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Meinungsbildung im Netz – Safer Internet Day 2021

Der Safer Internet Day findet jedes Jahr im Februar statt und steht für Online-Sicherheit und ein besseres Internet für Kinder und Jugendliche. An diesem weltweiten Aktionstag finden online und offline Veranstaltungen statt, die dazu beitragen sollen, dass alle das Internet sicher nutzen können. In Deutschland werden die Angebote bei klicksafe gebündelt.

Im Jahr 2021 steht der SID unter dem Motto “Was glaube ich? – Meinungsbildung zwischen Fakt und Fake“ – ein Thema, das auch auf dem Elternguide immer wieder eine Rolle spielt. Die wichtigsten Artikel haben wir für Sie zusammengefasst:

Meinungsmache im Netz – Was steckt dahinter?

Alles fake? Falschmeldungen erkennen

Nachrichten, die als echte Meldung getarnt sind, gibt es mittlerweile in Unmengen. Sie sollen unsere Meinung über bestimmte Dinge beeinflussen. Wichtig ist, erkennen zu können, was echt und was nur geschwindelt ist! Besonders bei sogenannten Deep Fakes ist das schwierig. Das sind Bilder oder Videos, die technisch so verändert werden, dass sie absolut echt wirken.

Hetze im Netz

[Dieser Beitrag ist auch als eingesprochene Audiofassung verfügbar.]

Hate bzw. Hetze wird ebenfalls zur Meinungsmache genutzt. Wenn diejenigen, die ihre Meinung äußern, in Kommentaren fertig gemacht werden, trauen sie sich bald nicht mehr, etwas zu sagen. Oder die heftigen Kommentare selbst führen dazu, dass Menschen in ihrer Meinung beeinflusst werden. Ganz bewusst machen das sogenannte Trolle, denen wir einen eigenen Artikel gewidmet haben: Trolle und Hater – Anonyme Angriffe im Netz.

Verschwörungsmythen

Eine besondere Form von Meinungsmache sind Verschwörungserzählungen. Wenn Dinge schwer zu begreifen sind, wie z. B. aktuell das Coronavirus, verbreiten sich solche Unwahrheiten oder Halbwahrheiten besonders schnell und können dazu führen, dass Fakten und damit verbundene Regeln nicht mehr ernst genommen werden.

Extremismus im Netz

Es gibt extreme politische Meinungen, die gegen unser Grundgesetz verstoßen. Sie richten sich oft gegen bestimmte Menschengruppen. Schon junge Menschen sollen über beliebte Social-Media-Kanäle beeinflusst werden, sich ihrer Meinung anzuschließen.

Dark Social

Solche Extremisten nutzen teilweise versteckte Kommunikationswege, um ihr Gedankengut zu verbreiten. Das kann gefährlich sein!

Gangsterrap

Besonders Jugendliche identifizieren sich mit Rappern und ihren Texten. Aber nicht alle sind harmlos. Einige Texte richten sich gegen bestimmte Menschengruppen oder vermitteln fragwürdige Werte. Man sollte also genau hinhören!

Wie können Kinder und Jugendliche unterstützt werden, Meinungsmache zu erkennen und ihr zu begegnen?

Medienkompetenz

Um Meinungsmache zu erkennen, ist Wissen und Know-How wichtig. Vieles davon lässt sich unter Medienkompetenz zusammenfassen. Hier erklären wir, was genau sich hinter dem Begriff verbirgt.

Nachrichten für Kinder und Jugendliche

Fake News und andere Meinungsmache im Internet ist oft einfach formuliert und kann deshalb auch Kinder und Jugendliche ansprechen. Wenn Sie mit Ihrem Kind altersgerechte Nachrichten schauen, weiß es über vieles Bescheid und kann Falschmeldungen besser von der Wahrheit unterscheiden.

YouTube erklärt mir die Welt

Auch auf dem beliebten Videoportal gibt es viele informative Inhalte. Gerade Schülerinnen und Schüler nutzen sie gerne zum Lernen. Doch nicht alle Videos sind gut recherchiert und sachlich richtig. Ihr Kind sollte wissen, wie es gute Videos erkennt.

Eltern fragen: Wie kann ich mein Kind vor Hate Speech schützen?

In diesem Video spricht unser Experte Fabian darüber, was Sie als Eltern tun können, wenn Ihr Kind im Netz mit Hate Speech konfrontiert wird.

Kinderbeteiligung im Netz

Auch Kinder haben schon eine eigene Meinung und sollten diese äußern können. Vor allem sollten sie wissen, wie sie das Netz sicher nutzen können, um sich zu informieren und zu beteiligen.

Von Likes bis zur Bewegung

Jugendliche können Meinungsmache mit einer eigenen starken Meinung entgegentreten. Der Artikel erklärt, welche Möglichkeiten es für junge Menschen gibt, sich einzumischen und zu engagieren.

Von Likes bis zur Bewegung – wie sich Jugendliche online beteiligen können

Jugendliche wollen ihre Meinung sagen und dass ihnen zugehört wird. Sie möchten mitreden und mitentscheiden. Das Internet bietet jungen Menschen verschiedene Möglichkeiten, sich einzumischen und zu engagieren.

Warum ist es Jugendlichen wichtig sich zu beteiligen?

Die allermeisten Jugendlichen interessieren sich für politische Themen, wie z. B. Umweltschutz, Rechte im Internet oder der Kampf gegen Rassismus. Politisch sind aber auch solche Themen, die auf den ersten Blick gar nicht so wirken: Wer sich für für Mode interessiert, kann sich dafür einsetzen, dass diejenigen, die die Kleidung herstellen, fair behandelt und bezahlt werden.

Leider findet die Meinung Jugendlicher viel zu selten Gehör. Sie sind bei Wahlen nur in einigen Bundesländern ab 16 Jahren stimmberechtigt und haben auch in anderen Bereichen wenig Mitspracherecht. Das trägt dazu bei, dass viele Jugendliche nicht motiviert sind, sich politisch zu engagieren. Sie denken, dass ihre Stimme nicht viel bewirken kann. Dabei wünschen sich die meisten Jugendliche mehr Beteiligung. Das Internet bietet ihnen dafür verschiedene Möglichkeiten.

Was bedeutet Beteiligung im Netz genau?

Beteiligung – oder auch Partizipation – im Netz ist ein sehr weiter Begriff. Es kann bedeuten, in Gesprächen zu diskutieren, etwa mit Freunden im WhatsApp-Chat, oder ein Bild mit einer politischen Aussage auf Instagram zu liken oder zu teilen. Eine weitere Möglichkeit der Online-Beteiligung ist, aktiv politische Inhalte zu posten, wie z. B. ein kurzes Statement zu einem aktuell diskutierten Thema auf TikTok

Voraussetzung dafür ist, dass sich Jugendliche für etwas interessieren. Oft sind Interessen schon da, aber nicht allen Jugendlichen ist das bewusst. Es fehlen Gelegenheiten, sich über bestimmte Themen auszutauschen oder das Wissen über Beteiligungsmöglichkeiten.

Beteiligung beginnt damit, sich zu informieren und sich dadurch eine eigene Meinung zu einem Thema zu bilden. Das kann in der Schule passieren, aber auch in der Familie im Freundeskreis oder auf YouTube. Das Internet ist für meisten Jugendlichen der wichtigste Ort für die Beschäftigung mit ihren Themen. Es bietet zwar viele Möglichkeiten dazu, aber auch Risiken, weil auch extremistische Gruppen das Internet für ihre Ansprachen nutzen. Teilweise werden von betrügerischen Angeboten sogar vermeintliche Anliegen wie Tierschutz angegeben, um Jugendliche zu ködern. Außerdem sind Verschwörungsmythen und Fake News im Umlauf, auf die Jugendliche bei ihrer Suche nach Informationen treffen. Deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, wie und wo man sich informiert. Verschiedene Internetangebote können helfen, das Interesse für Beteiligung zu wecken und dienen als gute Quelle, um sich eine Meinung zu bilden. Ein konkretes Angebot für Jugendliche ist z. B. das junge Magazin Fluter von der Bundeszentrale für politische Bildung

Außerdem kann man sich online mit anderen politisch Interessierten vernetzen. Soziale Netzwerke werden genutzt, um sich zu organisieren und Veranstaltungen zu planen, wie Treffen, Demonstrationen oder andere Aktionen. Fridays for Future oder Save the Internet sind Beispiele dafür, wie engagierte junge Menschen das Internet für ihre Bewegung nutzen. 

Welche Angebote gibt es für Jugendliche zur Beteiligung im Netz?

Beteiligung im digitalen Raum findet meistens in den sozialen Netzwerken statt. Auf Facebook gibt es viele Gruppen, die sich für bestimmte Anliegen einsetzen. Hier hilft eine einfache Suche nach entsprechenden Gruppen. Bei Facebook gibt es auch Gruppen der Jugendorganisationen von Parteien oder von gemeinnützigen Vereinen. 

Partizipation ist auch über Apps und Plattformen wie z. B. PlaceM möglich, Mit dieser App können sogenannte “Places” erstellt werden, an denen die Beteiligung gestärkt werden soll. Das kann der Stadtteil, die Kommune, die Klasse oder der Sportverein sein. Beteiligung wird hier vor allem über Umfragen realisiert. Bei Teilnahme werden die Beteiligten mit Punkten belohnt. Eine andere Plattform für Jugendbeteiligung ist OPIN, die die Beteiligung von Jugendlichen in Europa fördern soll. Auch Plattformen wie adhocracy fördern eine digitale Beteiligung. Außerdem können Jugendliche an ePetitionen teilnehmen oder selbst welche erstellen. Das funktioniert mit WeAct von campact oder mit openPetition. Auf der Plattform jugend.beteiligen.jetzt können Sie sehen, wo es in Deutschland für (digitale) Jugendbeteiligung gibt.

Was können Sie als Eltern tun, um Ihr Kind beim Engagement zu unterstützen?

Nehmen Sie die Interessen Ihres Kindes ernst, auch wenn sie Ihnen vielleicht fremd erscheinen. Unterstützen Sie, wenn sich Ihr Kind für ein bestimmtes Thema interessiert. Zeigen Sie ihm Möglichkeiten auf, sich zu informieren. Gleichzeitig ist es wichtig, auf Gefahren hinzuweisen, auf die Ihr Kind bei der Suche nach Informationen stoßen kann. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in unseren Beiträgen Alles fake? Falschmeldungen erkennen und Extremismus im Netz

Wenn Ihr Kind sich für etwas engagieren möchte, sprechen Sie mit ihm über Möglichkeiten und recherchieren Sie gemeinsam, z. B. nach (Jugend-)Initiativen und Organisationen. Die entsprechenden Seiten sind über Suchmaschinen meistens schnell zu finden. Wichtig ist es, dass Sie Ihrem Kind zu verstehen geben, dass es etwas bewirken kann, und dass es wichtig ist, die eigene Meinung zu vertreten.

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