobearbeitung wirklich mit dieser App erfolgen kann – oder suchen Sie gemeinsam nach einer alternativen, datenfreundlicheren App.
  • Tauschen Sie sich mit Ihrem Kind über unrealistische Schönheitsideale auf Social Media aus und beobachten Sie, ob sich Ihr Kind mit den bearbeiteten Bildern vergleicht oder sich von ihnen beeinflussen lässt. Machen Sie ihm klar, dass diese Bilder nicht viel mit der Wirklichkeit zu tun haben und stärken Sie sein Selbstwertgefühl, sich so schön zu finden, wie es ist.
  • Kommen Sie mit Ihrem Kind zum Thema künstliche Intelligenz ins Gespräch und tauschen Sie sich zu den Chancen und Grenzen von KI-gestützten Anwendungen aus.

Die App kann Spaß machen und eine kreative Möglichkeit sein, sich selbst in verschiedenen Rollen und Zeitaltern zu sehen. Probieren Sie doch Mal gemeinsam verschiedene KI-Bildgeneratoren aus und sprechen Sie über die Ergebnisse.

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