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Jugendschutzeinstellungen mit der FRITZ!Box

Eigentlich sollte Leon schon längst schlafen, um morgen fit zu sein für die Klassenarbeit. Stattdessen chattet er wahrscheinlich schon wieder die ganze Nacht mit seinen Kumpels oder die eingehenden Nachrichten in der Klassengruppe halten ihn wach. Doch den WLAN-Anschluss ausschalten wollen Sie nicht, denn Sie müssen noch eine wichtige E-Mail schreiben. Praktisch, dass es Router gibt, bei denen man Nutzerprofile zuweisen kann, so dass Leon nach einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr auf das WLAN zugreifen und ruhig schlafen kann.

Was ist die FRITZ!Box?

Einen Internetanschluss gibt es in fast jeder Familie. Meistens sorgt ein WLAN-Router im Flur für stabiles Internet. Diesen bekommt man in der Regel von seinem Internetanbieter ausgeliehen. Oder man kauft sich eine FRITZ!Box. Mit den Einstellungsmöglichkeiten dieses Routers kann die Internetnutzung einzelner Geräte beschränkt und angepasst werden. Diese Kinderschutz-Einstellungen sind eine Möglichkeit, um das Surfen für Ihr Kind sicherer zu gestalten.

Bei der FRITZ!Box können Sie im Browser unter http://fritz.box auf alle im Netzwerk angemeldeten Geräte zugreifen und Einstellungen vornehmen. Neben Einstellungen zum Konto, zur Telefonie und zur Software, können Sie hier auch die Internetnutzung einzelner Geräte begrenzen und anpassen.

Kindersicherheitseinstellungen bei der FRITZ!Box

Um Kindersicherheitseinstellungen vorzunehmen, gehen Sie in der linken Spalte über „Internet“ auf „Filter“. Dort können Sie für alle Geräte, die in Ihrem Heimnetz angemeldet sind, den Internetzugang regeln. Unter „Kindersicherung“ weisen Sie einzelnen Geräten Zugangsprofile zu. Diese können Sie selber unter „Zugangsprofile“ festlegen und individuell anpassen. Sie legen damit fest, wie die Netzwerkgeräte, ob Smartphone oder Computer, das Internet nutzen dürfen. Für jedes Profil können Sie die Online-Zeit begrenzen, Netzwerkanwendungen freigeben oder beschränken und bestimmte Internetseiten sperren. Es gibt außerdem die Möglichkeit, jugendgefährdende Internetseiten zu blockieren, sowie eine Black- und Whitelist, also erlaubte und unerlaubte Internetseiten, zu hinterlegen. Diese lassen sich unter „Listen“ bearbeiten.

Ist das sinnvoll?

Leider denken Jugendliche in der Pubertät nicht immer an die Folgen ihres Handelns. Leon macht sich also wahrscheinlich keine Gedanken darüber, dass er morgen vielleicht übermüdet eine Klassenarbeit schreiben muss. Deshalb können technische Lösungen wie Einstellungen beim WLAN-Router die Medienerziehung zu Hause unterstützen. Sie können Ihr Kind teilweise vor jugendgefährdenden Inhalten schützen und die Online-Zeit begrenzen, wenn es nicht selbst daran denkt und Sie es nicht überprüfen können. Besprechen Sie solche Einstellungen vorher mit Ihrem Kind und lassen Sie ihm trotzdem den notwendigen Freiraum, über seine Mediennutzung selbst zu entscheiden. Technische Einstellungen ersetzen nicht das gemeinsame Aushandeln und Aufstellen von klar verständlichen Medienregeln für alle.

Google Family Link – die Smartphonenutzung von Kindern kontrollieren?

Haben Sie Sorge, dass Ihr Kind, sobald es ein eigenes Smartphone hat, zu viel Zeit damit verbringt und auf Inhalte zugreift, die nicht altersgemäß sind? Die App Google Family Link für Eltern möchte Abhilfe schaffen und bietet einige Möglichkeiten, die Handynutzung Ihres Kindes zu regulieren.

Kurz gefasst:

  • Kinderkontos für Google-Dienste erstellen und verwalten
  • Die App ist kostenlos für iOS und Android
  • Zielgruppe der App sind Eltern
  • Einrichtung verschiedener Accounts je nach Alter, aber auch Kontrolle und “Überwachung” der kindlichen Handynutzung

Was ist Google Family Link für Eltern?

Mit Google Family Link können Eltern für Kinder unter 16 Jahren einen eingeschränkten Google-Account einrichten und die Smartphone-Nutzung Ihres Kindes im Blick behalten, wenn es sich um ein Android-Gerät handelt.

Über die App lassen sich unter anderem Nutzungszeiten für das Smartphone festlegen, der Zugriff auf bestimmte Apps beschränken oder In-App-Käufe sperren. Man kann damit nachvollziehen, welche Apps das Kind wie oft verwendet. Auch die Nutzung des Handys selbst lässt sich einschränken und das Handy des Kindes kann mit der App geortet werden. Die Einstellungen lassen sich auch online – ohne Smartphone – über ein Google-Konto der Eltern vornehmen.

Seit dem Update im September 2019 hat die App noch weitere Funktionen: Nun können Eltern die maximale Nutzungsdauer für jede App einzeln bestimmen. Außerdem ist es möglich, nach Ablauf der festgelegten maximalen Nutzungsdauer eine Bonuszeit draufzulegen (in Schritten von 5 Minuten).

Was kann problematisch an Google Family Link sein?

Aus Elternsicht sind die angebotenen Funktionen sinnvoll, weil verhindert werden kann, dass Kinder zu viel Zeit mit ihrem Smartphone verbringen oder dass ungeeignete Apps genutzt werden. Kritisch zu sehen ist die App, wenn sie nicht zum Schutz der Kinder eingesetzt wird, sondern um sie zu kontrollieren oder gar zu überwachen. Deshalb sollte die Nutzung der App vorher unbedingt mit dem Kind besprochen werden!

Da es eine Google-App ist, kann sie vorrangig für Google-Dienste und Android-Geräte genutzt werden. Andere Apps lassen sich darüber nicht steuern. Hinzu kommt, dass Google Family Link selbst keine unangemessenen oder jugendgefährdenden Inhalte blockiert, sondern ganze Angebote zulässt oder freigibt – je nach Einstellung, die Sie als Eltern getroffen haben. Es kann z. B. sein, dass Ihr Kind trotz App bei YouTube Videos vorgeschlagen bekommt, die Gewalt beinhalten. Um Inhalte bei YouTube einzuschränken, müssen Sie in der YouTube-App selbst Filtereinstellungen vornehmen. Auch Werbung innerhalb der Google-Apps kann mit der Google Family Link nicht ausgeschaltet werden.

Google ist dafür bekannt, dass es viele Daten seiner Nutzerinnen und Nutzer sammelt. Mit der Einrichtung eines Kinderkontos werden also auch ihre Nutzungsdaten gesammelt. Verschiedene Google-Konten und Smartphones müssen bei der Nutzung der App miteinander verbunden werden. Was genau mit den gesammelten Daten passiert, ist unklar.

Was sagt der Anbieter?

Für Google stellt Family Link eine Unterstützung der Medienerziehung in der Familie dar, da gemeinsame Nutzungsregeln vereinbart und über die App kontrolliert werden können. Es soll ermöglicht werden, Kinder bei der Handynutzung zu beaufsichtigen.

Auch wenn keine unangemessenen Inhalte mit der App gefiltert werden können, werden Eltern gezielt auf Filtermöglichkeiten bestimmter Dienste, wie die SafeSearch-Funktion in der Google-Suche, den Jugendschutzfilter im Google-Browser Chrome oder den eingeschränkten Modus von YouTube, hingewiesen. Mehr dazu in der Hilfe von Google.

Was sollten Eltern beachten?

Überlegen Sie genau, ob die Nutzung einer solchen App für Ihre Familie das Richtige ist. Bei jüngeren Kindern kann es sinnvoll sein, ein gewisses Maß an Kontrolle auszuüben. Egal, wofür Sie sich entscheiden, ist dies ein guter Anlass, sich gemeinsam Nutzungsregeln für Smartphone & Co. zu überlegen.

Die Verwendung von Google Family Link erfordert immer, dass das Handy Ihres Kindes Internetzugang hat. Möglicherweise ist das nicht gegeben oder Ihr Kind soll nicht ständig online sein.
Wenn Sie sich für die Nutzung entscheiden, sollten Sie die App zusammen mit Ihrem Kind installieren und einrichten. Sprechen Sie  darüber, welche Funktionen sinnvoll sind, um die Nutzungsregeln einzuhalten. Welche Einstellungen sind nicht notwendig, weil Ihr Kind schon reif genug ist, selbst darauf zu achten? Besprechen Sie sich in regelmäßigen Abständen, ob die App und ihre Einstellungen noch sinnvoll sind oder sie deaktiviert werden können. Wenn Sie die App für mehrere Handys nutzen wollen, können Sie verschiedene Unterkonten je nach Alter des Kindes einrichten.

Auch was die Datennutzung durch Google angeht, sollten Sie die Einstellungen genau prüfen. Bei der Datenspeicherung sind automatisch bestimmte Funktionen aktiviert, die Sie ausschalten können. Lesen Sie mehr zu Installation und Einrichtung der App bei mobilsicher.de.

Hilfe, mein Kind schaut Pornos!

Viele Kinder und Jugendliche kommen im Netz schon früh in Kontakt mit pornografischen Inhalten, zufällig und ohne Absicht genauso wie aus Neugierde und Interesse. Für Eltern kann das erschreckend sein, wenn sie irgendwann mitbekommen, dass ihr Kind Pornos schaut. Warum das nichts Unnormales ist, welche pornografischen Inhalte problematisch sein können und wie Sie damit umgehen sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Während Pornos früher vor allem in speziellen Geschäften oder Videotheken zu finden waren, kommt man heute dank Internet ganz leicht dran. Außerdem wird man nicht gesehen und es kostet nicht unbedingt etwas. Das gilt nicht nur für Erwachsene. Kinder und Jugendliche entwickeln spätestens in der Pubertät eine eigene Sexualität. Dafür suchen sie Orientierung und Vorbilder. Da Sex häufig immer noch ein Tabuthema ist, wird gern die Anonymität des Netzes gesucht. Hier können sie sich unbeobachtet schlau machen, bevor die Sexualität mit anderen ausgelebt wird. Doch es ploppen auch ganz unabsichtlich plötzlich aufreizende Nacktbilder von Männern und Frauen auf dem Handydisplay auf, wenn man eigentlich nur eine Serie gucken möchte oder für die Schule im Netz recherchiert. So können Kinder schon früh damit in Kontakt kommen, obwohl das eigentlich gar nicht passieren dürfte.

Schutz vor Pornografie

In Deutschland gibt es den Jugendmedienschutz mit seinem Auftrag, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren vor Inhalten im Internet zu schützen, die sie gefährden oder in ihrer Entwicklung beeinträchtigen können. Zu diesen Inhalten gehört auch Pornografie. Dabei wird zwischen einfacher und harter Pornografie unterschieden. Von harter Pornografie wird gesprochen, wenn die gezeigten sexuellen Handlungen z. B. in Verbindung mit Gewalt stehen oder wenn es sich um Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen handelt. Diese sind grundsätzlich verboten! Einfache pornografische Inhalte, bei denen der Sex detailliert dargestellt wird, sind in Deutschland erlaubt, wenn der Zugang dazu klar beschränkt ist. Das bedeutet, dass eine Anmeldung zu diesen Seiten nur über ein geregeltes Verfahren möglich ist; z. B. über das Post-Ident-Verfahren, bei dem der Personalausweis bei einer offiziellen Stelle wie einem Postamt vorgelegt werden muss.

Unter 18-Jährige können also nicht so einfach auf Pornoseiten kommen, wenn diese aus Deutschland kommen. Anders sieht es bei Anbietern aus anderen Ländern aus, deren Seiten teilweise frei zugänglich sind. Hinzu kommt, dass sich auf beliebten Plattformen wie YouTube und Instagram auch Fotos und Videos finden, auf denen Menschen mit wenig Kleidung und in erotischen Posen dargestellt sind. Solche Inhalte sind keine Pornografie und deshalb für alle einsehbar. Sie können aber für manche – vor allem jüngere – Kinder trotzdem unangenehm oder sogar verstörend sein.

Warum Pornos problematisch sein können

Gerade für Jugendliche in der Pubertät sind Pornos reizvoll – auch weil sie verboten sind. Sie sind für solche Reize besonders anfällig und begeben sich auf die Suche nach pornografischen Inhalten oder klicken neugierig auf die Seiten, die ihnen zufällig begegnen. Besonders wenn das Thema Sexualität zu Hause ein Tabu ist und sie nicht mit ihren Eltern darüber sprechen möchten, greifen sie auf das zurück, was sie im Netz finden. Und das ist nicht unbedingt altersgerecht.

Die schnelle Verfügbarkeit solcher Inhalte kann besonders anziehend wirken, wenn man z. B. gerade Ablenkung sucht oder vor seinen Alltagsproblemen fliehen möchte. Aus einer Gewohnheit kann bei manchen Jugendlichen Abhängigkeit werden. Außerdem können sich beim regelmäßigen Anschauen von Pornos Vorstellungen von Sex entwickeln, die nicht viel mit der Wirklichkeit zu tun haben. Sex und Pornografie werden mit Liebe und Beziehung gleichgesetzt. Einige Jugendliche bekommen Erwartungen, dass ihr eigenes Liebesleben genauso aussehen muss. Dazu gehört auch die Entwicklung des eigenes Körpers. Das kann Jugendliche stressen, wenn sie selbst sexuell aktiv werden wollen. Oder die Freundin oder der Freund wird unter Druck gesetzt, sich ebenso darzustellen, dabei zu filmen und das Video zu verschicken. Wodurch sie sich dem Risiko des Cybermobbings aussetzen. Mehr zum Thema Sexting erfahren Sie in unserem Beitrag dazu.

Was Sie als Eltern beachten sollten

Sex gehört zu unserem Leben dazu. Tabuisieren Sie das Thema nicht und seien Sie immer offen und gesprächsbereit. Sorgen Sie für eine altersgerechte Aufklärung, wenn Ihr Kind Fragen rund um Liebe und Sexualität stellt.

Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten im Internet und erklären Sie ihm, dass man auf Inhalte stoßen kann, die unangenehm sind. Sollten bestimmte Seiten unabsichtlich erscheinen, sollte Ihr Kind mit Ihnen darüber reden können. Vor allem jüngere Kinder dürfen mit solchen Erfahrungen nicht allein gelassen werden. Ihre Fantasie spielt verrückt und das Gesehene lässt sich nicht richtig einordnen, weil es nichts mit ihrem eigenen Erfahrungsspektrum zu tun hat.

Nutzen Sie Jugendschutzprogramme und Filtermöglichkeiten Ihres Browsers, Smartphones oder Tablets, so dass jugendgefährdende Inhalte erst gar nicht angezeigt werden. Solche technischen Einstellungen können aber immer nur unterstützen, da sie keinen hundertprozentigen Schutz vor solchen Inhalten bieten. Viel wichtiger ist, dass Ihr Kind weiß, dass es im Netz auch solche Inhalte gibt und es Wege kennt, damit umzugehen. Deshalb sollten Sie immer wieder mit ihm darüber sprechen.

Wenn Kinder älter werden und in die Pubertät kommen, brauchen sie aber auch ihren Freiraum und möchten nicht unbedingt mit den Eltern über die Veränderung ihres Körpers sprechen. Ältere Geschwister können gute Gesprächspartner sein. Außerdem gibt es jugendgerechte Aufklärungsseiten im Netz, wie z. B. Loveline.

Wenn Sie mitbekommen, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter Pornos schaut, sprechen Sie ihn oder sie darauf an, aber verurteilen Sie Ihr Kind nicht. Machen Sie ihm klar, dass Pornografie nicht realistisch ist, sondern sich jemand die “Geschichten” ausgedacht hat. Reine Verbote und Filtermaßnahmen werden vor allem bei Jugendlichen nicht helfen. Sie suchen sich ihre Wege, Pornos zu schauen. Verbote wirken eher noch reizvoller. Deshalb ist ein offener Umgang mit dem Thema Sex wirksamer.

Online-Casinos – ein Risiko für Jugendliche?

Der Zutritt zu Casinos und die Teilnahme an Glücksspielen sind für Minderjährige in Deutschland nicht gestattet und quasi nicht möglich. Anders sieht es allerdings bei Online-Glücksspielen aus. Der leichte Zugang zum Internet für Kinder und Jugendliche ermöglicht auch den Zugriff auf Tausende von Online-Glücksspielen. Zudem werben beliebte Plattformen wie Twitch für solche Seiten.

Das Online-Glücksspiel ist in Deutschland nur lizenzierten Betrieben, z. B. Lottogesellschaften, gestattet. Online-Casinos erhalten in Deutschland dagegen keine Lizenz – und sind demnach illegal. Da es im Internet allerdings keine wirklichen Ländergrenzen gibt und sich die Anbieter auf das EU-Recht berufen, gibt es solche Angebote trotzdem. Jugendschützer sehen das sehr kritisch, da Jugendliche so dem Risiko der Spielsucht ausgesetzt werden – auch weil bei ihnen beliebte Internetangebote wie Twitch Teil des Systems sind.

Twitch – Die neue Werbeplattform für Online-Glücksspiel?

Auf Twitch übertragen sogenannte Streamer live, wie sie Computerspiele zocken. Einige von ihnen haben über eine Million Follower. Immer mehr Unternehmen nutzen die Spieleplattform, um Werbung zu schalten, da sie hier viele junge Menschen erreichen. Das haben auch die Betreiber von Online-Casinos erkannt. Sie arbeiten mit Streamern zusammen, die auf ihren Seiten Spiele spielen und dies auf Twitch live übertragen. Dabei gewinnen sie unverhältnismäßig oft und erwecken den Eindruck, dass es ganz leicht ist, viel Geld auf diesen Seiten zu gewinnen. Diese Werbung ist allerdings nicht gekennzeichnet – es handelt sich also um Schleichwerbung.

Zu den bekanntesten Streamern von Online-Glücksspielen zählt der YouTuber Montana Black. Er erhielt vom Casino Spielgeld, mit dem er hohe Summen echtes Geld und das Online-Casino neue Kunden gewann. Ein solcher Werbedeal ist für die vor allem minderjährigen Zuschauerinnen und Zuschauer nur schwer zu durchschauen.

Auch wenn das nicht ganz legal ist, kann Twitch das bisher ohne rechtliche Einschränkungen so praktizieren. Die Streaming-Plattform selbst hat ihre Richtlinien trotzdem angepasst:  Das Streaming von Online-Glücksspielen ist auf dreißig Minuten begrenzt und nur nach Mitternacht erlaubt. So möchte Twitch verhindern, zu einer reinen Werbeplattform für sogenannte Gambling Sites (Glücksspiel-Seiten) zu werden. Da Online-Glücksspiele aber eine Spielekomponente haben, will der Anbieter das Übertragen solcher Spiele nicht vollständig verbieten.

Worin besteht für Jugendliche das Risiko?

Das Spielen von Glücksspielen ist für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren generell verboten. Jugendliche sind oft risikobereiter als Erwachsene, können Folgen und Konsequenzen nicht richtig abschätzen. Sie sind besonders gefährdet, glücksspielsüchtig zu werden, auch weil es ihnen schwerfällt, ein Ende beim Spielen zu finden.

Die Live-Übertragung etlicher Online-Glücksspiele auf Twitch macht nicht nur auf die Möglichkeit, im Netz an Glücksspielen teilzunehmen, aufmerksam, sondern führt auch zu einer Verharmlosung des Risikos und einer verzerrten Darstellung der Realität. Twitch wird vor allem von Jugendlichen genutzt, die die Streamer als authentisch wahrnehmen. Auch die Form der dort betriebenen Werbung stellt ein Risiko dar. Ob gekennzeichnet oder nicht, ist sie für Kinder und Jugendliche aufgrund ihrer Unerfahrenheit schwer als solche zu erkennen.

Der Zugang zu Glücksspiel-Plattformen ist für Jugendliche einfacher als zu einer Spielhalle, da man sich bei vielen Online-Casinos mit falschen Angaben registrieren kann. Immerhin ist eine Aktivierung des Kontos in der Regel nur mit einer hinterlegten Kreditkarte und einem Bankkonto möglich. Problematisch wird es aber, wenn Jugendliche Zugriff auf eine Kreditkarte z. B. über ältere Freunde oder Geschwister haben.

Worauf Sie als Eltern achten sollten

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die verschiedenen Arten von Spieleseiten und woran man diese erkennt. Machen Sie deutlich, dass Online-Glücksspiele nicht für Kinder und Jugendliche geeignet und welche Gefahren damit verbunden sind. Sollten Sie selbst solche Seiten nutzen, tun Sie dies nicht im Beisein Ihres Kindes.Darüber hinaus ist es ratsam, Filter einzusetzen, damit Ihr Kind Seiten von Online-Glücksspielen nicht besuchen kann. Achten Sie zudem darauf, dass Ihr Kind keinen Zugriff auf Ihre Kreditkartendaten hat.

Wenn Ihr Kind Twitch nutzt, kennt es möglicherweise auch die Streams von Online-Glücksspielen. Bei Twitch gibt es keine Filter oder Altersbeschränkungen von Streams. Ihr Kind hat also Zugriff auf alle Inhalte. Hinterfragen Sie gemeinsam die Videos der bei ihm oder ihr beliebten Streamer auf Twitch. Wie realistisch ist das mehrmalige Gewinnen von hohen Geldsummen tatsächlich? Wer profitiert schließlich von den Streams?

eSport-Events: Nischen-Wettbewerbe oder schon Großveranstaltungen?

Wenn die Lieblingsband ein Konzert gibt, die liebste YouTuberin ein Fantreffen veranstaltet oder ein Spiel der Nationalmannschaft in der eigenen Stadt stattfindet, sind Jugendliche begeistert und möchten ihr Idol gern live erleben. Auch immer mehr Gamer sind Vorbilder für Jugendliche und spielen in der Öffentlichkeit, bei sogenannten eSport-Events.

Jahr für Jahr gewinnen erfolgreiche E-Sportler bei Turnieren viele Millionen Dollar Preisgeld. eSport (“elektronischer Sport”) meint Computer-oder Konsolenspiele in Form von sportlichen Wettkämpfen, allein oder im Team ausgetragen. Wenn Sie mehr über den “digitalen Sport” erfahren möchten, können Sie das hier im Elternguide nachlesen.

Öffentliche eSport-Wettbewerbe haben bereits die Profiliga erreicht. Groß organisierte Turniere werden von begeisterten Fans auf der ganzen Welt besucht oder online verfolgt. Ausverkaufte Arenen sprechen für die riesige Begeisterung und Faszination für den elektronischen Sport. Das wohl größte Event der Welt ist die “LoL”, die League of Legends-Weltmeisterschaft. Während einer Turnier-Periode der LoL füllen die Gaming-Fans mehrere Arenen. Was für Dimensionen dies schon angenommen hat, machen die Veranstaltungsorte deutlich. Das Finale fand im World-Cup-Stadion in Seoul (Südkorea) statt. Im selben Stadion spielte auch die deutsche Nationalmannschaft im Halbfinale bei der Fußball-WM 2002 gegen Südkorea.

Jugendschutz bei E-Sport-Events

Kinder und Jugendliche sind beim Online-Spielen zu Hause verschiedenen Gefahren ausgesetzt, die nur schwer zu kontrollieren sind – wie der Kontaktaufnahme durch Fremde, den Zugang zu nicht altersgemäßen Spielen u. ä. Auf größeren eSport-Veranstaltungen wird der Jugendschutz in der Regel ernst genommen. Aber es gibt keine verbindlichen Regeln, wie das Jugendschutzgesetz bei eSport-Events mit USK-Altersbeschränkungen genau greift. Die Entscheidung liegt jeweils bei der Genehmigungsbehörde vor Ort, soweit eine Genehmigung erforderlich ist. Um mögliche Probleme von vornherein zu umgehen, schließen viele Veranstalter Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zumeist von Wettbewerben aus. Möchten Jugendliche Veranstaltungen besuchen, die jünger sind als die Altersfreigabe der dort gespielten Games erlaubt, müssen sie von einer erziehungsberechtigten Person begleitet werden. Andere Veranstalter, wie z. B. die ESL (Electronic Sports League – einem europäischen Dachverband für den organisierten Spielbetrieb und Veranstalter verschiedener Turniere und Ligen) schließen sich mit der USK zusammen, so dass auch jüngere Teilnehmende zugelassen sind. Bei diesen Events finden jeweils strikte Alterskontrollen statt.

Was tun, wenn das eigene Kind zum E-Sport-Event möchte?

Ihr Kind möchte auch gerne ein eSport-Event besuchen oder sogar an einem Wettbewerb teilnehmen? Dann machen Sie sich über die Gegebenheiten vor Ort schlau und recherchieren Sie die Spiele, die dort gespielt werden inklusive ihrer Altersklassifizierungen. Seien Sie insbesondere bei privat veranstalteten Wettbewerben kritisch und fragen Sie nach, welche Spiele gespielt und welche Personen anwesend sind. Wie auch bei anderen Veranstaltungen sollten Sie zudem abschätzen, ob Ihr Kind schon verantwortungsvoll genug ist, ohne erwachsene Begleitperson mit Freunden eine solche Veranstaltung zu besuchen. Begleiten Sie Ihr Kind am besten zum Event oder sprechen Sie sich mit anderen Elternteilen des Freundeskreises Ihres Kindes ab, sodass eine erwachsene Vertrauensperson vor Ort ist, wenn z. B. beängstigende Inhalte in Spielen gezeigt werden.

Groß und Klein sollten sicher sein im Netz

Egal ob groß oder klein, jung oder alt – jeder sollte sich sicher im Netz bewegen können. Auch wenn es Gesetze wie z. B. die Datenschutzgrundverordnung gibt, muss man auch selbst auf die Sicherheit seiner persönlichen Daten und von sich selbst achten.

Um mit einem besseren Gefühl im Netz unterwegs zu sein, haben wir eine Menge Tipps für Sie zusammengestellt:

Wie viel Medienzeit ist gut für mich und wie kann ich besser darauf achten? Die Frage beantwortet dieser Artikel.

Welche Gefahren es in der Medienwelt gibt, können Sie hier nachlesen.

Geklaute Daten aus dem Netz sind gerade wieder ein großes Thema. Wie Sie Ihre und die Daten Ihres Kindes im Netz besser schützen können, erläutert dieser Beitrag.

Es gibt Maßnahmen, die Kinder und Jugendliche bei der Mediennutzung schützen möchten. Dazu zählt z. B. die Altersfreigabe von Filmen und Computerspielen. Alles Wichtige dazu können Sie hier nachlesen.

Die ersten Erfahrungen im Netz sind für Kinder sicherer, wenn man Jugendschutzprogramme nutzt. Schauen Sie sich hier an, wie das funktioniert.

Das eigene Smartphone oder das Ihres Kinder können Sie durch bestimmte Einstellungen ebenfalls sicherer machen. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Gute Internetseiten für Kinder erkennen, ist gar nicht so schwer. Lesen Sie dazu unsere Tipps. Kindgerecht im Netz recherchieren kann man über fragFINN.

Wenn Kinder ihr erstes Smartphone bekommen, schicken sie sich viele Nachrichten. Darunter können lustige aber auch angsteinflößende Kettenbriefe sein.

Nicht jeder meint es gut, der im Internet unterwegs ist. Es gibt z. B. Leute, die extreme Meinungen vertreten und gerade Kinder und Jugendliche beeinflussen möchten. In diesem Beitrag geht es um Extremismus im Netz und hier um Falschmeldungen.

Andere möchten Menschen fertig machen, durch Hate Speech oder durch Cybermobbing.

Oder sie versuchen, Kontakt zu Kindern aufzunehmen, beim sogenannten Cybergrooming.

Bei Jugendlichen untereinander kann auch Sexting zum Problem werden. Worauf man dabei achten sollte, erfahren Sie hier. Unerwartet auf Gewalt oder pornografische Inhalte zu stoßen, kann für Kinder sehr unangenehm sein. In unserem Beitrag dazu erfahren Sie mehr.

Wenn Ihr Kind schon etwas älter ist, kann es sich auch selbst über Sicherheit im Netz informieren, auf der Seite Jugend Support.

Falls Sie mehr Unterstützung brauchen, können Sie sich an verschiedene Einrichtungen des Jugendmedienschutzes wenden.

Krasser Stoff! Ist der erfolgreiche Gangster-Rap wirklich was für Jugendliche?

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von Dr. Daniel Hajok.

Mit dem Eklat um Farid Bang und Kollegah bei der letzten ECHO-Verleihung ist der Gangster-Rap wieder in die öffentliche Diskussion gelangt. Eltern, die bei ihren Kindern nur allzu oft eine Begeisterung für Hip-Hop beobachten, fragen sich angesichts der monierten krassen Texte, ob das, was heute vor allem via YouTube, Ohrenstöpsel und Konzertbesuche zur Jugend dringt, nicht doch eine ernste Gefahr fürs Heranwachsen ist.

Hip-Hop als Jugendkultur

Mit seinen Wurzeln in den afroamerikanischen Ghettos der USA ging es im Hip-Hop schon in den 1970er-Jahren um ‚harte Themen‘, um gesellschaftliche Missstände, soziale Ungleichheiten und anderes mehr. Künstlerisches Ausdrucksmittel war von Beginn an nicht nur die Wortgewalt des Sprechgesangs (Rap), auch das DJing, Breakdancing und Graffiti förderten den Aufstieg des Hip-Hop zu einer bedeutenden Subkultur, mit der sich zunächst die sozial benachteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen US-amerikanischer Großstädte identifizierten.
Kommerziellen Erfolg und Popularität über die Landesgrenzen hinaus erreichte Hip-Hop, als die Rapmusik auf Tonträger und ins Radio kam. Schnell wurde so auch die Begeisterung der Jugendlichen in anderen Ländern geweckt: Hip-Hop mauserte sich weltweit zur wichtigsten musikbezogenen Jugendkultur – und ist dies bis heute geblieben. In Deutschland bildete sich die Szene in den 1980er-Jahren heraus. Die Anhängerschaft wuchs in der folgenden Zeit weiter an und in den 1990er-Jahren hatten die ersten Rapper mit deutschsprachigen Texten großen kommerziellen Erfolg.

Gangsta-Rap als erfolgreiches Genre

Viele Eltern sind beim Hören der Texte von Kollegah, Bushido & Co. entsetzt. Dennoch ist Gangsta-Rap längst auch in Deutschland ein sehr bedeutendes und zugleich jugendaffines Hip-Hop-Genre. Stilmerkmale sind eine krasse Sprache und ein von ‚männlicher Härte‘ geprägtes Gebaren der Protagonisten. Zwar dreht sich auch hier einiges um gesellschaftliche Missstände und soziale Ungleichheiten, im Mittelpunkt steht aber oft die Inszenierung der Stars der Szene mit Dingen, die man mit Blick auf die eigenen Kinder nun wirklich nicht will: Gewalt und Kriminalität, Abwertung Schwächerer und Aufwertung des Egos mit Macht und Status an sich.
Die deutschen Gangster-Rapper haben oft Migrationshintergrund und in ‚Problemvierteln‘ unserer Großstädte Ausgrenzung und Desintegration erfahren. Das Identifikationspotenzial ist also für Jugendliche mit ähnlichen Erfahrungen besonders hoch. Der kommerzielle Erfolg des Gangster-Rap geht nicht zuletzt auf die zunehmende Begeisterung bei Jugendlichen aus ‚gutem Hause‘ zurück. Auch hier mögen viele die fetten Beats und die Wortgewalt der von Geld, Autos und Frauen umgebenen Stars. Per Gangster-Rap können sie jederzeit in die faszinierende Welt von ‚Sex and Crime‘ eintauchen und sich so von ihren Eltern abgrenzen.

Wann hört der Spaß auf?

Gangster-Rap bietet unseren Kindern oft sehr fragwürdige Identitätsentwürfe. Er beeinflusst sie aber nicht per se negativ. Ebenso übernehmen die meist jugendlichen Fans die transportierten Werte, etwa von der Macht des Stärkeren und Frauen als Sexobjekt, nicht eins zu eins in ihr Leben. Vielerorts regen die Texte auch zur kritischen Auseinandersetzung mit sich selbst an und eröffnen Diskussionen in der Clique zu sozialen Missständen und Kriminalität in problematischen Großstadtmilieus.
Ein besonderes Gefährdungspotenzial hat Gangster-Rap dann, wenn er mit seiner Musik und dem verbalen Kräftemessen der coolen Stars Jugendliche anspricht, in den Texten und Videoclips aber Gewalt, kriminelle Lebensstile, Drogenkonsum, Homophobie und Frauenverachtung als nachahmenswert und Erfolg versprechend darstellt – und eben nicht kritisch hinterfragt werden. In diesen Fällen können Jugendliche durchaus in ihrer Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit beeinträchtigt oder sogar gefährdet werden.

Was können Eltern tun?

Auch beim Gangster-Rap stehen Sie vor der Schwierigkeit, ihren Kindern die Vorlieben nicht unreflektiert ‚madig zu machen‘ und dennoch eine klare eigene Haltung zu zeigen. Um sich dieser bewusst zu werden, sollten Sie sich zunächst fragen: Mit welcher Musik habe ich mich damals von meinen Eltern abgegrenzt? Wie stehe ich zu den Darstellungen von Gewalt, Kriminalität und Diskriminierung? Welche negativen Einflüsse auf die Entwicklung meines Kindes befürchte ich? Kann ich ihrer/seiner Vorliebe auch etwas Positives abgewinnen?
Auf alle Fälle sollten Eltern den Umgang ihrer Schützlinge mit Musik nicht gänzlich aus dem Auge verlieren, ihn sogar zum Anlass für Gespräche nehmen. Was mag mein Kind überhaupt am Gangster-Rap – und was nicht? Wie steht es selbst zu den Texten und den Bildern der Clips? Um den eigenen Kindern die Grenzen des Tolerierten aufzeigen und im Alltag auch durchsetzen zu können, sollten Sie als Eltern auch die wichtigsten gesetzlichen Regeln kennen und von den Möglichkeiten eines angemessenen erzieherischen Umgangs wissen. Hierfür bieten sich z.B. die Aufbereitungen zum Thema durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) an.

 

Zum Autor:
Dr. Daniel Hajok ist Kommunikations- und Medienwissenschaftler. Er arbeitet als Gutachter, Empiriker, Seminar-/Workshopleiter und Fachautor. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Medien, Gesellschaft und Soziale Arbeit, Kinder- und Jugendmedienschutz, medienpädagogische Forschung und Praxis.

Eltern fragen – wir antworten: Soll ich Fotos meines Kindes ins Netz stellen?

Viktoria fragt sich, ab wann ihre Tochter eigentlich eigene Fotos von sich und ihrem Alltag ins Netz stellen sollte und was es dabei zu beachten gibt. Lidia de Reese gibt wichtige Hinweise und Tipps.

 

 

Mein Kind will eine Spielkonsole – was nun?

Zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen oder Weihnachten steht auf der Wunschliste von Kindern oft eines: eine neue Spielekonsole. Vielleicht fühlen Sie sich wie viele Eltern aufgrund des Überangebots überfordert und stehen vor der Frage, was man bei einer möglichen Anschaffung beachten sollte.

Was genau sind Spielekonsolen überhaupt?

Als begeisterter Gamer ist die richtige Spielkonsole für bestimmte Spiele das A und O. Mittlerweile gibt es ein großes Angebot an verschiedenen Spielkonsolen und es stellt sich die Frage, worin sie sich unterscheiden.

Eine stationäre Konsole (z.B. PlayStation 4, XBOX) besteht aus der Konsole selbst (zu vergleichen mit einem Minicomputer) und einem Steuerungsgerät (Controller). Die Konsole schließt man an einen Fernseher oder Monitor an und schon kann losgespielt werden. Stationäre Geräte sind unter anderem deshalb so beliebt, weil viele Spiele exklusiv für bestimmte Konsolen entwickelt werden. Außerdem bieten sie mehr Funktionen als das reine Spielvergnügen – Mit aktuellen Geräten können Sie auch im Internet surfen, Musik hören oder Filme schauen.

Bei tragbaren Konsolen (z.B. Nintendo DS, Sony PlayStation Portable) steckt bereits alles in einem Gerät, so dass auch unterwegs gespielt werden kann. Auf Busfahrten, der Autofahrt zu den Großeltern aber natürlich auch auf längeren Reisen kann gespielt werden, so lange der Akku hält. Tragbare Konsolen haben meist eine schwächere Leistung, sind aber im Vergleich zu stationären Konsolen günstiger. Eine Konsole, welche die Vorteile von stationären Geräten mit denen von tragbaren zu verbinden versucht, ist die Nintendo Switch. Sie kann an einen Fernseher angeschlossen werden und hat zwei Controller mit denen gespielt werden kann. Gleichzeitig hat sie einen eigenen Bildschirm, so dass sie auch unterwegs voll einsatzfähig ist.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Sie sich zusammen mit Ihrem Kind für den Kauf einer Spielkonsole entscheiden, gibt es einige Dinge zu beachten.

Machen Sie sich mit den Jugendschutzeinstellungen der jeweiligen Konsole vertraut und nutzen Sie diese. Viele Konsolen bieten zudem ein “Parental Control”-System an, also eine Art Kindersicherung, mithilfe derer nur für das jeweilige Alter des Kindes geeignete Spiele gespielt und Filme angesehen werden können. Wenn Sie überlegen, ein Spiel für Ihr Kind zu kaufen, achten Sie unbedingt auf die Altersfreigabe des Spiels. Auf www.usk.de/titelsuche/ können Sie gezielt nach der Freigabe eines bestimmten Spiels suchen. Überlegen Sie sich auch, ob sie die Konsole mit dem Internet verbinden möchten. Manche Spiele lassen sich mittlerweile nur noch mit bestehender Internetverbindung spielen, so dass Sie zuvor überlegen sollten, ob ein Spiel sinnvoll ist. Da technische Lösungen jedoch keinen 100% Schutz bieten, tauschen Sie sich auch stets mit Ihrem Kind über das Spielerlebnis aus. Lassen Sie sich Lieblingsspiele zeigen und spielen Sie doch auch mal eine Runde mit! Legen Sie auch zusammen mit Ihrem Kind Regeln wie Zeitbegrenzungen beim Spielen fest.

Erkundigen Sie sich nach den Preisen für verschiedene Konsolen. Je nach Art und Ausstattung der Konsole, gibt es große Unterschiede bei den Preisen. Je nachdem, was und wie Ihr Kind spielt, können Sie oft auch auf günstige oder gebrauchte Modelle zurückgreifen. Tragbare Konsolen sind zumeist nicht aktualisierbar, was heißt, dass die Veröffentlichung einer neueren Version bei Ihrem Kind den Wunsch auslösen kann, diese auch zu besitzen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Kind und denken Sie darüber nach Ihr Kind an den Kosten zu beteiligen (zum Beispiel mit einem kleinen symbolischen Betrag der vom Taschengeld abgeht).

Am besten ist es, wenn Sie für die Konsole Ihres Kindes das heimische WLAN verwenden. So vermeiden Sie unnötige Kosten beim Surfen über das Handynetz und haben mehr Möglichkeiten, Einfluss auf die Nutzungszeiten zu nehmen (dies sollte jedoch immer in Absprache mit Ihrem Kind passieren und kann niemals die Begleitung der Mediennutzung ersetzen).

Mehr Informationen über die einzelnen Spielekonsolen und das Aktivieren der Jugendschutzeinstellungen finden Sie hier:

 

eSport – was hat Computerspielen mit Sport zu tun?

Nach Angaben des amerikanischen Computerspiel-Unternehmens “Riot Games”, haben zum Halbfinalspiel des eSport-Events “League of Legends Championship Series” 2017 über 80 Millionen Zuschauer auf der ganzen Welt eingeschaltet. Das Preisgeld lag bei ca. 5 Mio USD (= ca. 4384175,00 €). Die Vorstellung, selbst erfolgreich mit eSport zu sein und damit Geld zu verdienen, fasziniert viele Jugendliche. Doch worauf sollten Sie als Elternteil achten, wenn auch Ihr Kind sich als eSportler beweisen möchte?

Was ist eSport?

Das e von eSport steht für “elektronisch”. Der Begriff bedeutet also soviel wie “elektronischer Sport”. Gespielt wird am Computer oder an einer Spielekonsole, entweder allein oder im Team gegeneinander. Dabei erhalten die Spieler wichtige Liga-Punkte oder steigen eine Runde auf. Echtzeit-Strategiespiele und Ego-Shooter sind aufgrund ihrer Komplexität am beliebtesten. Nicht zuletzt wegen ihres Unterhaltungscharakters, denn ein weiteres Merkmal des eSports ist es, Turniere vor einem Live-Publikum auszutragen – ähnlich eines Fußballspiels im Stadion. Im Vergleich zu klassischen Sportarten, wie Fußball oder Tennis, fällt beim eSport jedoch die körperliche Anstrengung weg. Es werden dabei aber vor allem wichtige geistige und motorische Fähigkeiten trainiert und weiter herausgebildet. Hierzu zählen bspw. Taktik, eine schnelle Reaktionszeit, Durchhaltevermögen und vorausschauendes Denken. Auch das Organisationstalent Ihres Kindes ist gefragt, da z.B. Trainingszeiten mit dem Team vereinbart werden müssen und sich die Spieler in der Regel selbst um die Finanzierung kümmern.

Was fasziniert an eSport so sehr?

Lange bevor eSport in Deutschland ein Thema war, wurden eSportler in Asien bereits wie Popstars gefeiert. In einigen Ländern wird der eSport sogar als eigene Sportart eingestuft. In Deutschland ist dies noch nicht so, könnte sich jedoch bald ändern, denn das Interesse dafür wächst stetig. Immer mehr Menschen wollen Profispielern dabei zuschauen, wie sie ihren Sport verrichten. Warum auch nicht? Denn im Grunde genommen machen wir es bei anderen großen Sportarten (Fußball, Formel1 oder Golf) nicht anders.

Wer selbst als eSportler aktiv ist und gut spielt, kann daraus sogar ein lukratives Geschäft werden lassen. Das ist der Traum eines jeden eSportlers, immer besser (und berühmter) zu werden, um eines Tages damit den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen und somit das Hobby zum Beruf zu machen.

Worauf sollten Sie als Eltern achten?

Wenn Ihr Kind ein eSportler ist oder gerne werden möchte, dann machen Sie sich über die Altersfreigaben der USK für die jeweiligen Spiele schlau. Denn diese geben Auskunft darüber, ob das Spiel aus Sicht des Jugendschutzes unbedenklich ist, also keine beeinträchtigenden Inhalte für das jeweilige Alter aufweist. eSport kann schnell dazu verführen, sehr lange zu spielen und Geld für dessen Finanzierung auszugeben. Sie sollten daher zum einen gemeinsam mit Ihrem Kind klare Regeln wie bspw. Spielzeiten und Spieldauer festlegen und zum anderen Rahmenbedingungen, bspw. finanzieller Natur deutlich machen. Informieren Sie sich zudem, mit wem Ihr Kind über das Spiel kommuniziert – meistens sind es die selben Freunde, mit denen ihr Kind auch sonst Zeit verbringt. Beobachten Sie zudem das Spielverhalten Ihres Kindes, um reagieren zu können, wenn andere Aktivitäten wie Beschäftigung mit Freunden abseits des Computers oder die Schule vernachlässigt werden. Kommen Sie mit Ihrem Kind in den Austausch und reden Sie darüber, warum es gerne eSportler werden möchte. Zeigen Sie Interesse, lassen Sie sich die Lieblingsspiele zeigen und probieren Sie sie doch auch selbst einmal aus! So können Sie selbst erfahren, warum Ihrem Kind das Spiel als Wettbewerb so viel Spaß macht. Und vielleicht spielen Sie mit ihrem Kind bald gemeinsam.

Aufgepasst! – Tauschbörsen im Internet

Die Nachbarin hat neulich davon erzählt: In ihrem Briefkasten fand sie eine Abmahnung, in der steht, dass sie 3.000,- € Schadensersatz zahlen soll. Angeblich wurde über den Internetanschluss der Familie illegal ein Spiel heruntergeladen, das es normalerweise nur in Online-Shops zu kaufen gibt.

Erwachsene, Jugendliche und bereits Kinder nutzen das Internet, um an Musik, Spiele oder Filme zu gelangen. Es gibt viele Streaming-Plattformen und Online-Shops, bei denen man gegen Bezahlung Zugriff auf ein großes Medienangebot hat. Doch auch denjenigen, die nicht dafür zahlen möchten, bietet das Internet Möglichkeiten. Sie tauschen ohne Geld Dateien mit anderen Nutzern über ein Netzwerk aus.

Was sind Tauschbörsen und wie erkennt man sie?

Tauschbörsen (auch bekannt als „Filesharing“- oder „Peer-to-Peer“-Systeme) sind Computerprogramme, mit denen man online digitale Inhalte wie Spiele oder Musik mit anderen Nutzern teilen kann. Dafür installiert man sich ein kostenloses Programm auf dem Computer. Das ist erstmal nicht verboten. Aber sich Spiele, Musik oder Ähnliches herunterzuladen, die urheberrechtlich geschützt sind, ist nicht erlaubt!

Die meisten kreativen Werke sind urheberrechtlich geschützt. Das heißt, wer das Werk geschaffen hat, darf entscheiden, was damit gemacht wird. Wenn man nicht die Erlaubnis vom Urheber (oder anderen Rechteinhabern) hat, ein Werk zu nutzen, ist es nicht erlaubt, diese Inhalte zu vervielfältigen oder herunterzuladen.

Es gibt Tauschbörsen, bei denen nicht deutlich wird, woher die einzelnen Inhalte stammen und wer die Rechte daran hat. Bevor man also von Tauschbörsen Inhalte herunterlädt, sollte man sich diese nach folgenden Punkten genau angucken. Treffen einige davon zu, lässt man besser die Finger davon.

  • Das Angebot ist kostenlos, obwohl man es anderswo kaufen müsste.
  • Die technische Qualität ist schlecht.
  • Der Betreiber des Angebots ist unklar oder es ist eine unseriöse Adresse angegeben.
  • Man soll eine spezielle Download-Software herunterladen.
  • Es gibt aggressive Werbung auf der Seite.
  • Es werden Inhalte angeboten, die noch nicht offiziell veröffentlicht wurden, z. B. ein Film wird noch nicht im Kino gezeigt.

Umgang mit Tauschbörsen und Abmahnungen

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Kind (heimlich) Musik, Spiele oder andere Inhalte über eine illegale Tauschbörse bezieht oder anbietet. Dann sollten Sie unbedingt mit ihm darüber reden und erklären, dass dies verboten ist. Es kann sogar strafrechtliche Konsequenzen haben, wie eine Abmahnung mit (teils hohen) Gebühren.

Sollten Sie bereits einen solchen Brief erhalten haben, gehen Sie nicht einfach darauf ein, aber ignorieren sie ihn auch nicht. Wenden Sie sich an einen Anwalt oder die Verbraucherzentrale in Ihrer Nähe und lassen Sie sich beraten. Nicht immer sind die Forderungen angemessen.

Dateien illegaler Tauschbörsen können auch Schadsoftware oder Viren verbreiten. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind nach legalen Streaming-Angeboten im Netz recherchieren und diese nutzen. Sie können auch nach Angeboten suchen, die unter eine „Creative Commons“-Lizenz fallen. Das sind sogenannte „freie Inhalte“, bei denen der Urheber selbst seinem Werk erweiterte Verwendungsrechte einräumt. Nähere Informationen hierzu finden Sie z. B. bei iRights info  und Klicksafe.

Kinderrechte in der digitalen Welt

Kinder haben Rechte. Schon seit 1989 sind sie in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben. Hierzu zählen z. B. das Recht auf Gesundheit und das Recht auf Spiel und Freizeit. Doch seitdem hat sich viel verändert. Kinder wachsen anders auf als noch vor 20 oder 30 Jahren. Digitale Medien spielen mittlerweile ab dem frühesten Lebensalter eine bedeutende Rolle. In Bezug auf den Umgang mit Medien in der Familie heißt das für Sie, sich über die Mediennutzung Ihres Kindes zu informieren, das Gespräch zu suchen, vertrauensvoller Ansprechpartner zu sein und immer wieder Entscheidungen zu treffen, die Sie je nach Alter mit Ihrem Kind abstimmen sollten. Generell gelten alle Kinderrechte auch im digitalen Raum. Es gibt aber einige Rechte, die im Internet eine besondere Rolle spielen:

Recht auf Medienzugang

Jedes Kind hat das Recht auf einen uneingeschränkten und gleichberechtigten Zugang zur digitalen Welt. Das bedeutet allerdings nicht, dass Kinder Medien uneingeschränkt nutzen sollten. Abhängig vom Alter und Entwicklungsstand Ihres Kindes können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln vereinbaren, wie lange und welche Medien genutzt werden dürfen.

Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit

Wie ein Erwachsener auch hat jedes Kind das Recht, seine Meinung frei zu äußern und sich zu informieren. Das Internet bietet Kindern die Chance, sich auf vielfältige Weise altersgerechte Informationen zu beschaffen und ihre eigene Meinung auszudrücken und zu verbreiten. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind nur auf Internetseiten gelangt, die unbedenklich und für Kinder geeignet sind.

Recht auf Privatsphäre und Datenschutz

Jedes Kind hat das Recht auf Privatsphäre. Als Eltern sollten Sie daher bewusst und rücksichtsvoll mit den Persönlichkeitsrechten Ihrer Kinder im Internet umgehen. Vermeiden Sie die Preisgabe personenbezogener Daten wie Name oder Adresse Ihrer Kinder. Fragen Sie Ihr Kind um Einverständnis, bevor Sie Fotos von ihnen online posten oder per Messenger versenden. Die Privatsphäre des Kindes zu respektieren heißt auch, nicht aus Neugier das Smartphone Ihres Kindes zu kontrollieren. Sollten Sie sich Sorgen um Ihr Kind machen, suchen Sie ein vertrauensvolles Gespräch mit ihm.

Recht auf Bildung

Jedes Kind hat Anspruch auf gleichberechtigten Zugang zu Bildung. Bezogen auf die digitalisierte Lebenswelt ist eine Begleitung durch Familie, Kita und Schule wichtig, damit Kinder sicher und verantwortungsbewusst mit den Chancen und Risiken in der Medienwelt umgehen lernen. Das Recht auf Medienzugang ist heute auch immer ein Recht auf Zugang zu medialen Bildungsangeboten.

Recht auf Schutz und Sicherheit

Die Kinderrechte stellen das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt. Kinder müssen in allen Lebensbereichen, also auch im digitalen Raum, vor jeder Form von Gewalt, Missbrauch und schlechter Behandlung (wie z. B. Cybermobbing, Cybergrooming, Hate Speech) geschützt werden. Spezielle Jugendschutzprogramme helfen Ihnen, Ihr Kind vor Risiken zu schützen. Noch wichtiger ist es jedoch, mit Ihrem Kind über Sicherheitsrisiken und problematische Inhalte im Netz zu sprechen und sie so zum Selbstschutz zu befähigen.

Die Bedeutung der Eltern für die Entwicklung und das Wohl des Kindes wird übrigens auch in der UN-Kinderrechtskonvention ausdrücklich erwähnt. Unser Tipp: Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber, welche Kinderrechte es gibt. Mehr dazu u. a. unter www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/kinderrechte

Kinder und Jugendliche brauchen Schutz – auch im Umgang mit Medien

Sie als Eltern sorgen für Ihre Kinder und möchten sie vor schlechten Einflüssen schützen. Wussten Sie, dass Ihnen dabei auch unser Grundgesetz hilft?
Es bestimmt, dass der Staat die Persönlichkeitsrechte aller Menschen zu schützen hat. Bei Kindern und Jugendlichen zählt dazu, sie vor Einflüssen von Medien zu schützen, die für ihre Entwicklung schlecht oder gefährlich sein können. Die genauen Regelungen des Jugendmedienschutzes sind in verschiedenen Gesetzen festgelegt, vor allem im Jugendschutzgesetz und im Jugendmedienschutzstaatsvertrag.

Das Grundgesetz legt auch fest, dass Sie als Eltern letztlich entscheiden, was für Ihr Kind das Beste ist. Das bedeutet, dass Eltern ihren Kindern auch entgegen den Regeln des Jugendmedienschutzes Zugang zu Medien verschaffen dürfen. Für Sie ist der Jugendmedienschutz also eine Hilfe, an der Sie sich orientieren können, wenn es um den Umgang mit Medien in der Familie geht.

Altersfreigaben

Als Orientierungsrahmen hat der Jugendmedienschutz Richtlinien, an die sich die Medienschaffenden und die Händler halten sollen. Gleichzeitig sind sie aber auch für Familien hilfreich. Dazu zählen z. B. die Altersfreigaben für Medien, die seit Jahrzehnten aus dem Kinobereich bekannt sind, die es aber auch für DVDs und Computerspiele gibt. Die vorgesehenen Altersfreigaben sind „freigegeben ohne Altersbeschränkung“, „ab 6“, „ab 12“, „ab 16 Jahren“ und „keine Jugendfreigabe“. Im Fernsehen sind die Altersfreigaben an einer Ansage wie dieser zu erkennen: „Die folgende Sendung ist für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet.“

Wichtig ist, dass Altersfreigaben keine Altersempfehlungen sind. „Frei ab 12 Jahren“ bedeutet nicht, dass ein Computerspiel für Zwölfjährige besonders geeignet ist, sondern lediglich, dass das Spiel die Entwicklung dieser Altersgruppe nicht beeinträchtigt oder gefährdet.

In der Familie können Sie die Altersfreigaben für Filme oder Computerspiele sehr gut als Gesprächsanlass nutzen, um mit Ihren Kindern zu besprechen, was ihnen an einem Medium gefällt und wie sie mit schwierigen Inhalten umgehen. Sie haben bei solchen Gesprächen die Chance, zu erkennen, was Ihr Kind tatsächlich überfordert oder es verängstigt und können dann entsprechend reagieren.

Jugendmedienschutz im Internet

Im Internet ist es mit dem Jugendmedienschutz schwieriger als bei anderen Medien, weil das Internet ein weltweites Medium ist, deren Inhalte man nicht durch nationale Gesetze ausreichend kontrollieren kann. Filterprogramme sperren jugendgefährdende Inhalte auf den heimischen Geräten. Es gibt dabei aber keinen hundertprozentigen Schutz. Außerdem werden andere Risiken wie die Kommunikation der Nutzer untereinander nicht ausreichend abgedeckt. Filterprogramme können daher den Internetumgang in der Familie zwar unterstützen, aber Sie sollten sich nicht ausschließlich auf diese verlassen. Achten Sie darauf, die Sicherheits- und Alterseinstellungen der Angebote und Dienste wie Suchmaschinen, Videoplattformen oder innerhalb von Apps kennenzulernen und entsprechend des Alters Ihres Kindes zu nutzen. Sollten Sie im Internet auf illegale oder jugendgefährdende Internetinhalte stoßen, können Sie diese bei der FSM-Beschwerdestelle melden. Die Mitarbeiter überprüfen diese auf einen möglichen Verstoß und leiten die notwendigen Schritte ein.

Hilfreich ist es, Kindern geeignete und altersgerechte Internetangebote vorzustellen und Sie dabei anzuleiten, solche Angebote selbst zu finden. Dabei sind Kindersuchmaschinen wie blinde-kuh.de und fragFINN.de eine große Hilfe. Besonders in Familien mit jüngeren Kindern ist es ratsam, eine der Kindersuchmaschinen als Startseite einzurichten, so dass sich Kinder nach dem Starten des Browsers in einer vertrauten Umgebung befinden, in der sie selbstständig nach altersgerechten Seiten suchen können. Auch Empfehlungsdienste für pädagogisch geprüfte Kinderseiten wie gutes-aufwachsen-mit-medien.de, klick-tipps.net oder seitenstark.de sind für Eltern und Kinder gute Startpunkte, um sichere und pädagogisch wertvolle Angebote im Netz zu finden.

Kik

Kik… Kann man da nicht Klamotten kaufen? Kik ist in diesem Fall ein Messenger-Dienst, der Menschen miteinander verbinden möchte. Wer sich nach Alternativen zu WhatsApp und dem Facebook Messenger umgesehen hat, ist vielleicht auch auf dieses beliebte Angebot gestoßen.

Kurz gefasst

  • kostenloser Messenger-Dienst
  • als App für Smartphone und Tablet (iOS und Android) verfügbar
  • über 200 Millionen Nutzer (eigene Angaben des Anbieters)
  • Registrierung lediglich mit Benutzernamen (Telefonnummer ist optional)
  • Anmeldung laut Anbieter ab 13 Jahren, jedoch im Google Playstore mit USK 18 versehen und auf iTunes ab 17 Jahre gekennzeichnet
  • aufgrund der Anonymität der User sehr hohes Risiko von Cybermobbing, Sexting und Cybergrooming vorhanden

Was ist das?

Kik ist ein Messenger-Dienst, über den registrierte User öffentlich und privat miteinander chatten können. Wie bei anderen Angeboten dieser Art stehen verschiedene Funktionen zur Verfügung – wie das Teilen von Fotos, Bildern, Videos und GIFs und die Möglichkeit eines Videochats. Besonders an Kik ist, dass die Registrierung lediglich mit Benutzernamen möglich ist. Man muss seine Telefonnummer nicht angeben, aber es wird empfohlen. Der volle Name, eine E-Mail-Adresse sowie das Geburtsdatum werden zwar abgefragt, es findet aber keine Überprüfung statt, ob man die richtigen Daten angegeben hat. Damit kann man sehr leicht einen anonymen bzw. falschen Account erstellen. Man kann also nie sicher sein, welcher Mensch wirklich hinter einem Profil steckt.
Eine weitere Besonderheit des Messenger ist es, dass man öffentliche oder private Gruppenchats mit bis zu 50 Personen erstellen kann. Öffentliches Chatten funktioniert über die Eingabe von Hashtags. Auch dies kann problematisch sein, da es dadurch leicht ist, mit Fremden in Kontakt zu kommen.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Die Plattform macht es durch die anonyme Anmeldung und der Möglichkeit des zufälligen Suchens nach Benutzernamen sehr einfach, dass Kinder und Jugendliche in Kontakt mit fremden Usern kommen und unerwünschte Nachrichten oder Fotos erhalten mit z. B. ängstigenden und/oder sexualisierten Inhalten. Das Risiko von Cybermobbing, Sexting und Cybergrooming kann hier sehr hoch sein.
Überfliegt man die Bewertungen des Angebots in den App-Stores, erhält man den Eindruck, dass viele Nutzer mit sexuellen Anspielungen den Kontakt vor allem zu jüngeren Usern suchen.

Zudem ist unklar, wo genau die Daten, die man über den Messenger versendet, landen. Jugendliche können persönliche Informationen, Bilder und Videos mit anderen Usern teilen, die dann ohne ihr Wissen weiterverbreitet werden können.

Die Anmeldung auf der Plattform ist laut Anbieter ab 13 Jahren möglich. Durch die Angabe eines falschen Geburtsdatums kann man das leicht umgehen.

Was meint der Anbieter?

Mit einigen Sicherheitseinstellungen versucht Kik, die Nutzung des Messenger-Dienstes sicherer zu machen. Auf der Webseite von Kik findet man ein „Safety Center“, über das man Tipps erhält, wie man z. B. das eigene Profil so privat wie möglich halten kann. Man erfährt außerdem, wie andere Nutzer gelöscht, blockiert oder gemeldet werden können. Die Sicherheitshinweise gibt es allerdings nur auf Englisch.

Was sollten Eltern beachten?

Ihr Kind möchte unbedingt Kik verwenden, weil Freunde die App auch nutzen? Überlegen Sie, ob es für Ihr Kind und dessen Freundeskreis Alternativen gibt, die sicherer sind. Führt der Weg nicht an Kik vorbei, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Kind über mögliche Risiken und das Kommunizieren via Messenger sprechen. Recherchieren und überlegen Sie gemeinsam, wie man sich am sichersten auf Messenger-Diensten verhält. Installieren Sie mit Ihrem Kind die App und lernen sie sie zusammen kennen. Besprechen Sie außerdem, was zu tun ist, wenn Ihr Kind mit unangenehmen Nachrichten und Cybermobbing oder ähnlichem in Berührung kommt.

„Nur noch diese eine Runde!“ – Games in der Familie

„Ich höre gleich auf – wirklich!“ Kommt Ihnen diese Aussage von Ihrem Kind bekannt vor? Dann ist er oder sie bestimmt ein großer Fan von Computer- oder Konsolenspielen. Digitale Spiele sind für viele Kinder und Jugendliche eine beliebte Freizeitbeschäftigung, bei der sie ihre spielerischen Fähigkeiten einsetzen und trainieren können. Aber sie führen auch zu Konflikten, wenn z. B. Spiele gespielt werden wollen, die nicht für das Alter geeignet sind oder länger gespielt wird als vereinbart.

Computerspiele können in den unterschiedlichen Lebensphasen bestimmte Kompetenzen fördern. So können Spieleapps zum Beispiel helfen, den Umgang mit Zahlen und Sprache im Vorschulalter zu erlernen. Ältere Kinder und Jugendliche können mit Games ihre Problemlösefähigkeiten verbessern. Spiele, ob am Computer, Handy oder am Küchentisch sind außerdem unterhaltsam und machen Kindern, Jugendlichen aber auch Erwachsenen Spaß.

Tipps für den Umgang mit Computerspielen in der Familie

Um Konflikte rund um Gaming in der Familie zu vermeiden, haben wir die wichtigsten Empfehlungen zusammengefasst:

Faszination verstehen und Interesse zeigen

Lassen Sie sich zeigen, wie ein Spiel funktioniert und was Ihr Kind daran so begeistert. Nicht immer werden Sie die Faszination nachempfinden können, nehmen Sie Ihr Kind mit seiner Begeisterung dennoch ernst. Denken Sie daran, sich auch Spieleapps zeigen zu lassen, die auf dem Smartphone laufen. Sehen Sie sich gemeinsam die Einstellungen (z. B. zu In-App-Käufen) an.
Beobachten Sie Ihr Kind beim Spielen und fragen Sie nach. So können sie erkennen, ob es Realität und Fiktion auseinanderhalten kann und ob es die dargestellten Inhalte versteht. Spielen Sie auch mal gemeinsam!

Spiele ausprobieren und Beurteilungen lesen

Vertrauen Sie nicht zu sehr auf Kundenbewertungen auf Online-Portalen, da man nicht sicher sein kann, ob sie echt sind. Verlassen Sie sich besser auf seriöse pädagogische Beurteilungen und auf Ihr eigenes Urteilsvermögen. Testen Sie Spiele aus und entscheiden Sie mit Hilfe der pädagogischen Bewertungen und USK-Einordnungen, ob ein Spiel für Ihr Kind geeignet ist.

Linkliste mit pädagogischen Bewertungen von Computerspielen: https://www.spieleratgeber-nrw.de/Gute-und-unbedenkliche-Computerspiele.3032.de.1.html

Mehr hilfreiche Beurteilungen gibt es bei https://www.spielbar.de/spiele/

Regeln vereinbaren

Legen Sie gemeinsam feste Zeiten fest, zu denen gespielt werden darf. Auch die Spieledauer sollte festgehalten werden und sich nach Ihren Erfahrungen mit dem eigenen Kind richten. Es gibt Empfehlungen für unterschiedliche Altersgruppen, die Sie hier nachlesen können.

Was beim Zocken gar nicht funktioniert, ist, zu einem bestimmten Zeitpunkt aufzuhören. Besser ist es, wenn Sie vereinbaren, dass mit dem Ende eines Levels aufgehört wird. Alle Regeln sollten für Ihr Kind gut nachvollziehbar sein.

Weitere praktische und übersichtliche Tipps gibt es auch bei Klicksafe.

Alternativen zum Zocken

Jedes Kind braucht Zeiten, in denen es sich bewegen und unabhängig vom Bildschirm Dinge erleben kann – am schönsten ist das gemeinsam mit Freundinnen und Freunden und natürlich mit Ihnen!

Spiele sind kein Druckmittel

Man sollte das Spielen nicht verbieten, weil das Kind Mist gebaut hat oder Computerspielen als Belohnung nutzen. Denn dadurch bekommt es nur einen höheren Stellenwert.

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