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Kindersicherung auf Smartphone oder Tablet mit TimeLimit

Mit der App TimeLimit kann man den Zugriff auf bestimmte Apps auf dem Smartphone einschränken. Das Besondere: Sie können für verschiedene Apps unterschiedliche Nutzungseinstellungen anlegen. Außerdem speichert TimeLimit in der Basisversion keine Daten.

Kurz gefasst:

  • flexible Zeit- und Nutzungseinstellungen für verschiedene Apps auf dem Smartphone/Tablet
  • läuft nur unter Android
  • keine Alterseinschränkung
  • keine Datenspeicherung und keine Werbung
  • in der Basisversion kostenfrei (Vollversion für 1,- € pro Monat)

Was kann die App?

Möglicherweise kennen Sie die App unter dem Namen JoLo-Kindersicherung. In der weiterentwickelten Version heißt sie TimeLimit. Die App lässt sich auf Smartphones und Tablets mit Android installieren. Man installiert sie entweder auf dem Gerät des Kindes oder dem eigenen, wenn das Kind noch kein eigenes Smartphone nutzt. Außerdem ist es möglich, Einstellungen auf dem Gerät des Kindes über das eigene Smartphone zu steuern.

In der App können verschiedene Nutzerprofile angelegt werden, auf die mit einem Passwort zugegriffen werden kann. Man kann über TimeLimit Apps auswählen, die grundsätzlich zur Nutzung oder nur an bestimmten Wochentagen und zu einer bestimmten Zeit freigegeben sind. Wenn also die eingestellte Zeit für die jeweilige App oder das Gerät abgelaufen ist, kann sie oder es nicht mehr benutzt werden. Man kann also genau entscheiden, wann und wie viel etwas genutzt werden darf oder wer eine App verwenden darf, wenn mehrere Personen auf ein Gerät zugreifen.

Die kostenpflichtige Version ermöglicht es, Einstellungen über Gerätegrenzen hinweg vorzunehmen. Sie können entscheiden, ob Sie den lokalen oder vernetzten Modus verwenden, d. h. ob Sie Ihr Handy mit dem Ihres Kindes verbinden. Beim lokalen Modus bleiben alle Daten auf dem Gerät, auf dem die App installiert ist. Beim vernetzten Modus werden Daten über einen Server Ihrer Wahl übertragen. Sie können den Standardserver von TimeLimit verwenden oder – für mehr Kontrolle über Ihre Daten – die Serverkomponente auf einem eigenen Server installieren. Mit einer kostenpflichtigen Zusatzfunktion kann die Nutzungszeit für eine App über mehrere Geräte gezählt werden.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Ein Manko an der App ist, dass sie leider auf einigen Betriebssystemen und Geräten gar nicht oder nicht besonders gut läuft. Eine Installation auf Apple-Geräten ist nicht möglich. Auf Smartphones von Huawei und Wiko funktioniert die App nicht gut.

Zu beachten ist, dass die Energiesparfunktion einiger Smartphones im Hintergrund laufende Apps wie TimeLimit beenden oder deren Autostart verhindern. Auch vorinstallierte Task-Manager, System-Booster u. ä. sollten nicht aktiviert werden, da diese es teilweise ermöglichen, TimeLimit automatisch zu beenden. Im Nachhinein installierte Apps haben weniger Berechtigungen als vorinstallierte Apps und sind daher unproblematisch.

Was sagt der Anbieter?

Laut Aussage des deutschen Anbieters erstellt TimeLimit kein Protokoll über den Gebrauch der einzelnen Apps, so dass die Privatsphäre aller Nutzerinnen und Nutzer geschützt wird. Nach Angaben des Herstellers arbeitet TimeLimit außerdem mit einer Ende-zu-Ende Verschlüsselung, somit dass der Anbieter die Daten nicht lesen kann.

Was sollten Eltern beachten?

Die Kontrolle der Smartphonenutzung Ihres Kindes sollten Sie sich genau überlegen und davon abhängig machen, wie alt Ihr Kind ist. Mit einer App wie TimeLimit ist keine Überwachung sondern nur die Einschränkung von Nutzungszeiten möglich. Diese sollten Sie vorab gemeinsam mit Ihrem Kind vereinbaren. Sie können auch Teil eines Mediennutzungsvertrag mit der Familie sein. Bildschirmzeiten und andere Regelungen sollten entsprechend des Alters regelmäßig überprüft und angepasst werden.

Die Kindersicherungs-App Kids Zone

Um seine Kinder vor gefährlichen Inhalten oder Kostenfallen zu schützen, gibt es bereits einige Kindersicherungs-Apps. Eine dieser Apps nennt sich Kids Zone. Hier richten Sie ein Profil für Ihre Kinder auf dem Smartphone ein, mit kindersicheren Apps und einer eingeschränkten Bildschirmzeit.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Basisversion, Pro-Version kostenpflichtig
  • nur für Android-Geräte
  • ermöglicht eingeschränkte Nutzung von Apps und Funktionen
  • eher für jüngere Kinder geeignet

Wie funktioniert Kids Zone?

Kids Zone lässt sich auf dem Gerät Ihres Kindes installieren und soll eine sichere Handynutzung ermöglichen. Da man mehrere Profile anlegen kann, können Sie die App auch auf Ihrem Smartphone einrichten, wenn Ihr Kind kein eigenes Gerät nutzt.

Nach dem Erstellen des Profils wählen Sie die Apps aus, die Sie für Ihr Kind freigeben möchten, z. B. Musik-Apps oder Kinderspiele. Einige Apps oder bestimmte Einstellungen können gesperrt werden. In der kostenlosen Basisversion können Sie bis zu sechs Apps sperren. Im Anschluss erstellen Sie eine PIN für das Profil,  um es jeweils aktivieren (Lock Device) oder deaktivieren (Unlock Device) zu können.

Es ist außerdem möglich, eine maximale Nutzungszeit für das Smartphone einzustellen. Nach deren Ablauf sperrt sich das Gerät automatisch und kann nicht mehr benutzt werden.

Anders als bei anderen Kindersicherungs-Apps werden keine Daten über die Nutzungsdauer und verwendeten Apps gespeichert und können im Nachhinein auch nicht eingesehen werden. Zudem werden keine Daten an den Hersteller der App weitergeleitet.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Die Nutzbarkeit des Gerätes wird durch die App sehr stark eingeschränkt und die Zeitlimits müssen immer neu gestartet werden. Außerdem läuft die App etwas ruckelig und das Sperren des Gerätes passiert zeitverzögert.

Für Kinder, die die Funktionen des Smartphones näher kennenlernen wollen, ist die App nicht geeignet, da ein Zugriff auf die Einstellungen nicht möglich ist.

Was meint der Anbieter?

Der kanadische Entwickler der App, Ryan Park, möchte mit Kids Zone eine einfache, sichere und kontrollierte Nutzung des Smartphones ermöglichen. Ein Nutzungsalter ist nicht vorgegeben, die Altersfreigabe im App Store ist drei Jahre.

Dadurch, dass Kids Zone keine Überwachungsmöglichkeit bietet, werden auch keine Daten an den Hersteller weitergeleitet. Die App fordert den Zugriff auf Nutzungsdaten, wie jede App dieser Art, um sehen zu können, welche weiteren Apps genutzt werden. Die Datenschutzerklärung ist vollständig und gut verständlich – allerdings auf Englisch.

Was sollten Eltern beachten?

Kids Zone eignet sich vor allem, wenn Sie Ihrem jüngeren Kind gelegentlich das eigene Handy zum Spielen geben oder, wenn Ihr Kind schon früh ein eigenes Smartphone bekommt.

Kindersicherungs-Apps sind zum Schutz des Kindes gedacht, trotzdem sollten Sie prüfen, welche Apps (Spiele, Musik, usw.) auf dem Smartphone installiert werden. Achten Sie dabei auch auf die Altersangaben. Testen Sie die Apps, die Sie für Ihr Kind freischalten möchten und entscheiden Sie gemeinsam, welche Apps Ihr Kind nutzen kann. Beziehen Sie Ihr Kind auch mit ein, wenn es um die Dauer der Handynutzung geht. Wenn Sie gemeinsam Regeln zur Nutzung des Smartphones festlegen und Ihr Kind diese nachvollziehen kann, kann es sich besser daran halten. Je älter Ihr Kind wird, desto mehr möchte es selbständig ausprobieren. Passen Sie die Einstellungen mit der Zeit entsprechend an und geben Sie Ihrem Kind den nötigen Freiraum.

Bildschirmzeit auf Apple-Geräten

Eine Stunde im Internet fühlt sich manchmal wie wenige Minuten an. Dieses Gefühl kennen Erwachsene genauso wie Kinder. Eine neue Benachrichtigung, ein neuer Post, jetzt noch kurz das Level beenden und Facebook-Nachrichten checken – aber dann ist wirklich Schluss! Viele Apps sind so konzipiert, uns Nutzer mit ständig neuen Reizen am Bildschirm zu halten. Es wird dadurch immer schwieriger, das Gerät einfach aus der Hand zu legen. Spezielle Apps zur Regulierung der Medienzeit oder Einstellungsmöglichkeiten wie die Bildschirmzeit von Apple wollen helfen, Medien bewusster zu nutzen.

Was ist und kann Bildschirmzeit?

Bildschirmzeit gibt es auf dem iPhone, iPad und MacBook. Damit kann man sich anzeigen lassen, wie viel Zeit man täglich mit welchen Apps verbringt. Bestimmte Apps können für einen gewissen Zeitraum oder nach Ablauf einer vorher festgelegten Zeit gesperrt werden. Außerdem ist es möglich, bestimmte Inhalte (z. B. altersbeschränkte Filme oder Spiele) zu blockieren. Mit Hilfe der Familienfreigabe – einer weiteren Funktion bei Apple – lassen sich die entsprechenden Einstellungen auch auf anderen Geräten vornehmen.

Sie richten die Bildschirmzeit entweder direkt auf einem Gerät ein, z. B. Ihrem oder dem Ihres Kindes, oder Sie stellen über die Familienfreigabe die Bildschirmzeit über Ihr Gerät für jedes Familienmitglied individuell ein. Auf den Support-Seiten von Apple gibt es eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einrichtung der Bildschirmzeit. Sie können die Bildschirmzeit auch für mehrere Geräte Ihres Haushalts einstellen, indem Sie auf “Geräteübergreifend teilen” tippen. Damit können Sie Ihre festgelegten Einstellungen auch auf das iPad und andere Apple-Geräten übertragen.

Worauf sollten Eltern achten?

Bildschirmzeit bietet auch die Möglichkeit einer sogenannten Kindersicherung. Damit können Sie die Handynutzung Ihres Kindes regulieren. Eine genaue Anleitung gibt es bei mobilsicher. Sie sollten grundsätzlich bedenken, dass Ihr Kind sich dadurch von Ihnen kontrolliert fühlen könnte. Sprechen Sie deshalb ganz offen mit Ihrem Kind über die Einstellungsmöglichkeiten und überlegen Sie gemeinsam, welche sinnvoll sind. Da Ihr Kind mit der Zeit immer selbstständiger wird, sollten die Einstellungen regelmäßig überdacht werden. Je älter Ihr Kind ist, desto mehr weiß es natürlich auch, wie bestimmte Einstellungen zu umgehen sind. Wenn Sie Ihrem Kind Vertrauen entgegenbringen, gibt es dazu in der Regel keinen Grund. Überlegen Sie auch gemeinsam, wie sie die Medienzeit und medienfreie Zeit in der Familie gestalten wollen.

Kindermodus und Kids Home – Die Kindersicherung von Samsung

Um vor allem jüngeren Kindern die sichere und eigenständige Nutzung eines Smartphones oder Tablets von Samsung zu ermöglichen, gibt es die App “Kindermodus” bzw. “Kids Home”.

Kurz gefasst:

  • kostenlose App für Samsung-Geräte
  • ermöglicht eingeschränkten Zugriff auf Apps und Funktionen
  • keine Altersempfehlung vom Hersteller
  • beinhaltet eigenen Kinder-App-Store, teilweise kostenpflichtig

Was ist der Kindermodus bei Samsung?

Kindermodus ist eine sogenannte Parental Control App und soll Ihrem Kind eine sichere Smartphone-Umgebung bieten. (Der Nachfolger heißt Kids Home). Man kann sie aus dem Galaxy App Store kostenlos herunterladen. Sie läuft auf allen mobilen Samsung-Geräten (ab 2014).

Beim Installieren der App wird eine PIN angelegt, mit der man den Kindermodus aktivieren oder beenden kann. Ist die App auf dem Handy aktiv, nutzt man es automatisch mit Kindersicherung.

Man kann eine eigene und kindgerechte Benutzeroberfläche konfigurieren. Diese ist bunt und mit lustigen Figuren gestaltet, die Ihr Kind bei der Nutzung “begleiten”. Je nach Einstellung kann Ihr Kind auf verschiedene Inhalte wie Musik, Videos und Spiele zugreifen, aber auch auf einen App Store mit kostenlosen und kostenpflichtigen Kinder-Apps. Auch der Galaxy Store bietet eine Reihe von Kinder-Apps, die im Kindermodus laufen.

Ihnen als Elternteil stehen eine Vielzahl von Kontrollfunktionen zur Verfügung. Sie können auswählen, auf welche Inhalte Ihr Kind Zugriff hat. Dies können Apps sein, aber z. B. auch Musik, Bilder und ausgewählte Kontakte aus dem Adressbuch. Außerdem lässt sich ein Zeitlimit festlegen, also wie lange am Tag Smartphone oder Tablet genutzt werden dürfen. Um einen Überblick darüber zu haben, wie sich Ihr Kind mit dem Smartphone verhält, gibt es die “Aktivitätsinformationen”. Wie lange Apps genutzt wurden, mit wem Ihr Kind Kontakt hatte oder welche Videos und Fotos gemacht wurden – all das können Sie hier einsehen.

Was ist problematisch an der App?

Beim Download benötigt die App Zugriff auf Kamera, Telefon und SMS – die Gründe hierfür sind nicht nachvollziehbar.

Es gibt keine Information darüber, für welches Alter die App eigentlich gedacht oder geeignet ist. Aus unserer Sicht eignet sich die App eher für jüngere Kinder. Allerdings sollten Sie beachten, dass Ihr Kind darüber schon früh mit versteckter Werbung in Kontakt kommt. Denn im vorinstallierten Kinder-App-Store in der Kindermodus-Oberfläche befinden sich u. a. Apps von Spielzeugherstellern. Das Herunterladen von Spielen ist für die Kleinsten verlockend und nur einen Klick entfernt, jedoch zum Teil auch kostenpflichtig.

Apps von anderen Anbietern wie z. B. Google Maps lassen sich im Kindermodus nicht nutzen.

Was sagt der Anbieter?

Samsung möchte mit dem Kindermodus die “kindgerechte Nutzung Ihres Smartphone oder Tablet” ermöglichen. Die Bedienung der App erklärt Samsung ausführlich, macht aber keine Alters- oder Einstellungsempfehlungen.

Was sollten Eltern beachten?

Handyhersteller und App-Entwickler bringen immer mehr Möglichkeiten auf den Markt, Eltern zu helfen, die Handynutzung ihrer Kinder zu kontrollieren. Im Idealfall geht es nur darum, Kinder vor Inhalten zu schützen, die nicht altersgemäß sind und sie in ihrer Entwicklung beeinträchtigen können. Man sollte daher aufpassen, dass gut gemeinte Kontrolle nicht zur Überwachung führt. Denn Kinder brauchen auch Freiräume, in denen sie selbstständig Dinge ausprobieren, lernen und sich entwickeln können.

Vor allem jüngere Kinder (bis ins Grundschulalter hinein) sollten bei der Mediennutzung eng begleitet werden und idealerweise Geräte nicht alleine nutzen. Wenn es nicht anders geht, sind solche Apps eventuell eine Option. Bevor Sie den Kindermodus für Ihr Kind installieren, sollten Sie sich auch über Alternativen schlau machen, um die für Sie und Ihr Kind praktikabelste und sicherste Anwendung zu finden.

Dass Samsung Inhalte von Geschäftspartnern im kindersicheren Modus anzeigt, lässt sich durch einen Klick in den Einstellungen abschalten. Beachten Sie aber, dass bei der Installation auch vieles mitgeliefert wird, was sich nicht mehr abwählen lässt. Prüfen Sie Apps oder Spiele, die im Kindermodus genutzt werden können, bevor Sie Ihr Kind damit spielen lassen.

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