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Medien als Babysitter

Kennen Sie das? Es ist Samstag, sieben Uhr morgens: Ihr Kind ist schon munter, während Sie gerne noch ein bisschen schlafen würden. Da kann doch das Tablet kurz einspringen und das Kind beschäftigen, während Sie sich noch einmal umdrehen, oder?

Kinder bei der Mediennutzung begleiten

Ja und nein! Es gibt Momente im Alltag, in denen es einfach praktisch ist, ein bisschen Zeit und Ruhe zu haben, während sich das Kind eine Weile mit dem Tablet oder Handy beschäftigt. Es hat Spaß daran und Sie können sich währenddessen um andere Dinge kümmern. Im Ausnahmefall ist das sicherlich kein Problem. Schwierig kann es sein, wenn es zur Gewohnheit wird.

Denn: Kinder brauchen noch bei vielen Sachen, die sie erst lernen, Begleitung. Dazu gehört auch die Nutzung von Medien. Wie die Begleitung aussieht, hängt vom Alter und ganz individuell von Ihrem Kind ab. Kleinkinder sollten nicht allein gelassen werden, wenn sie sich etwas auf dem Tablet oder im Fernsehen anschauen. So können Sie mitbekommen, was Ihr Kind sich ansieht und wie es damit klarkommt. Außerdem kann es seine Medienerlebnisse mit Ihnen teilen und nachfragen, wenn es etwas nicht versteht. Das ist wichtig, damit Ihr Kind die Inhalte verarbeiten kann. Was Ihr Kind anschaut oder anhört, sollte ebenfalls altersgemäß sein. Halten Sie die Medienzeit gering und geben Sie Ihrem Kind genügend Zeit, um seine Medienerlebnisse zu verarbeiten.

Medien als Babysitter – nur im Ausnahmefall

Ältere Kinder haben schon mehr Medienerfahrung und Sie als Eltern können bereits einschätzen, wie Ihr Kind mit bestimmten Inhalten umgeht. Achten Sie aber auch hier auf altersgerechte Angebote, eine begrenzte Mediendauer und seien Sie zumindest in der Nähe, wenn Ihr Kind Medien nutzt. Wenn Sie nicht dabei sitzen können, können Einstellungen am Gerät und in Apps helfen, dass Ihr Kind nicht auf Inhalte zugreifen kann, die es überfordern oder sogar ängstigen kann.

Am besten ist es, wenn Medien gemeinsam in der Familie genutzt werden, wie z. B. bei einem wöchentlichen Filmabend. Medien sind so Teil des Familienalltags und werden nicht als Aufpasser zweckentfremdet. Denn aufpassen können nur Sie!

Konflikte im Netz

Unter YouTube-Videos oder in sozialen Netzwerken findet man oft Kommentare von Leuten, die sich aufregen, beleidigen oder einfach nur rumpöbeln. Viele Nutzer haben schon Kontakt mit Mobbing gehabt – bei sich oder bei anderen. Nicht nur Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, werden von anderen Internetnutzern fertiggemacht. Gehört das einfach zum Leben dazu?

Hinter Konflikten stecken immer Menschen – auch online

Das Internet kann nichts dafür, dass Menschen aneinander geraten oder sich schaden wollen. Im Netz ist es aber für einige Menschen besonders verlockend, zu betrügen, zu beleidigen oder zu bedrohen. Es fällt ihnen leichter, Konflikte anzuzetteln, wenn sie nicht direkt merken, dass die andere Person leidet. Dabei sind Gemeinheiten nicht weniger schlimm, nur weil sie online stattfinden.

Das Internet ist keineswegs ein rechtsfreier Raum und niemand sollte Angst haben müssen, ins Netz zu gehen. Es gelten die gleichen Regeln und Gesetze wie sonst auch, und es ist wichtig, dass alle diese kennen und einhalten.

Konflikte gibt es überall

Zwischen Menschen kommt es immer mal zu Konflikten, auch Kinder und Jugendliche streiten sich. Das ist ganz normal und so lernen sie, mit Konflikten umzugehen – offline wie online. Allerdings ist es für sie oft schwieriger einzuschätzen, wie weit man gehen kann und ab wann Grenzen überschritten sind. Besonders bei Hassnachrichten und Mobbing sind Kinder und Jugendliche manchmal sehr gemein, ohne dass sie es selbst merken.

Je älter Ihr Kind wird, desto mehr ist es online unterwegs und kann dort auch mit Erwachsenen in Konflikte geraten. Im Teeniealter nutzen Kinder mehr und mehr Plattformen oder Apps, auf denen sie auf Nachrichten, Kommentare und Inhalte stoßen können, die Hass, Hetze und Unwahrheiten verbreiten. Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihr Kind dabei nicht allein lassen und rechtzeitig darauf vorbereiten, wie es damit umgehen kann.

Der Umgang mit Konflikten

Das Wichtigste ist, dass Ihr Kind weiß, dass Sie ansprechbar sind und bei Problemen und Konflikten unterstützen. Kinder und Jugendliche lernen erst nach und nach, Risiken und Gefahren gut einzuschätzen und mit Konflikten umzugehen. Dabei können verschiedene Strategien hilfreich sein:

  • Gewaltfrei kommunizieren. Auch wenn es manchmal schwer fällt, sollte man selbst stets höflich bleiben und den Konflikt damit nicht weiter anheizen.
  • Lieber face-to-face. Online kommt es schnell zu Missverständnissen. Außerdem ist die Hemmschwelle zu Gemeinheiten niedriger. Besser ist, man klärt einen Konflikt in einem direkten Gespräch.
  • Problem benennen.     Es ist wichtig, dass man ein Problem auch als solches bezeichnet, wenn man Beleidigungen, Bedrohungen oder Hass entdeckt.
  • Grenzen setzen. Man muss dem Gegenüber deutlich machen, wann eine Grenze erreicht ist. Manchmal hilft das schon, einen Konflikt einzudämmen.
  • Hilfe holen. Man muss nicht alles alleine schaffen. Man kann sich Freunde, Familie, Lehrkräfte oder auch andere Leute im Netz suchen, die einen unterstützen.
  • Unterstützen. Manchmal bekommt man einen Konflikt mit, ist aber selbst nicht beteiligt. Dann ist es wichtig, Hilfe anzubieten und die betroffene Person zu unterstützen.
  • Widersprechen. Wenn man sich traut, kann man auch diskutieren und widersprechen. Hier bietet sich an, erstmal nur klare Grenzen zu setzen und Probleme zu benennen.
  • Melden. Alle Plattformen im Netz bieten an, dass Inhalte gemeldet werden. Wenn man also Beleidigungen, Hassinhalte, Fake News oder ähnliches sieht, kümmern sich meistens auch die Plattformen darum, wenn man ihnen Bescheid gibt.

Mehr zum Thema “Konflikte im Netz” gibt es bei folgenden Anlaufstellen:
– Umgang mit Hass in Social Media bei der Amadeu-Antonio-Stiftung.
– Mobbing bei Juuuport.
– Umgang mit Betrug und Falschinformationen bei Mimikama.

Bingewatching bei Kindern und Jugendlichen

Kennen Sie das? Sie wollten eigentlich nur eine Folge Ihrer Lieblingsserie schauen und dann sind es drei geworden, weil es gerade so spannend war. Auch Ihrem Kind geht es manchmal so: Es hat gerade so viel Spaß am Fernsehen und Computerspielen, dass es die Zeit vergisst. Mit “Bingewatching” ist das Schauen von mehreren Folgen einer Serie am Stück gemeint und das gibt es auch bei Kindern. Binge bedeutet auf Deutsch „Exzess“ und Viewing „schauen“.

Streamingdienste machen Bingewatching leicht

Für manche Erwachsene ist Bingewatching sogar ein Hobby. Streamingdienste wie Prime Video, Netflix oder auch YouTube haben ihr Angebot darauf eingestellt. Serien gibt es oft als ganze Staffel, so dass die Nutzenden ganz einfach ein Video nach dem anderen anschauen können. Aus Unternehmenssicht ist das ganz logisch: Sie haben ein Interesse daran, Nutzer so lange wie möglich auf ihrer Plattform zu halten.

Es gibt immer mehr Mediatheken-Apps speziell für Kinder oder Streaming-Apps mit Kinderprofilen. Besonders beliebt sind YouTube Kids, Netflix, Prime Video und Disney+. Deshalb ist es kein Wunder, dass Bingewatching auch bei Kindern und Jugendlichen vorkommt, weil es ihnen noch schwerer fällt, den Fernseher oder das Tablet auszuschalten.

Was führt zum Bingewatching?

Kinder und Jugendliche lassen sich von ihren Lieblingsfiguren und -geschichten schnell mitreißen, so dass sie sich kaum davon lösen können. Einige vergessen einfach, abzuschalten und schauen deshalb mehr als vereinbart. Vor allem jüngere Kinder können ihre Bedürfnisse und ihre Mediennutzung noch nicht so gut selbst regeln. Sie sind deshalb leichter verführbar, immer weiter zu schauen.

Manchmal fehlt es auch einfach an alternativen Beschäftigungen. Kinder wissen nicht, was sie außer Fernsehen tun sollen. Außerdem ist es einfach, sich nur berieseln zu lassen, anstatt selbst aktiv zu sein, sich selbst Geschichten auszudenken, etwas zu malen oder anderes.

Wie können Eltern mit Bingewatching umgehen?

Einiges können Sie beim Profil Ihres Kindes auf der Streaming-Seite selbst einstellen. Sie können z. B. den automatischen Start der nächsten Folge deaktivieren oder bei einigen Diensten eine Zeitbegrenzung festlegen. Wenn Sie bestimmte Folgen downloaden, wird Ihr Kind nicht auf weitere Serien aufmerksam und es fällt ihm leichter abzuschalten, wenn die vereinbarte Sehzeit vorüber ist. Sie sollten aktiv werden, sobald Ihr Kind gestresst oder genervt reagiert, wenn es nicht weiter schauen kann.

Gestalten Sie gemeinsam Mediennutzungsregeln, insbesondere feste Zeitfenster, und achten Sie darauf, dass diese eingehalten werden. Solange Ihr Kind noch nicht selbstverantwortlich mit Medien umgehen kann, unterstützen und begleiten Sie es dabei. Setzen Sie die Lieblingsserie nicht als Strafe oder Belohnung ein und etablieren Sie alternative Angebote zur Mediennutzung.

Wenn Ihr Kind sehr emotional an die Serie gebunden ist, können Sie sich gemeinsam auch auf andere Weise damit beschäftigen. Ihr Kind kann die Serienwelt mit Spielzeug, durch Malen oder im Spiel mit Freunden zu sich holen und die Geschichten weitererzählen. So erlebt Ihr Kind seine Lieblingsserie noch mehr und kann sie selbst mitgestalten.

Ältere Kinder und Jugendliche sollten Sie auch gelegentlich zugestehen, wenn es sich in stressigen Phasen mit Fernsehen ablenken möchten. Achten Sie nur darauf, dass Bingewatching nicht ständig gegen Stress eingesetzt wird.

(Kostenlose) Videotelefonie-Tools – eine Übersicht

Besonders in Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche viel zu Hause sind und sich nicht wie sonst miteinander treffen können, werden gerne Videotelefonie-Tools genutzt, um mit Freundinnen und Freunden in Kontakt zu bleiben. Dabei gibt es ein riesiges Angebot der verschiedensten Anbieter.

Etablierte Anbieter

Vorteile: bekannt, stabil – Nachteile: mangelhafter Datenschutz

Einige der sehr bekannten und gern genutzten Tools sind Dienste großer amerikanische Firmen, wie z. B. Skype von Microsoft. Bei ihnen ist der Datenschutz weniger strikt, weil sie nicht an die europäische Datenschutz-Grundverordnung gebunden sind. Trotzdem sind diese Tools besonders stabil und es gibt wenige Probleme bei der Nutzung, weil die meisten sie schon kennen.

Am bekanntesten ist wahrscheinlich Skype, das es seit fast 20 Jahren gibt und kostenlos genutzt werden kann. Es fallen nur Kosten an, wenn Festnetz- und Handynummern angerufen werden. Um ein Gespräch zu starten, muss man sich registrieren. Möchte man nur teilnehmen, reicht es den zugeschickten Einladungslink anzuklicken.

Ein neuerer, aber sehr verbreiteter Dienst ist Zoom, der aufgrund von Sicherheitslücken stark in die Kritik geraten ist. Allerdings hat Zoom u.a. die Verschlüsselung bei Gesprächen verbessert. Mit Zoom kann man bis zu 40 Minuten lang kostenlos videotelefonieren. Das Tool macht selten Probleme, auch wenn man es mit größeren Gruppen nutzt. Ebenso wie bei Skype müssen nur diejenigen, die ein Meeting starten, registriert sein.

Auch über den beliebten Messengerdienst WhatsApp kann man in Gruppen mit bis zu acht Personen Videochats machen. Diese etablierten Tools sind leicht zu benutzen, aber es gibt viele Bedenken zum Umgang der Anbieter mit persönlichen Daten.

Open-Source-Lösungen

Vorteile: datenschutzkonform, einfache Bedienung – Nachteile: instabil bei größeren Gruppen

Wenn man Tools nutzen möchte, die mehr Datenschutz bieten, kann auf sogenannte Open-Source-Produkte zurückgegriffen werden. Open Source bedeutet, dass verschiedene Menschen diese Dienste  gemeinsam entwickeln und theoretisch jeder sehen kann, wie sie programmiert sind. So kann gut nachvollzogen werden, wie das Tool den Datenschutz handhabt. Tools wie Jitsi Meet speichern laut Fachleuten keine Daten von Nutzenden. Außerdem sind sie einfach zu nutzen: Man braucht weder ein Konto, wenn man ein Gespräch starten, noch wenn man nur teilnehmen möchte. Ein Nachteil dieser Tools ist, dass es manchmal Probleme gibt, wenn zu viele es gleichzeitig nutzen. Jitsi Meet ist noch einfacher zu benutzen, als Skype und Zoom. Alternativen zu Jitsi Meet sind z. B. Palava oder Jami.

Beliebt bei Jugendlichen

Vorteil: junge Nutzerinnen und Nutzer – Nachteile: mangelhafter Datenschutz, komplizierte Bedienung

Tools wie Houseparty und Discord werden von Jugendlichen gern genutzt. Hier sind sie unter sich und können zusammen herumhängen, ohne dass Erwachsene sie dabei stören. Die Dienste sind für junge Menschen gemacht. Doch auch diese Tools sind meist in der Hand von großen amerikanischen Unternehmen und in den seltensten Fällen datenschutzkonform. Außerdem ist es für Erwachsene meistens schwierig, sich mit der Nutzung vertraut zu machen. Sie sind oft nicht so intuitiv handhabbar, wie die etablierten Dienste oder die Open-Source-Tools.

Houseparty bietet neben dem Videochat auch die Möglichkeit, miteinander zu spielen. Doch auch hier gibt es Risiken, die bei der Nutzung beachtet werden müssen. Insbesondere die eigene Privatsphäre muss reflektiert und mit bestimmten Funktionen abgesichert werden. Discord ist vor allem unter jugendlichen Gamern beliebt. Doch auch hier können Jugendliche in Kontakt mit ungeeigneten Inhalten kommen und sind anderen Kommunikationsrisiken, wie z. B. Cybergrooming ausgesetzt.

Was Sie als Eltern beachten sollten

Egal, welches Videotelefonie-Tool genutzt wird, ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind besprechen, welche Risiken mit der Nutzung verbunden sind. Kinder und Jugendliche müssen wissen, dass sie in Online-Gesprächen nicht alles von sich preisgeben sollten. Man kann sich nie sicher sein, wer persönliche Daten abgreift oder sonst noch zuschaut.

Open-Source-Tools sind besonders zu empfehlen, da sie nicht nur einfach zu bedienen sind, sondern auch den Datenschutz berücksichtigten. Gleichzeitig sollte aber auch die Lebenswelt Ihres Kindes eine Rolle spielen. Vielleicht können Sie sich mit Freunden oder den Eltern anderer Kinder besprechen, welches Tool alle nutzen können.

Houseparty – Abhängen im digitalen Raum

Mit der App Houseparty kann man sich per Videochat mit Freunden treffen, sich unterhalten und gemeinsam Spiele spielen. Die App ist bei Jugendlichen in Zeiten von Corona besonders beliebt, wenn sie sich nicht wie gewohnt treffen können. Allerdings gibt es auch Kritik an der App.

Kurz gefasst:

  • Unter 13 Jahren offiziell nicht erlaubt
  • Datenschutz und Privatsphäre bedenklich
  • Kostenfrei, allerdings gibt es In-App-Käufe
  • Verfügbar für Android und iOS, sowie als Desktop- oder Web-App

Was kann man mit Houseparty machen?

Über Houseparty kann man sich online treffen. Der Name kommt daher, dass eine Party bei jemanden Zuhause simuliert wird. Dabei hat jeder einen eigenen Raum, dem bis zu acht Freunde beitreten können, die vorher zur Freundesliste hinzugefügt wurden. Freunden kann man Textnachrichten oder kurze Videoschnipsel (wie bei Snapchat) schicken und natürlich kann man miteinander videotelefonieren.

Dabei ist die App kein reines Videokonferenz-Tool, sondern ermöglicht es auch, Spiele miteinander zu spielen während man videotelefoniert. Es gibt kostenfreie und kostenpflichtige Spiele.

Was fasziniert Jugendliche daran?

Sich per Videochat treffen, sich virtuell sehen, miteinander quatschen, lustige Videos austauschen und Spiele spielen, ist besser als wenn man nur telefonieren könnte – gerade in Zeiten von Kontaktverboten.
Die Gestaltung der App ist jugendgerecht im Gegensatz zu anderen Apps mit Videokonferenz-Funktion wie Whatsapp oder Skype, die auch Erwachsene nutzen. Bei Houseparty sind Jugendliche unter sich. Dabei kann Houseparty auch mit der bei Jugendlichen beliebten App Snapchat kombiniert werden kann. Außerdem sind die Spiele bei Houseparty extra für Jugendliche entwickelt.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Es gibt Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre der Nutzenden. Im Prinzip kann jeder und jede den virtuellen Räumen betreten, sobald sie als Freund hinzugefügt wurden. Doch auch von Freunden hinzugefügte Person können einfach dazukommen, selbst wenn man sie selbst nicht in der App hinzugefügt hat. Es könnte also sein, dass Jugendliche bewusst getäuscht werden, um Zugang zu ihnen bekommen. Es ist auch möglich, über andere Apps den Bildschirm abfilmen zu lassen und als Video zu speichern.

Auch der Datenschutz von Houseparty ist problematisch. Das amerikanische Unternehmen Life on Air, Inc. gibt die Daten der Nutzenden an Facebook und andere Dienste weiter. Datenschutzregelungen, wie es sie in Europa gibt, spielen bei der App nur eine untergeordnete Rolle.

Houseparty bietet auch In-App-Käufe und damit Kostenfallen an. Nicht alle Spiele sind kostenlos verfügbar. Zwar sind die Spiele oft nicht teuer, doch wenn beispielsweise Freunde ein Spiel haben, dann entsteht schnell der Druck es sich auch zu kaufen, um beim gemeinsamen Spielen nicht ausgeschlossen zu werden.

Was meint der Anbieter?

Innerhalb der App gibt es mehrere Funktionen zum Schutz der Nutzenden: Mit der “Melden”-Funktion können Person gemeldet werden, die sich unangemessen verhalten. Mittels “Blockieren” kann man störende Nutzende auch sperren, sodass diese einen nicht mehr kontaktieren können. Über “Benachrichtigungen” lässt sich einstellen, wer sehen darf, dass man die App gerade nutzt. Der“Privat-Modus” verhindert, dass Gäste, die nicht eingeladen sind, den Raum betreten. Mit “Berechtigungen” kann man ausschalten, dass die App auf die internen Kontakte auf dem Handy zugreifen kann und sich mit Facebook verbindet.

In den Guidelines erklärt der Anbieter kurz und knapp – für Jugendliche ansprechend aufbereitet – die Regeln, die auf der Party gelten: So gibt es z. B. den knappen Hinweis, sich nicht auszuziehen oder andere zu mobben.

Was sollten Eltern beachten?

Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter über die Nutzung von Houseparty sprechen. Nehmen Sie Einstellungen gemeinsam vor und weisen Sie auf Funktionen hin. Dabei ist gerade der “Privat-Modus” wichtig, der es verhindert, dass unerwünschte Personen dem Raum beitreten. Sprechen Sie in diesem Zusammenhang auch das Thema Cybergrooming an. Es ist wichtig, dass Jugendliche wissen, dass es auch im digitalen Raum Erwachsene gibt, die schlechte Absichten haben. Außerdem sollte das Thema Datenschutz thematisiert werden. Dabei geht es einerseits darum, die “Berechtigungen” auszuschalten und andererseits darum, generell zu besprechen, dass nicht alles vor der Kamera gezeigt oder gesagt werden sollte, weil man nie weiß wer schließlich die Daten bekommt.

Social Media, Influencer und das liebe Geld

In Zeiten von Social Media ist es einfach, Einblicke in das Leben bekannter Personen zu bekommen. Fans können per Livestream oder Direktnachricht mit Instagram– und YouTube-Stars kommunizieren. In der App TikTok können Follower Influencern sogar live Geschenke machen. Die kosten allerdings richtiges Geld. Ähnliches gibt es auf der Plattform Twitch.tv. Hier überweisen die Zuschauer Geldbeträge an Videospieler und -spielerinnen während sie live streamen. Doch was haben eigentlich die Fans davon? Und wie teuer kann die Zuneigung zu den Lieblingsinfluencern werden?

Kauft man virtuelle Geschenke nur mit Spielgeld?

Die witzigen, virtuellen Geschenke, z. B. ein Panda-Emoji, die man seinen Stars auf TikTok machen kann, kosten umgerechnet nur wenige Cents. Die Influencer versprechen den Spendern und Spenderinnen im Gegenzug einen Like, einen Kommentar oder sogar die private Handynummer. Das teuerste Geschenk gibt es für 1000 virtuelle Münzen, was ca. 17 Euro entspricht. Bis zu 6000 Münzen auf einmal können User für knapp 110 Euro kaufen. Die Influencer erhalten für das Geschenk von TikTok als Belohnung Diamanten, die sie gegen echtes Geld umtauschen können. Davon behält TikTok ungefähr die Hälfte selbst.

Auf Twitch.tv erhalten Personen, die live zeigen, wie sie ein bestimmtes Videospiel spielen, Geldspenden als Motivation oder als Belohnung für ihre Gaming-Tipps von den Zuschauern. Als Dank lesen die Streamer die Namen oder den Text des Spenders oder der Spenderin vor. Auf diesem Weg können schon weniger bekannte Spieler und Spielerinnen auf Twitch bis zu mehreren hundert Euro im Monat verdienen.

Das Geschäft mit Social Media

Gerade für sehr bekannte Influencer ist Social Media kein reines Hobby mehr, sondern sie verdienen damit ihr Geld. Berühmte Influencer haben sogar ein ganzes Team hinter sich. Ihr Job ist es, sich zu überlegen, wie sie die Follower weiter an sich binden und noch mehr Menschen erreichen können. Social Media-Apps wie Instagram, TikTok und YouTube sind wichtige Instrumente für die Werbeindustrie geworden. Viele Influencer verdienen Geld durch Unternehmen, die ihnen Geld geben, damit sie für ihre Produkte Werbung machen oder indem sie Werbeclips in ihre Beiträge einbinden.

Durch die Geschenke der Fans können Influencer Geld verdienen, ohne Werbung machen zu müssen. Deshalb fordern sie ihre Follower dazu auf, zu spenden:”‘Wenn ihr mögt, was ich hier mache, dann unterstützt mich finanziell. Dafür bekommt ihr mehr Infos über mich oder ich erwähne euren Namen.” Für Jugendliche sind Livestreams auch eine Form sozialer Interaktion und eine Möglichkeit ein Teil von etwas zu sein. Damit das so bleibt, möchten sie ihrem Influencer gern etwas Gutes tun und machen ihr oder ihm Geschenke.

Doch diese Art, Geld zu verdienen, nutzen nicht alle: Influencer ist nicht gleich Influencer. Viele von ihnen wollen die Geschenke und Spenden ihrer Fans nicht.

Bleiben Sie auf dem Laufenden!

Influencer spielen für Kinder und Jugendliche eine wichtige Rolle zur Orientierung. Haben Sie Verständnis dafür und zeigen Sie Interesse. Fragen Sie nach, wofür die Influencerin oder der Influencer, den Ihr Kind mag, bekannt ist? Was macht sie oder er für Videos und was gefällt Ihrem Kind daran?

Für Kinder und Jugendliche spielt es auch eine große Rolle, welche Apps Gleichaltrige nutzen. Sie möchten dazugehören und sich ein Stück weit von den Erwachsenen abgrenzen. Das ist ganz normal und wichtig für die Entwicklung. Sprechen Sie mit Ihrem Kind und helfen Sie ihm beim Installieren und Einrichten eines Social Media-Accounts. Achten Sie dabei auf die Privatsphäre-Einstellungen.

Gerade bei jüngeren Teenagern sind Plattformen wie TikTok und Twitch beliebt. Bleiben Sie informiert, achten Sie auf die Altersbeschränkungen und halten Sie diese ein. Bei TikTok kann man erst Münzen und somit Geschenke kaufen, wenn man älter als 18 ist. Auch über Twitch laufen die Geldspenden meist über das Paypal-Konto, für das man volljährig sein muss. Denn Minderjährige sind nur eingeschränkt geschäftsfähig. Der sogenannte Taschengeldparagraph regelt, dass Kinder nur Dinge ohne Zustimmung der Eltern kaufen dürfen, wenn sie preislich im Rahmen des zur Verfügung stehenden Taschengeldes liegen.

Damit es dennoch zu keinen bösen Überraschungen auf der Handyrechnung kommt, haben wir für Sie eine Checkliste erstellt, wie Sie In-App Käufe auf dem Gerät Ihres Kindes einschränken könnten.

Mobiles Kinderfernsehen mit der KiKA-Player-App

Videos schauen mit dem Smartphone oder dem Tablet hat viele Vorteile. Man muss sich vor allem nicht nach Programmzeiten im Fernsehen richten. Mit der KiKA-Player-App sucht man sich selbst aus, welche Sendung man gerade schauen möchte.

Kurz gefasst:

  • Kostenlose und werbefreie App für iOS oder Android
  • Geeignet für Kinder von 3 bis 13 Jahren
  • Nutzungsdauer einstellbar
  • Keine Datenweitergabe

Was kann die KiKA-Player-App?

Mit der KiKA-Player-App kann man ein ausgewähltes Programm aus dem Angebot des Kinderkanal auf dem Smartphone schauen. Es richtet sich an Kinder vom Vorschulalter bis ca. 13 Jahren. Mit der Möglichkeit, verschiedene Profile für mehrere Kinder anzulegen, kann die App passende altersgerechte Inhalte vorschlagen. In den Profilen können auch die jeweiligen Lieblingsvideos abgespeichert werden. Eltern können mit dem „AppWecker“ durch ein Passwort die Nutzungszeit festlegen, z. B. auf eine Stunde am Tag. Es gibt zudem die Möglichkeit, die App nur auf Videos zu beschränken, die für Vorschulkinder geeignet sind.

Was fasziniert Kinder daran?

Die Bedienung und die Gestaltung sind besonders kinderfreundlich. Jedes Kind kann seinen eigenen Avatar und die Lieblingsfarbe auswählen. Kinder vom Vorschulalter bis ins Schulalter finden hier die beliebten und altersgerechten Angebote, die sie aus dem KiKA kennen – von Shaun das Schaf über logo! bis zu Schloss Einstein. Der KiKA-Player ist die Erweiterung der KiKANiNCHEN-App, die für “Medieneinsteiger” zwischen ca. 3 bis 5 Jahren gedacht ist.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Bisher funktioniert die KiKA-Player-App nur online. Die Möglichkeit, einzelne Videos herunterzuladen bzw. für die (spätere) Offline-Nutzung zu speichern, wie es bei anderen Mediatheken im Netz der Fall ist, gibt es derzeit nicht. Ständig mit dem Internet verbunden zu sein, kann leicht zur Ablenkung führen. Schon Erwachsenen fällt es manchmal schwer, sich nicht im Internet zu verlieren und dabei die Zeit zu vergessen. Für Kinder ist es meistens noch schwieriger, die Zeit im Blick zu behalten. Immer neue Vorschläge, was man als nächstes ansehen kann, können überfordern und Stress auslösen.

Wer ist der Anbieter?

KiKA ist ein Fernsehprogramm speziell für Kinder von ARD und  ZDF. Damit gehört der Sender zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk und kann sich ohne Werbung finanzieren.

Der Kinderkanal versucht sowohl Unterhaltung, Informationen und Kinderrechte für Kinder zugänglich zu machen.

Alle Nutzungsdaten werden anonymisiert, gesammelt und ausgewertet. Persönliche Daten werden mit dieser Voreinstellung nicht an den KiKA oder an Dritte weitergegeben, wenn Sie das nicht ändern. Sie können die Datenauswertung im Erwachsenenbereich der App unter dem Punkt Datenschutz auch vollständig deaktivieren.

Was sollten Eltern beachten?

Achten Sie darauf, dass Sie mit dem WLAN verbunden sind, wenn Sie die App nutzen, denn sie funktioniert nur online.

Entdecken Sie gemeinsam mit Ihrem Kind das Angebot und finden Sie heraus, welche Sendungen ihm am besten gefallen. Legen Sie feste Tageszeiten fest, an denen die Videos geschaut werden dürfen, damit Ihr Kind auch ausreichend medienfreie Zeit mit Ihnen oder mit Gleichaltrigen verbringen kann.

Skills – Nützliche Zusatzfunktionen für Sprachassistenten

„Alexa, schalte das Licht an!“ Digitale Sprachassistenten helfen vielen Familien in der Organisation ihres Alltags. Sie tragen Namen wie Alexa, Echo, Siri oder Cortana und werden über sogenannte intelligente Lautsprecher oder Smartphones genutzt.

Um die Nutzung der Sprachassistenten an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, können sogenannte „Skills“ aktiviert werden. Skills sind, ähnlich wie Apps auf Smartphones, kleine Hilfsprogramme von Drittanbietern. Je nach Gerät werden sie auch als „Actions“ (Google) oder „Zusatzbefehle“ (Apple) bezeichnet. Genutzt werden Skills ebenfalls über Sprachbefehle.

Mit ihnen erhalten die Sprachassistenten zusätzliche Funktionen und können somit individuell genutzt werden. Smart-Home Skills sorgen z. B. dafür, dass man Lampen, Thermostate oder den Fernseher mithilfe der Sprachassistenten steuern kann. Mit Service-Skills können Dienstleistungen in Anspruch genommen werden. So kann man sich eine passende Zugverbindung suchen, eine Pizza beim Lieferdienst bestellen oder die Tagesnachrichten anhören. So ein Sprachbefehl lautet z. B.: „Alexa, frage Deutsche Bahn nach einer Verbindung von Berlin nach München morgen um 12 Uhr”

Inhalte für Kinder

Die Auswahl an Skills ist groß. Nicht nur für Erwachsene sind Skills praktische Unterstützer für den Alltag. Auch für Heranwachsende gibt es ein vielfältiges Angebot. Kinder können z. B. über Lern-Skills spielerisch etwas über die Länder der Erde lernen oder interaktive Hörgeschichten ihrer Lieblingscharaktere anhören. Viele Unternehmen, aber auch öffentlich-rechtliche Sender, stellen ihr Angebot in Form von Skills zur Verfügung, wie z. B. die Kindernachrichten von KiRaKa oder Mikado. Die Vielfalt an kindgerechten Skills eröffnet auch für Familien viele Anwendungsmöglichkeiten. Stundenplan-Skills informieren Eltern und Kinder schnell und unkompliziert. Mit dem Zähneputzen-Skill wird die tägliche Routine erleichtert. Auch gemeinsame Spiele über Skills mit digitalen Würfelbechern oder imaginären Memory-Karten können den Familienalltag bereichern. So besteht beispielsweise beim Memory ein Paar immer aus zwei gleichen Geräuschen und ist nummeriert, damit eine Zuordnung mündlich erfolgen kann.

Datenschutz, Privatsphäre und Kosten

Bei der Nutzung von Sprachassistenten und Skills sollte man sich bewusst sein, dass diese im eingeschalteten Zustand immer mithören. Somit werden sehr viele persönliche Daten und Informationen gesammelt. Wie diese gespeichert und verarbeitet werden, hängt vom jeweiligen Anbieter ab und wird nicht immer transparent kommuniziert. Bei einigen Anbietern können die Verläufe der Sprachaufnahmen gelöscht werden. Lesen Sie mehr in unserem Beitrag Smarter Familienalltag mit Alexa & Co.?.

Die Datenverarbeitung der einzelnen Skills sollte ebenfalls beim jeweiligen externen Anbieter vor der Installation geprüft werden. Denn mit Nutzung der Skills stimmt man der Übermittlung der Nutzungsdaten an den Drittanbieter zu. Bei der Auswahl sollte sich daher gut informiert werden.

Skills sind zum großen Teil kostenlos erhältlich. Inzwischen gibt es aber vereinzelt sogenannte In-Skill-Käufe. Das sind, ähnlich wie bei Apps, erweiterte Funktionen, die kostenpflichtig sind. Bei der Suche nach Skills für Kinder sollten Sie darauf achten.

Was Eltern beachten sollten

So hilfreich die digitalen Helfer auch sind, sollte man sich trotzdem vor jeder Aktivierung genau informieren. Es gibt eine große Auswahl an Erweiterungen. Manche Skills erscheinen auf den ersten Blick in Ordnung, mit ihnen können aber Inhalte abgerufen werden, die nicht für Heranwachsende geeignet sind. Deshalb empfiehlt sich auch eine Absicherung nicht-jugendfreier Inhalte und Bestellungen über einen Code. Weiterhin sollten die Sprachassistenten über Nacht ausgeschaltet werden, mindestens aber dann, wenn Sie oder Ihre Familie nicht zu Hause ist. Klären Sie Ihr Kind darüber auf, wie Sprachassistenten und Skills funktionieren und welche Nachteile sie mit sich bringen.

Die Tricks von Social Media, um Aufmerksamkeit zu gewinnen

Fragen Sie sich manchmal, warum Ihr Kind sein Smartphone einfach nicht zur Seite legt, obwohl Sie es bereits dreimal darum gebeten haben? Vielleicht haben Sie sich sogar selbst schon dabei erwischt, dass Sie nur kurz etwas nachschauen wollten und zehn Minuten später das Handy immer noch in der Hand haben.

Das liegt zum einen an uns selbst: Social-Media-Angebote sind vielfältig und deswegen spannend für Jung und Alt. Zum anderen möchten die Unternehmen, die hinter den Angeboten stehen, dass wir Zeit mit diesen verbringen. Nur wenn viele Menschen deren Angebote intensiv nutzen, rentiert sich das Ganze für sie. Entsprechend spannend ist es einen genauen Blick auf die Mechanismen von Social Media zu werfen.

Unternehmen wollen uns bei der Stange halten

Eine Strategie, Geld zu verdienen, ist es, personalisierte Werbung zu schalten. Je länger wir ein Angebot nutzen, desto mehr Daten kann die App über unsere Nutzungsgewohnheiten und Interessen sammeln. Deshalb sind Apps und Social-Media-Angebote so programmiert, dass wir sie gerne und viel nutzen.

Manchen Menschen fällt es besonders schwer, das Smartphone auch mal zur Seite zu legen. Einige psychologische Tricks können diesen Effekt sogar noch verstärken. Dazu gehören blinkende Lichter und Soundeffekte, die Signalfarbe Rot, das endlose Scrollen, die Swipe-Funktion und einiges mehr.

Apps und Social-Media-Angebote sind Gute-Laune-Macher

Um negative Gefühle oder Langeweile zu vertreiben, lenken wir uns ab. Süßigkeiten sind z. B. beliebte Gute-Laune-Macher. Durch sie werden im Körper Hormone wie Endorphine ausgeschüttet, die uns positiv stimmen. Auch ein Like auf das neueste Selfie macht glücklich.

Gerade für Jugendliche ist das Wissen dazuzugehören und gemocht zu werden wichtig. Sie sind noch dabei, herauszufinden, wer sie sind. Deswegen steht die Rückmeldung von Gleichaltrigen und Vorbildern an oberster Stelle. Positive Rückmeldungen zu einem Foto oder einem Posting machen also glücklich.

Scrollen und Swipen in bestimmten Apps macht außerdem Spaß oder kann spannend sein. Spielerische Elemente können also auch positive Gefühle auslösen, weshalb man das Smartphone immer wieder in die Hand nimmt. Außerdem sind die aktuellen Postings bei TikTok, Instagram, Snapchat & Co. unterhaltsam. Gerade wenn es Menschen nicht so gut geht, sind Apps und Social Media ein beliebter Weg, sich abzulenken und besser zu fühlen. Die Ursache des unangenehmen Gefühls lösen diese Angebote aber nicht.

Aber auch negative Gefühle wie Stress können mit der Mediennutzung verbunden sein. Junge Menschen haben regelrecht Angst, etwas zu verpassen, weil sie z. B. eine Weile ihre Nachrichten nicht gecheckt haben.

Machen uns Medien abhängig?

Von positiven Gefühlen kann man nicht genug bekommen. Das kann dazu führen, dass manche Menschen das Smartphone ständig in der Hand haben und andere Dinge vernachlässigen. Social-Media-Angebote werden wiederum so entwickelt, dass wir sie gerne und viel nutzen. Das kann im Zusammenspiel zu einem „zu viel“ führen. Zur Sucht gehört aber mehr als eine exzessive Nutzung. Von Sucht spricht man erst, wenn das Verhalten über einen langen Zeitraum (etwa ein Jahr) anhält, die betroffene Person keine Strategien hat, um etwas daran zu ändern und alles andere vernachlässigt.

Wenn Sie oder Ihr Kind also viel Zeit mit dem Smartphone verbringen, sollten Sie wissen, dass Social Media und Apps ein bestimmtes Verhalten unterstützen können. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und überlegen Sie gemeinsam Regeln und Strategien für den Umgang mit Medien und für medienfreie Zeiten.

Hier kommen ein paar Tipps :

  • Vereinbaren Sie, dass Sie innerhalb von Messenger-Chats nicht sofort auf eine Nachricht reagieren müssen. Dabei kann auch helfen, die Lesebestätigung und Benachrichtigungstöne zu deaktivieren. So nehmen Sie sich und Ihrem Kind den Druck, immer umgehend zu antworten.
  • Machen Sie sich und Ihrem Kind bewusst, mit welchen Tricks Unternehmen unsere Aufmerksamkeit gewinnen. Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie in dem Angebot tun wollen. Legen Sie das Handy zur Seite, wenn Sie sich durch alle Neuigkeiten gescrollt haben.
  • Nutzen Sie Einstellungsmöglichkeiten innerhalb der App, z. B. Zeitbeschränkungen oder das Ausstellen von Push-Mitteilungen, um die Zeit, die Sie mit einem Dienst oder dem Handy verbringen, besser kontrollieren zu können.

Die Kindersicherungs-App Kids Zone

Um seine Kinder vor gefährlichen Inhalten oder Kostenfallen zu schützen, gibt es bereits einige Kindersicherungs-Apps. Eine dieser Apps nennt sich Kids Zone. Hier richten Sie ein Profil für Ihre Kinder auf dem Smartphone ein, mit kindersicheren Apps und einer eingeschränkten Bildschirmzeit.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Basisversion, Pro-Version kostenpflichtig
  • nur für Android-Geräte
  • ermöglicht eingeschränkte Nutzung von Apps und Funktionen
  • eher für jüngere Kinder geeignet

Wie funktioniert Kids Zone?

Kids Zone lässt sich auf dem Gerät Ihres Kindes installieren und soll eine sichere Handynutzung ermöglichen. Da man mehrere Profile anlegen kann, können Sie die App auch auf Ihrem Smartphone einrichten, wenn Ihr Kind kein eigenes Gerät nutzt.

Nach dem Erstellen des Profils wählen Sie die Apps aus, die Sie für Ihr Kind freigeben möchten, z. B. Musik-Apps oder Kinderspiele. Einige Apps oder bestimmte Einstellungen können gesperrt werden. In der kostenlosen Basisversion können Sie bis zu sechs Apps sperren. Im Anschluss erstellen Sie eine PIN für das Profil,  um es jeweils aktivieren (Lock Device) oder deaktivieren (Unlock Device) zu können.

Es ist außerdem möglich, eine maximale Nutzungszeit für das Smartphone einzustellen. Nach deren Ablauf sperrt sich das Gerät automatisch und kann nicht mehr benutzt werden.

Anders als bei anderen Kindersicherungs-Apps werden keine Daten über die Nutzungsdauer und verwendeten Apps gespeichert und können im Nachhinein auch nicht eingesehen werden. Zudem werden keine Daten an den Hersteller der App weitergeleitet.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Die Nutzbarkeit des Gerätes wird durch die App sehr stark eingeschränkt und die Zeitlimits müssen immer neu gestartet werden. Außerdem läuft die App etwas ruckelig und das Sperren des Gerätes passiert zeitverzögert.

Für Kinder, die die Funktionen des Smartphones näher kennenlernen wollen, ist die App nicht geeignet, da ein Zugriff auf die Einstellungen nicht möglich ist.

Was meint der Anbieter?

Der kanadische Entwickler der App, Ryan Park, möchte mit Kids Zone eine einfache, sichere und kontrollierte Nutzung des Smartphones ermöglichen. Ein Nutzungsalter ist nicht vorgegeben, die Altersfreigabe im App Store ist drei Jahre.

Dadurch, dass Kids Zone keine Überwachungsmöglichkeit bietet, werden auch keine Daten an den Hersteller weitergeleitet. Die App fordert den Zugriff auf Nutzungsdaten, wie jede App dieser Art, um sehen zu können, welche weiteren Apps genutzt werden. Die Datenschutzerklärung ist vollständig und gut verständlich – allerdings auf Englisch.

Was sollten Eltern beachten?

Kids Zone eignet sich vor allem, wenn Sie Ihrem jüngeren Kind gelegentlich das eigene Handy zum Spielen geben oder, wenn Ihr Kind schon früh ein eigenes Smartphone bekommt.

Kindersicherungs-Apps sind zum Schutz des Kindes gedacht, trotzdem sollten Sie prüfen, welche Apps (Spiele, Musik, usw.) auf dem Smartphone installiert werden. Achten Sie dabei auch auf die Altersangaben. Testen Sie die Apps, die Sie für Ihr Kind freischalten möchten und entscheiden Sie gemeinsam, welche Apps Ihr Kind nutzen kann. Beziehen Sie Ihr Kind auch mit ein, wenn es um die Dauer der Handynutzung geht. Wenn Sie gemeinsam Regeln zur Nutzung des Smartphones festlegen und Ihr Kind diese nachvollziehen kann, kann es sich besser daran halten. Je älter Ihr Kind wird, desto mehr möchte es selbständig ausprobieren. Passen Sie die Einstellungen mit der Zeit entsprechend an und geben Sie Ihrem Kind den nötigen Freiraum.

Smarter Familienalltag mit Alexa & Co.?

Das Hörspiel für das Kind anstellen, die Termine der Familienmitglieder koordinieren, während man das Abendessen zubereitet oder kurz die Lebensmittel für das Wochenende per Zuruf bestellen – all das ist mit dem Einzug von sogenannten Sprachassistenten für einige Familien schon Alltag geworden. Sie heißen Alexa, Siri oder einfach nur Google und werden über das Smartphone oder direkt per Lautsprecher genutzt. Immer mehr Kinder lernen den Umgang damit von klein auf. Am Beispiel von Alexa erklären wir, was dahinter steckt und worauf man achten sollte.

Funktionen und Anwendung

Die digitalen Sprachassistenten funktionieren wie intelligente Lautsprecher mit integriertem Mikrofon. Man spricht sie mit einem Schlüsselwort wie „Alexa“ oder „Echo“ an und sagt dann, was man gern möchte, z. B.: „Alexa, spiel meine Lieblingsmusik!“. Die Übertragung dieses Befehls erfolgt über das Internet. Dazu müssen die Sprachassistenten mit anderen Geräten oder Anwendungen, wie z. B. Musikstreamingdiensten, verbunden sein. Die gesprochenen Worte gelangen über WLAN oder Bluetooth zum Anbieter, um den Befehl umzusetzen. Alexa oder ein anderer Sprachassistent reagiert auch, indem „sie“ z. B. Fragen beantwortet.

Das Gerät hört mit: Privatsphäre und Datenschutz

Möglich ist das, weil mit den Sprachassistenten mehrere Lautsprecher mit Mikrofonen nach Hause kommen. Alexa hört Ihnen 24 Stunden zu, Tag und Nacht. Was passiert mit all den sehr persönlichen Daten und Informationen? Die Datenschutzbestimmungen von Alexa und Co. sind undurchsichtig. Es ist nicht klar, was genau mit vielen privaten Informationen passiert, die der Lautsprecher mithört. Drückt man aktiv „mute“ bzw. die „Mikrofon aus“-Taste am Gerät, zeichnet Alexa laut Amazon nichts auf. Das bedeutet aber, dass sich die Sprachsteuerung nicht mehr aktiv nutzen lässt. Gerade diese Funktion macht Alexa für viele so attraktiv. Möchte man Alexa der praktischen Einfachheit halber per Zuruf etwas fragen, muss man „sie“ immer mithören lassen. Seien Sie sich also bewusst, dass diese Geräte Ihre Privatsphäre und die Ihrer Familie und Gäste potenziell gefährdet. Alle Personen, die sich in Ihrem Zuhause befinden, sollten deshalb auf die Existenz des Geräts hingewiesen werden. Zudem lässt sich der Missbrauch Ihrer Daten durch Dritte wie z. B. Hacker nicht sicher ausschließen. Direkte Befehle an Alexa werden in Form von Audiodateien in einer sogenannten Cloud, also online, abgelegt und können individuell gelöscht werden. Ihre Daten können aber auch auf Servern in Ländern landen, die nicht den Datenschutz-Standards der EU entsprechen. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Alexa persönliche Daten der Nutzer wie Interessen und Lebensumstände sammelt, um personenbezogene Werbung ausspielen zu können.

Nutzung von Sprachassistenten durch Kinder

Für Kinder kann die Anwesenheit von Alexa in der Familie schnell zur Normalität werden, genau wie die Art mit “ihr” zu sprechen. Alexa kann für Ihr Kind durch die Frauenstimme einen lebendigen Charakter entwickeln. Gleichzeitig sollte Sie bedenken, dass Alexa auch ohne die gängigen Höflichkeitsformen wie eine Begrüßung oder ein „Bitte“ und „Danke“ reagiert. Dies könnte Ihr Kind als normalen sozialen Umgang abspeichern. Da Sprachassistenten meist eine weibliche Stimme haben, könnte Ihr Kind außerdem den Eindruck bekommen, dass es normal ist, Frauen Befehle zu erteilen. Ein weiteres Risiko bei aktiven Sprachassistenten besteht darin, dass Ihr Kind aus Versehen Online-Bestellungen macht.

Tipps für die Nutzung in der Familie

Sollten Sie sich für den Einsatz eines intelligenten Sprachassistenten wie Alexa interessieren, besprechen Sie Vor- und Nachteile einer solchen Software mit allen Familienmitgliedern. Jeder sollte mit der Anschaffung einverstanden sein. Trägt ein Familienmitglied oder Freund den Namen „Alexa“, wählen Sie ein anderes Aktivierungswort. Es könnten sonst unbeabsichtigte Anfragen gestartet und ungewollte Einkäufe getätigt werden. Deaktivieren Sie das WLAN am Gerät, wenn Sie es nicht benötigen oder stellen Sie die Mikrofone stumm. Überlegen Sie genau, welche Einstellungen Sie beim Gerät vornehmen und mit welchen anderen Diensten der Sprachassistent verbunden sein soll.

YouTube erklärt mir die Welt – das Videoportal als Nachrichtenquelle

Kinder und Jugendliche möchten die Welt verstehen. Je älter sie werden, desto mehr informieren sie sich in sozialen Netzwerken – auch über aktuelle Nachrichten. Sie schauen sich z. B. Videos von YouTubern LeFloid und MrWissen2Go an, in denen tagesaktuelle Themen zusammengefasst und kommentiert werden. Nachrichtenformate auf YouTube sind bei Jugendlichen vor allem deswegen beliebt, weil sie verständlich, kurz und unterhaltsam aufbereitet sind. Anders als im Fernsehen oder in der Zeitung kann jedoch im Internet quasi jede Person Inhalte hochladen und verbreiten. Wer aber kontrolliert den Wahrheitsgehalt der Inhalte auf YouTube?

Der Erfolg von YouTube-Videos ist von Klicks und Aufrufen abhängig. Je witziger und übertriebener Inhalte dargestellt werden, desto häufiger werden sie geklickt und erreichen mehr Menschen. Die Qualität oder Richtigkeit der Inhalte spielt nicht unbedingt eine Rolle.

YouTube ist kein Bildungsangebot, sondern eine kommerzielle Plattform von Google. Die Inhalte kommen nicht von Google, sondern von den Nutzern und Nutzerinnen selbst. Täglich werden tausende Videos hochgeladen. Auch Falschmeldungen können darunter auf YouTube landen und so lange sichtbar bleiben, bis YouTube auf sie aufmerksam (gemacht) wird und diese prüfen lassen kann.

Meinungsmache auf YouTube

Manche YouTuber und YouTuberinnen lassen gern ihre persönliche Meinung zu aktuellen Themen einfließen. Das ist für junge Menschen natürlich besonders spannend, da sie sich selbst eine Meinung bilden wollen. Allerdings lassen sie sich auch schnell beeinflussen. Manche Leute nutzen das aus und wollen vor allem junge Menschen von ihrer Meinung überzeugen. Kinder und Jugendliche können auf YouTube deshalb mit populistischen und extremistischen Inhalten in Berührung kommen. Auch die Kommentarfunktion wird dazu genutzt, Falschmeldungen und Propaganda-Kanäle zu streuen.

Soll man das Gesagte nun glauben oder nicht? Einige Fragen können dabei helfen, es einzuordnen: Was die Hauptaussage des Videos? Fühle ich mich durch das Video informiert oder bin ich aufgewühlt? Wird schlechte Stimmung gegen bestimmte Personen oder Gruppen gemacht? Um die Gefühle der Zuschauenden zu beeinflussen, werden z. B. dramatische Musik oder schockierende Bilder verwendet. Wenn es keine Information dazu gibt, von wem das Video gemacht wurde und woher das Wissen ist, sollten man skeptisch sein und versuchen, die Aussagen zu prüfen. Hier erfahren Sie mehr zu den Methoden von Hasspropaganda.

Die Technik bestimmt mit, was man sieht

Man entscheidet nicht allein, welche Videos bei YouTube angezeigt werden. Je nachdem, nach welchen Begriffen man schon gesucht und welche Videos man sich angesehen hat, schlägt YouTube andere Videos vor, die einem deshalb gefallen könnten. Das ist so programmiert. Dadurch kann ein einseitiges Weltbild entstehen, weil andere Sichtweisen und Informationen weniger präsent sind..

Machen Sie Ihr Kind fit!

Trotz dieser Risiken, sollten Sie Ihr Kind dabei unterstützen, sich über das Weltgeschehen zu informieren. Wenn Sie selbst auf dem Laufenden sind, können Sie seine Fragen vielleicht selbst beantworten. Oder Sie recherchieren gemeinsam nach Antworten. So lernt Ihr Kind, worauf man achten muss, wenn man nach Informationen im Netz sucht und wie sie einzuordnen sind. Im Beitrag “Alles Fake? Falschmeldungen erkennen” finden Sie Tipps dazu. Gute Quellen sind in der Regel die Angebote der öffentlich-rechtlichen Medien, da diese bestimmte journalistische Kriterien erfüllen müssen. Auch diese finden Sie bei YouTube – z. B. in den verschiedenen Formaten von funk, die besonders auf die Interessen von Menschen zwischen 14 und 25 Jahren zugeschnitten sind.

Das Bedürfnis, sich zu informieren und eine eigene Meinung zu entwickeln, ist wichtig für Kinder und Jugendliche, um die Gesellschaft einmal als erwachsener Mensch mitgestalten zu können. Auch für die Schule kann YouTube sinnvoll genutzt werden.

Medien selber machen?!

Bilder malen, kneten oder aus Kastanien lustige Figuren basteln… Das sind typische Dinge, die Sie wahrscheinlich auch schon mit Ihren Kindern zu Hause gemacht haben. Aber Medien selber machen?! Typischerweise guckt man die doch nur oder spielt vielleicht mal ein Computerspiel. Dabei ist es gar nicht so schwer, kreativ zu werden und gemeinsam etwas zu produzieren. Und Spaß macht es auch!

Heute gibt es in jedem Haushalt mindestens ein Smartphone. Auch Tablets sind in vielen Familien vorhanden. Diese Geräte bieten unzählige Möglichkeiten zur Medienproduktion, die man einfach mal ausprobieren kann, weil sie meist gar nicht kompliziert sind. Smartphone und Tablet besitzen mindestens eine Kamera und ein eingebautes Mikrofon. In den App-Stores gibt es außerdem jede Menge Apps zur kreativen Gestaltung – für die Bildbearbeitung und zur Erstellung von Fotocollagen, um Trickfilme zu produzieren und Videos zu schneiden, zum Malen und Hörspiele machen und vieles mehr.

Indem man Medien selbst produziert, kann man eine Menge lernen und viel Spaß haben – und zwar Kinder und Erwachsene! Man lernt die technische Handhabung der Geräte und wie bestimmte Medien gemacht sind. Man erfährt, dass es ein bisschen Zeit braucht, bis ein Produkt so aussieht, wie man es sich vorstellt. Dabei ist Medienmachen nicht nur etwas für die Älteren. Schon Kindergartenkinder können einfache Trickfilme drehen oder Fotos bearbeiten. Vielleicht entdecken Sie dabei auch bisher verborgene Talente bei Ihrem Kind.

In den Beiträgen unterhalb dieses Artikels finden Sie unsere Anleitungen zum Medienmachen, um das gemeinsam mit Ihren Kindern auszuprobieren.

Aufgepasst: Rechtliche Hinweise für die Social-Media-Nutzung

Instagram, WhatsApp, YouTube – das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Wer Social Media nutzt, sollte sich einiger rechtlicher Bedingungen bewusst sein, die es beim Hochladen von Fotos, Teilen von Artikeln und dem Schutz der eigenen Daten zu beachten gibt. Sie als Eltern sollten Ihre Kinder frühzeitig mit den Regeln im Netz vertraut machen und mit gutem Beispiel vorangehen.

Datenschutz – Meine eigenen Daten

Wenn Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten im Internet begleiten, können Sie es altersgerecht an einen richtigen Umgang mit personenbezogenen Daten heranführen. Beim Verstehen helfen anschauliche Vergleiche: Ihr Kind möchte nicht, dass sein Geheimnis in der Klasse ausgeplaudert wird. Dann sollte es so wenig Leuten wie möglich davon erzählen – auch nicht bei WhatsApp. Empfehlen Sie Ihrem Kind, so wenig wie möglich von sich im Netz preiszugeben und sich jedes Mal vorher zu fragen, ob es wirklich nötig ist, diese Information zu teilen. Das gilt für den vollständigen Namen, die Telefonnummer, Adresse oder das Geburtsdatum, aber auch für Bilder, Videos, Messenger-IDs, standortbezogene Daten oder Passwörter. Auch persönliche Daten anderer Personen dürfen nicht einfach weitergegeben werden.

Erklären Sie Ihrem Kind, welche Berechtigungen es bestimmten Apps geben sollte und welche lieber nicht. Zum Beispiel braucht nicht jede App unbedingt die Standortinformation oder Zugriff auf das Mikrofon. Sehen Sie sich deshalb unbedingt zusammen die Voreinstellungen in jeder App an, die Sie oder Ihr Kind zum ersten Mal nutzen und deaktivieren Sie diese.

Urheberrecht – Die Rechte von anderen

Vor allem bei YouTube und TikTok finden sich zahlreiche Inhalte, die Personen zwar hochgeladen, aber nicht selbst erschaffen haben. Sie besitzen häufig nicht die Rechte an den Inhalten. Solche geschützten Werke sind im urheberrechtlichen Sinne z. B. Musikstücke, Filme, Texte, Fernsehsendungen, Computerprogramme oder Grafiken. Es kann problematisch sein, solche Inhalte öffentlich ins Netz zu stellen und Klagen mit sich bringen. Häufig ist die private Nutzung ohne Zustimmung erlaubt. Grundsätzlich gilt aber die Regel: Wer fremde Werke online stellen will, muss den Rechteinhaber fragen. Das gilt für das Lieblingslied, das Ihre Tochter in ihrem Tanzvideo auf YouTube stellen möchte ebenso wie für ein Bild vom Lieblingsfußballspieler, das Ihr Sohn für seinen Instagram-Account ausgesucht hat.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Ihre Kinder und Sie nichts mehr ins Netz stellen dürfen, was sie nicht selbst erschaffen haben. Es gibt zahlreiche Inhalte im Netz, die eine freie Lizenz haben und so von jedem genutzt und verbreitet werden dürfen. Häufig erkennt man diese auch am CC-Logo. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag.

Recht am eigenen Bild

Das Recht am eigenen Bild ist Teil des Persönlichkeitsrechts, das jedem zusteht – auch minderjährigen Kindern. Es besagt, dass eine Abbildung, bspw. ein Foto, nur verbreitet oder veröffentlicht werden darf, wenn die Person, die darauf zu sehen ist, ihre Einwilligung gegeben hat. Das gilt auch für Fotos von Ihrem Kind. Das betrifft die Veröffentlichung eines Fotos in einem Sozialen Netzwerk ebenso wie das Verschicken per Messenger-App.

Vereinbaren Sie Regeln in der Familie und mit Freunden, was das Weiterleiten von Fotos angeht. Gehen Sie außerdem die Einstellungsmöglichkeiten der Apps durch, über die Sie Fotos verschicken oder sogar veröffentlichen. Prüfen Sie, wer Ihre Fotos, z. B. in Storys oder Ihrem Profilbild, sehen kann und nutzen Sie die Privatsphäre-Einstellungen.

Wann ist viel zu viel? Zwischen Sucht und extremer Mediennutzung

Nicht selten führt die Nutzung von Handy, Tablet und Co. zum Streit in der Familie. Bestimmt kennen auch Sie die Diskussionen darüber, wie lange Ihr Kind noch am Tablet spielen darf. Viele Eltern machen sich Sorgen, dass es ungesund ist, wenn ihr Kind zu viel Zeit mit digitalen Medien verbringt. Doch ab wann ist viel zu viel und ständige Mediennutzung schon Sucht?

Warum verbringen Kinder und Jugendliche oft so viel Zeit im Internet?

Abgesehen vom Spaßfaktor gibt es einige psychologische Aspekte, die es uns schwer machen, das Tablet oder die Spielekonsole wieder beiseite zu legen. Ein Beispiel: Viele Computerspiele, ob über das Smartphone oder an der Konsole, haben kein festgelegtes Ende. Die Dinge, die wir im Alltag machen, haben meist ein Anfang und Ende und wir wenden uns danach etwas anderem zu. Bei Games ist das meistens nicht so. Ihr Kind könnte theoretisch endlos von Level zu Level weiterspielen. Jedes Level wird anspruchsvoller und Ihr Kind bekommt den Ehrgeiz, auch das nächste Level zu schaffen.

Ähnlich ist es bei Messenger-Diensten und sozialen Netzwerken. Über WhatsApp, Instagram usw. sind wir immer erreichbar und können jederzeit schnell und einfach mit anderen kommunizieren. Die sozialen Medien sind extra darauf angelegt, uns lange auf der Plattform zu halten, indem man durch das Scrollen immer wieder (neue) Informationen bekommt. Durch das Anzeigen von bestimmten Beiträgen wird versucht, die eigene Stimmung zu beeinflussen. Und wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter ein Bild auf Instagram postet und darauf Likes und positive Kommentare erhält, wirkt dies wie eine soziale Belohnung. Es aktiviert die gleichen Areale im Gehirn wie das Essen von Süßigkeiten oder Drogenkonsum.

Worauf sollten Eltern achten?

Gleich vorweg gesagt: Eine “Internet-Sucht” gibt es nicht! Doch bestimmte Dinge und Aktivitäten im Internet können abhängig machen. Von Sucht zu sprechen ist aber oft gar nicht richtig, weil dazu mehr gehört als viel  Zeit mit einer Sache zu verbringen. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, lesen Sie diesen Beitrag von Quarks.

Sie als Elternteil sollten sich bewusst sein, dass bei Kindern und Jugendlichen phasenweise eine exzessive Nutzung von bestimmten Medien nicht ungewöhnlich ist. Wenn Ihnen das Verhalten von Ihrem Kind im Umgang mit bestimmten Medien jedoch über einen längeren Zeitraum auffällig vorkommt und Ihnen Sorgen bereitet, sollten Sie Ihr Kind gut beobachten und gegebenenfalls handeln.

Der wichtigste Tipp zum Umgang mit Medien ist: Reden Sie mit Ihrem Kind darüber, welche Medien es nutzt und warum. Zeigen Sie Interesse und bleiben Sie im Gespräch, welches Lieblingsspiel Ihr Kind aktuell hat, welche Videos es gerne guckt, auf welchen Plattformen es unterwegs ist und was daran so toll ist. Der gemeinsame Austausch kann problematischem Verhalten vorbeugen. Erklären Sie Ihrem Kind, mit welchen Mitteln Plattformen wie Instagram arbeiten, um Nutzer so lange wie möglich aktiv bei sich zu halten.

Wenn Ihnen die Mediennutzung Ihres Kindes unkontrolliert und zu viel vorkommt, Ihr Sohn lieber vor dem Bildschirm sitzt als sich mit Freunden zu treffen, sollten Sie gemeinsam feste Medienzeiten vereinbaren. Auch extreme Stimmungsschwankungen vor, während und nach der Nutzung bestimmter Medien oder das Vernachlässigen von Schule und Freunden sind ein Hinweis auf eine problematische Nutzung. Es kann auch bedeuten, dass Ihr Kind noch nicht soweit ist, Medien ganz eigenständig zu nutzen. Was nicht bedeutet, dass Medien tabu sein sollten. Begleiten Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung und vereinbaren Sie Regeln, wann es welche Medien nutzen kann.

Sollten Sie gar nicht mehr weiterwissen und das problematische Verhalten Ihres Kindes anhalten, haben Sie und Ihr Kind auch jederzeit die Möglichkeit, Suchtberatungsstellen aufzusuchen.

Sie sollten außerdem beobachten und nachforschen, ob hinter einer ständigen Mediennutzung möglicherweise andere Gründe stecken. Vielleicht möchte sich Ihr Kind z. B. mit Computerspielen von anderen Problemen ablenken. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Kind und lassen Sie sich wenn nötig von außen helfen!

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