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Medien selber machen: Eine eigene Hörspielbox basteln

Vor einigen Jahren gab es noch Kassetten, mit denen Kinder die Geschichten von Benjamin Blümchen, dem kleinen Raben Socke und Kinderlieder aller Art hören konnten. Die Kassette in den Rekorder stecken, auf “Play” drücken und los geht’s! Es war auch kinderleicht, selbst Töne, Musik oder Geschichten auf Kassette aufzunehmen.

Heute sind kleine Hörboxen wie z. B. die tigerbox und Toniebox in die Kinderzimmer eingezogen. Diese spielen Geschichten ab, sobald eine dazugehörende Figur auf die Box gestellt wird. Eine tolle Sache für die Kinder, jedoch auch sehr kostspielig. Dabei lässt sich eine solche Hörspielbox mit ein bisschen Geschick und einem Smartphone nachbauen!

Was brauchen wir?

  • Smartphone mit aktiviertem NFC (mehr dazu in der “Anleitung”)
  • NFC-Chip oder -Aufkleber 
  • NFC-App, mit der Tondateien auf die Chips programmiert werden können (z. B. NFC Tools Pro)
  • Lieblingsgeschichte oder -musik als MP3- oder WAV-Datei
  • optional: Spielfiguren und Bastelmaterial für eine Box

Das klingt nun alles sehr technisch, aber ist es gar nicht. Die Hörspielbox wird durch ein Handy und die Figur durch einen NFC-Chip ersetzt. Den Rest macht die gewählte App fast von alleine. 

Anleitung

1. Smartphone vorbereiten

Zuerst muss sichergestellt werden, dass das Smartphone NFC unterstützt. NFC ist die Kurzform für Nahfeldkommunikation. Also die Kommunikation zwischen zwei Elementen: dem Smartphone und dem Chip, die nur innerhalb weniger Zentimeter miteinander kommunizieren können. Ob Ihr Gerät NFC unterstützt, sehen Sie in den Smartphone-Einstellungen, indem Sie nach NFC suchen und aktivieren. Die Position des NFC-Lesers befindet sich bei den meisten Smartphones in der Mitte der Rückseite des Gerätes. Legen Sie die gekauften NFC-Sticker bereit. 

2. App installieren

Nun geht es um die App, welche den NFC-Chip programmieren soll. Das ist einfacher, als es sich anhört! Die passende App gibt es im Play Store oder Apple Store. Mit der kostenpflichtigen App NFC Tools PRO können Audiodateien, die sich auf dem Smartphone befinden, direkt auf den Chip programmiert werden. Das funktioniert mit anderen Apps nicht so leicht. Die entsprechende App wird nun geöffnet.

3. Chip programmieren

Halten Sie den NFC-Chip an die Rückseite des Smartphones. Nachdem der Chip von der App erkannt wurde, werden in dieser seine Eigenschaften angezeigt (unter LESEN). Um den Chip zu beschreiben, muss ihm eine Aufgabe zugewiesen werden. Dazu gehen Sie zu AUFGABEN > Aufgabe hinzufügen > Ton & Medien > Spiele eine Tondatei > und wählen die gewünschte Audiodatei aus. Um diesen Befehl nun auf den NFC-Chip zu programmieren, muss unter AUFGABEN Schreiben angeklickt werden. Dafür muss der Chip nochmals an die Rückseite des Handys gehalten werden. Danach erhalten Sie eine Bestätigung des Überschreibens. 

4. NFC-Chip lesen lassen

Nun ist der Chip programmiert und das Audio lässt sich abspielen, wenn er auf die Rückseite des Smartphones gehalten wird.

5. Figuren und Box basteln

Mit diesen Grundbausteinen können Sie jetzt gemeinsam mit Ihrem Kind kreativ werden. Der NFC-Chip oder -Sticker lässt sich an Spielfiguren, Kuscheltieren usw. anbringen. Ein Behältnis aus Lego, Pappe oder Holz für das Smartphone kann verbunden und mit einem Lautsprecher zur ganzen persönlichen Hörbox werden. Anregungen für eigene Audioinhalte gibt es in unserem Beitrag “Hörprojekte für Kinder”.

Eine eigene Hörbox basteln, kann ein schönes Familienprojekt sein. Kinder und Eltern lernen gemeinsam etwas über Technik und können kreativ werden. 

Noch mehr Ideen für selbstgebaute Hörboxen gibt es auf folgenden Seiten:

Was ist eigentlich… Open Source?

Kinder sind wissbegierig und möchten Dinge verstehen. Vielleicht hat Sie auch Ihr Kind schon einmal gefragt, wie das Internet eigentlich funktioniert, welche Strukturen und Prozesse dahinterstecken. Erwachsene und Kinder kommen tagtäglich mit dem Internet in Berührung und sind im Netz unterwegs. Für einen aufgeklärten Umgang damit steht immer öfter auch in Schulen Informatikunterricht auf dem Programm. Kinder lernen z. B. anhand kleiner Mini-Computer namens CALLIOPE, wie man eigene Programme, sogenannte Software, konstruiert und damit Roboter baut oder Nachrichten übertragen kann.

Calliope-mini|Quelle: https://pixabay.com/de/calliope-mini-calliope-computer-2755554/

Aber was ist Software überhaupt? Um am Computer oder Tablet arbeiten zu können, ist die Installation von verschiedenen Programmen bzw. Software notwendig. Auf mobilen Geräten heißen diese Apps. Es gibt z. B. Schreibprogramme wie Microsoft Word oder Internetbrowser wie Google Chrome. Viele von uns benutzen sogenannte „Freie Software“ wie etwa Firefox, Chrome, OpenOffice oder den VLC-Media Player. Auch auf vielen Schulrechnern sind solche Programme installiert, da freie Software zumeist kostenlos verfügbar ist und ein hohes Maß an Qualität aufweist. „Frei“ bedeutet, dass das Programm meistens kostenlos verwendbar ist und man beliebig viele Kopien weitergeben kann. Jeder kann also diese Software nutzen. Die Software des Mini-Computers CALLIOPE zählt auch dazu, so dass alle Schüler*innen Zugriff darauf haben können.
Oft spricht man in diesem Zusammenhang auch von „Open Source“. Dies meint dasselbe wie Freie Software, stellt jedoch einen anderen Aspekt in den Vordergrund. Übersetzt bedeutet Open Source „freie Quelle“. Das heißt, dass offen gelegt wird, wie die Software programmiert oder auch die Hardware (also die Bauteile eines Computers) zusammengesetzt ist.  Jede*r kann auf die Quelle zugreifen und sie weiterentwickeln, verändern oder auf Fehler in der Software oder Hardware aufmerksam machen. Schüler*innen können u. a. mit  Computern wie dem CALLIOPE erfahren, wie bekannte Open Source-Programme wie Firefox funktionieren. Sehr viele Menschen arbeiten am selben Programm, wodurch es sich immerzu weiterentwickeln und verbessern kann. Trotz der zumeist kostenlosen Nutzung gibt es verschiedene Lizenzbedingungen, die zu beachten sind (oft bezogen auf die Bearbeitung des Quellcodes). Ein Gegenmodell zu Open Source stellt „Proprietäre Software“ dar, wie z. B. Microsoft Office. Bei diesen Bezahlprogrammen weiß man nicht, welche Programmierung dahinter steckt. Außerdem kann man sie oft nur auf einem Rechner installieren – je nachdem welche Lizenz man gekauft hat.

 

 

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