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Englisch lernen nebenbei – dank Netflix und Co.

Englisch gelernt hat Amelie, heute 28 Jahre alt, nach eigener Aussage mit den Songtexten des Rappers Eminem. So wie ihr geht es vermutlich vielen Erwachsenen. Durch das “Fernsehen” über Streaming-Plattformen ist ein ähnliches Phänomen entstanden: Englisch oder andere Sprachen werden quasi nebenbei gelernt, indem man sich die Serien im Original anschaut. Funktioniert das wirklich und geht das auch bei Kindern?

Peppa Wutz auf Englisch

Die Grundlagen für das Sprachenlernen werden in der frühen Kindheit gelegt. Wenn Ihr Kind schon früh fremde Sprachen hört, kann ihm das Sprachenlernen später in der Schule leichter fallen. Das Anschauen von Lieblingsfilmen oder -serien wie Harry Potter für ältere Kinder oder Peppa Wutz für die Jüngeren kann eine Möglichkeit sein und Lernen und Spaß verbinden.

Die meisten Kinder können bereits ganze Sätze aus dem Kontext heraus verstehen. Bilder und Geräusche helfen dabei. Das Übersetzen von einzelnen Wörtern ist nicht nötig. Das macht es ihnen leichter, Filme in anderen Sprachen zu schauen. Läuft die Lieblingsserie auf Englisch, nehmen Kinder oft gar nicht wahr, dass sie nicht ihre Muttersprache hören. Sie gucken Episoden und Filme auch gern unendlich oft an. Dadurch, dass sie schon wissen, was passiert, verstehen sie den Inhalt auf einer anderen Sprache besser und lernen quasi nebenbei englische Wörter.

Spracheinstellungen bei Streaming-Angeboten

Bei den meisten Plattformen wie z. B. Netflix, Amazon Prime Video oder auch YouTube ist es möglich, sich Filme und Serien in der Originalsprache – häufig Englisch – anzusehen. Man kann die Audiosprache meistens in der Leiste unter dem Video ändern, dort, wo sich das Video auch pausieren lässt. Die Sprache lässt sich vor oder sogar während des Films wechseln.

Oft kann man sich zusätzlich Untertitel, z. B. auf Deutsch oder Englisch, anzeigen lassen. Das kann Jugendlichen oder Erwachsenen beim Verständnis helfen, wenn man nicht jedes gesprochene Wort versteht. Auf den ersten Blick mag es komplizierter erscheinen, aber das Gehirn gewöhnt sich schnell an das Mitlesen nebenbei. Wenn auch die Untertitel auf Englisch sind, nimmt man die “fremde” Sprache mit verschiedenen Sinnen (Hören, Sehen) wahr, wodurch sie sich noch besser einprägt.

Worauf Sie achten sollten

Manche Kinder tun sich leichter mit Fremdsprachen als andere. Sobald Ihr Kind in der Schule einige Grundlagen gelernt hat, kann das Anschauen von Filmen und Serien auf Englisch helfen, die neue Sprache zu vertiefen. Es kann auch ein Anreiz und Motivation gerade für Jugendliche sein, das eigene Vokabular zu vergrößern, um noch “entspannter” englische Filme in der Originalsprache zu schauen. Für viele ist es sogar “cooler”, sich die angesagte Serie im Original anzusehen.

Natürlich sollte Ihr Kind nur Serien und Filme gucken, die für das jeweilige Alter geeignet sind. Infos darüber, wie Sie das garantieren können, finden Sie beim Elternguide hier.

Filme auf Englisch zu schauen, sollte vor allem als Hilfsmittel gesehen werden und ersetzt (leider) nicht das Vokabeln büffeln. Achten Sie auch darauf, dass es Ihrem Kind Spaß macht und daraus keine Pflichtaufgabe entsteht, die ungern erledigt wird.

Das Leben zum Spiel machen mit Gamification

Kämpft Ihr Sohn lieber stundenlang gegen die Monster aus Fortnite, als Vokabeln zu lernen? Oder baut Ihre Tochter intensiv an einer Stadt in Minecraft und vergisst dabei die Mathehausaufgaben? Natürlich macht Spielen oft mehr Spaß als Lernen. Um die Motivation zu steigern, wird deshalb in der Bildung immer mehr Lernstoff spielerisch und digital vermittelt.

Gamification – Bedeutung und Hintergründe

Bei Gamification werden Prinzipien – wie z. B. Wettbewerb und Belohnung – aus Spielen in andere Kontexte übertragen, die eigentlich nichts mit Spielen zu tun haben – wie etwa Bildung. Auch das Verknüpfen von Lernstoff mit einer Geschichte wird als spielerisches Lernen bezeichnet.

Wenn Ihr Kind also beim Lernen von Vokabeln Level fünf erreicht hat oder beim Kopfrechnen den Klassen-Highscore knackt und dafür einen Sticker als Gewinn erhält, sind das typische Beispiele für Gamification.

Mehr Motivation und Kreativität

Durch Gamification kann Lernen effektiver werden. Denn Schüler lernen mit weniger Druck und Angst, gleichzeitig werden kreative Fähigkeiten freigesetzt. Darüber hinaus können sie sich Lernstoff besser merken, da dieser oft viel anschaulicher vermittelt wird.

Beim spielerischen Lernen mit digitalen Medien kommt hinzu, dass die Motivation bei Schülern steigt, wenn mit Computer und Tablet gelernt wird und die Lernsoftware mehr an ein animiertes Computerspiel erinnert als an öde Physikhausaufgaben.

Spielerisches Lernen in der Schule

Viele Schulen setzen deshalb im Unterricht immer mehr digitaler Spiele und Apps ein. Ob Städtebau mit Minecraft im Geografieunterricht, das Spielen digitaler Schnitzeljagden mit dem Actionbound in Geschichte oder das Erstellen eines Erklärfilms im Deutschunterricht. Allerdings fehlen in vielen Schulen geeignete Geräte, Software und Begleitung. Digitales, spielerisches Lernen kann deshalb auch von zu Hause aus stattfinden.

Gamification zu Hause

Scoyo ist eine Lernplattform, bei der Lernen eher nebenbei stattfindet: Ihr Kind kann auf dem Matheplaneten gemeinsam mit den Mathepiraten rechnen üben und auf der Vokabelinsel mit einer Fußballmannschaft Wörter und Sätze übersetzen, um den Ball ins Tor zu kicken. Für die richtige Lösung gibt es Punkte, die dann gegen ein Fahrrad oder neue Sportschuhe für den Avatar eingelöst werden können. Der Stoff ist angepasst an Klassenstufe, Schulform und Bundesland. Ein alternatives Angebot gibt es unter sofatutor.com. Beide sind auch als App erhältlich. Auch viele Apps für jüngere Kinder funktionieren nach dem Prinzip, so dass Buchstaben oder Zahlen in Form eines Spiels gelernt werden.

Digitales Lernen – Lösung für alles?

Man könnte meinen, dass Lehrbücher und Vokabelkarten schon bald keine Bedeutungmehr haben werden. Doch analoges Lernen bleibt wichtig und sollte nicht vollständig ersetzt werden: Auf Papier liest man beispielsweise ganz anders als auf einem Bildschirm. Und das handschriftliche Schreiben von Vokabeln ist wahrscheinlich weiterhin der beste Weg, sich die richtige Rechtschreibung einzuprägen.

Lesen und Lernen mit TIPTOI

Ravensburger nennt seinen tiptoi “Das audiodigitale Lern- und Kreativsystem”. Welche vielfältigen Funktionen dieser Hörstift bietet, können Sie hier nachlesen.

Kurz gefasst

  • Vorlesestift mit Aufnahmefunktion
  • nutzbar in Kombination mit speziellen Büchern, Spielen und Puzzles
  • nur mit Ravensburger-Produkten kompatibel
  • für Kinder ab 3 Jahren
  • im Starterpaket ab knapp 60,- € erhältlich

Wofür kann man tiptoi nutzen?

Der tiptoi ist ein Vorlese- oder Hörstift. Tippt man mit dem Stift auf ein Bild oder einen Text in einem dafür vorgesehenen Buch, erklingen passende Geräusche, Sprache oder Musik. Geschichten, Spiele und Spielzeuge werden so zum Leben erweckt. Dafür muss man die entsprechenden Audio-Dateien vorab aus dem Internet über den tiptoi-Manager herunterladen.

Es wird zwischen vier “Erlebnisebenen” beim tiptoi unterschieden:

  • Wenn man auf das rote Augensymbol der Ebene Entdecken tippt, liest der Stift Texte vor, macht Geräusche, erläutert Bilder und vieles mehr.
  • Beim orange-farbenen Glühbirnensymbol der Ebene Wissen erfahren Kinder Spannendes über das jeweilige Buchthema. Per Zufallsprinzip werden immer wieder neue Inhalte abgerufen.
  • In der Ebene Erzählen, die mit einem blauen Sprechblasensymbol gekennzeichnet ist, lauschen die Kinder gespannt kleinen Geschichten, die die Fantasie anregen und das Spielerlebnis vertiefen sollen.
  • Und schließlich kann man auf das grüne Würfelsymbol der Ebene Spielen tippen, deren Inhalte das Gelernte spielerisch und auf interaktive Weise vertiefen.

Der tiptoi-Vorlesestift kann nicht nur in Kombination mit Büchern, sondern auch mit Spielen, einem Globus oder Puzzles benutzt werden. Er wird für Kinder ab 3 Jahren empfohlen. Es werden Produkte für verschiedene Altersklassen angeboten.

Die neueren Geräte (seit 2018) verfügen zusätzlich über ein integriertes Mikrofon, so dass die Kinder eigene Geräusche und Sprache aufnehmen können.

Was fasziniert Kinder daran?

Für Kinder ist es spannend, die Inhalte aus einem Buch, auf unterschiedliche Arten zu erleben. Wenn beispielsweise nicht nur erklärt wird, wie der Schrei einer Eule klingt, sondern sie sich diesen auch anhören können. Die Funktionsweise des Stiftes ist einfach und seine Anwendung den motorischen Fähigkeiten eines Kindes im Alter ab ca. 3 Jahren angepasst.

Die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des tiptoi-Hörstiftes bieten viel Spaß und Freude und sind für jede Bedürfnisse geeignet. Egal ob Ihr Kind lieber spielen mag oder doch klassisch in einem Buch lesen möchte, der tiptoi ist in beiden Situationen nutzbar. Inhalte können sehr spielerisch vermittelt werden.

Was meint der Anbieter?

tiptoi begeistert und motiviert zum Spielen und Lernen! tiptoi ist ein innovatives Lern- und Kreativsystem, mit dem Kinder die Welt spielerisch entdecken.“ So wird der Hörstift auf der Webseite von Ravensburger beschrieben. Seine kindgerechte Gestaltung und die qualitativ-hochwertigen Inhalte sowie die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten von tiptoi werden hier noch einmal besonders hervorgehoben.

Dank der CREATE-Aufnahmefunktion verspricht der Anbieter eine Förderung der Sprachkompetenz und des Selbstvertrauens Ihres Kindes.

Was sollten Eltern beachten?

tiptoi ist nur mit den entsprechenden Ravensburger-Produkten kompatibel. Die Kosten für den Stift und dazu passender Bücher sind daher nicht zu unterschätzen. Der Stift allein kostet bereits ca. 48,- €. Allerdings kann man aus einer Vielzahl von Produkten rund um tiptoi in unterschiedlichen Preisklassen auswählen, die auch immer eine schöne Geschenkidee sind.

Die Audio-Inhalte können nur mit dem tiptoi-Manager, einem Computerprogramm von Ravensburger, auf das Gerät geladen werden. Computer und Internetzugang sind dafür also Voraussetzung. Die Aufnahmefunktion ist nicht mit allen tiptoi-Produkten, sondern nur mit CREATE-Produkten nutzbar.

Mehr dazu, was bei der Verwendung von Vorlesestiften in der Familie bedacht werden sollte, erfahren Sie in unserem allgemeinen Beitrag dazu.

Mit Hörstiften zum interaktiven Leseerlebnis

Sie wollen Kindern beim Lesenlernen helfen oder das klassische Buch durch Audiodateien erweitern: Vorlesestifte. Die digitalen Hörstifte bringen ein neues Leseerlebnis für Kinder und versprechen tolle Lerneffekte. Aber wie funktionieren die interaktiven Stifte?

Was sind Hörstifte?

Schreiben kann man mit ihnen nicht, auch wenn sie wie ein großer Stift aussehen. Solche Vorlese-, Hör oder digitalen Stifte erweitern Inhalte aus extra dafür angefertigten Büchern, Puzzles oder Spielen, in dem man mit der Stiftspitze auf die darin enthaltenen Symbole oder Codes tippt. Daraufhin spielt der Stift das sich dahinter verbergende Audio ab – das können Tiergeräusche, Musik, vorgelese Sätze oder Aufforderungen sein. In der Regel sind es zusätzliche Informationen und nicht der Inhalt, der sowieso schon im Buch steht. Die Sound-Dateien können im Internet herunter- und auf den Stift geladen werden.

Welche Vorteile bietet ein Vorlesestift?

Für Kinder ist es spannend, Informationen aus einem Buch auf verschiedene Arten zu erleben. Wenn beispielsweise nicht nur erklärt wird, wie der Schrei einer Eule klingt, sondern auch noch ein Audiobeispiel dazu vorhanden ist, erweitert das ihr Lernerlebnis. Kinder können Informationen über verschiedene Sinneskanäle besser miteinander verbinden. Außerdem ist es für Kinder ein gutes Gefühl, wenn sie selbst Dinge auslösen können – auch wenn Sie gerade mal keine Zeit haben, mit ihm gemeinsam zu lesen. So ein Stift kann durch die spielerische Herangehensweise die Lesemotivation steigern und bei der Sprachförderung helfen. Hörstifte eignen sich je nach Modell für Kinder von ca. 3 bis 10 Jahren.

Was sollten Sie als Eltern beachten?

Trotz dieser Vorteile sind solche Stifte kein vollwertiger Ersatz für das Vorlesen. Auch wenn ein Hörstift beim Verstehen und Lernen eines Buches helfen kann, sollte das Ihre Aufgabe als Eltern sein und nicht die irgendeines Stiftes. Denn bei Ihnen kann Ihr Kind nachfragen und mehr erfahren, als dass, was auf einem Hörstift abgespeichert ist. Neben den positiven Effekten für das Lernen sind Momente wie das gemeinsame Lesen auch ein wichtiges emotionales Erlebnis für Sie und Ihr Kind. Ein Hörstift kann eine gute Ergänzung sein.

Auf dem Markt gibt es eine Reihe verschiedener Hörstifte, die wir Ihnen hier in den kommenden Wochen im Einzelnen vorstellen.

Mit Computerspielen die Welt erkunden

Kinder entdecken die Welt und lernen mit der Zeit immer mehr, wie sie funktioniert. Dazu gehören auch Regeln und Werte, wie Menschen miteinander umgehen. Medien helfen ihnen dabei, die Welt zu begreifen. Als Ort für Information und Orientierung beantworten sie viele Fragen des Alltags und unterstützen Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung.

Kinder und Jugendliche brauchen Vorbilder zur Orientierung für ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung. Diese suchen sie sich nicht nur im direkten Umfeld, sondern auch in Filmen oder Sozialen Netzwerken, z. B. bei YouTube oder Instagram. Aber auch Computerspiele können Orientierung geben, denn in ihnen werden Geschichten erzählt und Rollen ausprobiert.

Beim Computerspielen hat man eine Spielfigur, einen Avatar, mit dem man handeln kann, wie man möchte – zumindest soweit es die Programmierung des Spiels zulässt. Denn irgendjemand hat sich überlegt, was möglich ist und bestimmte Spielregeln festgelegt. Im Spiel verstehen schon Kinder und Jugendliche, was passiert, wenn sie in bestimmter Weise handeln. Der Vorteil ist: Hier können sie sich ausprobieren, ohne dass es Folgen für ihr echtes Ich und das reale Umfeld hat. Sie müssen Entscheidungen treffen, die etwas bewirken, aber in einem geschützten Raum. Dabei können teilweise auch die Erfahrungen aus dem “echten Leben” genutzt werden.

Games für die Wertevermittlung

Die meisten Computerspiele funktionieren nicht, ohne dass man sich an Regeln hält – auch wenn sich nicht alle ohne weiteres auf das eigene Leben übertragen lassen.

Das bei Jugendlichen beliebte Minecraft kann im Kreativmodus so gespielt werden, dass Spielerinnen und Spieler gemeinsam an einer Welt bauen. Dafür müssen sie sich vorab auf Regeln einigen, damit die gemeinsame Welt  nicht im Chaos endet. Vielleicht gibt es auch Ideen, wie diese Welt aussehen soll – ob z. B. alle zusammenleben oder jeder sein eigenes Haus hat, ob es eine Bürgermeisterin gibt oder alle zusammen entscheiden. Hier können Kinder und Jugendliche schon lernen, wie Politik funktioniert und warum sie für unser Leben mit anderen Menschen wichtig ist.

In anderen Spielen sind die Rollen der Figuren vorab festgelegt, z. B. bei Monument Valley (Teil 2). In diesem Puzzlespiel (für mobile Geräte) müssen in mehreren Levels abstrakte Welten durchlaufen werden. Die Figuren, eine Mutter und ihr Kind, müssen einen Ausweg finden – mal alleine, mal zu zweit. Das Spiel wird alleine gespielt. Unbewusst werden bestimmte Werte vermittelt, wie das Überwinden von Hürden oder die Unterstützung durch die Mutter. Kinder können erfahren, wie man sich fühlt, wenn man allein ein Hindernis bewältigen muss, aber dabei von der Mutter unterstützt wird.

Gemeinschaft, Vertrauen, Toleranz: Hinter Computerspielen steckt manchmal mehr, als man denkt. Spielen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind und achten Sie doch mal darauf, ob darüber bestimmte Werte, wie z. B. Rollenbilder, vermittelt werden. Nutzen Sie das, um mit Ihrem Kind darüber zu sprechen und zu überlegen, ob es zu Ihren und seinen Vorstellungen vom Leben passt.

(Dieser Beitrag beruht teilweise auf den Ergebnissen einer wissenschaftlichen Arbeit von Karolina Kaczmarczyk, siehe auch hier.)

Medien selber machen: 360°-Medien und Virtual Reality

Wer denkt, 360°-Fotografie oder Virtual Reality (VR) ist nur etwas für Leute mit viel Geld und der nötigen Technik, der irrt. Man nehme ein bisschen Pappe und Kleber, das eigene Smartphone und schon kann man in ferne Welten und virtuelle Realitäten abtauchen. Wir erklären Ihnen, wie Sie gemeinsam mit Ihren Kindern kostengünstig mit VR & Co. experimentieren können.

Welche Hardware wird benötigt?

Es muss nicht gleich eine teure VR-Brille sein. Für viele Zwecke reicht schon ein Smartphone oder ein Tablet aus. Damit kann man sich nämlich 360°-Fotos anschauen, indem man auf solchen Bildern mit dem Finger über das Bild nach rechts oder links wischt.

Um wirklich in virtuelle Welten abzutauchen, wäre eine VR-Brille aber schon toll! Die lässt sich ganz einfach und für wenig Geld z. B. aus einem Pizzakarton basteln. So eine Brille nennt man Cardboard. Und das Basteln und Bemalen einer solchen, ganz eigenen VR-Brille macht auch noch Spaß! Wie genau das funktioniert, steht in dieser Anleitung. Auf dieser Seite kann man außerdem die für die VR-Brille nötigen optischen Linsen für ein paar Euro bestellen. In die Brille kommt dann das Smartphone und schon geht’s auf Entdeckungsreise!

Assembled Google Cardboard VR mount, CC by 2.0; Urheber: othree (https://www.flickr.com/people/12452841@N00)

Welche Apps und Anwendungen gibt es?

Gerade für das erste Ausprobieren sind die Anwendungen von Google eine tolle Sache! Gibt es einen Ort, zu dem Ihr Kind schon immer mal reisen wollte? Suchen Sie gemeinsam danach bei Google Maps, z. B. die Niagarafälle. Gehen Sie auf “Fotos”. Darunter gibt es auch Fotos in einer 360°-Ansicht, so dass man den Ort von allen Seiten betrachten kann. Wenn Sie Google Street View installiert haben, lassen sich solche Bilder auch in der VR-Ansicht mit einer VR-Brille aus Pappe anschauen. Dafür geht man im Foto auf das Symbol rechts oben, das eine kleine VR-Brille zeigt. Nun teilt sich das Bild und das Smartphone kann in die VR-Brille eingesetzt werden. Auf zu den Niagarafällen!

Mit Google Expeditions können Sie spannende Expeditionen unternehmen, z. B. zu den Dinosauriern oder auf eine Raumstation ins Weltall. Es gibt auch Erkundungstouren, in denen die virtuelle Umgebung mit Texttafeln und Bildern erweitert wurde, so dass man durch Klick auf ein Symbol Informationen bekommt. Man kann sich die Dinosaurier mit dem AR-Modus sogar ins eigene Kinderzimmer holen. AR heißt Augmented Reality, also Erweiterte Realität. Dafür braucht man keine VR-Brille, sondern nur das Smartphone mit eingebauter Kamera, die die Umgebung abfilmt. Auf dem Display erscheinen dann Dinosaurier im eigenen Kinderzimmer!

Bei YouTube gibt es eine große Anzahl an 360°-Videos. Wenn Sie die YouTube-App auf Ihrem Smartphone installiert haben, können Sie mit wenigen Klicks mit Ihrem Kind in den Weltraum reisen oder im karibischen Ozean mit Haien tauchen. Suchen Sie nach 360-Grad-Videos und aktivieren Sie über das Brillen-Symbol den VR-Modus.

360°-Fotos selber machen?!

Mit der App Street View kann man auch eigene 360°-Fotos machen, anschauen und sie mit anderen teilen, um z. B. dem Papa zu zeigen, wie schön es mit Oma im Zoo ist. Dafür tippt man in der App auf das Symbol mit der Fotokamera unten rechts. Dann tippt man noch einmal auf das Symbol und die Kamera öffnet sich. Nun folgt man dem orange-farbenen Punkt und macht so viele Fotos rechts, links, oben und unten, bis keine graue Stelle mehr auf dem Display zu sehen ist. Die App hilft dabei. Wenn man das Häkchen angetippt hat, wird das 360°-Foto fertiggestellt und es lässt sich mit oder ohne VR-Brille anschauen. Das Fotos muss nicht veröffentlicht werden, sondern kann auch privat geteilt werden.
Vielleicht schaffen Sie es ja auch die Realität auszutricksen und eine Person mehrmals auf einem 360°-Foto einzufangen!?

Was gibt es zu beachten?

Es dauert einen Moment, sich an den Blick durch die VR-Brille zu gewöhnen, weil das Gehirn die zwei Bilder, die ein Smartphone im VR-Modus anzeigt, erst übereinander legen muss. Manchmal hilft es, das Smartphone leicht nach links oder rechts zu schieben, damit es passt.

Manche Menschen werden auch “seekrank”, wenn sie eine VR-Brille aufsetzen. Darauf sollten Sie bei Ihrem Kind achten. Am besten wählen Sie für den Anfang solche Inhalte aus, die keine Bewegungen und Schwankungen enthalten. Bei anderen Inhalten kann es helfen, sich mit dem Bild oder Video mitzubewegen.

Gerade weil sich die virtuelle Umgebung mit einer VR-Brille so echt anfühlt, ist das Suchtpotential für Kinder größer als für Erwachsene. Generell wird das Eintauchen in virtuelle Welten mit einer VR-Brille erst ab ca. 13 Jahren empfohlen. Die VR-Erfahrungen Ihres Kindes sollten Sie immer begleiten und zeitlich begrenzen. Tasten Sie sich mit Ihrem Kind langsam an die Technologie heran. Schauen Sie sich zunächst Fotos an, bevor Videos abgespielt werden.

Es gibt viele Inhalte und Spiele für VR-Brillen, die nicht für jedes Alter geeignet sind. So finden sich in den App-Stores z. B. auch Ego-Shooter-Spiele. Wägen Sie ab, welche Apps und Spiele förderlich sind, welche Ihrem Kind aber vielleicht auch Angst machen können.

Kreatives Medienlernen in der Familie

Mit unserer Reihe Medien selber machen bieten wir regelmäßig Ideen, wie man Medienprojekte ganz einfach zu Hause mit der ganzen Familie umsetzen kann. Ziel ist es, die Kreativität rund um digitale Medien anzuregen und vor allem, sich gemeinsam damit zu beschäftigen. Kinder und Erwachsene nutzen Medien manchmal auf unterschiedliche Weise und finden andere Dinge daran spannend. Bei einem gemeinsamen Medienprojekt kann man Medien gemeinsam erkunden und erfahren, wie andere damit umgehen. Da kann auch mal das Kind den Eltern zeigen, wie etwas funktioniert! Außerdem lernt man, dass Medien mehr sind als Videos anschauen und Musik hören.

Auch die Seite LETSDIGI greift diesen Gedanken auf. Dort finden Sie eine Sammlung von 25 bunten Projektideen rund um die gemeinsame Gestaltung mit digitalen Medien: Von der digitalen Schnitzeljagd über einen Familienblog bis hin zum menschlichen Roboter und digitalen Forschungstagebuch. Die Projekte sind nach verschiedenen Themen gegliedert. Man kann sich die Anleitungen nach Projektdauer oder nach Schlagwort anzeigen lassen. Es gibt Projekte, die man schon mit kleinen Kindern umsetzen kann und solche, bei denen auch Oma und Opa mitmachen können. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Gehören Smartphones in die Schule?

Die Smartphone-Nutzung ist nicht nur in der Familie ein wichtiges Thema. Auch bei der Frage, ob das Handy in die Schule gehört oder nicht, wird heiß diskutiert. Einerseits geht es darum, ob Schülerinnen und Schüler ihre Smartphones mitbringen und zu welchen Zeiten sie diese privat nutzen dürfen. Andererseits stellt sich die Frage, ob die Geräte im Unterricht sinnvoll genutzt werden können und sollen. Dabei muss auch die rechtliche Lage betrachtet werden.

Worüber wird diskutiert?

Jeder Schüler über 12 Jahre hat heute ein eigenes Smartphone. Bei den Jüngeren ist es mindestens jedes zweite Schulkind. Das Handy ist für Kinder und Jugendliche ein wichtiges Kommunikations- und Unterhaltungsmedium, mit dem sie auch für ihre Eltern jederzeit erreichbar sind. Auch Smartwatches, die in vielerlei Hinsicht die gleichen Funktionen erfüllen wie Smartphones, werden immer populärer. Doch mit den mobilen Geräten sind auch Risiken verbunden.

Es gibt berechtigte Sorgen, vor allem von solchen Eltern und Lehrkräften, die ein Handyverbot an Schulen befürworten: Wenn Handys genutzt werden können, wird in den Pausen gedaddelt, anstatt sich zu bewegen und miteinander zu quatschen, so die Befürchtung. Außerdem könnte Cybermobbing befördert werden, weil z. B. Fotos und Videos von Mitschülerinnen oder Mitschülern gemacht und diese direkt untereinander verschickt werden können. Und im Unterricht können die Schüler abgelenkt werden, wenn das Handy greifbar nah ist.

Die Möglichkeit, ihre Kinder immer erreichen zu können, spricht für Sie als Eltern vielleicht eher dafür, das Handy in der Schule zu erlauben. Aus Sicht der Lehrkräfte kann es aber schwierig sein, wenn Eltern ihre Kinder z. B. mitten im Unterricht anrufen.

Dabei lässt sich das Handy auch für Lehrer positiv in den Unterricht einbringen. Viele Schulen haben nicht genügend Geld für eine moderne technische Ausstattung. Da ist es doch eigentlich praktisch, dass jedes Kind einen eigenen “Taschencomputer” besitzt, mit dessen Bedienung es sich auch noch gut auskennt. Neben der schnellen Internetrecherche können Smartphones kreativ für die Präsentation eines Themas und andere sinnvolle Zwecke genutzt werden. Die Mediennutzung der Kinder und Jugendlichen und damit verbundene Chancen und Risiken können zum Thema gemacht und diskutiert werden. Smartphones bieten also viele kreative, didaktische und pädagogische Möglichkeiten, die in der Schule gefördert werden sollten.

Wie ist die Gesetzeslage?

Unabhängig von den Chancen und Risiken, die das Smartphone im Unterricht und an der Schule mit sich bringt, gibt es einen gesetzlichen Rahmen, der den Umgang mit Smartphones im Schulkontext regelt. Da Schulpolitik Ländersache ist, legt jedes Bundesland einzeln fest, wie der Umgang mit Handys in den eigenen Schulen laufen soll. Zusätzlich werden an den Schulen selbst oder bei einzelnen Schulträgern eigene Regeln getroffen, die mit dem Schulgesetz des jeweiligen Bundeslandes vereinbar sein müssen. Informieren Sie sich, welche Regeln in Ihrem Bundesland und an der Schule Ihres Kindes konkret gelten. Sprechen Sie die Klassenlehrerin oder den Klassenlehrer Ihres Kindes darauf an. Auf der Seite von Handysektor gibt es einen Überblick zu den Regelungen der einzelnen Bundesländer (Stand September 2016).

Wenn Smartphones in der Schule, dann nur so

Sollten Smartphones auch während des Schulalltags an der Schule Ihres Kindes erlaubt sein, ist es für Sie als Eltern wichtig, den Umgang mit personenbezogenen Daten zu hinterfragen. Dies stellt Schulen nämlich vor eine große Herausforderung. Wenn Ihr Kind im Rahmen des Unterrichts mit dem Smartphone ein Videoprojekt erstellt, stellen sich verschiedene Fragen: Wer ist auf den Bildern zu sehen? Ist es nur Ihr Kind oder sind auch andere Kinder zu sehen? Sind die Kinder damit einverstanden, dass sich diese Dateien auf dem Gerät Ihres Kindes befinden? Liegen die Einverständniserklärungen der anderen Eltern vor? Was passiert mit dem Video? und so weiter. Weitere Informationen dazu finden Sie z. B. in unserem Beitrag zu Smartphonesicherheit und auf klicksafe.de.

Ein anderes Problem, das eng mit der Nutzung von Smartphones an Schulen verbunden ist, ist der ständige Vergleich der Schüler untereinander. Nicht alle Smartphones sind gleich. Einige Kinder haben vielleicht ein teureres Modell oder bekommen regelmäßig ein neues, während andere das alte Gerät von Mama nutzen. Darin steckt viel Potential für Streitigkeiten untereinander, z. B. für den Missbrauch des Smartphones als Statussymbol. Darüber sollten Sie mit Ihrem Kind und auch mit anderen Eltern sprechen.

Eine einfache Antwort auf die Frage, ob Smartphones in der Schule sinnvoll sind oder nicht, kann es also nicht geben. Schulen, Lehrkräfte, Sie als Eltern, und Ihre Kinder stehen hier vor Herausforderungen, die Sie nur gemeinsam lösen können. Wenn Sie mehr dazu nachlesen möchten, empfehlen wir den Faktencheck zur Sendung “Hart aber fair” vom September 2018.

Medien selber machen: Podcasts

Viele Kinder und Jugendliche haben Spaß dabei, Podcast anzuhören. Aber wie wäre es, wenn man auch selbst spannende Geschichten und das, was einen beschäftigt, in einem eigenen Podcast mit anderen teilt? Das ist einfacher als vielleicht gedacht. Wir erklären, wie Sie gemeinsam mit Ihren Kids zu Hause ganz einfach einen eigenen Podcast gestalten, aufnehmen und veröffentlichen können.

Die Vorbereitung

In den meisten Podcast geht es um ein bestimmtes Oberthema. Suchen Sie sich am besten ein Thema, das Sie und Ihre Kinder interessiert und zu dem Sie viel erzählen können.

Überlegen Sie sich außerdem einen Namen für den Podcast. Versuchen Sie einen Namen zu finden, den man sich leicht merken kann und der neugierig macht.

Die Recherche und Ausarbeitung

Sobald das Thema gefunden ist, kann es an die Ausarbeitung der einzelnen Podcastfolge gehen. Suchen Sie sich passend zu Ihrem Oberthema ein konkretes Unterthema. Wenn Sie also beispielsweise einen Podcast zu Kuscheltieren machen wollen, könnte sich die erste Folge auf den Lieblingskuschelbären konzentrieren.

Machen Sie sich nun am besten Stichpunkte mit den wichtigsten Informationen, die Sie später im Podcast einbringen wollen. Hierfür können Sie zum Beispiel interessante Fakten aus dem Internet sammeln und zusätzlich eigene Gedanken, Ideen und Gefühle einbringen.

Für das Beispiel mit dem Lieblingskuschelbären könnte das konkret Folgendes bedeuten: Berichten Sie, wann und wie der Kuschelbär in die Familie kam. Beschreiben Sie den Bären, wie er sich verändert hat und welche Bedeutung er für Ihr Kind hat. Erzählen Sie eine kleine Geschichte!

Für den Einstieg sollten Sie sich eine Begrüßung überlegen. Ein einfaches „Hey und Willkommen beim Podcast ‚Jetzt wird’s kuschelig‘. Wir sprechen heute über das Thema Teddybären.“ kann schon vollkommen ausreichen.

Genauso ist eine kurze Verabschiedung wichtig. Hier kann man gern auch sein Publikum einbeziehen: „Was ist denn euer Lieblingskuscheltier? Erzählt uns das doch mal unten in den Kommentaren und schaltet auch nächstes Mal wieder ein. Bis dahin!“.

Wechseln Sie sich beim Erzählen mit Ihren Kindern ab und überlegen Sie, ob nicht auch der Teddy zu Wort kommen kann. Recherchieren Sie außerdem nach passender Musik und Geräuschen, um den Podcast lebendiger zu gestalten. Hilfreich kann dabei diese Übersicht sein.

Die Aufnahme

Eine Podcast aufnehmen, ist oft leichter als gedacht und benötigt keine teure Technik. Dafür reicht ein Smartphone oder Tablet mit einer Sprachmemo-App.

Achten Sie darauf, dass Sie den Podcast in einem ruhigen Raum aufnehmen, um mögliche Störgeräusche zu vermeiden. Außerdem sollte es in dem gewählten Raum nicht zu sehr hallen. Wenn Sie eine Probeaufnahme machen und sich diese anhören, können Sie das einfach feststellen.

Die Positionierung des Aufnahmegeräts hängt von der Anzahl der Sprechenden ab. Gucken Sie nach, wo an dem Gerät das Mikrofon ist – meistens ein kleines Loch unten am Gerät. Das Mikro sollte sich möglichst nah und zentral zu den Sprechenden befinden.

Sprechen Sie laut, deutlich und nicht zu schnell. Probieren Sie es aus, bevor es an die Aufnahme geht.

Die Nachbearbeitung

Für die Nachbearbeitung empfiehlt sich ein einfaches Bearbeitungsprogramm wie Audacity. (Audacity gibt es kostenlos für alle Betriebssysteme.) Damit können Sie mögliche Versprecher und Störgeräusche herausschneiden oder die Lautstärke der Aufnahme anpassen. Mithilfe dieser Anleitung können Sie die Grundfunktionen von Audacity erlernen.

Die Veröffentlichung

Sobald Ihr Familien-Podcast fertig ist und er allen gefällt, können Sie die Datei mit Freunden und anderen Familienmitgliedern teilen. Aber natürlich können Sie sich auch überlegen, diesen im Internet für ein größeres Publikum zu veröffentlichen. Dafür empfiehlt sich z. B. die Plattform Soundcloud. Als Erwachsene können Sie ein Profil anlegen und Dateien hochladen. (Sofern Sie einen kostenlosen Account nutzen, können Sie bis zu 3 Stunden Audiomaterial upladen.) Überlegen Sie vorab genau, ob Sie möchten, dass der Podcast von allen abzurufen sein soll. Fragen Sie auch Ihre Kinder, ob es ihnen recht ist. Es ist bei Soundcloud auch möglich, eine Audiodatei privat zu teilen, sie also nicht für alle öffentlich zu machen.

Wenn Sie Spaß daran haben und Ihr Publikum begeistert zuhört, könnte das Podcasten vielleicht zu einem längerfristigen Familienprojekt werden!

Es gibt was auf die Ohren – Podcasts für Kinder

Während man früher das Radio eingeschaltet hat, um seine Lieblingssendung oder ein Hörspiel zu hören, gibt es heute eine riesige Auswahl an Podcasts im Netz. Und die werden auch bei Kindern und Jugendlichen immer beliebter. Ob spannende und lustige Geschichten, kindgerechte Nachrichten oder Musiksendungen – für jede Nachwuchshörerin und jeden Nachwuchshörer ist etwas dabei.

Podcasts sind Audios oder Videos, die man im Internet abrufen, abonnieren und teilweise auch speichern kann, um sie sich immer wieder anzuhören. Regelmäßig werden neue Folgen veröffentlicht. Viele Podcastformate haben ein großes Oberthema, wie z. B. Sport, Kultur oder Nachrichten. Typisch ist, dass es sich nicht um abgeschlossene Geschichten handelt, sondern es immer neue Fortsetzungen geben kann.

Wo finde ich den passenden Podcast für mein Kind?

Kinder lieben Geschichten und wenn die Eltern keine Zeit zum Vorlesen haben, sind Hörspiele und Hörbücher eine gute Alternative. Je älter sie werden, desto interessanter werden auch andere Podcastformate. Das Angebot im Netz wird immer größer und richtet sich an verschiedene Altersgruppen ab ca. drei Jahren. Man findet Podcasts auf verschiedenen Internetseiten und auf den bekannten Musikstreamingportalen. Es gibt Geschichten von bekannten Medienfiguren wie der “Sendung mit der Maus” und aus Kinderradiosendungen, Märchen und vieles mehr. Da ist es nicht einfach den Überblick zu behalten.

Wenn Sie sich auf den Seiten der öffentlich-rechtlichen Sender umschauen, werden Sie auf eine Menge kindgerechte Podcasts stoßen. Aber auch andere Portale bieten eine gute Auswahl an Podcasts für Kinder. Unsere Empfehlungen:

Sehen Sie sich auch bei Streamingportalen Spotify, Soundcloud, Amazon Prime Music und iTunes um. Sie können sich Podcasts nach Kategorien gefiltert anzeigen lassen.

Achten Sie bei der Auswahl auf die Altersempfehlung. Bisher gibt es keine verpflichtende Alterskennzeichnung wie bei Videos oder Games. Podcasts können quasi von jedem veröffentlicht werden. Deshalb sollten Sie bei der Auswahl sehr sorgfältig sein. Lesen Sie sich die Beschreibung gut durch, um zu entscheiden, ob der Podcasts für Ihr Kind geeignet ist. Um sicher zu gehen, hören Sie sich eine Folge an, bevor Ihr Kind mithört. Prinzipiell sollten Sie die ersten Folgen einer neuen Podcastreihe immer gemeinsam anhören, um einschätzen zu können, ob sie für Ihr Kind geeignet ist. Sprechen Sie danach darüber, was sie gehört haben: Hat es Spaß gemacht, den Podcast zu hören? Hat Ihr Kind alles verstanden? Konnte Ihr Kind etwas Neues lernen? Gibt es etwas, das Ihr Kind verängstigt hat?

Auch für Eltern gibt es übrigens jede Menge Podcasts, die sich rund um Familienthemen drehen. Man kann sie sich aufs Handy spielen oder streamen und z. B. während der Fahrt zur Arbeit anhören.

Warum immer nur Medien anhören oder anschauen… Einen Podcast selber machen, ist einfacher als gedacht. Hier gibt es unsere Anleitung für ein schönes Medienfamilienprojekt.

Auf der Suche nach dem passenden Bild im Netz – Creative Commons

Wenn Ihr Kind zur Schule geht, kennen Sie eine solche Situation wahrscheinlich: ein Referat muss vorbereitet werden. Und das sollte am besten mit vielen Fotos untermalt werden. Also geht es an die Internetrecherche. Die Bildersuche spuckt viele geeignete Fotos zum Thema aus. Doch darf ich die einfach so benutzen?

Urheberrecht und Persönlichkeitsrechte sind zu beachten

Im Netz ist vieles möglich, aber nicht alles was geht, ist auch erlaubt. Das Thema Urheberrecht, d. h. dass die Person, die ein Werk – z. B. ein Bild – geschaffen hat, auch das Recht hat, darüber zu entscheiden, wie es genutzt wird, ist gerade viel diskutiert, weil sich Inhalte im Internet schnell verbreiten und der Urheber nicht immer Einfluss darauf hat. Dabei geht es in erster Linie um das Veröffentlichen, also Weiterverbreiten, von fremden Inhalten.

Wenn man ein Referat für die Schule hält, werden Fotos und Texte von anderen erst einmal “nur” in einem nicht-öffentlichen Raum weitergegeben. Es ist also nicht unbedingt nötig, den Urheber eines Fotos zu fragen, ob man es für sein Referat verwenden darf. Der Lehrerin oder dem Lehrer ist aber wichtig, dass man die Quelle angibt, woher das Foto kommt.

Vielleicht hat man auch selbst Fotos gemacht, die man im Rahmen des Referats zeigen möchte. Wenn auf diesen eine Person abgebildet ist, muss sie vorher gefragt werden, denn sie hat ein Recht darüber zu entscheiden, ob sie fotografiert wird und ob das Foto herumgezeigt wird.

Freie Lizenzen machen freie Nutzung möglich

Wenn das Referat so gut ist, dass es als Artikel auf der Online-Schülerzeitung landet, darf man die dafür benutzten Fotos nicht einfach mitveröffentlichen – auch wenn sie eine Quellenangabe haben. Denn hier greift das Urheberrecht.

Unter den vielen im Internet zu findenden Bildern zu einem Thema gibt es aber mit Sicherheit auch solche, die man frei nutzen darf, weil sie unter einer sogenannten “freien Lizenz” stehen. Am bekanntesten sind die Creative-Commons-Lizenzen (CC). Es gibt Fotografinnen und Fotografen, die ihre Fotos mit der Information veröffentlichen, dass diese unter bestimmten Bedingungen weiterverbreitet werden dürfen. Diese Bedingungen können sein, dass man den Namen des Fotografen oder der Fotografin mit angeben muss und dass man das Bild nicht bearbeiten darf. Welche verschiedenen Lizenzen es gibt, erfahren Sie auf der Website des Projektes Creative Commons.

Gerade Personen, die mit ihren Fotos kein Geld verdienen wollen oder müssen, nutzen solche freien Lizenzen und stellen ihre Bilder gern anderen zur Verfügung. Das ist auch für uns Nutzerinnen und Nutzer eine tolle Sache.

Wenn man selbst Fotos oder andere Inhalte unter einer CC-Lizenz veröffentlichen möchte, kann man selbst entscheiden, welche Bedingungen daran geknüpft sein sollen.

Wo man freie Inhalte findet

Es gibt verschiedene Seiten, auf denen man Inhalte findet, die zur Nutzung und weiteren Veröffentlichung freigegeben sind. Sehr bekannt sind z. B. Flickr und Wikipedia. Aber auch bei Google kann man die Suche mit Hilfe von Filtereinstellungen so beeinflussen, dass nur Bilder unter freier Lizenz angezeigt werden. Allerdings sollte man sich die Informationen zu jedem einzelnen Bild immer genau angucken, um sicher zu sein, dass man es weiterverwenden darf und unter welchen Bedingungen.

Es gibt übrigens nicht nur Fotos und Grafiken unter freier Lizenz, sondern auch Musik oder Geräusche. Eine Übersicht mit Websites finden Sie hier.

Auch wenn es für ein Referat in der Schule nicht unbedingt nötig ist, Bilder zu nutzen, die unter freier Lizenz stehen, sollte man es tun, um sicher zu sein, dass solche Inhalte nicht doch mal weiterverbreitet werden. Außerdem lernt Ihr Kind so etwas über Urheberrechte und die Recherche im Internet.

Medien selber machen: Tutorials

Wir haben schon über die Beliebtheit von Tutorials bei Kindern und Jugendlichen geschrieben. Den Beitrag finden Sie hier. Es muss nicht dabei bleiben, sich diese Filmchen nur anzuschauen. Man kann sich auch selbst trauen, ein Tutorial zu produzieren.

Tutorials rund um “Medien selber machen”

Kinder und Jugendliche sind neugierig und haben Spaß daran, Neues zu lernen und hinter die Kulissen zu schauen. Sie zu ermutigen, selbst zum Macher von Videos oder Hörspielen zu werden, schult nicht nur die Medienkompetenz Ihres Kindes, sondern auch viele weitere Fähigkeiten wie Kreativität und die Arbeit an einem Projekt. Wer einmal erfährt, welche Arbeit hinter einem Film steckt, schaut anders auf Filme. Gerade in Zeiten von Fake News sensibilisiert es Kinder für einen kritischen Umgang mit Medien. Auf verschiedenen Videoplattformen finden Sie Tutorials, die dabei helfen, ein eigenes (Video-)Projekt umzusetzen. Videoplattformen wie YouTube sind jedoch nicht uneingeschränkt für jüngere Kinder geeignet, weshalb sie in Begleitung der Eltern genutzt werden sollten. Abseits von Videoplattformen finden Sie Tutorials z. B. auch beim Online-Angebot des Bayerischen Rundfunks: So geht Medien.

Tutorials selber machen

Videos selbst zu erstellen, kann viel Spaß machen! Wie auch bei der Produktion von Kinofilmen, muss man bestimmte Schritte beachten

  • Entwickeln Sie zuerst gemeinsam mit Ihrem Kind einen Drehplan, so dass während des eigentlichen Filmdrehs klar ist, was passiert und wer wofür zuständig ist (Kamera, Darsteller, Regie usw.):
    • Am Anfang steht eine gute Idee: Worum soll es im Tutorial gehen? Vielleicht nehmen Sie ein Thema, bei dem sich Ihr Kind und Sie noch nicht so gut auskennen. Durch die intensive gemeinsame Beschäftigung mit einem Thema sind Sie am Ende selbst die Experten.
    • Für das Drehbuch und ggf. eine Unterteilung in Szenen hilft es, die “W”-Fragen zu beantworten: Wer, wo, wie? Warum gibt es dieses Tutorial? Im Drehplan sollten auch organisatorische Dinge aufgeschrieben werden wie Drehorte, Drehzeit, benötigte Ausstattung und Technik.
  • Beim Filmdreh sollten Sie darauf achten, dass Licht und Ton gleichbleibend gut sind und es keine Störungen gibt. Natürlich braucht man auch eine Kamera. Ist keine vorhanden, reicht auch eine Fotokamera oder ein Handy, eventuell mit Stativ, damit die Bilder nicht verwackeln. Am besten sehen und hören Sie sich immer direkt im Anschluss an den Dreh einer Szene an, ob sie gut geworden ist. Gegebenenfalls kann man den Dreh direkt wiederholen.
  • Für den anschließenden Filmschnitt können Sie sich kostenlose Software im Internet herunterladen. In dieser kann man meistens auch Texte, Geräusche, Musik und andere Effekte ergänzen.
  • Zur Veröffentlichung des Videos wählen Sie bestenfalls Plattformen, die für Kinder und Jugendliche geeignet sind wie z. B. JUKI auf Kindersache

Worauf sollte man achten?

Achten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind darauf, keine persönlichen Informationen im Video preiszugeben und nur den Vornamen der Protagonisten zu nennen. Auch Hintergründe können oft Hinweise auf z. B. den Wohnort geben. Alle Personen, die im Video zu sehen sind, sollten ihr Einverständnis zur Veröffentlichung gegeben haben. Bei der Auswahl der Musik ist darauf zu achten, dass sie lizenzfrei zu nutzen ist. Hier gibt es eine Liste mit Webseiten, auf denen man solche Musik finden kann.

“Wie geht das? Dazu gibt es doch bestimmt ein Tutorial!”

Statt in einer Bedienungsanleitung zu blättern, suchen Kinder und Jugendliche lieber das passende Tutorial im Netz. So eine filmische Gebrauchsanleitung gibt es nicht nur für die Bedienung von Geräten, sondern für ganz unterschiedliche Lebensbereiche aus dem Alltag. Es gibt Rezept-Tutorials, in denen vor der Kamera gekocht oder gebacken wird. In anderen Tutorials werden technische Fragen gelöst. Man kann mit solchen Videos neue Sprachen oder ein Instrument spielen lernen und vieles mehr.

Vor allem durch Videoplattformen wie YouTube sind Tutorials bekannt geworden. Typisch für diese Videos ist, dass darin eine Person dem Publikum etwas erklärt – oft indem sie es auch selbst im Video vormacht.
Die Begriffe Tutorial und Erklärvideo werden häufig synonym verwendet. Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied: In Tutorials wird etwas vorgemacht, nach dem Motto: “Wie funktioniert etwas?”. Typisch sind Haarstyling- oder Tanz-Tutorials. In Erklärvideos dagegen geht es vor allem um die Frage: “Warum funktioniert etwas auf diese Weise?”.

Tutorials – beliebt bei Groß und Klein

Die hilfreichen Videoanleitungen kann man sich dank Smartphone oder Tablet jederzeit und überall anschauen. In Schritt-für-Schritt-Anleitungen erklären Experten eines bestimmten Fachgebiets auf verständliche Weise ein Thema. Die Videos lassen beliebig oft stoppen und ansehen, was z. B. bei einem Computerspiel, Bastel- oder Beauty-Tutorial praktisch ist. So kann man gleich selbst mitmachen und sich durch das Pausieren für jeden Schritt die Zeit nehmen, die man braucht.

Häufig werden Tutorials von Influencern, also berühmten YouTubern, gemacht. Hierbei, aber auch bei  unbekannteren YouTubern entsteht zwischen YouTuber und Zuschauer während des Tutorials oft eine Beziehung, wodurch das Lernen aufgelockert wird. Der YouTuber erzählt um das Tutorial herum von anderen Dingen, die ihm in den Kopf kommen, schweift vom Thema ab und spricht die Zuschauer oft direkt an (“Hallo ihr Lieben” oder “Du faltest jetzt dieses Blatt nach rechts” oder “Wir gehen jetzt folgendermaßen vor”). Dies passiert oft auf unterhaltsame Art und Weise.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind gerne Tutorials auf Videoplattformen guckt, suchen Sie mal gemeinsam nach Videos. Vielleicht gibt es auch hilfreiche Videos zum Lernen oder Ideen für die Freizeitgestaltung, z. B. Bastelideen oder Tricks mit dem Roller.

Lassen Sie sich zeigen, welche Videos Ihr Kind gern schaut und fragen Sie nach, was sie oder ihn daran fasziniert. Es gibt viele Tutorials, die anscheinend typische Rollenbilder widerspiegeln: YouTuberinnen machen Beauty-Tutorials, männliche YouTuber Tutorials zu Computerspielen, sogenannte Let’s Plays. Das ist ein guter Anlass, um überholte Rollenklischees zu sprechen.

Man sollte sich klar machen, dass die Ersteller von Tutorials nicht immer echte Experten sind und man die Videos und ihre Inhalte überprüfen sollte. In den Kanalinfos erfährt man meistens etwas mehr zu den Machern und kann so die Qualität besser einschätzen.
Sollte etwas einmal nach dem Schauen eines Tutorials immer noch nicht klappen, liegt dies nicht gezwungenermaßen an Ihrem Kind – möglicherweise hat sich auch der Macher des Tutorials geirrt.

Videoplattformen wie YouTube sollten Sie zuerst gemeinsam nutzen, da Ihr Kind hier schnell auf beängstigende oder verstörende Inhalte stoßen kann. Für jüngere Kinder empfehlen wir Einstellungsmöglichkeiten wie den “Eingeschränkten Modus” oder die App YouTube-Kids. Wenn Ihr Kind die Risiken im Netz kennt und sich darin Ihrer Meinung nach bewusst bewegt, sollten Sie ihm auch den Freiraum geben, selbstständig online zu sein.

Making – kreatives digitales Gestalten mit Kindern

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von Kristin Narr.

Gestalten, basteln, tüfteln, werkeln und etwas herstellen: Wenn Kinder etwas selbst machen können, sind sie schnell zu begeistern. Genau um dieses Bedürfnis geht es beim sogenannten „Making“.

Was versteht man unter Making?

Der Begriff „Making“ kommt aus dem Englischen von to make = machen. Making bezeichnet dementsprechend das Selbermachen mit Hilfe üblicher und oft digitaler Werkzeuge. Making kann als kreatives digitales Gestalten bezeichnet werden. Ziel von Making-Aktivitäten ist es, ein eigenes (digitales) Produkt aus vielfältigen Materialien selbst zu erstellen.

Wie kann Making aussehen?

Making kann ganz unterschiedlich aussehen. Beim Making kann mit dem Smartphone, LEDs, Mikrocontrollern, Sensoren, Motoren oder 3D-Druckern gearbeitet werden. Außerdem kann bestimmte Hardware beim Ausprobieren und Tüfteln im Fokus stehen, wie dem Raspberry Pi oder einem Makey Makey. Es gibt aber auch spezielle Software, die eingesetzt und erprobt werden kann, wie z. B. Scratch. Scratch ist eine kostenlose Programmierumgebung für Kinder. Hier können sich Kinder an das Programmieren herantasten, indem sie z. B. Animationen, Spiele oder Geschichten mit kindgerecht gestalteten „Bausteinen“ programmieren.

Foto „Maker-Werkzeuge“ von Sandra Schön, CC BY 3.0, https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/legalcode

Was passiert beim Making genau?

Beim Making geht es nicht nur um das Machen an sich, vielmehr steht das Verstehen, indem man etwas selbst macht, im Fokus. Die Kinder und Jugendlichen werden dabei selbst aktiv. Sie entwickeln eigene Ideen, sie erfinden, sie suchen Lösungen, entfalten mit anderen gemeinsam ihre Kreativität – und lernen dabei.
Wir erschließen uns die Dinge unterschiedlich, verstehen und lernen auf verschiedenen Wegen. Stellen Sie sich selbst einmal die Frage: Lesen Sie lieber einen zweiseitigen Text dazu, wie ein Stromkreislauf aufgebaut ist und funktioniert, oder geht Ihnen schneller ein Licht an – nein, auf, wenn sie ihn selbst aufbauen und herausfinden, wie er funktioniert?
Wie sich ein Mensch neues Wissen aneignet, ist sehr unterschiedlich. Besonders Kinder erschließen sich Dinge oft sehr gerne, indem sie sie machen.

Was beinhaltet und fördert Making?

Kinder und Jugendliche stellen sich „Problemen“ oder Aufgaben und finden selbst und gemeinsam ihre eigene, kreative Lösung, die für sie funktioniert.
Neben der Förderung verschiedener Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien, unterstützt Making die Kreativitätsentwicklung und den Aufbau von Wissen. Hier geht es um das Wecken von Interesse im naturwissenschaftlichen und mathematischen Bereich sowie um handwerkliche Fähigkeiten und das Arbeiten und Lernen mit anderen zusammen.
Beim Making sollen Kinder und Jugendliche ihre Welt aktiv (mit)gestalten und sie damit ein bisschen besser machen. Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden deswegen auch beim Making groß geschrieben. Getüftelt wird oft auch mit günstigen und wiederverwertbaren Materialien wie Pappbechern, kleinen LEDs oder Knete.

Foto „Maker-Days“ von Sandra Schön, CC BY 3.0, https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/legalcode

Wo finde ich Making-Aktivitäten?

Making-Aktivitäten für Kinder und Jugendliche sind meistens durch Erwachsene angeleitet und finden an vielen verschiedenen Orten statt. Es gibt Projekte an Schulen oder Freizeiteinrichtungen, Medienkompetenzzentren u. v. m. Oft findet Making auch in sogenannten Makerspaces oder offenen Werkstätten statt, die offen für alle sind und in denen die geeigneten Umgebungen sowie Materialien und große Geräte schon vorhanden sind. Diese Orte bieten oft auch extra Kurse für Kinder und Jugendliche an. Mitbringen muss man nur die Freude am Selbermachen, Basteln und Ausprobieren mit und von digitaler Technik.

Wo bekomme ich weitere Informationen?

Wie kann ich Making selbst machen?

Eine tolle LED-Neujahrskarte als kleines Making Projekt samt Anleitung zum Nachmachen und Individualisieren, idealerweise mit Ihren Kindern zusammen, finden Sie hier.

Zur Autorin:
Kristin Narr ist freiberufliche Medienpädagogin. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen des offenen, kreativen und partizipativen Einsatzes digitaler Medien, der digitalen Kinder- und Jugendbeteiligung sowie im Lernen in digitalen Umgebungen.

Medien selber machen – Erklärvideos

In vielen Familien ist es normal, sich Unbekanntes mit Hilfe von Videos erklären zu lassen: Wie deaktiviere ich nochmal die Ortung bei meinem Smartphone? Wie schreibe ich eine Erörterung oder wie koche ich die besten Spaghetti Bolognese? YouTube ist voll mit sogenannten Erklärvideos. Wie solche Videos beim Lernen helfen, erfahren Sie in unserem Beitrag “Wenn Videos im Internet das Lexikon ersetzen”.

Dank Smartphone ist es gar nicht schwer, mit der ganzen Familie selbst ein solches Erklärvideo zu drehen. Erstmal muss natürlich das Thema stehen. Vielleicht gibt es gerade etwas Interessantes aus dem Schulunterricht Ihres Kindes, das man kurz, knapp und spannend in einem Video erklären möchte. Wenn in Ihrer Familie gern gekocht wird, lassen sich auch Rezepte in einem Erklärvideo beschreiben. Oder man möchte die besten Fotos aus dem letzten Urlaub zu einem Film machen.

Ein Erklärvideo kann unterschiedlich aussehen. Wir stellen zwei Möglichkeiten vor, die sich zu Hause leicht umsetzen lassen:

  1. In einer Fotoshow werden ausgewählte Fotos nacheinander zusammengefügt, mit Ton und Musik hinterlegt, mit Texten und Stickern ergänzt. Das lässt sich sehr einfach zum Beispiel mit Adobe Spark Video machen. Das Programm gibt es als kostenlose App oder man kann sein Adobe-Video direkt am Computer online erstellen. Voraussetzung ist allerdings, dass man sich bei Adobe registriert.
  2. Wenn Ihr Kind gerne malt, ist das vielleicht das geeignete Format! Man kann die Erklärungen zeichnen und dabei filmen oder man malt einzelne Elemente auf, schneidet sie aus und schiebt sie dann nacheinander ins Bild. Diese Technik wird auch Legetrick genannt. Zuvor ausgeschnittene Figuren, Symbole und Wörter werden dabei auf einem Hintergrund bewegt und von oben gefilmt. Der Film kann dabei entweder am Stück aufgenommen werden (so dass zu sehen ist wie eine Person oder ihre Hand die einzelnen Elemente ins Bild schiebt) oder durch Einzelbildanimation. Dabei wird nach jeder Veränderung am Bild ein neues Foto gemacht. Die vielen Einzelfotos werden am Ende aneinandergereiht (das geht mittlerweile ganz einfach per App), so dass ein bewegter Film entsteht. Bei solchen Filmen spricht man auch von Stop Motion.

Wenn Sie gemeinsam überlegt haben, wie das Thema in welcher Art von Erklärfilm erzählt werden soll, kann es losgehen! Die Handykamera (oder auch eine andere Digitalkamera) kann in der Hand gehalten oder auf ein Stativ gesetzt werden, je nachdem, ob man von oben oder von der Seite filmt. Man kann einzelne Clips drehen oder die Kamera die ganze Zeit laufen lassen. In jedem Fall müssen die Clips hinterher “geschnitten” und zusammengefügt werden. Dafür gibt es bestimmte Apps, in denen sich auch Texte, Geräusche usw. ergänzen lassen. Für iOS-Geräte empfehlen wir iMovie, für Android-Geräte PowerDirector. Man muss nicht unbedingt während des Filmdrehs sprechen, sondern kann das hinterher ebenfalls über die App mit dem Smartphone machen.

Videos selber machen, ist immer Teamarbeit. Jemand muss filmen, jemand anderes ist dafür zuständig, zu malen oder Gegenstände zu bewegen. Vielleicht gibt es auch Personen, die Dinge erklären sollen. Hier kann also die ganze Familie mitmachen!

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