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Twitter – Wer zwitschert denn hier?

Als eines der größten sozialen Netzwerke ist Twitter schon seit rund 10 Jahren auf der ganzen Welt beliebt. Das Besondere ist, dass sehr kurze Texte mit maximal 280 Zeichen (sogenannte “Tweets”) gepostet werden. Deswegen wird Twitter manchmal als Kurznachrichtendienst bezeichnet.

Kurz gefasst:

  • Verbreitung von öffentlichen, kurzen Tweets 
  • nutzen hauptsächlich Erwachsene
  • Nutzung ab 13 Jahren erlaubt
  • teils heftige Diskussionen und Hasskommentare
  • kostenlos im Browser und als App für Android und iOS

Was kann Twitter?

Twitter funktioniert ähnlich wie z. B Facebook oder Instagram: Es wird ein Profil mit persönlichen Informationen erstellt, dem andere folgen können. Viele Nutzer folgen aber einfach nur den Postings anderer. Berühmte Persönlichkeiten wie Fußballspieler, Influencerinnen, Politiker oder auch Journalisten haben die meisten Follower. Auch Unternehmen und Marken sind bei Twitter vertreten. Nicht registrierte Leser können Tweets sehen, aber niemandem direkt folgen. 

Tweets bestehen oft nur aus Text und sind mit Hashtags versehen. In einem Tweet können maximal 280 Zeichen, d. h. Buchstaben, Zahlen, Satzzeichen und Symbole, genutzt werden. Aber auch Bilder, Video usw. können versendet und geteilt werden.

Die Besonderheit von Twitter ist, dass die kurzen Aussagen von meist bekannten Personen zu Diskussionen außerhalb von Twitter führen. Die Tweets von US-Präsident Trump sind dafür ein gutes Beispiel. Dabei spielt auch die “Retweet”-Funktion eine Rolle. Tweets werden geteilt oder es wird in einem eigenen Tweet darauf verwiesen. Diskussionen entspinnen sich auch oft in den Kommentaren unter den Tweets. Außerdem können Direktnachrichten über einen Chat geschrieben werden. 

Was fasziniert Jugendliche daran?

Twitter wird im Vergleich zu anderen sozialen Netzwerken relativ wenig von Jugendlichen genutzt. Wenn, dann sind es häufig politisch interessierte und engagierte junge Menschen. Aber auch beliebte Stars und Musiker sind bei Twitter und posten Informationen über sich.

Die Faszination um Twitter machen einerseits die Diskussionen aus, in denen es manchmal heftig hin und her geht. Andererseits werden manche Tweets schnell und spontan rausgeschickt. Wenn man den Tweets bei großen Events wie Fußballspielen oder Wahlen folgt, kann das sehr spannend und witzig sein, weil man die Reaktion der Zuschauer mitbekommt. Außerdem erfährt man bei Twitter, was berühmte Persönlichkeiten oder Journalisten denken und meinen.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Persönliche Informationen und Aussagen sind für alle frei zugänglich. Durch Hashtags können Tweets, die eigentlich für einen kleinen Kreis bestimmt waren, plötzlich von sehr vielen Nutzenden gesehen werden. Außerdem besteht die Gefahr, dass einige User mit schlechten Absichten versuchen, Kontakt mit Ihrem Kind aufzunehmen.

Manche Diskussion bei Twitter gehen unter die Gürtellinie und es werden rassistische oder sexistische Tweets oder Kommentare veröffentlicht. Neben Hasskommentaren kann auch die Verbreitung von Falschnachrichten ein Problem sein.

Was meint der Anbieter?

Twitter darf laut Anbieter erst ab 13 Jahren genutzt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Nutzende zu blockieren, damit sie keinen Kontakt mehr aufnehmen können. User können außerdem Personen melden, die problematische Inhalte tweeten, also z. B. Hasskommentare oder Beleidigungen. Seit Kurzem löscht Twitter nach eigenen Angaben aktiv Tweets, Profilbilder oder Informationen mit diskriminierenden Inhalten, sobald diese gemeldet wurden und sperrt Konten.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind unter 18 Jahren ist, müssen Sie einer Registrierung bei Twitter zustimmen. Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, wie es bei Bedarf problematische Inhalte oder User bei Twitter melden oder blockieren kann. Mit der Möglichkeit, eigene Tweets zu schützen, können diese nur von einem ausgewählten Kreis gesehen werden. Erklären Ihrem Kind, wer unter Umständen persönliche Daten und Aussagen sehen kann und welche Konsequenzen das haben kann. Helfen Sie Ihrem Kind, Inhalte auf Twitter zu verstehen und einzuordnen, indem Sie mit ihm darüber sprechen, dass es bei Diskussionen heiß hergehen kann und welche Risiken es sonst noch gibt.

Konflikte im Netz

Unter YouTube-Videos oder in sozialen Netzwerken findet man oft Kommentare von Leuten, die sich aufregen, beleidigen oder einfach nur rumpöbeln. Viele Nutzer haben schon Kontakt mit Mobbing gehabt – bei sich oder bei anderen. Nicht nur Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, werden von anderen Internetnutzern fertiggemacht. Gehört das einfach zum Leben dazu?

Hinter Konflikten stecken immer Menschen – auch online

Das Internet kann nichts dafür, dass Menschen aneinander geraten oder sich schaden wollen. Im Netz ist es aber für einige Menschen besonders verlockend, zu betrügen, zu beleidigen oder zu bedrohen. Es fällt ihnen leichter, Konflikte anzuzetteln, wenn sie nicht direkt merken, dass die andere Person leidet. Dabei sind Gemeinheiten nicht weniger schlimm, nur weil sie online stattfinden.

Das Internet ist keineswegs ein rechtsfreier Raum und niemand sollte Angst haben müssen, ins Netz zu gehen. Es gelten die gleichen Regeln und Gesetze wie sonst auch, und es ist wichtig, dass alle diese kennen und einhalten.

Konflikte gibt es überall

Zwischen Menschen kommt es immer mal zu Konflikten, auch Kinder und Jugendliche streiten sich. Das ist ganz normal und so lernen sie, mit Konflikten umzugehen – offline wie online. Allerdings ist es für sie oft schwieriger einzuschätzen, wie weit man gehen kann und ab wann Grenzen überschritten sind. Besonders bei Hassnachrichten und Mobbing sind Kinder und Jugendliche manchmal sehr gemein, ohne dass sie es selbst merken.

Je älter Ihr Kind wird, desto mehr ist es online unterwegs und kann dort auch mit Erwachsenen in Konflikte geraten. Im Teeniealter nutzen Kinder mehr und mehr Plattformen oder Apps, auf denen sie auf Nachrichten, Kommentare und Inhalte stoßen können, die Hass, Hetze und Unwahrheiten verbreiten. Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihr Kind dabei nicht allein lassen und rechtzeitig darauf vorbereiten, wie es damit umgehen kann.

Der Umgang mit Konflikten

Das Wichtigste ist, dass Ihr Kind weiß, dass Sie ansprechbar sind und bei Problemen und Konflikten unterstützen. Kinder und Jugendliche lernen erst nach und nach, Risiken und Gefahren gut einzuschätzen und mit Konflikten umzugehen. Dabei können verschiedene Strategien hilfreich sein:

  • Gewaltfrei kommunizieren. Auch wenn es manchmal schwer fällt, sollte man selbst stets höflich bleiben und den Konflikt damit nicht weiter anheizen.
  • Lieber face-to-face. Online kommt es schnell zu Missverständnissen. Außerdem ist die Hemmschwelle zu Gemeinheiten niedriger. Besser ist, man klärt einen Konflikt in einem direkten Gespräch.
  • Problem benennen.     Es ist wichtig, dass man ein Problem auch als solches bezeichnet, wenn man Beleidigungen, Bedrohungen oder Hass entdeckt.
  • Grenzen setzen. Man muss dem Gegenüber deutlich machen, wann eine Grenze erreicht ist. Manchmal hilft das schon, einen Konflikt einzudämmen.
  • Hilfe holen. Man muss nicht alles alleine schaffen. Man kann sich Freunde, Familie, Lehrkräfte oder auch andere Leute im Netz suchen, die einen unterstützen.
  • Unterstützen. Manchmal bekommt man einen Konflikt mit, ist aber selbst nicht beteiligt. Dann ist es wichtig, Hilfe anzubieten und die betroffene Person zu unterstützen.
  • Widersprechen. Wenn man sich traut, kann man auch diskutieren und widersprechen. Hier bietet sich an, erstmal nur klare Grenzen zu setzen und Probleme zu benennen.
  • Melden. Alle Plattformen im Netz bieten an, dass Inhalte gemeldet werden. Wenn man also Beleidigungen, Hassinhalte, Fake News oder ähnliches sieht, kümmern sich meistens auch die Plattformen darum, wenn man ihnen Bescheid gibt.

Mehr zum Thema “Konflikte im Netz” gibt es bei folgenden Anlaufstellen:
– Umgang mit Hass in Social Media bei der Amadeu-Antonio-Stiftung.
– Mobbing bei Juuuport.
– Umgang mit Betrug und Falschinformationen bei Mimikama.

Private Kommunikation mit Instagram Threads?

Für viele Jugendliche ist es normal, andere durch Bilder und Videos in sozialen Netzwerken in ihren Alltag blicken zu lassen. Manche Momente sind allerdings so persönlich, dass man sie nicht mit allen Instagram-Freunden und -Followern teilen möchte, sondern nur mit ausgewählten Menschen. Dafür hat Instagram die Filterfunktion für “enge Freunde” und mit Instagram Threads eine dazu passende Messenger-App entwickelt.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Messenger-App für iOS und Android
  • Verbindung mit dem eigenen Instagram-Konto
  • funktioniert auf dem Smartphone auch ohne Installation von Instagram
  • Fotos, Stories und Direktnachrichten werden nur mit ausgewählten Personen geteilt
  • Mindestalter laut AGB: 13 Jahre

Was kann Instagram Threads?

Mit Instagram Threads wird die Kommunikation auf den selbst bestimmten engen Freundeskreis beschränkt. Beim Aufrufen der App wird direkt die Kamera geöffnet. Die App erinnert so stark an Snapchat. Mit ausgewählten Freunden lassen sich Fotos, Stories sowie der eigene Status teilen und Nachrichten austauschen. Beste Freunde können sich per Kurzwahl mit nur einem Klick Fotos senden. Ein besonderes Feature ist der Auto-Status, den die App aus den eigenen Standort- und Bewegungsdaten automatisch erstellen kann. Dadurch wird Freunden angezeigt, ob man z. B. gerade zu Hause, im Urlaub oder in der Innenstadt am Pizza essen ist.

Ein Vorteil von Threads ist, dass man es auch ohne die originale Instagram-App auf dem Smartphone nutzen kann, wenn man nur ab und zu in seine Instagram-Nachrichten schauen möchte.

Was fasziniert Jugendliche daran?

Die App ist auf das Verschicken von Nachrichten und Fotos mit Freunden reduziert. Es lassen sich eben kurz Nachrichten checken, ohne dass man von den neuesten Bildern und Stories all seiner abonnierten Instagram-Profilen abgelenkt wird. Es geht eher um das Teilen von Fotos und Nachrichten mit engeren Kontakten.

Instagram wird nicht nur von jungen Menschen genutzt, sondern auch von vielen Erwachsenen und allen möglichen Stars und Unternehmen. Dadurch sind Jugendliche nicht wirklich “unter sich” – mit Threads aber schon.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Obwohl die App mehr Privatsphäre verspricht, weil man darüber nur mit “engen Freunden” kommuniziert, verzichtet man gleichzeitig darauf, wenn man den Auto-Status aktiviert. Entscheidet sich Ihr Kind dazu, sammelt die App permanent Daten darüber, wo sich Ihr Kind aufhält, wie schnell es sich bewegt und wie sein Akkustand aktuell ist. Dann wissen nicht nur die App-Anbieter, sondern auch alle in der Freundesliste, wo man gerade ist.

Viele Influencer und Influencerinnen haben die “enge Freunde”-Funktion als Möglichkeit des Geldverdienens entdeckt. Leute können dafür bezahlen, in ihre Liste aufgenommen zu werden und erhalten dann exklusive und/oder private Inhalte ihrer Instagram-Lieblinge. Mit Freundschaft und Privatsphäre hat das nichts zu tun, sondern es geht nur ums Geldverdienen.

Was meint der Anbieter?

Mit dem Einverständnis der Eltern dürfen Kinder ein Instagram-Konto einrichten, wenn sie 13 Jahre alt sind. Die Standort- und Bewegungsdaten, die es für den Auto-Status braucht, werden laut Instagram nicht für Werbezwecke verwendet. Sie werden aber die ganze Zeit über erhoben, selbst wenn die App gerade nicht genutzt wird.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Sie sich dazu entscheiden, der Nutzung von Instagram Threads zuzustimmen, sollten Sie das Konto zusammen mit Ihrem Kind und die Einstellungen gemeinsam durchgehen. Sprechen Sie darüber, welche Folgen das Teilen des eigenen Standorts in Stories oder im Status haben kann und legen Sie in den Einstellungen fest, auf welche Daten die App Zugriff haben darf und auf welche nicht.

Die App bringt nur dann einen Mehrwert, wenn man über sie wirklich nur mit guten Freunden kommuniziert. Ihr Kind sollte unbedingt nur Menschen in die Liste der “engen Freunde” aufnehmen, die es auch kennt. Legen Sie gemeinsam Regeln fest, welche Inhalte Ihr Kind teilen sollte und welche nicht. Sie können sich an unseren “Rechtlichen Hinweisen für die Social-Media-Nutzung” orientieren.

Versuchen Sie nachzuvollziehen, warum es Ihrem Kind wichtig ist, einen Status oder bestimmte persönliche Informationen zu teilen. Besprechen Sie die Gefahren und Risiken, damit Ihr Kind diese auch verstehen kann. Das offene Gespräch darüber ist wichtig, damit Ihr Kind weiß, dass es sich Ihnen anvertrauen kann, falls es zu Belästigung, verstörenden Inhalten und Cybermobbing kommt.

Wenn die ganze Klasse chattet

Messenger-Apps wie WhatsApp gehören zu den “Must Haves” der allermeisten – auch von Kindern und Jugendlichen. In der Schule können Klassenchats sehr praktisch sein. Man kann sich untereinander über Lernstoff, Hausaufgaben und organisatorische Dinge austauschen. Solche Chatgruppen können aber auch zur Belastung werden.

Chatgruppen in Messenger-Diensten

Über Messenger-Apps kommuniziert man entweder persönlich mit einzelnen oder in Gruppenchats mit mehreren Menschen gleichzeitig. Es gibt Familiengruppen, Chats unter Freunden oder der Sportmannschaft, Klassenchats und viele mehr.

Jeder kann eine Chatgruppe gründen und als Administrator Mitglieder hinzufügen, die den gleichen Messenger benutzen und in den Kontakten abgespeichert sind. Jede Person, die Teil der Gruppe ist, kann Nachrichten, Fotos oder Videos senden, die von allen Mitgliedern gesehen werden. Administrations- und Schreibrechte können je nach Messenger-Dienst an Mitglieder vergeben werden.

Klassenchat – Segen oder Fluch?

Die meisten Kinder ab ca. 12 Jahren haben ein eigenes Smartphone und nutzen einen Messenger. Deshalb gibt es in vielen Schulklassen Gruppenchats, über die die Kinder wichtige und unwichtige Dinge miteinander teilen. Außerdem können sie sich darüber ganz ohne Erwachsene austauschen.

Solch ein Chat kann das Gemeinschaftsgefühl einer Klasse stärken. Problematisch ist nur, wenn nicht jeder ein Smartphone und die entsprechende App hat. Einzelne Schülerinnen oder Schüler können sich ausgeschlossen fühlen und bekommen bestimmte Dinge nicht mit. Hier kann auch Gruppenzwang eine Rolle spielen.

Viele Kinder in einer Chatgruppe bedeuten oft auch viele Nachrichten. Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, was interessant oder lustig ist. Manche möchten das mit anderen teilen, andere sind genervt von der Nachrichtenflut. Auch Kettenbriefe werden häufig über Klassenchats verbreitet und nicht jeder kann damit sicher umgehen. Wichtige Nachrichten können da schnell untergehen. Es kann auch zu Stress führen, wenn das Handy ständig piepst und man meint, immer reagieren zu müssen.

Nicht nur in der persönlichen Kommunikation auch über den Chat kann es zu Konflikten untereinander kommen. Im schlimmsten Fall werden einzelne Personen gemobbt. Im Gruppenchat kann sich das hochschaukeln und wer andere übers Smartphone beleidigt, merkt nicht, wie die Person auf der anderen Seite reagiert und macht vielleicht immer weiter.

Ein weiteres Problem ist der Datenschutz. Schnell wird ein Foto oder eine Handynummer über den Gruppenchat mit allen geteilt, ohne dass man sich darüber Gedanken gemacht hat, wen die Nachricht alles erreicht. Solche Nachrichten können von allen weiterverbreitet und abgespeichert werden. Auch die Messenger-Dienste selbst behandeln die Daten ihrer Nutzer unterschiedlich sensibel. Von WhatsApp z. B. werden viele Daten gespeichert und unbemerkt weitergegeben.

Manche Jugendliche nutzen Chatgruppen auch, um problematische Inhalte, wie z. B. kinderpronografisches Material, darüber zu versenden oder die Meinung der Mitglieder zu beeinflussen.

Worauf sollten Sie und Ihr Kind achten?

Bei all diesen Risiken sollten Sie zuerst das Recht und den Wunsch Ihres Kindes beachten, Teil der Klassengemeinschaft zu sein. Das muss nicht bedeuten, dass man die Gefahren außer Acht lässt. Diese sollte auch Ihr Kind kennen. Sprechen Sie deshalb mit ihm darüber. Durch die Wahl des Messenger-Dienstes, Sicherheitseinstellungen und Chat-Regeln lassen sich die Risiken begrenzen.

Tauschen Sie sich mit den Eltern der anderen Kinder aus und überlegen Sie, ob Sie sich gemeinsam auf einen datensicheren Messengerdienst wie z. B. Signal, Threema oder Hoccer einigen können. Zeigen Sie Ihrem Kind, welche Datenschutzeinstellungen und Sicherheitsfunktionen das Smartphone und die Messenger-App selbst bietet – wie beispielsweise das Blockieren oder Melden von Kontakten. Außerdem sollte die Frage geklärt werden, wie diejenigen informiert werden, die kein Smartphone oder die jeweilige Messenger-App haben, damit kein sozialer Zwang entsteht.

Mindestens ebenso wichtig ist das Vereinbaren von Regeln, wie man miteinander umgehen möchte – das gilt nicht nur offline, sondern auch online. Dazu könnte z. B. gehören, dass nur über bestimmte Dinge geschrieben werden darf, dass es Zeiten gibt, in denen geschrieben wird oder dass Beleidigungen und das Verschicken persönlicher Bilder verboten sind. Mehr Tipps dazu gibt’s bei Handysektor. Kommt es zu Grenzüberschreitungen, Beleidigungen und Cybermobbing ist es wichtig, nicht wegzuschauen, sondern aktiv zu reagieren. Es sollte in der Klasse festgelegt werden, an wen man sich wenden kann, wenn man selbst oder jemand anderes im Chat unfair behandelt wird. Ausgewählte Vertrauenspersonen können vertrauenswürdige Erwachsene oder Mitschüler und Mitschülerinnen sein, die vorher geschult wurden.

Außerdem sollten Sie als gutes Vorbild vorangehen, indem Sie z. B. das Handy im Gespräch mit anderen auch mal weglegen, einen sicheren Messenger verwenden und nicht ohne zu fragen, Bilder Ihres Kindes in der Familiengruppe teilen. Dann wird auch Ihr Kind sicher und mit Spaß Chatgruppen nutzen können.

Facebook Messenger

Mit der App Facebook Messenger, die mit dem eigenen Facebook-Konto verbunden ist, lassen sich Nachrichten, Bilder, Videos und Sprachnachrichten versenden.

Kurz gefasst:

  • kostenfreie Messenger-App
  • Nutzung über den persönlichen Facebook-Account (keine Handynummer erforderlich)
  • Altersfreigabe laut AGB ab 16 Jahren (ab 13 Jahren mit Genehmigung der Eltern)
  • Risiken: Weitergabe personenbezogener Daten, Gefahr von Cybermobbing und anderen Kommunikationsrisiken

Was kann der Facebook Messenger?

Wer ein Facebook-Profil hat, kann damit auch den Messenger verwenden. Das Versenden von Nachrichten, Sprachmitteilungen sowie Fotos und Videos sind in Einzel- und Gruppenchats möglich. Außerdem kann man über den Messenger Online-Games mit Freunden spielen oder eine Story teilen. So werden Facebook-Funktionen mit einem Chat kombiniert.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Obwohl die Altersbeschränkung wegen der EU-Datenschutzverordnung auf 16 Jahre festgelegt wurde, verwenden auch jüngere Menschen den Facebook-Messenger. Er ist besonders praktisch, da viele Menschen einen Facebook-Account haben und deshalb auch den Messenger nutzen. So kann man mit Leuten kommunizieren, ohne dabei die eigene Handynummer herausgeben zu müssen. Nicht immer kennen Klassenkameradinnen oder Freunde aus dem Sportverein die Nummer. Der Kontakt mit neuen oder nicht so engen Bekanntschaften kann dann über Facebook einfach hergestellt werden.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Theoretisch kann jede Person mit einem Facebook-Profil von allen anderen Facebook-Nutzerinnen und -Nutzern angeschrieben werden – allein über den (Facebook-)Namen der Person. In den Privatsphäre-Einstellungen kann man die Sichtbarkeit des eigenen Profils und die selbst geteilten Inhalte jedoch einschränken. Trotzdem besteht die Gefahr, von fremden Menschen angeschrieben und eventuell belästigt zu werden.

Spiele-Anfragen sprechen besonders Jüngere an, können aber auch als nervig empfunden werden und  problematisch sein. Oft handelt es sich außerdem um externe Angebote, für die Facebook nicht die Verantwortung hat. Mehr zu Spieleseiten und ihre Risiken können Sie hier nachlesen.

Der Facebook Messenger verlangt viele Zugriffsberechtigungen auf das eigene Handy, z. B. auf Kontakte, andere Apps, das Mikrofon oder die Kamera. Facebook steht in der Kritik, besonders viele Daten der Nutzer und Nutzerinnen abzugreifen und an Firmen weiterzugeben, die sie für Werbung nutzen. Dies gilt auch für WhatsApp und Instagram, die ebenfalls zu Facebook gehören. Mittlerweile gibt es einige alternative Messenger, die weniger Daten sammeln und als sicherer gelten, z. B. Threema, Signal und Hoccer.

Was meint der Anbieter?

Facebook hat einige Voreinstellungen vorgenommen: Anfragen von befreundeten Menschen landen im Posteingang, während die Nachrichten fremder Personen zunächst unter “Nachrichtenanfragen” abgelegt werden. Diese Nachrichten können angenommen oder abgelehnt werden. Außerdem filtert Facebook Nachrichten, die Spam sein könnten, heraus. Unter “Gefilterte Nachrichten” kann man diese finden. Die Gefahr von Cybergrooming ist dadurch jedoch nicht ausgeschlossen.

Facebook hat einen großen Hilfebereich mit Sonderseiten für Eltern, Jugendliche und Pädagogen eingerichtet. Dort finden Sie u. a. weitere Informationen und Unterstützung im Umgang mit unerwünschten Nachrichten.

Was sollten Eltern beachten?

Für jüngere Kinder unter 13 Jahren ist der Facebook Messenger aus Datenschutzgründen nicht geeignet, auch wenn er im App Store und Google Play Store mit der Altersstufe 12 gekennzeichnet ist. Ist Ihr Kind zwischen 13 und 16 Jahre alt, kann es den Messenger nutzen, wenn Sie als Elternteil zugestimmt haben.

Denken Sie daran, dass für Ihr Kind soziale Kontakte mit der Pubertät immer wichtiger werden und digitale Kommunikation genauso dazugehört wie die Gespräche auf dem Pausenhof oder Schulweg. Sie sollten gemeinsam entscheiden, ab wann es die App nutzen kann. Sprechen Sie über Risiken wie Cybergrooming und Cybermobbing und unterstützen Sie Ihr Kind im Umgang mit sozialen Netzwerken. Klären Sie Ihr Kind darüber auf, was es tun kann, wenn es sich im Chat unwohl oder belästigt fühlt und seien Sie immer ansprechbar. Niemals sollte Ihr Kind einer fremden Person Bilder schicken oder persönliche Daten mitteilen. Sollte ihrem Kind etwas Unangenehmes begegnen oder passieren, zeigen Sie Verständnis und schauen Sie gemeinsam, was Sie dagegen unternehmen können. Nutzen Sie außerdem die Privatsphäre-Einstellungen von Facebook.

Grundsätzlich sollten Sie Ihrem Kind bewusst machen: Auf den Servern von Facebook wird alles gespeichert, was es versendet. Menschen, die bei Facebook arbeiten, haben Zugriff auf die Nachrichten, etwa um gemeldete Nachrichten überprüfen. Dadurch sind die Nachrichten nie vollkommen privat. Sie können auch verschlüsselte Nachrichten auf Facebook austauschen: Hier erfahren Sie wie Sie eine geheime Konversation starten können. Die Geheimnachrichten können dann auch Personen nicht sehen, die an die Zugangsdaten Ihres Facebook-Kontos gelangt sind.

Eltern fragen – wir antworten: FOMO – Was ist das?

Franks Tochter hat ständig ihr Smartphone in der Hand, weil sie Angst hat, etwas im digitalen Raum zu verpassen. Das Phänomen nennt man „Fear Of Missing Out“, kurz FOMO. Medienpädagogin Lidia de Reese erklärt, warum Messenger und Co. auch überfordern können und was man dagegen tun kann.

Eltern fragen – wir antworten: Welche Gefahren können meinem Sohn bei der Nutzung von Whatsapp & Co. begegnen?

Mark fragt sich, welche Herausforderungen es bei der Nutzung von Messengerdiensten gibt und worauf er und sein Sohn (16) achten sollten? Medienpädagoge Björn Schreiber gibt ein paar Hinweise und Antworten.

Das Phänomen FOMO – Fear of Missing Out

Das Smartphone vibriert, der bekannte Nachrichtenton erklingt, sofort greift man zum Gerät und muss unbedingt wissen, wer schreibt. Jugendliche checken gefühlt ständig, ob neue Text- oder Sprachnachrichten eingegangen sind oder ob sie Kommentare und Likes auf Social Media-Beiträge erhalten haben. Das kommt Ihnen als Eltern vielleicht bekannt vor und Sie haben den Eindruck, dass Ihrem Kind in manchen Momenten nichts wichtiger ist als sein Smartphone. Es ist ein ganz typisches Phänomen – nicht nur bei Jugendlichen. Dieses Phänomen hat sogar einen Namen: FOMO steht für „Fear of missing out“ und beschreibt die Angst davor, etwas zu verpassen oder nicht mitzubekommen.

Sich über Messenger-Dienste und Social Media austauschen, ist für Jugendliche sehr wichtig, um Freundschaften zu pflegen, sich mitzuteilen und die Wirkung auf andere auszutesten. Es werden Erfahrungen und Erlebnisse geteilt, Konflikte ausgetragen, erste Verliebtheit und Beziehungen erlebt. Mit dem Smartphone können Jugendliche das eigenständig, unbeobachtet von Erwachsenen und selbstbestimmt tun. Aber natürlich kann das auch zu einem Gefühl von Stress führen, wenn man meint, ständig erreichbar sein und schnell auf Nachrichten reagieren zu müssen. Dabei spielen Gruppenchats eine besondere Rolle.

Wer nicht im Klassenchat ist, kriegt nichts mit

Bei der Nutzung von Messengerdiensten in der Gruppe, vor allem beim „Klassenchat“, entstehen noch einmal besondere Herausforderungen. Denn Ihr Kind möchte natürlich wissen, was dort passiert und besprochen wird, wenn digital nach und vor der Schule oder am Wochenende kommuniziert wird. Für Kinder, die hier nicht dabei sein dürfen, entsteht schnell das Gefühl, vollkommen außen vor zu sein, weil sie einen Großteil der Klassengespräche nicht mitbekommen. Für diejenigen, die dabei sind, bedeuten Klassenchats oft eine Vielzahl an Nachrichten, auch spät abends und nachts noch oder früh am Morgen. Der Stress und Druck, dabei zu sein und hinterher zu kommen, auf das Geschriebene reagieren zu können, kann als groß und belastend empfunden werden.

Was können Sie als Eltern tun?

Regeln für die Nutzung solcher Gruppen- oder Klassenchats können helfen: Vereinbaren Sie Zeiten, zu denen Ihr Kind diese nutzt. Bei getroffenen Vereinbarungen sollte es aber vorrangig um den Umgang miteinander in solchen Chats gehen. Wichtig: Das Thema betrifft nicht nur Ihre Familie, sondern alle in der Klasse Ihres Kindes. Deshalb besprechen Sie das Thema am besten beim Elternabend oder suchen Sie das Gespräch mit den Eltern der Schulfreunde.

Die grundsätzliche Frage gilt für uns alle, also Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen: Wie können das Smartphone und vor allem Messenger bewusster genutzt werden? Jugendliche sagen in Studien sogar selbst, dass sie sich gestresst fühlen oder auch genervt sind, wenn Freunde oder Eltern ständig aufs Smartphone schauen. Wir Erwachsene müssen hier Vorbild für einen bewussten Umgang mit digitalen Medien sein. Dazu gehört auch, offen in der Familie darüber zu sprechen, warum es uns so wichtig ist, immer schnell zu reagieren und nichts verpassen zu wollen, etwa weil wir dann aufgeregt sind und ein Glücksgefühl empfinden. Überlegen Sie gemeinsam als Familie, was man tun kann, um den Stress etwas abzubauen und Freiräume zu schaffen. Zum Beispiel können Sie gemeinsam überlegen, wann das Smartphone einfach mal weggepackt oder der Flugmodus eingestellt wird, sodass man nicht immer sofort benachrichtigt wird – ob nun beim Essen, Filmabend, zur Schlafenszeit usw. Unterstützen und motivieren Sie Ihr Kind dazu, das Thema auch mit den Freundinnen und Freunden oder in der Schulklassen zu besprechen.

Medien – voll unsozial?

“Bloß kein Smartphone in der Schule! Sonst gucken die Kinder in den Pausen nur auf ihre Displays, statt miteinander zu spielen und zu sprechen.” Obwohl man von sozialen Medien spricht, gibt es die Angst, dass Kinder und Jugendliche aber auch Erwachsene immer weniger direkt miteinander sprechen, weil sie die ganze Zeit mit ihren Smartphones beschäftigt sind.

Machen Medien wirklich unsozial?

Für viele ist es bereits normal, beim gemeinsamen Treffen mit Freunden ab und zu auf das Smartphone zu linsen. Gleichzeitig haben vielleicht auch Sie Ihr Kind schon einmal ermahnt, nicht so lange am Handy oder der Spielkonsole zu daddeln, statt bei dem schönen Wetter draußen mit Freunden zu spielen.

Das Problem ist aber nicht das Gerät selbst, sondern unser Umgang damit! Es bietet so viele Möglichkeiten, dass wir gelegentlich unser direktes Umfeld vergessen, wenn wir das Smartphone in der Hand haben. Gleichzeitig nutzen wir soziale Medien, um uns mit Menschen, die uns gerade nicht gegenüberstehen, auszutauschen und in Kontakt zu bleiben. Also machen Medien eigentlich gar nicht unsozial. Wir sollten Kindern und Jugendlichen nur einen besseren Umgang damit vorleben.

Man kann beobachten, dass in Jugendgruppen scheinbar jeder für sich auf dem Smartphone rumdaddelt. Wenn man genau hinschaut, kann man aber feststellen, dass sie dabei durchaus miteinander sprechen. Es ist für uns Erwachsene nur ungewohnt. Vielleicht sollten wir akzeptieren, dass Jugendliche heute anders miteinander umgehen. In unserer Kindheit gab es schließlich keine Smartphones! Auch die Kommunikation über Messenger wie WhatsApp ist für Jugendliche sehr wichtig, denn sie brauchen den sozialen Austausch für ihre Entwicklung.

Ein anderer Aspekt ist der soziale Umgang im Netz. Wenn man sich beim “Sprechen” nicht gegenüber steht, gehen manche Dinge verloren oder man geht einfach anders miteinander um. Erfahren Sie mehr dazu in unseren Beiträgen zu Hetze im Netz und Kommunikation mit Emojis. Auch Cybermobbing kann eine unangenehme Folge des Umgangs miteinander über Social Media sein.

Auf die Nutzung kommt es an

Wir sollten besser darauf achten, was uns im Kontakt miteinander wichtig ist. Vielleicht stört es die Freundin nicht, wenn ich zwischendurch im Gespräch mit ihr auf mein Smartphone gucke. Wenn doch, sollte man das ansprechen und Regeln vereinbaren. Das gilt auch für den Medienumgang in der Familie. Eine Möglichkeit ist die gemeinsame Erstellung eines Mediennutzungsvertrags, der nicht nur Regeln zu Zeiten, sondern auch zum sozialen Miteinander in Bezug auf Medien enthält.

Wenn Sie sich als Eltern wünschen, dass Ihr Kind im Gespräch mit Ihnen und anderen, das Handy in der Tasche lässt, sollten Sie als gutes Beispiel vorangehen.

Das Sozialverhalten innerhalb der Medien sollte sich nicht grundsätzlich von dem außerhalb unterscheiden. Was man sich im persönlichen Miteinander wünscht, kann auch auf das Netz übertragen werden. Es ist toll, dass man über Social Media mit Menschen so einfach in Kontakt bleiben kann, aber das erfordert auch ein bisschen Mühe. Auch in der WhatsApp-Gruppe sollte es Regeln geben, damit die Kommunikation nicht in Stress ausartet.

Wenn Kinder und Jugendliche sich online via Messenger oder sozialen Plattformen vernetzen, können sie dort lernen, sich auszutauschen, auszudrücken und darzustellen. Auch die digitale Kommunikation ist eine Form von Interaktion.

Da Unternehmen hinter den verschiedenen Social-Media-Plattformen stehen und diese mit unserer Kommunikation Geld verdienen möchten, darf man den eigenen Schutz der Privatsphäre bei der Nutzung dieser Apps nicht aus den Augen verlieren.

Discord und Teamspeak – was ist das eigentlich?

Sie selbst nutzen wahrscheinlich WhatsApp oder einen anderen Messenger, um mit Ihrer Familie und Freunden zu schreiben, Emojis und Fotos zu verschicken. Gamer nutzen noch ganz andere Programme, über die sie am Laptop oder mit dem Smartphone während des Spielens mit anderen in Kontakt stehen. Sie heißen Discord oder Teamspeak.

Kurz gefasst:

  • Messenger-Dienste, die vor allem im Gaming-Bereich verwendet werden
  • USK-Altersfreigabe: ab 12 Jahren
  • Teamspeak ist kostenpflichtig, Discord ist in der Basisvariante kostenlos
  • als App oder Browseranwendung nutzbar

Was ist Teamspeak?

Die Plattform gibt es seit dem Jahr 2001. Schon damals wurde sie bei Online-Rollenspielen genutzt. Teamspeak bietet verschiedene Funktionen. Um über Teamspeak zu kommunizieren, verbindet sich jeder Benutzer mit einem Server. Dafür muss man im Regelfall eine monatliche Gebühr zahlen. Spieler können über diese Chat-Software parallel zum Gaming miteinander schreiben und telefonieren. Man kann mit nur einer Person kommunizieren, aber auch in Gruppen miteinander chatten und Dateien austauschen.

Die Teamspeak-App ist kostenpflichtig. Die Nutzung des Webclients kostet nichts. Wenn man ein Spiel auf einem eigenen Server spielen und Teamspeak nutzen möchte, kauft man sich virtuellen Teamspeak-Server.

Was ist Discord?

Discord ist seit dem Jahr 2015 kostenlos für alle Plattformen verfügbar. Das Angebot steht in Konkurrenz zu Teamspeak sowie anderen Betreibern von Kommunikationstools, da sich die Funktionen ähneln. Gerade gaming-interessierte Jugendliche nutzen Discord alternativ zu WhatsApp.

Auch bei Discord steht die parallele Nutzung während des Online-Spielens im Vordergrund. Sie können mit anderen Personen privat und in Gruppen telefonieren und chatten. Auch Videoanrufe und das Verschicken von Emojis sind möglich. Es gibt eine kostenpflichtige Premium-Variante (“Nitro”), die weitere Features bietet und Mediendateien schneller verschickt.

Durch das dunkle Design von Discord, wirkt die Seite wesentlich moderner und übersichtlicher als Teamspeak. Die Software lässt sich zudem einfacher bedienen. Allerdings werden bei Discord nicht so viele Anpassungsmöglichkeiten wie bei Teamspeak geboten.

Was fasziniert Jugendliche an dem Angebot?

Das Spielen von Online-Games ist für Kinder besonders reizvoll, wenn es gemeinsam mit Freunden oder anderen Mitspielenden stattfindet. Es macht ihnen Spaß, sich mit anderen zu messen. Da das Spielen meistens alleine vor einem Bildschirm stattfindet, kann der Wunsch entstehen, sich mit anderen austauschen zu wollen. Dafür sind Teamspeak und Discord zwei gute Optionen. Durch die Möglichkeit Kanäle öffentlich oder privat anzulegen, ist Kommunikation auf unterschiedlicher Ebene möglich – zum privaten Austausch ebenso wie zur Information.

Was sollte man bei den Angeboten beachten?

Wenn Ihr Kind Gamer ist und eines der Programme nutzen möchte, sollten Sie gemeinsam entscheiden, welches geeignet ist. Recherchieren Sie zu den beiden Angeboten und probieren Sie diese, wenn möglich, vorher aus. Da beide Angebote persönliche Daten erheben, sollten Sie sich auch über die aktuellen Datenschutzregelungen schlau machen. Ein Pluspunkt von Discord ist, dass hier auf Werbung verzichtet wird, da sich das Unternehmen zum größten Teil durch Sponsoren finanziert. Ein Nachteil: Man nimmt an, dass sich über Discord Menschen mit rechtsextremer Gesinnung austauschen. Diese Gefahr sollten Sie im Blick haben, falls Ihr Sohn oder Ihre Tochter das Tool nutzen möchte. Wobei nicht auszuschließen ist, dass auch andere Internetprogramme zu solchen Zwecken genutzt werden.

Was meint der Anbieter?

Discord gibt an, keine Daten an Dritte zu verkaufen. Eine langfristige Datenspeicherung findet nach eigener Aussage nicht statt.

Was sollten Eltern beachten?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die verantwortungsvolle Nutzung solcher Programme und welche Gefahren damit verbunden sind. Persönliche Daten sollten im Chat nicht an fremde Personen weitergegeben werden. Es ist zudem möglich, mit unbekannten Personen in Kontakt zu kommen. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, wenn es dabei mit unangenehmen oder ängstigenden Inhalten in Kontakt kommt.

Was ist eigentlich… Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?

Eltern und Kinder kommunizieren nicht nur persönlich miteinander, sondern auch über das Smartphone. Täglich werden Text- und Sprachnachrichten, Fotos und Videos verschickt. Am liebsten wird dafür WhatsApp genutzt. Seit April 2016 benutzt die App die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Aber was ist das eigentlich?

Was passiert, wenn ich mit dem Smartphone Nachrichten schreibe?

Stellen wir uns folgende Situation vor: Mama und Ben benutzen beide WhatsApp. Mama schreibt eine Nachricht an Ben: „Hallo Ben, ist die Schule schon zu Ende?“. Wenn Mama die Nachricht abschickt, wird sie als erstes an die Server von WhatsApp gesendet. Von dort wird die Nachricht dann an Ben weitergeleitet. Im Anschluss kann er die Nachricht auf seinem Smartphone lesen. Im Vergleich zur Briefpost geschieht der Austausch online in nur wenigen Sekunden.

Was ist (Ende-zu-Ende-)Verschlüsselung?

Wenn eine Nachricht verschlüsselt wird, kann der Inhalt nicht mehr gelesen werden. Erst mit dem passenden Schlüssel kann die Nachricht wieder hergestellt werden. Man kann das mit einem Brief vergleichen, das mit einem Schloss versehen ist. Nur die Person mit dem richtigen Schlüssel kann den Brief öffnen, um zu lesen was darin steht. Wenn Mama also eine verschlüsselte Nachricht an Ben schickt, kann niemand außer ihm lesen, was in dieser Nachricht steht. Das ist wichtig, weil auf dem Weg von Mamas Smartphone zu den WhatsApp-Servern und von dort weiter zu Bens Smartphone viel passieren kann. Die Nachricht könnte unterwegs z. B. von Hackern und Überwachungsdiensten mitgelesen werden. Um das zu verhindern und das Briefgeheimnis zu wahren, sollten Nachrichten verschlüsselt werden. Es können übrigens nicht nur Textnachrichten verschlüsselt werden, sondern auch Sprache, Anrufe, Fotos und Videos.
Bei einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist Mamas Nachricht auf dem ganzen Weg zu Bens Smartphone verschlüsselt. Der Inhalt kann nur auf den Geräten von Mama und Ben gelesen werden. Nur sie haben den notwendigen Schlüssel. Die gesamte Verschlüsselung läuft dabei automatisch ab. Man sollte am besten Anwendungen benutzen, die eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verwenden. Vor allem bei den Messenger-Apps für das Smartphone gibt es eine große Auswahl. Darunter sind viele gute Alternativen zu WhatsApp, die ebenfalls Ende-zu-Ende verschlüsseln und zudem die Daten der Nutzer schützen, z. B. Threema, Telegram oder Hoccer. Oft sind allerdings Gruppennachrichten nicht verschlüsselt.

Wann ist Verschlüsselung sinnvoll?

Es ist generell sinnvoll, Informationen verschlüsselt über das Internet zu senden. Besonders dann, wenn es um sensible Informationen wie Namen, Adressen und Bankdaten geht. Bei dem Besuch von Webseiten ist es zu empfehlen, sie immer über „https://“ aufzurufen. Das „s“ hinter dem „http“ steht für „sicher“ (engl.: secure). Es bedeutet, dass die Informationen verschlüsselt ausgetauscht werden. Nicht alle Webseiten bieten diese Sicherheit an. Zahlungsdaten und andere wichtige Informationen sollten ausschließlich bei Webseiten eingegeben werden, die über „https“ aufgerufen werden können. Mit minimalem Aufwand lassen sich auch E-Mails mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versehen. Dafür ist es sinnvoll, nach einer Anleitung für das verwendete Mailprogramm zu suchen.

Snapchat

Snapchat ist ein kostenloser Instant-Messaging-Dienst zum Versenden von Fotos und kurzen Videos. Die Besonderheit: Das lustige Selfie mit den Hasenohren „verschwindet“ nach kurzer Zeit vom Smartphone des Empfängers.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Messenger-App für Android oder iOS
  • kreative Storys mit Freunden teilen: Bilder, Videos, witzige Emoticons und Filter
  • Inhalte sind nur kurzzeitig sichtbar, es sei denn sie werden bewusst archiviert und gespeichert
  • laut Anbieter ab 13 Jahren erlaubt
  • Risiken: Screenshots von Inhalten möglich, Ortungsfunktion ermöglicht Nachverfolgung

Was ist Snapchat?

Mit Snapchat kann man Fotos und kurze Videos als Nachricht oder als Story an seine Kontakte versenden. Diese Snaps, also Schnappschüsse, sind nur für eine bestimmte Zeit sichtbar und „zerstören“ sich danach selbst. Snapchat ist eine der beliebtesten Apps bei Jugendlichen ab ca. 13 Jahren. Die Fotos und Videos können mit unzähligen Filtern bearbeitet werden. Mit der „Memorys-Funktion“ können Nutzer bestimmte Inhalte auch abspeichern.

Neben den privaten Storys von Freunden findet man auch Inhalte von Stars, Marken und News. Nutzer können über die sogenannten „Snap-Codes“ sowie auch über ihre Handynummer gefunden werden, wenn dies in den Einstellungen nicht deaktiviert wird.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an Snapchat?

Teenager nutzen Snapchat sehr gern, um sich mit ihren Freunden auszutauschen. Dazu werden statt Text einfach Bilder und Videos versendet. Die Nutzung der Spaßfilter und dass die Nachrichten nach kurzer Zeit wieder verschwinden, macht den Reiz der App aus.

Die Kommunikation über Snapchat erscheint Jugendlichen privater, da hier – im Gegensatz zu Instagram – nur mit Einzelnen oder in Gruppen Inhalte  ausgetauscht werden. Das eigene Profil beinhaltet nur Bilder und Videos, keine sonstigen Angaben.

Mit der Kartenfunktion „Snap Map“ kann man sehen, wo sich die Kontakte gerade aufhalten. Da man selbst und die Kontakte als Avatare erscheinen, wirkt die “Snap Map” wie ein Spiel.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Alle Inhalte auf Snapchat zerstören sich nicht wirklich selbst, sondern man kann sie nach einer bestimmten Zeit nur nicht mehr anschauen. Theoretisch sind sie mit etwas technischem Knowhow auf dem Gerät wieder herzustellen. Man kann auch einfach einen Screenshot eines Bildes machen – darüber wird der Versender des Bildes allerdings informiert. Trotzdem kann es dann problematisch werden, wenn Kinder und Jugendliche sehr persönliche – vielleicht sogar intime – Bilder und Videos von sich versenden und diese eventuell z. B. über Cybermobbing gegen sie verwendet werden.

Durch die Vielzahl der versendeten Inhalte ist die Kontrolle dieser  und der befreundeten Profile schwierig. Kinder und Jugendliche sollten daher genau wissen, wie sie die Melde- und Blockierfunktionen nutzen können. Das ist z. B. im Falle der unerwünschten Kontaktaufnahme besonders sinnvoll. Unter anderem deswegen kann es auch problematisch sein, die Funktion “Snap Map” frei zu geben.

Auch bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein. Das sind nicht nur Bilder und Videos, deren Inhalte für sie nicht geeignet sind, sondern z. B. auch Werbung oder die Snaps von Marken und Produkten.

Was meint der Anbieter?

Wie bei jedem Anbieter müssen sich Nutzende an die Regeln der Plattform halten. Die Nutzung von Snapchat ist dabei nur Jugendlichen ab 13 Jahren erlaubt. Es erfolgt aber keine Prüfung der Angaben.

Generell ist es verboten, nicht jugendfreie Inhalte wie pornografische Bilder zu verbreiten oder zu bewerben. Minderjährige dürfen keine Nacktbilder oder sexuell aufreizende Inhalte von sich posten oder versenden. Sicherheitsprobleme können innerhalb des Sicherheitscenters des Dienstes gemeldet werden. Außerdem ist es möglich andere Nutzer zu blockieren und zu melden.

Snapchat sammelt jede Menge Daten von seinen Nutzern und erläutert das sehr offen in seinen Datenschutzbestimmungen – auch dass Daten teilweise an Dritte weitergegeben werden. Die Daten, die man über Snapchat versendet, werden bei der Übertragung verschlüsselt.

Was sollten Eltern beachten?

Eine gute Übersicht zum sicheren Umgang mit Snapchat findet sich hier.

Wenn Kinder und Jugendliche Snapchat nutzen, sollten Eltern unbedingt besprechen, wer die geteilten Inhalte sehen kann und wer nicht. Gehen Sie gemeinsam die Einstellungen durch! Erklären Sie, dass Bilder vom Empfänger per Screenshot abgespeichert werden können. Es ist dringend zu empfehlen, dass Jugendliche nur Freunde zu ihrer Liste hinzufügen, die sie tatsächlich kennen.

Sprechen Sie auch über die Funktion “Snap Map”: Was bedeutet die Sichtbarmachung des eigenen Standorts, welche Folgen und Risiken gehen damit einher und wird die Funktion überhaupt gebraucht? Das Teilen des Standortes kann auch unbewusst passieren (beim Öffnen der App). Dies kann im sogenannten „Geistmodus“ (Ghost Mode) verhindert werden. Auch kann der App die Berechtigung entzogen werden, auf den Standort zuzugreifen.

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