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Flirten und Dating im Netz

Freundschaften im Leben Ihres Kindes sind wichtig und werden mit der Zeit immer enger. Irgendwann kommt das Verliebtsein dazu und erste Beziehungen werden geführt. Welche Rolle das Smartphone und bestimmte Apps für das Kennenlernen und den regelmäßigen Kontakt spielen, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Welche Apps werden zum Flirten und Kontakthalten genutzt?

Beim Thema Flirten denkt man zuerst an spezielle Dating-Apps. Um Kontakt mit Gleichaltrigen zu halten, nutzen viele Jugendliche aber vor allem die vertrauten Plattformen wie WhatsApp oder Instagram: Man kennt sich aus der Schule oder vom Sportverein. Außerhalb von Schule und Training werden Messenger oder Social-Media-Dienste genutzt, um sich näher kennenzulernen. Man kann z. B. ganz unauffällig verfolgen, was der neue Schwarm bei Instagram postet. Man fühlt sich der ersten Freundin näher, wenn sie abends vor dem Schlafen noch einen lieben Gruß per WhatsApp verschickt.

Dating-Apps oder Online-Singlebörsen werden für Jugendliche nach und nach interessant – etwa ab 14 Jahren. Es gibt allerdings nur wenige Kontaktportale, die sich an Jugendliche richten oder für sie geeignet sind, da sich hier vor allem Personen ab Ende 20 tummeln. Die meisten Communities erlauben die Teilnahme auch erst ab 18 Jahren. Nur wenige Flirtseiten – wie Jappy oder Kwick – bieten ihren Service schon für jüngere Jugendliche an.

Mit Apps wie Tinder, Lovoo usw. soll man Menschen in der Nähe oder mit ähnlichen Interessen kennenlernen. Da sie oft spielerisch aufgemacht sind, sind sie auch für Jugendliche spannend: Man bekommt ein Bild von einer anderen bei der App registrierten Person angezeigt und entscheidet durch einen Wisch nach links oder rechts, ob man sie attraktiv findet. Bei Tinder darf man sich erst anmelden, wenn man mindestens 18 Jahre alt ist. Lovoo ist schon für 16-Jährige erlaubt. Eine Kontrolle, ob man wirklich so alt ist, findet bei diesen Apps allerdings nicht statt.

Welche Risiken gibt es?

Gerade beim Flirten über das Internet ist Vorsicht geboten, weil man sein Gegenüber nicht sieht. Man weiß nicht, ob stimmt, was eine Person über sich schreibt und welche Interessen wirklich dahinterstecken. Jede und jeder kann sich bei einem Portal oder einer Social-Media-Plattform anmelden – ob volljährig oder nicht. Wenn man Kontakt mit Fremden aufnimmt, besteht die Gefahr des Cybergroomings, also das Anbahnen von sexuellen Beziehungen mit Minderjährigen. Lesen Sie dazu mehr in unserem Beitrag.

Wenn Jugendliche anfangen, sich zu verlieben und erste Beziehungen führen (wollen), besteht auch die Gefahr von Sexting und Cybermobbing: Einige Jugendliche lassen sich schnell dazu überreden, freizügige Bilder von sich zu verschicken, ohne sich den Konsequenzen und Gefahren bewusst zu sein.

Worauf sollten Sie und Ihre Kinder achten?

Auch wenn man die Person kennt, mit der man über einen solchen Dienst chattet, sollte man darauf achten, was man schreibt und welche Fotos man von sich verschickt. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass Inhalte im Netz auch ungewollt schnell weiterverbreitet werden können.

Egal, welche App Ihr Kind für die Kommunikation nutzt, weisen Sie es auf die Privatsphäre-Einstellungen hin. Am besten gehen Sie diese gemeinsam durch und überlegen, welche Einstellungen sinnvoll sind. Wenn Ihr Kind z. B. Instagram nutzt, sollte es ein privates Profil erstellen, so dass Inhalte nur von Bekannten gesehen werden und Fremde keine Nachrichten schreiben können.

Nutzt Ihr Kind Snapchat? Hier gibt es die spannende Funktion, Fotos zu verschicken, die nach dem Lesen anscheinend automatisch gelöscht und nicht lokal auf dem Gerät des Empfängers oder der Empfängerin gespeichert werden. Aber Vorsicht, denn z. B. ein leichtsinnig verschicktes Bild mit unvorteilhaften oder sexuellen Inhalten könnte vom Gegenüber per Screenshot abfotografiert und später missbraucht werden. Mehr dazu in unserem Beitrag zu Sexting. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über dieses Thema, bevor es eine solche App verwendet.

Achten Sie außerdem darauf, dass die Standort-Funktion von Kommunikations- und Dating-Apps ausgeschaltet ist. Diese ist besonders gefährlich, da fremde (oder unerwünschte) Personen einen aufspüren können.

Bevor sich Ihr Kind mit einer noch unbekannten Person trifft, kann man sich bei einem Telefonat kennenlernen. Um sicherzugehen, dass niemand Böses hinter einem Online-Flirtversuch steckt, sollte man sicherheitshalber mit unterdrückter Nummer anrufen.

Wenn es zu einem Treffen kommen soll, sollte immer eine erwachsene Person Bescheid wissen. Diese kann dann z. B. mit zu dem Treffen kommen und sich im Hintergrund aufhalten. Als Treffpunkt wählt man zur Sicherheit einen öffentlichen Ort, wo sich viele andere Personen aufhalten. Außerdem sollte das Treffen tagsüber stattfinden, wenn es draußen noch hell ist.

Sprechen Sie vor der Nutzung mit Ihren Kindern über die Gefahren und erfragen Sie regelmäßig, welche Portale und Apps Ihr Kind nutzt, was es dort macht oder mit wem es spricht. Generell gilt: Think before you post – Denk nach, bevor du postest! Denn was einmal im Netz ist, bleibt im Netz. Achten Sie als Eltern darauf, was Ihr Kind im Netz veröffentlicht.

Und wenn Ihr Kind nicht mit Ihnen über solche Dinge sprechen möchte, gefällt ihr oder ihm vielleicht die Seite handysektor.de, die viele Themen rund um digitale Medien jugendgerecht behandelt.

 

Discord und Teamspeak – was ist das eigentlich?

Sie selbst nutzen wahrscheinlich WhatsApp oder einen anderen Messenger, um mit Ihrer Familie und Freunden zu schreiben, Emojis und Fotos zu verschicken. Gamer nutzen noch ganz andere Programme, über die sie am Laptop oder mit dem Smartphone während des Spielens mit anderen in Kontakt stehen. Sie heißen Discord oder Teamspeak.

Kurz gefasst:

  • Messenger-Dienste, die vor allem im Gaming-Bereich verwendet werden
  • USK-Altersfreigabe: ab 12 Jahren
  • Teamspeak ist kostenpflichtig, Discord ist in der Basisvariante kostenlos
  • als App oder Browseranwendung nutzbar

Was ist Teamspeak?

Die Plattform gibt es seit dem Jahr 2001. Schon damals wurde sie bei Online-Rollenspielen genutzt. Teamspeak bietet verschiedene Funktionen. Um über Teamspeak zu kommunizieren, verbindet sich jeder Benutzer mit einem Server. Dafür muss man im Regelfall eine monatliche Gebühr zahlen. Spieler können über diese Chat-Software parallel zum Gaming miteinander schreiben und telefonieren. Man kann mit nur einer Person kommunizieren, aber auch in Gruppen miteinander chatten und Dateien austauschen.

Die Teamspeak-App ist kostenpflichtig. Die Nutzung des Webclients kostet nichts. Wenn man ein Spiel auf einem eigenen Server spielen und Teamspeak nutzen möchte, kauft man sich virtuellen Teamspeak-Server.

Was ist Discord?

Discord ist seit dem Jahr 2015 kostenlos für alle Plattformen verfügbar. Das Angebot steht in Konkurrenz zu Teamspeak sowie anderen Betreibern von Kommunikationstools, da sich die Funktionen ähneln. Gerade gaming-interessierte Jugendliche nutzen Discord alternativ zu WhatsApp.

Auch bei Discord steht die parallele Nutzung während des Online-Spielens im Vordergrund. Sie können mit anderen Personen privat und in Gruppen telefonieren und chatten. Auch Videoanrufe und das Verschicken von Emojis sind möglich. Es gibt eine kostenpflichtige Premium-Variante (“Nitro”), die weitere Features bietet und Mediendateien schneller verschickt.

Was fasziniert Jugendliche an dem Angebot?

Das Spielen von Online-Games ist für Kinder besonders reizvoll, wenn es gemeinsam mit Freunden oder anderen Mitspielenden stattfindet. Es macht ihnen Spaß, sich mit anderen zu messen. Da das Spielen meistens alleine vor einem Bildschirm stattfindet, kann der Wunsch entstehen, sich mit anderen austauschen zu wollen. Dafür sind Teamspeak und Discord zwei gute Optionen. Durch die Möglichkeit Kanäle öffentlich oder privat anzulegen, ist Kommunikation auf unterschiedlicher Ebene möglich – zum privaten Austausch ebenso wie zur Information.

Was sollte man bei den Angeboten beachten?

Wenn Ihr Kind Gamer ist und eines der Programme nutzen möchte, sollten Sie gemeinsam entscheiden, welches geeignet ist. Recherchieren Sie zu den beiden Angeboten und probieren Sie diese, wenn möglich, vorher aus. Da beide Angebote persönliche Daten erheben, sollten Sie sich auch über die aktuellen Datenschutzregelungen schlau machen.

Von Discord nimmt man an, dass sich darüber Menschen mit rechtsextremer Gesinnung austauschen. Diese Gefahr sollten Sie im Blick haben, falls Ihr Sohn oder Ihre Tochter das Tool nutzen möchte. Wobei nicht auszuschließen ist, dass auch andere Internetprogramme zu solchen Zwecken genutzt werden.

Was meint der Anbieter?

Discord gibt an, keine Daten an Dritte zu verkaufen. Eine langfristige Datenspeicherung findet nach eigener Aussage nicht statt.

Was sollten Eltern beachten?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die verantwortungsvolle Nutzung solcher Programme und welche Gefahren damit verbunden sind. Persönliche Daten sollten im Chat nicht an fremde Personen weitergegeben werden. Es ist zudem möglich, mit unbekannten Personen in Kontakt zu kommen. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, wenn es dabei mit unangenehmen oder ängstigenden Inhalten in Kontakt kommt.

Der Reiz der Sprachnachricht

Wenn Jugendliche auf der Straße ihr Handy ähnlich wie ein Butterbrot in der Hand halten oder mit Kopfhörern aufgeregt in die Luft sprechen, wundert einen das kaum noch: sie nehmen wohl gerade eine Sprachnachricht auf. Auch für Familien ist dies eine beliebte Möglichkeit, im oft vollgepackten Alltag oder über die Ferne miteinander in Kontakt zu bleiben.

Wie funktionieren Sprachnachrichten?

Bei fast jedem Messenger gibt es die Funktion, Sprachnachrichten aufzunehmen. Oft sind die Kinder zwar noch zu jung, um einen der vielen Messenger (z. B. WhatsApp, Signal, Telegram uvm.) offiziell zu nutzen. Jedoch werden viele Familienangelegenheiten mittlerweile im Chat und dort immer öfter auch per Sprachnachricht geregelt. So lassen sich nicht nur organisatorische Fragen meist schnell und unkompliziert klären, sondern auch persönliche Geburtstagsgrüße versenden. Während man innerhalb eines Chats zu zweit oder auch in einem Gruppenchat das Mikrofon rechts neben dem Textfeld gedrückt hält, spricht man in das Smartphone. Nach Loslassen des Mikrofons wird die Sprachnachricht automatisch an die ausgewählte Person geschickt. Diese kann sich die Nachricht beliebig oft anhören und auch zwischendurch pausieren. Mit der Stimme lässt sich besser ausdrücken, wie eine Nachricht gemeint ist. Klingt die Stimme vielleicht verärgert? Oder macht jemand einen Witz? Die gesprochene Stimme kann so die Emojis einer Textnachricht ersetzen und die Nachricht authentischer machen. Mit einer Sprachnachricht haben Sie auch mehr Spielraum, um Gedanken und Gefühle in kürzerer Zeit als beim Tippen auszudrücken und anderen mitzuteilen.

Warum nutzen Kinder, Jugendliche und auch Familien Sprachnachrichten so gerne?

Vorteile dieser Art der Kommunikation sind der geringe Aufwand und die Zeitersparnis, den Sprachnachrichten mit sich bringen. Sie können unterwegs, z. B. im Supermarkt mit Einkaufstasche in der Hand noch schnell im Familienchat fragen, was für das Abendessen benötigt wird. Ewiges Tippen oder die Planung von Telefonaten, für die beide Gesprächspartner gleichzeitig Zeit haben müssen, fallen weg.

Sprachnachrichten können auch helfen, mit Freunden oder Familienmitgliedern, die weiter weg wohnen, den Kontakt zu halten. Mit der eigenen Stimme lässt sich schnell und unkompliziert zeigen, dass man aneinander denkt.

Worauf sollte man achten?

Beim Aufnehmen und Anhören von Sprachnachrichten sollte darauf geachtet werden, dass sich die Menschen in der Umgebung nicht gestört fühlen. Eine Textnachricht kann lautlos gelesen und eingetippt werden – für Sprachnachrichten gilt das nicht. Deshalb sollte auch darauf geachtet werden, dass beim Abspielen einer Sprachnachricht nicht einfach jeder mithören kann. Um das Mithören zu vermeiden, spielen viele Jugendliche die Nachrichten sehr leise ab und halten sich den Lautsprecher ihres Smartphones ganz nah an ihr Ohr. Was auf den ersten Blick etwas merkwürdig aussehen kann, ist eine Möglichkeit, um Sprachnachrichten auch in der Öffentlichkeit zu nutzen.

Beim Aufnehmen von Sprachnachrichten können laute Geräusche wie Straßenlärm oder Wind einen Strich durch die Rechnung machen. Manchmal passiert es auch, dass man aus Versehen beim das Mikrofon zuhält, wodurch der andere das Aufgenommene nicht hören kann. Außerdem sollten Sie sich immer bewusst sein, dass Sprachnachrichten wie auch jede andere Kommunikation über das Smartphone eine praktische Option darstellen, jedoch nie den persönlichen Austausch ersetzen können. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihrem Kind die ständige Erreichbarkeit nicht gut tut, sollten Sie mit ihm sprechen. Vermitteln Sie ihm, dass es sich keinen Druck machen muss, sofort auf Nachrichten reagieren und antworten zu müssen.

Hoccer – der sichere Messenger

Vielleicht suchen Sie schon seit längerem nach einer Alternative zu WhatsApp & Co, weil Sie die Risiken dieser Apps vermeiden und Ihren Kindern eine sichere Kommunikationsmöglichkeit anbieten möchten? Dann könnte Hoccer etwas für Sie und Ihre Familie sein!

Kurz zusammengefasst:

  • kostenlose Instant-Messenger-App
  • hoher Datenschutz durch verschiedene Funktionen
  • entwickelt von der Hoccer Betriebs GmbH mit Sitz in Berlin
  • Testsieger unter den Messengern im Jahr 2015 bei Stiftung Warentest
  • verfügbar für Smartphones und Tablets (Android und iOS)
  • keine Altersbeschränkung angegeben (laut iTunes App Store ab 4 Jahren, laut Google Play Store USK ab 0 Jahren)

Was ist Hoccer?

Hoccer ist ein typischer Messenger: Man kann mit anderen Nutzern, die die App ebenfalls auf ihrem Handy haben, über Textnachrichten kommunizieren. Es lassen sich Fotos, Videos, Standortdaten und Sprachnachrichten teilen.
Was Hoccer von den meisten anderen Messengern unterscheidet, ist der Datenschutz: die Angabe persönlicher Daten und die Freigabe des Adressbuchs sind für die Nutzung nicht nötig. Eine weitere Besonderheit ist die Nearby-Funktion der App. Darüber lassen sich Daten anonym, also ohne den Austausch von persönlichen Informationen, mit Leuten im Umkreis von ca. 100 Metern teilen. User können sich so an Gesprächen beteiligen, ohne mit den „In der Nähe“-Kontakten befreundet zu sein. Die Standortdaten werden sofort wieder von den Hoccer-Servern gelöscht, sobald man die Funktion nicht mehr nutzt. Außerdem lässt sich die App per PIN oder Fingerabdruck vor dem Zugriff Dritter schützen.

Was macht Hoccer so sicher?

Hoccer wirbt für hohe Datensparsamkeit und den Schutz der Privatsphäre. Anders als bei anderen Messengern kann man sich mit einem beliebigen Nutzernamen komplett anonym und ohne Angabe der E-Mail-Adresse oder einer Telefonnummer registrieren. Stattdessen wird bei der Anmeldung eine individuelle Hoccer-ID vergeben. Über einen Code oder eine SMS lassen sich Kontaktanfragen senden, die aktiv angenommen werden müssen. Nur über diesen Weg kann man sich mit einem anderen Nutzer verbinden. Hoccer greift nicht automatisch auf die eigenen Kontakte zu, sondern nur dann, wenn man es zulässt.

Nachrichten werden via Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versendet. Das bedeutet, dass allein Absender und Empfänger Zugriff auf den versendeten Inhalt haben. Wenn Sie über Hoccer eine Nachricht versenden, wird diese nach der Zustellung an den Empfänger sofort wieder von den Hoccer-Servern gelöscht.

Sollte man ängstigende oder beleidigende Nachrichten erhalten, kann man diese an Hoccer melden. Dann wird der Absender vorübergehend oder dauerhaft gesperrt.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Die Nearby-Funktion ermöglicht theoretisch eine Kontaktaufnahme durch Fremde, wodurch z. B. Cybergrooming denkbar ist.

Das letzte Update der App liegt schon länger zurück (2017). Es ist unklar, ob der Messenger noch aktiv weiterentwickelt wird. Außerdem ist der Entwicklungscode der App nicht öffentlich. Deshalb kann man nicht nachvollziehen, wie genau der Datenschutz funktioniert.

Was sagt der Anbieter?

Wegen dieser Besonderheiten nennen die Betreiber ihre App „Hoccer – der sichere Messenger“. Die Server befinden sich laut eigenen Angaben in Deutschland. Damit unterliegt die App dem deutschem Datenschutzrecht. Insgesamt bemühen sich die Betreiber durch ein umfassendes FAQ auf ihrer Website um viel Transparenz.

Was sollten Eltern beachten?

Diese Besonderheiten und die Tatsache, dass Hoccer eine deutsche App ist, macht sie zu einer denkbaren Alternative für andere Messenger.
Möchten Sie Hoccer in Ihrer Familie und mit Freunden nutzen, sollten Sie sich – gemeinsam mit Ihrem Kind – damit vertraut machen. Wenn Sie die App heruntergeladen haben, begleiten Sie Ihr Kind bei der Anmeldung. Entdecken Sie die Funktionen des Messengers zusammen, um Ihr Kind bei Unsicherheiten unterstützen zu können.

Trotz sicherer Funktionen gibt es über die Kommunikation auch mit diesem Messenger Risiken. Sprechen Sie darüber, was zu tun ist, wenn Ihr Kind z. B. unangenehme oder beleidigende Nachrichten erhält und mit Cybermobbing in Kontakt gerät. Es sollten nur Personen als Kontakte hinzugefügt werden, deren Identität klar ist.

Fotoveröffentlichungen in der Schule

Erster Schultag nach den Ferien: Gleich zu Beginn werden Klassenfotos gemacht, die am Tag danach auf der Webseite und der Facebook-Seite der Schule zu sehen sind. Ist das erlaubt? Das hängt davon ab, ob Sie mit der Anmeldung Ihres Kindes an der Schule eine sogenannte Fotofreigabe oder Einwilligungserklärung unterschrieben haben.

Grundsätzlich haben alle Menschen in Deutschland das „Recht am eigenen Bild“. Das ist ein Persönlichkeitsrecht, das vom Grundgesetz geschützt ist. Es bedeutet, dass niemand Fotos oder Videos von Ihnen oder Ihrem Kind machen und diese einfach – z. B. im Internet – veröffentlichen darf – außer Sie wurden vorher um Erlaubnis gefragt. Die Datenschutzgrundverordnung der EU (DSGVO) hat dieses Recht sogar verstärkt.

Wie muss eine Einwilligungserklärung für Fotos und Videos aussehen?

Gerade für Kinder und Jugendliche gelten spezielle Regeln, die durch die DSGVO geschützt sind. Ist Ihr Kind jünger als 12 Jahre, entscheiden Sie als Sorgeberechtigte/r mit Ihrer Unterschrift, ob Bilder von Ihrem Kind veröffentlicht werden dürfen. Ist Ihre Tochter oder Ihr Sohn mindestens 12 Jahre alt, sollte Ihr Kind auch selbst gefragt werden, ob es mit einer Veröffentlichung einverstanden ist und ebenfalls unterschreiben. Man geht davon aus, dass Kinder etwa ab diesem Alter dazu in der Lage sind, einzuschätzen, was es bedeutet, wenn ein Foto von ihnen im Internet steht. Trotzdem sollten Sie Ihr Kind auch schon früher mit einbeziehen und ihm erklären, welche Konsequenzen die Veröffentlichung von Fotos oder Videos haben kann.

Gerade wenn es um Bilder von Kindern und Jugendlichen im Internet geht, sollten Einverständniserklärungen so transparent und verständlich wie möglich sein. Man muss wissen, wo genau die Fotos oder Daten veröffentlicht und für welchen Zweck sie genutzt werden. Es sollte auch klar aus der Einwilligung hervorgehen, welche Daten genau oder welches Motiv benutzt wird, also was genau fotografiert wird. Es ist meistens nicht notwendig, dass auch der vollständige Name Ihres Kindes mit dem Foto veröffentlicht wird.

Solche Einwilligungen sind immer freiwillig und Sie dürfen sie jederzeit zurückziehen. Eine Ausnahme von Einverständniserklärungen bilden Fotos, auf denen man selbst zwar zu sehen ist, jedoch nicht im Fokus steht, sondern nur zufällig auf z. B. einem Schulfest mitfotografiert wurde.

Was ist mit privaten Fotos in der Schule?

Wenn Sie als Elternteil z. B. auf einer Schulveranstaltung Fotos oder Videos von Ihrem Kind und seinen Freunden für rein private Zwecke machen, ist das in Ordnung. Wenn es aber darum geht, diese Bilder oder Videos z. B. über WhatsApp oder Facebook zu teilen, brauchen auch Sie die Einwilligung der Person, die auf dem Bild zu sehen ist und solange sie noch nicht 18 Jahre alt ist auch die der Eltern. Es reicht in diesem Fall allerdings, wenn Sie mündlich nachfragen.

WhatsApp-Gruppen sind bei Jugendlichen und ihren Eltern beliebt. Schülerinnen und Schüler richten Klassenchats ein. Eltern tauschen sich in Gruppen über organisatorische Fragen zur Schule aus. Es werden nicht nur Textnachrichten geschrieben, sondern auch Fotos und Videos verschickt. Sie sollten untereinander verabreden, dass Fotos nicht ohne das Einverständnis der abgebildeten Personen in die Gruppe gestellt werden und diese nicht an Personen außerhalb der Gruppe weitergeleitet werden dürfen. Damit wird das Persönlichkeitsrecht geschützt und das Risiko, dass Fremde Zugriff auf Fotos Ihres Kindes haben, wird reduziert.

Kik

Kik… Kann man da nicht Klamotten kaufen? Kik ist in diesem Fall ein Messenger-Dienst, der Menschen miteinander verbinden möchte. Wer sich nach Alternativen zu WhatsApp und dem Facebook Messenger umgesehen hat, ist vielleicht auch auf dieses beliebte Angebot gestoßen.

Kurz gefasst

  • kostenloser Messenger-Dienst
  • als App für Smartphone und Tablet (iOS und Android) verfügbar
  • über 200 Millionen Nutzer (eigene Angaben des Anbieters)
  • Registrierung lediglich mit Benutzernamen (Telefonnummer ist optional)
  • Anmeldung laut Anbieter ab 13 Jahren, jedoch im Google Playstore mit USK 18 versehen und auf iTunes ab 17 Jahre gekennzeichnet
  • aufgrund der Anonymität der User sehr hohes Risiko von Cybermobbing, Sexting und Cybergrooming vorhanden

Was ist das?

Kik ist ein Messenger-Dienst, über den registrierte User öffentlich und privat miteinander chatten können. Wie bei anderen Angeboten dieser Art stehen verschiedene Funktionen zur Verfügung – wie das Teilen von Fotos, Bildern, Videos und GIFs und die Möglichkeit eines Videochats. Besonders an Kik ist, dass die Registrierung lediglich mit Benutzernamen möglich ist. Man muss seine Telefonnummer nicht angeben, aber es wird empfohlen. Der volle Name, eine E-Mail-Adresse sowie das Geburtsdatum werden zwar abgefragt, es findet aber keine Überprüfung statt, ob man die richtigen Daten angegeben hat. Damit kann man sehr leicht einen anonymen bzw. falschen Account erstellen. Man kann also nie sicher sein, welcher Mensch wirklich hinter einem Profil steckt.
Eine weitere Besonderheit des Messenger ist es, dass man öffentliche oder private Gruppenchats mit bis zu 50 Personen erstellen kann. Öffentliches Chatten funktioniert über die Eingabe von Hashtags. Auch dies kann problematisch sein, da es dadurch leicht ist, mit Fremden in Kontakt zu kommen.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Die Plattform macht es durch die anonyme Anmeldung und der Möglichkeit des zufälligen Suchens nach Benutzernamen sehr einfach, dass Kinder und Jugendliche in Kontakt mit fremden Usern kommen und unerwünschte Nachrichten oder Fotos erhalten mit z. B. ängstigenden und/oder sexualisierten Inhalten. Das Risiko von Cybermobbing, Sexting und Cybergrooming kann hier sehr hoch sein.
Überfliegt man die Bewertungen des Angebots in den App-Stores, erhält man den Eindruck, dass viele Nutzer mit sexuellen Anspielungen den Kontakt vor allem zu jüngeren Usern suchen.

Zudem ist unklar, wo genau die Daten, die man über den Messenger versendet, landen. Jugendliche können persönliche Informationen, Bilder und Videos mit anderen Usern teilen, die dann ohne ihr Wissen weiterverbreitet werden können.

Die Anmeldung auf der Plattform ist laut Anbieter ab 13 Jahren möglich. Durch die Angabe eines falschen Geburtsdatums kann man das leicht umgehen.

Was meint der Anbieter?

Mit einigen Sicherheitseinstellungen versucht Kik, die Nutzung des Messenger-Dienstes sicherer zu machen. Auf der Webseite von Kik findet man ein „Safety Center“, über das man Tipps erhält, wie man z. B. das eigene Profil so privat wie möglich halten kann. Man erfährt außerdem, wie andere Nutzer gelöscht, blockiert oder gemeldet werden können. Die Sicherheitshinweise gibt es allerdings nur auf Englisch.

Was sollten Eltern beachten?

Ihr Kind möchte unbedingt Kik verwenden, weil Freunde die App auch nutzen? Überlegen Sie, ob es für Ihr Kind und dessen Freundeskreis Alternativen gibt, die sicherer sind. Führt der Weg nicht an Kik vorbei, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Kind über mögliche Risiken und das Kommunizieren via Messenger sprechen. Recherchieren und überlegen Sie gemeinsam, wie man sich am sichersten auf Messenger-Diensten verhält. Installieren Sie mit Ihrem Kind die App und lernen sie sie zusammen kennen. Besprechen Sie außerdem, was zu tun ist, wenn Ihr Kind mit unangenehmen Nachrichten und Cybermobbing oder ähnlichem in Berührung kommt.

In Bildern sprechen – Kommunikation mit Emojis

Doppelpunkt, Bindestrich, Klammer zu. Die sind ihnen sicher auch schon mal begegnet 🙂
Emoticons – Smileys, die sich aus Satzzeichen zusammensetzen – verzieren seit vielen Jahren E-Mails und SMS. Mittlerweile heißen sie Emojis und sind zu bunten Bildchen geworden. 2623 verschiedene soll es geben. Durch sie hat sich eine neue Ebene der Schriftsprache etabliert. Die in der Regel gelben Gesichter mit etlichen Gefühlsausdrücken visualisieren und ergänzen die Aussagen von Nachrichten. Auch Tiere, Sportarten, Autos und Flugzeuge oder Essen sind im Emoji-Katalog zu finden.

Warum nutzt man Emojis?

Fast jede oder jeder, die bzw. der einen Messenger nutzt, greift auf die farbenfrohen Bildchen zurück. Vielleicht kommunizieren auch Sie mit Ihrem Kind oder anderen auf diese Weise und beenden Ihre Nachrichten mit einem Zwinker-Smiley oder einem roten Herzchen. Emojis haben einen Zweck. Schriftliche Nachrichten können nie so klar und deutlich sein, wie die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht, weil man nicht sieht, welchen Gesichtsausdruck das Gegenüber beim Schreiben hat. Mit Emojis kann man seine Gefühle auch in Textnachrichten ausdrücken und noch mehr: Es lassen sich Assoziationen erwecken. Wenn man schreibt „Ich fahre morgen in den Urlaub“ und dahinter ein Flugzeug, eine Sonne und einen Strand als Emoji platziert, ist schnell klar: Es geht in den Süden. Darüber hinaus werden Gefühle und Eindrücke vermittelt, Empfänge sollen sich in die eigene Situation besser hineinversetzen können. Zum Einsatz kommen sie vor allem bei Menschen, die sich nahestehen.

Was begeistert Kinder und Jugendliche daran?

Auch Kinder und Jugendliche verschicken großzügig Emojis. Ganz allgemein ist diese Generation ein Liebhaber des bildhaften Kommunizierens. Es ist also kein Wunder, dass 70% der Jugendlichen Texte mit Emojis senden, um mitzuteilen, wie es ihnen geht. Für Kinder und Jugendliche sorgt das Verschicken und Empfangen von den bunten Symbolen und Bildern auch ganz einfach für Unterhaltung und Spaß. Am liebsten nutzen sie Gesichter-Emojis, die die Gefühlswelt direkt und ungefiltert widerspiegeln. Das beliebteste Emoji ist der „Freudentränen-Emoji“. Auch der Kuss-Emoji und der Emoji mit Herzaugen werden besonders gerne versendet. Sie übertragen klare Botschaften. Oder auch nicht: Wenn man Kinder nach ihren Erfahrungen mit dem Versenden und Erhalten der bunten Bilder fragt, finden sie, dass durch Emojis auch schnell Missverständnisse entstehen können. Ganz so klar sind die Botschaften also nicht immer. Weint das Emoji oder schwitzt es? Ist es müde oder traurig, belustigt oder einfach nur glücklich? Besonders hilfreich seien sie aber wiederum, wenn man mit Freunden schreibt, die eine andere Sprache sprechen.

Gibt es etwas zu beachten?

Bestimmt hat auch Ihr Kind Spaß daran, Nachrichten mit lustigen Gesichtern oder Tieren zu schmücken. Trotzdem sollte man daran denken, dass zu viele Emojis die Kommunikation auch mal erschweren können. Machen Sie Ihrem Kind bewusst, dass es in der Kommunikation über das Smartphone schnell zu Missverständnissen kommen kann. Wenn man unsicher ist, wie eine Nachricht gemeint ist, kann man auch einfach nachfragen.

Mit diesem Emoji-Quiz können Sie gemeinsam mit Ihren Kindern (ab 12 Jahren) Ihr Wissen zu Emojis und deren Bedeutung testen.

So wird das Smartphone Ihres Kindes sicherer

Mit elf oder zwölf Jahren bekommen viele Kinder ein eigenes Smartphone. Damit können sie unterschiedliche Dinge machen und haben Zugang zum Internet. Neben vielen tollen Möglichkeiten, die es mit sich bringt, sind Kinder damit aber auch Risiken ausgesetzt, die sie möglicherweise noch nicht abschätzen können. Es ist besonders wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind über mögliche Gefahren sprechen und gemeinsam Sicherheitseinstellungen am neuen Handy vornehmen.

Datenschutz

Ohne, dass Ihr Kind etwas bemerkt, hinterlässt es durch die Benutzung eines Messengers und anderer Apps sowie durch das Surfen im Netz Datenspuren. Erklären Sie, dass WLAN, Bluetooth und die GPS-Ortung standardmäßig ausgeschaltet bleiben und nur aktiviert werden sollen, wenn es unbedingt notwendig ist –  z. B. wenn Ihr Kind den Weg zu einem bestimmten Ort mit Hilfe einer Karten-App sucht. So vermeiden Sie, dass Apps ohne Grund den Standort Ihres Kindes ermitteln sowie den Austausch von Daten mit anderen Geräten und Netzwerken.

Passwortschutz

Das Handy Ihres Kindes sollte nur nach Eingabe eines Codes (PIN, Wischcode o. Ä.) zu benutzen sein, damit keine Fremden an die Daten herankommen. Richten Sie daher mit Ihrem Kind gemeinsam einen sicheren Passwortschutz ein. Das gilt auch für die Registrierung bei Social-Media-Diensten und Apps. Sichere Passwörter bestehen aus mindestens zwölf Zeichen und enthalten neben Buchstaben auch Sonderzeichen und Zahlen. Tipps zur Erstellung von sicheren Passwörtern gibt es   – z. B. bei Handysektor. So lernt Ihr Kind, das eigene Smartphone sicher vor dem Gebrauch Unbefugter zu schützen. Bei jüngeren Kindern empfiehlt es sich, dass mindestens auch ein Elternteil die Kombination zur Bildschirmentsperrung und das Passwort kennt. 

Jugenschutzeinstellungen

An jedem Smartphone lassen sich in den Einstellungen auch Sicherheits- und Jugendschutzeinstellungen vornehmen.

Bei Android können Sie im Playstore die Installation von Apps sperren lassen bzw. für die Installation oder In-App-Käufe ein Passwort festlegen. Aktivieren Sie hierfür die Jugendschutzeinstellungen. Sie können außerdem auswählen, welche Apps Ihr Kind auch ohne Passwort installieren kann.

Darüber hinaus empfiehlt es sich bei Android-Geräten eine Sicherheits-App herunterzuladen. Mit der App Kids Place können Sie z. B. eine Zeitbeschränkung festlegen, nur die Nutzung bestimmter Apps erlauben oder ungeeignete Webseiten sperren.Die App Google Family Link bietet ebenfalls einige Möglichkeiten, die Handynutzung Ihres Kindes zu regulieren. In unserem Beitrag Google Family Link für Kinder haben wir zusammengefasst, was die App alles kann, die Nutzungsmöglichkeiten für Kinder erklärt, aber auch Risiken der App erläutert.

iOS-Geräte bieten noch mehr Möglichkeiten in den eigenen Geräteeinstellungen. Unter „Bildschirmzeit“ haben Sie die Option, Einschränkungen vorzunehmen und dafür einen eigenen Code zu vergeben. Sie können dann   – z. B. die Verwendung von bestimmten Apps erlauben oder sperren und In-App-Käufe mit einem Passwort beschränken. Es lassen sich auch Filme, Musik, Apps und TV-Sendungen mit einer höheren Altersfreigabe automatisch sperren. iOS kann Web-Inhalte in Safari und Apps automatisch filtern und ausblenden. Sie können selbst bestimmte Webseiten genehmigen oder sperren. Es ist zudem möglich, zu kontrollieren, welche Apps Zugriff auf Standort und lokal gespeicherte Daten haben. 

Was können Sie noch für eine sichere Smartphone-Nutzung Ihres Kindes tun?

Smartphones bringen einige Funktionen mit, um das Chatten, Surfen im Netz und die Nutzung von Apps für Ihr Kind sicherer zu gestalten. Dennoch ersetzen diese Einstellungen am Gerät oder auch Jugendschutz-Apps nicht die Begleitung durch Sie als Eltern. Ihr Kind sollte immer verstehen, warum gewisse Webseiten oder Apps gesperrt oder die GPS-Ortung deaktiviert bleiben sollte. Orientieren Sie sich bei der Kontrolle und Sicherheit außerdem immer am Alter und der Entwicklung Ihres Kindes. Greifen Sie besonders bei Jugendlichen nicht zu stark in die Privatsphäre Ihres Kindes ein. Versuchen Sie aber immer im Gespräch mit Ihrem Kind zu bleiben und als Ansprechperson bei Fragen oder Unsicherheiten da zu sein.

Was ist eigentlich… Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?

Eltern und Kinder kommunizieren nicht nur persönlich miteinander, sondern auch über das Smartphone. Täglich werden Text- und Sprachnachrichten, Fotos und Videos verschickt. Am liebsten wird dafür WhatsApp genutzt. Seit April 2016 benutzt die App die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Aber was ist das eigentlich?

Was passiert, wenn ich mit dem Smartphone Nachrichten schreibe?

Stellen wir uns folgende Situation vor: Mama und Ben benutzen beide WhatsApp. Mama schreibt eine Nachricht an Ben: „Hallo Ben, ist die Schule schon zu Ende?“. Wenn Mama die Nachricht abschickt, wird sie als erstes an die Server von WhatsApp gesendet. Von dort wird die Nachricht dann an Ben weitergeleitet. Im Anschluss kann er die Nachricht auf seinem Smartphone lesen. Im Vergleich zur Briefpost geschieht der Austausch online in nur wenigen Sekunden.

Was ist (Ende-zu-Ende-)Verschlüsselung?

Wenn eine Nachricht verschlüsselt wird, kann der Inhalt nicht mehr gelesen werden. Erst mit dem passenden Schlüssel kann die Nachricht wieder hergestellt werden. Man kann das mit einem Brief vergleichen, das mit einem Schloss versehen ist. Nur die Person mit dem richtigen Schlüssel kann den Brief öffnen, um zu lesen was darin steht. Wenn Mama also eine verschlüsselte Nachricht an Ben schickt, kann niemand außer ihm lesen, was in dieser Nachricht steht. Das ist wichtig, weil auf dem Weg von Mamas Smartphone zu den WhatsApp-Servern und von dort weiter zu Bens Smartphone viel passieren kann. Die Nachricht könnte unterwegs z. B. von Hackern und Überwachungsdiensten mitgelesen werden. Um das zu verhindern und das Briefgeheimnis zu wahren, sollten Nachrichten verschlüsselt werden. Es können übrigens nicht nur Textnachrichten verschlüsselt werden, sondern auch Sprache, Anrufe, Fotos und Videos.
Bei einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist Mamas Nachricht auf dem ganzen Weg zu Bens Smartphone verschlüsselt. Der Inhalt kann nur auf den Geräten von Mama und Ben gelesen werden. Nur sie haben den notwendigen Schlüssel. Die gesamte Verschlüsselung läuft dabei automatisch ab. Man sollte am besten Anwendungen benutzen, die eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verwenden. Vor allem bei den Messenger-Apps für das Smartphone gibt es eine große Auswahl. Darunter sind viele gute Alternativen zu WhatsApp, die ebenfalls Ende-zu-Ende verschlüsseln und zudem die Daten der Nutzer schützen, z. B. Threema, Telegram oder Hoccer. Oft sind allerdings Gruppennachrichten nicht verschlüsselt.

Wann ist Verschlüsselung sinnvoll?

Es ist generell sinnvoll, Informationen verschlüsselt über das Internet zu senden. Besonders dann, wenn es um sensible Informationen wie Namen, Adressen und Bankdaten geht. Bei dem Besuch von Webseiten ist es zu empfehlen, sie immer über „https://“ aufzurufen. Das „s“ hinter dem „http“ steht für „sicher“ (engl.: secure). Es bedeutet, dass die Informationen verschlüsselt ausgetauscht werden. Nicht alle Webseiten bieten diese Sicherheit an. Zahlungsdaten und andere wichtige Informationen sollten ausschließlich bei Webseiten eingegeben werden, die über „https“ aufgerufen werden können. Mit minimalem Aufwand lassen sich auch E-Mails mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versehen. Dafür ist es sinnvoll, nach einer Anleitung für das verwendete Mailprogramm zu suchen.

Signal

Haben Sie auch schon von den Bedenken gegenüber Whatsapp und anderen Messenger-Diensten gehört? Signal möchte eine sichere Alternative sein.

Kurz gefasst:

  • kostenloser Messenger-Dienst, der hinsichtlich des Datenschutzes als sehr sicher gilt
  • Registrierung via Handynummer
  • Chats, Gruppenchats, sowie verschlüsselte Sprachanrufe und Videotelefonie möglich
  • Leitung der Nachrichten über Server mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
  • Altersfreigabe ab 13 Jahren

Was ist Signal?

Signal ist ein Messenger Dienst ähnlich WhatsApp. Mit Signal können Sie oder Ihre Kinder mit einem Kontakt oder einer ganzen Gruppe chatten. Sie können Bilder, Audiofiles, Videos oder Emojis versenden, Sprachanrufe oder Videoanrufe tätigen. Dabei werden alle Nachrichten mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesichert, ähnlich wie bei dem Messenger Threema. Das heißt, dass Nachrichten, aber auch Anrufe, nur vom Empfänger entschlüsselt werden können. Auch Gruppenunterhaltungen können auf diese Weise verschlüsselt werden. Um andere Nutzerinnen und Nutzer zu finden, verlangt Signal Zugriff auf das Adressbuch. Nach Angaben des Anbieters werden Kontaktdaten aber von Signal anonymisiert, auf Signals Servern abgeglichen und anschließend wieder gelöscht. Signal ist quelloffen, das heißt jeder interessierte Nutzer, jede interessierte Nutzerin kann die Verschlüsselungsverfahren einsehen. Viele Experten haben diese bereits überprüft.

Was fasziniert Jugendliche besonders an dem Angebot?

Die Nutzerzahlen von Signal werden nicht veröffentlicht. Es lässt sich jedoch vermuten, dass dem Messenger nur wenig Beachtung von Jugendlichen geschenkt wird. Den wenigstens Jugendlichen sind die Sicherheitsrisiken anderer Messenger bewusst. Hier muss zunächst aufgeklärt werden, um Begeisterung für Alternativen zu wecken.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Bei einer hohen Nutzung der App entstehen natürlich ähnliche Gefahren, wie auch bei anderen Messengern. Cybermobbing und Sexting sind nicht auszuschließen. Hinsichtlich der Sicherheit Ihrer privaten Daten besteht aber ein wesentlich geringeres Risiko als zum Beispiel bei WhatsApp.

Was meint der Anbieter?

Vertraulich, quelloffen, einfach und schnell: Mit diesen Worten beschreibt der Anbieter seinen Messenger und setzt damit auf hohe Sicherheitsstandards, ohne auf Funktionen oder Geschwindigkeit verzichten zu müssen. Die App wird von Edward Snowden empfohlen, womit Signal einen wichtigen Fürsprecher hat.

Laut Anbieter ist das Mindestalter für die Nutzung 13 Jahre. Die USK gibt eine Empehlung ab 0 Jahren, doch auch im Applestore muss man für die Nutzung älter als 12 Jahre sein.

Was sollten Eltern beachten?

Wie auch bei anderen Messenger-Diensten sollten Sie als Eltern vor allem für eine verantwortungsbewusste Nutzung von Messenger-Diensten allgemein sensibilisieren. Machen Sie auf mögliche Gefahren der Kommunikation über Messenger-Dienste aufmerksam, thematisieren Sie aber auch die Vorteile von Signal und anderen, sicheren Messengern.

Telegram

Kurz gefasst:

  • kostenloser Messenger-Dienst
  • Registrierung via Handynummer
  • Anlegen eines Nutzernamens, über den andere einen als Kontakt finden
  • Chats und Gruppenchats möglich
  • Geheime Chats (Nachrichten werden verschlüsselt direkt von Gerät zu Gerät übertragen)
  • Synchronisation der Chats auf verschiedenen Geräten (Smartphone, Tablet, Desktop)
  • Mögliche Gefahren:
    • Chats, sowie Kontakte aus dem Adressbuch werden automatisch auf den Servern gespeichert
    • Teilen von Bildern oder Videos, die durch Dritte weitergegeben werden
    • Sexting
    • (Cyber-)Mobbing
    • Unerwünschte Kontaktaufnahme durch Fremde
  • Altersfreigabe: 12 Jahre

Was ist Telegram?

Telegram ist ein kostenfreier Messenger Dienst, der mit einer besonders hohen Sicherheit wirbt. Auch bei Telegram müssen sich Nutzerinnen und Nutzer mit einer Handynummer registrieren, es ist aber ebenfalls möglich sich einen Benutzernamen anzulegen. Wie bei anderen Messenger-Diensten kann das eigene Profil individuell angepasst werden. Chats können mit einzelnen aber auch mit einer Gruppe von bis zu hundert Personen eingerichtet werden. Auch bei Telegram lassen sich Bilder, Videos, Audiodateien und Emojis versenden. Das besondere bei Telegram sind die „Geheimen Chats“, bei welchen Nachrichten nicht auf den Servern des Anbieters gespeichert werden. Damit soll verhindert werden, dass Nachrichten in irgendeiner Form abgefangen und mitgelesen werden können. Des Weiteren gibt es die „Selbstzerstörungsfunktion“. Nach einer festgelegten Zeit verschwindet eine Nachricht automatisch bei Sender und Empfänger. Eine weitere Funktion, die Telegram bietet, sind sogenannte Kanäle. Über Kanäle können Nachrichten an unbegrenzt viele Nutzer versendet werden, schreiben darf aber nur der Kanalersteller und die  Administratoren. Kanäle können hinsichtlich ihrer Funktion mit E-Mail-Verteilern verglichen werden.

Was fasziniert Jugendliche besonders an dem Angebot?

Wie auch bei WhatsApp ermöglicht Telegram eine schnelle und kostenlose Möglichkeit mit anderen in Kontakt zu treten. Darüber hinaus ist die App zumindest in Teilen sicherer und bietet Funktionen, die WhatsApp und andere Messenger-Dienste nicht aufweisen. Anhand der JIM Studie 2017 wird aber auch deutlich, dass Telegram oder andere, sicherere Messenger-Dienste von Jugendlichen nicht oder kaum genutzt werden. So wird WhatsApp bei den 12- bis 19-Jährigen mit über 80% zu der wichtigsten App erklärt.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Trotz Verschlüsselungen und geheimen Nachrichten bleibt die App nicht ganz unproblematisch. Da die Funktionen von Telegram letztlich die gleichen sind wie bei WhatsApp und das Kommunizieren im Mittelpunkt steht, können Gefahren wie Sexting und Cybermobbing nicht ausgeschlossen werden. Versendete Bilder oder Videos können vom Empfänger ebenfalls weitergeleitet werden. Die Registrierung mit einem Nutzernamen stellt ein besonderes Risiko dar: Diese sind öffentlich, sodass auch Personen, die die Handynummer nicht haben, Kontakt aufnehmen können. Der Messenger-Dienst benötigt außerdem Zugriff auf das Adressbuch und Kontakte werden auf Telegram-Servern dauerhaft gespeichert.

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter wirbt mit Datenschutz und Privatsphäre. Neben den Verschlüsselungen gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, die App mit Code oder Fingerabdruck extra zu sichern. Telegram ist außerdem Open-Source, das heißt dass jeder den Quellcode und das Kommunikationsprotokoll einsehen kann. Die App soll außerdem immer kosten- und werbefrei bleiben.

Was sollten Eltern beachten?

Wie auch bei anderen Messenger-Diensten sollten Sie vor allem für eine verantwortungsbewusste Nutzung von Telegram und Messenger-Diensten allgemein sensibilisieren. Als Eltern sollten Sie auf mögliche Gefahren aufmerksam machen. Womöglich ist eine Registrierung mit öffentlichem Nutzernamen beispielsweise nicht ratsam. Es sollten aber auch die Vorteile von Telegram und anderen sichereren Messenger-Diensten, vor allem gegenüber WhatsApp, besprochen werden, da es sich bei Telegram zumindest hinsichtlich Sicherheit und Datenschutz um eine echte Alternative handelt.

Threema

Datenschutz ist wichtig und sollte Ihren Kindern früh beigebracht werden. Einer der sicherstens Messenger-Dienste ist Threema.

Kurz gefasst:

  • kostenpflichtiger Messenger-Dienst aus der Schweiz (einmalige Kosten abhängig vom Betriebssystem, ca. 3€)
  • Registrierung via Handynummer optional, Anonymität möglich
  • Chats, Gruppenchats, Sprachanrufe und Abstimmungen möglich
  • Alle Nachrichten werden nur auf dem jeweiligen Gerät und auf keinem Server gespeichert
  • Altersfreigabe: Offiziell ab 0 Jahren (fragwürdig)

Was ist Threema?

Threema ist ein kostenpflichtiger Messenger-Dienst, ähnlich WhatsApp. Dieser ist aber so konzipiert, dass keine Datenspur entsteht: Alle Chats, Gruppen und Kontakte werden mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versendet, d.h. Nachrichten aber auch Anrufe können nur vom Empfänger entschlüsselt werden. Außerdem werden Nachrichten nach der Zustellung vom Server gelöscht. Kontakte und sogenannte Meta-Daten werden nur auf Ihrem Gerät gesichert. Der Dienst bietet ansonsten die üblichen Funktionen an: Chats und Gruppenchats, aber auch verschlüsselte Sprachanrufe sind möglich. Zudem gibt es die Möglichkeit, Abstimmungen durchzuführen.

Bei Threema können Bilder, Videos, Audio-Dateien und Emojis versendet werden. Mit Threema Web kann der Messenger vom PC aus genutzt werden. Eine Besonderheit ist, dass bei Registrierung jedem Nutzenden eine zufällige Threema-ID zugeordnet wird. Die Verknüpfung mit einer Handynummer oder E-Mail-Adresse ist möglich aber nicht verpflichtend. Dadurch kann der Messenger auch vollkommen anonym genutzt werden.

Was fasziniert Jugendliche besonders an dem Angebot?

Threema hat weit geringere Nutzerzahlen als WhatsApp. Und das, obwohl es ähnliche Funktionen bietet und der Schutz der Daten und der Privatsphäre besser geregelt ist. Ob und wie Threema Jugendliche fasziniert ist schwer zu sagen, da das Angebot bisher nur von wenigen Jugendlichen genutzt wird. Da fast jeder WhatsApp nutzt, erscheint es Jugendlichen nicht nötig, sich nach Alternativen umzusehen. Vor allem, wenn sie über die Sicherheitslücken von WhatsApp nicht Bescheid wissen.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Bei einer hohen Nutzung der App entstehen ähnliche Gefahren, wie bei allen Messengern. Cybermobbing und Sexting sind nicht auszuschließen. Hinsichtlich der Sicherheit und des Datenschutzes muss man sich bei Threema jedoch kaum Sorge machen, denn alle Nachrichten werden verschlüsselt übertragen. Weder Kontakte noch Meta-Daten werden auf einem Server zwischengespeichert. Der Quellcode ist jedoch nicht frei zugänglich, wie zum Beispiel bei Telegram der Fall ist. Dadurch ist eine unabhängige Überprüfung der Sicherheit des Programms nicht möglich.

Was meint der Anbieter?

Auf der Website wirbt Threema mit einer garantierten Privatsphäre und der besten Verschlüsselung. Fragwürdig ist jedoch die Altersfreigabe von 0 Jahren. Trotz hoher Sicherheit bleiben Risiken und Gefahren, die die Nutzung von Messenger-Diensten generell und vor allem für Kinder und Jugendliche mit sich bringen. Nutzer unter 16 Jahren benötigen theoretisch die Zustimmung ihrer Eltern, um Threema zu nutzen, was jedoch nicht überprüft wird.

Was sollten Eltern beachten?

Wie auch bei anderen Messenger-Diensten sollten Sie als Eltern vor allem für eine verantwortungsbewusste Nutzung sensibilisieren. Machen Sie auf mögliche Gefahren von Messenger-Diensten aufmerksam, thematisieren Sie aber auch die Vorteile von Threema und anderen, sichereren Messengern gegenüber WhatsApp. Eine Alternative ist zum Beispiel auch Signal. Bitte nutzen Sie auch die Sicherheitseinstellungen im Messenger selbst, z.B. das Blockieren von unbekannten Kontakten.

Cybermobbing

Fast jeder kennt den Begriff Cybermobbing. Gemeint ist damit das Beleidigen, Bloßstellen oder Bedrohen von Personen über Internet und Smartphone mit Hilfe von Snapchat, WhatsApp, Instagram und anderen Diensten. Aber nicht jede Nachricht oder jeder Post auf einem Social-Media-Profil mit dem Inhalt „Martin ist doof!“ gefährdet die Entwicklung Ihres Kindes.

Für Jugendliche ist die Welt nicht klar in „virtuelle Welt“ einerseits und „reale Welt“ andererseits getrennt. Beide Welten gehören zusammen. Auch das Schreiben im virtuellen Raum via WhatsApp, Instagram usw. ist also real. Sich über das Smartphone zu schreiben, ist prinzipiell nichts anderes als von Angesicht zu Angesicht miteinander zu sprechen. Deshalb ist Mobbing in der Regeln gleichzeitig Cybermobbing.

Eine Reihe von Schikanen kann ihre Ursache und ihren Beginn z. B. im Sportunterricht haben, in einer WhatsApp-Gruppe geäußert werden und sich verschlimmern und auf dem Schulhof fortgesetzt werden. Das kann dann auch Auswirkungen in den Klassenraum hinein haben.

Wichtige Komponenten von Cybermobbing

  • Es werden digitale Medien und Social-Media-Plattformen wie Apps, Foren, Blogs u. a. genutzt.
  • Beim Mobbing wird für oft davon ausgegangen, dass dem Opfer bewusst Schaden zugefügt werden soll. Das muss jedoch bei Cybermobbing nicht immer gegeben sein. Oft merken die „Mobber“ gar nicht, dass sie zu weit gegangen sind. Selbst wenn man sagt „Das war doch alles nur Spaß“ kann das negative Folgen haben.
  • Gerade weil ein Inhalt im Internet dauerhaft vorhanden sein kann, reicht eine Veröffentlichung als einmalige Tat aus, um langfristig Schaden anzurichten.
  • Im Internet ist es nicht so, dass der Stärkere gewinnt. Das liegt daran, dass man auch anonym Beleidigungen posten kann. Man weiß manchmal gar nicht, wer einen mobbt.
  • Es ist viel einfacher jemanden mit einer Smartphone-Nachricht zu beleidigen, als ihm eine Beleidigung direkt ins Gesicht zu sagen und die Reaktion mitzubekommen.

Arten von Cybermobbing

  • Unter Schikane versteht man einen Angriff in Form einer Beleidigung oder Drohung. Auch Stalking zählt dazu, z. B. eine SMS mit dem Text „Du dummes Opfer, wir machen Dich fertig!“ oder wiederholte E-Mails, auch nachdem das Opfer die Kommunikation zu beenden wünschte.
  • Als Verunglimpfung bezeichnet man Aktivitäten, die dem Ansehen des Opfers schaden. Dazu gehören die Verbreitung von Gerüchten und Lügen, z. B. auch (ggf. manipulierte) Fotos, die das Opfer in ein ungünstiges Licht rücken.
  • Identitätsdiebstahl/Betrug bezieht sich auf Handlungen, bei denen sich ein Angreifer oder eine Angreiferin als das Opfer ausgibt. Das kann geschehen, indem man online unter dem Namen des Opfers kommuniziert oder gleich dessen Online-Identität übernimmt, z. B. durch das Beschaffen der Zugangsdaten.
  • Bei Intimsphäreverletzungen/Verrat verbreitet die Täterin oder der Täter privates, bisweilen intimes Wissen über das Opfer. Dazu gehört die Weitergabe von z. B. Fotos aus der Umkleide, von der Toilette oder auch von sogenannten „Sextings“ (erotische oder pornografische Aufnahmen, die man nur dem eigenen Partner schickte).
  • Bei der Ausgrenzung geht es darum, das Opfer aus gemeinsamen Online-Aktivitäten auszuschließen, z. B. bei Gruppen in Sozialen Netzwerken, Messenger-Programmen oder Online-Spielen.
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https://www.youtube.com/watch?v=idDgeMkJqH4_%_

Mehr Informationen für Eltern: http://www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/cyber-mobbing/

Quelle: http://www.medien-in-die-schule.de/unterrichtseinheiten/jugend-und-handy/modul-2-cybermobbing-und-anderes-problematisches-verhalten/

WhatsApp

Der beliebteste Messenger, nicht nur unter Kindern und Jugendlichen, ist WhatsApp. Das liegt daran, dass die Kommunikation praktisch und einfach ist. Weil auch viele andere Menschen ihn benutzen, kann man darüber mit Freunden und Familie in Kontakt bleiben. Leider gibt es aber auch ein paar negative Seiten des beliebten Dienstes.

Kurz gefasst:

  • Kostenfreie Messenger-App
  • Mit der Handynummer registrieren
  • Möglichkeiten: Chats, Videoanrufe, Gruppenchats, Versenden von Videos, Fotos und mehr
  • Risiken: Weitergabe personenbezogener Daten, Gefahr von Cybermobbing und anderen Kommuniaktionsrisiken
  • Altersfreigabe: 16 Jahre

Was ist WhatsApp?

WhatsApp ist ein kostenfreier Messenger. Nach dem Download muss man sich mit einer Handynummer registrieren. Danach kann man das Profilbild und einen Profilnamen einstellen. Die wesentliche Funktion von WhatsApp ist das Versenden von Nachrichten. Das können Textnachrichten, Bilder und Videos sein. Sie können entweder an einzelne Personen oder eine ganze Gruppe versendet werden. Unter Jugendlichen ist es besonders beliebt, Emojis zu versenden. Die Nachrichten werden, anders als bei SMS, über das Internet verschickt. WhatsApp ist für Android und iOS oder als Web-App verfügbar.

Was fasziniert Jugendliche besonders daran?

Jugendliche können mit WhatsApp kostenlos und schnell mit Freunden, Eltern und Bekannte in Kontakt treten. Sie benötigen dafür eine Verbindung zum WLAN oder eine Flatrate für mobile Daten ihres Mobilfunktanbieters. Dann können sie Inhalte wie Texte und Bilder teilen, Sprachnachrichten verschicken oder Videoanrufe durchführen.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Der Dienst birgt verschiedene Risiken. Man kann z. B. sehen, wann ein User das letzte Mal online war oder ob er eine Nachricht gelesen hat oder nicht. Dadurch kann Druck entstehen, wenn sie das Gefühl haben, immer gleich antworten zu müssen. Wenn in einem Klassenchat manchmal hunderte Nachrichten täglich ausgetauscht werden, kann das Jugendliche auch überfordern.

Jugendliche können außerdem leicht mit Fremden in Kontakt kommen oder unbedacht persönliche Daten, Bilder und Videos teilen, die dann weiterverbreitet werden. Auch Kettenbriefe, dubiose Gewinnspiele, Falschmeldungen oder unverständliche Benachrichtigungen können problematisch sein.

WhatsApp greift auf zahlreiche Informationen des Nutzers zu, z. B. auf die gesamte Kontaktliste im Handy. So können auch die Kontaktdaten von Freunden an andere Personen gelangen, ohne dass man das möchte.

Was meint der Anbieter?

WhatsApp versucht, mit Sicherheitseinstellungen die Nutzung zu verbessern. Personen bzw. Telefonnummern können blockiert werden; man kann die Standortortung ausschalten und auch die Lesebestätigung von Nachrichten deaktivieren. Nutzerinnen und Nutzer können auch die Sichtbarkeit des eigenen Profils einschränken. Nachrichten werden verschlüsselt ausgetauscht, so dass sie nicht so leicht von Fremden  „gehackt“ werden können.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind jünger ist als 16 Jahre, müssen Sie der Nutzung von WhatsApp zustimmen.
Als Eltern sollten Sie darauf achten, dass Ihre Tochter oder Ihr Sohn den Messenger verantwortungsbewusst nutzt. Klären Sie Ihr Kind darüber auf, dass es keine persönlichen Daten an unbekannte Personen wetergibt und zu private Fotos mit Bekannten teilt. Gemeinsam können Sie Einstellungen für die Sicherheit vornehmen. Das geht in der App selbst, aber auch in der Verwaltung der Zugriffsrechte im Android- oder iOS-Betriebssystem (jeweils unter Einstellungen). Es kann passieren, dass bestimmte Funktionen nicht mehr benutzt werden können, wenn bestimmte Zugriffe verweigert werden.

Neben den Sicherheitseinstellungen sollten Sie Ihr Kind auch auf mögliche Gefahren wie Cybermobbing und Sexting hinweisen. Nachrichten können auch mal ein paar Minuten ungelesen bleiben und eine Antwort darf ruhig erst später kommen. Besprechen Sie als Eltern mit Ihrem Kind, dass auch im Internet ein freundlicher Umgangston herrschen sollte.

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